Die Entwicklung Kaspar Hausers

 

1. Verhalten und Verfassung in der Zeit seiner Ankunft bis zu seiner Zeit im Turm

a) Bewegung:

- kann Füße nicht koordinieren

- geht wie ein Betrunkener

- auffällig nach vorne gebeugte Haltung

b) Sprache und Wissen:

-reagiert nicht auf Fragen

- sagt immer nur einen Satz vor sich hin; kann mit den Wörtern aber nichts verbinden

- spricht mit einem starken bayrischen Dialekt

- völlig verkehrte Satzstzellung

c) Ernährung:

-nimmt nur Wasser und Brot zu sich

- bekommt Fleisch und Bier: starke Zuckungen, ensetzter Ausdruck, heftiges Erbrechen

 

2. Verhalten, Veränderungen und Verfassung in der Zeit im Turm (27.5.- 18.7.1828)

a) Aussehen:

-vier Shuhe und neun Zoll groß

- dünner Flaum am Kinn und Oberlippe

-keine Weisheitszähne

-untersetzte, breitschultrige Figur

- tierisches Aussehn, durch Vorstellung der unteren Gesichtshälfte

- linke Gesichts- und Körperhälfte unterscheidet sich auffallend von der Rechten

b)Motorik

- ungelenke, tolpatschige Bewegungen

- muss sehr lange beim Treppensteigen gestützt werden

- lernt langsam Hände zu koordinieren

- Füße labnge Zeit beim Gehen und Stehen nach innen gedreht

c) Sinne

- meidet helles Licht, weil es ihn in den Augen schmerzt

- hört Musik einer Bauernhochzeit aus beträchtlicher Entfernung

- außerordentlich ausgeprägter Geschmackssinn (schmeckt einen Tropfen Fleischbrühe in seinem Wasser und reagiert darauf mit heftigen Erbrechen und Zuckungen)

d) Fähigkeiten

-lernt sehr schnell

- musikaisch, kann nach einmal hören eine Melodie nachspielen

- läßt sich am Spielen durch nichtsan seiner Konzentration stören

- lernt in drei Wochen notdürftig Lesen, Schreiben und Rechnen

- völlig auf das Lernen fixiert (beschwert sich über Besucher)

- kann nach einer Stunde noch Namen und Titel seinen Besuchern zuordnen

e) Sprache:

- spricht von sich selbst in der dritten Person

- muss in der dritten Person angesprochen werdeh, sonst keine Reaktion

- benutzt ein Wort für eine ganze Gattung z.B. "Berg" für jede Erhebung oder Wölbung

f) Wissen

- kein Unterschied zwischen tot und lebendig, hält z.B. gemalte Tiere für lebendig

- weiß nichts über natürliche Ereignisse wie Wachstum u.s.w.

- greift in brennende Kerze, weil er die Flamme haben möchte

-jemand sticht zum Schein mit Sebeln auf ihn ein, keine Reaktion, da er weiß, dass dies gefährlich ist

g) Sonstiges:

-Tag beginnt mit Aufgang der Sonne

- NAcht beginnt mit UNtergang der Sonne

 

3. Verhalten, Veränderungen und Verfassung bei seinem Pflegevater Daumer (18.7 1828 - 1.1.1930)

a) Ernährung

- aß eine mit Mehl gekochte Wassersuppe, weißes Brot, Milchspeisen und ungewürtze Schockolade

- bekam von Fleisch noch fierbhafte Anfälle

- reagiert auf Gewürze und Alkohol mit heftiger Abscheu

b) Aussehen

- verbesserte sich auffallend mit Ernährungsumstellung

- er wuchs in vier Wochen um fast vier Zoll (ca. 5cm)

-er bekam eine gesunde Gesichtsfarbe

-seine Fußstellung nomalisierte sich

c) Verhalten

- spürt, wenn sich jemand von hinten anschleicht

- spürt einen kalten Schauder, wenn ihm jemand an der Hand anfasst

- starkes Zittern, wenn er metallische Gegenstände anfasst, spürt Strömungen (kann verschieden Metalle durch ihre Strömungen unterscheiden)

- verliert diese Fähigkeit mit der Gewöhnung an Fleisch

-sein Nervensystem ist sehr stark angegriffen

d) Sinne

- alle Sinne von ungeheurer Schärfe

- ausgeprägter Geruchssinn, riecht z.B. Dinge aus großer Entfernung

- sehr feiner Geschmack

- kann sehr gut sehen, kann z.B. in einer Entfernung von ca. 100 Schritten einzelne Beeren der Traube des Holunderbaumes unterscheiden

- verliert Sinnesschärfe ebenfalls mit gewöhnung an Fleisch

-spürte Gewitter:- Donner => Druck im Kopf; Blitz =>  stechender Schmerz in Augen, heftiges Nasenbluten

- Reaktionen verschwnaden gegen Ende Juli 1829, setzten nach dem Attentat im Oktober 1829 wieder ein

4. Kaspar Hausers Verhalten bei Frau Biberbach (1.1.1830 - Mai 1830)

-fing an zu lügen, zu heucheln und Ausreden zu gebrauchen, um in Ruhe lernen zu können

-zeigte Frauen gegenüber wachsende Verachtung (außer älteren Frauen)

5. Kaspar Hausers Verhalten, Veränderungen und Verfassung bei Baron v. Tucher (mai 1830 - 10.12.1831)

-zeigte bald wieder Interesse am lernen #- fügte sich den Pflichten, die ihm auferlegt wurden

-nach Mai 1831 (Ankunft Stanhope) wieder eine negative Entwicklung: missachtet und verweigert Pflichten, Regeln und Aufgaben, redet sich raus

6. Kaspar Hauser in der Zeit bei G.Mayer (10.12.1831 bis zu seinem Tod)

- Sorgenfalten auf seinem Gesicht, Furchen um die Augen, fahle Gesichtsfarbe

-gebrauchte Lügen und Ausflüchte

-kaum noch kindliches und ehrliches Verhalten

 

 

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