Titel: Ein Eiswürfel mit Folgen - oder Wie genießt man einen B52? Teil: 6 Autor: K-chan, Seya, Silberchen E-Mail: kchan_yaoi@yahoo.de sheseya@yahoo.de silberchenxx@yahoo.de Genre: real, RPG Bewertung: PG-? Warnung: yaoi Inhalt: Ist eine Überraschung, vor allen Dingen für uns. 3 x ^^;;; Erklärung: Dies ist unser erstes Rollenspiel. Wie bitten hiermit um Gnade ... aber vor allen Dingen um C&C. *** Leises Rascheln von Papier drang in sein Bewusstsein. Verschlafen hob Andreas den Kopf und sah Jonas, wie dieser an seinem Schreibtisch über Büchern gebeugt saß und zu büffeln schien. Der Junge schien auf ihn aufzupassen. Ihm war das unangenehm, dass er sich so um ihn kümmerte, schließlich kannten sie einander kaum. Leise schlug er die Decke zurück und versuchte aufzustehen. Latenter Schwindel verwirrte ihn für einen Augenblick. Bei den Geräuschen vom Bett sah Jonas auf. Andreas saß aufrecht auf der Matratze und kämpfte sich hoch. Ihm schien es nicht sonderlich gut zu gehen, er schwankte deutlich, als versuchte, auf die Beine zu kommen. Sofort stand Jonas auf und hockte sich neben Andreas. "Hey, langsam! Sonst liegst du schneller auf der Erde als du überhaupt hochgekommen bist", warnte er und hielt Andreas unter dem Arm. "Kann ich dir irgend etwas holen?" Für die Hilfestellung äußerst dankbar, ließ sich der schwarzhaarige Mann auffangen. Erst als er wieder klar sehen konnte, richtete er sich deutlich auf und sah in die leuchtend blauen, und jetzt irgendwie äußerst besorgt schauenden Augen. Der Anblick auf diese kurze Distanz war beeindruckend. Andreas keuchte leise. "Ähm", stotterte er etwas aus der Fassung gebracht, "Etwas zu Trinken." Mit einem Mal kam er sich äußerst dämlich vor, wie er Jonas anstarrte, aber konnte kaum etwas anderes tun. Anscheinend hatte er mächtig etwas auf den Schädel bekommen und nicht nur an die Stirn, sondern einmal im Kreis. Um von dem Chaos abzulenken, tastete er mit seiner Hand zurück und deutet durch die Gewichtsverlagerung an, dass er sich wieder hinlegen wollte. Vorsichtig ließ Jonas den anderen wieder in die Kissen gleiten und deckte ihn zu. Ob schon im Schlaf oder erst durch die Anstrengung des Aufstehversuches, Andreas war ziemlich durchgeschwitzt, und er musste sich ja nicht noch zusätzlich erkälten. Andreas sah ihn intensiv an. Wusste er überhaupt noch, wer er war? Und was er hier in der Wohnung machte, fragte sich Jonas, oder hielt er ihn für einen Eindringling, der hier nicht hergehörte. Angesichts des Zustandes seines Patienten überging er eine erneute Vorstellung und versprach nur: "Ich hol dir Wasser - oder möchtest du etwas anderes? Hast du hier Mineralwasser, oder lieber einfach aus der Leitung?" Andreas überlegte, ob er noch Wasser im Haus hatte, dann nickte er. "Im Kühlschrank müsste noch etwas sein, Jonas. Wenn du willst, kannst du dich bedienen. Viel ist es nicht, ich wollte irgendwann einkaufen gehen." Er lächelte entschuldigend - zumindest versuchte er es und er war sich sicher, dass ihm das auch gelang. Andreas hoffte, dass er Jonas nicht auf falsche Gedanken gebracht hatte. Aber irgendwie hatte er sich nicht ganz unter Kontrolle. "Okay", meinte jener jedoch nur. "Ich hol dir was. Rühr dich nicht vom Fleck.", warnte Jonas und lächelte ebenfalls leicht. Anscheinend ging es Andreas doch schon besser, nicht nur, dass er ihn erkannt hatte, stellte er erleichtert fest. Aber wieso hatte er ihn so angesehen? Mit zwei, drei Handgriffen hatte er das Wasser für Andreas eingeschenkt, er kannte sich schon erstaunlich gut hier aus. Alles reine Übungssache, dachte er etwas bitter, früher war das für ihn überlebenswichtig gewesen. Mit einem Glas kühlen Wassers in der Hand hockte er sich neben Andreas' Matratze auf den Boden. "Wie geht es Dir?" Andreas strich sich die Haare aus dem Gesicht. "Besser, denke ich, aber noch ein wenig schlapp. Ich schiebe es auf die Medikamente. Ich vertrage kaum welche, deshalb meide ich sie meist auch." Bedächtig nahm er das Glas von Jonas entgegen und trank erst in kleinen Schlucken dann gieriger. Als es leer war, atmete er erleichtert auf. "Du bist wirklich hier geblieben.", stellte er dann fest und sah zu ihm auf. "Ehrlich gesagt, hätte ich das nicht erwartet. Wir sind Fremde und kennen uns kaum. Manche Freunde würden das noch nicht einmal für einen anderen Freund tun." Einen Moment dachte Jonas über das eben Gehörte nach. In gewisser Weise hatte Andreas Recht, aber... "Ist doch egal, wo ich lerne - ob hier oder bei mir zu Hause. Und etwas anders hatte ich eh nicht vor. Außerdem..." Jonas war sich nicht sicher, ob er so ehrlich sein wollte. "Außerdem bin ich schuld an deinem Zustand, da ist es doch das Mindeste, was ich für dich tun kann." Andreas hörte aufmerksam zu, hob interessiert eine Braue und nickte. "Was lernst du denn genau? Scheint irgendwie wichtig zu sein, nicht?" "Ich hab in drei Wochen meine Abschlussprüfung. Ich werd Groß- und Außenhandelskaufmann.", erklärte Jonas. "Ich muss die Prüfung gut machen, denn ich werde nicht übernommen und muss mich dann mit dem Ergebnis bewerben. So besonders liegt mit das kaufmännische nicht, und gerade mit Rechnungswesen komm ich nicht so gut zurecht. Möchtest du noch etwas trinken?" Andreas nickte, er verstand nur zu gut. "Überall dasselbe: Immer weniger bilden aus. Wenn sie ausbilden, dann um billige Arbeitskräfte zu bekommen. Es gibt war welche, die wollen Jugendlichen eine Chance geben, aber die meisten suchen nur Aushilfen, die sie rumscheuchen und flexibel einsetzen können. Und ja, gerne, ich hätte gern noch etwas zu trinken." Der Schwarzhaarige rollte sich leicht zusammen und beobachtete seinen Aufpasser, der sich wieder am Kühlschrank zu schaffen machte und ihm einen wissenden Blick zuwarf. Ungerechte Welt, knurrte er innerlich. Wieder am Bett angekommen setzte sich Jonas vorsichtig und reichte Andreas das Glas. Diesmal trank dieser erheblich langsamer, und ein weiteres Angebot, Wasser zu holen, schlug er dann auch aus. "Ich bin froh, überhaupt etwas gefunden zu haben. Und jetzt nach der Ausbildung werde ich auch wieder irgendwo arbeiten können. Viel muss ich ja nicht verdienen, ich bin ja schon mit meinem Azubi-Gehalt ganz gut zurecht gekommen.", fing Jonas an zu erzählen, ehe er sich stoppen konnte. Er wollte doch nicht so viel von sich preisgeben. "Du siehst müde aus.", lenkte er dann auch gleich ab, "und ich muss noch weiterlernen. Oder brauchst du noch was?" Andreas hatte folgerichtig das Gefühl, ins Bett geschickt zu werden, um nicht mehr weiter zu stören. Aber wenn er es recht bedachte, so schien sein Körper gegen eine weiter Runde Schlaf nichts zu haben. Heute Abend würde er dann im Club anrufen und mitteilen, dass er noch für ein, zwei Tage zu Hause bleiben müsste. Was aber mit seinem Studium war... Vielleicht hatte er morgen genug Konzentration im Kopf, dass er die verlorene Zeit aufholen konnte. "Ich werde noch ein wenig schlafen, wenn du etwas brauchst, dann nimm es dir." Vorsichtig stellte er das Glas auf den Schreibtisch über sich, dann legte er sich zurück und schloss die Augen. Noch einmal sah Jonas den anderen kritisch an, dann setzte er sich wieder an den Schreibtisch. Diese Buchungssätze raubten ihm noch den letzten Nerv, und besonders wach war er nach der kurzen, letzten Nacht auch nicht. Schließlich kapitulierte er und zog das Buch über die allgemeine Wirtschaftslehre heraus, damit kam er meist besser zurecht, und ganz mit Lernen aufhören, das konnte er sich nicht leisten, dann würde er mit der verbliebenen Zeit bis zur Prüfung nicht auskommen. +++ Mit einem leisen Schrei wachte Andreas auf. Jetzt wusste er genau, wie er zu der Nacht im Krankenhaus kam. Deutlich sah er die Bilder, sie spulten sich vor seinem inneren Auge ab. Immer wieder raste er auf den Nagel zu, der ihm den Schädel zu spalten schien. Überall Blut, das ihm in die Augen floss und dann Gesichter über ihm, die verschwammen, Stimmen, die sich immer weiter entfernten. Einer Wiederholungsschleife gleich sah er diese Szene aber immer wieder, immer wieder jagte der gleiche Schmerz dumpf und zerreißend durch seinen Kopf, ohne dass es ihm möglich war, das Traumgespinst zu zerstören. Erst als ihm bewusst wurde, dass es nur ein Traum war, vermochte er aufzutauchen. Schweißüberströmt lag er in seinem Bett und sah zur Decke hinauf. Lichter von vorrüberfahrenden Autos spielten über sie und durchbrachen das bleierne Schwarz der hereingebrochenen Nacht. Andreas spürte, vielmehr hörte, dass er nicht allein war. Das leichte Pusten eines tief Schlafenden war über ihm. Jonas war am Schreibtisch eingeschlafen, buchstäblich über seinen Büchern. Hart drückten die Kanten der Lehrbücher in die weiche Haut der Wange. Doch trotz der unbequemen Lage schien Jonas friedlich zu träumen. Für einen Augenblick beneidete Andreas ihn darum. Doch dann schüttelte er innerlich über dieses kleinliche Denken den Kopf. Schließlich konnte Jonas nichts dafür, dass er so dämlich war, und sich an den Kopf gestoßen hatte. Vorsichtig erhob der schwarzhaarige Mann sich und wartete den einsetzenden Schwindel ab. Merklich kühl war es geworden. Andreas merkte es auf seiner klammen Haut. Unter Schauern kräuselte sie sich leicht. Nach einer kleinen Pause schwang Andreas seine Beine auf den Boden und versuchte aufzustehen. Jonas konnte er kaum aus seine Lage bewegen, ohne ihn um den wohlverdienten Schlaf zu bringen. Aber eine Decke mochte die Kälte abhalten und die gedachte er seinem Sitter zu beschaffen. Etwas weiches legte sich über Jonas' Schultern, und von diesem Gefühl wurde er wach. Nun spürte er etwas hartes unter seiner Wange, und als er sich vorsichtig ein wenig rührte, merkte er auch, dass etwas unter seiner Stirn war, das da nicht hingehörte. War er jetzt schon beim Lernen eingeschlafen?Kalt war ihm, fiel ihm jetzt auf, doch das weiche Etwas auf seinen Schultern wärmte ihn. Eine Decke? Und wer...? Vorsichtig drehte sich Jonas um und sah in grüne Augen. In diesem Moment regte sich sein Erinnerungsvermögen wieder. "Andreas?" "Entschuldige", war die leise Antwort, "Ich wollte dich nicht wecken. Aber vielleicht ist es besser so. Du wärest morgen wahrscheinlich völlig verspannt aufgewacht. Wir sollten etwas anderes für dich finden, meinst du nicht?" Erstaunt sah Jonas den anderen an. Andreas schien sich wirklich um ihn zu sorgen. Dabei sollte das doch umgekehrt sein, er musste sich um Andreas kümmern! "Du - du gehörst erst mal ins Bett.", versuchte er, sein Gewissen ein wenig zu beruhigen, auch wenn es ihm nicht ganz gelang. "Und ich - ich kann mich ja hier auf den Boden legen, wenn du noch ein Kissen übrig hast", schlug er vor. "Ähm", stotterte Andreas unsicher. Daran hatte er gar nicht gedacht. "Du kannst doch nicht auf dem Boden schlafen!", protestierte er, "Ich habe nur das eine Bett, aber zur Not müsste das eigentlich auch für uns beide gehen. Tut mir nur leid, dass ich so geschwitzt habe. Ich..." Andreas schluckte peinlich berührt. So etwas war ihm noch nie passiert und er wusste auch nicht, warum er so unsicher reagierte. Leichter Schwindel bemächtigte sich seiner. Keuchend hielt er sich an der Lehne des Stuhls fest. Trotz der Müdigkeit, die noch immer bleiern auf seinen Gliedern lastete, sprang Jonas auf, um den anderen zu stützen. Sonst hätte der sich schon wieder wegen Jonas etwas getan! Er schien dem anderen wirklich Pech zu bringen, überlegte er bekümmert, während er ihn langsam zurück zum Bett begleitete. Aber Andreas schien nichts davon zu merken, dass Jonas ihm nur Unglück brauchte, sonst wäre er sicher nicht so freundlich - und würde ihm auch noch ein Teil seines Bettes anbieten. Einen Teil seines Bettes - sollte er wirklich zusagen, mit diesem Mann in einem Bett zu schlafen? Aber andererseits... "Hmm... breit genug ist es ja", überlegte er laut, "aber ich will nicht aufdringlich sein." Mit sich selbst kämpfend, winkte Andreas erst einmal nur stumm ab. Nach einer Weile hatte er sich wieder so weit zusammengerafft, dass der Taumel in seinem Gehirn nur noch einem dumpfen Druck gewichen war. Für eine Sekunde fragte sich der schwarzhaarige Mann, ob es ein Fehler gewesen war, so vehement auf die Entlassung zu bestehen. "Kein Problem, wenn es für dich keines ist.", erklärte er dann stockend. Jonas' Blick fiel auf die Schachtel mit den Medikamenten, die Andreas im Krankenhaus noch mitbekommen hatte. Er half dem anderen, sich wieder auf sein Bett zu legen und griff dann nach der Packung. "Ich denke, du solltest doch eine deiner Tabletten hier nehmen", riet er und packte schon mal eine aus, damit Andreas sie nicht so leicht ablehnen konnte. In dem Glas war noch etwas Wasser übrig, das reichte er ihm ebenfalls und setzte sich zu ihm auf die Matratze. Wenn er wirklich heute Nacht hier bleiben sollte, und das hatte er schließlich vor, dann war das gemeinsame Bett doch sehr verlockend. Andreas dachte im ersten Moment daran, sich der Medikamentengabe zu verweigern, besann sich jedoch dann eines besseren. Er stand eindeutig nicht sicher, und was hatte er schon zu verlieren, als einen betäubten Schlaf. Aber dieses Mal in seinem eigenen Bett und nicht in diesem Krankenhaus mit seinem überall latent vorhandenen Geruch nach Desinfektionsmittel, den geschäftigem Personal und den kargen Zimmern. Wortlos schluckte er die kleine Tablette und spülte mit Wasser nach. Dann legte er sich auf die Seite und schloss müde Augen. Als er sich erinnerte, dass er Jonas ein Angebot gemacht hatte, rückte er zur Wand und blieb einfach so liegen, wie er war. Jonas zögerte noch immer, sich so einfach neben den anderen - der noch dazu ein Mann war - ins Bett zu legen, aber seine Müdigkeit siegte, und nur einen Moment später hatte er sich zumindest die Jeans und den Pulli ausgezogen und war unter die warme Decke gekrochen. Er hatte gar keine Gelegenheit mehr, über die Situation nachzugrübeln, so schnell war er eingeschlafen. **** C&C wie immer erwünscht...