Kurzbiographien der großen Pioniere
Leonardo da Vinci (1452-1519)
Geboren in Vinci am 15.04.1452 als unehelicher Sohn eines Bauernmädchens
und eines Notars. Leonardo da Vinci erhält väterlicherseits eine
gute Erziehung und siedelt 1468 nach Florenz über. Dort wird seine
frühe Begabung in der Werksatt Verrocchios weiter gefördert.
30 jährig geht Leonardo in die Dienste des Herzogs von Mailand, Lodovico
Sforza, bis im Dezember 1499 Ludwig XII von Frankreich einmarschiert und
da Vinci flieht. Die nächsten Jahre verbringt er in Mantua, Venedig,
Florenz, Rom, später wieder in Mailand und Parma. Zahlreiche Auftragsarbeiten
als Maler und Ingenieur. Ab 1504 wendet er sich mehr und mehr wissenschaftlichen
Aufgaben zu (Anatomie, Mathematik, Botanik, Geologie und auch den Flugexperimenten).
1517 übersiedelt Leonardo auf Einladung des französichen Königs
Franz I nach Amboise, wo er am 02.05.1519 verstirbt und ehrenvoll in der
Kirche des heiligen Florentin beigesetzt wird.
Otto Lilienthal (1848-1896)
Lilienthal wurde am 23.05.1848 in Anklam geboren. 1867 schaffte er die
Aufnahme in die königliche Gewerbeakademie in Berlin. Nach Anstellungen
als Ingenieur gründete er 1881 eine eigene Maschinenbaufabrik in Berlin.
Er wurde Mitglied im Deutschen Verein zur Förderung der Luftschifffahrt
und veröffentlichte 1889 sein Buch "Der Vogelflug als Grundlage der
Fliegekunst". Drei Jahre später begann Lilienthal mit ersten Sprungübungen
bei Potsdam und errichtete 1893 eine eigene Fliegestation in der Nähe
seines Wohnhauses. Er baute mehrere Flugapparate, darunter ein Flügelschlagapparat
für motorischen Antrieb und Doppeldeckerkonstruktionen. Am 09.08.1896
stürzte Lilienthal bei einem Flugversuch ab und starb am nächsten
Tag im Krankenhaus in Berlin.
Gebrüder Wright (1867/1871-1912/1948)
Der ältere der Brüder Wilbur Wright wurde am 16. April 1867 in
New Castle, Orvill Wright am 19. August 1871 in Daytona geboren. Begonnen
hatten sie mit einem eigenen gemeinsamen Fahrradgeschäft, in dem sie
neben Reparaturen auch neue Fahrradtypen konstruierten. Angeregt durch
Berichte über Otto Lilienthals Flugversuche begannen die Wrights auch
Flugzeugtypen zu konstruieren. Nachdem sie es 1901 schafften einen Gleiter
problemlos zu steuern, faszinierte der Gedanke an einen motorisiertes Flugzeug.
1903 war die technische Arbeit daran abgeschlossen und im Dezember erfolgte
der erste erfolgreiche Flugversuch in ihrem Motorflugzeug "Flyer". 1909
demonstrierten sie ihr Können in Potsdam und gründeten nahe Berlin
die Firma "Flugmaschinen Wright", die Wright-Flugzeuge in Serie produzierten.
Wilbur Wright starb am 30. Mai 1912, Orvill Wright am 30. Januar 1948 in
Dayton.
Charles Lindbergh (1902-1974)
Charles August Lindbergh wurde am 04. Februar 1902 in Detroit geboren.
Nach einer Ausbildung zum Piloten arbeitete er zunächst als Postflieger
auf Langstreckenflügen. 1922 machte er sich selbständig und bereitete
sich gründlich darauf vor, als erster Mensch der Welt einen Nonstopflug
über den Atlantischen Ozean zu schaffen. 1927 wurde dafür eine
Prämie von 25000 Dollar ausgesetzt. Etliche Piloten verloren ihr Leben,
doch Lindbergh gelang es nach 33,5 Stunden Flug am 21.05.1927 von New York
aus in Paris zu landen. Zurück in den USA wurde Lindbergh stürmisch
gefeiert. Er heiratete die Diplomatentochter Anne Morrow, die er ebenfalls
für die Fliegerei begeistern konnte. 1941 sprach sich Lindbergh als
Fliegeroffizier gegen den Kriegseintritt der USA aus wodurch er sich bei
der Regierung Roosevelts unbeliebt machte. Nach dem Krieg begann er die
Entwicklung deutscher Düsenflugzeuge zu studieren und arbeitete als
Berater des US-Verteidigungsministeriums. Am 26. August 1974 verstarb Charles
Lindbergh auf Hawai an einem Krebsleiden.
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