múm: leicht im ohr aber schwierig zu interviewen

das isländische elektronikquartett bessteht aus den zwillingen kristin and gyda valtysdottir und zwei jungs, gunnar tynes and örvar smarason. ihre musik wird dich wahrscheinlich nicht auf die nächste tanzfläche treiben, aber es kann sein, dass sie die perfekte background musik für deinen lieblingstagtraum ist.

neben zwei apple powerbook, verwenden múm eine ziemlich breite palette an musikinstrumenten, um ihre reichen, verträumtem melodien zu kreieren. sie fängt bei gewöhnlicheren gitarren und synthesizern und hört bei glockenspiel und akkordion noch lange nicht auf.

zieh den telefonstecker heraus, lehn dich zurück und genieße ihre alben "yesterday was dramatic, today is OK" und "finally we are no one".

sie spielten am 26. juli ein wundervolles konzert in der new yorker knitting factory.

jisoo und ich, zwei redaktionspraktikantinnen bei gURL.com hatten es schwer, bis wir das interview mit múm als erledigt abhaken konnten: alles war darauf ausgerichtet, dass wir die band interviewen, bevor sie auf die bühne gehen. leider war die band nirgendwo zu finden. dana, die pr-frau war sichtlich nervös und lächelte sehr viel, wohl um uns davon zu überzeugen, dass sie uns schrecklich gern helfen würde, es nur leider nicht konnte.

aber so leicht waren wir nicht loszuwerden. wir versuchten es wieder, nach der show: ich war voller bewunderung für die band, die es geschafft hatte, mich geradewegs in eine welt voller feen und regenbogen zu katapultieren. … voller apfelwein war ich auch. wer weiß, vielleicht war es am ende ein glücklicher zufall, dass ajay, der tourmanager entschied, dass wir die müden kinder lieber nicht ausfragen dürfen. vielleicht hätte ich nur blöd gegrinst, unfähig auch nur eine halbwegs gescheite frage zu stellen. ajay, der tour manager versprach uns ein telefoninterview. besser als nichts.

muss ich wirklich erwähnen, dass auch dieses interview niemals stattgefunden hat? die pessimistischeren unter euch werden es schon erraten haben. aber ihr liegt auch richtig, wenn ihr ahnt, dass ich euch nciht umsonst gequält habe: auch wenn sie es nicht zu mögen scheinen, sich ins direkte gespräch mit als musikjournalistinnen verkleideten praktikantinnen zu begeben, haben sie doch die fragen beantwortet, die wir ihnen per email gestellt haben.

und hier ist sie, die übersetzte version von jisoos und meinem "múm interview":

múm, das interview

1. das publikum in der knitting factory schien von eurer musik wirklich begeistert zu sein.. manche songs hat es schon nach den ersten noten erkannt. wir haben uns gefragt, was ihr über eure wachsende popularität denkt. ist es seltsam oder habt ihr euch schon daran gewöhnt?

gyda: natürlich freut man sich, wenn die shows ausverkauft sind und man einige menschen zum lächeln bringen kann, aber eigentlich kümmere ich mich nicht so sehr um unsere popularität.

2. fragen an die zwillinge, die von einen klassischen background kommen: was, denkt ihr, ist der unterschied zwischen dem spielen von klassischer musik und dem spielen in einer band? warum wolltet ihr lieber in einer band spielen, als mit klassischer musik weiterzumachen?

cello zu spielen hat mich als kind nicht besonders interessiert, also habe ich damit aufgehört. ich habe erst wieder angefangen, als ich angefangen habe, bei múm zu spielen. ich habe auch mit dem akkordion und der gitarre von meinem vater herum gespielt, aber ich habe gemerkt, dass ich technisch nicht fähig war, das auszudrücken, was ich wollte.

manche menschen haben angst, ihre spontaneität und ernsthaftigkeit zu verlieren, wenn sie ein instrument richtig erlernen. ich denke, das ist ein riesiges missverständnis. wenn man vielleicht gesangsunterricht hat, wo man auf einen stil hin getrimmt wird, den man eigentlich gar nicht mag, dann kann es sein, dass es nichts bringt. aber wenn du deine stimme schulst, für dich selbst, dann kann es dir die freiheit geben, das singen ernsthaft betreiben zu können.

3. denkst du, dass sich all die jahre regelmäßigen übens bezahlt gemacht haben?

ich denke, dass sich das ständige cello üben gelohnt hat und sich immer ncoh auf alles was ich tue, auswirkt. ich bin immer noch dabei, zu lernen und ich habe noch eine menge zu lernen. wenn man jedoch ohne bewusstsein, spontaneität und leidenschaft übt, wird es sich nicht auszahlen. und klassisches training kann deine kreativität wirklich absolut zerstören. deswegen ist es für mich so wichtig, in einer anderen musikszene aktiv zu sein.

4. ist touren so romantisch, so aufregend, so rock'n'roll wie manche sagen?

touren ist harte arbeit! das hier ist unsere erste lange tour (3 monate).

5. euer neues album (finally we are no one) hört sich anders an als "yesterday was dramatic, today is OK" (múm's erstes album). habt ihr euch bewusst dazu entschieden die struktur der songs zu verändern (mehr gesang, kürzere songs, die klarer voneinander unterscheidbar sind)?

wir haben gar nicht entschieden, wie das album klingen soll. manche songs auf "finally we are no one" sind über einen langen zeitraum hinweg entstanden. ich denke, das live spielen hatte einen großen einfluss auf die struktur der songs.

6. wie groß ist FatCat's (múm's plattenfirma) einfluss auf kreative entscheidungen?

FatCat gibt uns komplette kreative freiheit.

7. eure musik lässt kindheitserinnerungen auferstehen, zumindest bei uns beiden. es scheint immer ein träumerisches element zu geben. aber was sind wirklich eure inspirationen im musik machen?

gyda: ich weiß, dass ich nur für mich sprechen kann: es gibt eine menge musik, die ich mag oder interessant finde, aber nichts geht mir wirklich richtig nahe.- ich glaube, dass ist die größte inspiration dafür, dass ich meine eigene musik mache. natürlich muss man einige kompromisse eingehen, wenn man in einer band spielt, aber man lernt auch sehr viel von den leuten, mit denen man arbeitet.

ich denke die elemente in unserer musik kommen von allem, was wir in unserem leben in uns aufnehmen. so müsste es sein, oder?

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