Welt und Liebe im Widerstreit

 

Wenn die Liebe hilft die Welt zu bestehen,

den Mensch zu bejahen,

das Gute zu sehen

 

und dann die Liebe vergeht,

so dass die Welt allein mit uns steht,

das Ja zum Nein, das Gute zum Zweifel sich kehrt

 

ist es dann möglich Liebe neu zu erwecken,

in Mensch und Welt trotz Kanten und Ecken,

in Hoffnung und Glaube das Gute entdecken

 

oder müssen wir dann bei kritischem Zweifel verharren,

verneinend in blutenden Weltwunden Scharren,

fühlend wie der Weise unter tausend Narren

 

Brauchen wir die Liebe um die Welt zu bestehen,

den Mensch zu bejahen,

das Gute zu sehen?

 

 

…kritische Zweifel…

I

So viele Tage,

so viele Stunden, Minuten, Sekunden,

die vergehen, verstreichen, einfach weichen,

ohne, dass wir sie nutzen.

 

Verschwendet – Weggeworfen – erscheinen sie uns

Verlorene Zeit – Vertane Zeit - nennen wir sie

Vertan durch Nichtstun.

 

Und wir ärgern uns.

Beschimpfen, verfluchen,

Versäumnis und Versäumenden – uns!

 

„Ich muss doch noch unbedingt…!“

„Es ist schon wieder so vieles, dass…!“

„Ich habe einfach nicht genug…!“

„Wie soll ich das nur…?“

Klagen, sagen und fragen wir.

 

Es ist immer zu wenig,

es ist immer zu viel

 

Und wir ärgern uns.

Beschimpfen, verfluchen,

Grund des Versäumnisses – die Welt!

 

Die verlangt –

„Du musst was können!“

„Dafür musst du was tun!“

„Und musst dann zeigen, …!“

„Dich beweisen!“

„Musst funktionieren!“

„Dich profilieren!“

 

…. Willst du was werden …

 

                                               …Oder sein?...

 

… Will ich was werden?… Willst du was werden?… und er?

… Wollen wir? … Müssen wir?

 

II

 

Was ist Liebe

Und was lieben wir?

 

Eine Person?

Einen Menschen?

Ein Du?

 

Oder ein Ich?

Uns selbst?

 

Lieben wir den Gebenden,

oder den Nehmenden?

 

Lieben wir etwas,

das Gegebene,

oder das Genommene?

 

Und wenn wir

Die Nähe –

die Wärme –

die Kraft –

die Geborgenheit –

die Vertrautheit lieben,

die den Raum schaffen,

indem es uns möglich ist,

ganz wir selbst zu sein,

ohne etwas tun, können, beweisen, werden zu müssen

- wie es die Welt von uns verlangt -,

dürfen wir dann sagen:“ Ich liebe dich!“?

 

Oder müssten wir sagen:

„Ich liebe, was du mir gibst!“ -

 

Oder aber:

„Ich liebe dich, weil du mir gibst!“? -

 

Sind Gebender und Gegebenes eins?

Und wer kann dann geben?

 

Empfinden wir Liebe,

wenn wir bekommen:

Nähe

            Wärme

                        Kraft

                                   Geborgenheit

                                                           Vertrautheit

                                                                                  Verständnis

                                                                                                          Angenommensein

Oder ist Liebe mehr?

 

Und wenn

Nähe

            Wärme

                        Kraft

                                   Geborgenheit

                                                           Vertrautheit

                                                                                  Verständnis

                                                                                                          Angenommensein

weichen,

oder Teile davon weichen,

lieben wir dann noch?

Eine Person,

einen Menschen,

ein du, -

 

oder ein Ich,

uns selbst?

 

Kann Liebe aufhören?

Oder dauert sie?

 

Und wenn sie aufhört,

und wenn es sein kann, dass wir plötzlich nicht mehr lieben,

 

Was ist dann Liebe

und was lieben wir?

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