Referat: Im Westen nichts Neues


Gliederung:

- Leben und Werk des Autors
- Übersicht der Werke/wichtige Etapppen RRRemarques
- Inhaltsangabe
- Geschichtlicher Hintergrund
- Hauptpersonen/Charakteristika
- Erzähltechnik/Stilmittel/Sprache<
- Thema / Aussageabsicht
- Eigene Meinung
- Quellen
- Anhang



Leben und Werk des Autors


Remarques Biographie ist wesentlich von der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt. Erich Paul Maria Remark (Erich Maria Remarque) wird am 22. August 1898 in Osnabrück geboren. Er wächst mit seinen zwei jüngeren Schwestern in bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Schulzeit absolviert Remarque in katholisch geführten Bildungseinrichtungen der Stadt. Er neigt zur Ungebundenheit und geistiger Freiheit, strebt aber trotzdem einen gutbürgerlichen Beruf an, als er mit 17 Jahren das Lehramt studiert. Am 21. November 1916 erhält er jedoch seine Einberufung zur Armee. Er unterbricht seine Ausbildung und wird Ersatzrekrut. Am 12. Juni 1917 wird er an die Westfront nach Belgien verlegt. Am 31. Juli 1917 treffen ihn Granatsplitter am linken Bein und rechten Arm sowie ein Halsschuss. Er wird im St.Vinzenz-Hospital in Duisburg gesund gepflegt. Schließlich entläßt man ihn in den Garnisionsdienst seiner Heimatstadt. Da das Kriegsende im November 1918 einen neuen Einsatz an der Front verhindert, beendet Remarque die begonnene Lehrerausbildung. Doch rasch merkt er, dass der Beruf eines Lehrers seinen Künstleridee im Wege steht. Er interessiert sich schon lange für Kunst und ist begeisterter und begabter Pianist. Schließlich wird er Journalist bei "Sport im Bild". Im Jahr 1929 schreibt Remarque schließlich seinen Roman "im Westen nichts Neues", mit welchem er versucht seine vielen Kriegs - und Fronterlebnisse zu verarbeiten. Darüber hinaus zeigt er mit jenem Roman seine ganze Abscheu gegen den Krieg. Das Buch wird Bestseller der Anti Kriegsromane, die es je gab und wird das Jahr darauf schon verfilmt. Doch dieser Erfolg, dauert nicht an, sondern wird zum Verhängnis. Nicht weil er durch das Buch viel verdient, es weltberühmt und in vielen Sprachen übersetzt wird. Nein, es trägt ihm den Haß der Nazis ein, wird schließlich auf den Index gesetzt und mit vielen zeitgenössischen Büchern verbrannt. Er verläßt Deutschland und läßt sich in der Schweiz nieder. Remarque pendelt nun zwischen der Schweiz, Frankreich und den USA, wo er längst berühmt geworden ist.
1938 wird er offiziell aus Deutschland ausgebürgert und er ist nie wieder Deutscher Staatsbürger geworden.

Remarque erhält auch einige Auszeichnungen wie 1964 die Justus - Möser - Medallie. In dem Text der Urkunde heißt es "Herr Erich Maria Remarque ist in seinem Lebenswerk jederzeit für Frieden, Freiheit und Menschenwürde eingetreten; er hat den Krieg in seiner Grausamkeit und Sinnlosigkeit dargestellt und die Menschen zum Handeln im Sinne wahrer Humanität aufgerufen [...]"

Ebenso verleiht der Bundespräsident Heinrich Lübke Remarque 1967 das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland überhaupt. In der Begründung heißt es:

"[...]Aus seinem Kriegserlebnis entstand der Roman Im Westen nichts Neues (1929), der ein Welterfolg wurde. [...] Remarque gehört zu den meist gelesenen, meist gepriesenen und meist angegriffenen Schriftstellern der Gegenwart. Seine Bücher wurden nicht nur inDeutschland verboten; trotzdem verfügt er heute über eine Lesergemeinde von vielen Millionen
auf der ganzen Welt."

Beide Auszeichnungen zeigen den Akt der Versöhnung - nach der Verbrennung der Bücher, der Ausbürgerung und der Hinrichtung seiner Schwester. Ebenso zeigen die Zitate nochmals die Grundprinzipien auf, auf welche viele seiner Bücher basieren.

Seine materielle Sicherheit, die er durch manchen Bucherfolg gewonnen hat, rettet einigen Emigranten das Leben. Er ist für viele ein großer Freund, ohne sich selber dabei zu rühmen. Er heiratet schließlich, nach dem seine erste Ehe kaputt gegangen ist nochmals. Dieser Frau hinterläßt er, nach seinem Tod am 25. September 1970 in Locarno, sein Vermögen. Der Nachwelt umfangreiche Werke und viele Aussagen die zum Nachdenken anstoßen.



Übersicht der Werke und wichtige Etappen von Erich Maria Remarque:

1916/1917: Unbedeutende Versuche (Gedichte, Erzählungen, Zeitschriften-Artikel)
1920: "Traumbude. Ein Künstlerroman", in dem Remarque die künstlerische
Boheme um F. Hörstemeier verarbeitete
1928: "Im Westen nichts Neues" - finanzielle Unabhängigkeit Remarques
1933: Remarques Bücher fallen den Nazi-Verfolgungen zum Opfer.
Beginn des Exillebens
1941: "Liebe deinen Nächsten", Roman aus dem Exil
1945: "Arc de Triomphe"; einer der populärsten Romane Remarques
1952: "Der Funke Leben"; Roman um die Verbrechen in einem KZ
1953: "Zeit zu leben und Zeit zu sterben"
1955: "Der letzte Akt", Drehbuch über Hitlers letzte Tage in der Reichskanzlei
1956: "Die letzte Station", Theaterstück über Berlin unmittelbar vor der Kapitulation
1957: "Der schwarze Obelisk", Exil-Roman
1961: "Der Himmel kennt keine Günstlinge", Roman um die Liebe einer todkranken
Sanatoriumspatientin und einen Rennfahrer
1962: "Die Nacht von Lissabon", Exil-Roman
1966: Krankheitsbedingte (künstlerische) Einschränkungen
1971/1972: "Schatten im Paradies", Exil-Roman, der die Chronik der im Jahre 1940
begonnenen Exiljahre beschließt (nach Remarques Tod veröffentlicht)


Inhaltsangabe

In dem Roman im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque, geht es um eine Generation, die von vielen als Vaterlands Kämpfer und Helden bejubelt, in den Krieg zieht und durch jenen zugrunde geht. Der junge Paul Bäumer, kommt mit seinen Klassenkameraden, nach einer harten Grundausbildung durch den strengen und verhaßten Unteroffizier Himmelstoß, der später aber mit ihnen das Schicksal teilt und zeigt das auch er lernfähig ist, an die Front. Schon bald merken die jungen Soldaten, das hier das Leben kein Zuckerschlecken ist,und können absolut nichts Heldenhaftes daran ausmachen. Sie werden mit vielen Situationen, wie ständigen Gasangriffen, Trommelfeuer und dem ständigen Sterben ihrer Kameraden konfrontiert, denen sie im Grunde nicht gewachsen sind. Als Paul schließlich Heimaturlaub bekommt, kann er aber auch an ihm nichts positives ausmachen. Die Leute in der Heimat haben keine Ahnung was Krieg wirklich bedeutet. Sie sehen ihn immer noch als Abenteuer, geben ihm Ratschläge, meinen alles besser zu wissen und merken nicht wie sehr sie ihn mit ihren ständigen Fragen quälen. Anschließend kommt er in ein Heidelager wo er des öfteren auf russische Gefangene aufpassen muß, er lernt einige von ihnen kennen und versteht nicht, wie diese erbarmungslosen Menschen seine Feinde sein können, wie er auf sie schießen kann,
doch er merkt auch sehr schnell das solche Gedanken keinen Platz im Kopfe eines Soldaten haben und er sie, wenn er überleben will, schnell verdrängen muß. Wieder zurück an der Front findet er schnell seine alten Kameraden wieder. Vor allem Katczinsky, kurz Kat genannt, der bis zu letzt sein bester Freund blieb. Fast ein wenig schuldbewußt wegen seines Heimaturlaubs meldet Paul sich freiwillig für eine Patrouille zum ausspionieren des feindlichen Territoriums. Bei dieser verletzt er einen Franzosen in einem Granattrichter schwer, und muß von Schuldgefühlen geplagt seinen Tod miterleben. Schließlich wird er und sein Kamerad Albert Kropp verletzt und sie kommen in ein Lazarett, wo er noch einmal vor Augen geführt bekommt, was Krieg wirklich ist. Als er zum zweiten Mal zurück an die Front kommt trifft er nur noch Kat und Tjaden, ein weiterer Kamerad Detering wurde wegen Fahnenflucht festgenommen. Schließlich sterben auch jene beiden und als er ganz alleine von seiner Kompanie übrigbleibt, erlischt auch in ihm jede Hoffnung und im Oktober 1918 fällt schließlich auch er. Der Heeresbericht an diesem Tag lautete nur "Im Westen nichts Neues".


Geschichtlicher Hintergrund

Der erste Weltkrieg (Ereignisse und Datenübersicht):

1898: Die deutsche Kriegsflotte wird ausgebaut
1901: Verhandlungen zwischen England und Deutschland über ein Bündnis schlagen fehl.
1902: Deutschland,Österreich-Ungarn und Italien bestätigen den "Dreibund"
1903: England und Frankreich schließen sich zur "Entente cordiale" zusammen.
1907: Russland tritt diesem Bündnis bei.
1908: Deutschland wird nach England zur zweitstärksten Seemacht.
1909: Konflikte zwischen Österreich und Russland.
1912: Frankreich und Italien schließen einen Neutralitätsvertrag. Spannungen zwischen
England und Deutschland wegen der Flottenpolitik.
1913: Sogenannter "Zweiter Balkankrieg"
1914: Ausbruch des Ersten Weltkrieges
1915: Kriegserklärung Italiens an Österreich
1916: Stellungskrieg im Westen, sehr hohe Verluste auf beiden Seiten; Einsatz von Gas.
1917: Die USA treten in die Kriegshandlungen ein. Russische Oktober-Revolution-
1918: Friede von Brest-Litowsk.
Die Donaumonarchie bricht zusammen. Waffenstillstand im November; Ende der Kriegshandlungen.
1919: In Versaille werden die Friedensverträge unterzeichnet. Beginn der "Weimarer
Republik"

Weitere Anmerkungen:

- Der Erste Weltkrieg war ein "totaaaler Krieg" mit einem ungeheuren Einsatz an Menschen und
Materialien. Je länger er andauerte, desto klarer wurde, dass es nur Verlierer geben würde,
auch wenn man über Deutschland zu Gericht saß.

- Der Einsatz verheerender Waffen war auuuusschlaggebend, das es schon nach kurzer Zeit sehr viele
Tote und Verstümmelte gab. Es wurden Waffen eingesetzt, die es bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht
gegeben hatte.

- Was heutzutage veraltet ist, hat damalllls für Millionen Menschen zu Tod und Schrecken geführt: z.B.
Panzer die jedes Hindernis überwinden konnten; Flugzeuge (konnten in kurzer Zeit Truppen verlegen
und den Krieg am Boden entscheidend beeinflussen), der Einsatz von Minen mit grausamer Wirkung;
Flammenwerfer (die ganze Besatzungen von Unterständen und selbst Bunker außer Gefecht setzten),
Giftgas (führte zu entsetzlichen Toten) sowie U-Boote.

Hauptpersonen und Charakteristika

Die Hauptperson, die als einzige in jedem Kapitel vorkommt, ist Paul Bäumer. Er hat sich wie seine andern
Kameraden unter Druck seines Lehrers "freiwillig" als Soldat gemeldet und merkt jedoch bald genau wie
jene, dass es eben nicht "schön und süß ist, für sein Vaterland zu sterben", sondern erkennt schon bald
die grausame Realität. Er interessiert sich sehr für Kunst, liebt die Literatur, liest viel, dichtet und spielt
Klavier. Doch er macht während des Buches eine Wandlung durch, genauso wie sich auch die
Schwerpunkte des Lebens von Bildung und Selbstverantwortung sich in Disziplin und Hörigkeit gewandelt
haben. Als er auf Heimaturlaub seine alten Bücher zur Hand nimmt, kann er nichts mehr mit ihnen anfangen.
Er kann nicht in seine alte Welt zurückfinden, er ist darüber traurig und hilflos. Er merkt, dass diese Zeit
vorbei ist. Paul sucht Schutz bei seinen Kameraden, für jene er sich auch einsetzt, er will dem Krieg,
der Verrohung der Menschheit etwas entgegenhalten. Das starke "Wir-Gefühl" das unter den Soldaten
entsteht, ist sehr wichtig, und ist sicher Grund, dass er bis zum Schluß durch hält. Auf der einen Seite
erscheinen diese Beschreibungen ein sehr sensibles Bild von ihm zu geben, aber trotz allem,
kann er dem Galgenhumor mithalten, er zeigt in dem Roman, wie zäh und mutig auch er sein kann.
Am Ende jedoch erlischt das Bild der Hoffnung. Wenn er seine Kameraden einen nach dem andern
sterben sieht, kommt ein Gefühl der Einsamkeit in ihm auf. Er kann die sinnlose Vernichtung nicht verstehen.
Er ist ausgelaugt und am Rande des Wahnsinns. Er kann der Wurzellosigkeit und der Angst vor der Zukunft
einfach nicht mehr stand halten. Er merkt wie sinnlos der ganze Krieg im Grunde ist, dass die "gefangenen Russen"
keine Feinde sind, und merkt wie machtlos er allem gegenüber steht. Auch den Besuch bei den französischen
Mädchen hat ihn traurig gestimmt, er weiß, dass keine von ihnen aus Liebe gehandelt hat, sondern nur um
Vorteile daraus zu ziehen. Jeder ist nur darauf bedacht wie er am besten überleben kann.
Seine Erinnerungen und Träume an seine Frühere Welt, die voller Stille, Trauer und Schwermut sind,
sind nun endgültig verloren.

Sein, bester Freund ist der 40 jährige Schuster Katczinsky, kurz Kat. Er hat schon mehr Erfahrungen
im Krieg und im Leben, und übernimmt in dem Roman eine Art "Vaterrolle" für Paul. Kat hat trotz
der vielen Kriegsjahre, viel Mitgefühl für die jungen Soldaten. Er versteht sie am besten und hat viel
Wärme und Verständnis für ihre Ängste. Er unterhält sich gern, ist zäh, schlau, gerissen und hat eine
Witterung für dicke Luft, gutes Essen und schöne Druckposten, so wie ein ungeheures Organisationstalent.
Er ist der letzte der von Paul's Freunden stirbt und mit ihm, so stirbt auch jeder Rest von Halt, Sicherheit
und Hoffnung in Paul.

Kropp, auch ein guter Freund und Klassenkamerad von Paul ist hochbegabt, er war der beste seiner Klasse
und hat seine Physikbücher noch im Schützengraben mit dabei. Er ist ein Mensch der sachlich ist, klar
denkt und nicht in Illusionen lebt. Der Krieg konnte ihm trotz allem seine Wertvorstellung nicht nehmen
können. Er ist mutig und kameradschaftlich, wie die meisten von ihnen, und beteiligt sich freiwillig an
Himmelfahrtkommandos. Auch er war ein enger Freund und Vertrauter Paul's bis zuletzt.

Himmelstoß, ein ehemaliger Briefträger, der klein, untersetzte und gleichzeitig scharfe
Schinder auf dem Kasernenhof, hat seinen Respekt anfangs nur durch Rangabzeichen
erworben und läßt keine Gelegenheit aus, den jungen Soldaten das Leben schwer zu machen,
besonders Tjaden. Allerdings soll dies nicht ungerächt bleiben, und schon bald haben die jungen
Soldaten eine Chance dazu.Doch als auch er schließlich an die Front kommt und erlebt was
es wirklich heißt Krieg zu führen kommt seine ganze Feigheit und Erbärmlichkeit zum
Ausdruck. Aber auch er macht während des Buches eine Wandlung durch,
auch er lernt schließlich was es heißt Kamerad zu sein, wie er es stets predigte.
Auf diese Weise gewinnt auch er den wahren Respekt und die wahre Anerkennung
der Gruppe von Paul und seinen Kameraden.

Anschließend wollen wir an dieser Stelle den Blick kurz auf Tjaden, einen mageren 19 Jahre
alten Schlosser richten, der am meisten unter Himmelstoß Schikanen gelitten hatte.
Sein Rachebedürfnis ist am größten, und da er sonst ein umgänglicher und beliebter Kamerad ist,
findet er auch Unterstützung. Ansonsten ist er der "größte Fresser" der ganzen Kompanie.

Die positive Gegenfigur zu dem strengen, kleinen Klassenlehrer und "Heimat-Helden" Kantorek,
der seine Schüler dazu bewegt hat sich freiwillig für ihr Vaterland zu melden und in den Krieg zu ziehen,
allerdings wie Himmelstoß auch, noch seine Lehre beim Militär erhält, wo er von einem seiner
alten Schüler kommandiert wird, ist der Leutnant Berink.
Er ist fair und scheut nicht zurück für seine Soldaten einzutreten. Er redet nicht von Heldentod,
sondern ist Vorbildfunktion und tut das was getan werden muß bis zu seinem Tod,
wo er bei einem feindlichen Angriff sein Leben für seine Kameraden einsetzt. Nach jenem wird er
von den Soldaten schmerzlich vermißt.

Kurz wollen wir auch auf die 3 französischen Mädchen zu sprechen kommen.
Sie zeigen, wozu der Krieg die Menschen fähig macht. Sie schauen nur wie sie am besten
über die Runden kommen, für ein wenig mehr Brot sind sie zu allem bereit. Doch für die
wirklichen Gefühle der Soldaten, vor allem für Paul Bäumer, mit denen sie sich dafür einlassen,
haben sie kein Empfinden mehr.

Eine weitere wichtige Figur, die nicht unbeachtet bleiben darf ist der Franzose Duval,
den Paul im Nahkampf mit seinen eigenen Händen umbringt. Doch bevor dieser
schmerzvoll stirbt, erkennt Paul, wie bei den russischen Gefangenen, dass diese Menschen
auf der anderen Seite des Schützengrabens keine Feinde sind. Duval bekam geradezu brüderliche
und freundschaftliche Züge. Der Tod von jenem, löst tiefe Schuldgefühle aus und macht Paul
sehr nachdenklich.

Die Eltern, Frau und Herr Bäumer, stehen sinnbildlich für alle Eltern, deren Kinder
in den Krieg geschickt werden. Der Vater, so wie die Mutter, die selbst schwer krank
ist, versuchen ihrem Jungen Mut zu machen. Sie sorgen sich um Paul, doch die wahre
Realität sehen sie nicht. Die Mutter rät Paul an die Front zurückzukehren, obwohl
sie nicht weiß was es wirklich bedeutet. Die Menschen würden die Wahrheit gar nicht
verkraften, abstreiten weil sie es gar nicht wahr haben wollen. Hinzu kommt, dass
der Krieg sie einfach getrennt hat. Dies wird sehr stark durch die Beziehung zwischen
Paul und seinem Vater deutlich.

Zuletzt wollen wir kurz auf den Kaiser zu sprechen kommen.
Er ist eine Zentralfigur im Hintergrund des Romanes. Er wird für den Krieg
verantwortlich gemacht. Wenn er erscheint, bekommen die Soldaten bessere
Uniformen, doch täglich dürfen sie in den alten kämpfen und für ihr Vaterland
fallen, übergibt er nur Ehrenabzeichen.

Den ganzen Roman hindurch kommt eine "Zerrissenheit" auf. Einmal die des
Lebens, die durch den Krieg verursacht wurde. Aber auch in den einzelnen
Charaktern und Personengruppen können wir sie wieder finden. In ihnen werden
die Gegensätze deutlich: gute/miese; Schwätzer/Vorbilder; Zivilbevölkerung/Frontsoldaten;
Soldaten/Krankenhauspersonal; Gewinner/Verlierer; junge/alte Generation.
Sie zeigen auch, wie allein sich mancher, oder manche Personengruppe fühlt.
Man hat oft sehr wenig Verständnis für einander ohne dass man wirklich etwas
dafür tun kann. Der Krieg schafft einfach viel zu viel Unterschiede.

Doch am deutlichsten wird diese Zerrissenheit in Paul Bäumer kenntlich.
Er steht zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart. Auf der einen
Seite träumt er vom Frieden, auf der anderen ist er Soldat und führt Krieg,
ständig den Tod vor Augen. Paul Bäumer spielt im Grunde viele verschiedene
Rollen, die Frage ist nur, will er, kann er eine überhaupt richtig davon spielen?


Erzähltechnik / Stilmittel / Sprache

Das Buch erzählt in der Perspektive des Ich-Erzählers, die nur einmal in der 3. Person
abgelöst wird: "Er fiel im Oktober 1918." Bis zu dieser Stelle schildert das lyrische Ich
(Franz Bäumer) seine Erlebnisse, Beobachtungen und Empfindungen. Dies verleiht dem
Roman impressionistische Züge. Aber der Ich-Erzähler ist nicht allwissend, so werden
teilweise Informationen erst nachträglich geliefert, was zu einer erhöhten Spannung führt.
Auch wird das sonst häufige Mittel des Ich-Erzählers, die 2 Zeitebenen nicht verwendet,
dadurch fühlt sich der Leser noch näher in das Geschehen mit eingeschlossen.

Die Geschichte ist wie ein Tagebuch meist im Präsens geschrieben. Paul Bäumer lebt
im Vorgestern bis Übermorgen:

"Vorgestern waren wir noch im Feuer, heute machen wir Albernheiten und fechten
uns durch die Gegend, morgen gehen wir wieder in den Graben"

Stilbrüche für das Präsens sind Charakterisierungen und Beschreibungen aus dem Leben
vor dem Krieg, die in der Vergangenheit geschrieben werden müssen. Dieser Wechsel
des Erzählstils macht auch die Entfremdung durch den Krieg deutlich.

Anfangs hat der Roman Ähnlichkeiten mit einer Kurzgeschichte. Doch "Im Westen nichts neues"
ist ein Kriegsepos. Remarque läßt viele Helden auftreten, gibt ihnen klar abgegrenzte
Wesensmerkmale und Charakterzüge, die sich teilweise jedoch erst allmählich heraus bilden.
Viele Gestalten, und Ereignisse lernt der Leser kennen. Diese Gestalten teilt Remarque auch
in Personengruppen ein. Remarque wechselt bei seiner Erzählung ständig zwischen der 2. Kompanie,
der Gruppe der acht Soldaten und der vier Schulfreunde. Alles zusammen wird mit wir beschrieben,
wo sich Paul Bäumer natürlich mit einschließt. Dies Multiplikation drückt die Vervielfältigung der
Erlebnisse aus. Man kann also von 4 auf 8 von einer Kompanie auf alle deutschen Kompanien schließen.
Von allen deutschen auf alle Kompanien, auf alle 74 000 000 Mobilisierte.
Bestimmte Charaktere wie z.B. Himmelstoß oder Kantoreck stehen nur als Sinnbild für viele andere:

"Müller fragt ihn: Was hat dir der Kantorek eigentlich geschrieben? Er lacht:
Wir wären die eiserne Jugend. Wir lachen alle drei ärgerlich. Kropp schimpft; er ist froh,
daß er reden kann - Ja, so denken sie, so denken sie, die hunderttausend Kantoreks!"

".. wo bliebe die Welt sonst, wenn man das schon Schuld nennen wollte.
Es gab ja Tausende von Kantoreks, die alle überzeugt waren, auf eine bequeme
Weise das Beste zu tun."

Aber auch Paul's Eltern stehen für viele Eltern, deren Kinder in den Krieg ziehen müssen.
Einzelne Situationen und Erlebnisse lassen sich isolieren.

Wie wir schon festgestellt haben, besteht die Besonderheit des Romans u.a. aus den
deutlichen Kontrasten, die den Aufbau, die Personen, die zugrundeliegenden Themen
und auch die sprachlich-stilistische Ebene durchziehen. Ein paar Beispiele sind bei den
Charakteristiken schon genannt.

Es gibt aber noch weitere für solche Kontraste:
- der sensible Paul Bäumer in der KKulisssse des Todes.
- die besinnlichen und poetischen Rül;ckzüüüge, dazu der bittere
Humor Remarques.
- die Betonung des Überlebenwollenss so wwwie die Gefühle der
Menschlichkeit abseits der Front.

So wie die Soldaten ihre Hoffnungsbilder bald durch die vielen grausamen Fronterlebnisse
aufgeben, fallen sie auch sprachlich auf eine "niveaulosere" Ebene zurück. Es scheint ihnen
geradezu egal zu sein. Sie unterhalten sich lässig in der Latrinensprache, wirken
unsentimental und ihre Reden sind voll Galgenhumor:

"Wenn jemand stirbt, dann heißt es, daß er den Arsch zugekniffen hat,
und so reden wir über alles".

Dieses unterstreicht den Frontalltag mit all seinen Erlebnissen der Soldaten.
Aber nicht nur das, der Galgenhumor ist notwendig um zu überleben, was
folgende Stelle zeigt:

"Aber wir vergessen nicht Was in den Kriegszeitungen steht über den
goldenen Humor der Truppen, die bereits Tänzchen arrangieren, wenn sie
kaum aus dem Trommelfeuer zurück sind, ist großer Quatsch. Wir tun das nicht,
weil wir Humor haben, sondern wir haben Humor, weil wir sonst kaputt gehen."

Das einzige was sie entgegenzubringen haben ist ihre Brüderlich und
Kameradschaftlichkeit, was stellenweise fast zärtlich beschrieben wird:

"Wir sind Brüder und schieben uns gegenseitig die besten Stücke zu."

"...aber neben mir, gebeugt und eckig, geht Kat, mein Kamerad."

"Eine ungemeine Wärme durchflutet mich mit einemmal. Diese Stimmen,
diese wenigen, leisen Worte, diese Schritte im Graben hinter mir reißen
mich mit einem Ruck aus der fürchterlichen Vereinsamung der Todesangst [...]
sie sind mehr als Mütterlichkeit und Angst, sind das Stärkste und Schützendste,
was es überhaupt gibt: es sind die Stimmen meiner Kameraden."

Manchmal verfällt Remarque auch in einen literarischen nahezu dichterischen Stil.
Vor allem bei Beschreibungen von Frieden, Vergangenheit, Hoffnung und Heimat.
Dies zeigt die Gefühlsschwankungen die die jungen Soldaten haben deutlich.

Weitere Stilmittel die Remarque einsetzt sind ironische Distanzierungen, bildhafte
Ausdrücke und Personifizierungen, Vergleiche und Metaphern.

Aber auch Parallen wie z.B. die durchgängig parallele Sicht Bäumer/Remarque:

"Nur über die von allen erlebten Schauer, über das Grauen, über den verzweifelten,
oft rohen Trieb der Selbsterhaltung, über die zähe Kraft des Lebens, das dem Tode
und der Vernichtung gegenübersteht, habe ich gesprochen."

Symbole sind eher selten, wo sie vorkommen jedoch sehr eindringlich weil sie wie
aus dem Leben gegriffen sind:
- die Stiefel die von einem zum anderen wandern (Und mit ihnen der Tod)
- die Schmetterlinge
- Frauen - sie bilden so etwas wie Gegennnnpole in der Welt des Chaos und des Untergangs.

Ein weiteres Textbeispiel hierzu:

"Einen ganzen Vormittag spielen zwei Schmetterlinge vor unserem Graben.
Es sind Zitronenfalter, ihre gelben Flügel haben rote Punkte. Was mag sie nur hierher
verschlagen haben; weit und breit ist keine Pflanze und keine Blume. Sie ruhen sich auf den
Zähnen eines Schädels aus".

Auch wenn die roten Punkte wie Einschusslöcher anmuten, aus denen Blut tropft,
und der Totenschädel das ewig nahe Sterben signalisiert; noch ist Paul Bäumer auf
der Seite der Lebenden und mit ihm ein Teil seiner Kameraden, obwohl sie längst
nicht mehr so sorglos sind wie etwas die jubilierenden Lerchen, die jeden Morgen
"zwischen der Front" aufsteigen - Ungezählte fallen täglich.

Thema - Aussageabsicht

"Im Westen nichts Neues" erzählt treffend und verständlich, das Leben der
einfachen Soldaten. Es wird nichts verherrlicht oder beschönigt, es zeigt die
Schrecken und die Sinnlosigkeit des Krieges. Dabei ist es ganz egal, ob
Remarque selbst "nur" einen Monat (zuviel) an der Front war, um zu kämpfen,
oder feige in der Schreibstube gedient hat.
Es ist für Remarque wichtig, die Hierarchie des Militärs zu hinterfragen,
die Brutalität, mit der man einzelne, einfache Leute zu Befehlsempfängern macht.
Es ist auch ganz gleich, welchen Krieg Remarque beschreibt oder wie die Kriegsführung ist.
Krieg ist und bleibt das Profilieren einiger weniger Mächtigen, die den Krieg geradezu
als Spiel betrachten. Dies sieht man an den festgelegten Regeln, wie bei einem
Fußballspiel oder an den vielen sich immer wiederholenden, gleichen Manövern
wie bei einem Computerspiel. Das Buch beschreibt, wie sich die jungen Männer,
aufgrund von Reden ihrer Lehrer, wegen ihrer Staatsloyalität freiwillig gemeldet haben.
Doch der Staat sind bestimmt nicht die eingesetzten Soldaten auf beiden Seiten, von
denen gut die Hälfte getötet oder verstümmelt wurden. Doch der Staat, riskiert aus Macht-
und Profitgier ihr Leben . Und hinter jedem dieser Soldaten, in Uniform, die alle so
gleich aussehen, steckt ein eigenes Schicksal und über jedes könnte ein eigenes Buch
wie "Im Westen nichts Neues" geschrieben werden.
Die Frage stellt sich, wie es möglich ist, dass Menschen so etwas zu lassen?
Wie sich so etwas wiederholen konnte. Hat denn kein Amerikaner vor dem 2. Weltkrieg
"Mein Kampf" gelesen? Hätte man nicht mit pazifistischen oder auch radikalen Aktionen
diese Kriege verhindern können? Wieso bekämpfen sich Menschen, die sich gar nicht kennen,
und die den Krieg gar nicht wollen? Remarque kommt ohne Belehrungen aus. Naiv, bestechend
und einleuchtend zieht er die Kriegsberechtigung ins Lächerliche. Er lässt z.B. einen Soldaten
fragen, wie ein Land ein anderes beleidigen könne, wie ein Berg einem See böse sein könnte.
Wie könne ein einfacher Franzose einen einfachen Deutschen beleidigen, wenn sie sich
nicht einmal kennen.
Der Fakt, dass beide Armeen ihr Vaterland verteidigen wollen, und möglicherweise
beide Parteien recht hätten, vernichtet auch die logische Begründung durch Gerechtigkeit.

Remarque schreibt über einen sinnlosen Krieg, einen Krieg, der niemandem nützt,
den niemand wirklich will, sich aber wie ein Fieber ausbreitet, und jungen Menschen,
die nach dem Krieg nicht mehr in der bürgerlichen Gesellschaft Fuß fassen können,
ihr Leben und ihre Jugend nimmt.
Die Wurzellosigkeit seiner Generation, der eisernen Generation, der zerissenen Generation,
der "Lost Generation", der verratenen Generation ist Remarque ein besonderes Anliegen.
So schreibt er auch, dass diejenigen, die den Krieg nicht überlebt haben noch als glücklich
betrachtet werden können:

"Sie haben Ruhe - wer weiß, was uns noch bevorsteht"

So versucht Remarque mit seinem Werk sicher nicht nur, seine eigenen Erlebnisse
aufzuarbeiten, sondern vor allem, seiner Generation ihr Verhalten zu erklären.
Die Jugend, die noch so manipulierbar ist. Gerade sie wird um ihre Freiheit gebracht,
mit dieser noch nie dagewesenen Grausamkeit, mit der Menschen gegen Menschen
aufgehetzt werden, sie die von nachfolgenden Generationen nicht verstanden wird.

Nicht Nationen, Systeme oder Religionen sind ihm wichtig, sondern die Freiheit
und die Würde des einzelnen Menschen. Denn der Roman ist auch durchaus
unpolitisch, nur einmal kommt zwischen den Soldaten eine Diskussion über die
Ursache von Kriegen auf, die aber vollkommen schematisch und abstrakt bleibt.

Eigene Wertung

Mich persönlich hat das Buch "Im Westen nichts Neues" sehr beeindruckt und es
hat mir sehr gut gefallen.

Ich finde es sehr wichtig derartige Bücher auch im Unterricht zu behandeln und die
Zeit damals zu kennen. Man sollte daraus lernen und versuchen die gleichen Fehler
nicht noch einmal zu machen. Das Buch will uns eine Botschaft vermitteln, und dies
sollte nicht umsonst geschehen. Es kann nur von Nutzen sein, das sich auch junge
Leute damit auseinander setzen.

Ein weiterer Punkt ist, dass das Buch gewisse Vorurteile die man oftmals
gegen diese Generation hat, die damals in den Krieg gezogen ist, abbaut.
Man lernt, dass diese Menschen den Krieg genauso wenig wollten wie heutzutage einer.
Man merkt, dass es einfach falsch ist sie zu beschuldigen, dass dies nicht möglich ist.

Es ist egal in welcher Zeit oder Epoche dieses Buch gelesen wird.
Jeder der es liest, ob alt ob jung, wird sich angesprochen fühlen.
Und es wird nie aus der Mode kommen oder als "veraltet" gelten.

Das Buch ist schlicht und sachlich sowie spannend und fesselnd zugleich.
Man fühlt sich in das Geschehen direkt einbezogen und hat das Gefühl mit
Paul und seinen Kameraden mit zu leiden und Anteil an ihrem Leben und Leid zu haben.
Es läßt beim Leser viele Fragen aufkommen und stimmt nachdenklich.

Ich verstehe es nicht, wie man, nachdem man das Buch gelesen hat, sich noch für
den Krieg aussprechen kann, bzw. nicht alles, was in seiner Macht steht, tut um
einen zu verhindern und ich sehe es fast als eine Schande, dass das Buch noch vor
dem 2. Weltkrieg erschienen ist, und man eben nichts daraus gelernt hat.

Quellen / verwendete Materialien

- Im Westen nichts Neues
Erich Maria Remarque
Köln 1999
KiWi 494
ISB N 3-462-02731-X
- DM 12,90


Internet-Seiten:

- http://http://www.remarque.uos.de/
> - http://home.germany.net/100-117926/deuutsch4.htm
- http://www.dhm.de/lemo/html/weimar/kunnst/westen/
- http://www.dhm.de/lemo/html/biografienn/RemarqueErichMaria/

zurück

Hosted by www.Geocities.ws

1