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In der verr�ckten Welt des Silicon-Valley haben die Menschen einen Arbeitsplatz und Geld, k�nnen es sich aber nicht leisten, zu leben.

Bericht von Andrew Gumbel in San Jos�

1 -Es geht auf Mitternacht zu im vorst�dtischen Herzen des Silicon-Valley, und alles ist ruhig, mit Ausnahme einer lebhaften, zerlumpten Gruppe im Bus Nr. 22. Dies ist die Buslinie, die niemals stoppt, die die Strecke der L�nge nach des Valley von Menlo Park aus die ganze Nacht bis nach San Jos� f�hrt.

F�r einen harten Kein von Fahrg�sten ist der Bus das, was einem Zuhause sehr nahe kommt.

2-Einige von ihnen sind, was man allgemein unter Obdachlosen versteht:

Drogenabh�ngige, psychisch Kranke, soziale Aussteiger.

Eine Frau kleidet sich wie eine Nonne, gibt aber einen endlosen Strom von Obsz�nit�ten von sich, eine andere nennt sich Cowgirl Luna und hat kaum noch Z�hne. Aber einige andere sind gew�hnliche Leute, die einen Arbeitsplatz haben - Reiniger, Restaurantgehilfen oder Verk�ufer - die nicht wissen, wie sie zu einem Dach �ber den Kopf kommen k�nnen in dem monstr�s reichen Epizentrum der US-Hightech - Revolution.

3-Mit Preisen f�r Immobilien, die v�llig unkontrolliert steigen, haben diese Menschen keine andere Wahl als ihre allemotwendigsten Habseligkeiten an Bord des Busses 22 mitzunehmen, den Schutz vor N�sse und K�lte ein wenig zu genie�en und ein kleines Nickerchen zu machen, bevor sie sich zur Arbeit einfinden, die bis zu 16 Stunden lang dauern kann.

4-Dies sind Leute, die irgendwo zwischen S 15.000 bis 50.000 im Jahr verdienen und dies ist nicht genug, um bis zum Monatsende �ber die Runden zu kommen, sagt der Busfahrer, Matt Schultz, der ein Pendeln von 50 Meilen t�glich auf sich nimmt, weil er es sich nicht leisten kann, n�her an seinem Arbeitsplatz zu wohnen. Er nennt seinen Bus das 'rollende Hotel'.

5-Dies ist nicht das Silicon-Valley, mit dem sich Politiker gerne br�sten oder f�r welches die Pr�sidentschaftskandidaten hart arbeiten, um zu versuchen, es f�r sich im Vorfeld der Vorwahlen in Kalifomien am 7. M�rz zu gewinnen.

Sie w�rden es einfach vorziehen, eine ungetr�bte Erfolgsgeschichte der HightechFirmen und Intemet-Unternehmen zu sehen, die ganz pl�tzlich in gro�en Gruppen entstehen und die jenen wirtschaftlichen Aufschwung tragen, der der Clinton-�ra Kraft verliehen hat und der, so hoffen sie, noch einige Jahre lang anh�lt.

6-Aber wenn das Silicon-Valley ein Symbol der amerikanischen Wirtschaftsdynamik an der Schwelle des digitalen Zeitalters ist - mit ihren Str�men von Aktienbezugsrechten und Risikokapital-Fonds und mit ihren gesch�tzten 63 Million�ren, die jeden Tag neu geschaffen werden, - ist es auch ein anschauliches Beispiel jenes Preises, den eine Gemeinschaft gezwungen wird zu bezahlen.

7-F�r die ca. 70% der Valley-Bewohner, die nicht das Gl�ck haben, einen technischen oder hochqualifizierten Arbeitsplatz zu haben, wird das Leben zu einem Alptraum. Geh�lter, die eigentlich zur Mittelklasse innerhalb einer normalen Umgebung z�hlen, bringen sie an den Rand der Armut.

Arbeitspl�tze werden oft zeitlich begrenzt oder als Teilzeit vergeben, bar jeglicher Sozialleistungen, und unterliegen der Gefahr, jederzeit beendet zu werden.

8-Kalte �konomische Logik - wesentlich r�cksichtsloser hier als in irgendeinem anderen Teil des Landes-. hat die Lebenshaltungskosten in stratosph�rische H�hen getrieben,

hat die unkontrollierte Ausbreitung der Vorst�dte ohne Einreichende Planung oder Infrastrukturen ausgel�st und hat so enorme soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten verursacht.

9- Es gibt Quartiere in den nobleren Vierteln von Palo Alto und Mountain View, wo es unm�glich ist, einen Arzt f�r Allgemeinmedizin zu finden, weil es �rzten unm�glich ist, einen passablen Lebensstil aufrechtzuerhalten.

In der Sand Hill - Stra�e in Menlo Park, mit einstmals einer Reihe von sch�nen Vorstadth�usem und nun die Hauptstra�e von Risiko-Kapitalisten, gibt es keine Restaurants oder L�den, weil kein H�ndler die Miete aufbringen k�nnte.

10-Sogar die Stanford-Universit�t, eine der prominentesten Institutionen in diesem Raum, hat Schwierigkeiten, Personal zu gewinnen in nicht-technologischen Bereichen, weil man nirgends mit einem Gehalt f�r einen Englisch- oder Geschichtsprofessor ordentlich leben kann.

11-Der Immobilienmarkt ist so aufgehetzt worden, da� ein bescheidenes Haus mit drei Schlafzimmern in Menlo Park k�rzlich f�r mehr als $ 1 Mio. �ber den geforderten Preis verkauft worden ist.

Ein Risikokapitalist bot fast $ 4 Mio. in bar f�r ein Haus in Palo Alto, unbesehen, wobei so verfahren wurde, da� das Geld �berreicht wurde, bevor die Immobilie auf den Markt kam.

Bei den neuen Super-Reichen kommt es h�ufig vor, da� sie Aktien-Optionen als Anreiz jenen Hausbesitzern anbieten, die m�glicherweise z�gern, ihren Besitz zu verkaufen. Ein K�ufer hat den Verk�ufern einen Ferienaufenthalt auf Hawai als Teil des Verkaufspaketes angeboten. - "Es ist schon jenseits des Verr�ckten - es ist Irrsinn", sagte eine Immobilienmaklerin am Ort, Roy Anne Florence.

12-Am anderen Ende des Spektrums, nur etwas weniger verzweifelt als die Nachtpassagiere des Busses 22, gibt es Leute im ganzen Valley, die in ihren Autos schlafen, oder f�nf oder sechs Familien teilen sich ein Haus, das nur f�r einen Haushalt konzipiert ist.

13-Gem�� der 'Working Partnerships', eine Gemeinde-Hilfsorganisation, die sich damit besch�ftigt, das Los der gew�hnlichen Arbeiter in Silicon Valley zu verbessern, sind bis zu 40% der Besch�ftigten auf einer zeitlich befristeten Basis oder auf einer Auftragsbasis angestellt - mehr als doppelt so viel als im Landesdurchschnitt.

Bei ca. 20% der Arbeitspl�tze reicht die Entlohnung nicht, um eine einzige Person zu ern�hren.

Ungef�hr 40% der Arbeitspl�tze werden so entlohnt, da� die Bed�rfnisse eines

Erwachsenen mit einem Kind nicht gedeckt werden k�nnen, und um die 55% der

Arbeitspl�tze werden so gering entlohnt, dass eine vierk�pfige Familie nur in Armut leben kann.

14-Die Organisation 'Working Partnerships' hat ein ehrgeiziges Programm gestartet, um f�r Beihilfen zur medizinischen Versorgung und f�r Renten an sog. Teilzeitbesch�ftigte/ Auftragsarbeitskr�fte zu sorgen sowie f�r ein standardisiertes Testsystsem der Qualifikationen bei B�rokr�ften und anderen Arbeitern, so da� die Leute nicht auf den Minimallohn zur�ckgeworfen werden, jedes Mal, wenn sie einen neuen Zeitvertrag annehmen.

Man hofft auch, da� sich die Vertragsarbeiter, wie z.B. die Hausmeister, besser organisieren k�nnen, um grunds�tzliche Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen und bei der Bezahlung zu erreichen.

15-Solche Initiativen jedoch k�nnen nur sehr begrenzt wirksam sein und k�nnen sicherlich nicht das Haupt�bel beseitigen, welches die Kosten f�r die Unterbringung sind. "Ich nenne die Leute in meinem Bus die Oberen der Unterklasse", sagt Herr Schultz. "Sie haben Arbeitspl�tze, sie haben Geld, aber sie k�nnen es sich nicht leisten, zu leben."

THE INDEPENDENT 26.2.2000 Independent Newspapers (UK) Ltd.

�bersetzung: L. Ackermann

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