Warheit - Glaube - Lüge
Ja, es gibt so viele Religionen, so viele Menschen, die davon überzeugt
sind, dass ihre Warheit die einzig Richtige ist. Sie glauben nur
durch ihren Weg, durch ihr Wissen kommt man ans "Ziel".
Aber was ist "Warheit" denn eigentilch? Gibt es niht so
viele Warheiten wie es Religionen und Menschen gibt? Gibt es überhaupt
DIE Warheit? Oder was ist denn dann Lüge oder der "falsche"
Weg?
Ist Warheit nicht ein Gsisteszustand, eine Denkweise, eine innere Gewissheit, die jeder für sich persönlich entwickelt? Ist es nicht Etwas, von dem man 100% weiß, dass es existiert und Etwas, von dem man überzeugt ist? Wenn etwas wahr ist, dann glaubt man auch daran. So ist Warheit auch irgendwo ein Synonym zu Glauben.
Aber ganz richtig, angenommen jeder Glaube wäre Warheit, was ist dann mit dem Wort Lüge? Lüge ist eine Falschaussge. Allerdings muss man hier unterscheiden: Wenn ein Kind zu seiner Mutter sagt, es hätte die Zähne geputzt, obwohl es das nicht getan hat, ist es natürlich falsch und fällt unter das was wir Lüge nennen. Denn es ist Fakt. Das Kind weiß genau,dass es sie nicht geputzt hat, hat aber nicht die Lust oder den Mut die Warheit zu sagen. Wenn aber die Moslems sagen, Jesus war ein Prophet, und die Christen sagen, Jesus war Gottes Sohn, kann man zwischen Warheit und Lüge als solches nicht mehr unterscheiden. Beide sind davon überzeugt, dass ihre Ansicht die Richtige ist. Beweisen kann man dies verstandesmäßig nicht.
Ja, ich weiß die Bibel. Aber was ist dann mit dem Koran, ist der nicht auch Gottes Wort? Wenn man sich das so überlegt, könnte man also zur Ansicht kommen, dass keine Religion in irgendeiner Weise "falsch" ist, sondern jede eine Warheit für sich ist. Man könnte sich da auch so vorstellen: Wir haben einen runden Turm mit vielen Fenstern. Jedes Fenster steht symbolisch für eine Religion. Wenn man aus jedem Fenster raussieht, sieht man nur einen bestimmten Teil, hat nur einen eingeschränkten Blickwinkel. Aus allen Fenstern zugleich kann man aber nicht rausschaun. Würde man sich mit jeder Religion beschäftigen und würde jede einzeln betrachten, so hätten wir also nie die vollkommene Warheit. Wir müssten zuerst alles zu einem Ganzen Zusammenfügen.
Da es in Sachen Glauben, Religionen und Warheiten nunmal letztendlich keine Beweise in Form von Büchern, Statistiken, Rechnungen, Formeln, Wissenschaften gibt, wird es an jedem selbst liegen seine Warheit und seinen Glauben zu entdecken. Ich verstehe nicht, und es stimmt mich so traurig und hilflos, wieso man Menschen wegen dieser einer Warheit, die vielleicht nicht meiner eigenen entspricht umformen will. Wie man sie vielleicht akzeptiert, ihr aber trotzdem sagt: deine Aussagen sind falsch. Wieso man sich über diese Anderen stellt.
Außerdem, geht es denn wirklich um irgendwelche Kirchen, Bezeichnungen, Riten, Namen, Formen? Sollten wir nicht, in einer Welt, in der man mit Atomwaffen in sekundenschnelle die Welt und Menschheit ausrotten kann, in der Menschen im Überfluss Leben und zugleich Menschen täglich verhungern, in der es Leid und viele Kriege gibt, in der Menschen gefoltert und gequält werden, in der Rassismus und Sklaverei existiert, in der sich Menschen nutzlos und überflüssig fühlen und als solches abgestempelt werden, in der sich täglich Menschen umbringen, weil sie mit der Welt und der Gesellschaft nicht mehr klar kommen, in der man Macht und Reichtum und Positionen braucht um was zu verändern?!, in der die Natur ausgebeutet und verstrahlt wird, über unseren Schatten springen und uns auf die Grundwerte und das Wesentliche konzentrieren? Sollten wir nicht in Liebe handeln und uns vereinen? Sollten wir nicht gemeinsam wieder zu uns selbst finden? Uns fragen, was es eigentlich heißt "Mensch-zu-sein", was wir ja alle meinen zu sein, über die Religionen hinweg? Sollten wir nicht versuchen Harmonie und Frieden schaffen, das Gleichgewicht zum Menschen, zur Natur und zum Kosmos wieder herstellen und Verantwortung tragen, auch für das Kommende?
Wir wollen immer neues Entwickeln, dabei haben wir noch nicht mal
das Alte, die Vergangenheit verstanden. Sollte uns das alles
nicht zu denken geben? Sind wir wirklich so klug und intelligent,
dass wir uns das leisten können? Intelligenz = Anpassung. Eigentlich
Anpassung an die Natur, nicht an Gesellschaftsformen.
Wen interessiert es hier noch, ob Jesus Prophet oder Sohn ist? Ob Marienanbetung Götzendienst ist, ob es einen Sabbat oder einen Sonntag gibt, ob man in die Kirche oder in die Natur zum beten geht?
Wenn wir so weiter denken, stirbt unsere Welt, ohne dass wir auch
nur das Geringste merken. Und es ist nicht so, dass dies Keinem
klar wäre. Nein, aber man fragt sich, was man denn allein tun
kann, wenn doch "alle so sind". Jeder schaut nur, wie
ER am besten überleben kann. Was er für Vorteile aus seinem
Handeln zieht. Keiner mag den Anfang machen. "Was ich soll
es machen? Nein tu du es!" Aber es ist an UNS anzufangen,
hier und jetzt.
Wie, möchtest du wissen? Wenn du die Möglichkeit willst, etwas
zu verändern, bekommst du sie auch, hier und jetzt, sofort!
Fange bei Dir an und
Du veränderst die Welt.