Titel: Ein Eiswürfel mit Folgen - oder Wie genießt man einen B52? Teil: 20 Autor: Neko, Seya, Silberchen E-Mail: sumeragi_subarukun@yahoo.de sheseya@yahoo.de silberchenxx@yahoo.de Genre: real, RPG Bewertung: PG-16 Warnung: yaoi Inhalt: Nachdem Andreas sich in der Disco den Kopf verletzt hat, hat er mit Jonas und Nico zwei Aufpasser, die sich selbst und ihn immer wieder in Verlegenheit bringen. Erklärung: Dies ist unser erstes Rollenspiel. Wie bitten hiermit um Gnade ... aber vor allen Dingen um C&C. *** Urplötzlich riss ein schriller, nervender Klingelton Nico aus seiner Ekstase. Verdammtes Handy! Warum hatte er es nicht ausgemacht? Murrend ließ er von Andreas ab und kramte mit ungeduldigen Fingern in seiner Tasche. "Ja?" Nicos Stimme hätte selbst Eiswürfel vor Kälte zittern lassen. Doch im nächsten Augenblick weiteten sich seine Augen entsetzt. Andreas sah ihn an und hob beide Augenbrauen, während sein Atem schwer ging. "Ja... nein, habe ich nicht... natürlich... nein, wirklich... ja... ja, Vater, ich bin schon unterwegs." Mit finsterem Gesichtsausdruck schaltete Nico sein Handy ab. "Dein Vater!", brummte Andreas. "Ist er sauer? Was ist los?" Jonas verstand nicht ganz, was das Problem daran war, dass der Vater seines Freundes angerufen hatte. "Ich soll sofort nach Hause kommen, weil morgen ein Schultag ist und ich noch keine Hausaufgaben gemacht habe", brummte Nico und sah seine beiden Freunde entschuldigend an. "Wie bitte?" Andreas stemmte sich leicht nach oben. "Und dafür brüllt er dich am Telefon so laut an, dass man es meilenweit außerhalb hören kann?" "Klar, er hat ja sonst nichts zu tun." Nicos Stimme klang ungewohnt bitter. "Es tut mir wirklich leid, aber ich habe keine Lust, meinen alten Herrn noch saurer zu machen." Mit diesen Worten stand er auf und packte seinen Rucksack zusammen. Erschrocken, beinahe etwas verstört beobachtete Jonas ihn dabei. Was war mit Nico passiert? Was war mit seinem Vater? Wieso...? "Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?", flüstete Andreas perplex. "Nico?" Nico sah zu Boden. "Ich wäre wirklich gerne noch geblieben, und ich hasse es echt, jetzt einfach so abzuhauen, aber..." "Was ist los," schaffte Jonas zu flüstern, "Du... du bist doch sonst nicht so..." "Stimmt!", konnte Andreas mehr oder weniger sprachlos nur zustimmen. Erleichtert über diese Hilfe sah Jonas auf, er war sich nicht sicher gewesen, ob er ein Recht zu dieser Frage gehabt hatte. Wortlos zog Nico sein Handy wieder aus der Tasche, tippte eine kurze Nachricht und schaltete es dann ganz ab. "Ok, schlimmer kanns eh nicht mehr werden", seufzte er mehr zu sich selber. Dann blickte er seine beiden Freunde an. "Um es kurz zu machen, Jonas: ich verstehe mich nicht sonderlich mit meinem alten Herrn. Und er macht mir eben gern die hölle heiß, wenn es nicht nach ihm geht. Aber egal." Die Gedanken in Jonas Kopf fuhren Achterbahn. Nico kam mit seinem Vater nicht zurecht? Obwohl er sein Sohn war? Bisher war Jonas immer davon ausgegangen, dass er als fremdes Kind nicht willkommen war, doch anscheinend war auch Nico nicht glücklich mit seinem Vater. Etwas ungläubig sah er Nico an, sollte es Nico etwas in dieser Beziehnung nicht viel besser gehen als ihm selbst? "Naja, aber der Bus fährt eh noch nicht, da kann ich also genauso gut noch hierbleiben" erklärte Nico, "und nochmal sorry, dass ich so unhöflich war." Andreas sah ihn ein wenig fassungslos an. "Okay", flüsterte er, auch wenn er nicht so genau wusste, wobei er zustimmte. Das für Nico so typische schelmische Lächeln breitete sich wieder auf seinem Gesicht aus und er rückte wieder näher an Jonas und Andreas ran. Er war froh, dass die beiden ihm nicht böse waren. "Bist du sicher?", fragte ihn der Schwarzhaarige. Unangenehm wieder daran erinnert, dass er hier eine Herausforderung angenommen hatte und dabei buchstäblich von einem Elternteil erwischt worden war, wusste er nicht so recht, was er tun sollte. "Naja, schlimmer kanns nicht werden, also kann ich ich meine Henkersfrist ja auch genießen, oder?" Nicos dunkelblaue Augen funkelten. "Ich will nichts sagen, aber..." Andreas wurde unterbrochen, da Nico schon wieder an ihn herangerückt war. "Wo waren wir eben?", fragte dieser leise. "Ich weiß nicht..." Irgendwie kam sich der Barkeeper ziemlich blöd vor, aber sein Gehirn schien heute jegliches Denken für absolut überflüssig zu halten. "Ich aber." Nico kuschelte sich noch näher an Andreas. Dadurch rückte er etwas von Jonas ab, was diesem gar nicht gefiel. Beinahe instinktiv rutschte er ein wenig näher an Nico heran. "Wie du meinst." Andreas ließ sich wieder fallen, auch wenn er heftig gegen den einsetzenden Verstand kämpfen musste. Noch war er nicht wirklich bereit, zu akzeptieren, was er hier tat. Doch damit aufzuhören, hätte Probleme mit seinem anwachsenden Interesse bedeutet und damit wollte er sich nun wirklich nicht auseinandersetzen. Doch Nico schien nicht vorzuhaben, das vorherige Kußduell fortzusetzen. Er kuschelte sich einfach nur an Andreas und verharrte dort. Diesem schien das mehr als recht. Er umarmte Nico und gab ihm den Schutz, den dieser offensichtlich suchte. Eigentlich schon zärltlich kuschelte sich Jonas an den Jüngsten der Runde und strich mit einer Hand über seinen Rücken. "Man kann nicht mit ihnen, man kann nicht ohne sie", murmelte Andreas, "Es ist immer wieder dasselbe." "Ohne sie kann man auch," murmelte Jonas fast unhörbar, "aber besser ist das auch nicht..." "Meine Meinung", murmelte Nico, lächelte zufrieden und schloss die Augen. Er war fest entschlossen, die noch verbleibende Zeit mit seinen Freunden zu nutzen. Grüne Augen betrachteten das traute Trio, das noch vor einigen Minuten sehr viel ... freudiger wirkte. Mephisto war irritiert und sprang auf die Matratze. Leise schnurrend schlich er sich an. Dass er gehört werden konnte, ignorierte er. Im Gegenteil, er wollte gehört werden. Erst tappte er zu Andreas, der ihn nicht mochte, aber trotzdem weiche Hände hatte, wenn sie ihn denn mal streichelten. Dann lehnte er sich gegen Jonas. Nico warf er einen fragenden Blick zu. Das warme Fellbündel auf seinem Schoß riß Jonas aus den traurigen Überlegungen heraus. Vorsichtig, um den Kater nicht zu verschrecken, streckte er die Hand aus und strich über das wundervoll weiche Fell. Auch Nico hatte mitbekommen, dass es sich da etwas weiches, schnurrendes in seiner Nähe bequem gemacht hatte. Am liebsten hätte er es dem Kater gleichgetan... Nur Andreas warf dem Tier einen skeptischen Blick zu. Sein Untermieter erwärmte sich für seinen neuen Besitzer. Jonas kuschelte sich gleichermaßen an Andreas und Nico an, dabei vergrub er seine rechte Hand in dem weichen Fell des Katers. Er konnte sich nicht daran erinnern, dass es ihm jemals so gut gegangen war. "Danke," murmelte er, "danke für diese Tage mit euch." "Das klingt ja, als würden wir uns nachher trennen und nie wieder sehen", murmelte Nico. "So hab ich das nicht gemeint." Ernst sah Jonas den Jüngeren an. "Ich habe nur... ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon mal erlebt zu haben." "Dann wird es Zeit", stellte Andreas fest und blinzelte den Kater an, der schlicht und für Andreas irritierend zurückzwinkerte. "Meine Meinung", brummte Nico von irgendwo aus Andreas' Pulli, "unser Jonas hat mindestens 10 Jahre Kuscheleinheiten nachzuholen." "10 Jahre? Dann leg los!", wisperte sein Teddy unter ihm. Unsicher sah Jonas Nico an. Die beiden machten sich doch über ihn lustig! Wie hatte er sich nur so gehen lassen können? Es war doch kein Wunder, dass er sich mit solch einem Verhalten zum Gespött der Leute machte! Er blamierte sich hier laufend bis auf die Knochen! Es war beinahe eine Flucht, als er von Andreas wegrutschte und sich hinter einem Kissen verschanzte. Was wollte der jetzt schon wieder von ihm? Unwillkürlich zog sich Jonas noch etwas weiter zurück. Was hatte Andreas nun vor? Was wollte er Jonas antun? "Er mag uns nicht", maulte Nico gespielt beleidigt und schaute Jonas dabei so jung, lieb und unschuldig an, wie er eben nur konnte - und das war eine ganze Menge, wenn Nico sich Mühe gab. Doch Jonas sah ihn nicht, er blickte traurig und ein wenig ängstlich sein Kissen an. "Los!", wisperte Andreas, "Er ist auf Rückzug und ich dachte, ich wäre schüchtern." "Was... was habt ihr vor? Es tut mir leid, ich hab sowas seit... seit Jahren nicht mehr gemacht!" "Keine Angst, wir beißen dich doch nicht!", Nico hatte Mühe, sich ein Lachen zu verkneifen, als er Jonas' schon fast komisch wirkende Panik beobachtete, aber andererseits tat ihm der Junge entsetzlich leid. Wie konnte man nur fernab von menschlicher Wärme überhaupt so lange überleben? "Außer natürlich, du willst gebissen werden", warf Andreas unüberlegt ein. "Ich will... was?" Jonas sah auf und in das freundlich lächelnde Gesicht Andreas'. Irgendwie beruhigte es ihn für einen Moment, doch dann setzte die Furcht wieder ein. "Es... es tut mir wirklich leid!" Nico wurde es zu bunt. Waren sie aus dieser Phase nicht langsam heraus? Kurzerhand zog er Jonas das Kissen weg und umarmte ihn stürmisch. "Wofür denn nun schon wieder?", wollte er wissen. Die festen Arme, die ihn umfingen, der warme Körper, der sich an ihn drückte, lenkten Jonas von seinen Befürchtungen ab. Ohne weiter zu überlegen lehnte er sich an und ließ sich den Rücken streicheln. "Mhm, er ist wieder hier", flüsterte Andreas zufrieden. Sanft strich Nico über Jonas' Kopf und flüsterte: "Es gibt nichts zu entschuldigen, kapiert? Oder muss ich dich doch noch beißen, damit du es verstehst?" Spielerisch begann Nico an Jonas' Ohr zu knabbern. Heiß und kalt lief es Jonas über den Rücken, und seine Finger griffen fest in Nicos Pulli. Er schloss die Augen und genoß die Berührungen, das Streicheln und die sanften Zähne an seinem Ohr. Nico spürte, wie gänzlich und rückhaltslos Jonas sich fallen ließ. Da war es wieder, dieses komplette Vertrauen... Nico hoffte inständig, dass niemand Jonas' verletzliches Wesen je ausnutzen würde. Nein, er würde Jonas beschützen, beschloss er. Jonas ließ sich in der Tat komplett fallen, in diesem Moment vertraute er Nico bedingungslos. Es war schön, seine Wärme und seine zärtlichen Hände zu fühlen, und er schloss die Augen, um es noch mehr genießen zu können - und die Außenwelt komplett außen vor zu lassen. Der Barkeeper lehnte sich zurück und sah den beiden zu. Langsam legte er sich hin und lächelte zufrieden, nur seine Gedanken waren weniger froh. Was war mit diesen Menschen nur passiert und warum traf er gerade auf alle beide? Nach einer Ewigkeit, wie es schien, löste sich Nico wieder von Jonas, auch wenn er es eigentlich gar nicht wollte. "Ist jetzt Schluß mit dem Entschuldigen?", fragte er lächelnd. Auch Jonas lächelte, er fühlte sich eigenartig bestärkt. Doch zu einer Antwort konnte er sich dennoch nicht durchringen, statt dessen nickte er nur vorsichtig. "Danke.. für alles..." "Hey, wir müssten dir genauso danken", erwiderte Nico und blickte zu Andreas hinüber, um sich dessen Bestätigung zu holen. Dessen grüne Augen funkelten jedoch nur. Andreas wirkte müder als vor einigen Sekunden und so wirkte das Lächeln blass. Nico runzelte die Stirn. "Ich glaube, unser Kater hier braucht etwas Schlaf. Und ich sollte mich wirklich aufmachen..." Doch dem Blick auf die Uhr folgten zwei schreckgeweitete Augen. "Oh, verdammt!" "Was ist los?" Jonas behagte diese plötzliche Wandlung nicht. "Ich hab den Bus verpasst", brummte Nico. "Oh!" Mehr brachte Jonas nicht hervor. Wenn Nicos Vater vorhin schon so schlecht gelaunt schien, würde eine Verspätung das nicht gerade verbessern. "Was machst du jetzt?" "Dann solltest du gehen. Willst du dir ein Taxi rufen?", brummte Andreas heiser. "Wer weiß, was dein Alter macht. Also ich habe da nur schlechte Erfahrung. Aber du anschienend noch schlechtere." Nico seufzte. "Ich sollte mir wirklich ein Taxi schnappen...." Er griff nach seinem Handy, wählte die Nummer der Zentrale und bestellte ein Taxi zu Andreas' Wohnung. Dann stand er auf. "Wie gesagt, ich wäre gerne noch geblieben, aber wir sehen uns sicher in der Woche, oder?" "Gerne!" Diese Antwort kam sicher viel zu schnell, doch Jonas wollte es sich gar nicht mehr vorstellen, alleine zu sein. "Warum nicht?", meinte Andreas fast im selben Moment. "Ich muss noch zur Bar. Weiß nicht, warum keiner anruft, aber ansonsten bin ich hier." "Ihr könnt mich jederzeit per Handy erwischen. Also, bis dann." Doch etwas in Nico sträubte sich, so lapidar Abschied zu nehmen. Also beugte er sich jeweils zu Andreas und Jonas hinunter und gab ihnen einen Abschiedskuss. Ohne sich zu rühren blickte Jonas Nico nach, bis er die Tür ins Schloß klacken hörte. Dann drehte er sich zu Andreas und sah ihn fragend an. "Was machen wir jetzt?" Der Barkeeper blinzelte, berührte dabei seine Lippen. "Schlafen oder Scrabble spielen", antwortete er abwesend. Jonas hätte gerne noch etwas mit Andreas gespielt, doch der sah so aus, als würde er im nächsten Moment zur Seite kippen und einschlafen. "Ich denke, Schlafen ist besser. Ich werd noch ein wenig in die Bücher gucken." Andreas blinzelte. "Ach ja, du musst ja auch noch lernen. Ich werde dich nicht weiter stören. Entschuldige, ich glaube, ich bin heute genug aus der Bahn geworfen worden..." "Musst dich nicht entschuldigen," murmelte Jonas. "Immerhin..." Er führte diesen Gedanken nicht weiter aus, sondern stand auf und ging zum Schreibtisch, an dem sein Rucksack lehnte. Kurz zog er in Erwägung, sich hier hinzusetzen, doch im Bett war es gemütlicher. So suchte er lediglich eines der Bücher und seinen Block heraus und rutschte neben Andreas auf die Matratze. "Immerhin was?", fragte er leise. Ertappt sah Jonas auf sein Buch und suchte angestrengt nach der Seite, auf der er aufgehört hatte zu lernen. "Immerhinbinichschuld," murmelte er kaum verständlich "Wie das?", hörte er Andreas verblüfft rufen. "Naja, ich hab dir das Eis in den Nacken gekippt," erklärte Jonas kaum hörbar. Klar, Andreas hatte ihm oft genug gesagt, dass er daran keine Schuld hätte, aber das hatte Jonas nicht überzeugen können. Hätte er das Glas nicht rübergeschoben, hätte Andreas sich den Kopf nicht angestoßen. Jonas wagte es nicht, ihn anzusehen. Als er seinen Freund jedoch lachen hörte, sah er auf. Er war erschrocken und fühlte sich ein wenig beleidigt. "Warum lachst du mich aus?", fragte er traurig. "Du hängst sehr lange, sehr gern deiner Schuld an, auch wenn dir ein Freund sagt, dass er es nicht so sieht, oder?" Andreas richtete sich leicht auf. Ja, er sah in Jonas einen Freund,auch wenn es kaum mehr als 72 Stunden waren, seit dem sie sich das erste Mal gesehen hatten. "Ich sagte dir, dass du keine Schuld hast, dass ich dich nicht dafür verantwortlich mache. Hätte ja auch aufpassen können. Ich wusste, dass der Nagel dort ist. Eigentlich sollte da ein Haken hin. Aber bis jetzt hat mein Chef da keinen hingemacht. Du weißt nicht, wie oft sich dort schon jemand etwas blutig geschlagen hat. Hier, schau mal, meine Hand", erklärte er und zeigte Jonas seine Hand. Interessiert sah der sich den Handrücken an. Eine nicht unauffällige Narbe zog sich entlang der Seite am kleinen Finger. Vorsichtig strich er über den schmalen, rosa Streifen. "Siehst du, du hast daran keine Schuld. Mein Körper wusste sehr wohl, dass das Ding wehtut und ich wusste, dass es da ist. Von daher...". Andreas lächelte. Noch immer hielt Jonas die Hand in seiner und strich über die Narbe. Jetzt erst wurde ihm klar, was Andreas ihm noch gesagt hatte. "Ein Freund?" "Wenn du magst?" "Gerne." Jetzt sah Jonas auf, und seine Augen leuchteten. Er sah Andreas in die Augen und rückte ein wenig näher. "Danke," murmelte er und lehnte sich an die Seite seines neuen Freundes. "Nichts zu danken, nur hör auf, dir darüber Gedanken zu machen. Das ist ja zum Mäusemelken. Ich verklage meinen Chef auf eine Woche bezahlten Urlaub", lachte Andreas frech und zwinkerte dem Größeren zu. Der lächelte still vor sich hin. Nach einem Moment sah er wieder zu Andreas, "willst du noch schlafen?" Er zog die Decke unter sich hervor und bot sie dem anderen an. "Ist das ein Angebot?", fragte Andreas ihn ungläubig. "Wieso Angebot?" verwirrt sah Jonas zur Seite. "Sollte ich es dir nicht erlauben zu schlafen?" Andreas erkannte augenblicklich seinen Irrtum und biss sich auf die Zunge. Jonas war noch unschuldiger, als er es wahrscheinlich jemals gewesen ist. "Nein. Alles in Ordnung", seufzte er. Er lächelte und schüttelte den Kopf. "Wenn du magst, können wir schlafen", änderte er seine Aussage und beantwortete endlich Jonas' Frage. "Leg dich ruhig hin, ich werd noch ein wenig lernen. Hast du etwas dagegen, wenn ich deinen Wecker stelle? Auf halb sieben? Dann komm ich noch pünktlich zur Arbeit." "Mach, wie du möchtest." "Ok," murmelte Jonas und lehnte sich zur Seite, wo er Andreas' Wecker entdeckt hatte. Er stellte ihn gewissenhaft und setzte sich dann mit dem Rücken an die Wand am Kopfende, das Buch auf den Knien und den Block neben sich und begann, Lagerkennziffern auswendig zu lernen. Andreas schaute ihm noch ein wenig zu, dann verlangte alles in ihm danach, sich endlich auszuruhen. Morgen, so nahm er sich vor, würde er andere Medikamente holen, die ihn nicht so ausknockten. Seine Hausärztin würde ihm dabei helfen. Morgen... morgen würde er einiges tun müssen und außerdem noch die Bibliothek endlich aufsuchen, damit er die letzten Bücher erhielt. Noch eine Überarbeitung und drei Seiten. Entweder er war morgen seinen Job los und schaffte die Hausarbeit oder er bekam keine Note und hatte dafür einen Job oder er hatte beides morgen nicht mehr. Unmerklich fielen Andreas die Augen zu. Jonas bekam von diesen Überlegungen nichts mehr mit. Er hatte sich in den Stoff seiner Abschlussprüfung vertieft und rechnete und überlegte und versuchte krampfhaft, die Formeln in seinen Kopf zu bekommen. Erst Stunden später fielen ihm die Augen zu, das Buch rutschte zur Seite, und er schlief ein. ***