Die Welt
Was ist die Welt und ihr berühmtes Glänzen?
Was ist die Welt und ihre ganze Pracht?
Ein schnöder Schein in kurzgefaßten Grenzen,
Ein buntes Feld, da Kummerdisteln grünen,
Ein schön Spital, so voller Krankheit steckt,
Ein Sklavenhaus, da alle Menschen dienen,
Ein faules Grab, so Alabaster deckt.
Das ist der Grund, darauf wir Menschen bauen
Und was das Fleisch für einen Abgott hält,
Komm, Seele, komm und lerne weiter schauen,
Als sich erstreckt der Zirkel dieser Welt!
Streich ab von dir derselben kurzes Prangen,
Halt ihre lust für eine schwere Last:
So wirst du leicht in diesen Port gelangen,
da Ewigkeit und Schönheit sich umfaßt.
(Christian Hofmann von Hofmannswaldau)
Die Welt ist was wir aus ihr machen.
Ist weder schlecht, noch gerecht.
Ein ewg'er Prozess sekundenlang'm erschaffen,
ein friedvoll, endloses Gefecht.
Ein Bild von Frieden, wo man über Krieg berät,
eine lebenslange Schule, obwohl man nach Spaß bestrebt.
Ein Tisch gedckt mit edlen Speisen,
von dem man hungrig sich erhebt.
Ein einziger Baum, dessen Same in alle Winde verweht.
Das ist das Bild, in unseren Köpfen manifestiert,
vom Volke geprüft und für gut befunden.
Doch frag, was sich für dich wirklich renterit,
schau auch dahinter, was dir alle Menschen bekunden.
Steh auf, wenn du's doch anders siehst,
und denke immer und stets daran,
daß alles fort und fort für ewig fließt
und keiner wie du, es letzten Endes besser kann-
(eigenes "Gegengedicht" im Rahmen des Deutschunterrichtes,
am 17.02.03)