Ich habe Sehnsucht
nach dir,
der du die Welt erhalten willst, wie ich.
Es ist unser Auftrag,
weil wir Menschen sind.
Ich will Pläne machen,
wie wir Wege ins Leben finden können.
Allein ist es manchmal zu schwer.
Ich brauchte deine Unterstützung,
ich benötige das Feuerwerk
unserer gemeinsamen Gedanken.
Dies ist unsere Wache.
Weil wir hier und jetzt leben,
sind wir als Wächter bestimmt.
Unsere ganze Aufmerksamkeit ist nötig.
Sie, gepaart mit Hoffnung,
gibt mir Zuversicht,
dass die Welt zu retten ist.
Den
Weg...
Den du vor dir hast,
kennt keiner.
Nie ist ihn einer so gegangen,
wie du ihn gehen wirst.
Es ist dein Weg.
Unauswechselbar,
Du kannst dir Rat holen,
aber entscheiden mußt du.
Hör auf die Stimme
Deines inneren Lehrers.
Gott hat dich nicht allein gelassen.
Er redet in deinen Gedanken zu dir.
Vertraue ihm und dir.
Ich
wünsche dir
Ich wünsche dir,
dass du viele Stimmen hörst,
aber nur einer Stimme folgst
- der Stimme deines Herzens.
Ich wünsche dir,
dass du deinen Durst nach Leben
niemals an trüben Wassern stillst.
Ich wünsche dir,
dass du viele Wege gehst,
aber nur einer Richtung folgst:
Deiner inneren Bestimmung,
deinem Glück.
Kein
Ort
Kein Ort auf der Erde,
wo der Tod nicht seine Fahne pflanzen kann.
Also kein Ort,
nirgends,
wo nicht einer von uns
die Berufung erlebt,
in der Dunkelheit eine Kerze anzuzünden,
aus dem Schnee ein Bett der Liebe zu machen,
aus der Wüste einen süßen Brunnen
und aus dem eigenen Herzen eine Oase für andere.
Kein Ort,
nirgends,
wo nicht die Fahne des Lebens
im Wind knattern kann.
Weil
du dunkle Zeiten kennst
Der Sinn flieht aus den Dingen und Handlungen,
du tust vieles ohne Überzeugung.
Der Kontakt zu anderen Menschen verschwindet,
im Nebel bist du allein.
Niemand rettet dich.
Deine Gebete fallen auf dich zurück,
sie sind seltsam fade und sinnlos.
Alle Worte sind nur noch Worte
Und verhöhnen dich.
Du verdurstest, du ertrinkst,
du erstickst, du gehst verloren.
Auch diese Wirklichkeit gilt es auszuhalten,
als ein erschreckender Hintergrund,
auf dem wir um unser Leben kämpfen.
Das ist die Nacht der Seele und des Geistes,
in der wir in die Tiefe gehen
und bewusst werden.
Wie schon so oft
werden wir auch diesmal wieder
wus dem Tod geboren.
Dunkle Momente in der Liebe.
Du meinst nicht mehr lieben zu können,
weil das Gefühl, dem du so vertraut hast,
dich verlassen hat.
Du bist leer.
Du denkst aggressiv.
Du verlierst dich in Missverständnissen.
Du hast nicht mehr die Weite der Liebe,
die Raum schafft und Angst überwindet.
Aber gerade das ist deine Chance zu lieben,
über das Gefühl hinaus;
mit dem Einsatz deines Wesens
den Weg zum Anderen zu finden
und nicht nur auf deine Neigung zu warten.
Deinen Willen zu aktivieren
und die Arbeit der Liebe zu leisten
und so die dunklen Momente,
in erfüllte Begegnungen zu verwandlen,
weil du letztlich nicht von Gefühlen,
sondern von Entscheidungen leben wirst.
Du bist sterblich.
Ein einfacher Satz -
aber eine erschreckende Wirklichkeit,
deren Schatten bis in die Gegenwart reichen.
Die Dunkelheit ist ein großer Lehrer.
Wir können nicht mehr sehen,
werden aber geöffnet für neue Einsichten.
Wir verlieren unsere Orientierung,
spüren aber einen neuen Kompass in uns.
Der Glaube, an dem wir hingen,
löst sich auf, und wir stellen fest,
wie viel Angst in ihm war.
Er trägt uns nicht durch,
wenn er nicht reifer wird.
Wir begreifen,
dass es die Liebe ist,
die das Leben erhält.
In der Dunkelheit lernen wir, vorsichtig zu tasten.
Die Sicherheit, die uns unerträglich stolz machte,
fällt von uns ab, und wir werden nahbarer.
Du bist verletzt worden.
Ein Mensch den du liebst,
hat dir die Wunde zugefügt.
Das Beschönigen hilft nichts,
auch nicht das Erklären und Entschuldigen.
Der Schmerz bleibt Schmerz,
und die Enttäuschung ist nicht wegzudenken.
Dein Mund zuckt.
Du könntest zurückschlagen.
Auge um Auge, Zahn um Zahn.
Es wäre verständlich.
Aber könnte es sein,
dass stimmt, was dir gesagt wurde?
Könnte es sein, dass du ohne Wunde,
ohne Bestürzung und ohne Betroffenheit,
nichts lernen und unverändert weiterleben würdest?
Dann wäre es ein Akt der Liebe gewesen,
dir diese Wunde zuzufügen,
weil du nur über sie weiterkommst.
Dunkle Momente in deinem Selbstwertgefühl:
Du findest dich nicht mehr gut,
bist enttäuscht von deiner Kleinlichkeit,
deiner Oberflächlichkeit und Unreife.
Du könntest dich jetzt aufgeben
und gegen dich sein.
Du könntest dir Leid tun
und jämmerlich werden.
Das ist deine Chance, an dir zu arbeiten.
Ernst zu machen mit dem Wachsen,
über Worte hinauszugelangen
und tatsächlich etwas zu verändern.
Die Nacht verschwindet im Sonnenaufgang.
Schon deine Entscheidung weiterzukommen,
trägt Helligkeit in sich.
Deine Veränderung stürzt dich ins Alleinsein.
Du hast dich von deiner Vergangenheit weg entwickelt.
Deine Freunde von früher erkennen dich nicht mehr,
du frustrierst sie mit deinen Ansichten.
Sie wollen dich einordnen und können es nicht.
Du bist anders, als sie dich erwarten.
Deine Einsamkeit ist ein dunkles Loch,
und manchmal meinst du,
das Licht nicht mehr finden zu können.
Du hast die Wahl,
dir selbst treu zu sein
oder dich anzupassen
und die Wünsche der Anderen zu erfüllen.
In dieser Einsamkeit entscheidet sich dein Leben.
Wirst du fliehen,
weil du den Druck nicht ertragen kannst,
oder wirst du Reserven in dir entdecken
und Energie entwickeln,
um über dich selbst hinauszuwachsen?
Die einsamen Momente
entscheiden über deinen Charakter.
Wenn du erwartest,
dass du unter der Dunkelheit nur leiden wirst,
dass es keinen Zweck hat zu hoffen,
dass deine Kraft zu klein ist,
dass dies der Anfang des Endes ist,
dass niemand dich versteht,
dann wirst du nur jammern
und den Schuldigen suchen,
um ihn für die Dunkelheit anzuklagen,
dann wird es dir nicht einfallen,
deine ganze Energie einzusetzen,
um in dieser Dunkelheit ein Licht anzuzünden
mit deinem Wesen, mit deinen Gaben,
mit deiner Hoffnung
und mit deiner Liebe.
Wenn das geschieht,
wird die Dunkelheit nicht nur um dich,
sondern auch in dir wachsen.
Die Dunkelheit deiner eigenen Fehler.
Dir gelingt nicht, was du dir vornimmst,
du triffst daneben, bist unzulänglich
und beginnst unter deiner Unvollkommenheit zu leiden.
Verallgemeinerungen von früher fallen dir ein:
Aus dir wird nichts, du bist untauglich,
du kannst dich nicht einfühlen.
Deine Begrenzungen fallen dir mehr und mehr auf.
Du spürst dich nicht mehr getragen von Lebensenergie.
Das ist der enge Weg.
Schmerzhaft sind die Einsichten,
aber in ihnen rückst du Stück um Stück
den anderen Leidenden näher.
Ihr Zweifel wird dein Zweifel,
ihre Unsicherheit wird deine.
Du kennst ihre Zurückhaltung,
und die Fragen, die sie umtreiben,
findest du in deinem eigenen Herzen wieder.
Eine unausgesprochene Solidarität verbindet euch.
Alles begann mit der Dunkelheit,
die für dich von deinen Fehlern ausging.
Noch dunkler wird der Moment,
wenn dich niemand in ihm versteht
und du schweigend ertragen musst,
was dich angreift.
Aber in der Sprachlosigkeit
sinkst du tiefer und tiefer
auf den Grund deines Wesens.
Du wirst echter
und denkst nicht mehr an deine Wirkung.
Theorien werden unwichtig,
und es reicht nicht aus,
Meinungen zu vergleichen.
Dein Leben ist nicht nur ein Spiel der Gedanken.
Du hast das Vorfeld verlassen,
jetzt ist dein Blut gefordert.
Vielleicht findest du dich selbst
wie nie zuvor,
wenn du so auf dich geworfen bist.
Dunkle Momente, wenn du deine Stärke verlierst.
Dein Körper macht nicht mehr das, was du ihm sagst.
Er entschuldigt sich mit einer Schwäche,
die du bisher nicht kanntest.
Dir fehlt Spannkraft
und du weichst schweren Belastungen lieber aus,
wo du sie früher als Herausforderungen begrüßt hast.
Manchmal ist deine Seele schwerfällig:
Du fühlst nicht, was du fühlst,
du bist innerlich müde und weißt,
dass Schlafen nicht helfen wird.
Neue Gedanken sind dir mühsam
und alte Ansichten langweilen dich.
Zu hoffen, dass es weitergehen wird,
zu glauben, dass alles seinen Sinn hat,
zu lieben, was dich immer wieder enttäuscht
deine Partner, deine Freunde, die Menschheit,
fällt dir schwer,
und das schwarze Loch der zynischen Lebenshaltung
tut sich immer wieder neu auf.
Aber du kämpfst weiter.
Du denkst an deine Zukunft
und es wird dunkel.
Du siehst blockierte Wege,
verschlossene Türen, Unmöglichkeiten.
Von überall starren dich Grenzen an.
So anders ist das Leben geworden,
als du es dir gedacht hast.
Ich habe dich schon lange beobachtet
und stelle wieder neu fest,
dass du schön bist in deinem Kampf.
Dein Einsatz gibt dir Würde.
Aus dem Leichtsinn ist ein Schwersinn geworden
und die Übertreibung hat der Echtheit Platz gemacht.
Dass du Narben trägst und Falten,
dass du langsamer und sorgfältiger geworden bist,
dass du deine Worte über das Leid
mit Erfahrungen bezahlt hast,
all das bringt dich mir näher.
Gerade in der Dunkelheit,
werden wir einander lieben lernen.
In den dunklen Momenten
stecken Möglichkeiten,
die es sonst nicht gibt.
Nichts beendet die Illusion so schnell,
wie das Leiden an der Wirklichkeit.
Manchmal rettet uns nur die Dunkelheit
vor der schleichenden Überheblichkeit
Vielleicht ist das,
was wir Dunkel nennen,
eine Form von Licht,
die uns fehlt.
Dunkle Momente in deinem Glauben.
Gott ist anders, als du dachtest.
Wenn du ihn brauchst, ist er nicht für dich da.
Er scheint dir das blutvolle Leben nehmen zu wollen.
Er umgibt dich mit Regeln, die dich einengen.
Er hindert, fordert und verpflichtet.
Könnte es an der Zeit sein,
deine Kindervorstellungen von Gott aufzugeben
und ihn neu zu suchen, in der Freiheit des Geistes
und nicht in der Enge der Dogmen,
in der Weite der Liebe
und nicht in der Verneinung deines Lebens?
Doch wenn du dein altes Bild von ihm loslässt,
zieht die Angst vor dem Neuen bei dir ein.
Dann bist du der verunsicherte Abenteurer,
der sich in unerforschte Gebiete begibt.
Von allen Seiten warnt man dich,
aber du nimmst das Wagnis auf dich.
Mit deinem aufstrebenden Leben,
blühend, reifend und samend,
mit deinem Glücklichsein in neuen Erkenntnissen,
mit deinem Mut zu wagen und zu lieben,
mit jeder deiner Verwandlungen beschreibst du Gott,
und er wird anziehender für andere, durch dich.
Weil du dunkle Zeiten kennst,
ist dir nichts mehr selbstverständlich.
Jeder Moment ist kostbar
und jedes Glück ein Stück Himmel.
Langsam schält sich eine Erkenntnis heraus,
wie ein Gedanke, der sich mühsam
zum Bewusstsein durchkämpft,
und liebend und zitternd
legst du deine Arme um diese Erkenntnis:
Es ist das Wissen,
dass das Leben aus hell und dunkel besteht,
aus oben und unten, aus jetzt und ewig,
aus allein und zu zweit, aus innen und außen,
und die Gegensätze bestehen nur
in unserer engen Sicht der Welt.
Sie gehören zusammen
Und eins ist nur die Rückseite des anderen.
Sie bilden den Rhythmus,
In dem sich alles entfaltet.
Und so erscheint in jeder Helligkeit
schon bald ein Schatten
und die Dunkelheit geschieht
auf dem Hintergrund des Lichts,
und zusammen bilden sie den unendlich reichen Teppich
deines und meines Lebens.