chapter 5 ~ surprises
Was ich von meinem Leben halte...hmm...schwierig zu sagen....Kann man überhaupt sagen "mein Leben ist scheiße" oder "mein Leben ist gut"? Schließlich hat man doch keinerlei Vergleichsmöglichkeiten. Man kennt nur das eine, eigene Leben. Und dieses dann zu beurteilen finde ich recht sinnlos...an was sollte ich es denn messen? Daran, wie viel Erfolg ich habe? Wie viele Freunde, Glücksmomente oder Talente? Sollte ich abwägen, ob meine familiäre Situation mein Leben gut oder schlecht macht?
Nein, so etwas kann ich sicherlich nicht.
Es ist doch im Grund egal, wie mein Leben ausschaut. Hauptsache, ich mache das beste daraus und genieße es, so wie es ist. Dann kann kein Leben "schlecht" sein.
Die Menschen sehen das alle immer zu verbissen. Wen interessiert es schon, ob irgendjemand mehr hat als man selber oder besser in irgendetwas ist? So lange man selber glücklich ist, muss man doch nicht so oberflächlich sein und auf solche Dinge achten.
Das einzige wichtige für mich sind meine Familie und meine Freunde. Und damit meine ich nicht die vielen Leute an der Schule, mit denen ich hin und wieder etwas mache, sondern nur meine guten Freunde, Kaoru und Shinya. Kaoru kenne ich seit er mir einmal Nachhilfe gegeben hat. Oft saß er noch über die Zeit hinaus mit mir in der Schülerbibliothek und hat mir alles mehrmals erklärt bis ich es auch wirklich verstanden habe. Damals ist mir nach und nach klar geworden, dass er ein sehr lieber Mensch ist, und ich habe überhaupt nicht mehr verstanden, wie man ihn sosehr hänseln und verachten kann, wie es die Leute in seiner Stufe tun. Aber wir Jüngeren können da wahrscheinlich sowieso nicht mitreden...Trotzdem, wenn ich jemals mitbekomme, wie sie ihn fertig machen wollen, ich würde sofort eingreifen. Genauso, wie er es auch für mich oder Shinya tun würde.
Shinya ist ebenso ein Fall für sich...am Anfang hat er nur meinen Beschützerinstinkt geweckt, wie er so hilflos und schüchtern das erste Mal vor unserer Klasse stand, sich vorstellen sollte und kein Wort herausbrachte. Wenn man ihn jedoch näher kennenlernt, ist da nicht mehr viel von seiner Schüchternheit übrig...ja, er ist fast schon ein freches Biest (XD). Aber er hat ein sehr liebes und zerbrechliches Wesen...einem Engel gleich. Und diesen Engel würde ich gerne für immer beschützen, wenn er mich denn ließe...
Nur leider vertraut er mir noch nicht ganz. Ich weiß zwar inzwischen, dass Daisuke Andou sein Halbbruder ist, doch warum er nun bei ihm wohnt oder warum er überhaupt früher nicht bei ihm wohnte, ist mir weiterhin ein Rätsel geblieben. Vielleicht erzählt er es mir irgendwann...so, wie das mit seinem Bruder...
Tja, Geschwister sind schon etwas tolles. Ich muss lachen, während ich so etwas sage, aber ich meine es ernst. Ich liebe meine Schwestern und Brüder, jeden einzelnen von ihnen. Und ich als ältester muss immer gut auf sie acht geben und mich um sie kümmern. Immer, egal was geschieht....
Das habe ich jedenfalls früher gedacht. Langsam zweifle ich leider daran, ob ich dieser Aufgabe auch wirklich gewachsen bin, denn ich muss mich dieser Verantwortung nun ganz alleine stellen. Und sieben Mäuler zu stopfen ist nicht unbedingt das leichteste, was man einem Highschool-Schüler zumuten kann. Aber ich werde es schon irgendwie schaffen, oder? Man kann alles schaffen...
Das hat man ja auch bei unserer Band gesehen. Shinya hat es tatsächlich geschafft diesen komischen Kauz dazu zu bewegen, es mal als unser Sänger zu versuchen. Hätte ich nicht vermutet, nachdem Kao sich so die Zähne an ihm ausgebissen hat...Es macht mich stutzig. Vielleicht ist zwischen den beiden auch eine Verbindung, die ich noch nicht kenne, so wie bei Shinya und Andou??? Aber nein...ein Geheimnis reicht fürfs erste, glaube ich...
Nur der Ausdruck in Shinyas Augen, wenn er von diesem Kyo spricht...dieses schüchterne Strahlen...das hat mir eindeutig einen Stich versetzt...
Ich werde meinen Engel nicht verlieren, oder? Nein, bitte nicht an ihn...
~ * ~ * ~ * ~
"Tische auseinander und alles bis auf euer Schreibzeug vom Tisch, bitte!" Die Stimme des Lehrers durchbrach die allgemeine Unruhe in der Klasse, als er pünktlich mit dem Schulgong und dicht gefolgt von Die das Kurszimmer betrat.
Der Rotschopf dachte, sein Herz würde mindestens drei Etagen tiefer wandern bei diesen Worten. Die angekündigte Mathearbeit...er hatte sie total vergessen! Ein flüchtiger Blick zu Mitsu und Yoshi, die ihm entgegengrinsten, beruhigte ihn. Anscheinend hatten wenigstens sie daran gedacht und allerlei Spickzettel zur Sicherheit angefertigt. Etwas gelassener setzte er nun seinen Weg durchs Zimmer fort, doch sein Lehrer wusste nur zu gut von den Tricks mancher Schüler und schien es leider heute auf ihn abgesehen zu haben.
"Andou-kun, Sie nehmen bitte nicht wie üblich hinten bei ihren Kameraden, sondern vorne zwischen Niikura-kun und Sato-kun Platz, haben wir uns verstanden?" Seine Stimme klang leicht gereizt, sodass Die nichts anders übrig blieb als wohl oder übel seinem Befehl zu folgen und somit einer verpatzen Arbeit entgegenzusehen. Die möglichen Arbeitsblätter zu jener kamen auch kurz darauf angesegelt und ließen ihn nun enttäuscht seufzen. Hatte er tatsächlich so viel im Unterricht verpasst, während er seinen Gedanken nachhing? Er konnte nicht einmal die Hälfte der Aufgaben bearbeiten.... Ein Seitenblick nach rechts und links betrübte ihn noch mehr. Die beiden hatten keinerlei Probleme. Ob sie ihm wohl helfen würden? Er hustete gespielt und warf dabei einen flehenden Blick zu Sato, doch der ignorierte ihn einfach. Die gab es schließlich auf und legte seinen Kopf auf den Tisch, stellte sich schlafend. Wenigstens so könnte er die Zeit nutzen...
Ein vorsichtiges Räuspern holte ihn etwas später zurück aus seinen gerade erst angefangenen Träumen. Verwirrt sah er um sich, konnte aber niemandes Blick einfangen bis er auf einmal auf dem Tisch neben sich sah und seine Augen sich überrascht weiteten. Kaoru hatte das eine der beiden Arbeitsblätter bereits fertig gelöst und es soweit an den Tischrand gelegt, dass Die problemlos seine Ergebnisse und Lösungswege lesen konnte. Nur kurz zögerte dieser, dann folgte er dem unerwarteten Angebot und am Ende der Stunde war er zusammen mit Kaoru einer der ersten, der die Blätter abgab.
"Hey, warte mal!", rief er dem Kleineren hinterher, da dieser sich wortlos aus dem Staub machen wollte.
Kaoru blieb erstaunt stehen und wartete bis der andere aufgeholt hatte. Unsicher fragte er sich, was er nun von ihm wollte, ob er sich vielleicht gar bei ihm bedanken wollte. Er hatte nicht direkt darüber nachgedacht, als er sein Lösungsblatt so offensichtlich hingelegt hatte. Auch wenn der Rotschopf nicht immer nett zu ihm war, konnte er nun mal doch nicht aus seiner Haut raus und musste ihm einfach helfen.
"Wegen vorher...", fing Daisuke langsam und nach Worten suchend an, doch er fand keine, um all das zu sagen, was er gerne gesagt hätte. Daher sagte er nur das nächstliegende und strahlte sein Gegenüber dabei lieb an. "Danke!"
Der Violetthaarige errötete plötzlich, aber antworten musste er nicht, denn hinter ihnen tauchten bereits Dies Freunde auf, sodass er ein stummes "Gomen" mit seinen Lippen formend sich wieder von ihm zurückzog und tat als hätte er nie etwas mit ihm zutun gehabt.
Kaoru sah ihm verwirrt nach, beobachtete ihn, während er die beiden anderen begrüßte und sie an ihm vorbeiliefen, die nächste Ecke umbogen. Weg. Er war einfach wieder verschwunden. Oder hatte Kaoru sich das ganze nur eingebildet? War da wirklich so etwas wie Bedauern in Daisukes Augen gestanden, als er ihn so hatte stehen lassen? Das war absolut unwahrscheinlich...Kaoru schüttelte lächelnd den Kopf. So langsam ließen ihn seine Gefühle total verrückt werden...
Shinya und Toshiya saßen währenddessen in ihrem eigenen Klassenzimmer und langweilten sich beide zu Tode. Nicht nur, dass der Lehrer es liebte, die ganze Stunde zu füllen, indem er etwas erklärte, nein, er bemerkte auch leider immer, wenn man sich irgendwelche Briefchen schrieb oder versuchte unauffällig zu flüstern. So verbrachten sie die Geschichtsstunde damit, sich vom Schlafen abzuhalten und sich immer wieder zuzuzwinkern, wenn der Lehrer sich wie so oft versprochen hatte.
Als der erlösende Klang des Schulgongs ertönte wusste zwar keiner der Schüler mehr über den 1. Weltkrieg als zuvor, aber sie waren alle froh, endlich den blöden Unterricht zu entkommen.
Während der großen Pause wurde Shinya unfreiwillig von Toshiya mit in die Raucherecke gezogen, wo sich bald Kaoru zu ihnen gesellte.
"Na ihr zwei? Habt ihr etwas zu wenig Schlaf abgekriegt?", wollte er belustigt wissen, denn beide sahen ziemlich übermüdet aus.
"Nein," winkte Shinya lächelnd ab, "Ich bin nur grad in Geschichte weggenickt..."
"Hab heut Nacht nicht schlafen können...", erklärte Toshiya daraufhin und sein Klassenkamerad sah ihn erstaunt an. Jetzt im Tageslicht sah er erst so richtig, wie tief Toshiyas Augenringe waren.
"Ist bei dir alles in Ordnung?", fragte er besorgt, bekam jedoch nur ein Nicken und halbes Lächeln zu Antwort. Toshiya griff abwesend in seine Jackentasche und holte seine Glimmstängel raus.
"Weißt du eigentlich schon das Neueste Kao?", meinte er grinsend, während er sich die Zigarette zwischen die Lippen klemmte und sie anzündete.
"Nein, klär mich ruhig auf Totchi," antwortete der Ältere mit einem Zwinkern.
"Wir haben nen Sänger." Der Bassist grinste und freute sich über Kaorus zugegeben sehr verdatterten Blick.
"Wie jetzt? Wen denn?" Er sah die beiden Jüngeren kritisch an. Hatten sie etwa einfach jemand anders gefragt, obwohl er doch Kyo noch überreden wollte?
"Ihn." Shinya deutete ruhig mit einem Kopfnicken nach rechts, wo sich gerade ein gewisser Blondschopf in eine Ecke verkrümelt hatte und alles um sich rum ignorierend über seinen Notizen hing, wobei er hin und wieder an seiner Zigarette zog.
"Ich hab heute Morgen mit ihm geredet...", fuhr Shinya leise fort, "und er hat gemeint, er kommt heute mal vorbei und sieht sich unsere Probe an. Also ist noch nichts sicher..."
Er klang nachdenklich, doch konnten seine Zweifel Kaoru nicht davon abhalten, ihm grinsend durch die Haare zu wuscheln und ihn an sich zu drücken.
"Ich weiß zwar nicht, wie du das gemacht hast, Shinya, aber es ist toll!"
"Sollten wir nicht zu ihm?" schlug der Blonde schließlich nach einer Weile vor.
"Ich weiß nicht..." Kaoru sah abwartende zu Kyo. "Vielleicht ist er dann wieder nur genervt von uns..."
"Ach, sieh das doch nicht so schwarz!" Shinya stand grinsend auf, worauf ihm auch der Ältere folgte, nur Toshiya schien von dem allen gar nichts mitgekriegt zu haben.
"Totchi? Kommst du auch?"
"Was...? Äh, ja..." Der Blauhaarige sah verwirrt von einem zum anderen und rappelte sich dann schnell auf, um mit ihnen zu gehen. Doch sein Blick schien immer noch etwas abwesend, Shinya konnte es genau sehen, dass ihn irgendetwas bedrücken musste. Und er würde schon noch herausfinden, was es war...
"Hey Kyo!". begrüßte Kaoru wenig später ihren neuen Sänger, der daraufhin aber nur leicht die Augen verdrehte und seinen Block zuschlug.
"Na toll. Bin ich jetzt nicht nur heut Mittag mit euch gestraft, sondern auch während der Schule?", meinte er in einem patzigen Ton.
"Sieht ganz so aus!", erwiderte ihr Bandleader grinsend und ließ sich ungeachtet des Protests neben dem anderen nieder. Die zwei Jüngeren folgten seinem Beispiel zögernd. Abschätzend musterte Toshiya den Kleinen neben ihm. Er wirkte unfreundlich, abweisend und Toshiya war sich eigentlich immer sicher gewesen, dass er ihn nie mögen würde, doch irgendetwas hatte er an sich, was man einfach gern haben musste...er war eigentlich fast schon niedlich...
"Kyo-chan, magst du Videospiele?", fragte er ihn daher plötzlich grinsend, was ihm einen vernichtenden Blick seitens Kyo einhandelte.
"Nenn mich nie, NIE wieder "chan", verstanden?", drohte er ihm knurrend und verpasste ihm eine Kopfnuss, dann aber entspannte sich sein Gesichtsausdruck wieder etwas. "Kommt ganz darauf an, was für Videospiele du meinst...?" Und kurz darauf waren die beiden unterschiedlichen Charaktere in einer hitzigen Unterhaltung über die neuen Adventure- und Ballerspiele vertieft, während Shinya und Kaoru sich nur verwunderte Blicke zuwarfen. Anscheinend hatte Totchi mit seiner unverschämten Art glatt den Weg zu Kyo hindurch gefunden...
Am Ende der Pause hatte niemand mehr Bedenken, dass sie mittags gut miteinander auskommen würden. Doch die Probe würde nicht so stattfinden, wie erwartet...
Kurz nach Ende der letzten Stunde, stand Toshiya zerknirscht vor Shinya und zupfte sich in den Haaren, wusste nicht, wie er es sagen sollte.
"Ano....Shin-chan?...Ich...komm heute nicht zur Probe...muss etwas erledigen..."
"Aber Totchi–", wollte der Jüngere ihm widersprechen, nur leider war da der andere bereits aus dem Klassenzimmer gestürmt. "Na warte...", murmelte Shinya entschlossen und heftete sich kurzerhand an die Fersen seines Freundes. Irgendetwas stimmte doch nicht bei ihm zurzeit, und was, das würde er jetzt herausfinden!
Während also Shinya seinen besten Freund durch die halbe Stadt verfolgte, versuchte ein ganz anderer sein Anhängsel unauffällig wieder loszuwerden.
"Sachiko...musst du nicht noch irgendwelche Klamotten für die nächste Party kaufen?", meinte Daisuke vorsichtig zu dem blonden Mädchen, das sich bei ihm untergehackt hatte und ihn durch die Fußgängerzone zog.
"Willst du mich etwa loswerden?", fragte sie misstrauisch und blieb plötzlich stehen.
"Nicht doch, nicht doch...", wehrte er schnell ab, während er verlegen lachte. "Ich dachte nur, du willst dir vielleicht etwas Neues gönnen, wenn wir schon nächste Woche zusammen bei Yoshis Geburtstagsfeier eingeladen sind..."
"Stimmt ja, mein Brüderchen will die halbe Stadt kommen lassen, nur weil er wieder ein Jahr älter wird..."
"Na, du wirst doch nicht etwa neidisch sein auf das eine Jahr, das er dir voraus hat?" Ein Grinsen breitete sich auf Dies Gesicht aus, welches sie sogleich missbilligend ignorierte.
"Keineswegs," antwortete sie und ließ ihn los, "aber du hast Recht, ich sollte noch ein neues Kleid kaufen...also, bis später!"
Mit einem kleinen Kuss auf die Lippen verabschiedete sie sich schnell von ihrem Freund und verschwand zielstrebig in einem der Geschäfte. Hinter ihr war nur noch ein erleichtertes Seufzen zu hören. Angewidert verzog Die das Gesicht und wischte sich mit dem Pulloverärmel über die Lippen. Er hasste Lippenstift...
So langsam fragte er sich wirklich, ob er früher an Schwachsinn gelitten hatte oder warum er dann einmal dachte, sie wäre die perfekte Freundin für ihn. Natürlich war sie hübsch...sie war auch recht nett – im Vergleich zu ihrem Bruder jedenfalls – aber sie war so verdammt oberflächlich...Und damit genau das, was er bis vor kurzem auch noch war.
Erneut verzog er sein Gesicht, aber diesmal vor Ekel vor sich selber. Wie dumm er doch war...aber es war auch erstaunlich, wie schnell man diese schlechten Eigenschaften wieder loswurde, wenn man erst einmal bemerkte, dass sie falsch waren...
Nur seine Freundin, die würde er wohl nicht so schnell loswerden...denn egal wie sehr er auch sein Leben ändern wollte, er wollte nicht dass er plötzlich alleine dastand und Yoshi wäre sicherlich sauer mit ihm, würde er dessen Schwester bereits nach wenigen Wochen wieder fallen lassen...
Toshiyas (und von diesem unbemerkt auch Shinyas) Weg endete vor einem riesigen Gebäude östlich der Stadtmitte. Verwundert beobachtete der Jüngere hinter einer Mauer, wie Toshiya ohne zu zögern durch die Eingangstür verschwand, nachdem er seine Zigarette noch kurz vor der Tür aufgeraucht hatte. Mit großen Augen verließ Shinya sein Versteck und ging auf den Eingang zu, las im Vorübergehen das große Schild mit der Aufschrift "Shinohara Krankenhaus", das er von weitem zwar bereits hatte erkennen können, jedoch nicht glauben wollte. Was zum Teufel hatte Toshiya in einem Krankenhaus zu suchen? Besorgnis machte sich in dem Blonden breit, als ihm mögliche Gründe für einen Krankenhausaufenthalt einfielen. War Toshiya etwa schwerwiegend erkrankt und hatte es ihm nicht gesagt, um ihm keine Sorgen zu bereiten? War das vielleicht der Grund für seine Übermüdung und Abwesenheit? Das konnte, das durfte nicht sein!
Panik überkam Shinya im gleichen Moment, in dem er das Krankenhaus betrat. Der Geruch von Desinfektionsmitteln stieg im sofort in die Nase, der Geruch nach Medikamente, nach Krankheit und nach Tod. So viele grausame Erinnerungen kamen in ihm auf, dass er am liebsten auf der Stelle umgedreht wäre und diesen Ort so schnell wie möglich verlassen hätte. Aber er konnte nicht, die Sorge um seinen besten Freund hielt ihn davon ab und Schritt für Schritt beruhigte er sich wieder bis er sich schließlich scheinbar völlig ruhig an der Rezeption [das heißt zwar net so, aber egal ^^;;;] nach "Hara, Toshimasa" erkundigte.
"Ach, du meinst bestimmt den lieben Jungen, der gerade erst wieder hergekommen ist!", meinte die junge Schwester mit einem lieben Lächeln, "Er kommt ja wirklich jeden Tag her, der arme Junge..." Während diesen Worten spürte Shinya seine Brust sich zusammenziehen. Wenn er jeden Tag kam, dann konnte es nur etwas Ernstes sein...
"Er ist bestimmt auf Zimmer 46, Abteilung 4, bei seiner Mutter....aber psst!", gab die Frau ihm leise Auskunft, sodass es die anderen Schwestern nicht mitbekamen.
Seine Mutter...Shinya bekam zwar bei diesem Gedanken ein schlechtes Gewissen, doch er war richtig froh, dass sie etwas hatte und nicht Toshiya selber.
"Danke schön," murmelte er höflich bevor er sich unsicher auf den Weg zu dem genannten Zimmer machte.
Bereits auf dem Gang traf er auf den von ihm Gesuchten, der auf einem der beiden am Fenster stehenden Holzstühlen saß und abwesend nach draußen schaute. Sein Blick schien jedoch an keinem der vielen, durch den Wind tanzenden Blättern hängen zu bleiben. Selbst als Shinya sich neben ihm niederließ, bekam er nichts davon mit, blieb vielmehr weiterhin in seinen Gedanken hängen.
"Warum hast du mir nicht gesagt, dass mit deiner Mum was nicht in Ordnung ist?", fragte der Jüngere nach einer Weile leise und griff vorsichtig nach Toshiyas Hand, drückte sie leicht.
Der sah ihn zuerst perplex an, dann erst schien er zu begreifen, was vor sich ging, und senkte beschämt den Blick.
"Ich wollte dich nicht damit belasten. Du hast schließlich selber genug Probleme, mit denen du erst einmal abschließen musst...Es ist auch nichts Schlimmes, nur ein komplizierter Beinbruch, in ein paar Tagen ist sie wahrscheinlich wieder daheim...außerdem bist du auch nicht mit deinen Problemen zu mir gekommen, da dachte ich mir...ich wäre auch gerne so stark wie du...nur leider bin ich das nicht..." Er schniefte traurig. "Ich werde mit dem ganzen nicht alleine fertig..." Aus dem Schniefen wurde plötzlich ein Schluchzen und kurz darauf hing der Größere an Shinyas Hals, während dessen Hände ihm beruhigend über den Rücken strichen.
"Dummerchen...", meinte er kopfschüttelnd, "Ich bin doch gar nicht stark, nur dumm...und zudem habe ich Die, der mir hilft...Das nächste Mal sagst du mir gleich, wenn was ist, ja?"
Toshiya nickte zögerlich, schmiegte sich jedoch immer noch trostsuchend an den anderen.
"Aber Totchi...wenn gar nichts Ernstes ist, warum bist du dann so verzweifelt?", fasste Shinya daraufhin seine Verwunderung in Worte.
"Es ist wegen Dad," antwortete der Ältere nun schon etwas gefasster, "Er ist auf Geschäftsreise..." sein Gegenüber nickte wissend, da seine Eltern beide in derselben Behörde arbeiteten wie Toshiyas Vater und ebenfalls verreist waren, "und deshalb muss ich mich ganz alleine um die Kleinen kümmern und...ich hab schon wieder vergessen, sie rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen..." Ein Zittern ging durch seinen Körper bevor er erneut Tränen in den Augen hatte.
"Jetzt beruhige dich mal, das können wir doch sofort jetzt nachholen, so schlimm ist das auch wieder nicht!" Shinya schüttelte nur den Kopf angesichts Toshiyas Schusseligkeit, die dieser sich viel zu sehr zu Herzen nahm.
"Nein, denn ich hab Mum versprochen zu warten bis die Untersuchung zuende ist und das kann noch über ne halbe Stunde dauern, weil sie noch einmal röntgen wollen und alles..." Der Einwand war berechtigt, aber der Jüngere hatte bereits eine gute Idee parat.
"Wie war das, heute ist Kaorus freier Tag?", wollte er grinsend zur Sicherheit vom anderen bestätigt haben, der daraufhin nur stirnrunzelnd nickte. "Wart mal schön ab, Totchi, von nun an kümmere ich mich um das ganze..." Mit diesen Worten zückte er grinsend sein Handy und verließ kurzerhand das Gebäude, weil er ganz dringend einen gewissen Bandleader anrufen musste.
Er war schon seit längerem unterwegs, lief wie so oft ziellos durch die Straßen. Zuhause hielt er es tagsüber meistens nicht lange aus und so suchte er fast immer etwas Ablenkung außerhalb der ihn nur einengenden Wände. Er war gerade mit einer neuen Idee für einen Songtext beschäftigt, da hörte er auf einmal jemanden hinter sich seinen Namen rufen. Verwundert drehte er sich um, nur um danach noch blöder aus der Wäsche zu gucken. War das Kaoru, der da gerade angerannt kam? Und in seinem Schlepptau hatte er....Kinder?!?
Kyos Augen weiteten sich und er sah sich schnell nach einer Fluchtmöglichkeit um. Er hasste Kinder...sie waren so laut und fanden alles süß und argh...nein! Da waren sie schon bei ihm angekommen.
"Hallo Kyo!", begrüßte ihn Kaoru freundlich, "Du kommst wie gerufen, du kannst mir helfen!"
"Helfen..? Wobei?" Misstrauisch wanderte Kyos Blick von dem Mädchen auf Kaorus Arm zu den beiden Jungen, die hinter ihm gelaufen waren. Die waren doch alle höchstens fünf Jahre alt...und ihre Gesichter...irgendwas daran kam ihm bekannt vor...der Bambiblick vielleicht?
"Also zuerst müssen wir bei Toshiya zuhause vorbei und seine anderen vier Geschwister abholen, die schon in der Schule sind und daher sicherlich bereits alleine nach Hause gegangen sind, und dann geht es zu Shinya nach Hause." Ok, Toshiyas Geschwister, deshalb die Ähnlichkeit...Moment! Toshiyas Geschwister?!? Was hatte er denn damit zu tun?! Doch Kaoru schien Kyos Einwände gar nicht zu bemerken, während er ihn mit sich zog und ihm alles weitere erklärte.
Eine halbe Stunde später öffnete ihnen Die die Tür und er schaute nicht weniger bedröppelt drein als Kyo es wenige Zeit zuvor getan hatte. Da standen die zwei also vor ihm, bepackt mit allerlei Taschen und hinter ihnen standen sechs Kinder, das ältestes vielleicht gerade mal 12. Das siebte, nun schlafende Kind trug inzwischen Kyo grummelnd auf dem Arm, was schließlich zu viel für den Rotschopf war, denn der Kleinere sah aus, als wolle er das Mädchen am liebsten einfach fallen lassen und doch hatte es sich lächelnd an ihn gedrückt und sabberte ihm das T-Shirt voll. Und gleichzeitig erschien auf Kyos Gesicht unbemerkt von ihm selber immer ein Lächeln, wenn er das Kleine in seinem Arm betrachtete.
"Na, diesmal ganz "offiziell" hier?", neckte Die lachend den ungewollten Babysitter, was mit einem giftigen Blick geahndet wurde, während sich Kyo an ihm vorbeidrängte. Kaoru folgte ihm erst unsicher, nachdem Die einen Schritt zur Seite gemacht und ihn grinsend zum Eintreten aufgefordert hatte.
"Shinya hat mich vorher angerufen und alles erzählt...", erklärte er, als er sie und die ganzen Kinder ins Esszimmer brachte, wo dampfende Teller mit gekochten Nudeln und Soße bereits warteten. Die Kleineren stürzten sich bei dem leckeren Anblick sofort auf das Essen, sodass Kyo und Kaoru endlich erleichtert aufatmen konnten.
"Ich hab ihnen ein paar Matratzen, Decken und Kissen ins Wohnzimmer gelegt, ich hoffe die reichen...", meinte Die noch lächelnd, dann verschwand er pfeifend nach oben und ließ die beiden anderen mit der Rasselbande allein.
"Tse, der Idiot kann ja sogar richtig nett sein," stellte Kyo abfällig blickend fest, "aber anscheinend hat er doch keine Lust sich mit uns abzugeben, so schnell wie der sich verzogen hat..."
"Hmm...", erwiderte Kaoru nur, betrachtete dabei die essenden Kinder. Plötzlich erhellte sich sein Blick und er zog Kyo zum Tisch.
"Er hat für uns mitgekocht...", erklärte er lächelnd sein Handeln und deutete auf zwei weitere gefüllte Teller. Bald jedoch waren auch diese wie die übrigen vollständig geleert...
Mehrere Stunden später hatten sich Toshiya und Shinya endlich auf den Nachhauseweg gemacht. Es war bereits abgekühlt, denn die letzten Tage hatte es viel geregnet und man spürte merklich, dass der Herbst mittlerweile begonnen hatte. Shinya schlang bibbernd seine Arme um seinen Körper, der nur in einem Pulli steckte, und versuchte den aufkommenden Wind zu ignorieren. Er mochte die Kälte eigentlich, aber heute war er froh darüber, bald zuhause im Warmen zu sitzen und nicht hier draußen. Toshiya beobachtete unauffällig aus den Augenwinkeln seinen Freund, bewunderte ihn heimlich wie so oft. Er wirkte immer stark und doch war er so zerbrechlich...
Beim nächsten Windzug hatte Shinya plötzlich zusätzliches Gewicht auf den Schultern und verwirrt sah er zu dem Größeren neben sich, der ihm seinen eigenen Mantel übergelegt hatte.
"Du scheinst zu frieren...", murmelte er verlegen und grinste schief, "Außerdem muss ich mich doch irgendwie revangieren, wenn du schon so viel für mich getan hast heute..."
"Ach was." Shinya winkte errötend ab. "Schließlich kommt deine Mum eh in vier Tagen wieder aus dem Krankenhaus, da ist das nicht so viel, was ich für dich tue..."
"Shin-chan? Ich hab dich wirklich sehr, sehr gern..." meinte Toshiya auf einmal ernst und sah dem Jüngeren entschlossen in die Augen, sodass dieser immer unsicherer wurde.
"Ich dich auch...Das weißt du doch, Totchi...oder?" erwiderte er zögernd, denn er wusste nicht, worauf der andere hinauswollte. Der wiederum seufzte nur und legte einen Arm um den Jüngeren, zog ihn mit sich auf ihrem weiteren Weg.
"Ja, natürlich..." sagte er noch leise mit einem traurigen Unterton, doch kaum hatte Shinya diesen bemerkt, wuschelte Totchi ihm schon grinsend durch die Haare und es war genauso schnell wieder vergessen, wie er es zur Sprache bringen wollte.
Als die beiden bei Shinya zuhause ankamen, bot sich ihnen im Wohnzimmer ein erstaunliches Bild. Der Boden zwischen Boden und Fernseher war überdeckte mit mehreren Matratzen, auf denen bereits ein paar Kinder schliefen. Zwei von Toshiyas Geschwistern saßen noch wach auf ihren Schlafplätzen und sahen zusammen mit Kyo einen Anime. Der Blondschopf selber saß auf dem Boden und lehnte ans Sofa und abwesend strich er immer wieder liebevoll durch das Haar des kleinen Mädchens, das friedlich auf seinem Schoß liegend eingeschlafen war.
"Kawaii...", flüsterte Toshiya lächelnd, während Shinya ihm in Gedanken zustimmte. Das Gesicht das Sängers schien in diesem Augenblick vollkommen entspannt, sein Blick jedoch ging in die Ferne und Shinya bezweifelte stark, dass er viel von der Serie mitbekommen hatte.
Mit einem höflichen Räuspern machte er auf sie aufmerksam, bevor er und Toshiya das Wohnzimmer ganz betraten und der Ältere sogleich von seinen noch nicht schlafenden Geschwistern begrüßt wurde. Shinya lächelte Kyo zur Begrüßung zu, was jedoch kein bisschen erwidert wurde. Vielmehr verschlossen sich seine Gesichtszüge wieder und die Ruhe, die zuvor über ihm gelegen hatte schien wie weggeblasen.
"Gut, dass ihr endlich da seit, also kann ich ja gehen..." Hastig stand er auf, legte das Kind aber vorsichtig in die Kissen und deckte es zu, erst dann wandte er sich auch wirklich zum Ausgang.
"Warte!", rief ihm Shinya hinterher und folgte ihm rasch, hielt ihn an der Haustür zurück.
"Was ist denn noch?", wollte Kyo genervt wissen, schüttelte die Hand des anderen sofort ab, worauf dieser verletzt zu Boden sah.
"Nichts...nur...danke...", druckste er leise herum. Er wollte Kyo nicht auf die Nerven gehen und so verwarf er seine eigentlich Idee, ihn zum Bleiben zu überreden, schnell wieder.
Der Ältere bekam seinen Sinneswandel mit, ließ sich jedoch nichts weiter anmerken. Er würde bestimmt nicht freiwillig bleiben...
"Wir haben den ganzen Mittag mit ihnen gespielt, sie sind dementsprechend zufrieden...Weck aber Kaoru lieber nicht auf..." Er deutete leicht grinsend durch die offene Tür in Richtung Sofa. "Ich habfs vorher probiert und...er hat im Schlaf komischerweise ne ganz schön schmerzhafte Rechte..."
Shinya nickte leicht lächelnd, blieb danach noch lange im Türrahmen stehen und folgte Kyo mit seinem Blick. Selbst als dieser längst nicht mehr zu sehen war, wartete der Jüngere noch ab bevor er wieder ganz nach drinnen verschwand.
"Und was machen wir jetzt mit Leader-chan?", fragte Toshiya sogleich belustigt, während er jenem grinsend in die Seite piekste. "Er schläft nämlich tief und fest."
"Würde mich ja nicht stören, wenn er nicht unsere Schlafmöglichkeit belegen würde," meinte Shinya daraufhin lächelnd, "Meine Matratze liegt bei den anderen auf dem Boden...Das Sofa wollte ich eigentlich für uns beide aufklappen...Ich wusste ja nicht, dass Kaoru so schnell einschläft..."
"Bei dem Anime würde ich auch einpennen!" Toshiya lachte kurz auf und setzte sich nachdenklich vor das Sofa. "Warum fragst du nicht dein Brüderchen?", schlug er mit einem verschwörerischen Grinsen vor.
"Hältst du das wirklich für eine gute Idee?" Shinya besah sich Kaoru skeptisch. Einen Gefallen würden sie ihm damit sicherlich nicht machen, das stand fest. Aber vielleicht musste man ihn auch einfach zu seinem Glück zwingen? Mit einem Lächeln erinnerte sich Shinya an die so offensichtliche Reaktion, nachdem Toshiya dem Violetthaarigen unterstellt hatte, dass er in Die verliebt war.
"Ich hole ihn mal her...", meinte er schließlich nachgebend, auch wenn er immer noch daran zweifelte, dass das ganze etwas Gutes mit sich brachte. Aber was sollte schon passieren? Es ging hier ja nur um eine einzige Nacht.
Vorsichtig klopfte er bei ihrem gemeinsamen Zimmer an, betrat es daraufhin gleich und begrüßte Die lächelnd. Dieser sah kurz von seinem Buch auf und schaltete die Musikanlage leise, als er merkte, dass Shinya mit ihm reden wollte.
"Ano...Daisuke?", fing er unsicher an.
"Sagfs ruhig gleich, was los ist!", forderte ihn sein Bruder danach breit grinsend auf.
"Kann Kaoru bei dir schlafen?"
Einen kurzen Moment war Die zu verwirrt, um zu antworten, dann legte er seinen Kopf schief.
"Will er das denn überhaupt?", fragte er zweifelnd.
"Sagen wirfs so...er wird nicht gefragt..." Shinya lächelte dabei schelmisch, was Die wieder zum Grinsen verleitete.
"Na gut...aber wehe, er wirft mir morgen vor, ich hätte ihm was getan! Das war euer Werk, verstanden?"
"Ist doch klar...", antwortete der Jüngere lachend.
So kam es, dass Die kurze Zeit später Kaoru auf seinem Arm die Treppe hoch trug und in seinem Bett verfrachtete. Dabei gab er sich jede Mühe, den anderen nicht aufzuwecken und tatsächlich schlief der Kleinere wie ein Murmeltier weiter und kuschelte sich sofort in Dies Bettdecke. Ein Lächeln huschte bei diesem Anblick über das Gesicht des Rotschopfes und vorsichtig strich er Kaoru ein paar Haare hinters Ohr, wegen denen er bereits gekitzelt sein Gesicht verzogen hatte.
Nachdem sich dann auch Die ins Bett gerichtet hatte, legte er sich mit etwas Abstand neben Kaoru und schlüpfte langsam unter die Decke. Zum Glück war sein Bett groß genug, sonst hätte er wirklich ein schlechtes Gewissen gehabt, den anderen so bei sich zu haben. Doch dieser schien im Schlaf keinerlei Einwände gegen Dies Anwesenheit zu haben, im Gegenteil. Instinktiv tastete er im Bett neben sich nach der neuen Wärmequelle und rückte näher an seinen Klassenkameraden heran, sodass dieser erstaunt die Augen öffnete, jedoch dabei nur feststellen konnte, dass Kaoru weiterhin ruhig schlief. Er lächelte erneut und betrachtete die Gesichtszüge des Jungen, den er eigentlich schon so lange kannte, aber nie richtig beachtet hatte. Früher war ihm gar nicht aufgefallen, wie naiv und kindlich Kaoru aussah. Wobei das wahrscheinlich auch daran lag, dass er diese Seite von sich im wachen Zustand nicht so offen zeigen würde – vor allem nicht Die und dessen Freunden. Es machte Daisuke traurig, dies zu wissen, denn seit er nicht mehr so schlecht über ihn dachte, war ihm aufgefallen, dass Kaoru ihm sogar sehr sympathisch war. Er genoss seine Nähe in diesem Moment und je länger er ihn betrachtete, desto mehr wollte er über ihn wissen, desto mehr wollte er ihn richtig kennen lernen so wie ihn Shinya und Toshiya kannten. Aber diese Möglichkeit bekäme er sicherlich nur schwer...
Und noch während er so in Gedanken war, legte sich auch über ihn der Schleier des tiefen Schlafes und bald schon lag er ebenso ruhig wie Kaoru da, das Gesicht in dessen Nacken vergraben, den Kopf des Älteren an seiner Brust. Sie fühlten beide den Herzschlag des jeweils anderen, so vertraut wie ihr eigener, und doch würden sie am nächsten Morgen wieder Fremde sein, getrennt durch den Lauf der Jahre, dessen Folgen sich nur langsam ändern lassen würden...







