prologue ~ the future's already begun
Anmerkung: ja, ich denke es bedarf einer kleinen A. ^^, diese FF ist (im Gegensatz zu meinen anderen FFs *hust*) realistisch gehalten. Folge: Es wird vorwiegend Hetero-Pairings geben. Dennoch würde ich mich über Interesse sehr freuen und ich bin wie immer offen für Kommentare, egal ob Lob oder Kritik ^___^Widmung: Mimisses für ihre tollen FFs, vor allem für "The Blind Side" x33~ ich liebe deine Geschichten meine Süße *kisu*
Draußen regnete es bereits seit längerem in Strömen. Er hatte es gehört, das Prasseln der Regentropfen an den Fenstern im hinteren Teil des Gebäudes, wie es sich mit dem Klatschen der Fans vor der Bühne vermischte, während er in der Pause mit dem Rücken zum Fenster im Umkleideraum saß, sich nicht die Außenwelt ansehen wollte, die so sehr sein Gemüt widerspiegelte. Auch nach ihrer Zugabe hatte er sich erfolgreich dagegen gesträubt, die Tränen des Himmels, aber auch seine eigenen, zu beachten.
Doch nun stand er am Hinterausgang, wartete auf seinen besten Freund und Sempai und konnte sich nicht dem melancholischen Anblick des nächtlichen Regens entziehen.
Er seufzte, der Wind erfasste seine dunkelbraunen Haare und wehte sie ihm direkt ins Gesicht, als er den Mantel enger um sich schlang, um der klirrenden Kälte des Januars zu entgehen, und eine Zigarette zusammen mit seinem Feuerzeug aus der fast leeren Schachtel in seiner Manteltasche holte. Mit leicht zittrigen Fingern steckte er sich den schmalen Stängel zwischen die Lippen, bevor er das Feuerzeug davor hielt und es mehrmals betätigte. Vergeblich. Die Funken zerrissen kurz die Dunkelheit, doch das Feuer blieb aus.
"Mist," fluchte er leise, dann stopfte er beide kleinen Dinge zurück in die Wärme des ihn umgebenden Stoffes.
"Du solltest sowieso damit aufhören," erklang es teils belustigt, teils ermahnend neben ihm und kurze Zeit später stand sein Sempai neben ihm im Licht der Straßenlaterne, einen schwarzen Regenschirm mit sich tragend. Er war etwas kleiner als er selber, doch war er älter und erfahrener. Schon oft hatte er ihm mit seinem Rat aus der Patsche geholfen. Und auch jetzt, am Abend seines letzten Konzertes, stand er hier um ihn abzuholen und ihn vor dem Alleinsein zu bewahren. Dankbar musterte er daher das vom Kummer über die Jahre hinweg ernst gewordene Gesicht seines Gegenübers, das dennoch immer noch etwas Kindliches besaß mit den blonden, wuscheligen Haaren, die ihm frech in die Augen fielen.
"Du solltest selber damit aufhören," antwortete er schließlich nach einer kurzen Pause und ein kleines Grinsen stahl sich auf sein Gesicht, denn er wusste, dass sie beide niemals damit aufhören würden. Langsam setzten sie sich in Bewegung, während der Regenschirm über ihnen beiden bald patschnass war.
"Warum bist du überhaupt hier? Ich dachte, Kaoru wollte heute Abend erneut versuchen, eine Krisensitzung abzuhalten..."
"Und wie immer ist dieses Vorhaben gescheitert..." meinte der Ältere achselzuckend, schüttelte den Kopf, um den anderen vom Widersprechen abzuhalten, "Es ist schon in Ordnung, ich hätte von Anfang an absagen und hier sein sollen. Tut mir leid."
"Aber, dafür musst du dich doch nicht entschuldigen!" Verwundert und teilweise auch verlegen sah er ihn an. Natürlich, er war traurig gewesen, dass er ihm zuvor abgesagt hatte. Doch Vorwürfe hätte er ihm nie gemacht, dafür kannte er die verzwickte Situation, in der sein Sempai gerade steckte, viel zu gut.
"Ach, ich dachte nur...," fuhr er wie beiläufig fort, "da mir ja vorher eine gewisse Nervensäge am Telefon eine schrecklich laute Standpauke gehalten hat, sodass es die anderen vier mithören konnten, dass er wahrscheinlich Recht hat und ich tatsächlich ein miserabler Freund wäre, wenn ich jetzt nicht für dich da wäre. Er lässt übrigens fragen, welche Ramensorte du gerne nachher essen willst, wenn wir bei dir zuhause sind, die würde er dann für dich mitbestellen, denn er hat in deiner Küche rein gar nichts Essbares mehr gefunden..."
Abrupt blieb der Jüngere stehen, seine Augen ungläubig auf seinen Gesprächspartner gerichtet.
"Wie bitte schön ist der Spinner in meine Wohnung gekommen?! Ich hab ihm jedenfalls keinen Zweitschlüssel gegeben..."
"Ich nehme an, er hat den für ihn "normalen" Weg genommen..." Glucksend zog er den anderen weiter, beschwichtigte ihn aber gleich wieder. "Nimm es ihm nicht übel, er macht sich nur Sorgen um dich. Wir alle tun das..."
"Ich weiß doch..." Ein resigniertes Seufzen erklang. "Aber ich komm schon damit klar. Zumindest werde ich nicht morgen tot umfallen, schließlich bin ich nicht todkrank. Es ist nur...etwas problematisch zurzeit. Mehr nicht."
"Mehr könntest du auch nicht überleben," formulierte sein Sempai ernst die Wahrheit, die selbst er am liebsten verdrängen würde. "Komisch...als ich dich das erste Mal traf, da dachte ich auch schon "Noch mehr und er kippt tot um". Aber du hast trotz deiner Krankheit mir das Gegenteil bewiesen und es so weit gebracht, dass ich niemals gedacht hätte, deine Band würde sich vor meiner trennen..."
"Tja, es kommt immer anders als man denkt..." Ein geknicktes Lächeln, etwas Ironie, das war alles zu was er noch fähig war.
Jetzt, nachdem sie die Konzerthalle hinter sich gelassen hatten, realisierte er es erst so richtig.
Es war ihr letztes Konzert gewesen. Das letzte Konzert, dass er gemeinsam mit seinen drei Freunden und jahrelangen Bandkollegen gespielt hatte. Ihre Band gab es nicht mehr. Es war vorbei.
Eine Welle von Schmerz überkam ihn, drückte seinen Atem nieder und er musste sich zusammenreißen, um nicht mit Weinen anzufangen. Nach und nach jedoch rannen kleine, silberne Tropfen über seine blasse Haut, ließen deutlich werden, dass er den Kampf gegen seine Traurigkeit verloren hatte.
"Sieh in die Zukunft!", riet ihm sein Freund, als er ihm tröstend einen Arm um die Schultern legte und ihn näher an sich zog, "Ich bin mir sicher, das war nicht das Ende. Weder für dich noch für die anderen. Ihr werdet vielleicht nicht mehr zusammen spielen, aber immer noch zusammen sein. Und eine neue Band stellst du sicherlich auch locker zusammen. Ruh dich einfach eine Weile lang aus und dann geht es weiter..."
Ein zögerliches Nicken war seine Antwort, danach setzten sie schweigend ihren Weg fort, bis sie auf der anderen Seite der Stadt aus der U-Bahn hochkamen. "So, und jetzt sagst du mir noch deine Ramensorte, ich rufe unseren lieben Spinner an und wir machen uns zu dritt einen schönen Abend, ja?"
Er lächelte aufmunternd, zog ein Taschentuch aus der Hosentasche, mit dem er dann seinem "Schützling" die Tränenspuren aus dem Gesicht wischte, und ließ es danach wieder in der Tasche verschwinden, nur um kurz darauf ein Handy hervorzuziehen und eine ihnen beiden gut bekannte Nummer zu wählen.
Der Jüngere erwiderte langsam das Lächeln, erst gezwungen, dann ehrlich, als man die Stimme des Angerufenen laut durch den Lautsprecher stänkern hörte, warum sie noch nicht da waren. Schnell nannte er daher seinem Sempai den Essenswunsch, sodass dieser es weitergeben und auflegen konnte.
"Schlimmer als jede Mutter oder Frau," murmelte der Blonde dabei belustigt.
"Stimmt," bestätigte er ihm mit einem Grinsen, "Wer braucht da schon eine Beziehung, wenn er so gute Freunde wie euch beide hat..."
Dankbar und glücklich über diese Tatsache hakte er sich bei ihm unter, damit sie ihren weiteren Weg zu ihm nach Hause fortsetzen konnten.
Es war ein noch relativ langer Fußweg von einer halben Stunde. Und doch, im Vergleich zu dem, was bereits hinter ihnen lag schien er unbedeutend kurz. Denn es war ein langer Weg gewesen bis hierhin. Ein langer Weg zu ihrem Leben und sich selbst.
End-Kommi: Das ist eigentlich eher das Ende der FF...sozusagen ein Prolog von dem aus wir nun in die Vergangenheit blicken ^.~
Ihr dürft gerne Vermutungen anstellen, wer hier wer ist (wobei ich ja denke, dass es ziemlich offensichtlich ist *rofl*)...







