Titel: Ein Eiswürfel mit Folgen - oder Wie genießt man einen B52? Teil: 12 Autor: Neko, Seya, Silberchen E-Mail: sumeragi_subarukun@yahoo.de sheseya@yahoo.de silberchenxx@yahoo.de Genre: real, RPG Bewertung: PG-? Warnung: yaoi Inhalt: Ist eine Überraschung, vor allen Dingen für uns. 3 x ^^;;; Erklärung: Dies ist unser erstes Rollenspiel. Wie bitten hiermit um Gnade ... aber vor allen Dingen um C&C. *** Das erste, was Andreas bemerkte, war eine unheimliche Wärme und etwas Schweres, das auf seinem Bauch lag. Vorsichtig öffnete er die Augen und schielte an der Nasenspitze vorbei auf seinen Bauch und sah auf Mephisto, der friedlich zusammengerollt auf ihm schlief. Andreas stöhnte leise. Der Kater brauchte dringend eine Diät. Die zwei Wärmequellen an seiner Seite waren auch schnell ausgemacht und entpuppten sich als seine Babysitter. Nico hatte halb den Arm um ihn geschlungen und auch Jonas suchte den Körperkontakt ... und er war wieder erregt. Andreas schluckte und grinste dann. Er war sich jetzt ganz sicher, dass er nicht so tickte, wie er es sonst von sich angenommen hatte, denn er sprang nicht wie von der Tarantel gestochen hoch. Warum es ihm nichts ausmachte, konnte er nicht sagen. Aber eine kleine Abkürzung schwirrte in seinen Überlegungen. Wenn er so betrachtete, dann hatte er nach dieser Erkenntnis potentiell 100% der Weltbevölkerung zur Verfügung und musste sich nicht mehr nur auf die weibliche Hälfte festlegen, wenn er suchen und finden wollte. Da er zur Zeit sowieso weder suchte noch fand und auch nicht gefunden worden war, befand er sich jetzt nicht in Erklärungsnot, weil er mit zwei sehr kuschelbedürftigen männlichen Mitgliedern seiner Spezies in seinem Bett lag. Ach ja, außerdem ein männliches Mitglied der Felidae durfte er in seiner Aufzählung nicht vergessen. Ein seltsames, leises Geräusch ließ Nico langsam aus dem Land der Träume erwachen. Es klang wie... Schnarchen. Schnarchen? Seit wann bitte schnarchte einer seiner Teddybären, die seit seiner Kindheit nicht des Bettes verwiesen worden waren, oder war da etwa noch jemand, der es wagte, ihn zu stören? Nein, das weiche Etwas neben ihm war ruhig. Zufrieden kuschelte Nico sich näher daran und versuchte wieder einzuschlafen. Andreas hob eine Augenbraue, rührte sich jedoch nur minimal, um den Kater zu streicheln, der auf einmal seltsame Geräusche von sich gegeben hatte. Er brauchte nicht lange und das dezente Schnarchen wandelte sich in ein leises Schnurren. Leise seufzte Andreas, als Nicos Umarmung daraufhin noch stärker wurde. Mit was verwechselte der ihn eigentlich? Mit einem seiner Teddybären? Bei diesem Gedanken musste Andreas grinsen. Ob Nico tatsächlich noch mit Teddys schlief? Er nahm sich vor, ihn nicht zu fragen. Seine spitze Zunge richtete einfach zu viel Schaden an, so dass es besser war zu schweigen. Jonas rührte sich auch ein wenig und kuschelte sich fast ähnlich an ihn, nur dass dieser in bestimmten Körperteilen mehr fordernde Aufmerksamkeit auf sich zog. Andreas schluckte noch einmal. Jetzt wurde ihm irgendwie noch mehr heiß. Irgendwie gelang Nico sein Vorhaben, noch einmal in Morpheus' Armen zu versinken, nicht, denn plötzlich erinnerte er sich daran, woher er war. Und wenn Andreas keine Teddybären bei sich im Bett hatte, dann musste das kuschelig in Nicos Armen... Ach, was soll's! Verschlafene blaue Augen blinzelten Andreas etwas ertappt an. "Sorry", nuschelte Nico und ließ ein halbherziges Grinsen aufblitzen, ließ jedoch nicht los. Die Bewegungen drangen in Jonas' Träume ein, und wenig später war auch er wach. Etwas warmes lag in seinen Armen - eher an seinen Körper gekuschelt. Andreas, schoß es ihm durch den Kopf, und als er die Augen öffnete, bewahrheitete sich diese Annahme. "Guten Morgen," flüsterte er heiser, dann löste er sich von dem Mann vor sich. Doch diese kleine Bewegung ließ ihn ein gewisses Körperteil deutlich spüren und die ungewollte Reibung an Andreas' Körper ließ es zu allem Unglück noch anschwellen. Mit hochrotem Kopf rutschte er endgültig von Andreas weg. Auch Nico bekam mit, dass sich auf der anderen Bettseite etwas rührte. Sich durch die völlig verwuschelten Haare fahrend hob er den Kopf und grinste Jonas ins Gesicht. Müde sah Jonas in das breit grinsende Gesicht und wurde prompt noch röter. Dabei konnte Nico doch unmöglich wissen, was sich da gerade zwischen Jonas' Beinen tat. Wie gut, dachte sich dieser, dass Andreas zwischen ihnen lag. Zwar war seine Erektion damit nicht minder peinlich, doch wenigstens wußten so nicht beide Männer, mit denen er hier im Bett lag, was mit ihm los war. Warum bekam er eigentlich eine solch heftige Reaktion, wenn er mit zwei *Kerlen* im Bett lag? War er womöglich doch schwul? Nico verstand nicht so recht, warum Jonas am frühen Morgen schon wieder so verlegen dreinschaute, aber es war einfach nur niedlich. Instinktiv streckte Nico seine Hand aus, lehnte sich ein bisschen über Andreas und wischte Jonas eine zerzauste Haarsträhne aus dem Gesicht. Scharf zog Jonas Luft ein, die plötzliche Berührung hatte ihn überrascht. Aber sie war angenehm gewesen, äußerst angenehm. Vielleicht... "Nico," fragte er flüsternd und hoffte, dass der andere verstand. Nico sah zu Andreas, doch dieser schien sich nicht an den beiden zu stören. Also setzte Nico sich auf und rückte am Fußende des Bettes ein wenig zu Jonas hinüber. Jonas zögerte, Nico ans Fußende zu folgen. Sicher würde er dann bemerken, was sich zwischen seinen Beinen abspielte. Doch zu sehr zögern wollte er auch nicht... kurzentschlossen zog er seine Decke von Andreas weg, und rutschte zu Nico, dem er sofort einen Teil des warmen Stoffes abgab. Es war kühl im Zimmer, schließlich stand das Fenster auf, und sah Nico in die dunkelblauen Augen. Nico legte den Kopf schief und lächelte, während er eine weitere verwuschelte Haarsträhne aus Jonas' Gesicht zupfte. Er fragte sich nicht, was er hier tat und dass das da vor ihm ein >Mann< war... es schien ihm einfach richtig. Außerdem kannte er niemanden, der so süß schüchtern lächeln konnte wie Jonas. Nicos Hand wanderte von Jonas' Stirn sanft über seine Wange und den Hals hinunter, ganz sacht nur, um den anderen nicht zu erschrecken. Ohne sich zu rühren sah dieser Nico in die Augen, dann führte er seine Hand zu seiner Schulter, auf der Nicos Finger ihn noch berührten. Einen Moment später schaffte er es dann auch, seinen irgendwie staunend offenstehenden Mund zu schließen. Langsam fragte Nico sich, ob es nicht gesetzeswidrig war, so niedlich auszusehen wie Jonas. Aber es wunderte ihn doch, das dieser auf so eine einfache Berührung so reagierte - war er denn überhaupt keinen menschlichen Kontakt gewähnt? Zuerst hatte es ihn nicht so sehr gewundert, aber jetzt kam es Nico langsam seltsam vor, wie ahnungslos Jonas wirkte. Dabei hatte er gedacht, in dem Alter... Aber Nico hatte ja selber gut reden bei seinem ach so reichen Erfahrungsschatz, was Beziehungen und all das anging. Und Nico hatte Recht, Jonas' Erfahrungsschatz im zwischenmenschlichen Bereich war mehr als dürftig. Mehr körperliche Nähe als mal ein Händeschütteln - oder die unangenehmen Annährungsversuche von Anja hatte er seit Jahren nicht erlebt. Umso mehr genoss er jede von Nicos Berührungen - und war froh darüber, dass dieser nicht weiter ging als diese schüchternen Versuche. Beide brauchten einige Augenblicke, bis sie bemerkte, dass diese schüchternen Versuche absolut nicht privat geschahen, sondern von sehr aufmerksamen Augen. "Bekomme ich auch einen Guten-Morgen-Kuss?", fragte Andreas unschuldig. Nico wurde ein bisschen rot, grinste aber. "Klar doch! Wenn du herkommst..." Andreas entschloss sich, dem was auch immer beizuwohnen. Grinsend erhob er sich, so dass er genau zwischen den beiden saß. "Gut geschlafen?", fragte er und sah von Links nach Rechts und wieder zurück. "Der Kater schnarcht zwar, aber ansonsten kann ich nicht klagen..." Lächelnd beugte Nico sich zu Andreas vor. "Willst du nun oder nicht?" Der Student wurde ein wenig vor Verlegenheit rot. War er nun interessiert oder war er es nicht? Genau diese Frage musste er jetzt beantworten. "Wenn du dich traust?", provozierte er. Zumindest musste er sich jetzt nichts eingestehen. Aber Nico. Denn es war vielleicht doch nicht so sicher, ob der schwul war. Aber was hieß schon ein Kuss! Nicos Wangen färbten sich noch ein wenig röter, aber er zog entschlossen die Augenbrauen zusammen. "Denkst du vielleicht, ich habe Angst?", murmelte er, lehnte sich vor und gab Andreas einen hauchzarten Kuss auf die Lippen. Still beobachtete Jonas die beiden anderen. Im ersten Moment fand er es irgendwie abschreckend, wie Nico den anderen Mann küsste. Doch als sich ihre Lippen voneinander lösten, und Andreas einen leicht verschwommenen Gesichtsausdruck bekam, fühlte er, wie sich etwas in seinem Magen zusammenzog. Es fiel ihm schwer, sich diese eine Sache einzugestehen... Er wäre auch gerne von Nico geküsst worden. Nico sah über Andreas' Schulter Jonas' eindeutig enttäuscht zu nennendes Gesicht. Nein, das konnte er auf keinen Fall hinnehmen! Auch wenn es eigentlich nur ein Spaß gewesen war, seine Drohung wahr zu machen und Andreas zu küssen... es war schön gewesen. Aber Nico wollte Jonas' sowieso schon so zerbrechliches Vertrauen in ihn nicht untergraben. Also lehnte Nico sich über Andreas' Schulter zu Jonas hin und lächelte ihn an. "Gleiches Recht für alle", wisperte er. Wie von fremder Hand geschoben lehnte sich Jonas nach vorne und atmete ein mal tief ein. Würde Nico es wirklich machen? Und was bedeutete das dann? Der erste Mensch, den er küssen würde, war ein Mann! Aber das wurde nur einen Moment später völlig egal, als Nico ihn ganz, ganz vorsichtig küsste, als fürchtete er, Jonas zu erschrecken. Die Berührung dauerte nur wenige Sekunden, doch das war schon lange genug. Erschrocken über seinen eigenen Mut zuckte Jonas zurück und rutschte bis an die Wand zurück. In diesem Moment, mit dieser Bewegung meldete sich auch sein Problem zwischen seinen Beinen wieder. Ohne sich weiter um Nico oder Andreas zu kümmern sprang er auf und stürzte ins Bad. Nico sah Jonas verdutzt hinterher und blickte dann zu Andreas, während er ratlos mit den Schultern zuckte. Offensichtlich war das eben keine sonderlich gute Idee gewesen... Jonas setzte sich atemlos auf den Klodeckel und ließ den Kopf hängen. Was hatte er da eben schon wieder angestellt? Ganz in Gedanken fuhr er mit den Fingerspitzen seine Lippen nach, die Nico eben so zärtlich berührt hatte. Er schloss die Augen und fühlte dem Kribbeln nach, das sich nicht nur dort, sondern auch durch seinen Magen zog. Was war das für ein Gefühl? Irgendwie zog Nico ihn an... Und auch Andreas schien nichts gegen ihn zu haben, so, wie er sich im Bett nicht gegen die Berührungen gewehrt hatte. So in Gedanken merkte er gar nicht, wie die Zeit verging, und wie lange er wirklich auf dem Klo saß. Derweil machte Nico sich langsam Sorgen. Was, wenn er jetzt das Verhältnis zu Jonas irreparabel angekratzt hatte? Entschlossen stand er auf und ging hinüber zum Bad. "Jonas? Alles in Ordnung mit Dir?", fragte er durch die Tür, dann setzte er hinzu: "Tut mir leid, das eben. Manchmal bin ich echt ein unsensibler Trottel." 'War ja klar,' fuhr es Jonas nach diesen Worten durch den Kopf. So etwas hatte Nico nicht ernst meinen können. Wer würde schon ihn, Jonas, wirklich küssen wollen?!? Wie hatte er nur darauf reinfallen können? Und auch noch diesen Kuss fordern? Immer mehr sackte er in sich zusammen und achtete nicht weiter auf die Stimme vor der Badtür. Sicher würde Nico bald aufgeben, und dann könnte er hier verschwinden. Schade, Freunde wie Nico und Andreas hätte er gern gehabt... Als Jonas nicht antwortete, wurde Nico langsam wirklich unruhig. "Ok, ich komme rein, ja?" Ohne auf eine Antwort zu warten, öffnete Nico die Badezimmertür. Er fand dort einen zusammengesunkenen Jonas auf dem Klodeckel sitzen, das Gesicht in die Hände vergraben. Er sah auch nicht auf, als sich die Tür öffnete, er wusste, dass jetzt der Rausschmiss folgen würde. "Kann es sein", hörte er Andreas fragen, "dass du schon wieder Trübsal bläst? Los, komm raus. Wenn ich mir geschworen habe, mich zusammenzureißen, dann tu mir den Gefallen und steck nicht immer gleich den Kopf in den Sand." Nico blickte zwischen Andreas und Jonas hin und her, blieb aber an der Tür stehen. Schließlich seufzte Nico. "Jonas, ich habe dich erschreckt, dafür entschuldige ich mich. Und ich wollte dir auch nicht zu nahe treten, Andreas. Aber ich...", er zögerte, dann erklärte er: "Vielleicht ist es besser, wenn ich verschwinde. Ich richte nichts als Chaos an. Ehrlich zu sein scheint wohl nicht immer die beste Lösung..." Andreas knurrte leise, doch dann hielt er sich nicht mehr zurück. "Langsam reicht es mir. Immer wieder steckt hier einer von euch beiden den Kopf in den Sand. Ich kann euch sagen, was hier passiert und was für ein Chaos ihr gerade anstellt: Irgendwie scheinen wir - eher ihr beiden - aneinander nicht abgeneigt zu sein. Wenn ihr jetzt geht, dann werdet ihr nie herausfinden, wie weit das geht. Also lasst das endlich sein, ansonsten....", Andreas stockte und grinste dann. "Ansonsten gibt es kein Frühstück!", setzte er fest. Nico zog die Augenbrauen hoch und musste sich schon wieder ein Grinsen verkneifen. Nein, er war kein Kind von Traurigkeit, da war nichts zu machen. "Was für eine schreckliche Drohung! Aber du scheinst zu vergessen, oh weiser Meister, dass du dich eben auch nicht gerade krampfhaft gewehrt hast, oder sehe ich das falsch?" "Schon, aber ihr zieht euch praktisch mit den Augen aus", warf ihm Andreas entgegen und funkelte ihn mit grünen Augen an. "Und was soll's: Jetzt habe ich halt herausgefunden, dass ich bi bin. Damit steht mir potentiell 100% der Weltbevölkerung zur Verfügung. Hat doch auch etwas, oder?" Nico zwinkerte Andreas zu. "Wer braucht die Weltbevölkerung, wenn er euch beide hat, hm?" Andreas sortierte die Worte, deren Inhalt und ihre Aussage. "War das jetzt eine Art Antrag?", fragte er fassungslos, erstaunt, während sein Herz einen spürbaren Sprung machte. Was sollte das jetzt? Hatte er sich jetzt, ohne dass er es bemerkt hätte, verliebt? Das würde zumindest seine Sympathie für das gleiche Geschlecht erklären, genauer die zu Nico und Jonas. Andreas überlegte kurz: Ja, auch Jonas! "Naja", Nico lächelte verlegen und blickte zwischen Andreas und Jonas hin und her, "wenn ihr es als Antrag sehen wollt, dann ist es einer. Wenn nicht, solltest du mich vielleicht doch lieber rauswerfen, Andreas. Hormongesteuerte Teenager wie meinereiner neigen nämlich zu unvorhergesehenen Verhaltensweisen." Jonas sah endlich auf. Den ganzen Wortsturm hatte er nur mit halben Ohr mitbekommen, und immer hatte er auf einen Rausschmiss gewartet. Doch der war nicht gekommen, im Gegenteil wurde er von liebevollen Augen angesehen. Erst nach und nach sickerte das Gesagte bei ihm ein - Nico hatte ihn anscheinend wirklich gern, und auch Andreas... Und Jonas mochte die beiden auch... Doch was würde jetzt werden? Große blaue Augen blickten Nico irgendwie hilflos an, also ging er hinüber zu Jonas, kniete sich neben ihm hin und legte ihm vorsichtig eine Hand auf seine leicht zitternden Finger. Mit dieser Reaktion hatte Jonas wirklich nicht gerechnet. Zwar war ihm inzwischen klar geworden, dass Nico und Andreas ihn mochten, aber Nico schien wirklich mehr an ihm zu liegen. Erleichtert und inzwischen völlig verwirrt lehnte er sich nach vorne, lehnte sich an ihn, an die erste Person, die ihn geküsst hatte. Nico verstand die Welt nicht mehr. Hatte er Jonas nicht noch vor wenigen Minuten zu Tode erschreckt? Und jetzt das? Dennoch legte er ganz, ganz vorsichtig seine Arme um Jonas, so locker, dass dieser sich jederzeit wieder zurückziehen konnte. Jonas nahm das Angebot an und kuschelte sich beinahe an den Körper des Anderen. Er konnte es sich nicht erklären - er konnte sich den ganzen Morgen hier nicht erklären - aber jetzt, in diesem Moment, fühlte er sich wohl in Nicos Armen. Froh darüber, dass Jonas nicht wieder gleich wegrennen wollte, hielt Nico ihn fest und strich ihm sanft Über den Rücken, dann über die Haare. Diese fühlten sich unglaublich weich an, und Nico fühlte sich an das Fell eines kleinen, scheuen Tierchens erinnert, das er endlich hatte zähmen können. Oder es ihn. Andreas beließ es bei der Rolle des Beobachters. Er war froh, dass sich Jonas wieder aus seinem Schneckenhaus hervorlocken ließ. Mit Selbstbewusstsein war dieser wirklich nicht gesegnet. "Sagt mal, wollen wir uns nicht wieder in eine gemütlichere Ecke der Wohnung verziehen?", fragte Nico vorsichtig, ließ Jonas aber noch nicht los. Jonas sah unsicher auf. Erst jetzt wurde ihm klar, wo er sich noch immer befand: In Andreas' Bad, auf Andreas' Klo. Er nickte und stand auf - und irgendwie hatte er das Gefühl eines Verlustes, als Nico ihn losließ. "Wenn alles wieder in Ordnung ist, dann ist ja gut." Andreas lächelte. "Und wenn jetzt sowieso alle schon aufgestanden sind, dann können wir auch frühstücken. Hat jemand etwas dagegen? Wir können auch noch eine Runde schlafen. Irgendwie würde mich beides reizen, ist noch ziemlich früh." "Leg du dich wieder hin, Jonas und ich basteln Frühstück", entschied Nico, "aber vielleicht sollte ich vorher dein schmeichelhaftes T-Shirt gegen mein eigenes umtauschen!" Mit einem Grinsen deutete Nico auf die eindeutige Aufschrift auf seiner provisorischen Nachtbekleidung. Schnell nickte Jonas zustimmend und zog sich seine Jeans vom Vortag über, duschen würde er später. Schnell, um etwas zu tun zu haben, hockte er sich vor den Kühlschrank und kramte all das hervor, was sie jetzt benötigen würden. Gemeinsam mit Nico - der ihn vorhin geküsst hatte! - deckte er den Tisch, und nur wenige Minuten später zog der Kaffeeduft durch die Wohnung. Auch Nico schlüpfte schnell wieder in seine Klamotten vom Vortag, nachdem er Jonas geholfen hatte. Schließlich saßen die Drei wieder gemütlich umeinander. Andreas sah von einem zum anderen und entschied, dass sich das doch einigermaßen zum Guten gewandelt hatte. Zumindest saß keiner mehr auf dem Klo und versuchte zu schmollen. Aber wie würde es jetzt weiter gehen? Davon abgesehen, die beiden konnten nicht für ewig auf ihn aufpassen. War im Grunde auch nicht mehr nötig. "Mhm", räusperte sich der Barkeeper, "was habt ihr heute noch so vor?" "Ich weiß noch nicht," erwiderte Jonas. Er sah sich ein wenig im Zimmer um, hauptsächlich, um den Blicken der anderen beiden zu entgehen. Der Schreibtisch fiel ihm ins Auge, und seine darauf liegenden Bücher. Und siedend heiß fiel ihm sein heutiger Tagesplan ein. "Doch..." murmelte er leiser, "zwei Stunden Rechnungswesen, eine Stunde BWL, zwei Stunden Informatik und Politik, und dann noch eine Runde Rechnungswesen," zählte er auf. "Ich habe nichts besonderes vor", meinte Nico und verschwieg dabei, dass noch ein paar ungeliebte Hausaufgaben seiner harrten. aber die konnte er auch noch am nächsten Tag vor der Schule machen. Er hatte nicht die geringste Lust, seine beiden neuen Freunde zu verlassen. Andreas verfolgte ähnliche Gedanken und das Bild seines Professors brannte sich in ihn. Doch wenn er es klug anpackte, dann müsste es gehen. Irgendwie! Sein Chef würde froh sein, wenn er wieder da war. Ohne eine Klage und ohne die Berufsgenossenschaft. Doch das würde nicht ausgesprochen werden, sofern er, Andreas, dennoch das Geld für diese Woche bekam. Er brauchte es, genauso wie die Zeit - und nach diesem Wochenende erst recht. Andreas' nachdenklichen Blick bemerkend fragte Nico vorsichtig: "Wenn du lieber deine Ruhe haben willst, kann ich mich auch anderweitig beschäftigen. Aber wenn ich dir noch irgendwas helfen kann?" "Oh nein!", widersprach Andreas vielleicht ein wenig zu schnell, doch er behob den Schaden mit einem Lächeln. Seine grünen Augen leuchteten kurz, als er den Kopf schüttelte. "Nein, du störst nicht. Ich werde mit meinem Chef reden müssen. Aber heute bringt es sowieso nichts mehr. Ich hätte gestern in die Bibliothek gemusst. Heute ist keine Ausgabe. Also muss ich bis Montag warten. Meine Hausarbeit entsprechend auch. Ich habe mehr als genug Zeit und du störst nicht." Nico strahlte. "Dann bin ich beruhigt!" Doch seine Miene fiel wieder, als er zu Jonas sah. "Schade, dass du noch so viel zu tun hast..." "Ja, aber ich muss die Prüfung so gut wie irgend möglich bestehen. Es ist nicht leicht, einen Job zu finden, für mich erst recht nicht," deutete er an. Beide im Zimmer konnten sich ihren Teil zu dieser Aussage denken. "Ich glaub, ich werd nach dem Frühstück gehen, dann hab ich genug Zeit, das alles aufzuarbeiten. Ich würd gern hier bleiben, aber dann müsstest Ihr Rücksicht auf mich nehmen, und ob ich hier über meinen Büchern sitze oder zu Hause ist eigentlich egal." Andreas wollte widersprechen, aber Jonas fehlendes Selbstbewusstsein und dessen bittender Blick ließen die Worte in seinem Hals stecken bleiben. "Wirst du noch mal kommen?", fragte er stattdessen und hoffte auf eine positive Antwort. Jonas lächelte über die Einladung. "Gerne," antwortete er. Er hatte sich mit den beiden viel zu wohl gefühlt, als dass er sie aufgeben wollte. "Ich weiß aber nicht, wie lange ich heute lerne... aber ich gebe euch beiden nachher meine Telefonnummer." Hoffentlich meldeten sie sich auch, hoffentlich war das von Andreas nicht einfach ein Floskel gewesen. "Das wäre schön", meinte auch Nico, "denn wenn morgen die normale Woche wieder anfängt..." "Ich rufe an, ganz bestimmt. Aber wenn es nicht klappt. Ich arbeite ganz bestimmt am nächsten Freitag wieder im Lollipop. Egal wie oder wann, wenn nicht gerade der Laden in die Luft gesprengt wurde, können wir uns dort treffen. Was meint ihr?" Andreas sah die beiden fragend an. "Sicher doch!" Die Vorstellung, Andreas und Jonas so schnell nicht aus den Augen verlieren zu müssen, freute Nico ungemein. Ein Lächeln schlich sich auf Jonas' Gesicht, während er den Rest aus seiner Kaffeetasse trank. Die Verabredung war ausgemacht, und vielleicht würden sie in der Zwischenzeit auch mal miteinander telefonieren. Er stand auf und packte seine Sachen, dann schrieb er seine Telefonnummer auf zwei Stück Papier. "Ich hab leider kein Handy," erklärte er, und es war schön, in verstehende Gesichter zu sehen, anstatt dumm gefragt zu werden, warum denn nicht. "Bis dann. Wir sehen uns", erklärte Andreas noch und geleitete Jonas zur Tür. Als er wieder zurückkam, sah er Nico an. "Dann verbringen wir das restliche Wochenende. Schön, dass du noch bleiben kannst. Irgendwie ist es schöner, wenn man mal nicht im Studium steckt oder vor lauter Arbeit keinen Blick über die Theke bekommt." ***