Titel: Ein Eiswürfel mit Folgen - oder Wie genießt man einen B52? Teil: 15 Autor: Neko, Seya, Silberchen E-Mail: sumeragi_subarukun@yahoo.de sheseya@yahoo.de silberchenxx@yahoo.de Genre: real, RPG Bewertung: PG-? Warnung: yaoi Inhalt: Ist eine Überraschung, vor allen Dingen für uns. 3 x ^^;;; Erklärung: Dies ist unser erstes Rollenspiel. Wie bitten hiermit um Gnade ... aber vor allen Dingen um C&C. *** Die Wegbeschreibung war nicht weiter kompliziert, und wenig später saß Jonas auf seinem Fahrrad und fuhr in den Park. Seinen Rucksack hatte er gar nicht erst ausgepackt, lediglich sein Rechnungswesenbuch und einen Notizblock hatte er noch dazugestopft. Schließlich erreichte er den Park und fuhr auf dem breiten Kiesweg zu der Bank, die Nico ihm beschrieben hatte. Andreas und Nico hatten sich währenddessen unterhalten. Ganz hatte ersterer es nicht unterdrücken können und ein wenig gelästert über Jonas', nun, man konnte schon sagen Anhänglichkeit. Aber selbst Andreas war es recht. Sie sahen Jonas entgegen. Noch immer lag der Park still da, so dass dessen Fahrrad schon von weitem zu hören war. "Hallo Jonas", grüßte Andreas mit einem breiten Grinsen. "Hallo", grüßte der etwas verunsichert zurück. Warum grinste Andreas so? War er doch unerwünscht? Wie sah das eigentlich aus, meldete sich eine fiese Stimme in seinem Kopf, wenn du den beiden ständig so hinterherläufst? Er stieg von seinem Fahrrad ab, und prompt fiel ihm sein Rucksack auf den Kies. So etwas konnte auch nur ihm passieren. Knallrot bückte er sich und hob die Tasche wieder auf. "Hi Jonas", meldete sich auch Nico und lächelte. Nun, offensichtlich war Jonas wieder drauf und dran, von einem Verlegenheitsanfall in den nächsten zu taumeln - es war zu schnuffig. Schnuffig? Ja, schnuffig. Jonas war schnuffig, entschied Nico und lachte sich innerlich über sich selbst kaputt, es gab keinen besseren Ausdruck. Und was Andreas betraf... er war auf seine Art genauso niedlich. "Brauchst nicht alles von dir zu werfen", flachste Andreas aufgeräumt. "Komm, setz dich und jetzt erzählst du mir, warum du hier bist. Nico will es mir nicht sagen und wenn du fertig bist, dann gehen wir zu mir und essen was. Es ist bald Mittag und ich denke, dass wir alle etwas vertragen könnten." Beinahe ängstlich sah Jonas Andreas an. "Warum ich hier bin?" Wollte Andreas jetzt wirklich eine Erklärung haben? Jonas gestand sie sich selbst noch nicht einmal ein! Unglaublicherweise konnte er noch röter werden, und so setzte er sich peinlich berührt auf die linke Kante der Bank. "Ich..." Spontan legte Nico Jonas eine Hand auf die Schulter. "Er ist hier, weil ich ihn bequatscht habe, könnte man sagen", bemerkte er lächelnd, "aber braucht man schon einen besonderen Grund, um sich zu treffen?" "So gefragt, lautet die Antwort eindeutig nein. Nur neugierig bin ich schon." Andreas grinste unverschämt, riss sich dann aber zusammen und winkte Jonas, dass der sich doch ordentlich mit auf die Bank setzen sollte, bevor der Boden doch noch Löcher bekam, in die er verschwinden konnte, riss sich dann aber zusammen. "Ich mein's nicht so. Aber interessieren würde es mich schon. Komm, setzt dich richtig hin, nicht dass du runterrutschst. Und solltest du auf ein Loch warten, keine Chance: Dich lassen wir nicht verschwinden." Jonas fühlte sich erkannt, und prompt sah er wieder verschämt auf den Boden. Wie konnte Andreas ihn so schnell durchschauen, dass er sich hier unwohl fühlte? Dabei hatte er sich selbst in diese Situation gebracht, mit diesem unsinnigen Telefonanruf. Was sollte er auf diese Antwort sagen? "Ich hatte genug gelernt, und ich hab einfach gemerkt, dass ich mal raus musste", versuchte er es wieder mit dieser Halbwahrheit. Gelogen war es ja nicht, aber auch nicht die ganze Wahrheit. "Ja, beim Lernen fällt einem schnell die Bude auf den Kopf", stimmte Nico zu und streckte sich noch ein bisschen mehr, sodass er halb auf der Bank lag, "sag mal, du hättest nicht zufällig Lust, uns noch mal so nett zu bekochen?" bettelte er unverblümt. Kurz überlegte Jonas. Kochen konnte er, eine der wenigen Sachen, die er wirklich konnte. Ein glückliches Lächeln zog sich bei diesem unverhofften Kompliment über sein Gesicht. "Gerne", antwortete er und ging in Gedanken schon Andreas' Vorräte durch. "Habt ihr einen Vorschlag?" Plötzlich kam Nico eine Idee. "Da fällt mir ein, bei mir Zuhause habe ich im Kühlschrank ne Menge leckeres Zeug gesehen, dass doch wieder keiner isst, weil meine Alten eh den ganzen Tag nicht da sind. Soll ich da ein bisschen was für uns kapern?" Den Kühlschrank von Nicos Eltern plündern? Das ging nicht, das konnte Jonas nicht machen. Er erinnerte sich noch gut daran, wie er einmal eine Scheibe Wurst aus dem Kühlschrank seiner damaligen Pflegeeltern genommen hatte - auf die Idee war er nie wieder gekommen. Und auch im Heim war der Kühlschrank eine verbotene Zone gewesen. "Das geht nicht, das kannst du nicht machen", wandte er ein und sah Nico ernst an. "Warum nicht?", fragte Nico verwundert zurück, "es hat doch keiner was davon, wenn das Essen vergammelt und wir hungrig bleiben, oder?" Andreas sah von Jonas zu Nico und wieder zurück und dann wieder zu Nico. "Wo ist dein Problem bei Kühlschränken?", setzte er mal wieder den Daumen auf die Stelle, die weh tat. "Und wieso willst du deinen Kühlschrank plündern? Ich würde wetten, dass ich noch Geld zu Hause habe. Ich glaube, ich gewinne die Wette." Ziemlich verlegen sah Jonas die beiden anderen an. "Ich habe kein Problem mit Kühlschränken", versicherte er und lief wieder etwas roter an. "Aber du kannst doch nicht einfach etwas da rausnehmen. Ich meine... ich..." War es vielleicht ganz normal, sich am Kühlschrank seiner Eltern zu bedienen? Nico schüttelte verständnislos den Kopf. "Der Kühlschrank ist doch kein Tresor, aus dem ich mal eben ein paar 100-Euro-Scheine entwende. Und wie gesagt, meinen Eltern ist es wirklich mehr als egal..." Andreas drückte unmerklich Jonas' Hand und sah dann zu Nico. "Du meinst also, dass deine Eltern soviel Essen nicht vermissen werden?", fragte er, "Nicht dass du Ärger bekommst. Wie gesagt: Wir fahren zum Bahnhof, holen uns etwas und ich bezahle es. Es müsste eigentlich noch reichen." Nico grinste schief. "Hey, selbst wenn ich Ärger bekäme, wäre das wenigstens mal ein vernünftiger Grund. Aber nein, zum dritten Mal, es ist ok. Ich..", er zögerte und wurde wieder ernst, "ich will auch mal was für euch tun." Andreas und Jonas bekamen gleichermaßen große Augen. Er wollte etwas für sie tun und dann auch noch eine Steigerung in diesem Wunsch? Sie waren beide erstaunt. "Was haben wir für dich getan, dass du so...", Andreas gingen die richtigen Worte aus. Nico lächelte. "Ihr habt gar nichts getan, das ist es ja. Keine blöden Fragen gestellt, mich nicht ignoriert, meine zugegeben etwas seltsame Art ertragen... und das passiert mir nicht so häufig, wisst ihr." "Warum sollten wir dich ignorieren?" fragte Jonas ziemlich verwundert. Nico war wirklich kein Mensch, den man übersehen konnte - da war er selbst eher der Typ zu. Und was für blöde Fragen hätten sie stellen können? Jonas war selbst froh, dass er nicht ausgefragt worden war. Und seltsam war er schließlich auch, das wusste er. "Ich... ich danke euch auch," flüsterte er und sah verlegen zu Boden. Andreas glaubte irgend etwas verpasst zu haben. War jetzt Danksagetag und niemand hatte ihm etwas gesagt? Und... wofür entschuldigten die sich denn alle beide jetzt? Dafür, dass man sie nicht ignoriert hat, dass man hier keine dummen Fragen stellt, dass man hier einfach nur zusammen sitzt und sich unterhält? Andreas schaute verwirrt. Konnte es sein, dass er hier auf ein paar ziemlich einsame Menschen gestoßen war... Nun ja, er war auch nicht zur Zeit in großer Gesellschaft, aber so einsam wie diese beiden fühlte er sich nicht. Nur jetzt schien sie etwas miteinander zu verbinden. Andreas räusperte sich. Ehe hier die Verlegenheit zu große Wogen schlug, musste er handeln. "Also, bevor ihr jetzt eine Selbsthilfegruppe gründet: Ich habe Hunger und wenn ich raten darf, ihr auch. Also lasst uns zum wichtigsten Teil der Tagesordnung zurückkehren und uns auf die Jagd nach etwas Essbarem begeben. Denn wenn ihr hungrig seid, dann haben wir uns ganz bestimmt nicht mehr lieb, sondern werden uns gegenseitig auffressen. Ich zumindest. Ich schwöre es." Andreas sah kritisch von einem zu anderen. Vorsichtig wagte Jonas zu lächeln. "Ich hab auch Hunger", gab er zu, "und ich lasse mich von euch bestimmt nicht auffressen. Und wenn ihr mir nicht zum Opfer fallen wollt", deutete er an und grinste. Dann sah er wieder zu Boden hoffentlich war er jetzt nicht zu weit gegangen. Es wäre schade, wenn er es sich jetzt mit den beiden verscherzt hätte. Nico hob eine Augenbraue. "Jonas, du würdest uns anknabbern? Das glaube ich erst, wenn ich es sehe", flachste er und zwinkerte. "Tja, da wir dir ganz bestimmt nicht zum Opfer fallen wollen..", zerstreute Andreas jegliche Zweifel bei Jonas. Der Barkeeper grinste von einem Ohr zum anderen. "... verschieben wir das auf ein anderes Mal", beendete Nico den Satz, grinste und stand auf, "also, was machen wir wegen Essen?" Erleichtert sah Jonas auf. Sie nahmen ihm seinen Ausspruch nicht übel. Im Gegenteil, sie waren sogar darauf eingegangen. Und sie fanden ihn nicht lächerlich... "Lasst uns doch mal gucken, was so da ist, ich koch uns schon was daraus", bot er an. Aus Resten etwas Essbares zaubern, das konnte er. Und Andreas' Vorräte würden sicher noch einiges hergeben. Im Gegensatz zu seinen eigenen, fiel ihm ein, und er beschloss, nicht an die kommende, karge Woche zu denken. Etwas zögernd folgte Jonas dem Beispiel und packte seinen Rucksack wieder hinten auf sein Fahrrad. Dann sah er fragend zu Nico, der noch immer auf der Bank saß. Dieser rappelte sich auch auf, und die drei schlenderten nebeneinander den Kiesweg entlang in die Richtung, aus der sie gekommen waren. Langsam ging Jonas los und schob sein Rad den Kiesweg entlang. Andreas und Nico folgten ihm, und nur wenig später standen sie vor dem Haus in der Wilhelmstraße 4. Und kaum hatten sie die Treppe erklommen und Andreas' Wohnung betreten, schoss ihnen auch schon ein schwarzer, miauender Fellball entgegen. Mephisto, der es offensichtlich überhaupt nicht leiden konnte, wenn man ihn allein ließ, verlangte lautstark nach Aufmerksamkeit. Sofort ging Jonas in die Knie, ohne darauf zu achten, dass er seinen beiden... Freunden damit im Wege hockte. Seiner Umwelt völlig entrückt saß er in der Tür und kraulte den schwarzen, schnurrenden Fellbrocken hinter den Ohren, streichelte ihm den Bauch und strich über das weiche Fell am Rücken. Kurzentschlossen grinste Nico Andreas entschuldigend an und kniete sich ebenfalls hin, um Mephisto zu kraulen. Der große Kater schob seinen Kopf in Nicos Richtung und drängte sich zwischen die beiden jungen Männer. "Wir vergessen dich nicht", erwiderte Nico, "wir verschieben unsere Aufmerksamkeit lediglich zeitweise auf ein anderes grünäugiges Individuum..." Erst bei diesen Worten erwachte Jonas wieder aus seiner Trance. "Oh... oh, entschuldige," stammelte er unsicher. "Ich..." Doch trotz seiner Nervosität und beinahe Angst vor Andreas' Reaktion lösten sich seine Hände nicht aus dem weichen Fell des Katers. "Ähm." Jonas wurde Zeuge, wie Andreas rot wurde. "Wir sollten kochen", lenkte der heiser ab. Nico grinste und stand auf, um Andreas den Weg frei zu geben. "Wir sollten mal schauen, ob das Plüschmonster Hunger hat", meinte er zu Jonas mit einem Blick auf den Kater. "Ja", murmelte Jonas und stellte sich wieder hin. Mephisto strich ihm um die Beine und stieß mit dem dicken Kopf an seine Waden. Ohne auf die beiden Männer zu achten ging Jonas in die Ecke der Küchenzeile, in der er das Futter für den Kater untergestellt hatte. Erst, als das Tier versorgt war, blickte er sich wieder um. Andreas kramte im Korridor in einem kleinen Schrank und brachte seine Ausbeute in die Küche. Es waren ein paar chinesische Nudeln und Gemüsebüchsen. "Meine geheime Vorratskammer", meinte er zu Nico, der ihn fragend anschaute. "Nicht sehr groß, aber groß genug. Leider oder zum Glück, vergesse ich immer, dass ich da noch etwas drin habe. Manchmal rettet mich das über das Wochenende, wenn ich vergessen habe, mir etwas einzukaufen. Im Schrank müssten noch andere Nudeln und Tomatensoße sein, die Jonas gekauft hat", meinte er, dann schränkte er jedoch ein, dass er sich nicht sicher war, ob überhaupt noch etwas übrig war von diesen Sachen. Jonas sah sich die Ausbeute an. Chinesische Nudeln, Gemüse... im Gefrierfach fand sich noch Fleisch - daraus ließ sich etwas machen. Sofort stellte er sich an die Küchenzeile und begann, das Essen vorzubereiten. Glücklicherweise hatte Andreas auch einiges an exotischen Gewürzen, die sich Jonas schon lange wünschte, und so dauerte es nicht lange, bis es in der Küche fernöstlich roch. Schließlich musste alles noch eine Weile köcheln, auch der Reis, den Jonas noch aufgesetzt hatte. Dann erst blickte er sich zu Nico und Andreas um, die ihm beide mit großen begehrlichen Augen zugeschaut hatten. Zum Glück hatte er aber nicht mit dem Löffel auf zu neugierige Finger schlagen müssen, um schlimme Verbrennungen zu verhindern. "Ist es bald fertig?", kam es synchron. "Noch zwanzig Minuten," erklärte Jonas und lächelte. Seine beiden Freunde freuten sich offensichtlich auf das Essen, sie vertrauten ihm sogar, dass es schmeckte. Noch einmal rührte er das Gemüse um, dann legte er den Löffel ordentlich auf eine Untertasse und setzte sich zu Nico und Andreas. "Nun kochst du schon ein zweites Mal für mich", meinte Andreas in diesem Augenblick. "Eigentlich habe ich euch noch gar nicht gedankt dafür, dass ihr euch so um mich kümmert. Ich kippe wegen eines dummen Nagels aus den Latschen und ihr bleibt bei mir, obwohl ihr es gar nicht müsst. Danke." Andreas berührte den kaum sichtbaren Verband unter seinem Pony und lächelte dann schief. "Und jetzt auch noch dieser fantastische Service: Babysitten und Essen frei Haus." "Tja, so was machen wir ja auch nicht für jeden", Nico zwinkerte verschwörerisch, dann wurde er wieder ernst. "Aber mal im Ernst, keine Ursache. Obwohl der Hauptdank ja wohl eindeutig an Jonas gehen muss..." Bei diesen Worten sah Jonas verlegen auf seine Füße. "Ich musste doch sowieso kochen," wiegelte er ab, "da ist es nicht schlimm, für mehr Leute zu kochen. Ich bin froh, auch was für euch machen zu können." Hoffentlich fragten sie jetzt nicht weiter nach, wünschte er sich. Denn dann müsste er erklären, was sie alles für ihn taten: Sie hörten ihm zu, sie waren einfach da, und er hatte das Gefühl, dazuzugehören. Dazugehören... Nico lächelte Jonas an, dann klappte er mit einer theatralischen Geste den Schrank auf. "Und damit ich hier nicht noch weiter unnütz rumstehe, decke ich mal den Tisch", verkündete er und schritt auch gleich zur Tat. Jonas stand ebenfalls auf und goss den Reis ab, dann stellte er die beiden Töpfe auf den Tisch. "Ich hoffe, es schmeckt," sagte er schüchtern und wünschte den beiden anderen einen guten Appetit. ***