Er meint zu wissen, was er tut
Er
meint zu wissen, was er tut.
Lob und Ehre, Ruhm und Macht,
Sehnsucht nach Größe verfolgt ihn bis tief in die Nacht.
Er tut was alle tun.
Es ist nicht schwer, nein kinderlicht,
bald schon hat er die Meisterschaft erreicht.
Er ist intelligent in seinem Handeln:
beobachtet, erkennt, passt sich an,
studiert, was ein jeder kann.
Er ist liebenswürdig, ja charmant,
hält still, harrt aus in ruhender Fassade,
bis er besitzt was loslassen lässt - da ist er ohne Gnade.
Alle - so wurde ihm gesagt,
sollst du ehren, achten, lieben gar,
denn dazu sind die Menschen füreinander da.
Aber DU - so wurde ihm gelehrt,
musst schauen wo du bleibst,
bevor dich ein Anderer vertreibt.
Er ahnt, dass etwas nicht stimmt.
Verborgen blitzt in leisen Momenten ein Funke des Erinnerns auf,
lässt ihn Stocken in seinem golden scheinenden Lebenslauf.
Er fragt nach seinem Sein und Sinn,
will wissen woher er kommt, wohin er geht,
auf welcher Seite er steht.
Ja - er hat die Möglichkeit zu wachsen,
sich zu erinnern, dass einer alle ist,
er in den Anderen auch sich selbst vergisst.
Eine Stimme tief in seinem Innern,
schwingt, pocht und klopft - mal laut mal leis,
rüttelt an seiner Seele,
bis er wieder wissend weiß, was lieben wirklich heißt.