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Das Dorf an der Baache gruesst die Welt
Es ist uns vor langer Zeit verloren gegangen, die Erinnerungen aber bleiben fuer ewig
Es war einmal moeglich, und das ist kein Maerchen, das zwei fremde Besucher zum Dorf von jedem Ende, Ost oder West, herinkommen konnten. Wenn sie sich spaeter am Tag im Gerichtskretcham trafen, in der Mitte des Dorfes, ueber ein kuehles Glass Landskron Bier oder eine Kanne Kaffee und einer kalorienreichen Stueck Torte, hatten sie folgende Erlebnisse ueber das Dorf auszutauschen.
Nehmen wir an, weil ich Sonnenschein und warmes Wetter bevorzuge, es ist ein Wolkenloser Tag im Juli. Im Laufe deren Bummelns durch die Ortschaft, verloren sich beide in tiefen Gedanken vor einem Getreidefeld, von welchen viele im Dorf vorhanden sind. Eine sanfte, warme Brise, aus dem Sueden herkommend, bewegt das fast reife Getreide in wogenden Wellen hin und her. Beide Besucher, jeder an deren Ende des Dorfes, haben die Illusion, das sie am Strande eines grossen Sees stehen.
Als sie weiter gehen, beide kommen zu einer Bruecke, die ueber den Kesselbach fuehrt, der Bach der entlang des langgestreckten Dorfes fliesst. Eine Gruppe Kinder planschen froehlich im Wasser, benutzen die Bruecke als ein Sprungbett. Mehrere Jungen versuchen Karpfen, von denen viele im Fluss schwimmen, mit blossen Handen zu fangen.
Ein wenig spaeter treffen die Besucher in der Mitte des Dorfes im Gerichtskretcham ein und lassen sich unter einem schattigen Baum im Garten nieder. Die Dame verzehrt ein kalorienreiches Stueck Torte und geniesst eine grosse Kanne Kaffee. Der Herr leuchted eine dicke Zigarre auf und erfreut sich an einem kuehlen Glass Landskron Bier. Die Augen der beiden wandern umher und entdecken einen hohen Baum gegenueber der Strasse auf dem Gelaende des Postamtes. Auf dessen Gipfel haben ein Storchenpaar ein Nest von Zweigen und Laub errichted. Aus dem Nest stecken zwei kleine Stoerchlein erwartungsvoll ihre Schnaebel in den Himmel, ueber ihnen kreist majestaetisch das Elternpaar mit deren Mittagessen im Schnabel.
Ausser dem leissen Summen des Windes,der durch die Luft weht, den froehlichen Stimmen der Kinder, einem gelegentlichen Kommando eines Landarbeiters zu seinen Zugtieren und Toene von Werkzeugen der Handwerker ist das Dorf umgeben von nichts als friedlicher Stille. Die Augen sind besaenftigt bei ueppigen gruenen Wiesen, reichlich besprinkelt mit vielfarbigen wilden Blumen und zahlreichen schattigen Baeumen.
Fleissige Arbeiter, die das Land betreuen, schwer arbeitende Handwerker sind nur zu willig, ihre Sicheln, Haemmer und Hobeln fuer einen Augenblick niederzulegen, um mit den Fremden Besuchern zu schwaetzen. Eine tradition die seit dem fruehesten Bestehen des Dorfes Gebrauch ist, das Jahr 1285, ob der Name des Dorfes Sar, Soer, Zoraw, Sohra oder seit 1938, Kesselbach war.
Dieses romantische Idyll kam am 26. Juni 1945 zu einem ploetzlichen und schmerzvollen Ende. An diesem Tage wurden die Einwohner Kesselbachs ausgewiesen. Es geschah als Folge des Endes des zweiten Weltkrieges. Die Siegermaechte uebergaben Polen alle Gebiete oestlich der Oder/Neisse Fluesse waehrend der Potsdamer Konferenz. Alle Bewohner des Dorfes mussten sich eine andere Wohnstaette in den uebrig gebliebenen deutschen Gebieten finden. Die Mehrzahl liess sich Naehe der deutsch/polnischen Grenze nieder, in der schwachen Hoffnung, das es ihnen erlaubt wird, wieder in die Heimat zurueckzukehren. Einige von denen zerstreuten sich in alle Ecken der Welt.
die Internet - Surfer sind hiermit zu einem Elektronischen Besuch zum Dorf, wie es war vor langer, langer Zeit, eingeladen.. Das Dorf das einst unser Zuhause war. Eine Oase von Schoenheit, schlichten und gutem Charakter.
Das Kesselbach, wie wir es in Erinnerung behalten |
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