Titel: Ein Eiswürfel mit Folgen - oder Wie genießt man einen B52? Teil: 19 Autor: Neko, Seya, Silberchen E-Mail: sumeragi_subarukun@yahoo.de sheseya@yahoo.de silberchenxx@yahoo.de Genre: real, RPG Bewertung: PG-16 Warnung: yaoi Inhalt: Nachdem Andreas sich in der Disco den Kopf verletzt hat, hat er mit Jonas und Nico zwei Aufpasser, die sich selbst und ihn immer wieder in Verlegenheit bringen. Erklärung: Dies ist unser erstes Rollenspiel. Wie bitten hiermit um Gnade ... aber vor allen Dingen um C&C. *** Ein wenig erleichtert drückte Jonas hinter seinem Rücken die Hand seines Freundes, er hätte wirklich nicht gewusst, was gewesen wäre, wäre dieser jetzt auch im Bad verschwunden. Er rutschte näher an Andreas heran, der zwischen ihm und Nico saß, die Wärme konnte er sich nicht einfach entgehen lassen. Andreas lächelte. "Immer noch so schmusebedürftig", raunte er. "Klar doch", gab Nico zurück, "und was ist mit dir?" Er blickte Andreas an. "Ähm, ... frag nicht!" "Tu ich aber!" Nco lehnte sich vor und wunderte sich einmal mehr darüber, wie katzengleich Andreas' grüne Augen doch wirkten. Und Katzen waren schließlich seeehr verschmuste Wesen... Ohne dass Jonas es merkte, fuhr seine Hand sanft Andreas' Rücken hinauf. Oh, wie schön war der Anblick. Die grünen Augen wurden größer. Nico beugte sich noch ein wenig vor und strich Andreas sanft über die Wange. Auf einmal stockte Jonas in der Bewegung. Wer hatte sie eingeleitet? Waren seine Hände von allein auf Wanderschaft gegangen, oder hatte Nico ihre Finger gelenkt? Doch nein, Nicos Hand war völlig ruhig geblieben. Andreas sah sich nach Jonas um, und fand ihn erstaunt. "Ich.. entschuldige," murmelte er und schien sogar ein wenig von Andreas abzurücken. Hoffentlich war er nicht zu weit gegangen! Doch schon hatte Nico Jonas' Hand fester ergriffen und hielt ihn, wo er war, als wollte er ihm sagen, dass Kneifen nicht galt. Andreas war sich trotz des Gesprächs nicht wirklich sicher, ob er auf das Spiel eingehen sollte. Irgendwie war es kein Spiel. Es war ernst. Aber war es den beiden ernst? Für ihn war es das. Wenn das hier so weiter ging, würde es ihm irgendwann nicht mehr egal sein. Doch diese Überlegung wurde schon bald abgebrochen, denn wieder fühlte er die beiden ineinander verschränkten Hände über seinen Rücken streichen. Es war schön, so berührt zu werden. Er konnte Jonas verstehen, seine Anhänglichkeit. Doch wie sollte er darauf nur reagieren? Es war nicht so einfach. Mit einem Mädchen wusste er zu flirten. Diese Strecke hatten sie drei aber gar nicht erst abgelaufen. So wie es schien, waren sie gleich zum Kuscheln und näher Kennenlernen übergegangen. Ein wenig erleichtert, dass sie alle drei noch immer gemeinsam auf dem Bett saßen, lehnte sich Jonas wieder etwas an Andreas an. Seine Hand löste sich ein wenig von Nicos und strich weiter über den glatten Rücken, doch ließ er die Finger seines Freundes nicht los. Nico bemerkte Jonas' Entdeckungsreise, schmunzelte leicht und wandte sich wieder Andreas zu. Dessen Blick war einfach unbezahlbar. "Übrigens, Andreas", hauchte Nico, "ich glaube, du schuldest mir da noch etwas..." Die grünen Augen wurde noch ein Stück größer. "Und was?", fragte er leise. "Den Beweis, dass du besser küssen kannst als dieser Versuch vorhin..." Ängstlich hielt Jonas den Atem an, was, wenn Andreas jetzt aufstand, was, wenn Nico mit diesem Satz alles kaputtgemacht hatte? "Ich kann küssen!", platzte Andreas heraus. "Ach ja? Das sah vorhin aber nicht so aus..", Nicos Stimme konnte man jetzt nur noch als lasziv bezeichnen. "Ach, und du glaubst, dass du besser bist." Andreas wusste nicht so recht, woher er den Mut nahm. Aber jetzt zurückstecken wollte er nicht mehr. Irgendwie wurde es lächerlich, wenn er sich zurückzog. Die beiden schienen es auf ihn abgesehen zu haben. Also Angriff. Um seinen Ruf würde er sich später kümmern. Egal... Scheiß auf den Ruf, knurrte Blank innerlich. In Nicos Augen blitzte etwas auf, und er zog Andreas zu sich heran. "Wollen wir wetten?", flüsterte er und setzte zu einer ausführlichen Demonstration an. Ungefähr 2 Minuten später ließ er atemlos von Andreas ab. Der schluckte und kniff die Augen zusammen. "War das wirklich alles?", forderte er Nico erneut heraus. Dieses Mal zog er Nico zu sich und ehe dieser sich versah, verschloss er dessen sich vor Erstaunen öffnenden Mund. Doch Nico fing sich ganz schnell wieder und erwiderte Andreas' Kuss mit zunehmender Heftigkeit. Andreas wollte also Krieg? Nun,den konnte er haben! Jonas hatte Nicos Hand schon zu Beginn des intensiven Kusses losgelassen und strich nun verträumt über Andreas' Rücken. Es sah wirklich schön aus, wie sich seine beiden Freunde küssen, und in seinem Magen wurde es warm. Angenehm warm. Er kuschelte sich weiter an Andreas' Seite und sah den beiden Männern zu. Erstaunt bemerkte er, dass er von diesem gehalten wurde, ohne dass er von Nico abließ oder ihrem Kuss, der irgendwie einem Schlagabgleich ähnelte. Und Andreas kämpfte wirklich. Immer wieder rang er mit Nicos Zunge, spürte Zähne an den seinen und das unerschrockene Erkunden seines Mundes. Doch er blieb Nico nichts schuldig und drängte diesen wieder zurück, ließ ihm gleiches angedeihen. Doch auch Nico war fest entschlossen, Andreas keinen Zentimeter Boden zu gönnen, auch wenn langsam die Luft knapp wurde. Also zog er Andreas noch etwas enger an sich und ließ seine Hände einmal mehr unter Andreas' Pulloversaum gleiten. Jonas streckte unsicher seine freie Hand aus und legte sie Nico aufs Knie. Er wollte beiden nah sein, beide Freunde spüren. Andreas streckte sich, drängte Nico zurück und rang nach Atem. Doch dieser ließ Andreas nicht so leicht davonkommen. Den Augenblick nutzend, den Andreas sich frei glaubte, zog Nico ihn erneut am Pulli, so dass er das Gleichgewicht verlor. Instinktiv klammerte sich der Barkeeper an ihn und zog ihn mit. Andreas keuchte hart auf, als Nico auf ihm landete. Er blinzelte kurz und atmete immer noch heftig. "Du hast ein Problem", wisperte er und lächelte dann spöttisch. "Ich bin doch ein besserer Küsser." "Das träumst du", erwiderte Nico und beschloss, Andreas erneut seinen vorlauten Mund zu stopfen, als er zu Jonas hinüber sah. Irritiert sah Jonas die beiden an, die quer auf- und übereinander im Bett lagen. Ein glückliches Lächeln zog sich über seine Lippen, es war schön, die beiden so zusammen zu sehen. Nico kam eine Idee. "Hey, Jonas! Du bist jetzt die Jury: wer von uns beiden küsst besser?" Dieser Frage folgte ein breites Grinsen. Andreas hob eine Augenbraue. "Keine Chance", stellte er nur fest und grinste siegessicher. Erst erschrocken, dann erstaunt sah Jonas erst den einen, dann den anderen an. "Jury?" So ganz verstand er nicht, sollte er jetzt den Wettstreit zwischen den beiden entscheiden? Nico fing an, Gefallen an der Idee zu finden. "Jonas, du willst doch nicht wirklich behaupten, dass der Loser hier", dem Statement folgte ein liebevoller Knuff in Andreas' Rippen, "besser küsst als ich?" Andreas schnaufte. "Angeber." Noch immer konnte Jonas nicht ganz glauben, was gerade geschah. Doch auf einmal schlich sich ein Lächeln auf seine Lippen, das zu einem breiten Grinsen wurde. "Ok. Wer stellt sich der Jury zuerst?" Nachdem dieser Satz ihm herausgerutscht war, sah er ein wenig unsicherer zwischen den beiden Männern hin und her. Oh, da hatte er sich ja etwas eingebrockt, zog Andreas für sich den Schluss. Aber jetzt kneifen galt nicht. "Wer auch immer", bot er an. Nico ließ nichts anbrennen. "Damit du dich gar nicht erst bemühen musst, Andreas", grisnte er, rollte von diesem herunter und rutschte zu Jonas. Dieser blickte ihn erst erleichtert an, dann wurde sein Gesichtsausdruck überraschter. Ansatzlos wurde er in Nicos Arme gezogen und fühlte gleich seine Lippen. Andreas rollte sich leicht zur Seite und beobachtete. Das konnte heiter werden. Wirklich heiter. Was machten sie hier eigentlich? Nico ging diesmal längst nicht so rücksichtlos vor wie bei Andreas; diesen musste man offensichtlich wirklich zu seinem Glück zwingen, aber bei Jonas reichten ein paar weiche Knie.... Und in der Tat bekam Jonas bald weiche Knie, Nicos Lippen fühlten sich so zart und lieb an, dass er schnell vergaß, warum er hier eigentlich geküßt wurde. Etwas unsicher schob er seine Hände an Nicos Körper und streichelte ihm weich über die Seiten. Nico hielt Jonas vorsichtig im Arm und vermied tunlichst, schon wieder auf nähere Tuchfühlung zu gehen - doch das gestaltete sich zusehends schwieriger. Denn Jonas suchte wieder einmal die körperliche Nähe, es war deutlich zu fühlen, dass er dort einigen Nachholbedarf hatte. Langsam schob er sich näher an Nico heran, bis ihre Körper sich der Länge nach berührten. Dabei strich er noch immer sanft über die Seiten und die Brust seines Freundes. Andreas beäugte das ganze. Verhielt sich dabei auffallend ruhig und grinste. Schließlich war es Nico, der den Kuss beendete - wenn auch ungern. Schwer atmend löste sich Jonas von ihm - unwillig und langsam. "Wow," entfuhr es ihm, leise und kaum hörbar. Nico grinste wie eine Katze am Sahneteller, strich Jonas übers Haar und blickte sich dann zu Andreas um. "Na, gibst du auf?" "Ne." Der Schwarzhaarige stemmte sich hoch. Er war verrückt, eindeutig, diagnostizierte er ungerührt sich selbst. "Noch Luft für einen weiteren Kuss?", fragte er trotzdem Jonas. Der hatte das Denken schon beinahe gänzlich eingestellt, sondern und genoß es einfach, die Nähe der anderen beiden zu fühlen, und von ihnen angenommen zu sein. "Meinst du, du kannst es mit Nico aufnehmen?" fragte er grinsend, doch dann sah er wieder etwas verlegen auf die Bettdecke zwischen ihnen. Andreas hob mit zwei Finger ganz sanft Jonas' Kinn. Er gab ihm keine Gelegenheit zu überlegen und er sich selbst auch nicht, als er ihn genauso sanft küsste. Jonas schloss die Augen und fühlte nur noch, fühlte den weichen Mund, die sanfte Zunge, die Finger an seinem Kinn, die Hand in seinem Rücken... Und auch seine Hände machten sich selbständig, streichelten Andreas über die Seiten und zogen ihn dichter an sich. Nico betrachtete das Ganze mit einer Mischung aus Verwunderung und Zufriedenheit. Sieh an, sieh an... grinsend lehnte er sich zurück. Andreas legte alle Gefühle in den Kuss und ließ es Jonas fühlen. Jonas fühlte ein Prickeln in seinem Magen, warm und kitzelnd, wie ein Schwarm Schmetterlinge. Mit einem Lächeln beendete Andreas das Tete à Tete und sah Jonas fragend an. Der sah sich außer Atem um und blickte in zwei erwartungsvolle Gesichter. Langsam dämmerte ihm, dass er jetzt ja eine Bewertung abgeben mußte. Wie sollte er das eben erlebte nur bewerten? Noch immer leicht keuchend und sicher knallrot im Gesicht lächelte er die beiden Kontrahenten an. "Ich glaube, die Jury ist zu keinem Urteil in der Lage," stellte er fest. Andreas sah ihn enttäuscht an. "Waren wir so schlecht?" Nico grinste. "Willst du behaupten, wir sind gleich gut?", wollte er von Jonas wissen. "Ihr... ihr seid beide... Wahnsinn," brachte Jonas heraus, bevor er sich wieder abwandte und unsicher zur Seite sah. "Ah, ja." Andreas hob eine Augenbraue und sah Nico an. "Wir sind Wahnsinn", wiederholte er. Nico blickte verschwörerisch zu diesem hinüber. " Nehmen wir das Urteil an?" "Warum nicht?", wisperte Andreas nonchalant. "Obwohl..", Nicos Augen blitzten wieder unheilverkündend, "damit stehen wir leider wieder am Anfang..." "Es ist doch nicht schlimm, gleich gut zu sein," murmelte Jonas. Irgendwie hatte er das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Aber beide Freunde küßten wirklich gut, da konnte er keine Unterscheidung treffen. "Aber Nico hat recht. Wir stehen wieder am Anfang. Und was jetzt?" "Wir müssen das wohl anderweitig... ausdiskutieren, Andreas", gab Nico zurück. Nico erntete einen misstrauischen Blick. "Wie meinst du das?" , kam auch gleich die Frage hinterher. Nico zog nur die Augenbrauen vielsagend in die Höhe. "Ähm" Andreas schaute sich um, wo hier der Fluchtweg lag. Irgendwie kam ihm die Angelegenheit nicht koscher vor. Doch flüchten hätte er nicht gekonnt, denn noch immer lag Jonas in seinen Armen und verfolgte die Diskussion gespannt und zugleich etwas ängstlich. Hoffentlich hatte er nicht schon wieder etwas falsch gemacht! Nico sagte immer noch nichts. Irgendwo hatte selbst er einen Funken von Taktgefühl, und das vebot ihm gerade vehement, mit noch mehr Andeutungen zu werfen. Andreas und Jonas sahen schon verschreckt genug aus... Doch Andreas schien da anderer Meinung. "Was hast du vor?", wisperte er in Nicos Ohr, ignorierte die Nähe, er damit schuf. Nico wandte sich Andreas zu, so dass der Abstand zwischen den beiden noch geringer wurde. "Was immer dir gefällt", kam die Antwort. Was für eine wunderbare Gesichtsfarbe. Andreas besaß eine blühende Phantasie. Diese Reaktion entging Nico natürlich nicht; er beugte sich vor und flüsterte in Andreas' Ohr: "Ich könnte auch ganz... brav sein... aber da würde dir was entgehen, oder?" Der Barkeeper riskierte einen Blick zu Jonas. Der schien dagegen zu sein, die Nähe aufzugeben. Aber Andreas selbst... Er seufzte. Wollte er sich tatsächlich zurückhalten? Er sah wieder Nico an und senkte leicht den Kopf. Dunkel raunte er: "Du willst doch gar nicht brav sein!" Nico lächelte beinahe ertappt. "Wie kommst du nur darauf?", hauchte er ein wenig kokett zurück. "Weiß nicht. Mir kam der Gedanke." "Tja, du bist Barkeeper, da braucht es ja Menschenkenntnis", erwiderte Nico noch immer so leise, "also solltest du auch wissen, was ich so im Sinn habe, ohne dass ich es immer erklären muss." Andreas biss die Zähne aufeinander. Das hier war zum Mäusemelken. Konnte er sich nicht mal als gepflegt verführtes Opfer sehen? "Mach, was immer du denkst. Ich glaube nicht, dass ich das schon kann", wisperte er leidend. Jonas sah seine Freunde kritisch an. Was war das jetzt? Was hatten sie vor? Und vor allem - wer hatte was vor? Es schien ihm so, als würden sie sich die beiden in eine Sackgasse manövrieren - in entgegengesetzte Sackgassen. Irgendwas musste er jetzt machen, das merkte er. "Warum... warum versucht ihr es nicht noch einmal im direkten Vergleich?" fragte er leise. Nico blickte Jonas an und lächelte ihm dankbar zu. Na bitte, da war wenigstens einer lernfähig! "Also, wie wäre es damit?", fragte er wieder an Andreas gewandt. Jonas war erleichtert, dass ihm dieser Vorstoß nicht übel genommen wurde. Dennoch zog er sich zufrieden wieder auf den Posten des Beobachters zurück, jedenfalls geistig gesehen. Körperlich war er noch immer nicht bereit, den Kontakt zu Andreas zu verlieren. Der sah ihn erstaunt an und wurde doch tatsächlich noch ein wenig dunkler. Nicos Nähe jedoch ließ ihn sich wieder diesem zuwenden. "Ein direkter Vergleich", wiederholte er. Nico wartete ab, was Andreas tun würde. Dieser schien sich noch nicht so ganz einig zu sein... Als er sich jedoch seinem Gesicht näherte, schien er eine Entscheidung getroffen zu haben. Nico beschloss, dass Andreas' Reaktion eine Zustimmung war und machte sich einmal mehr daran, zu beweisen, dass er der bessere Küsser war. Alle Zurückhaltung schien für diesen Moment vergessen. Wie konnte man nur schüchtern sein und gleichzeitig soviel Temperament zeigen? Von seinem angenehm nahen Beobachterposten aus sah Jonas den beiden zu. Es war ein unheimlich erotisches Bild, das sich ihm da bot, zwei wirklich gutaussehende Männer, die sich liebevoll und zugleich leidenschaftlich küßten. Ein warmes Gefühl breitete sich in seinem Magen aus, als Nico seine Hand hinter Andreas' Kopf schob und ihn damit noch etwas näher an sich zog. War der Seufzer nun von Andreas oder Nico? Doch Nicos wissender Blick verriet, dass es wohl Andras war, der mit geschlossenen Augen genoß. Offensichtlich hatte dieser wohl beschlossen, sich, einmal entschieden, der Sache wieder vollkommen zu widmen. Genauer gesagt, Nico zu überlassen, was weiter geschah. Aber sollte Nico es ihm wirklich so einfach machen? Sanft, aber bestimmt, zog Nico sich wieder etwas zurück. Andreas schien wie aus einem Traum zu erwachen. Er wirkte doch tatsächlich enttäuscht. Fast hätte man meinen können, er würde schmollen. "So nicht!", murrte er und zog Nico wieder zu sich. "Reicht nicht zum Testen!" Dessen triumphierendes Grinsen ging verständlicherweise unter. Bis jetzt hatte Jonas die Ansicht genossen, die sich ihm bot. Doch auch, wenn er sich nicht ausgeschlossen fühlte, nicht wie das fünfte Rad am Wagen, so hatte er dennoch das Bedürfnis mitzumachen. Es sah so liebevoll aus, wie die beiden miteinander umgingen, und er wußte schließlich auch, wie gut beide küssten. Allmählich machten sich seine Glieder selbständig, und ohne es wirklich zu merken, rutschte er näher an die beiden heran. Es war, als würden sie ihn anziehen, wie größere Massen die kleineren anzogen. Schließlich lag er an Andreas gekuschelt da, und eine Hand wanderte langsam auf Nicos Rücken. Diesem entging das warme Gefühl einer zusätzlichen Hand auf seinem Rücken natürlich nicht. Nein, Jonas hatte er natürlich auf keinen Fall vergessen wollen. Er ließ eine Hand von Andreas abwandern und winkte damit unmissverständlich nach Jonas. Etwas zögerte Jonas, er fühlte sich unsicher, doch dieser Aufforderung konnte er einfach nicht widerstehen. Er lehnte sich dichter an die beiden an und begann, Andreas sanft in den Nacken zu küssen. Etwas überrascht wandte dieser sich Jonas zu. Sanft zog er ihn zu sich und sah darin dessen Sehnsucht, nicht ungeküsst zu bleiben. Zärtlich küsste Andreas ihn, um die Sehnsucht zu stillen und gleichzeitig einen neuen Hunger zu entfachen. Jonas schloss die Augen. Diese Lippen schmeckten so süß, und ebenso süß war das Gefühl, dazuzugehören. Ein leises Seufzen entwich seinen Lungen, und leidenschaftlich erwiderte er den Kuss. Nun war Nico derjenige, der einfach nur beobachtete, ohne die beiden loszulassen. Unbewusst hatte er den gleichen Gedanken wie Jonas: Das Bild zweier sich küssender Männer hatte etwas unglaublich anziehendes... nein, nicht zweier Männer. Andreas und Jonas. Lächelnd blieb er, wo er war. Andreas brauchte einige Augenblicke, bis er begriff, was er gerade ohne nachzudenken getan hatte. Er stieß jedoch Jonas nicht zurück, sondern küsste ihn weiter, bis ihnen die Luft ausging. Scheinbar setzte bei ihm jetzt wirklich das Denken aus. Ebenso ging es Jonas, dem kein Gedanke mehr durch das sonst so oft gemarterte Hirn jagte. Statt dessen fühlte er nur noch, er fühlte sich geborgen und geliebt. Andreas beendete vorsichtig ihren Kuss und sah ihn mit einem Lächeln an. "Du scheinst von diesem Zeug auch nicht genug zu bekommen, oder?" Ein wenig irritiert sah Jonas auf, dann verstand er. "Ich glaub nicht," murmelte er verschämt. Andreas strich ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht. "Stimmt, das hier hat irgendetwas süchtig machendes. Und ich weiß auch nicht so recht", gestand er jetzt ganz offen ein. Den Augenblick nutzte Nico. "Kriege ich auch noch was? Vielleicht gibts ja sonst Entzugserscheinungen..." Er grinste. Jonas warf einen unsicheren Blick auf Andreas, dann reichte er mit einer Hand zu Nico und zog ihn näher. "Nein", erwiderte Andreas und grinste zurück. Besitzergreifend nahm er Jonas Hand und zog sie zu sich. Ungläubig sah Jonas den anderen Mann an. Meinte der es wirklich so? Dass er ihn nicht teilen wollte? Der herausfordernde Blick Andreas' entging ihm völlig. Doch Nico verschränkte nur gespielt schmollend die Arme. "Jaja, erst die Mimose spielen, dann den großen Küsser markieren und zum Schluss auch noch Jonas mit Beschlag belegen, das habe ich gern!", beschwerte er sich bei Andreas, doch der Schalk blitzte in seinen Augen, als er ihn ansah. Natürlich war er nicht wirklich böse, aber wenn Andreas es so darauf anlegte... "Wenn du es gern hast, dann hast du ja nichts dagegen", säuselte der Schwarzhaarige mit den grünen Augen. Doch er musste leider feststellen, dass es sich nicht wirklich empfahl, mit Nico Streit anzufangen - und wenn es nur im Scherz war. Und ehe Andreas noch reagieren konnte, hatte Nico sich an ihn gekrallt, ihn umgeworfen und ihn zu kitzeln angefangen. Andreas prustete los und versuchte die hinterhältige Attacke zu verhindern. Doch Nico ließ nicht von ihm ab. "Erst, wenn du Jonas mit mir teilst!", befahl er. "Warum?", war die unverschämte Frage und ein noch unverschämteres Grinsen folgte. "Weil... ", Nico schien kurz zu überlegen, doch dann kam ihm ein Einfall. "Weil ich dich sonst ohnmächtig küsse, ganz einfach!" "Hah" Andreas fing die kitzelnden Hände ein. "Du und ohnmächtig küssen, ich lach mich zu Tode." Er sah Jonas an, der irgendwie noch verwirrter schien. "Oder was meinst du?" Doch Jonas bekam keine Zeit zum Antworten. "Willst du es drauf ankommen lassen?", fragte Nico herausfordernd. Andreas konnte nicht mehr vor Lachen. "Ja!", erwiderte er, als er sich ein wenig zurücknehmen konnte. "Doch du wirst eher ohnmächtig. Und außerdem: Wie kann man von Küssen ohnmächtig werden?" "Tja, das beweist, dass du keine Ahnung hast!", gab Nico frech zurück, "allerdings wollte ich auf deine immer noch angeschlagene Gesundheit Rücksicht nehmen..." "Wie?" Andreas Augen wurden schmaler und funkelten unheilvoll. "Du, du .... Scheinheiliger!" Unsicher sah Jonas von einem zum anderen. War das ernst gemeint? Wollten sie sich wieder herausfordern? "Scheinheilig? So, das ist zuviel!" Im nächsten Moment hatte Nico Andreas buchstäblich niedergeküsst. Er merkte, wie die Hände des ihm eigentlich Schutzbefohlenen sich in seine Pullover krallten. Trotzdem brauchte Andreas keinen Wimpernschlag, um den Angriff auf empfindlichem Schlachtgebiet mit gleicher Münze heimzuzahlen. Vehement wurde die Invasion zurückgedrängt und auf einen anderen Schauplatz verlegt. Doch Nico gab nicht nach. Nein, Andreas konnte man wirklich nur auf eine Art das Maul stopfen... aber wenn Nico ehrlich war, war ihm diese Methode ganz recht. Und wieder einmal gingen seine Hände über Andreas auf Wanderschaft. Was für ein Unterschied! Da, wo sich Andreas unsicher gab, war er gleichzeitig leicht zu entfesseln. Ohne auch nur daran zu denken, den Kuss zu unterbrechen, tat er es Nico nach und reizte ihn gleichermaßen. Jonas kuschelte sich noch immer eng an Andreas, doch er tat nichts, außer die beiden Männer beim Küssen zu beobachten. Das Knistern in der Luft zwischen den beiden war beinahe fühlbar, und ihm selber wurde schon beim Zusehen warm. Ewigkeiten schienen zu vergehen, und Nico hatte schon fast alles um sich herum vergessen. Und selbst wenn ER jetzt in Ohnmacht gefallen wäre, hätte ihn das auch nicht wirklich gestört... Andreas küsste wirklich verdammt gut! ***