Titel: Ein Eiswürfel mit Folgen - oder Wie genießt man einen B52? Teil: 5 Autor: K-chan, Seya, Silberchen E-Mail: kchan_yaoi@yahoo.de sheseya@yahoo.de silberchenxx@yahoo.de Genre: real, RPG Bewertung: PG-? Warnung: yaoi Inhalt: Ist eine Überraschung, vor allen Dingen für uns. 3 x ^^;;; Erklärung: Dies ist unser erstes Rollenspiel. Wie bitten hiermit um Gnade ... aber vor allen Dingen um C&C. *** Nico sah sich um, während Jonas' Aufmerksamkeit durch Andreas beansprucht wurde. "Da ist ein Taxi, das können wir gleich nehmen." Andreas nickte leicht. "Ich zahle die Fahrt, wenn ich wieder an meine Sachen rankomme. Ich habe noch nicht mal einen Hausschlüssel bei mir.", bemerkte mit ruhiger Stimme. "Du hast keinen Haustürschlüssel dabei?", fragte Nico aufgeregt, "Wie willst du dann zu Hause reinkommen? Willst du jetzt - und so - ins Lollipop fahren? Kommst du da jetzt überhaupt rein? Oder hat noch jemand anderes deinen Schlüssel?" Jonas sah nach links zu den Fahrradständern, in denen sein Rad ordentlich angeschlossen stand. "Ich bin mit dem Fahrrad hier.", wandte er leise ein. "Soll ich vielleicht da vorbeifahren? Aber wie komme ich an deine Sachen ran?", überlegte er laut. Andreas runzelte die Stirn. Wieso war alles so verdammt kompliziert? Und wieso war er ohne seine Sachen los? Ach ja, er hatte ja einen Unfall. Leise seufzte er. Das Krankenhaus in seiner Atmosphäre war unangenehm. Aber es bot den unschlagbaren Vorteil, dass er sich keine Gedanken um solche Dinge machen musste. Knurrend schalt er sich selbst einen Idioten. Jeder Ort war besser als das Krankenhaus und besser als jedes Krankenhausbett war das seinige. Der Schwarzhaarige folgte Jonas Blick und sah dessen Fahrrad stehen. "Vielleicht hat die Hausmeisterin einen Schlüssel?", fragte er zweifelnd. Er hatte so etwas noch nie ausprobiert. Unsicher sah er Jonas und dann Nico an. "Versuch das einfach. ", schlug Jonas vor, "Am besten beschreibst du mir noch mal kurz, wie ich zu dir kommen, dann fahr ich noch mal kurz bei mir vorbei und komm dann nach. Und wenn wir dann nicht reinkommen, fällt uns sicher noch was ein." Er musste also außer seiner Bücher noch etwas Werkzeug mitnehmen... Nico sah Jonas fragend an. Andreas nickte, auch wenn er nicht ganz verstand, was Jonas genau vorhatte. "Also ich wohne in der Wilhelmstraße 4, im 5. Stock.", fing er an. "Weißt du, wo es zur Uni geht?" "Ja, ich vermute, an der Universitätsstraße", grinste Jonas, "Du meinst doch die Hauptuni, oder?" Verunsichert nickte Andreas, das Grinsen verwirrte ihn ein wenig. "Dort an der Bushaltestelle links kommst du zur Wilhelmstraße!", erklärte er aber dennoch weiter. "Gut", meinte Nico, "Dann bringe ich Andreas nach Hause und versuche schon mal so in die Wohnung zu kommen, und du kommst dann nach." Kurz warf er einen Blick auf den schwarzhaarigen Barkeeper. "Meinst du, es geht noch?" Der nickte und lächelte leicht. "Kein Problem." Langsam gingen sie auf das Taxi zu und bugsierten Andreas behutsam auf den Beifahrersitz. Als dann auch Nico eingestiegen war, verabschiedete sich Jonas und lief zu seinem Fahrrad, um nach Hause und dann zu Andreas zu fahren. Nico teilte dem Taxifahrer ihr Ziel mit, als er sah, dass Jonas losgefahren war. Etwas kritisch, aufgrund der ungewöhnlichen Blässe seines einen Fahrtgastes, sah der Fahrer sie beide an. Dann nickte er jedoch und teilte der Zentrale sein Ziel mit, um dann umgehend loszufahren. Sie schwiegen eine ganze Weile, doch dann konnte Nico nicht anders. "Du wohnst also alleine?" Sehr intelligente Frage. Aber er wollte einfach ein Gespräch anfangen. Und vielleicht etwas mehr über Andreas erfahren. Andreas sah Nico lächelnd an. "Ja, ich wohne allein.", antwortete er auf die Vermutung. "Ich habe erst in einer WG gewohnt, aber das hat nicht so geklappt. Da bin ich wieder ausgezogen." "Aha? Gab es Probleme?", war die erstaunte Erwiderung. Bis jetzt war der Barkeeper Nico sehr umgänglich vorgekommen. Mit dem müsste man doch eigentlich gut zusammen leben können. Na ja, zumindest wenn der erste Eindruck nicht täuschte. "Das übliche halt", meinte dieser ausweichend. Dann zuckte er mit den Schulter und erzählte: "Es war eine 6er-WG. Da ging immer irgendetwas schief. Irgendwann brauchte ich mal was für mich." "Hey, du!" unterbrach eine laute, tiefe Stimme die leise Unterhaltung im Fond des Wagens. "Dein Kumpel sieht nicht gut aus, hätte vielleicht noch im Krankenhaus bleiben sollen! Ich hoffe, der kotzt mir nicht auf die Sitze, dann kannst Du das sauber machen!" Andreas zuckte bei den rüden Worten zusammen, dann fasste er sich. "Ich werde Ihnen schon nicht die Polster einsauen", gab er gereizt zurück. Er hielt sich davon ab, sich an den Kopf zu fassen und seine Schläfen zu reiben. Sah er wirklich noch so schlecht aus? Eigentlich ging es ihm besser als noch im Krankenhaus. Nico bedachte den Taxifahrer mit einem Kopfschütteln. 'Bloß nicht freundlich sein, oder was?' Er tippte Andreas an die Schulter und bedeutete ihm mit einem Augenrollen, was er von dem dummen Kommentar hielt. Trotzdem mischte sich auch Sorge in seinen Blick. Noch sah der Barkeeper einfach nicht ganz gesund aus. Aber sie waren ja fast am Fahrtziel an gelangt. "Okay, da wären wir. Danke, dass Du meinen Wagen verschont hast," erklang die sarkastische Stimme ihres Fahrers nach hinten. Er nannte die Summe, die er für die Fahrt zu erhalten gedachte, und öffnete schon mal sein Portemonnaie, um das Geld einzustecken. Genervt drehte er sich nach hinten: "Und wer zahlt jetzt?" "Das mach ich", meldete Nico sich, während er in seiner Jacke nach der ledernen Geldbörse fischte. Schnell suchte er ein paar Scheine heraus und reichte sie dem Fahrer. Die restlichen 1,20 EUR ließ er den Mann behalten, auch wenn der eigentlich keinen Cent Trinkgeld verdient hatte. Dann stieg der Schwarzhaarige aus und ging um das Taxi herum, um Andreas beim Aussteigen zu helfen. *** Keuchend kam Jonas an seiner Wohnung an, er hatte sich wirklich beeilt und die Strecke in ungeahnt kurzer Zeit hinter sich gebracht. Im Hof, an den Fahrradständern, schloss er sein Rad an, hier wurde häufig gestohlen, egal, ob man nur für fünf Minuten oder fünf Stunden weg war. Er nahm seinen Rucksack und schloss die alte Haustür auf. Innen kam ihm sofort der typische Geruch des Hauses entgegen: Billige Seife von der Treppenhausreinigung, Essensgeruch - könnte Kohl gewesen sein, und kalter Zigarettenqualm. Schnell lief er in die fünfte Etage, in der er wohnte, und öffnete die Tür zu seiner winzigen Ein-Zimmer-Wohnung. Hier war es wenigstens sauber, dachte er kurz, und es stank nicht. Dafür war es auch ziemlich kalt, denn um die Gerüche aus dem Hausflur zu vertreiben, war das Fenster meistens geöffnet. Doch anstatt es jetzt, wie sonst üblich, zu schließen und die Heizung anzudrehen, weil es draußen für die Jahreszeit noch immer zu kalt war, packte er schnell seinen Rucksack aus. Dann suchte er auf dem Schreibtisch nach den Unterlagen, aus denen er jetzt am Wochenende lernen wollte, und legte sie in die Tasche. Einige Kleidungsstücke fanden ihren Weg zu den Büchern, er wusste nicht, wie lange er bei Andreas bleiben würde. Im Moment sah es schon so aus, also ob er länger als eine Nacht betreut werden müsste. So steckte er auch seine Zahnbürste und anderes Zubehör aus dem Bad in die Tasche. Dann bückte er sich vor dem Schrank. Irgendwo, ganz hinten, muss doch noch Werkzeug sein, überlegte Jonas, und tastete mit beiden Händen durch verschiedene Kartons und Tüten. Schließlich fand er das gesuchte, eine kleine Kiste mit Hammer und Schraubenzieher und Nägeln und anderem Zubehör, das er eigentlich nie wieder hatte benutzen wollen. Doch heute war das etwas anderes... Auch die Kiste landete in seinem Rucksack, und nach einem letzten Blick durch seine Wohnung schloss er die Tür wieder und machte sich auf den Weg zu Andreas in die Wilhelmstraße. *** Er war unglaublich müde, obwohl er doch im Grunde erst vor kurzem aufgestanden war. Andreas nahm dankbar die Hilfe an, die Nico ihm anbot. Ihm entging dabei nicht der besorgte Blick und zwang sich zu einem zuversichtlichem Lächeln. "Wir sollten klingeln", riet er als sie vor der natürlich verschlossenen Tür standen. "Und bei wem?", fragte Nico, die Klingelschilder anschauend. "Wohnt die Hausmeisterin, auch hier?" Andreas kämpfte kurz gegen aufkeimende Übelkeit. Man, was war da nur in seinen Schädel gedrungen, fragte er sich insgeheim. Mit mühevoll aufgebrachter Konzentration ordnete er das Rauschen in seinen Ohren zu sinnvollen Sätzen und überlegte dann. Hausmeisterin? Ach ja... "Mhm, ja", begann er zögernd und suchte seine Erinnerungen heraus, von denen er gemeint hatte, das sie eigentlich nicht so weit fort waren, wie es ihm jetzt schien. "Die Klingel unten,... links, glaube ich. Frau..." Als er nicht weitersprach, sah Nico ihn fragend an. "Hey, ist dir nicht gut?", vernahm Andreas von seiner Seite und spürte gleich darauf eine Hand auf seinem Rücken. Nico hoffte, dass sie es wenigstens bis in die Wohnung schaffen würden, ohne dass Andreas noch zusammenbrach. Der war zwar nicht größer als er selbst und hatte eine schlanke Figur, dennoch war er bestimmt kein Federgewicht. Ein deutliches Knacken ließ die beiden zusammenfahren. Die Eingangstür öffnete sich, und ein älterer Herr mit grauen Haaren trat hinaus. Freundlich nickte er Andreas und Nico zu und hielt ihnen die Tür auf. "Herr Graumann, ist Ihnen nicht gut?", fragte er besorgt, als er sah, wie Andreas gestützt wurde, "kann ich Ihnen helfen?" Andreas sah etwas erschrocken auf. Dann nickte er erleichtert. "Ich hatte nur einen kleinen Unfall", erklärte er, "Können Sie uns reinlassen, Herr Schmidt? Mein Schlüssel befindet sich noch im Club und ich..." Andreas seufzte. Das Gefühl, sich endlich irgendwo hinzusetzen, wurde übermächtig. War es ein Fehler gewesen, sich fast selbst zu entlassen? "Herr Graumann, was ist denn passiert? Sie sehen wirklich nicht gut aus! Meinen Sie, Sie schaffen es, ihn die Treppe hinaufzubringen?", der ältere Herr sah zu Nico, der Andreas noch mehr untergriff, "Immerhin wohnt er im fünften Stock. Ich glaube, ich komm vorsichtshalber noch mit hoch, dann muss meine Tochter halt einen Moment länger auf mich warten." Er trat an Andreas' andere Seite und stützte ihn dort, und gemeinsam nahmen sie die Treppe in Angriff. Vor der Wohnungstür mit dem Namensschild "Graumann" angekommen, war Nico mehr als nur froh, dass der nette Nachbar ihnen geholfen hatte. Er hätte ein Dankgebet an den Himmel gerichtet, wenn er denn an Gott geglaubt hätte. Andreas hatte sich scheinbar mit jeder Etage mehr an die Beiden gelehnt. Er musste sich unbedingt hinlegen. Allerdings standen sie immer noch vor der Wohnung. "Kommen Sie jetzt alleine zurecht?", fragte Herr Schmidt, und half Nico, seinen Nachbarn auf die Stufen zu setzen. "In die Wohnung haben Sie es ja nicht mehr weit. Ich werd mich dann mal verabschieden. Gute Besserung, Herr Graumann!" Mit diesen Worten und einem freundlichen Zwinkern ging Herr Schmidt die Treppe hinunter. Andreas nickte leicht zum Abschied. "Wird schon werden!", murmelte er mehr zu sich selbst als zu Nico oder dem entschwindenden älteren Mann. Kurz schaute er zu Nico auf, der ihn besorgt ansah. "Jetzt falle ich ganz bestimmt nicht mehr um. Kein Grund zur Aufregung! So leicht bringt mich nichts um." Der Bemerkung folgte eine hochgezogene Augenbraue. "Dann ist ja gut. Aber was machen wir jetzt? Einfach warten, bis Jonas kommt?" "Etwas anderes wird uns nicht übrig bleiben. Vielleicht kann uns die Hausmeisterin helfen, sie wohnt im ersten Stock.", erklärte Andreas mit leicht resignierendem Unterton, "Meist ist sie aber nicht zu erreichen. Vielleicht haben wir ja Glück!" *** Ziemlich außer Atem kam Jonas in der Wilhelmstraße an. Es war windig gewesen auf dem Weg hier her, und so kalt, dass er einhändig fahren musste, um die andere in der Jackentasche zu wärmen. Warum er in seiner Wohnung nicht an Handschuhe gedacht hatte, war ihm auch nicht klar. Vielleicht, weil er an so vieles anderes denken musste. Die Wilhelmstraße war dann schnell gefunden, und glücklicherweise auch die Hausnummer 4. Jonas suchte mit Blicken die Klingelschilder ab. Erst beim zweiten Versuch entdeckte er den Zettel mit dem handgeschriebenen "Graumann" und drückte auf den runden Knopf daneben. Keine Reaktion. Waren Nico und Andreas noch nicht in die Wohnung gekommen? Gerade, als er sich weitere Gedanken über sein Vorgehen machte, hörte er ein Knacken und ein Quietschen. Die Tür neben ihm ging auf, und ein älterer Herr kam hinaus. Schnell schlüpfte Jonas in den Hausflur und lief die Treppe hinauf. Andreas hatte aufgeschaute, als er das Klingeln gehört hatte und es gleich bereut. Leise flüsterte er: "Der Türöffner ist in der Wohnung." In dem Moment hörten sie auch schon das Heraufstürmen eiliger Füße. Jonas keuchte die Treppe hinauf, denn Andreas und Nico waren sicher noch nicht in die Wohnung hineingekommen. Und der Schwarzhaarige sollte sich so schnell wie irgend möglich hinlegen, mit seiner Gehirnerschütterung gehörte er ins Bett und nicht auf eine Treppe. Schließlich erreichte er den fünften Stock und sah die beiden Jungen wartend auf der Treppe sitzen. "Keinen Erfolg gehabt?", sah er die beiden an. "Habt ihr schon eine Idee, wie ihr in die Wohnung kommt?" Wenn dem so wäre, würde er vielleicht nicht mit seinen Kenntnissen aufwarten und sich den vielen Fragen stellen müssen, die er jetzt schon fürchtete. Viel zu angenehm war dieses Miteinander, das durch dieses spezielle Wissen über ihn sicher zerstört werden würde. Andreas verneinte aber und lächelte schlicht. "Nein, kein Erfolg. Ich denke, ich muss in die Bar, ansonsten sitzen wir hier fest. Leider kommt meinen Kollegin erst gegen 18.00 Uhr, um die Bar vorzubereiten und uns einzulassen. Es ist noch ein wenig früh, und ihre Telefonnummer..." Der Schwarzhaarige überlegte. "Mir fällt sie nicht ein. Vor einen Moment war sie noch da." Schade, dachte Jonas, aber ein Versuch war es Wert gewesen... "Es gibt da noch eine andere Möglichkeit...", deutete er vorsichtig an, während er in seinem Rucksack kramte. Schnell hatte er den kleinen Karton mit dem Werkzeug herausgeholt und hantierte mit kleinen Schraubenziehern und anderen spitzen Dingern am Türschloss herum. Überrascht und auch neugierig schaute Nico dem Ganzen zu. In der Schule lernte man so etwas bestimmt nicht! Eine entsprechende Frage stellte er aber nicht, das schien ihm irgendwie unangebracht. Jonas würde es ihnen schon erzählen, wenn er wollte, und auch nur dann. Andreas hob nur eine Braue und lehnte sich an die Wand, während er Jonas Bewegungen genau folgte. "Danke", wisperte er. Müde schlossen sich die Lider über die Augen. Nur einen Moment Ruhe wollte Andreas haben; so lange, wie Jonas brauchen würde, um das Türschloss zu knacken. Jonas warf einen kurzen Blick auf den Schwarzhaarigen, während er mit einem Schraubenzieher im Loch prokelte und eh nicht sehen konnte, was er zu tun hatte. 'Der gehört sofort ins Bett', dachte er, und mit dieser Dringlichkeit schaffte er es binnen weniger Minuten, das Schloss zu öffnen. Er war also doch nicht so außer Übung, wie er es gehofft hatte. Mit einer schnellen Bewegung hatte er die Tür aufgestoßen und verstaute nun sein Werkzeug wieder im Rucksack. Dann half er Nico, ihren Schützling in die Wohnung und aufs Bett zu schaffen. Andreas fühlte nur noch den vertrauten Geruch seines Bettes und die weiche Decke unter sich. Müde rollte er sich zusammen. Ihn schwindelte es ein bisschen, aber das war nicht weiter schlimm. Schlimmer war, dass er sich fühlte, als hätte er einen Marathon hinter sich. Er war einfach nur noch müde. Unmerklich dämmerte er weg und schlief ein. Vorsichtig zog Jonas die Decke unter dem Schlafenden hervor und breitete sie über ihn aus, dann erst sah er zu Nico. Warum hatte noch nicht mal der etwas über die geknackte Tür gesagt? Eigenartig, aber er selber würde das Thema ganz bestimmt nicht freiwillig anschneiden. "Was machst du jetzt?", wandte er sich flüsternd an Nico. "Ich bleib hier, das hab ich Andreas ja versprochen. Ich muss eh was für meine Abschlussprüfung machen, da ist es egal, ob ich hier oder zu Hause lerne." "Hm...", Nicos Blick wanderte von Jonas zu Andreas, "Wenn ich sowieso nichts tun kann, geh ich lieber... Aber ich könnte später nochmal vorbei schauen?" Fragend sah er Jonas an. Kurz überlegte dieser. "Ja, das wäre schön. Und... kannst du mir deine Nummer da lassen? Nur für den Fall..." Welchen Fall er da genau meinte, wusste er selber nicht so genau, aber er würde ein sichereres Gefühl haben, wenn er nicht ganz auf sich gestellt wäre. "Klar. Hast du was zu schreiben?" Kurz kramte Jonas in seinem Rucksack, dann hatte er seinen Schreibblock herausgezogen, an dem wir üblich ein Kugelschreiber hing. Er hasste nichts mehr als lange nach solchen kleinen Dingen zu suchen. "Hier", hielt er Nico beides hin. Der schrieb schnell seinen Namen und seine Handy-Nummer auf ein leeres Blatt. Dann gab er den Block mit den Worten "Ich werd denn mal..." zurück und ging Richtung Tür. "Ja... tschüß dann, bis später", verabschiedete sich dann auch Jonas und schloss die Tür hinter Nico. Dann erst sah er sich ein wenig in der Wohnung um. Er war nicht neugierig, redete er sich dabei in, aber er sollte schon wissen, wo was zu finden war, falls es Andreas auf einmal schlechter gehen würde. Noch stand er in einem kleinen, rotbraun gestrichenen Flur, geradeaus schien es ins Bad zu gehen - gut zu wissen, wo sich das befand. In dem großen Zimmer, das deutlich größer war als sein eigenes, fiel Jonas zuerst der große Schreibtisch auf, auf dem er sich gleich breitmachen würde. Andreas lag auf zusammengerollt auf der großen Matratze in einer Ecke und schlief. Hinter Jonas war die Küchenzeile, auf der noch einige unabgewaschene Teller und Töpfe standen. Nun, bei ihm selber sah es nicht besser aus. An den Wänden hingen einige Poster, die Jonas bekannt vorkamen - hing heute in jeder Wohnung ein Herr-der-Ringe-Poster? Aber zwischen und neben Legolas und Aragorn hingen auch einige selbstgeschriebene große Zettel mit irgendwelchen unverständlichen Aufstellungen und Notizen - vermutlich von Andreas' Studium. War das juristisches Zeugs? So genau konnte er das nicht sagen, aber wirklich wichtig war das im Moment sowieso nicht. Schließlich nahm sich Jonas ein Glas aus dem Schrank, ließ Wasser aus der Leitung hineinlaufen und setzte sich an den Schreibtisch. Und nach einer Weile, die er sich in seine Bücher vertieft hatte, war ihm gar nicht mehr bewusst, wo er sich befand. *** C&C?