Titel: Ein Eiswürfel mit Folgen - oder Wie genießt man einen B52? Teil: 14 Autor: Neko, Seya, Silberchen E-Mail: sumeragi_subarukun@yahoo.de sheseya@yahoo.de silberchenxx@yahoo.de Genre: real, RPG Bewertung: PG-? Warnung: yaoi Inhalt: Ist eine Überraschung, vor allen Dingen für uns. 3 x ^^;;; Erklärung: Dies ist unser erstes Rollenspiel. Wie bitten hiermit um Gnade ... aber vor allen Dingen um C&C. *** Andreas lächelte und machte eine verbeugende Geste. "Bitte einzutreten!", erklärte er mit schauspielerisch verstellter Stimme und mimte gekonnt einen Butler oder Diener. Als er weiter sprach, redete er aber wieder normal und zwinkerte Nico aufmunternd zu. "Ich glaube, hier läßt es sich gut aushalten. Wenn du magst, dann können wir öftes hierher gehen. Du kannst anscheinend auch einen Zufluchtsort gebrauchen und so schnell findet dich hier keiner." "Das klingt ja fast, als wäre ich auf der Flucht", grinste Nico zurück, "dabei kann ich dir versichern, dass das dann anders zugehen würde." Sein Gesicht wurde wieder ernst. "Na, egal. Machen wir uns 'nen netten Tag", schlug er vor, "wie gehts dir eigentlich, hier an der frischen Luft?" Andreas sah Nico prüfend an, neigte leicht sein Haupt und lächelte. "Mir geht es ganz gut. Lass uns in die Mitte des Parks gehen. Da ist ein kleiner Teich. Um diese Zeit ist dort nicht soviel los." Es war ein Angebot, sich unterhalten zu können. Andreas hatte das Gefühl, dass Nico niemanden hatte, der ihm zuhören würde. Auch wenn er selbst gerade keine Freunde hatte, denen er etwas anvertrauen konnte, so plagten ihn derzeit auch nicht irgendwelche Nöte in dieser Hinsicht. Insgeheim schätzte er sich glücklich. "Ja, sicher." Nico folgte Andreas und fragte sich dabei, warum er diesem jungen Mann eigentlich soviel erzählte. Er war doch sonst nicht der Typ, der jedem gleich seine Lebensgeschichte auf die Nase band! Aber es war einfach ein so schönes Gefühl, jemanden zu haben, der einem zuhörte, und der einen nicht gleich beurteilte. Mit einem Anflug seines üblichen Humors schoss es Nico durch den Kopf, dass das vermutlich mit Andreas' Job als Barkeeper zu tun hatte - diese waren ja neben Friseuren und Ärzten immer die beste Adresse, um sich Probleme von der Seele zu reden. Aber nein, es lag wohl eher daran, dass Andreas trotz seiner scharfen Zunge jemand war, dem man vertrauen wollte. Beide gingen sie schweigend den mit Gras und Büschen gesäumten Weg entlang. Es war wirklich ein schöner Tag, wie jeder von ihnen unabhängig voneinander feststellte. Dennoch waren nur wenige Menschen hier und so lag der Park still und verlassen vor ihnen. Die Vögel zwitscherten lautstark und spreizten ihre Federn der Sonne entgegen. Ein Eichhörnchen kreuzte ihren Weg und huschte den nächsten Baum hinauf, beäugte dabei die Besucher mit wachen Augen. "Es ist gleich um die nächste Biegung", erklärte Andreas. Er war zufrieden. So gut hatte er sich die letzten Stunden nicht mehr gefühlt und auch wenn er sich langsam nach einer Sitzgelegenheit sehnte, so tat es gut, draußen zu sein und die Sonne zu genießen. Nico musste feststellen, dass Andreas nicht zuviel versprochen hatte. Der Weg mündete auf einem kleinen Platz, umgeben von hohen, alten Bäumen, in dessen Mitte ein Springbrunnen plätscherte. Einzelne Vögel badeten darin und flogen mit nass-schillerndem Gefieder auf, als sie die Schritte der beiden jungen Männer auf dem Kies knirschten hörten. "Hier ist es schön", flüsterte Andreas mehr zu sich selbst. "Ich gehe immer hierher, wenn mein Schädel brummt und ich nichts mehr hineinbekomme." Lächelnd wandte er sich zu Nico, der nicht weniger begeistert schien. "Wollen wir uns setzen?", meinte Andreas mit einer Handbewegung zu einer der leeren Bänke. Nico folgte dem Wink, und sie ließen sich auf der Bank nieder, direkt gegenüber des Brunnens. Versonnen faltete Nico die Hände über dem Bauch, lehnte sich zurück und genoss den Frieden. Nichts war zu hören außer dem leisen Plätschern des Wassers und dem Zirpen der Vögel. "Ich glaube, jeder Mensch sollte so einen Ort für sich haben", murmelte er schließlich kaum hörbar. "Ja." Nur dieses Wort kam über Andreas Lippen und doch schwang darin mehr. Seine Augen schienen mehr zu sehen, als sich Nico offenbarte. Er ging durch alles hindurch und schloß gleichzeitig alles ein, was sie umgab. "Es ist manchmal wie ein Traum", seufzte der schwarzhaarige Barkeeper. Schnell sah er zu Nico und wurde deutlich rot. "Ich glaube, das war jetzt peinlich. Kann sein, dass ich urlaubsreif bin." Entschuldigend hob er die Schultern und lächelte schief. Doch Nico sah ihn nur unter halbgeschlossenen Lidern an und grinste. "Wieso peinlich? Dass du nicht der beinharte, coole Typ bist, für den du dich gerne ausgibst, habe ich auch schon so gemerkt." Spielerisch stubste Nico Andreas mit dem Ellbogen an, um ihm zu sagen, dass er diesen Kommentar auch nicht so ganz ernst meinte. "Aber vielleicht sollte man dich öfter zum Erröten bringen, das steht dir nämlich", setzte er noch hinzu. "Beinhart?" Andreas knurrte dunkel. "Was soll das denn heißen? Ich bin wie ich bin und ich gebe mich nicht aus." Er schüttelte den Kopf, als Nico erschrocken auf die rüde Erwiderung reagierte. "Keine Sorge, ich reiß dir nicht den Kopf ab. Aber ich bin wirklich so und gebe nicht vor etwas zu sein." Andreas zwinkerte aufmunternd "Davon abgesehen, ich bräuchte wirklich mal eine Auszeit. Man kommt auf so seltsame Gedanken. Wahrscheinlich tut mir dieser Unfall doch ganz gut, auch wenn er vollkommen unpassend kam." Froh darüber, dass Andreas ihm seinen Kommentar nicht übel nahm, nickte Nico. "Ne, kein Mensch kann ständig den gleichen Trott ertragen. Aber eine sanftere Methode als den Unfall hätte es sicher gegeben... auch wenn ich mit dir und Jonas dann vielleicht nie ins Gespräch gekommen wäre. Und das wäre sehr schade gewesen..." Andreas sah fast stur geradeaus, nur seine Stirn verriet, dass es dahinter arbeitete. Nach einer Weile, in der Nico schon meinte, Andreas hätte ihm nicht zugehört, antwortete er etwas zögerlich: "Wirklich seltsam. Aber das passiert eben. Man biegt falsch ab und trifft die Liebe seines Lebens, man bestellt sich einen Kaffee in seinem Stammcafe und bricht sich das Bein. So ist das..." Der Barkeeper grinste leicht und sah wieder zu Nico, der ihn seltsam ansah. "Das Leben ist wie eine Wundertüte, man weiß nie, was drin ist." Nachdem Nico sich von seiner Überraschung über Andreas' Worte - meine Güte, der andere junge Mann hatte ja so recht! - erholt hatte, musste auch er lächeln. "Hieß das nicht eher Pralinenschachtel? Aber egal, du hast völlig recht. die seltsamsten Zufälle passieren.. abergläubische Leute würden da vermutlich von Schicksal reden..." Ein Schulterzucken antwortete ihm und ein schiefes Grinsen. "Ich kenne beide Varianten", meinte er dann. "Welche Varianten? Wundertüte und Pralinenschachtel oder Zufall und Schicksal?", fragte Nico zurück, "aber ist das nicht letztendlich eh das gleiche?" Er lehnte sich erneut auf der Parkbank zurück. "Sorry, ich erzähle heute mal wieder Unsinn", gab er dann zu und grinste schief. "Ich auch manchmal." Andreas wirkte irgendwie aufgeräumt und versöhnlich. So ganz anders. Seine spitze Zunge schien nur eine Illusion zu sein, jetzt wirkte er einfach ruhig, angenehm - wie ein guter Zuhörer oder ein Freund. Andreas lehnte sich zurück und entspannte sich zusehends. Er genoss die warmen Sonnenstrahlen und die kühle Luft. Sie waren allein. Keine Stimme wurden zu ihnen herübergetragen, keine Schritte brachten den Kies zum Knirschen. Schließlich brach Nico das angenehme Schweigen. Während er versonnen in den blauen Himmel starrte, fragte er leise: "Sag' mal, Andreas, warst du schon mal verliebt? Ich meine, so richtig?" Andreas glaubte, sich verhört zu haben. Wieso stellte ihm Nico auf einmal diese Frage? Verwirrt sah er ihn an und lachte dann leise, als der ihn peinlich berührt ansah. Die Frage war doch einfach zu intim. "Ja, war ich schon. Warum fragst du?" "Naja", Nico kam sich auf einmal ziemlich albern vor, doch die Frage war heraus, "reine Neugier, schätze ich. Und... ich tät gern wissen, was das genau für ein Gefühl ist." Dann, nach einer kurzen Pause setzte er verlegen hinzu: "Entschuldige meine dämliche Frage; ich bin schon wieder taktlos." Andreas blieb für einen Moment die Worte im Hals stecken. Nico...? "Du warst noch nie verliebt?", platzte er heraus. "Entschuldige, jetzt bin ich taktlos, aber das willst du doch sagen, oder?" "Naja", Nico rieb sich verlegen die Nase, "wenn man mal von einer Schwärmerei für Legolas oder Madonna absieht... außerdem würde ich sonst sicher nicht fragen, oder?" "Stimmt!" Andreas war erleichtert, dass ihm sein Ausbruch nicht krumm genommen wurde. "Du schwärmst also von Legolas und Madonna..." Der Barkeeper zog die Stirn kraus. "Ist der Elb nicht schwul?" "Naja, eigentlich ist meine Madonna-und-Legolas-Phase schon wieder ein bisschen her... aber seitdem die Filme draußen sind..." Nico grinste vielsagend, "und der Elb ist garantiert schwul! Ok, ich weiß zwar nichts über Schwule, aber der ist es bestimmt..." "Also bist du ein eindeutiger Herr der Ringe-Fan." Nicos Gastgeber lachte leise. "Und wieso meinst du, dass dieser Legolas eindeutig schwul ist? Also ich habe es gehört und so wie die Elben in dem Film die Haare tragen, irgendwie das ganze Auftreten. Da kommt man schon ins Grübeln, wie diese Rasse sich überhaupt noch fortpflanzen kann. Aber warum meinst du, dass Legolas schwul ist? Immerhin, du bist Fan und ich habe es mal einfach so gesehen, weil jeder meinte, dass man ihn sehen musste. Ich habe noch nicht mal die Bücher. Na gut, mein Vorrat an Romanen ist verschwindend gering." "Naja", Nico kam jetzt in Erklärungsnot, "wie gesagt, wie er aussieht... und er und der Zwerg streiten sich die ganze Zeit wie ein altes Ehepaar. Alles keine Begründung, ich weiß. Irgendwo habe ich mal gelesen, Männer nennen andere Kerle gerne dann schwul, wenn sie sie attraktiv finden, aber das nicht zugeben wollen, oder weil sie neidisch sind und das nicht zugeben wollen... aber dazu gehöre ich nun auch nicht." "Gute Erklärung", musste Andreas zugeben. "Also könnte es sein, dass du Legolas attraktiv findest." Das war eindeutig zweideutig gefragt, auch wenn Andreas es als schlichte Aussage getarnt hatte. Das Zwinkern brachte Nico auf die Spur, dass er gerade aufgezogen wurde. Natürlich grinste Nico zurück. "Tja, das habe ich gestern auch schon vor Jonas zugegeben. Hm, meinst du, ich bin jetzt deswegen auch schwul? Oder nur verwirrt?" "Verwirrung könnte schon gut möglich sein", flachste Andreas und strubbelte sich durch die schwarzen Haare. "Jonas zumindest war es schon. Wer weiß, vielleicht liegt es auch an mir." "Aha, du gibt also zu, uns unschuldigen jungen Dingern den Kopf verdreht zu haben? Hm, ich sollte mir was als Strafe ausdenken..." In Nicos Mundwinkeln zuckte es, während er Andreas direkt in die Augen blickte. "Strafe?" Der Barkeeper schaute etwas sparsam aus der Wäsche. "Ich habe niemanden verführt. Was kann ich dafür, wenn er eine Morgenlatte hat?", protestierte er deutlicher als er es wollte. Schnell sah er sich um, ob ihn irgendjemand sonst noch gehört hatte. "Ist halt passiert", meinte Andreas dann kurz und grinste, "Und was war dein Problem?" "Ach, das interessiert dich wohl?", gab Nico zurück und klimperte ein wenig mit seinen - zugegeben, wirklich langen - Wimpern. Der Barkeeper glaubte sich für einen Moment im falschen Film. Prompt platzte es aus ihm raus: "Machst du mich an?" Nico sah Andreas' verdutztes Gesicht und brach in lautes Gelächter aus. Es dauerte einige Momente, bis er sich wieder beruhigt hatte, dann erwiderte er: "Und das fällt dir jetzt erst auf, wo ich mich doch schon das ganze Wochenende so benehme?" Dann setzte er etwas ernster hinzu: "Und bevor du mich jetzt fragst, nein, ich habe keine Ahnung, warum. Normalerweise fiele es mir im Traum nicht ein, mit Männern zu flirten. Also müssen du und Jonas doch dran schuld sein." Der Gesicht des Barkeepers auf diesen Vorwurf war noch köstlicher und reizte Nico zu einer weiteren Lachattacke. "Das ist nicht witzig", begehrte Andreas auf und musste dann auch grinsen. "Okay, wir sind schuld daran und du auch und so wie es aussieht, habe ich zwei Männer in meiner Wohnung, die irgendwie nicht ganz astrein sind." Andreas neigte seinen Kopf. "Naja, ganz ehrlich. So astrein benehme ich mich auch nicht." Er blinzelte und wirkte ziemlich unglücklich. "Muss am Kaffee liegen. Oder doch die Medikamente." Nico legte den Kopf schief und musterte Andreas. "Ich wüsste wirklich nicht, was an deinem Verhalten nicht ok wäre, Andreas", sagte er schließlich und seine Stimme klang aufrichtig. "Oh." Mehr bekam Nico nicht zu hören auf diese Aussage hin. Doch dann wedelte Andreas mit den Händen und widerlegte haarklein: "Doch, nichts ist in Ordnung. Ich schlafe mit zwei Typen in einem Bett, wobei der eine von ihnen warme Gefühle bekommt und der andere mit mir flirtet. ... Nein, nein... Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass ich immer noch ruhig hier sitze und keinen von ihnen rausgeworfen habe. Nein, dass ist auch nicht dasProblem. Das Problem ist, dass ich kein Problem habe", schloß Andreas einigermaßen verwirrt aussehend und sah Nico an, als hätte der die Antwort aller Antworten parat. "Ist nicht so, dass ich irgendwas gegen warme Brüder hätte. Doch so nahe dran habe ich noch niemanden gelassen. Mal ehrlich! Die Sache hat doch einen Haken." Die blauen Augen blitzten und sahen fast vergnügt aus. "Entweder ich bin noch immer high oder ich bin schwul. Na gut, zumindest nicht abgeneigt und damit bi. Okay, okay..." Andreas unterbrach sich, als er merkte, dass er Nico völlig über den Haufen fuhr und kein Wort mehr zuließ. Außerdem redete er mehr, als ihm gut tat und jedes Wort machte es noch komplizierter. Besser er schwieg endlich! Nico brauchte ein paar Sekunden, um Andreas' wirren Wortschwall auseinander zu sortieren, dann lächelte er den anderen jungen Mann an. "Andreas, ich glaube, du hast das gleiche Problem wie ich. Meinetwegen sind wir halt bi, aber das ist es gar nicht, was dich so stört, hm? Du hast es eben selber gesagt: 'ich habe noch niemanden so nah herangelassen.' Und damit hast du nicht deinen so eifersüchtig gehüteten Traumkörper gemeint, sondern..." Nico verstummte und tippte auf Andreas' Brust. "Niemand?" Stimmt, das hatte er gesagt, aber nicht gemeint. Andreas schüttelte den Kopf und verneinte: "Ich meinte damit Männer und damit auch nur eine spezielle Beziehung zwischen Männern. Ähm..." Andreas fühlte, wie er rot wurde. Mann, er war doch keine 15 mehr und selbst mit 15 war er nicht mehr rot geworden. Dieses Thema war einfach zu heikel. Nico lehnte sich zurück und sagte nichts. Andreas' Erröten war ihm schon Antwort genug; er musste gar nicht mehr weiterfragen. "Ok, Themawechsel", meinte er schließlich, als Andreas' Unbehagen nicht wich. "Die Frage ist, welches Thema." "Schlag du was vor. Sonst bringe ich dich doch nur wieder in Verlegenheit", grinste Nico. Ein leises und doch durchdringendes Klingeln aus seiner Jackentasche ließ Nico nervös nach dem Verursacher des Lärms suchen - seinem Handy. Wer wollte ihn da so dringend erreichen - hoffentlich nicht sein Vater? "Nico? Hier ist Jonas," hörte er die bekannte Stimme am anderen Ende. "Ich hoffe, ich störe nicht?" "Aber nein, überhaupt nicht, ich sagte doch, du kannst dich immer melden", erwiderte Nico, erfreut, dass das etwas unangenehme Gespräch kurzzeitig unterbrochen wurde, "was gibt es denn?" Andreas hob fragend eine Augenbraue hoch, hörte aber aufmerksam zu, und hoffte, so zu erfahren, wer am anderen Ende war. "Ich..." es war Jonas jetzt doch merklich unangenehm, Nico so einfach angerufen zu haben. "Ich habe dich... ich weiß nicht... ich..." Warum war er eigentlich auf die blöde Idee gekommen, Nico zu stören? Nico unterdrückte ein Schmunzeln. "Ich dich auch. Hast du noch zu tun oder wie siehts aus?" Andreas hob die zweite Augenbraue. Jonas stutze ein wenig. Der junge Mann am anderen Ende der Leitung klang so freundlich, und gar nicht so, als hätte Jonas ihn gestört. War es doch richtig gewesen, ihn anzurufen? "Ich hab einiges geschafft," erzählte er, "und mehr kann ich mir jetzt eh nicht mehr merken." Dass es mit dem Lernen heute nicht einfach gewesen war, dass seine Gedanken ständig um seine beiden... Freunde gekreist waren, dass ihm zu Hause die Decke auf den Kopf fiel, das konnte er Nico nun nicht erzählen. Ob er den anderen einfach so fragen konnte, ob sie sich treffen könnten? "Zuviel lernen schadet eh", stimmte Nico zu, "aber hör mal, Andreas und ich sitzen hier gerade in einem netten kleinen Park, nicht weit von seiner Wohnung. Wenn du magst, kannst du ja noch ein bisschen vorbeikommen." Diesem Statement folgte ein Zustimmung heischender Blick auf Andreas. "Wer?", formte der lautlos mit seinem Mund. "Jonas", kam die Antwort genauso lautlos die Antwort zurück, ein Grinsen folgte. Ein Leuchten zog sich über Jonas' Gesicht, und Nico konnte die Freunde sicher auch an seiner Stimme hören. "Ich komme gerne vorbei - wenn ich nicht störe." "Warum solltest du stören? Wir freuen uns", erwiderte Nico, und er meinte es auch so. "Dann - dann komm ich jetzt mal vorbei." Jonas war selbst überrascht von seiner Courage, einfach so zuzusagen, doch sein Mundwerk war anscheinend schneller als seine Zweifel. So blieb ihm nichts anderes mehr übrig als nach dem genauen Ort zu fragen, wo sie sich treffen würden. ***