
Dies ist die 2. Leseprobe von Felix Victor Bremers Arbeiten. Hier gibt es w�chentlich etwas Neues.
Felix Victor Bremer
Kurzgeschichte
Er hie� Wilfried, aber seit ewigen Zeiten kannte man ihn nur als Winnie. Er arbeitete in einem dieser Gro�raumb�ros als Bote und M�dchen f�r alles. Er hatte seinen eigenen Tisch in der N�he des Kopierraums. Er frankierte Briefe, schrieb Adressenetiketten, machte Kopien f�r die Kollegen; auch servierte er Kaffee und erledigte den Einkauf f�r das Fr�hst�ck.
So sa� er hinter einem Berg von braunen Versandtaschen und beobachtete verstohlen durch seine �berdicken Brillengl�ser die Kollegen an den anderen Tischen.
Ha, ha, sie sollten ihn doch nicht f�r bl�d halten! Da tuschelten sie doch wieder �ber ihn. Bestimmt heckten sie wieder irgendeinen Schabernack aus, mit dem sie ihn erschrecken wollten. Seit Anfang an, hatte man es auf ihn abgesehen. Durch die dicke Brille die er trug, wurden seine Augen �bergro� wiedergegeben, dies machte auf seinen Betrachter einen etwas seltsamen, ja wirren Eindruck. Er kannte dies schon seit dem er in die erste Klasse kam, immer war er das Opfer von unbarmherzigen Kinderstreichen gewesen. Immer und �berall wurde er geh�nselt, von seinen Mitsch�lern als Bl�dmann l�cherlich gemacht. Nicht selten, kam er damals weinend, mit zerbrochenen Augengl�sern und dicken Schrammen nach Hause. Zur Belohnung daf�r, dass er seinen Mund hielt und die �belt�ter, ja, seine Folterknechte, nicht verriet, bekam er von seinem Stiefvater noch eine �saftige Abreibungen�, wie dieser es nannte. Er dachte sich die schlimmsten Strafen f�r sie aus, er war besessen von dem Gedanken sich eines Tages furchtbar zu r�chen! F�r ihn stand es fest, eines Tages w�rden sie tausendfach ihre Taten b��en.
�Du bist und bleibst ein Trottel!� schrie sein Stiefvater und versetzte ihm h�ufig noch einen Tritt zum Abschluss. �Du bist ja nicht das Brot wert, was du isst!� kam es dann noch b�se von seinem Erzieher. F�r seine Verletzungen und zerbrochenen Augengl�sern war seine Ausrede immer, dass er gestolpert und lang hingefallen sei. Dies konnte man ihm leicht glauben, da er trotz oder gerade wegen seiner starken Brillengl�ser sehr unsicher auf seinen F�ssen war. Brilleneule war sein Spitzname in der Klasse. Daran hatte sich bis heute nichts ge�ndert. Wo er auch hin kam, immer das Gleiche. An ihm, dem Bl�dmann konnte man seinen Frust, seinen �rger auslassen. Geschmacklose grobe Sp��e trieben die gut aussehenden, von den Frauen verw�hnten Kollegen mit ihm. Kein Wunder, dass er nach so vielen Jahren als Fu�abtreter der anderen, mit starken geistigen Problemen zu k�mpfen hatte. Er lebte vollkommen isoliert in seiner eingeengten Welt. Dort war er der Herrscher, hier wartete er auf den Moment der Rache. Niemand konnte ihn in seinem Reich angreifen oder gar verletzen. Es kam vor, dass man ein harmloses Sp��chen mit ihm machte, dass dies nicht b�se gemeint war erfasste er gar nicht. Jahre erlittener Niedertracht, hatten ihn vollkommen abgestumpft, f�r ihn waren solche Albernheiten nur wieder ein Grund mehr die Menschen zu hassen. Sein geschundener Geist malte sich dann aus, was er mit denen, die wie er meinte ihn terrorisierten, in der Stunde der Vergeltung machen w�rde!!
Heute war es anscheinend der Abteilungsleiter in seinem Glaskasten, der ihn mit versteckten Blicken beobachtete.
�Was hat der wohl vor? Wie wird er mich heute qu�len?� waren seine Gedanken. Schon, bevor irgendwas passierte, litt er in der Ungewissheit was man wieder mit ihm anstellen werde, unbeschreibliche Seelenqualen. Manchmal, in lichteren Momenten, war er sich bewusst, dass sie bei ihm nur den Anschein erwecken wollten, dass wieder was gegen ihn aushecken wollten, nur um sich an seiner Leidensmiene zu erg�tzen. Dann hasste er sie nur noch heftiger. Nicht selten, stellte man ihm etwas in den Weg, damit er, durch seine Kurzsichtigkeit behindert, so lang wie er war hinfiel. Dies machten sie besonders gerne wenn er die Pausengetr�nke verteilte, hart schlug er sich sein Kinn auf den Fliesen blutig. Dies war jedes Mal ein Fest, sie lachten und kreischten vor Vergn�gen. Er aber, schlich vor Schmerzen gebeugt sein Kinn haltend, versch�mt aber w�tend in den Waschraum. Der Wurm gl�hender, unkontrollierter Vergeltungssucht nagte in seinen D�rmen so sehr, dass er sich nur mit M�he vor einer sofortigen Bestrafung seiner Folterknechte zur�ck halten konnte. Mittags, in der Kantine, kostete es �berwindung vorsichtig, den ersten Bissen zu schlucken. Er lie� den ersten L�ffel eine Zeit lang auf seiner Zunge wirken. Sollte man ihm Gift in die Speise gemischt haben, w�rde es auf der Zunge brennen, so dachte er es sich. Weit weg von allen suchte er sich seinen Platz. In seiner Einbildung, war er davon �berzeugt, dass man ihm irgendwann, wenn er nicht vorsichtig genug war, vergiften w�rde. Ohne jeden Zweifel, man hatte sich geschworen ihn umbringen und was war leichter als etwas Gift unter sein Essen zu mischen? In letzter Zeit wurden seine Gedanken immer krauser. Kam er dann an seinen Schreibtisch zur�ck, merkte er sofort (in seiner Vorstellung), dass man seine Sachen wiedermal durchsucht hatte. Aber er war schlauer, er lie� kein Material in seinem Schreibtisch, was ihn als Spion und Agent einer fremden Macht entlarvt h�tte. Sogar au�erirdische Wesen besuchten ihn in seinem Haus, um mit ihm seine Rachepl�ne zu besprechen.
Eines Morgens war er aufgewacht und wusste, dass er in Wirklichkeit der M�chtige war! Man hatte ihn wissen lassen, dass der Augenblick seiner Vergeltung, f�r die ihm angetane Schmach alle zu bestrafen, kurz bevorstand. Er musste seine Mission erf�llen, darum schluckte er alles, wenn es ihn auch noch so bitter traf, nur um nicht entlarvt zu werden. Seit dem Morgen da er sich seiner Macht bewusst geworden war, lachte er innerlich �ber seine Qu�lgeister, in seiner Phantasie war er ja der, den sie zu f�rchten hatten. Sie waren noch ahnungslos und foppten ihn weiter wie bisher. Das jetzt manchmal ein L�cheln �ber sei mageres verh�rmtes Gesicht glitt, fand man im B�ro zwar eigenartig, aber nicht weiter erw�hnenswert. Es das L�cheln Winnies des Siegers, der in seinem kranken Gehirn alles detailgenau plante. Der Tag war nicht fern, an dem alle diese Widerlinge ihm zu F��en liegen w�rden, um ihn um Gnade an zu winseln.
Er hatte gemerkt, sie waren misstrauisch und vorsichtiger geworden, denn seit einigen Tagen lie� man ihn auffallend in Ruhe. Aber ihre versteckten Blicke und ihr hinterh�ltiges Gefl�ster lie�en ihn nur noch hellh�riger werden. Es waren schlie�lich seine Feinde, wenn sie sich auch verstellten, er wusste Bescheid. Vertrauen konnte er ihnen nur so weit er sie sehen konnte. Wo er sich auch befand, im Lager, in der Kantine, beim Chef oder sogar beim Portier am Eingang, immer f�hlte er ihre Spitzelblicke wie Nadelstiche in seinem R�cken. Auf der Strasse, war es genau so, keine hundert Meter konnte er gehen, ohne, von seinen Feinden beschattet zu werden. In den Superm�rkten, beobachtete man ihn durch die Regale hindurch. Sie schossen mit ihren Blicken giftige Pfeile auf seine Seele ab, aber er war gefeit gegen solche Spielchen. Er lie� sie zur�ck prallen, so vergifteten sie sich selbst. Am�sierte l�chelte er, wenn sie getroffen von ihren eigenen Pfeilen, erschreckt Dosenstapel auf ihrer Flucht umwarfen. Er h�rte ihre Stimmen rufen:� Da ist ein gef�hrlicher Irrer in ihrem Laden!� Wenn er dann h�hnisch grinsend zur Kasse kam, meinte er zu der Kassiererin, die ihn kannte:� Ich habe sie in die Flucht geschlagen! Jetzt werden sie mich f�r eine Weile in Ruhe lassen!� Die Angesprochene nickte nur und stimmte ihm zu:� Sie haben wiedermal eine Runde gewonnen, Winnie!� Die Kassiererin war eine alte Bekannte, eine Freundin seiner verstorbenen Mutter und eine der wenigen Personen, mit der er hin und wieder sprach. Zufrieden verlie� er dann mit seinem Einkauf den Markt, von K�pfe sch�ttelnden Angestellten beobachtet. Viele hatten Mitleid mit ihm und meinten unter sich:� W�re er nicht besser in einem Heim aufgehoben?�
Seine Arbeit, Adressen schreiben, Etiketten kleben und die Versorgung seiner Kollegen mit Getr�nken bestand machte er ordentlich, auch war er einer der P�nktlichsten in der Firma. Nur war er eben etwas seltsam, dass war alles!!
Dass er sich vor dem Heimweg f�rchtete wusste niemand, aber es war die reine Tortur f�r ihn, besonders in der Jahreszeit, wenn es fr�h dunkel wurde. Um nach Hause zu kommen, musste er am alten Friedhof vorbei. Ein nervt�tendes Abenteuer. Ein Wunder war es, dass er den Gang, an der zwei Kilometer langen Mauer und einem nie endenden Maschendrahtzaun, hinter dem dichtes Geb�sch wucherte, bis heute lebend �berstanden hatte. Denn sogar die Toten hatten es auf ihn abgesehen. Hinter dem undurchsichtigen B�schen und den dicht gepflanzten Tannen, verbargen sich die Geister der Verstorbenen, nur auf den Moment wartend ihn zu sich zu holen. Er war, wenn auch schwei�triefend und Angst schlotternd, auf der Hut und schlug ihnen so manches Schnippchen. Kam er an den Friedhofszaun wurden seine Schritte automatisch schneller. Mit stockendem Atem, versuchte er den Unsichtbaren zu entkommen. Sein Herz drohte zu explodieren, es h�mmerte schmerzhaft gegen seinen Brustkorb. Er konnte sie nicht sehen, aber er roch sie und f�hlte ihre starren, leblosen Blicke in seinem Nacken.
Oft, kamen sie so nahe, dass er den k�hlen Hauch ihres Atems sp�ren konnte. Jeden Moment, erwartete er, dass man ihn umringen und mit in ihre dunklen Gr�fte ziehen w�rde. Sein Gang wurde dann steif und seine Haare stellten sich elektrisiert in die H�he.
Die Perlen des Angstschwei�es liefen ihm wie eiskalte Tierchen den R�cken hinunter. Das kleinste Ger�usch lie� ihn zusammenschrecken. Taumelnd und zitternd, fast blind vor Angst stolperte er am Friedhof entlang.
Seine Einbildung lie� ihn Schritte hinter sich vernehmen, heldenhaft, aber mit schlotternden Knien, blieb er stehen. Ruckartig, drehte er sich um, in das Dunkel starrend, nichts! Er wusste, seine Verfolger waren wieder mal schneller gewesen. Es kam auch vor, dass ein anderer eiliger Heimg�nger hinter ihm war, aber durch sein seltsames Verhalten erschreckt, ihn mit aufgerissenen Augen und im Laufschritt �berholte. Wenn er die, f�r ihn, endlosen Kilometer des Friedhofes hinter sich hatte, war er wirklich reif f�r die Klapsm�hle.
Schwei� durchn�sst, erreichte er dann, nicht weit von der Ruhest�tte der Verstorbenen, seine Haust�r.
Dort verharrte er einige Minuten nach allen Seiten absichernd. Sobald die Luft rein war und kein Mensch mehr weit und breit zu sehen war, schloss er die sechs Schl�sser auf. Er konnte ja nie sicher sein, was f�r Gesindel es auf ihn abgesehen hatte! Mit fliegenden Fingern drehte er die Schl�ssel in den Schl�ssern herum, die T�r �ffnete er nur einen winzigen Spalt, gerade genug um sich da hinein zu quetschen. Es war, als wolle er vermeiden, dass noch jemand ungebeten mit zu ihm rein schl�pfe.
Sein Elternhaus, war ein altes schon recht windschiefes H�uschen, was sich zwischen hohen modernen B�rosilos duckte. Seine Eltern hatten allen Angeboten getrotzt und nicht verkauft, die Nachbarn hatten den finanziellen Verlockungen nicht widerstanden. Nur sie waren �brig geblieben. Nach dem Tod seiner Mutter, sein Vater war schon vorher gestorben, war es sein Haus. Wenn es auch nicht mehr viel wert war, so war es doch sein Heim. Am Tage, wenn noch die Sonne schien, f�hlte er sich sicher und wohl. Nur mit der Nacht hatte er seine Probleme, er konnte keine Dunkelheit ertragen. Er hatte Angst vor ihr, darum lie� er nachts alle Lichter im Haus brennen.
Eine schmale Treppe f�hrte nach oben in den ersten Stock, wo die Wohnr�ume lagen. Auf seinem Weg nach oben, hatte er alle Lichter angemacht. Jetzt gab es keine dunkle Ecke mehr, wo sich jemand verstecken konnte. Im Bad nahm er den Deckel von der Klosp�lung ab und �ugte hinein. Er erwartete immer dort eine Nachricht von seinen imagin�ren Auftraggebern zu finden, aber er erblickte immer nur den rostigen Grund des uralten Sp�lkastens. Dann suchte er unter dem Waschbecken und noch an vielen anderen Stellen ohne jemals was zu finden. Die Fenster waren verriegelt, aber zus�tzlich noch mit vorgelegten Eisenstangen und Vorh�ngeschl�ssern gesichert. Bevor er sich hinlegte, durchsuchte er noch mal das ganze Haus, inzwischen konnte sich ja jemand eingeschlichen haben.
In dieser Nacht, besuchte ihn der Hohe Rat mit seinen Begleitern, sie kamen von einem weit entfernten Planeten um ihn, ihren Gesandter auf der Erde neue Befehle zu geben. Heute forderte man ihn auf, Rache an allen zu nehmen, die ihn jemals �bel mitgespielt hatten. �Morgen ist der Tag der Abrechnung!� dr�hnte es in seinen Ohren. Schon vor langer Zeit, hatte er sich einen Kanister Benzin besorgt, so hatte man es angeordnet und es Portionsweise in Flaschen gef�llt. Der Karton unter der Sp�le war schon seit langem voll.
Also es war so weit, morgen w�rde er alle seine Feinde vernichten!!
Morgen war der Tag seines Triumphes!
Anstatt den Fahrstuhl zu benutzen, schleppte er schwer atmend vor Anstrengung den Karton mit den Flaschen die Treppe zum B�ro hinauf. Kollegen die ihn dort trafen wollten lachend wissen, ob er heute einen ausgeben wolle, denn das Flaschengeklapper konnte keiner �berh�ren. Seine Schufterei befremdete niemand, da Winnie oft Material als gehorsamer Sklave m�hsam die Treppe hinauf schleppte. Wie immer, ging er schweigend auf seinen Platz. Den Karton hatte er in den Kopiererraum gestellt, niemand w�rde ihn dort finden. Falls Kopien gebraucht wurden, rief man ohnehin Winnie. Auch diesen Morgen klebte er Etiketten und schrieb Adressen nach den Listen die man ihm brachte. Damit die Arbeit im B�ro nicht zu sehr unterbrochen wurde, hatte die Firma die Belegschaft f�r die Pausen in zwei Gruppen eingeteilt. In der ersten Gruppe waren seine gr��ten Qu�lgeister. Sein Schreibtisch stand rechts vom Ausgang, in der N�he des Kopierraums in dem Papier, Tintenpatronen f�r die Computer und chemische L�sungsmittel aufbewahrt wurden. Der Lagerverwalter kam nur selten nach oben um den Bestand zu pr�fen. Winnie wartete ab, bis die erste Gruppe aus der Pause zur�ckkam, dann goss er seine erste Flasche Benzin �ber Akten und anderes Material. Unz�hlige Mal hatte er schon im Geist alles durch exiziert, sich vorgestellt wie er es machen w�rde und wie die Kollegen um Hilfe schreien w�rden. Wie sie als lebende Fackeln durchs B�ro stolpern w�rden und endlich nach wahnsinnigen Schmerzen �bereinander fielen, um sp�ter nur noch als schwarze verkohlte Mumien gefunden zu werden. Nicht mehr als Menschen erkennbar w�rde man sie wie jeden Abfall entsorgen und auf die M�llkippe karren. Dass er endlich den Auftrag zur Vernichtung der Feinde bekommen hatte, machte ihn gl�cklich und frei. Er l�chelte zufrieden, als er in Trance das Benzin �ber den Boden rinnen lie�. Der eine oder andere im Raum fand sein geheimnisvolles Benehmen seltsam, aber machte sich nicht die M�he nach zu schauen was er wohl dort hinter den Aktenbergen machte. Die aus der Pause zur�ckgekehrten, sa�en alle im hinteren Teil des Gro�raumb�ros. Winnie kroch mit seinen Flaschen unter Tische und hinter Vorh�nge. Der vordere Teil des B�ros war schon von Benzin �berflutet, jetzt machte der Geruch die Leute aufmerksam. Der Abteilungsleiter sprach mit einigen Angestellten, ab und zu klang ein Lachen zu Winnie her�ber. Da rief einer aus der Tiefe des Raumes:� He, Winnie, wieso stinkt es denn so nach Benzin?� Das unscheinbare graue M�nnchen mit seinen dicken Brillengl�sern, erschrak bei dem Ausruf und sprang wie ein K�nguru auf einen Tisch. Mit erhobenem Kopf und der Pose eines Siegers rief er den �berraschten Leuten im Saal zu:
� Die Rache ist mein, sprach der Herr!� Damit entz�ndete er den ersten mit Benzin getr�nkten Lappen und lie� ihn lodernd in die Benzinlache unter sich am Boden flattern. Im Nu hatte das Feuer das Lager erreicht und provozierte einige kleine Explosionen.
Als die erste Stichflamme zwischen den Schreibtischen aufzischte, merkten die Leute was hier passierte. Sie rannten schreiend in Richtung des Ausganges, aber hier z�ngelten schon meterhohe Flammen und versperrten den Fluchtweg. �berall im vorderen Teil des B�ros loderte Feuer, da war kein Durchkommen mehr, alles stand in Flammen. Ein Mann schrie in Todesangst um Hilfe, es war Winnie, er stand als lebende Fackel wankend auf seinem Tisch, jetzt st�rzte er hinunter. Seine Todesschreie hallten durch den brennenden Raum. Niemand wusste wo hin man vor dem Feuer fliehen sollte. Die Feuerschutztuer im Hintergrund war verschlossen und der Schl�ssel war im brennenden Glasskasten des Abteilungsleiters. Winnie aber war nur noch ein zappelndes in den letzten Z�gen liegendes B�ndel
� Die Rache ist mein! Die Rache ist mein!� hatte er immer wieder geschrieen.
Auf einmal regnete es aus der Spengleranlage und Sirenen heulten. Feueralarm! Die Leute hatten sich alle in die �u�erste Ecke, die noch frei von Feuer war, gedr�ngt. Mehrere M�nner sprangen mit Feuerl�schern ins B�ro, der Eingang war schon frei von Feuer. Einer sch�umte den angekohlten K�rper des Toten ein, f�r ihn war der Friede eingekehrt. Niemand w�rde mehr Witze mit ihm und �ber ihn machen; niemand konnte ihm mehr etwas vor die F��e werfen damit er lang hinfiel und sich die Kollegen kranklachen konnten. Es war vorbei!
Winnie hatte ihnen seine Rechnung pr�sentiert.