Ich
betrete Neuland.
Ganz sachte, vorsichtig tastend gehe ich voran, dass ich es nicht
verletze.
Es ist heilige Erde, gesegnetes Land.
Ich habe etwas hinter mir gelassen.
Die Brücke, über die ich gekommen bin, ist zusammengebrochen.
Die alten Sicherheiten existieren nicht mehr.
Ich betrete es noch mit einer Mischung aus Angst, tiefer Angst
und freudiger Erwartung.
Da gibt es Augenblicke, da spüre ich meine Nacktheit bis hin zum
Schmerz.
Aber doch gibt es jetzt Momente, da fühle ich Glücklichsein,
wie nie zuvor heiliges Glück.
Es sind nicht die Menschen oder die Dinge, die anders sind.
Es sind die Farben, die anders sind, in diesem strahlenden Licht.
Worte haben ein anderes Gewicht. Die Klangfarben der Töne sind
anders.
Bindungen, Begrenzungen lösen sich im Innen auf.
Ich bin an ein neues Ufer gesprungen. Noch habe ich keine neuen
Sicherheiten bezogen.
Aber ich habe da eine Liebe gefunden, die wie aus einem
geöffneten Herzen,
die wie die unendliche Musik, wie das hellste Licht sich mir
offenbart.
Draußen wird das Jahr dunkler. Alles stirbt. Auch in mir stirbt
ständig etwas.
Aber dieses Sterben, dieser bewußte, ständige Tod, ist der
Aufbruch zum Leben.
Ich opfere und erhalte die Überfülle der Liebe aus Klang und
Licht.