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Aufstieg und Fall der Swissair .

2001 feierte die Swissair ihren 70. Geburtstag. Es war auch gleich ihre letzte Feier. Die Swissair wurde am 31. März 1931 aus der Ad Astra Aero und der Balair gegründet. Balair-Präsident Alphons Ehinger erfand den Namen Swissair und wurde ihr erster VR-Präsident. Der erste Direktor war Walther Mittelholzer.  Als ein bekannter Flugfotograf war er auch an der Gründung der Luftwaffe 1910 beteiligt. Im ersten Jahr hatte die Swissair fünf Flugzeuge zur Verfügung. Das änderte sich 1932 mit dem Kauf der schnellen Lookheed Orion. Das Flugzeug erreichte eine Geschwindigkeit von 260 km/h und wurde auf der Strecke Basel-Zürich-München-Wien eingesetzt.  

                           

Und die Swissair stellte die erste Stewardess in Europa ein. 1934 war es eine bahnbrechende Neuerung, als sich Nelly Diener auf dem Flug Zürich-Berlin erstmals um das Wohl der Passagiere kümmerte. Die Presse frohlockte über die «blonde, lockige, langbewimperte junge Dame».

Doch Erfolg und Katastrophe lagen damals schon nahe beisammen. Der «Engel der Lüfte» kam am 27. Juli 1934 bei einem Absturz einer Curtiss Condor-Maschine  bei Duttingen ums Leben.  

Die erste Krise folgt auf dem Fuss. 1937 stirbt das Führungsduo. Walter Mittelholzer, der Vermarkter, beim Bergsteigen in der Steiermark. Balz Zimmermann, das «Hirn» der Swissair, an einer Krankheit, die er sich auf der Bärenjagd in Rumänien holte. Von Missmanagement ist in der Folge schon damals die Rede. «Nach meinem dritten Fehlstart refüsierte ich das Flugzeug und beantragte eine sofortige Herausnahme aus dem Verkehr», erinnert sich Pilot Robert Fretz an einen Streit. Die JU-86 blieb im Einsatz. Das war im Mai 1939. Am 20. Juli stürzte die Maschine ab. Auf den 1. September war eine Aussprache der Piloten mit der Direktion angesagt. Es war der Tag, als Hitler den Krieg begann. Die ganze Swissair-Besatzung musste in in der Folge in den Aktivdienst einrücken. Der Flugverkehr wurde von 1940 - 1945 lahmgelegt. 

Nach Kriegsende 1945 startete die Swissair wieder mit den Streckenflügen und richtete weitere Flugdestinationen ein. 1947 wurde sie in eine Aktiengesellschaft mit 30 % Anteil der öffentlichen Hand. 1948 wurde der Flughafen Dübendorf ganz dem Militär überlassen und man siedelte nach Kloten um. 1954 wurde die Südamerikaroute Zürich-Lissabon-Rio de Janeiro-Sao Paulo mit Erfolg eröffnet. Ein Jahr später bekommt die Swissair die DC-7 mit dem Uebernamen "Seven Seas", noch im gleichen Jahr bestellt sie die moderne DC-8. Eine erste Maschine wurde 1960 geliefert. Um im technischen Bereich auf dem europäischen Markt nicht ins Hintertreffen zu geraten, wurde ein Vertrag mit der SAS, der KLM und der Sabena unterzeichnet. Um die Flotte zu Verstärken bestellte die Swissair 1960 die Convair 990 "Corronado" Strahlflugzeuge, die sie 1962 übernahm. 1965 wurde der Anfang einer DC-9-Serie geliefert. Ende der sechziger Jahre besellte die Swissair die dreistrahlige DC-10. 1971 wurde der Jumbo der Lüfte, das grösste Passagierflugzeug der Welt, die Boeing 747 mit kurzem Oberdeck an die Swissair geliefert. Bis jetzt waren die Flugzeuge gelb, rot, schwarz mit einem roten Pfeil angestrichen. Das änderte sich 1978. Der Boden der Flugzeuge wurde grau und die Oberfläche weiss angemalt,  dazwischen wurde ein schwarzer und ein brauner Strich gesetzt. Die Schwanzflosse blieb gleich rot. Als die neue Marke Airbus auf dem Markt erschien, kaufte die Swissair 10 Aribus A310. Im Jahre 1980 wurde die lang ersehnte Flughafenlinie der SBB zu Ende gebaut.

1987 bestellte die Swissair 6 MD-11 Flugzeuge zur Ablösung der DC-10. 1990 wurden 26 neue Airbus A 320 bestellt.1995 wird der erste Airbus 320 geliefert.

Der Anfang des Unterganges

1997 beginnt der Untergang durch eine katastrophale Expansions-Strategie des damaligen Managements, welches bei seinem Austritt aus der Swissair anstatt in Ketten gelegt mit fetten Abgangsentschädigungen belohnt wurde....

Anfang 1997 Der Swissair-Konzern wird zur SAIirGroup mit Philipp Bruggisser als Chef. Es beginnt die "Hunter"-Strategie, sprich Expansion durch Kapitalbeteiligungen bei nationalen und regionalen Gesellschaften.
1997-2000 Atlantic Excellence-Allianz zwischen AUA, Swissair, Sabena und Delta. Die Gruppe wird aufgelöst nach Ausstieg der Delta, die mit Air France zusammengeht.
30. März 1998 Swissair, Sabena und AUA bilden zusammen mit anderen europäischen Airlines die Qualiflyer Group.
3. September 1998 Beim Absturz einer MD-11 der Swissair zwischen zwei Inseln in der Nähe von Halifax (Kanada) kommen alle 215 Passagiere und 14 Besatzungsmitglieder ums Leben. Die Maschine war um 20.18 Uhr vom New Yorker Flughafen John F. Kennedy aus in Richtung Genf gestartet. Nach einem normalen Start mit regulärem Funkkontakt meldeten Captain Urs Zimmermann und First Officer Stephan Loew Rauch im Cockpit. Die erfahrenen Piloten und Instruktoren nahmen Kurs auf Boston, entschieden dann jedoch Halifax anzufliegen. Kurz vor Halifax stürzte die MD-11 ins Meer. Der Grund dieses Absturzes konnte bis heute nicht eindeutig geklärt werden.
12. November 1998  Die SAiGroup erwirbt 49,9 Prozent der Düsseldorfer Charterflug- und Reisegesellschaft LTU.
April und Juni 1999 SAir übernimmt je 20 Prozent an der South African Airways und der portugiesischen TAP.
Juni 1999 Swissair und Sabena beschliessen eine Zusammenarbeit mit American Airlines (Transatalantic).
21. September 1999 AUA, Lauda und Tyrolian steigen aus der Qualiflyer Group aus und schliessen sich der Star Alliance an.
April 2000 Jeffrey Katz tritt nach drei Jahren als operativer Chef der Swissair zurück. Bruggisser übernimmt vorübergehend die Leitung der Fluglinie.
20. Januar 2001 Belgien und die SAirGroup leiten in Brüssel einen Sanierungsplan für die vom Konkurs bedrohte Sabena ein.
23. Januar 2001 SAir-Chef Philippe Bruggisser tritt wegen Verlusten bei den Beteiligungen zurück. Die "Hunter"-Strategie wird beerdigt. Neuer Flug-Chef wird Crossair-Präsident Moritz Suter.
1. Februar 2001 SAir zieht sich aus Beteiligungen an den portugiesischen und türkischen Airlines TAP, PGA und THY zurück.
3. Februar 2001 Paul Reutlinger tritt als Präsident der französischen SAir-Töchter AOM, Air Liberté und Air Littoral zurück, ohne die geplante Fusionierung verwirklicht zu haben. SAir ist mit 49 Prozent an den Airlines beteiligt.
7. März 2001 Moritz Suter tritt als Chef des Fluggeschäftes der SAir nach nur 44 Tagen im Amt wieder zurück.
9. März 2001 Der Verwaltungsrat der SAirGroup gibt seinen gestaffelten Rücktritt bis Frühling 2002 bekannt.
16. März 2001 Nestlé-Finanzchef Mario A. Corti wird VR-Präsident und übernimmt die opeative Führung der SAirGroup.
2. April 2001 Corti muss das schlechteste Ergebnis der 70jährigen Swissair-Geschichte präsentieren. 2,9 Milliarden Franken Konzernverlust für 2000. Alleine die Beteiligungen an den Fluggesellschaften kostet 3,7 Milliarden Franken.
23. April 2001 Die SAirGroup verkauft die Swissôtel an die Luxushotel-Gruppe Raffles in Singapur für 410 Mio Franke und einigt sich mit ihrem ehemaligen VR-Präsidenten Eric Honegger über eine Abgangsentschädigung.

Dann zeichnete sich allmählich definitiv ab, dass der Untergang der einst stolzen SWISSAIR wohl besiegelt war. Nach einer erneute Maraton-Sitzung teilte der Konzernchef Mario Corti am 1. Oktober 2001 auf einer Pressekonferenz mit, dass der Flugbetrieb aufrecht erhalten werden könnte. Allerdings würde der Konzern mit Hilfe der Großbanken umgebaut und insgesamt 2.560 Arbeitsplätze, darunter 1.750 in der Schweiz, abgebaut werden. Die Schweizer Großbanken hatten der Swissair dazu am Montag einen Sofort-Hilfe-Kredit in Höhe von 170 Mio. Euro zugesagt. Der Banken-Plan zur Neuordnung der Schweizer Flugindustrie sieht außerdem vor, dass ab Ende Oktober und spätestens zum Beginn des Winterflugplans am 28. Oktober 2001 die Crossair Teile des Flugbetriebes von Swissair übernimmt. Um die Transaktion zu ermöglichen, würden UBS und Credit Suisse der Swissair das Crossair-Paket zum Börsenkurs abkaufen und die neue Crossair massiv unterstützen. Der Rest des Swissair-Konzerns, wie Catering, Technik und Duty-Free-Shop, würden verkauft oder geschlossen.

Doch dann verweigerten die Grossbanken auf arrogante Art und Weise die notwendige Liquiditätshilfe .

Die Swissair, einst Stolz der Nation. Und dann diese Schande! Auf der ganzen Welt blieben die Swissair-Flugzeuge am Boden. Mario Corti hatte kein Geld fürs Flugbenzin mehr. Tausende Swissair-Passagiere sind gestrandet, über 60 mussten gar in der Zivilschutzanlage Kloten übernachten. Bundespräsident Moritz Leuenberger schäumte vor Wut - über UBS-Chef Marcel Ospel (51), der Corti und die ganze Schweiz arrogant hängen liess. Das Debakel bahnte sich bereits am Morgen an: Die Behörden in London beschlagnahmten zwei Swissair-Flugzeuge, weil die Flughafentaxen nicht bezahlt wurden. In Seoul (Korea) blieb eine Swissair-MD-11 hängen. Kein Treibstoff für sie. Kurz vor Mittag drehten die Lieferanten in Kloten und Genf den Kerosinhahn ganz zu. Am Nachmittag konnte kein einziges Swissair-Flugzeug mehr starten: Die Schweizer Fluggesellschaft war pleite! 230 Flüge fielen aus. 18 000 Passagiere waren betroffen.  Was für eine Schande!

Um den Flugbetrieb bis Ende Oktober 2001 sicher stellen zu können, sprach der Bundesrat am 3. Oktober 2001 der SWISSAIR einen Kredit von Fr. 450 Mio zu.

Am 12. Oktober 2001 meldeten die Zeitungen, dass mit mind. 10'000 Arbeitslosen zu rechnen ist. Vom Bund wurde ein weiterer à fonds perdu Beitrag in der Höhe von 1 Milliarde Franken verlangt. Am 15. Oktober 2001 dann lag der Kapitalbedarf für die Rettung einer Schweizer Intekontinentalfluggesellschaft auf dem Tisch. 2,2 Milliarden Franken Eigenkapital für die neue Crossair, 1 bis 1,7 Milliarden für den Weiterbetrieb der Swissair-Langstrecken bis Ende März 2002.

Heute sind es also lächerliche 4 Milliarden Franken.... ich bin gespannt auf die Fortsetzung.... (wie habe ich doch etwas weiter oben geschrieben? Die Beteiligungen an den maroden ausländischen Fluggesellschaften kostete die SWISSAIR 3,7 Milliarden Franken... ) Mit andern Worten, hätte bei einigen überbezahlten Teppichetagen-Heinis das ewige Krawattentragen nicht die Sauerstoffzufuhr zum Hirn unterbunden, müssten heute nicht Steuergelder in Milliardenhöhe zum Fenster rausgeworden werden!!

Wer sagts denn. Die Fortsetzung liess weniger lange auf sich warten als ich gedacht hab. Meldung vom 29. Oktober 2001: "der Pleitegeier kreist wieder". Nun sind es die flugnahen Betriebe der Swissair, welche über akute Liquiditätsengpässe klagen. Problemfälle sind nun die Wartungsfirma SR Technics, das Informatikunternehmen Atraxis und die Bodenabfertigungsfirma Swissport. Es wird von Kapitalbedarf bis zu einer weiteren Milliarde gesprochen....

 

Bilder aus besseren Tagen!

1946, DC-4

1947

1949, Convair CV-240

1955, Douglas DC-7C

 

 

1968, Douglas DC-8

1970, DC-10

 

1971, Boeing 747B

 

 

1995 Airbus A 321

 

 

 

 

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