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IEC-News
20.03.97
Hallo Eishockey-Fans,
die Play-Offs in der DEL und in der 1.Liga sind noch im vollem Gange, aber dennoch lohnt es sich aus Iserlohner Sicht schon ein Fazit zu ziehen.
Trotz der am Ende überzeugenden Leistung der Mannschaft ist das Saisonziel klar verpaßt worden. Jochen Vieler gab zu Saisonbeginn die Parole aus, unter das beste Drittel zu kommen. Am Ende der Vorrunde war der IEC Neunter und das nur mit Mühe und Not und m it einigen Neuverpflichtungen. Den siebten Platz in der Meisterrunde hatte der Verein auch schon in der vorhergehenden Saison innegehabt. Nur die zwei Siege gegen den Süd-Zweiten waren das Novum in der dreijährigen Vereinsgeschichte.
Die Spielerverpflichtungen, die der Verein leistete, waren teilweise stümperhaft. Siehe: Pasi Raitanen. Teilweise kommt hier auch die Schuld auf Trainer Gailer zu. Dieser hätte erheblich eher auf die Mißstände hinweisen müssen. Zum Beispiel in der Frage de r Torleute. Es war doch bekannt, daß Hellmann und Grünthal gewisse Schwächen haben. Warum gab es da keinen Torwart-Trainer, der konsequent mit ihnen diese Fehler beseitigt hätte. Der enge finanzielle Rahmen, den Gailer vorgesetzt bekam, verschlechterte nat ürlich die Aussicht auf "richtige" Hochkaräter. Mit Fowler und Beauchamp gelang dem Verein zwar gute Fänge, aber beide Verpflichtungen waren nur Glücksfälle.
Erstaunlich bleibt in Iserlohn weiterhin das Zuschauerinteresse. Obwohl der IEC eine Niederlagenserie hatte strömten regelmäßig über 3500 Zuschauer zu den Spielen. Nur in den Pokalspielen kamen weniger als 3000 Zuschauer. In der Meisterrunde kam der Verein sogar selten unter 3900 und da spielte der Verein ja auch nicht immer berauschend. Das Stadion kommt an seine Kapazitätsgrenze. Der Verein muß sich da etwas Neues einfallen lassen.
Der Vorstand, der ja fast nur aus klugen Rechnern besteht, wird aus den Fehlern, die in dieser Saison gemacht wurden, lernen und sie in der nächsten Saison abstellen. Wie zu erfahren war, hat der Vorstand dem neuen Trainer ein erheblich höheres Budget zur Verfügung gestellt als Trainer Gailer. Greg Poss hat jetzt die Aufgabe, eine gute Mannschaft, die das Iserlohner Publikum akzeptiert, zusammenzustellen.
Und genau darin liegt nun das Problem. Poss hat angekündigt mit sechs Ausländern zu spielen und zwei Drittel des Kaders auszutauschen. Der Amerikaner spielt mit dem Feuer, wenn er so etwas öffentlich ankündigt. Schließlich besteht die Identität des Vereins darin, daß besonders viele Iserlohner in der Mannschaft spielen. Natürlich ist dies auf einem erheblich höheren Niveau nicht mehr zu gewährleisten, aber sollte die Mannschaft Mißerfolge haben wird auf den teueren auswärtigen Spielern eher herumgehackt. Ei genen Kräften wird mal verziehen, aber gestanden Cracks, nein!
Poss beginnt heute mit seiner Arbeit und wird mit den diesjährigen Spielern über ihre Vorstellungen reden. Im Vorfeld hieß es, daß alle Cracks gerne bleiben würden. Die Spieler machen aber nun deutlich, daß es nicht so ist, wenn der Verdienst weiterhin so bescheiden ist. Poss wird sich allerdings mit neuen Verpflichtungen Zeit nehmen, denn zumindestens in Timmendorf und Wilhelmshaven, aber auch Hannover könnten Spieler frei werden. Diesen Klubs wird nämlich nicht zugetraut in eine neue Liga aufgenommen zu w erden. Das Spielerpotential ist also ausreichend groß, um pokern zu können.
Nun komme ich mal zur neuen Liga. Nein, es steht noch nichts fest. Fest steht aber, daß es bei dieser Zusammensetzung nicht bleiben wird! Nach fast allen Bekundungen wird es auf einen eingleisigen Unterbau zur höchsten deutschen Liga kommen. Und die Zusamm ensetzung dieser Liga wird wahrscheinlich weit mehr von finanziellen Möglichkeiten abhängig gemacht als bisher. D.h. Hannover mit gut 2 Millionen Schulden könnte ein Kandidat sein, der verschwindet (zumindestens für die erste Saison). Sportlich wie finanzi ell könnte ein eingleisiger Unterbau nur für folgende Nordklubs in Betracht kommen: Essen, Iserlohn, Neuwied, Duisburg, Bad Nauheim und ggf. Hannover
Aber dies ist pure Spekulation, aber was ist deutsches Eishockey ohne Spekulation und jährliches Kasperltheater hinter den Kulissen? Und genau da können sich die Iserlohner Fans sicher sein, ein Verein unter Jochen Vieler wird da nicht mitmachen!
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