The Institute for Total Compensation



Research Program

 

Zentraler Forschungsschwerpunkt des Institutes für Allgemeinen Ausgleich ist die Klärung der Hypothese, ob das Leben jedes Menschen gleichviele glückliche wie unglückliche Erlebnisse aufweist (Kessel-Frage). Hierzu werden verschiedene theoretische Ansätze verfolgt.

  • Die Computersimulation

  • Die ganzheitliche mathematische Betrachtung

  • Argumentation durch Beispiele

Bewahrheitet sich letztendlich die Kessel-Frage, so ergeben sich Schlußfolgerungen von weitreichender gesellschaftlicher Brisanz, deren volkswirtschaftliche Folgen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht abgesehen werden können. Falls das Leben jedes Menschen in der Tat gleichviele positive wie negative Erlebnisse aufweist, wird eine aktive Beeinflussung des Lebensgefühls durch das Individuum scheinbar überflüssig. Dies kann bei labilen Charakteren eine vollkommene Resignation vor dem eigenen Schicksal hervorrufen.

 

Die Computersimulation

Zum weiteren Verständnis der hier dargestellten Abschnitte Computersimulation und ganzheitliche mathematische Betrachtung werden zunächst einige Begriffe und Variablen definiert.

Individuum I:
Die Untersuchungen am ITC konzentrieren sich meist auf Beispiele des Individuums Mensch. Prinzipiell können aber auch sämtliche Untersuchungsergebnisse auf andere Individuen z.B. Tiere übertragen werden.

Das Lebensgefühl Lg:
Das Lebensgefühl Lg ist die Summe aller gerade zum Wohlbefinden des Individuums beitragenden Gefühle. Am Institut für Allgemeinen Ausgleich wurde das Lebensgefühl Lg willkürlich einer Einteilung auf einer Skala von -10 bis 10 unterworfen. D.h. Lg=10 beschreibt zum Zeitpunkt t das Lebensgefühl eines zum Zeitpunkt t überglücklichen Menschen.

Lebenszeit Lz:
Das Alter des betrachteten Individuums

Der Erwartungshorizont Eh:
Der Erwartungshorizont setzt sich in jeder Sekunde aus dem gegenwärtigen Lebensgefühl (gut bis schlecht) und den bisherigen Lebensgefühlen zusammen. Dividiert durch die Lebenszeit ergibt sich somit das durchschnittlich gelebte Lebensgefühl. Jedes neue Gefühl wird an diesem durchschnittlich gelebten Lebensgefühl (= Erwartungshorizont) gemessen und beeinflußt wiederum den Erwartungshorizont.

subjektives Lebensgefühl - Index "sub", objektives Lebensgefühl - Index "obj"
Zunächst war nur das subjektive Lebensgefühl des Individuums bei den Untersuchungen des ITC von Bedeutung, da es bei der Klärung der Kessel-Frage nur um die Lebensgefühle des Individuums aus seiner Sicht geht. Aber schon bei ersten Überlegungen zur Darstellung der Problematik mit Hilfe der Computersimulation und der ganzheitlichen mathematischen Betrachtung mußten übergreifende Begriffe definiert werden. Aus diesem Grunde wurden alle oben definierten Begriffe durch die Indizes "sub" und "obj" unterschieden.

 

Die ganzheitliche mathematische Betrachtung

Eine Kernformel der ganzheitlichen mathematischen Betrachtungsweise ist die Definition des Erwartungshorizontes Eh. Eine simple Definition sieht z.B. wie folgt aus.

Bei diesem Ansatz zur Definition des erwartungshorizontes Eh wird jedem Lebensgefühl Lg über der gesamten Lebenszeit Lz die gleiche Gewichtung zum Einfluß auf den Erwartungshorizont Eh beigemessen. Andere Untersuchungen am ITC betrachten den Erwartungshorizont differenzierter. So wird unter anderem auch der Frage nachgegangen, ob es zulässig und sinnvoll ist, daß der Erwartungshorizont Eh durch kürzlich zurückliegende Lebensgefühle Lg stärker beeinflußt werden kann als durch länger zurückliegende Lebensgefühle.

Grundvoraussetzung für einen Nachweis sowohl auf ganzheitlicher mathematischer Ebene wie auch durch die Computersimulation ist die Annahme, daß das Leben eines Individuums zu jedem beliebigen Zeitpunkt aufhören kann, ohne daß die Summe aller subjektiv erlebten Lebensgefühle ungleich Null ist. Da aber der Erwartungshorizont Eh per Definition die Summe der erlebten Lebensgefühle dividiert durch die Lebenszeit Lz ist, wird folgender Ansatz vorgenommen:

Eh,sub * Lz = 0

Da nur eine Betrachtung für Individuen mit einer Lebenszeit Lz>0 sinnvoll ist, folgt

Eh,sub (t) = 0

für jeden beliebigen Zeitpunkt  t.

 

Argumentation durch Beispiele

Die Argumentation durch Beispiele beruht auf dem Prinzip, daß eine Theorie solange als wahr gilt bis sie durch ein Gegenbeispiel widerlegt wird.

Beispiel 1:
Ein Kind wächst in einer wohlhabenden Familie auf. Die Eltern schenken ihm viel Liebe, kommen aber im 10. Lebensjahr des Kindes bei einem Autounfall ums Leben. Das Kind muß in ein Heim und ist nun bei der schlechten Betreuung lange Zeit unglücklich.

Ein anderes Kind wächst bei Eltern auf, die es permanent mißhandeln und ihm keine Liebe schenken. Aus diesem Grund kommt es nach 10 Lebensjahren in ein Heim. Hier geht es dem Kind (aus seiner Sicht!) zum ersten mal gut.

Beispiel 2:
In einem Bericht des Spiegel-Online zum Thema "Glück" wird beschrieben, wie verschiedenen College-Professoren eine Beförderung in Aussicht gestellt wird. Ungefähr die Hälfte der Professoren erhält letztendlich die begehrte Stelle. Dabei wurde das Lebensgefühl der Professoren vor der Entscheidung, ob sie die begehrte Stelle erhalten, und nachher ermittelt. Vor der Entscheidung konnte sich kaum einer der Professoren vorstellen, ohne die begehrte Stelle weiterhin zufrieden zu sein. Aber nachdem die Hälfte der Professoren eine Absage erhalten hatte, rückte dieses negative Erlebnis (=Lebensgefühl) sehr schnell aus dem Bewußtsein der Professoren. Gleichsam verhielt es sich mit den Professoren, welche eine positive Zusage und somit die neue begehrte Position erhielten. Schon nach kurzer Zeit empfanden diese keine besseren Lebensgefühle als die andere Versuchsgruppe.

Beispiel 3:
Jemand ist Student und nimmt sich vor, für eine Prüfung zu lernen. Das macht er deshalb, weil er glaubt, daß er mit bestandener Prüfung...
1. sein Studium schneller beenden kann (was ihm schon lange zum Hals raushängt),
2. seine Karriereaussichten erhöht,
3. die Möglichkeit erhöht, schneller Geld zu verdienen,
4. mehr Anerkennung bei den Kommilitonen erhält,
5. usw.

Aus diesem Grunde ist er immer dann unzufrieden, wenn er glaubt, nicht zu lernen. Er hat also ein schlechtes Gewissen. Nach der Hypothese von Kessel heißt es nun, daß es genauso viele Vorteile wie Nachteile hätte, wenn er nicht lernt. Als Beispiele wären da aufzuführen: Er hat Zeit für Sachen, von denen er voll und ganz überzeugt ist. So kann er z.B. ...

1. länger schlafen und verlängert dadurch seine Lebenserwartung,
2. sein Selbstbewußtsein erhöhen, weil er einfachen gesellschaftlichen Erwartungen nicht nachgibt,
3. seine Studienzeit verlängern (denn was er nicht weiß: Das Studium ist eigentlich eine schöne Sache - man weiß dies allerdings erst zu schätzen, wenn es vorbei ist). Und:
4. Er hat mehr Zeit, sich dem anderen Geschlecht zu widmen (was Ihm ohnehin mehr Spaß bereitet!) und erhöht somit seine Fortpflanzungschancen. Was hat er z.B. mit 70 Jahren von seinem vielen Geld und seiner gesellschaftlichen Anerkennung, wenn er keine Nachkommen hat! Usw.
!

Beispiel 4:
Niemand kommt auf die Idee, sich selbst aus einem Fenster zu werfen. Aber was passiert eigentlich, wenn doch? Erstens: Man erleidet diverse Knochenbrüche und Schnittwunden. Macht man es in Anwesenheit mehrerer Personen, ist einem zukünftige gesellschaftliche Anerkennung sicher. Mit Sicherheit wird der Vorfall in der Lokalzeitung erwähnt. Vielleicht kommt man sogar ins Fernsehen. Alle werden fragen: Warum hast Du das gemacht? Man kann sagen: Aus künstlerischer Überzeugung und legt noch ein paar Bilder aus dem Bereich "naive Malerei" hinzu. Diese verkaufen sich nur gut, wenn man Sachen macht, die Aufmerksamkeit erlangen (siehe Van Gogh).

 

 

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