Ich habe die Geschichte etwas überarbeitet und würde mich freuen, wenn ihr mir sagt was ihr davon haltet. auch ob soweit alles zu verstehen ist, weil ich etwas in der zeit hin und herspringe.
 
 
 
 

Neue Gefühle

Im Mittelpunkt steht Stefan Cassadine und seine Welt.
 

 

Zur Information,
diese Familie ist Luke Spencer größter Feind. Seine Frau Laura war mit einem Cassadine verheiratet und hat einen Sohn mit Stavros C.
Außerdem hat dieser Sohn das Leben seiner Tochter gerettet und
Laura bekennt sich offen zu diesem Sohn und ihrer aktuellen Beziehung
zu Stefan Cassadine. Aber gleichzeitig existiert die Ehe mit Luke noch.
Dazwischen Stefan Cassadine - Prince of Darkness, dessen Liebe zu Laura
sein ganzes Leben bestimmt hat. Und der die meiste Zeit seines Lebens nach Liebe gesucht hat.
Nebenbei bemerkt Stefans Schwester ist Alexis Davis. In der Serie von Nancy Lee Grahn gespielt. Stefan Cassadine wird von Stephen Nichols dargestellt. Ich habe die Geschichte vor längerer Zeit begonnen und mich entschlossen sie endlich zu beenden.
 

Kapitel 1

Berlin (Germany) im Jahr 2001
Marie stand am Fenster und blickte auf das Baugeschehen des Potsdamer Platzes. In zwei oder drei Jahren würde man den Ort nicht wiedererkennen, alles wird fertig sein und die Stadt wäre wie jede Großstadt der Welt.
Aber noch war es nicht so weit. Man sah die Wunden der letzten Jahre,
die Trennung der Stadt und des Landes. Aber wo die Mauer stand, das vergaßen immer mehr Menschen.
Auch Maries Leben ist so zweigeteilt wie das der Stadt und vielen Menschen. Bis 1989 lief alles wie geplant. Schule, Studium, Karriere. Und später Kinder und Familie. Aber dieses später gab es nicht mehr.
Durch den Fall der Mauer wurde ihre Lebensplanung umgeworfen und die berufliche Orientierung wurde das wichtigste.
Vor einem Jahr hatte sie bei der Cassadine Group angefangen. Diese Stelle war eine Zäsur, das alte DDR-Leben sollte endgültig abgeschlossen sein.
Hier bei der Cassadine Group waren ihre guten Russisch-Kenntnis das entscheidende gewesen. Diese Zweigstelle hat das Ziel die osteuopäischen Märkte zu erschließen. Hinter vorgehaltener Hand sprach man davon, dass es vor allem um Russland ging. Die Familie Cassadine war eine der führenden Familien im zaristischen Russland gewesen, mit
verwandtschaftlichen Beziehungen zum Zaren und der Titel des Prinzen wurde noch immer geführt. Aber während der Revolution verlor man den größten Teil des Besitzes und nun hoffte man wohl auf, ja worauf eigentlich? Denn die offizielle Firmenpolitik war natürlich eine ganz andere.
Maries Aufgabe in den ersten Monaten war die Zusammenstellung von
Unterlagen, die Suche nach Firmen usw. später als man die ersten
Kunden empfing, wurde sie zu den Gesprächen hinzugezogen. Marie
wusste nicht genau warum, so gut war sie eigentlich nicht. Sie nahm an,
dass man bei der Präsentation Nähe und Vertrauen schaffen wollte.
Nach der Devise: „durch unsere Mitarbeiterin aus dem Osten, wissen wir
wie Ihr Euch fühlt“.
Solange da keine Überheblichkeit mitspielte, kann ich damit leben,
sagte sich Marie. Und recht gut, denn der Umgang mit den Menschen
machte viel Spaß und sie lernte jeden Tag dazu. Trotzdem war sie froh
am Abend ihre Ruhe zu haben. Manchmal fragte sie sich schon wie ein Familienleben wäre. Aber es lag irgendwie außerhalb ihrer Vorstellungskraft.
Sicher war es nicht übel, wenn man jemanden für Ausflüge oder das
Kino griffbereit hätte. Aber eigentlich fühlte sie sich wohl so wie es war.
Marie wandte den Blick ab und konzentrierte sich auf ihre Arbeit. Für
Außenstehende wirkte ihr Schreibtisch etwas chaotisch, aber sie mochte
diese Aktenberge und konnte damit gut arbeiten. Regelmäßig schob
sie sie hin und her, räumte hier etwas weg, fügte dort hinzu.
Sie war fast fertig mit dem Dossier als ihr Chef Herr Rosskow eintrat.
"Wie weit sind Sie denn, Frau Berger?" Auch Rosskow stammte aus
der Ex-DDR und arbeitete früher in Leningrad. Jetzt bildeten beide
eine fast unsichtbare Gemeinschaft. Marie bemerkte oft eine gewisse Verbundenheit mit den ehemaligen Landsleuten.
Marie sah ihren Chef an. "Ich lese es gerade zum 2.Mal Korrektur und
dann ist es fertig. Die Grafiken und Statistiken sind auf dem neuesten Stand.
Ich glaube wir können zufrieden sein. Warum fragen Sie ? Der Termin
ist erst morgen."
"Ich weiß, dass ich mich auf Sie verlassen kann. Aber der Boss persönlich
fliegt aus den USA ein und da will unser Chef natürlich glänzen. Sie
wissen ja, er glänzt gern. Und tun wir nicht alles für ihn ?" Rosskow
lächelte seine Lieblingsmitarbeiterin an und setzte sich.
"Der große Stefan Cassadine kommt. Das ist ja toll. Ich hätte ihn gern
kennengelernt. " Marie hegte diesen Wunsch schon lange, denn die
Fotos in den Prospekten zeigten einen interessant aussehenden Mann.
Aber weder Rosskow noch Marie würden ihn wohl treffen, denn die
westliche Firmenpolitik stellte den Vorstandssprecher in den Vorder-
grund. Und auch Mister Chandler sonnte sich gern im Erfolg seiner
Mitarbeiter und das machte ihn nicht gerade beliebt.
"Wann kommt er denn ?" Rosskow schüttelte den Kopf. "Ich weiß auch
nicht, aber es gibt wohl eine Betriebsversammlung und da dürfen wir
alle einen kleinen Blick auf Mister Cassadine werfen."

Kapitel 2

Das Treffen
Zwei Tage später trafen sich alle Mitarbeiter der Berliner Cassadine
Group im großen Saals des Towers. Es herrschte gespannte Ruhe
vor dem Treffen. In kleine Gruppe flüsterte man, jeder ver-
suchte seine Nervosität zu verbergen.
Endlich ging die Tür auf und Herr Chandler trat ein. In seiner Begleitung
weitere Mitglieder des Vorstandes und Stefan Cassadine.
Marie setzte sich an die Seite und konnte von ihrem Platz alles gut
sehen. Stefan Cassadine war größer als sie gedacht hatte, rund 1,80m
groß. Er hatte braune Haare, die hell schimmerten und einen
Bart. Er blickte sich kurz um und Marie sah in seine grünen Augen.
Der Augenblick ging schnell vorbei, aber Marie war wie betäubt.
Was für Augen ! Sie bemerkte kaum, dass auf dem Podium die Vor-
stellung stattfand und Chandler lobte sich und seine Arbeit.
Stefan Cassadine saß unbeweglich und hörte höflich auf die Reden.
Man konnte nicht erkennen was er dachte. Auch als Chandler seine
Rede beendete, ergriff er nicht das Wort. Wie abwesend war sein Blick
auf die Baukräne in der Ferne gerichtet. Endlich stand er auf und begann.
"Ich freue mich hier in Berlin zu seien. Zu Ihrer Beruhigung möchte
ich gleich sagen, dass ich hier keine großen Reden halten werde. Das
ist nicht mein Stil. Ich freue mich, dass Sie hier bei mir arbeiten und
hoffe, dass Sie mit Herr Chandler und mir zufrieden seien werden."
Stefan setzte sich hin und blickte auf die unruhige Menge. Ein anderer
Mann würde jetzt lächeln, nicht so Stefan. Das war nicht seine Art
und damit basta. Chandler und die Herren vom Vorstand schauten ganz
konsterniert und wußten nicht weiter. Da stand Rosskow auf und sagte
in russischer Sprache "Herzlich willkommen bei uns und einen er-
folgreichen Aufenthalt hier in Deutschland." Als Rosskow sich setzte,
kam leichter Beifall auf. Alle waren froh, dass die Situation gerettet
war und Stefan Cassadine sagte mit einer Andeutung von einem Lächeln
"Spasiwo - Danke !"
Chandler löste die Versammlung auf und die Anwesenden zerstreuten
sich. Marie und Rosskow sahen sich an und betraten Maries Büro.
"Ein interessanter Mann", sagte Rosskow. Marie nickte nur und blickte
aus dem Fenster. Ja, sehr interessant, dachte sie so bei sich. Er hatte
sie nur einmal angeschaut und sie fühlte sich sofort durchschaut.
Dabei hatte er sie nicht einmal persönlich gemeint, da war sie sich
sicher. Was sollte erst werden, wenn er ihr genau gegenüber stand ?
Bevor sie den Gedanken zu Ende gedacht hatte, klopfte es und Chandler
stand in der Tür. Er hielt die Tür für Stefan offen, der sofort auf Herrn
Rosskow zutrat und sich auf russisch mit ihm unterhielt. Für Stefan war
es wirklich eine seltene Gelegenheit seine Sprache zu benutzen, denn
in Port Charles gab es niemanden, der so gut russisch oder griechisch
sprach. Rosskow stellte sich selbst vor und wies dann auf Marie. Marie
nahm ihren Mut zusammen und sagte in ihrem besten Englisch "Nice
to meet you, Mister Cassadine."
Stefan Cassadine sah auf die Frau, die ihm bereits im Konferenzsaal
aufgefallen war. Sie unterschied sich äußerlich von den anderen
Mitarbeiterinnen, die alle ein Kostüm trugen. Marie dagegen hatte
einen hellen Pullover an und trug schwarze Jeans. Das war überhaupt
nicht üblich, aber ihr schien es nicht bewußt zu sein. Ihre blonden Haare
hatte sie in der Sitzung noch offen getragen, jetzt waren sie mit einer
Spange hochgesteckt. Sie hatte braune Augen und war etwas kleiner
als er. Sie war keine umwerfende Schönheit, aber sie hatte ein sehr
natürliches und sympatisches Auftreten. Stefan reichte ihr lächelnd die
Hand und sagte "Ich freue mich auch. Herr Rosskow sagte mir gerade,
dass sie beide ein gutes Team sind. Ich freue mich schon auf später.
Mister Chandler hat Sie beide doch zum Diner eingeladen ?" Stefan sah
sich um und wußte genau, dieser nichts dergleichen getan hatte. Chandler reagierte schnell rettete die Situation mit einem Lächeln. "Natürlich. Ihre Einladung liegt sich bei der Sekretärin. Wir sind hier eine große Familie und das Team Rosskow/Berger gehört dazu. Wir sehen uns dann in "Four Seasons" um 20 Uhr. Mister Cassadine, wollen wir weiter ?"
Es fehlte nur noch, dass Chandler Casadine am Arm nahm. Aber er hielt
sich gerade noch zurück.

Kapitel 3

Der Abend
Marie drehte sich vor dem Spiegel. Seit einer halben Stunde probierte
sie ihre Garderobe und wußte immer noch nicht was sie nun anziehen
sollte. Nicht zu auffällig, nicht zu bieder. Sie entschied sich für das
kurze schwarze Kleid mit einer roten Bolero-Jacke. Gut, und dann noch
die Schuhe und los geht es.
Als Marie eintraf wurden die Gäste gerade plaziert. Marie sah
sich im Raum um. Die Tischen waren geschmackvoll eingedeckt, im
Kamin flackerte das Feuer. Herr Rosskow winkte ihr kurz zu und Marie
hoffte, dass sie am selben Tisch sitzen würden. Da kam auch schon der
Kellner auf sie zu und fragte nach der Einladung und verglich ihren
Namen mit der Liste. "Tisch 5." Er winkte einem anderen Kellner zu
und sie wurde - natürlich- an den Tisch von Stefan Cassadine. Stefan
erhob sich sofort und begrüßte Marie.
"Miss Berger, ich habe mich schon gefreut, dass wir am selben Tisch
sitzen. Da kann ich endlich wieder etwas Russisch sprechen."
Mister Chandler war da nicht so begeistert und Marie fürchtete schon,
dass der Abend anstrengend werden würde. Ein Balanceakt zwischen
den beiden Chefs, wobei Stefans Wünsche ja wohl entscheidender waren.
Ein wenig Entspannung trat allerdings ein, denn die Kellner begannen
mit dem Servieren des Essens. Es war ausgezeichnet und Marie genoß
die Atmosphäre. Das Tischgespräch war recht unterhaltsam. Stefan erzählte von seinem Krankenhaus in Port Charles, Marie kannte niemanden, dem ein Krankenhaus gehörte, seinen Reisen nach New York und nach Griechenland. Und Marie wurde immer mehr in seinen Bann gezogen. Sie hatte vorher schon viel über Stefan gehört, aber das Wort charmant war nie gefallen. Und nun saß er hier und sie hing förmlich an seinen Lippen. So verging der Abend viel zu schnell und als Marie dann im Taxi saß, fragte sie sich, ob sie wohl zu persönlich geworden war.
Auch Stefan genoß diesen Abend. Von seinem Zimmer im Four Seasons
blickte er auf den Französischen Dom. Während des Essens hatte
er plötzlich eine Idee gehabt und nun versuchte er in Ruhe darüber
nachzudenken. Er wollte von hier aus seine erste Reise nach Rußland
antreten. Eigentlich sollte ihn Mister Chandler begleiten, aber er hatte
so seine Zweifel an dessen Fähigkeiten bekommen. Chandler war ein
waschechter amerikanischer Manager und seine Fähigkeiten unbe-
stritten. Aber für Rußland war es wohl kaum geeignet. Auch seine
fehlenden Sprachkenntnisse sprachen plötzlich gegen ihn. Stefan warf
Pläne nicht gern um, aber er dachte plötzlich an Marie und wie ange-
nehm und vorteilhaft ihre Begleitung wäre. Dass man auch Herrn
Rosskow mitnehmen könnte, kam nicht in Betracht. Marie hatte sich
in Stefans Kopf eingenistet und da war es nur eine Frage der Zeit, bis
so ein Plan in die Tat umgesetzt werden würde. Gleich morgen früh
würde er sich die Akte von Marie Berger geben lassen und sehen, ob
sie wirklich so gut war.

Kapitel 4

Der Morgen danach
Marie lag am nächsten Morgen in ihrem Bett und dachte an den Abend zurück. "Oh je Marie, Dich hat es erwischt. Und das ich jetzt mit mir selbst rede, macht die Sache nur ernster. Also meine Liebe, auf gehts. Sieh den Tatsachen ins Gesicht und stehe auf. "
Marie ging ins Bad und überlegte was der Tag bringen würde. Sicherlich
ein Abschiedsgespräch mit Mr. Cassadine und das wars dann. Sie seufzte.
Stefan Cassadine war gerade bei Frühstück im Hotelrestaurant. Er genoß seinen Europa-Aufenthalt. Er war halt ein Europäer von Geburt und hatte
die amerikanische Art nie ganz verstehen gelernt.
Heute standen noch ein paar Gespräche auf dem Terminkalender und
dann ging es nach Rußland. Eine gewisse Unruhe konnte er nicht leugnen. Das Land seiner Vorfahren und er würde es bald zum ersten Mal betreten.
Im Sitzungssaal der Cassadine Group war die Spannung fast mit den
Händen greifbar. Eine negative Stimmung, zwar fielen keine harten
Worten, aber es war allen klar, dass Stefan Cassadine wütend war. Die Gespräche mit den Russen waren ein Desaster gewesen, keine Seite war
zu Kompromissen bereit gewesen und die Papiere lagen nicht unterzeichnet
auf dem Tisch.
Stefan sah die Anwesenden an und fragte mit leiser Stimme "Was ist hier
passiert ? Mister Chandler ? Sie haben mir erklärt, dass Sie die Sache im
Griff haben."
Chandler schaute sich um. Die Blicke waren auf ihn gerichtet. Erleichtert
vor allem, weil nicht sie angesprochen wurden. Chandler räusperte sich:
"Sir, die Russen haben mir garantiert, dass der Vertrag so unterschrieben werden könnte. Und da habe ich natürlich ..."
Stefan unterbrach ihn "Nun die Tatsachen sehen ja wohl anders aus.
Meine Damen und Herren, was also schlagen Sie vor ?" Mister Chandler unternahm einen letzten Versuch. "Aber ich versichere Ihnen, ich habe lles im Griff."
"Wer hat an dem Projekt gearbeitet", meldete sich Stefan wieder zu Wort. Herr Rosskow räusperte sich und sagte "Ich habe die Unterlagen zusammengestellt und mit Miss Berger die ersten Gespräche geführt.
Vielleicht sollten wir der Sache auf Grund gehen.?“
"An diesem Punkt wird uns wohl nichts anderes übrigbleiben." Stefan versuchte die Fakten zu ordnen. Morgen wollte er auf die Krim fliegen. Dort waren 3 Tage für die weiterführenden Gespräche angesetzt.
Er könnte vielleicht 3 oder 4 Tage länger bleiben, dann hatte er wichtige
Gespräche in Port Charles. Nein, beim besten Willen, er konnte nicht mehr Zeit in Berlin verbummeln. "Gut, wir werden folgendes machen. Herr Rosskow und Frau Berger, Ihre Büros werden sämtliche Unterlagen raussuchen, sämtliche, Mister Chandler bringt uns auf den letzten Stand und wir uns sagen wo die Knackpunkte liegen und dann fliegen wir alle gemeinsam nach Moskau und dann auf die Krim. Oder hat jemand einen besseren Vorschlag ?" Natürlich erwartete Stefan Cassadine keine Widerrede. Marie versuchte seinem fragenden Blick standzuhalten. Sie verstand nur wir und morgen alle nach Moskau. Meinte er wirklich sie ? Endlich würde sie rauskommen aus der Firma und zeigen können, was in ihr steckt !
Das war ihr erster Gedanke. Und der 2. war : mit ihm ! Lieber Gott, das
kann doch nicht war sein. Wie sollte das gehen. Er wäre ständig in ihrer Nähe, wie sollte sie ihn da vergessen. Und im Hinterkopf machte sich ein weiterer Gedanke breit "Du kannst mit ihm auf die Krim. Das ist doch toll."
Hatte da jemand ihren Namen genannt ? Sie blickte hoch und mußte feststellen, dass der Sitzungsraum fast leer war. Herr Rosskow stand neben ihr und lächelte beruhigend. "Wir schaffen das schon." "Oh, daran habe ich keine Zweifel. Chandler hat die Sache falsch angefangen. Ich habe ihn schon vor ein paar Wochen auf die Einwürfe aufmerksam gemacht", sagte Marie.
"Aber in seiner Überheblickeit hat er sie total ignoriert. Ich ... "
"Nun beim nächsten Mal werden Sie konsequenter sein müssen. Jeder Mitarbeiter der Cassadine Group trägt Verantwortung. Sie müssen lernen sich durchzusetzen. " Stefans Stimme war ernst und leise, aber Marie erkannte auch das Mitgefühl.
 

Teil 2

Januar 2004
Stefan Cassadine lehnte sich zurück und versuchte seine Gedanken zu sammeln. Eigentlich sollte und wollte er Port Charles wenigstens für eine Weile vergessen. Dort war es in der letzten Zeit wirklich wenig erfreulich für ihn gewesen. Wann hatte er zum letzten Mal nur an sich gedacht?
Das lag schon so lange zurück, dass es ihm nicht gleich einfiel. Es war auf der Krim gewesen.
Eine Dienstreise, die plötzlich ein traumhafter Urlaub wurde. So entspannt und glücklich wie dort war er vielleicht nur in der Zeit mit Laura auf der Insel der Cassadines gewesen. Damals hat er nicht gewußt wie sein Leben verlaufen würde und auch auf der Krim hatten ihn die Konsequenzen nicht gekümmert. Er hatte sich in die Hand eines Menschen gegeben und wurde nicht enttäuscht. Aber nach einer wundervollen Woche mußten sie zurück in die Welt und damit auch in die Realität.
Und die war für ihn seine Liebe zu Laura und zu Nikolas, Lauras Sohn und sein Neffe.
Auf der Krim hatte er oft daran gedacht, seine Vergangenheit hinter sich zu lassen. Mittlerweile wußte er selbst, dass es seine einzige Chance auf ein eigenes glückliches Leben gewesen wäre. Und Maries Liebe war so selbstlos und sichtbar, er verstand sich selbst nicht. Damals hatte sie ihn nicht gedrängt, keine Fragen gestellt und ihm die Entscheidung überlassen. Zurück in Port Charles hatte sie nie in Gegenwart anderen Anspielungen gemacht, oder war aufdringlich geworden. Sie war die perfekte Assistentin und dann von einem Tag zum anderen bat sie um ihre Rückversetzung nach Berlin.
Er erinnerte sich deutlich an diesen Tag.

Flashback
Nach ihrer Reise nach Moskau und auf die Krim hatte er ihr einen Job in Port Charles angeboten und Marie hatte zum ersten Mal in ihren Leben spontan gehandelt und war ins kalte Wasser gesprungen. In den ersten Wochen hatte sie ihr Englisch verbessert und versucht sich einzuleben. Und sie hatte dort oft genug die Gelegenheit gehabt ihn zu beobachten. Mit seinen Kunden, den Angestellten und seiner Familie. Und anderen Frauen. Jeder wußte von seiner Ehe mit Bobbie Spencer und der unseligen Sache mit Katherine. Und natürlich der unantastbaren Laura Spencer. Sie war sicher eine nette und freundliche Person, aber wie sie mit Stefan umging war einfach unmöglich. Und der lies sich das auch noch gefallen. In Lauras Gegenwart war er ein anderer Mensch. Selten sah man die beiden Lachen. Es war als wenn eine schwere Last auf beiden lag. Bobbie Spencer hatte sie auch kennengelernt. Die war da ganz anders. Sie paßte auch irgendwie zu Stefan und manchmal warf Bobbie ihm wissende Blicke zu. Stefan und Bobbie schienen irgendwie immer zu wissen was der andere gerade dachte. Alle erzählten, dass es eine Zweckehe gewesen sei. Daran glaubte Marie nicht so ganz, da brachte man die beiden doch nur anzusehen. Aber sicher stand schon damals Laura im Hintergrund.
Nun standen beide allein im Büro und er fühlte ihren Blick. „Stefan, ich würde Dich gerne um einen Gefallen bitten.“
Marie beobachtete genau seine Reaktion. Sie hatte ihn nie mit seinem Vornamen angeredet. Nie seit der Krim. Und wie sie es befürchtete hatte umwölkte sich sein Blick. Warum konnte er ihr nicht vertrauen? Sie hatte gehofft, gewartet und nun dieser Blick. Mit einem Schlag sah sie wie unsinnig ihre Hoffnungen waren. Ja, es mußte wohl sein. Sie mußte ihr Leben wieder in den Griff bekommen und vielleicht erkannte er in ihrer Abwesenheit, ob sie mehr als eine Angestellte war.
Stefan sah zu Marie herüber. „Bitte nicht, laß sie nicht so sein wie die andern.“ Er merkte gar nicht was er da wünschte.
„Stefan, ich muß zurück nach Deutschland. Ich habe damals alles stehen und liegen gelassen und meine Familie fragt auch dauernd, wann ich denn zurückkomme. Du hattest mir damals nur einen ½ Jahresvertrag gegeben und der läuft morgen aus. Ich nehme an, Du brauchst mich hier nicht mehr, sonst hättest Du mir einen neuen Vertrag angeboten.“ Das war sein Stichwort. Mehr Chancen wollte sie ihm nicht mehr gewähren. Stefans Gesicht war nicht anzusehen was er dachte. Innerlich aber gefror er mit jeder Minute mehr. Sie wollte weg, hatte nur das halbe Jahr abgewartet um endlich wieder frei zu sein. Er konnte Marie nicht ansehen, aus Angst dass sie seine Wut und Enttäuschung spüren würde. Marie merkte, dass die Mauer zwischen ihnen wuchs, aber sie konnte sich keinen Reim darauf machen. Hatte sie ihn mit dieser Sache gelangweilt, wollte er sich mit solchen Nichtigkeiten nicht beschäftigen ?
Marie nahm ihre Unterlagen und sagte im Hinausgehen, „Bitte entschuldigen Sie Mister Cassadine. Ich werde es mit der Personalabteilung klären.“ Draußen vor der Tür lachte sie die Sekretärin freundlich an und ging zügig den Gang
entlang. Im Kopf nur den einzigen Gedanken. „Weg, raus, nicht weinen, nur nichts anmerken lassen.“ An ihrem Schreibtisch angekommen, schrieb sie eine Mail an die Personalabteilung und packte ihre Sachen. Sie verlies das Gebäude ohne eine Blick zurück zuwerfen. Am nächsten Tag traf sie sich mit Alexis und bat diese auf ihre Wohnung zu achten und die Blumen zu versorgen. Dann kaufte sie sich ein Ticket und verschwand aus Port Charles.
Seitdem waren Monate vergangen. Von diesen Vorgängen hatte Stefan Cassadine natürlich keine Ahnung. Für ihn verschwand sie einfach. Und immer wenn er an einem Projekt arbeitete, dass sie für ihn recherchiert hatte, verbot er sich jeden Gedanken an sie. Allerdings jetzt wo die Weihnachtszeit vorbei war, der Frühling vor der Tür stand, dachte er mit einem Mal an sie. Nicht der Frühling war schuld, es waren New York und der Frühling. Damals auf der Krim hatten sie am Strand gepicknickt und Marie hatte erzählt, was sie gern tun würde.

Flashback - Krim

„Stefan, Stefan, schau nur !“ Marie lief ins Wasser und breitete ihre Arme aus, als wenn sie davonfliegen würde.
„So einen schönen Tag habe ich noch nicht erlebt. Ich muß träumen. Wenn ich die Augen öffne, dann liege ich in meinem Bett in Berlin und alles war nur ein Traum.“
Marie blinzelte und da stand er vor ihr und lächelte sie an. Marie umarmte ihn. „Es ist kein Traum. Du bist hier.“
„Natürlich bin ich hier. Und wenn es ein Traum war, dann war er wunderbar und wir sollten ihn heute Nacht wiederholen.“ Stefan schaute die junge Frau an, mit der er die vergangene Nacht verbracht hatte. Wie war es nur passiert ? Eben noch hatte sie den Vertrag besiegelt und plötzlich ging er Hand in Hand mit ihr durch die Stadt spazieren und die Welt um sie herum war vergessen. Wie selbstverständlich gingen sie ins Hotel zurück, tanzten in der Bar und lachten über die Geschichten, die sie am Vormittag erlebt hatten.
Gegen Mitternacht verschwand Mister Cassadine, Stefan, verbesserte sie sich in Gedanken und kehrte mit einem Schlüssel in der Hand zurück. „Folgst Du mir ans Ende der Welt ?“, fragte er lächelnd und sie konnte nur nicken. Dieser Mann nahm ihr einfach den Atem, sie liebte ihn so sehr und heute könnten alle ihre Träume in Erfüllung gegen. Gemeinsam gingen sie zum Meer und direkt am Strand führte sie Stefan in einen Bungalow.
Er war sparsam eingerichtet, eine kleine Küche, eine Eßzimmer, eine Badewanne und ein großes altes Holzbett.
Marie sah Stefan in die Augen und sah dort all die Leidenschaft, die sie dort schon immer vermutet hatte. Beide gingen auf das Bett zu, zogen sich langsam aus und konnte die Blicke nicht vor einander abwenden.
Nach dem ersten Kuß war alle Angst, Zurückhaltung und Vorsicht vergessen. Nur diese Nacht, diese Liebesnacht zählte. Später versuchte sie neben ihm einzuschlafen. Das war in der Vergangenheit immer der Punkt der Ernüchterung. Sie lag neben dem Mann und lauschte seinem Atem und fühlte sie sofort fehl am Platz. Aber wie durch ein Wunder schlief sie sofort ein und in den ersten Morgenstunden wachte sie buchstäblich in seinen Armen auf. Er sah ihren überraschten Blick. Aber bevor er etwas sagen konnte, küßte sie ihn sanft und sagte nur Hallo ! Allein dieses Wort verursachte bei Stefan eine Gänsehaut. Sie sahen sich nur an und dieses zweite Mal war viel zärtlicher und lustvoller als jede Stunde, die sie je erlebt hatte.
An diesem Vormittag beschlossen beide ohne Worte einfach so zu tun als ob sie im Urlaub sind. Die restliche Zeit gehörte ihnen der Bungalow, das Hotel hatte Lebensmittel geliefert und so brauchten sie nicht eine Stunde ihre kleine Welt verlassen. Der Tage und Nächte waren wunderbar. Sie alberten im Wasser, Stefan versuchte Marie die Angst vor dem Tauchen zu nehmen und amüsierte sich über ihre Angst vor den Fischen. Wie alle Verliebten tauschten sie ihre Träume und Wünsche aus und konnten sich für keine Minute trennen.
Am Abend saßen sie vor dem Bungalow und betrachten die Sterne. Es war Wunschabend und heute war Marie an der Reihe.
„Ich träume vom Frühling in New York. Es darf nicht zu heiß sein, aber alles
ist grün und blüht. Und ich mache mit meinem Liebsten eine Kutschfahrt vom Central Park durch ganz New York. Und dann machen wir ein tolles Picknick im Park, mit Sekt und Salaten und frischen Brötchen. Und später werden wir diesen Tag jedes Jahr wiederholen. Wie ein Versprechen unser Liebe. Ich weiß selbst wie kitschig das klingt, aber wäre es nicht toll ?“
Gespannt blickte sie zu Stefan. Es war so ungewohnt ihn so zu sehen. Einfach nur kurze Hosen, eine helles T-Shirt oder auch ohne, er bewegte sich so selbstverständlich als wenn er die bewundernden Blicke zufälliger Spaziergänge nicht bemerkte. Und dieser Mann gehörte zu ihr, sagte sie sich. Bilde Dir nur keine Schwachheiten eine Marie, rief sie sich zur Ordnung. Er ist ein Industriemagnat, der von vielen gefürchtete wird und er gehörte niemanden. Und so sollte es auch bleiben. „Hey, war das Dein Wunsch und willst Du etwa noch mehr unmögliche Dinge ?“, Stefans Worte rissen sie aus ihren Tagträumen.
„Ich finde diesen Wunsch auch sehr anspruchsvoll, denn wo findet man schon einen Mann der ein Sektfrühstück mag.“ Stefan und Marie merkte sofort, dass sie zu nah an der Realität war. Rasch lenkte sie das Gespräch auf andere Dinge.
In dieser Nacht mußte sie viel an die Zukunft denken. Sie hatten so viele Mal miteinander geschlafen. Was wäre, wenn sie schwanger würde ? Sollte sie es probieren ? Ein Mann wie Stefan Cassadine würde sich seiner Verantwortung stellen und sie heiraten. Aber das würde er aus seinem Ehrgefühl heraus tun und nicht aus Liebe. Und er würde sich bestimmt betrogen fühlen. Nein, das konnte sie diesem Mann nicht antun. Aber was wurde dann aus ihnen ? Marie war sicher, dass er noch nicht bereit war eine andere Frau in sein Leben zu lassen. Aus seiner Sicht würde er damit Laura betrügen. Nein, lieber nicht daran denken. Ich werde ihn in Port Charles jeden Tag sehen können und vielleicht verliebt er sich in mich. Auch Stefan bewegten in dieser Nacht viele Gedanken. „Wir bewegen uns beide auf dünnem Eis, und heute wäre es fast gebrochen. Nur gut, dass wir morgen nach Port Charles fliegen. Laura würde sonst sicher Verdacht schöpfen.“
Das er Laura schon jetzt „betrog“, ja dass er überhaupt eine Beziehung zu einer anderen Frau einging, schrieb er der Urlaubsstimmung zu. Und in PC würde sich die Situation schon entspannen.
Das Frühstück am nächsten Morgen verlief etwas ernster als sonst, aber beim Packen versuchten beide die Stimmung aufzulockern. Und im Flugzeug lies es Stefan zu, dass Marie in seinen Armen einschlief und sich wie ein Kätzchen an sie schmiegte. Hand in Hand gingen sie die Gangway hinunter als plötzlich Nikolas auf sie zu kam. Sofort lies Stefan ihre Hand los und umarmte seinen Neffen. Stefan freute sich so über die Begrüßung, dass er Marie einfach stehen lies. Erst als das Gepäck ins Auto gebracht wurde, sah er sich nach ihr um. Sie stand in der Sonne und schaute mit einem Lächeln zu ihm herüber. Dann wandte sie sich ab und kümmerte sie um ihr eigenes Gepäck.

In den nächsten Tag war Marie krank vor Sehnsucht nach Stefan. Sie vermisste einfach alles und es fehlte nicht viel und sie hätte ihn angerufen. Nur ihr Stolz hielt sie vor dieser Tat zurück. Und als sie am Montag ins Büro kam, war es als ob sie nie auf der Krim gewesen waren. Entweder ignorierte Stefan seine Erinnerungen oder er hatte es sofort vergessen, weil es nicht wichtig war.
Jeder Tag der verging machte die Situation für Marie schlimmer. Nur Alexis konnte sie sich anvertrauen, aber auch ihr sagte sie nicht wer all das Leid verursachte. Und nach einem schlimmen Valentinstag entschloß sie sich wegzugehen. Es brach ihr das Herz jeden Tag so zu tun, als würde sie nichts empfinden. Hier konnte sie ihr Herz nicht zusammenfügen, vielleicht gelang es ihr anderswo besser als in Port Charles.

New York

Stefan dachte an den ersten Tag, an dem sie nicht mehr in sein Büro kam. Nachdem sie nicht pünktlich die Berichte vorbei gebracht hatte, rief er im Personalbüro an. Dort war man überrascht und besorgt, dass Marie ihn nicht informiert hatte. Er nahm sie sofort in Schutz. „Natürlich hatte sie mir Bescheid gesagt, aber ich dachte der Termin wäre erst in der nächsten Woche. Wann ist denn ihre Abschiedsparty ?“, hatte er gescherzt. Natürlich gab es keine und auch sonst schien man sehr bemüht ihren Namen in seiner Gegenwart nicht zu erwähnen. Sicher war jeder verwundert, warum er dieser freundlichen und kompetenten Frau keine Vertragsverlängerung angeboten hatte. Wieder ein Minuspunkt für Stefan Cassadine, den Mann ohne Herz. Die nächsten Tage und Wochen hatte er sich eingeredet, dass es das beste so wäre. Ohne großen Erfolg, aber ein Stefan Cassadine hat ja große Erfahrung mit der Verdrängung. Nicht einmal hat er nach Marie gefragt, oder sich erkundigt wer jetzt in der Betriebswohnung wohnt. Nein, Selbstkontrolle war seine wichtigste Eigenschaft. Aber wohin hatte sie ihn geführt. Sein Leben war einsam und viel Spaß hatte er auch nicht. Laura war immer öfter mit Roy di Lucca zusammen.
Es war doch merkwürdig, dass sie und Bobbie immer Interesse für die selben Männer hatte.
Der Aufenthalt hier in New York sollte ihm und Laura etwas Abstand geben. Nach den Jahren des Hin- und Her, wollte er endlich eine Entscheidung herbeiführen. Natürlich war Laura die Liebe seines Lebens, aber das war Vergangenheit. Und vielleicht gab es nur diese eine Liebe für ihn. Und seine Zukunft mußte er ohne Liebe und Familie verbringen.
Vor Stefan tauchte das Hotel auf. Direkt am Central Park, ob das ein Zeichen ist ? Ohne die großartige Aussicht auf den Park zu registrieren, verlies Stefan 30 Minuten später das Hotel.
Der Vertragsabschluß sollte in den Räumen der Cassadine Group in der Nähe des Trump- Tower stattfinden. Er fuhr nicht oft zu solchen Anlässen nach New York, und auch diesmal hatte er sich nicht angemeldet. Als Chef sollte man auch unangekündigt immer willkommen sein, und außerdem war die Situation so zwangloser.
Wie erwartet waren alle überrascht als er das Büro betrat, aber genauso schnell fingen sich die Anwesenden und die Unterzeichnung ging ohne Probleme von statten. Die notarielle Beglaubigung war da nur noch eine Formsache. Das sahen beide Vertragspartner so und deshalb konnte man zum „gemütlichen“ Teil des Tages übergehen. Das Abendessen fand in einem Salon des Trump-Towers statt und war erlesen. Die Stimmung recht entspannt und der New Yorker-Leiter der Group verstand sich recht gut mit Stefan. „Der Vertrag wird bald hier sein. Meine Assistentin wird im am Empfang abgeben.“ In diesem Moment klingelte sein Handy und er nickte Stefan zu. „Ist alles gut gegangen ? Sehr schön, ich weiß ja, dass wir uns immer auf Sie verlassen können. Moment bitte.“ Er schaute zu seinem Chef hinüber, der ihm Zeichen machte. „Ich würde mich freuen, Ihre Assistentin kennenzulernen. Seit Wochen höre ich nur Ihre Lobeshymnen. Spricht etwas dagegen, dass sie den Vertrag direkt zu uns bringt.“ Steve Marshall schluckte „Nun eigentlich nicht. Aber Sie weiß nichts von Ihrer Anwesenheit und vielleicht ...?“
„Es gibt keine Grund sie nicht herauf zu bitten, oder ?“ Stefan Cassadines Worte ließen keine Widerrede zu und das sah auch Marshall ein. “Bitte bringen Sie die Dokumente selbst zu uns.“
Er legte auf und wandte sich wieder Stefan zu. „Ich wollte Ihnen nicht widersprechen, aber Miss Berger ist sehr zurückhaltend und ich wollte sie nicht in Verlegenheit bringen.“
Stefan blickte überrascht auf. „Miss Berger ?“ „Ja, sie ist Deutsche.“
Natürlich konnte man als Außenstehender nicht erkennen, was dieser Name bei Stefan auslöste. „Marie, sie ist hier. Was hat das zu bedeuten ?“
„Mister Marshall, natürlich wollen wir Miss Berger nicht in Verlegenheit bringen. Ich werde einfach am Fahrstuhl auf sie warten und die Papiere entgegen nehmen. Einverstanden ?“
Ohne ein Wort abzuwarten verlies Stefan den Raum. Im Gang blieb er stehen. Was sollte er machen ? Wie konnte er ihr nach so langer Zeit gegenüber treten ? Aber den Augenblick verstreichen lassen, dass kam überhaupt nicht in Frage. Er ging zum Fahrstuhl, verschränkte seine Arme und stand wie ein Denkmal vor der Tür.
Marie hielt die Mappe mit den Unterlagen in der Hand und wartete darauf, dass sich die Fahrstuhltür öffnete. Sie hatte sich angeboten den Vertrag zu überbringen, denn an diesem Abend hatte sie nichts anderes vor. Danach würde sie in ihr Apartement gehen und vielleicht ein Video mit „Ally McBeal“ sehen. Wie immer trug sie ihre „Bürouniform“, ein dunkles Kostüm, geeignet für jede Gelegenheit. Mister Marshall würde zufrieden sein.
Die Fahrstuhltür öffnete sich lautlos und Marie wollte ausstiegen. Aber bevor sie den Schritt machen konnte, trat ein Mann in den Fahrstuhl und sagte „Hallo“.
Marie hatte sich in den letzten Wochen tausend Mal das Wiedersehen mit Stefan ausgemalt, aber immer war sie ihm souverän entgegen getreten. Und nun zerstörte sein Hallo alles.
Ihre Beine zitterten und sie konnte einfach kein Wort herausbringen.
Stefan schaute sie an und konnte nicht glauben wie sehr sie ihm gefehlt hatte. Er hatte in den letzten Wochen geglaubt, sie wäre eine kleine Affäre gewesen, etwas Abwechslung in seinem nicht vorhandenen Liebesleben. Niemand der etwas an seiner Liebe zu Laura zu tun hatte.
Und nun stand er plötzlich in diesem Fahrstuhl und erkannte wie wenig davon stimmte.
Sie war soviel mehr und wieviel mehr, dass mußte er einfach herausfinden.
„Hallo, wie geht es Dir ? Ich wußte nicht, dass Du in New York bist und für die Cassadines arbeitest. Aber eigentlich hätte ich wissen müssen, dass Du den Frühling hier verbringen wirst.“
Marie sagte noch immer nichts. Nun ja, dachte sich Stefan, sie steht unter Schock und das ist sicher nur gut für mich. Wer weiß, was sie mir sonst alles an den Kopf werfen würde.
Marie sagte auch dann noch nichts als er einfach ihre Hand nahm und sie aus dem Bürogebäude zog.
 

Teil 3

„Was machst du mit mir? Stefan, die Leute schauen schon.“ Maries Protest stieß bei Stefan auf tauben Ohren. „Unsinn, das ist New York. Ihr achtet man nicht darauf, wenn ein Mann eine Frau an den Händen hält.“ Er wusste genau, dass er spontan gehandelt hatte, aber Marie schien diese Seite an ihn hervorzubringen. Es konnte kein Zufall sein, dass er sie hier wiedertraf. Und wenn dann musste er ihn nutzen. Mit Marie im Schlepptau steuerte er das nächste „Starbucks“ Cafe an. Die Schlange dort war wie so oft lang und Marie war nach wie vor nicht bereit nachzugeben. Endlich hatte er zwei Kaffees bekommen, einen freien Platz gesichtet und Marie zum Sitzen genötigt.
„Ich denke, es ist Zeit, dass Du mir einiges erklärst. Warum arbeitest du wieder für mich und warum weiß ich nichts davon?“
Marie konnte es nicht glauben. Er wagte es sie anzuklagen. „Ich hatte nicht den Eindruck als wenn du dich jemals darum gekümmert hast wohin ich verschwunden bin. Sind mir die vielen Anrufen oder Briefe entgangen? Habe ich einen Vertrag gebrochen? Ich schulde dir keine Rechenschaft und werde dir mein Verhalten in keinster Weise erklären.“
„Bist du fertig?“, fragte Stefan. Er war verblüfft über die Art und weise in der Marie mit ihm redete. Diese Wut machte Stefan optimistisch. Vielleicht war doch nicht alles verloren, wenn er jemals eine zweite Chance haben wollte, dann hier.
„Dir ist vielleicht nicht klar, dass du nicht mehr das dumme Mädchen aus Deutschland vor dir hast.“ „Ach nein“, Stefan musste lächeln. Das sich Marie als dummes Mädchen aus Deutschland sah, hatte er nie verstanden. Wo andere zu viel Selbstbewusstsein hatte, hatte Marie eindeutig zu wenig.
„Nein. Und hör auf zu lächeln. Ich gehöre inzwischen zu den Top-Frauen hier in New York. Wenn du die Presse verfolgen würdest, wäre dir das klar.“
„Wenn ich die Presse verfolgt hätte, dann hätte ich dich längst wieder nach Port Charles geholt. Weil du mir nämlich gefehlt hast und ich dich vermisse und überhaupt.“ Stefan hatte diesen Satz ohne nachzudenken und Luft zu holen ausgesprochen. Fast schüchtern sah er Marie an und wartete auf ihre Reaktion. Marie war viel zu schockiert als dass sie eine Antwort parat hatte. Das hatte sie fast ein Jahr lang versucht diesen Mann aus ihren Gedanken zu verdrängen, hatte bei der Cassadine Group in Kanada gearbeitet und sich nur schwer zu einem Umzug nach New York durchringen können, der Stadt die so nahe an Port Charles lag, und nun machte dieser unmögliche Mensch mit einem einigen Satz alle diese Versuche zu Nichte. Es war einfach unfassbar.
„Was willst du eigentlich von mir ?“, fragte Marie nach einigen Augenblicken.
Stefan war sich nicht sicher was er dazu sagen sollte. Er hatte noch nicht darüber nachgedacht, hatte nichts geplant. „Ich weiß nicht Marie. Aber ich möchte es mit deiner Hilfe herausfinden. Können wir es nicht noch einmal versuchen ?“. Marie was klar, dass dieses Gespräch ihrem Leben eine Wendung geben könnte. Aber sie wusste wie Stefan nicht wie das gehen sollte. „Bitte sei doch ehrlich. Du hast es beim ersten Mal nicht herausfinden wollen. Sobald wir wieder in PC angekommen waren, hast du so getan als wenn nichts geschehen war. Du bist in deinen alten Trott verfallen alles zu tun um Laura zu gefallen. Niemand hatte jemals eine Chance neben ihr. Was hat sich geändert ? Hat sie sich endgültig von dir abgewandt ?“
Stefan wusste, dass Marie allen Grund hatte wütend zu sein. Die Wahrheit war, Laura hatte sich für Luke entschieden und sie war außerdem schwer krank und brauchte ihre Familie. Dazu zählte Stefan nicht. Aber trotzdem war Marie kein Lückenbüßer für Stefan. Er hatte sich sofort in sie verliebt, aber er brauchte Monate um dies zu erkennen und nun würde er alles tun um Marie davon zu überzeugen.
„Es ist schon fast Sommer. Hast du jemanden gefunden, der mit dir im Central Park gepicknickt hat ?“ Und wieder war Marie überrascht von seiner Direktheit. Er tat einfach so als ob nichts geschehen war. „Du hast kein Recht auf mein Privatleben. Als mein Chef können wir gern auf dieser Basis miteinander kommunizieren, alles andere ist tabu.“
Stefan nickte. “Ich verstehe. Wir sollten ins Büro zurückgehen.“ Ohne weitere Worte erhaben sich die beiden und traten hinaus auf die Straße.
 

Puerto Rico

Marie lief langsam den Strand entlang. Sie dachte an nichts. Der Wind und das Meer rauschten, doch sie achtete nicht darauf. Irgendwie war ihr Kopf leer, sie fühlte eine Art Einsamkeit, die sie im Urlaub oft überkam.
„Du solltest nicht mehr wegfahren“, sagte sie nicht zum ersten Mal zu sich selbst. Weltschmerz oder einen Moralischen nannte sie dieses Gefühl, dass in unregelmäßigen überkam. Nach dem unerwarteten Treffen mit Stefan und dessen Angebot nach PC zu kommen, bat sie um eine Bedenkzeit und nahm Urlaub.
Wieso sie auf Puerto Rico gelandet war, das ganze war ein Zufall. Sie wollte nur weg aus New York und der nächste Flug ins Warme ging nach Puerto Rico. Sie nahm sich ein Zimmer in einer großen Hotelanlage und viele sich unter den vielen Menschen einsam wie nie zuvor. Worüber dachte sie eigentlich nach. Stefan war die Liebe ihres Lebens und sie konnte ihn einfach nicht vergessen. Und er hatte ihr die Welt so gezeigt, dass sie es nie wieder vergessen würde. Aber was würde passieren, wenn sie wieder zusammen in einer Stadt leben würden.
Marie sah auf die Uhr. Zeit fürs Abendessen. Sie hatte heute vom Strand aus ein wunderschönes Restaurant gesehen und spontan beschlossen dort zu reservieren.
Außerdem war eine Band mit lateinamerikanischer Musik angekündigt. Vielleicht entkam sie dort den glücklich scheinenden Kleinfamilien, die ihr Hotel bevölkerten. Sie duschte kurz und zog ihr weißes Kleid an. Ein leichter Schal komplettierte das Outfit. Die leichten Sandalen konnte sie beim Spazieren gehen ausziehen und tragen. Und der Schal schützte gegen den Wind. „So, alles da und los geht’s.“
In der letzten Zeit sprach sie immer mehr mit sich selbst, zum Glück nur in Gedanken, aber trotzdem.
Als sie im Restaurant eintraf, erkannte der Kellner sie sofort und brachte sie zu einem Tisch mit Blick aufs Meer. Sie bestellte einen Weißwein und blickte sich um. Noch waren nicht alle Tische besetzt. Plötzlich stutzte Marie, waren dass nicht Carly und Sonny Corinthos. Wie kam die denn hierher ? Die beiden wirkten glücklich und entspannt. Marie war erstaunt, die beiden zu sehen, denn sie dachte sie wären geschieden. Hatte Alexis nicht so etwas erwähnt ? Der Kellner schreckte Marie aus ihren Gedanken. Sie machte eine ruckartige Bewegung und stieß das Weinglas um. Die Gespräche im Raum erstarben und plötzlich sahen alle Gäste zu ihrem Tisch herüber. Auch Sonny und Carly. Und natürlich erkannte Carly die junge Frau, allerdings viel später als Sonny. Ein gutes Personengedächtnis gehörte einfach zu seinem „Beruf“. Da saß die ehemalige Assistentin von Stefan Cassadine. Alexis hatte ihm erzählt, dass sie PC plötzlich verlassen hatte. War sie in Ungnade gefallen ?
Sonny dachte an die Gerüchte, dass Laura dahinter stecken würde. Er konnte es nicht ganz glauben, aber es musste doch etwas mehr in einer Frau wie Laura stecken, die Luke Spencer und Stefan Cassadine gleichermaßen faszinierte. Seitdem hatte er nichts mehr von Marie gehört und nun saß sie rot vor Verlegenheit im selben Restaurant. In ihrem weißen Kleid sah sie irgendwie unschuldig und verlassen aus. Ohne darüber nachzudenken, machte er dem Kellner ein Zeichen. „Bitten Sie die Dame an unseren Tisch.“ Der Kellner verbeugte sich und ging zu Maries Tisch. „Oder hast du etwas dagegen ?“ Entschuldigend blickte er zu Carly. „Dazu wäre es ja wohl zu spät, oder ? Nein, ich kenne Marie von ein paar Meetings. Sie war immer sehr nett zu mir.“ Sonny musste lächeln. Das war Carly, wer nett zu ihr war, dem vertraute sie. Andere dagegen verfolgte sie mit ihrer destruktiven und völlig unbegründeten Eifersucht. Der Kellner hatte inzwischen die Nachricht überbracht und Sonny war nicht überrascht als Marie ablehnen wollte. Aber genauso genau wusste er, dass der Kellner eine Ablehnung nie hinnehmen würde.
Marie hatte es befürchtet, durch ihre Ungeschicklichkeit waren Sonny und Carly auf sie aufmerksam geworden. Und als der Kellner sie an deren Tisch bat, gab es keinen Ausweg mehr.
Marie ging hinüber und begrüßte die beiden. „Hall Carly, Mister Corinthos. Mit Bekannten aus Port Charles hatte ich hier nicht gerechnet.“
Sonny stand auf und rückte Marie den Stuhl zurecht. Marie blieb nichts weiter übrig als eine Erklärung abzugeben. „Nachdem ich PC verlassen hatte, war ich bei der Cassadine Group Canada und dann in NY. Und nun hat mich Mister Cassadine gebeten nach PC zurückzukommen. Ich habe mir Urlaub genommen und bin hier gelandet. Eine wunderschöne Insel. Finden Sie nicht auch ?“ Dem konnte Sonny nur zustimmen. Hier konnte man sich entspannen. In PC waren so oft Mauern um ihn herum, hier war alles klar und offen. Allerdings vermisste Alexis immer mehr. Das konnte er natürlich Carly nicht sagen, denn ihre Beziehung war zerbrechlich wie nie zuvor. Das konnte und wollte er einer Fremden allerdings nicht erzählen, aber es war schon interessant, dass Stefan Cassadine Marie zurückwollte. Ging die Beziehung zu Laura damit endgültig zu Ende ? Würde Cassadine dann nicht mehr zwischen Luke und Laura stehen ?
„Vielleicht können wir Ihnen bei der Entscheidung helfen ?“

Teil 4

„Vielleicht können wir Ihnen bei der Entscheidung helfen ? Wir wollen nach dem Essen noch Tanzen gehen. Warum begleiten Sie uns nicht ?“
Marie wehrte erschrocken ab. „Oh nein, ich will sie nicht stören. Ein 5. Rund am Wagen möchte ich nicht sein.“
Carly und Sonny sahen sich kurz an und meinten beide fast gleichzeitig „Blödsinn. Ein gemeinsamer Abend zu dritt ist keine Störung.“
Carly beugte sich zu Marie und sagte: „Du darfst sogar einmal mit Sonny tanzen. Ihre „Großzügigkeit“ kannte keine Grenzen. Aber ihre Eifersucht auch nicht. „Also abgemacht.“
Wider Erwarten wurde es ein sehr schöner Abend. Marie und Sonny „durften“ sogar mehr als einmal miteinander tanzen und Marie bekam einen ersten Eindruck wie charmant Sonny sein konnte.
Die nächsten beiden Tage verbrachte das Trio gemeinsam und keiner hatte den Eindruck, dass sich jemand dabei unwohl fühlte. So war es nur logisch, dass Marie Sonnys Angebot annahm und man gemeinsam im Privatjet zurückflog.
Als die Maschine landete hatten drei sehr unterschiedliche Menschen Freundschaft geschlossen. Was diese wert sein würde, allein die Zukunft konnte das zeigen.
Marie verabschiedete sich mit Umarmungen von Sonny und Carly. „ich hoffe, wir werden in PC Gelegenheit haben unsere Fotos auszutauschen“, scherzte Sonny als er sah, dass die beiden Frauen traurig aussahen.
„He, wir werden eine tierische Party veranstalten – zu Maries Willkommen in PC.“
Diese musste lachen. „Ich werde sicher eine Woche brauchen um alles zu regeln, aber dann melde ich mich.“
In der Verabschiedungszeremonie übersehen nicht nur die drei, sondern auch Leibwächter Johnny, den Fotografen, der sie wie schon auf der Insel ununterbrochen fotografiert hatte.

Teil 5

Marie sah in den Spiegel. Sie hatte ihr Arbeitskostüm an und die Urlaubsbräune war kam noch zu sehen. Als sie Stefan anrief und zusagte, war dieser wirklich begeistert gewesen. „Marie, ich freue mich über deine Entscheidung. Wann kannst du anfangen? Ich werde das Apartment reinigen lassen. Nein, keine Widerrede. Die Wohnung gehört zum Vertrag und du wirst nicht im Hotel wohnen.“
Stefan lies sie einfach nicht zu Wort kommen. Er war sich fast sicher gewesen, dass sie zusagen würde. Aber mit etwas mehr Widerstand hatte er schon gerechnet. Er stand an seinem Schreibtisch und spielte mit seiner Brille. Seine Motive Marie zurückzuholen waren mehr egoistischer Natur als er es sich eingestehen wollte. Als Marie vor Monaten verschwand, hatte er Laura zu liebe nichts unternommen. Aber schon damals hatte er das Gefühl manipuliert worden zu sein. Und nach der unglücklichen Suche nach Lucky hatten sich beide unverzeihliche Dinge gesagt. Zwar hatten sich die Wogen geglättet, aber die Verbindung zwischen beiden war gebrochen. Nichts war so gekommen wie er es gehofft hatte und nun war Marie wieder da. Es war nicht zu spät für ihn, wenn Marie an seiner Seite sein würde. Er konnte neue Wege einschlagen. In all den Monaten hatte er sie nicht vergessen können. Sie war intelligent, hübsch und loyal. Und sie hatte nichts mit Luke Spencer zu schaffen. Ja, er war sich sicher es konnte eine schöne und interessante Beziehung werden.
Stefan griff zum Telefonhörer. „Ja, hier ist Stefan Cassadine. Bitte verbinden Sie mich mit Miss Berger.“

Am Abend

Marie und Stefan saßen im PC Hotel und warteten auf ihr Essen. Als die beiden das Restaurant betreten hatten, zogen sie die Blicke der meisten Gäste auf sich. Genau was Stefan beabsichtigt hatte. In den vergangenen 2 Wochen hatte sich Marie wieder eingearbeitet, aber die beiden fanden keinen ruhigen Moment für ein privates Gespräch. Deshalb hatte er auf diesen Abend bestanden.
„Stefan, hältst du das für eine gute Idee? Ganz PC wird uns hier sehen. Was bezweckst du damit?“
Marie war nicht von Natur aus misstrauisch, aber bei Stefan vermutete sie immer etwas.
„Ich wollte endlich mit dir ausgehen und das Essen hier ist das Beste in ganz PC.
Hast du dich gut eingelebt? Ich hatte gehofft dich öfter zu sehen.“
Marie musste ihm im Stillen zu stimmen. Es gab zahlreiche Meetings, aber die waren offiziell. Und an den Abenden war sie mit dem Einrichten ihrer neuen Wohnung beschäftigt. Sie war 2 Mal bei Sonny und Carly zusammengestoßen und auch Alexis sah sie fast täglich. Natürlich hatte Stefan von Sonny erfahren und wollte Marie zur Rede stellen. Wie konnte sie sich bloß mit der Mafia-Familie Corinthos einlassen. Erst Alexis und nun sie. Waren beide so naiv oder steckte etwas anderes dahinter?
War er etwas eifersüchtig auf Corinthos? Marie war überrascht. Stefan musste doch wissen, dass sie nur ihn liebte. Natürlich fühlte sie sich auch betrogen und ausgenutzt, aber das änderte doch nichts an ihren Gefühlen. Ihre Liebe war nicht verschwunden, sie hatte sie nur tief in sich eingeschlossen. Und sie war fest entschlossen nicht wieder auf ihn hereinzufallen. Diesmal würde sie die regeln machen und es lag an Stefan sich daran zu halten.
Mit diesen Gedanken saßen sich Stefan und Marie gegenüber. Beide hatten sich Ziele gestellt, Mauern errichtet und Gefühle blockiert. Dabei war die Situation für Marie einfacher, sie wusste was sie fühlte.
Stefan dagegen – er wollte ein neues Leben beginnen, alles richtig machen, aber er hatte das Gefühl Marie würde nicht mitspielen wollen.
Er räusperte sich. „Marie, ich möchte mich für mein damaliges Verhalten entschuldigen. Ich habe einfach alles falsch gemacht. Du hast mir vertraut und ich habe dich betrogen. Es tut mir so leid. Denkst du wir können noch einmal von vorn anfangen?
Marie schaute Stefan mit großen Augen an. „Wie stellst du dir das vor? Du warst nicht ehrlich zu mir. Du hast mich benutzt und dann weggeworfen. Wie soll ich das vergessen? Kannst du dir vorstellen wie ich mich damals gefühlt habe?“
Marie war froh endlich die Gelegenheit zu haben, ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Sie wollte nicht verbittert klingen, aber sie konnte Stefan die Wahrheit nicht ersparen. Die Trauer und Enttäuschung in Maries Augen machten Stefan betroffen. Er griff nach Maries Händen. „Ich kann es nicht ungeschehen machen. Es tut mir leid, so leid. Du bedeutest mir so viel. Wir waren so glücklich auf der Krim. Ich ...“
„Und warum hast du mich dann verlassen? Warum hast du deinen Gefühlen nicht getraut?“
Marie unterbrach Stefan aufgeregt. „Was willst du eigentlich von mir? Vergebung? Ich vergebe dir. Ich verzeihe dir, aber wage es nicht noch einmal. Ich habe gelernt, ich bin nicht mehr das dumme Ding von damals. Und nun entschuldige mich. Mir ist der Appetit vergangen.“
Marie stand auf und lies den überraschten Mann allein im Restaurant zurück.
Auf dem Weg nach Hause ärgerte sich Marie über ihren Ausbruch. Wo war ihre Selbstachtung geblieben? Sie wollte Stefan doch zeigen, dass sie über allen stand. Dass sie die Situation kontrollierte.
Zu Hause angekommen stellte sie ihr Radio an. Stevie Nicks sang über „Free Falling“. Das wünschte sie sich auch, aber dafür war sie einfach nicht der Typ. Zu schade, aber sie musste Stefan zeigen, dass sie nicht die war für die er sie hielt.
 

Teil 6

Welches Bild hatte Stefan von ihr ? Wie sah man sie in Port Charles ?
Was würde passieren, wenn sie eine Party geben würde. Es wäre eindeutig eine Überraschung für die Stadt. Deshalb würde sie genau dies machen !
Marie beschloß eine Videoeinladung zu verschicken. Sie suchte sich ihre Kamera und das Stativ heraus, positionierte sie vor einer neutralen Wand und entwarf in Gedanken einen Text.
Wichtig war auch das Outfit. Ihr Schrank war gut gefüllt, aber was war richtig für diesen Anlaß. Ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. Ja, das war eine tolle Idee. Damit könnte ihr Plan funktionieren – Stefan Cassadine aus der Reserve zu locken.

Es folgen noch 3 Kapitel:

Das Video

Die Party

Die Entscheidung
 

Neugierig ???
 
 
 
 
 
 
 
 

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