über
das Atmen:
Jeder von uns atmet täglich tausendemale aus und ein. Auch
Nachts setzt der Atem nicht aus. Wo wir auch Tage ohne
Essen, Wasser und Schlaf auskommen können, können wir ohne zu
Atmen nur 3 Minuten durchhalten.
Aber atmen ist nicht gleich atmen. In unserer heutigen Zeit
sitzen wir oftmals viel zu viel in ungesunden Haltungen am
Computer oder am Schreibtisch mit hochgezogenen Schultern,
geneigtem Kopf, und unser Atem geht nur ganz
oberflächlich. Ich hab euch hier ein paar Tips, Anregungen und
Gedanken zum "richtigen" Atmen:
Zuerstmal gibt es zwei Sichtweisen der Atmung: die medizinische
Sichtweise, mit der wir uns zuerst befassen wollen,
und die philosophische Sichtweise.
Die Medizin unterscheidet zwei verschiedene Atmungen: die
äußere und die innere Atmung.
Die äußere Atmung, auch Lungenatmung genannt, ist der Austausch
zwischen Außenluft und dem Blut in der Lunge.
Die innere Atmung ist der Gasaustausch zwischen Blut und Zellen.
Pro Minute bekommen wir durch unser Atmen 5 Liter Luft bzw.
Sauerstoff.
Dieser Sauerstoff hat 3 Funktionen:
- Erneuerung der Zellen
- Nahrung und Sauerstoff werden zur Produkktion von Energie
gebraucht
- Die Gehirntätigkeit funktiioniert nicht ohne Sauerstoff
Des weiteren gibt es 4 Arten der Lungenatmung:
1. Die Schlüsselbein / Schulteratmung, diese ist sehr
oberflächlich und passiert ganz automatisch wenn man z.B.
stundenlang verkrampft vor dem Computer sitzt.
2. Die Rippenatmung, ist etwas effektiver aber immer noch sehr
flach
3. die Bauch - Zwerchfellatmung
4. die Tiefenatmung, die am effektivsten ist.
Auf diese Tiefenatmung will ich noch etwas näher eingehen.
Bei der Teifenatmung dehnt sich 20 mal in der Minute mit Hilfe
des Zwerchfells die Lunge. Diese bläht sich auf.
Der Brustkasten weitet sich, der Bauch wird
"herausgedrückt", und es wird in den Bauch
"hineingeatmet".
Tief einatmen sollte man mit der Nase, da diese wie ein Filter
wirkt, in der die Luft erwärmt und feucht
und vor Unreinigung befreit wird. Die Lunge wird so geschont.
Ausatmen dagegen am besten 3 Mal so lang durch den Mund. Beim
Ausatmen kann man sich vorstellen, dass mit dem
Atem alle negativen Gedanken abfallen, man sollte alle Probleme,
alles Einengende loslassen.
eine Atemsequenz besteht aus 4 Phasen:
a) langes Ausatmen (Bauch einziehen, tiefe Schultern)
b) Ruhepunkt, bei der Wende zum Einatmen
c) Einatmen (dies kann verschieden gemacht werden z.B. zwei
kurze, zwei lange Atemzüge oder ein kurzer, zwei lange
oder zwei kurze, ein langer)
d) Ruhepunkt bei der Wende zum Ausatmen, wobei die Wendepunkte
zeigen sollen, dass das Atmen bewusst geschieht,
man sich ganz auf seinen Atem konzentriert
Diese Tiefenatmung wirkt in Stressituationen sehr beruhigend und
ist Grundlage für vieles, z.B. autogenes Training,
Yoga, Mediationen usw. Man wird dadurch ruhiger, gelassender,
entspannter. Vor Klassenarbeiten oder anderen Prüfungen durchaus
hilfreich.
Es ist empfehlenswert diese Atemtechik ca. 10 Minuten täglich zu
üben.
Dabei kann man eine gerade Sitzhaltung einnehmen, sich aber auch
z.B. auf den Boden legen, es soll möglichst
bequem sein. Ziel ist es letzendlich diese Technik in möglichst
jeder Haltung praktizieren zu können. Wichtig dabei ist,
dass man sich bewusst auf seinen Atem konzentriert.
Zur philosophischen Sichtweise der Atmung finden wir Texte im
Sanskrit:
Sanskrit ist die Hochsprache Indiens und die Sprache der
Brahmanen.
Hier wird der Atem, als das in uns wirksam göttliche
beschrieben.
Man kann es auch Prana: göttliche Lebenskraft nennen, Energie.
Yoga z.B., ist im Grunde nichts anderes, als durch Atmung einen
größeren Bewusstseinszustand zu schaffen, dies
kombiniert mit Körperbeherrschung und Mediation.
Durch die Atmung kann man auch mit der Zeit seine Gedanken und
Gefühle steuern, bzw. in den Griff
bekommen. Angst zum Beispiel, wird nicht mehr Herr über einen.
Denn Auch Gefühle sind "nur" Energien.
Inspiration bedeutet nichts anderes als Einhauchung.