Herbst 2002, Graswurzelgruppen und –Netzwerke aus aller Welt rufen auf zu einer

`Global Season of Struggle�

„Der Geldk�nig ist nur eine Illusion. Der Kapitalismus ist blind und barbarisch. Er vergiftet das Wasser und die Luft. Er zerst�rt alles. Zu uns U�wa sagt er, da� wir verr�ckt seien, aber wir wollen lieber verr�ckt bleiben, wenn das bedeutet, da� wir auf unserer Mutter Erde am Leben bleiben."

 

Menschen vom Stamm der indigenen U�wa, nachdem der �lkonzern Oxy gezwungen wurde, sich von ihrem Land zur�ckzuziehen. Kolumbien, 3.Mai 2002

Der Herbst 2002 steht im Zeichen diverser Mobilisierungen all jener, die gegen Kapitalismus, Militarismus, Rassismus, Patriarchat, religi�sen Fundamentalismus, Umweltzerst�rung und all die Kontrollen und Einschr�nkungen der Kommunikations- und Bewegungsfreiheit der Menschen sind. Beteiligen wir uns an Aktionen oder denken uns selbst was aus. Solidarisieren wir und mit denjenigen, die Repressionen erleben m�ssen. Berichten wir �ber unsere und andere Aktionen in unabh�ngigen Medien. Nutzen wir diese Gelegenheit um gegenseitig von unseren verschiedenen Visionen, Methoden und Strategien zu lernen und zu profitieren.

http: www.emancipate.info

 

 

Einige ausgew�hlte Termine aus dem Aufruf:

10. bis 12.Oktober [Br�ssel + weltweit]

Tribunal gegen Coca-Cola und Beginn eines Coca-Cola- Boykotts

Bereits in den 80er Jahren war Coca-Cola international unter Druck geraten, weil in Guatemala Gewerkschafter des Unternehmens umgebracht worden waren. 1996 folgte das Massaker von Carepa, mit dem die Betriebsgewerkschaft in der nordkolumbianischen Abf�llfabrik von Coca-Cola v�llig zerst�rt wurde. Insgesamt gab es seit 1990 mehr als 100 Angriffe, Anschl�ge und Drohungen gegen die kolumbianische Nahrungsmittelgewerkschaft SINALTRAINAL. Und auch in Peru wurden die Bem�hungen, eine ArbeiterInnenvertretung bei Coca-Cola wieder aufzubauen, in diesem Jahr durch einen Mord an einem Aktivisten "beendet". Das Ziel dieser Politik liegt auf der Hand: Weitere Flexibilisierung der Arbeitsvertr�ge. Soll hei�en: niedrigere L�hne, keine Festanstellungen mehr, usw. Vom 10. bis zum 12. Oktober findet in Br�ssel daher ein �ffentliches Tribunal gegen Coca-Cola statt, der zusammen mit einem globalen Aktionstag, sowie dem Beginn eines Boykott einhergeht. http://www.kolumbienkampagne.de

http://colombia.indymedia.org

 

13. Oktober [weltweit]

Internationaler Aktionstag gegen das "Migration Management" und f�r die Freiheit der Bewegung

"Against Global Migration Management - For Freedom of Movement" ist der Slogan des Aufrufes des Noborder-Netzwerkes f�r Aktionen um den 13.Oktober, die in der Tradition der Aktionstage, die 1999 anl�sslich eines EU-Gipfels in Tampere zum Thema "Asyl und Einwanderung" stattfand. Die Aktionen richten einen besonderen Focus auf die rassistische Auswahl der angeblich "n�tzlichen und nicht-n�tzlichen" Menschen des europ�ischen Grenzregimes.

http://www.noborder.org

http://www.humanrights.de

 

18. Oktober [weltweit]

Media Democracy Day

Der Media Democracy Day will die Idee von demokratischen Massenmedien vorantreiben, die wirklich informieren und allen Teilen der Gesellschaft erm�glichen, diese zu nutzen. Dieser Tag wird verschiedene existierende kritische Medienprojekte und soziale Bewegungen weiter zusammen bringen. Vielf�ltige Aktionen werden rund um den Globus stattfinden.

http://www.mediademocracyday.org

http://www.indymedia.org

31.Okt. bis 3. Nov. [Quito, Equador + weltweit]

Hemispheric Social Alliance against FTAA

Die gesamtamerikanische Freihandelszone FTAA verst�rkt die Ungleichheiten zwischen Nord und S�d. Am 1.1.1994, dem Tag an dem Mexiko der Nordamerikanischen Freihandelszone (NAFTA) - einem Vorg�nger der geplanten FTAA - beitrat, besetzte die Zapatistische Befreiungsarmee (EZLN) mehrere Rath�user, Polizeistationen, u.a. In Quito findet vom 31.10. bis 3.11. anl�sslich eines Treffens der amerikanischen Regierungsschefs eine Gegenkonferenz statt, die von Protesten in aller Welt begleitet wird.

http://www.asc-hsa.org

http://ecuador.indymedia.org

 

6. bis 10.November [Florenz, Italien]

 

Autonomer Raum anl��lich des European Social Forum (ESF)

Das ESF ist die erste Veranstaltung des europ�ischen Kontinents nach dem Welt-Sozialforum 2002, das in Porto Alegre stattgefunden hat. Das ESF soll ein �ffentlicher Raum f�r alle Nicht-Regierungsorganisationen sein, der durch freien Meinungstausch nach einer gerechten und gleichberechtigten Welt und menschlichen Grundbed�rfnissen strebt. AktivistInnen aller politischen progressiven Str�mungen werden teilnehmen.

http://www.fse-esf.org

http://italy.indymedia.org

 

21.-22.November [Prag + europaweit]

Nato-Gipfel

Diesen November trifft sich die Nato in Prag, um dort ihre Kriegspl�ne auszudiskutieren und Strategien zu entwickeln. Der letzte Natogipfel, der im Februar im M�nchen stattfand, war von einem verfassungswidrigen Totalverbot jeglicher politischen Meinungs�usserung �berschattet. Dennoch schafften es mehr als 7000 Menschen sich friedlich, fantasievoll und vor allem couragiert �ber das Verbot hinwegzusetzen. Nicht nur in Prag - europaweit werden im November Aktionen stattfinden.

http://www.antinato.cz

http://praha.indymedia.org

 

20. Dezember [weltweit]

Globaler Aktionstag des Zivilen Ungehorsams

Gruppen in Argentinien und auf dem gesamten Globus rufen f�r diesen Tag anl�sslich des ersten Jahrestages des Aufstands der argentinischen Bev�lkerung zu einem weltweiten Aktionstag des zivilen Ungehorsams auf. Der Tag wird demonstrieren, da� die globale Bewegung gegen Kapitalismus mehr erreichen k�nnte, als Aufst�nde: eine wirkliche soziale Revolution. An diesem Tag sind alle Menschen aufgerufen aktiv zu werden: Demonstrationen, Blockaden, critical mass, Veranstalten von Nachbarschaftsversammlungen, Besetzungen, kollektives Schwarzfahren, Spr�hen, usw. ziviler Ungehorsam und direkte Aktion - Ideen gibt es viele.

http://argentina.indymedia.org

http://rts.squat.net http://de.indymedia.org

 

„Ein interkontinentales Netzwerk des Widerstandes gegen den Neoliberalismus, ein interkontinentales Netzwerk f�r die Menschlichkeit. dieses interkontinentale Netzwerk, das Unterschiedlichkeiten respektiert und �hnlichkeiten anerkennt, wird versuchen, sich mit anderen Widerst�ndigen zusammenzufinden. Dieses interkontinentale Netzwerk der Widerst�nde ist keine Organisationsstruktur; es hat keinen zentralen Kopf oder Entscheidungstr�ger, kein Zentralkomitee oder Hierarchien. wir alle bilden dieses Netzwerk, alle die Widerstand leisten"

aus einer Erkl�rung der EZLN. (Befreiungsbewegung aus Chiapas, Mexiko)

Dieser Text wurde von einer Arbeitsgruppe auf dem europ�ischen PGA-Treffen in Leiden beschlossen

Deutsche Bearbeitung: Regina Schwarz

 

 

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