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Ref: The Lied and Art Song Texts Page
http://www.recmusic.org/lieder/

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I. Bach

Opus    Deutsch English
BWV 147 Herz und Mund und Tat und Leben:

Wohl mir, dass ich Jesum habe,
O wie feste halt ich ihn,
Dass er mir mein Herze labe,
Wenn ich krank und traurig bin.
Jesum hab ich, der mich liebet
Und sich mir zu eigen gibet;
Ach drum lass ich Jesum nicht,
Wenn mir gleich mein Herze bricht.

BWV 4 Christ lag in Todesbanden

Den Tod niemand zwingen kunnt
Bei allen Menschenkindern,
Das Macht alles unsere Sünd,
kein Unschuld war zu finden...

IV. Brahms

op.53 Altrhapsodie (Goethe)

Aber abseits wer ist's?
Im Gebüsch verliert sich der Pfad.
Hinter ihm schlagen
Die Sträuche zusammen,
Das Gras steht wieder auf,
Die Öde verschlingt ihn.
Ach, wer heilet die Schmerzen
Des, dem Balsam zu Gift ward?
Der sich Menschenhaß
Aus der Fülle der Liebe trank?
Erst verachtet, nun ein Verächter,
Zehrt er heimlich auf Seinen eigenen
Wert In ungenugender Selbstsucht.

Ist auf deinem Psalter,
Vater der Liebe, ein Ton
Seinem Ohre vernehmlich,
So erquicke sein Herz!
Öffne den umwölkten Blick
Über die tausend Quellen
Neben dem Durstenden
In der Wüste!

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But who is that apart?
In the underbrush his path loses itself. Behind him
The shrubs clap together,
The grass stands up again,
The wasteland engulfs him.
Ah, who heals the pains
Of him, for whom balsam became poison?
Who drank hatred of Man
Out of the fullness of love?
First despised, now a despiser,
He furtively consumes
His own merit In unsatisfying egotism.

If there is in Thy Psalter,
Father of love, one note
To his ear audible,
Then refresh his heart!
Open his clouded gaze
To the thousand springs
Next to the thirsting one
In the desert!

op.45_2
Denn alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit des Menschen wie des Grases Blumen. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefallen. 1. Petri 1,24.

So seid nun geduldig, lieben Brüder, bis auf die Zukunft des Herrn. Siehe, ein Ackermann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und ist geduldig darüber, bis er empfahe den Morgenregen und Abendregen. Jacobi 5,7.

Aber des Herrn Wort bleibet in Ewigkeit. 1. Petri 1,25.

Die Erlöseten des Herrn werden wieder kommen, und gen Zion kommen mit Jauchzen; ewige Freude wird über ihrem Haupte sein; Freude und Wonne werden sie ergreifen und Schmerz und Seufzen wird weg müssen. Jesaias 35,10.

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For all flesh is as grass, and all the glory of man as the flower of grass. The grass withereth, and the flower thereof falleth away. 1 Peter 1:24

Be patient therefore, brethren, unto the coming of the Lord. Behold, the husbandman waiteth for the precious fruit of the earth, and hath long patience for it, until he receive the early and latter rain. James 5:7

But the word of the Lord endureth for ever. 1 Peter 1:25

And the ransomed of the Lord shall return, and come to Zion with songs and everlasting joy upon their heads: they shall obtain joy and gladness, and sorrow and sighing shall flee away. Isaiah 35:10

op.63-5 (Felix Schumann)

Meine Liebe ist grün wie der Fliederbusch,
und mein Lieb ist schön wie die Sonne,
die glänzt wohl herab auf den Fliederbusch
und füllt ihn mit Duft und mit Wonne.

Meine Seele hat Schwingen der Nachtigall,
und wiegt sich in blühendem Flieder,
und jauchzet und singet vom Duft berauscht
viel liebestrunkene Lieder.

My love is as green as the lilac bush,
And my love is as fair as the sun,
which gleams down on the lilacbush
and fills it with fragrance and bliss.

My soul has the wings of a nightingale
and rocks itself in blooming lilac,
and, intoxicated by the fragrance, cheers
and sings a good many love-drunk songs.
op.57-1 (Georg Friedrich Daumer)

Von waldbekränzter Höhe
Werf' ich den heißen Blick
Der liebefeuchten Sehe
Zur Flur, die dich umgrünt, zurück.

Ich senk' ihn auf die Quelle,
Vermöcht' ich, ach, mit ihr
Zu fließen eine Welle,
Zurück, o Freund, zu dir, zu dir!

Ich richt' ihn auf die Züge
Der Wolken über mir,
Ach, flög' ich ihre Flüge,
Zurück, o Freund, zu dir, zu dir!

Wie wollt' ich dich umstricken,
Mein Heil und meine Pein,
Mit Lippen und mit Blicken,
Mit Busen, Herz und Seele dein!

From forest-crowned heights
I cast the ardent gaze
Of my love-moistened eyes
Back to the meadow that surrounds you with green.

I lower my gaze to the stream;
Ah, if only I could
Flow with it, as a wave,
Back, o friend, back to you!

I direct my gaze to the migration
Of the clouds above me;
Ah, if only I could fly their flight,
Back, o friend, back to you!

How I would embrace you,
My glory and my pain;
With lips and gazes,
With my breast, heart and soul - I am yours.

V. Mahler

Rueckertlieder_4

Liebst du um Schöheit,
O nicht mich liebe!
Liebe die Sonne,
Sie trägt ein gold'nes Haar!

Liebst du um Jugend,
O nicht mich liebe!
Liebe der Frühling,
Der jung ist jedes Jahr!

Liebst du um Schätze,
O nicht mich liebe.
Liebe die Meerfrau,
Sie hat viel Perlen klar.

Liebst du um Liebe,
O ja, mich liebe!
Liebe mich immer,
Dich lieb' ich immerdar.

If you love for beauty,
Oh, do not love me!
Love the sun,
She has golden hair!

If you love for youth,
Oh, do not love me!
Love the spring;
It is young every year!

If you love for treasure,
Oh, do not love me!
Love the mermaid;
She has many clear pearls!

If you love for love,
Oh yes, do love me!
Love me ever,
I'll love you evermore!

II. Schubert

D795_2 Die Schoene Muellerin (Wilhelm Mueller)

2.Wohin?

Ich hört' ein Bächlein rauschen
Wohl aus dem Felsenquell,
Hinab zum Tale rauschen
So frisch und wunderhell.

Ich weiß nicht, wie mir wurde,
Nicht, wer den Rat mir gab,
Ich mußte auch hinunter
Mit meinem Wanderstab.

Hinunter und immer weiter
Und immer dem Bache nach,
Und immer frischer rauschte
Und immer heller der Bach.
 
Ist das denn meine Straße?
O Bächlein, sprich, wohin?
Du hast mit deinem Rauschen
Mir ganz berauscht den Sinn.

Was sag ich denn vom Rauschen?
Das kann kein Rauschen sein:
Es singen wohl die Nixen
Tief unten ihren Reihn.

Laß singen, Gesell, laß rauschen
Und wandre fröhlich nach!
Es gehn ja Mühlenräder
In jedem klaren Bach.

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Whither?

I heard a brooklet gushing
From its rocky fountains near
Down into the valley rushing
So fresh and wondrous clear.

I know not what came o'er me,
Nor who the counsel gave;
But I must hasten downward
All with my pilgrim stave.

Downward and ever farther
And ever the brook beside;
And ever fresher murmured,
And ever clearer the tide.

 Is this the way I was going?
Whither, O brooklet, say!
Thou hast with thy soft murmur,
Murmured my senses away.

What say I of a murmur
That can no murmur be?
 'Tis the water nymphs that are singing,
Their roundelays under me.

Let them sing, my friend,
Let them murmur,
And wander merrily near;
The wheels of a mill are turning In ev'ry brooklet clear.

D795_3 3.Halt!

Eine Mühle seh ich blinken
Aus den Erlen heraus,
Durch Rauschen und Singen
Bricht Rädergebraus.

Ei willkommen, ei willkommen,
Süßer Mühlengesang!
Und das Haus, wie so traulich!
Und die Fenster, wie blank!

Und die Sonne, wie helle
Vom Himmel sie scheint!
Ei, Bächlein, liebes Bächlein,
War es also gemeint?

Stop!

I see a mill looking
Out from the alders;
Through the roaring and singing
Bursts the clatter of wheels.

Hey, welcome, welcome!
Sweet mill-song!
And the house, so comfortable!
And the windows, how clean!

And the sun, how brightly
 it shines from Heaven!
Hey, brooklet, dear brook,
Was this, then, what you meant?

D795_5 5.Am Feierabend

Hätt ich tausend Arme zu rühren!
Könnt ich brausend
Die Räder führen!
Könnt ich wehen
Durch alle Haine!
Könnt ich drehen
Alle Steine!
Daß die schöne Müllerin
Merkte meinen treuen Sinn!

 Ach, wie ist mein Arm so schwach!
Was ich hebe, was ich trage,
Was ich schneide, was ich schlage,
Jeder Knappe tut mir's nach.
Und da sitz ich in der großen Runde,
In der stillen kühlen Feierstunde,
Und der Meister spricht zu allen:
Euer Werk hat mir gefallen;
Und das liebe Mädchen sagt
Allen eine gute Nacht.

Restful night

If only I had a thousand arms to move!
 I could loudly drive the wheels!
I could blow
Through all the groves!
I could turn
All the stones!
If only the beautiful
Millermaid
Would notice my faithful thoughts!

Ah, why is my arm so weak?
What I lift, what I carry,
What I cut, what I beat,
Every lad does it just as well as I do.
 And there I sit in the great gathering, In the quiet, cool hour of rest,
And the master speaks to us all:
Your work has pleased me;
And the lovely maiden says
 "Good night" to everyone.

7.Ungeduld

Ich schnitt es gern in alle Rinden ein,
Ich grüb es gern in jeden Kieselstein,
Ich möcht es sä'n auf jedes frische Beet
Mit Kressensamen, der es schnell verrät,
Auf jeden weißen Zettel möcht ich's schreiben:
Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben.

Ich möcht mir ziehen einen jungen Star,
Bis daß er spräch die Worte rein und klar,
Bis er sie spräch mit meines Mundes Klang,
Mit meines Herzens vollem, heißem Drang;
Dann säng er hell durch ihre Fensterscheiben:
Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben.

Den Morgenwinden möcht ich's hauchen ein,
Ich möcht es säuseln durch den regen Hain;
Oh, leuchtet' es aus jedem Blumenstern!
Trüg es der Duft zu ihr von nah und fern!
Ihr Wogen, könnt ihr nichts als Räder treiben?
Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben.

Ich meint, es müßt in meinen Augen stehn,
Auf meinen Wangen müßt man's brennen sehn,
Zu lesen wär's auf meinem stummen Mund,
Ein jeder Atemzug gäb's laut ihr kund,
Und sie merkt nichts von all dem bangen Treiben:
Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben.

Impatience

I would carve it fondly in the bark of trees,
I would chisel it eagerly into each pebble,
I would like to sow it upon each fresh flower-bed
With water-cress seeds, which it would quickly disclose;
Upon each white piece of paper would I write:
Yours is my heart and so shall it remain forever.

I would like to raise a young starling, Until he speaks to me in words pure and clear,
Until he speaks to me with my mouth's sound,
With my heart's full, warm urge;
Then he would sing brightly through her windowpanes:
Yours is my heart and so shall it remain forever!

I would like to breath it into the morning breezes,
I would like to whisper it through the active grove;
Oh, if only it would shine from each flower-star!
Would it only carry the scent to her from near and far!
You waves, could you nothing but wheels drive?
Yours is my heart, and so shall it remain forever.

I thought, it must be visible in my eyes,
On my cheeks it must be seen that it burns;
It must be readable on my mute lips,
Every breath would make it loudly known to her,
And yet she notices nothing of all my yearning feelings.
Yours is my heart, and so shall it remain forever.

D795_10 10.Traenenregen

Wir saßen so traulich beisammen
Im kühlen Erlendach,
Wir schauten so traulich zusammen
Hinab in den rieselnden Bach.

Der Mond war auch gekommen,
Die Sternlein hinterdrein,
Und schauten so traulich zusammen
In den silbernen Spiegel hinein.

Ich sah nach keinem Monde,
Nach keinem Sternenschein,
Ich schaute nach ihrem Bilde,
Nach ihren Augen allein.

Und sahe sie nicken und blicken
Herauf aus dem seligen Bach,
Die Blümlein am Ufer, die blauen,
Sie nickten und blickten ihr nach.

Und in den Bach versunken
Der ganze Himmel schien
Und wollte mich mit hinunter
In seine Tiefe ziehn.

Und über den Wolken und Sternen,
Da rieselte munter der Bach
Und rief mit Singen und Klingen:
Geselle, Geselle, mir nach!

Da gingen die Augen mir über,
Da ward es im Spiegel so kraus;
Sie sprach: Es kommt ein Regen,
Ade, ich geh nach Haus.

Shower of Tears

We sat so comfortably together
Under the cool roof of alders,
We gazed so quietly together
Down into the murmuring brook.

The moon was already out,
The stars after her,
And we gazed so quietly together
In the silver mirror there.

I sought to see no moon,
Nor the star's shine;
I looked only at her image,
At her eyes alone.

And I saw her reflection nod and gaze
Up from the blissful brook,
The flowerlets on the bank, the blue ones,
They nodded and gazed right back.

And into the brook seemed sunken
The entire heavens;
And seemed to want to pull me under
Into its depths as well.

And over the clouds and stars,
There murmured the brook
And called with singing and ringing:
Fellow, follow me!

Then my eyes filled with tears,
And made the mirror ripple:
She spoke: "The rain comes,
Farewell, I am going home."

D795_11 11.Mein!

Bächlein, laß dein Rauschen sein!
Räder, stellt euer Brausen ein!
All ihr muntern Waldvögelein,
Groß und klein,
Endet eure Melodein!
Durch den Hain
Aus und ein Schalle heut ein Reim allein:
Die geliebte Müllerin ist mein!
Mein!
Frühling, sind das alle deine Blümelein?
Sonne, hast du keinen hellern Schein?
Ach, so muß ich ganz allein
Mit dem seligen Worte mein
Unverstanden in der weiten Schöpfung sein!

Mine!

Little brook, let your gushing be!
Wheels, cease your roaring!
All you merry woodbirds,
Large and small,
End your melodies!
Through the grove,
Out and in,
Let only one song be heard today:
The beloved millermaid is mine!
Mine!
Spring, are all of those your flowers?
Sun, have you no brighter shine?
Ah, so I must be all alone
With my blissful word,
incomprehensible to all of Creation!

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D795_17 17.Die boese Farbe

Ich möchte ziehn in die Welt hinaus,
Hinaus in die weite Welt;
Wenn's nur so grün, so grün nicht wär,
Da draußen in Wald und Feld!

Ich möchte die grünen Blätter all
Pflücken von jedem Zweig,
Ich möchte die grünen Gräser all
Weinen ganz totenbleich.

Ach Grün, du böse Farbe du,
Was siehst mich immer an
So stolz, so keck, so schadenfroh,
Mich armen weißen Mann?

Ich möchte liegen vor ihrer Tür
In Sturm und Regen und Schnee.
Und singen ganz leise bei Tag und Nacht
Das eine Wörtchen: Ade!

Horch, wenn im Wald ein Jagdhorn schallt,
Da klingt ihr Fensterlein!
Und schaut sie auch nach mir nicht aus,
Darf ich doch schauen hinein.

O binde von der Stirn dir ab
Das grüne, grüne Band;
Ade, ade! Und reiche mir
Zum Abschied deine Hand!

The hateful Colour

I'd like to go out into the world,
Out into the wide world;
If only it weren't so green, so green,
Out there in the forest and field!

I would like to pluck all the green leaves
From every branch,
I would like to weep on all the grass
Until it is deathly pale.

Ah, Green, you hateful color, you,
Why do you always look at me,
So proud, so bold, so gloating,
And me only a poor, flour-covered man?

I would like to lay in front of her door,
In storm and rain and snow.
And sing so sofly by day and by night
One little word: farewell!

Hark, when in the forest a hunter's horn sounds -
Her window clicks!
And she looks out, but not for me;
Yet I can certainly look in.

O do unwind from your brow
That green, green ribbon;
Farewell, farewell! And give me
Your hand in parting!

D882 Im Fruehling (Friedrich Schulze)

Still sitz' ich an des Hügels Hang,
Der Himmel ist so klar,
Das Lüftchen spielt im grünen Tal.
Wo ich beim ersten Frühlingsstrahl
Einst, ach so glücklich war.

Wo ich an ihrer Seite ging
So traulich und so nah,
Und tief im dunklen Felsenquell
Den schönen Himmel blau und hell
Und sie im Himmel sah.

Sieh, wie der bunte Frühling schon
Aus Knosp' und Blüte blickt!
Nicht alle Blüten sind mir gleich,
Am liebsten pflückt ich von dem Zweig,
Von welchem sie gepflückt!

Denn alles ist wie damals noch,
Die Blumen, das Gefild;
Die Sonne scheint nicht minder hell,
Nicht minder freundlich schwimmt im Quell
Das blaue Himmelsbild.

Es wandeln nur sich Will und Wahn,
Es wechseln Lust und Streit,
Vorüber flieht der Liebe Glück,
Und nur die Liebe bleibt zurück,
Die Lieb und ach, das Leid.

O wär ich doch ein Vöglein nur
Dort an dem Wiesenhang
Dann blieb ich auf den Zweigen hier,
Und säng ein süßes Lied von ihr,
Den ganzen Sommer lang.

In Spring

Quietly I sit on the hill's slope.
The sky is so clear; a breeze plays in the green valley.
Where I was at Spring's first sunbeam once -
alas, I was so happy!

When I was walking at her side,
So intimate and so close,
and deep in the dark rocky spring was
the beautiful sky, blue and bright;
and she gazing into the sky.

Look how colorful Spring already
looks out from bud and blossom!
Not every blossom is the same for me:
I like best to pick from the branch from
which she picked hers!

For all is as it was:
the flowers, the field;
the sun does not shine less brightly,
nor does the spring reflect any less charmingly
the blue image of the sky.

The only things that change are will and delusion:
Joys and quarrels alternate,
the happiness of love flies past,
and only the love remains -
The love and, alas, the sorrow.

Oh, if only I were a little bird,
there, on the meadow's slope,
then I would remain here on these branches,
and sing a sweet song about her
the whole summer long.

III. Schumann

 op.24_1  Liederkreis, Op.24 (Heinrich Heine)

Morgens steh' ich auf und frage: 
Kommt feins Liebchen heut? 
Abends sink' ich hin und klage: 
Aus blieb sie auch heut. 

In der Nacht mit meinem Kummer 
lieg' ich schlaflos, wach; 
träumend, wie im halben Schlummer, 
träumend wandle ich bei Tag.

Every morning I awake and ask: 
Will my sweetheart come today? 
Every evening I sink down and lament:
She stayed away again today. 

All night with my grief 
I lie sleepless, waking; 
dreaming, as if half asleep, 
dreaming, I pass the day.

op.24_5 Schöne Wiege meiner Leiden, 
schönes Grabmal meiner Ruh', 
schöne Stadt, wir müssen scheiden, - 
Lebe wohl! ruf' ich dir zu. 

Lebe wohl, du heil'ge Schwelle, 
wo da wandelt Liebchen traut; 
lebe wohl! du heil'ge Stelle, 
wo ich sie zuerst geschaut. 

Hätt' ich dich doch nie gesehen, 
schöne Herzenskönigin! 
Nimmer wär' es dann geschehen, 
daß ich jetzt so elend bin. 

Nie wollt' ich dein Herze rühren, 
Liebe hab' ich nie erfleht; 
nur ein stilles Leben führen 
wollt' ich, wo dein Odem weht. 

Doch du drängst mich selbst von hinnen, 
bittre Worte spricht dein Mund; 
Wahnsinn wühlt in meinen Sinnen, 
und mein Herz ist krank und wund. 

Und die Glieder matt und träge 
schlepp' ich fort am Wanderstab, 
bis mein müdes Haupt ich lege 
ferne in ein kühles Grab.

Pretty cradle of my sorrows,
 pretty tombstone of my rest, 
pretty town - we must part, -
 farewell! I call to you.

 Farewell, you holy threshhold, 
across which my darling would tread;
 farewell! you sacred spot 
where I first saw her. 

Would that I had never seen you, 
lovely queen of my heart! 
Never would it then have happened, 
that I would now be so wretched. 

I never wished to touch your heart, 
I never begged for love; 
all I wished was to lead a quiet life 
where your breath could stir me. 

Yet you yourself pushed me away from you, 
with bitter words at your lips; 
Madness filled my senses, 
and my heart is sick and wounded. 

And my limbs are heavy and sluggish; 
I'll drag myself forward, leaning on my staff, 
until I can lay my weary head 
in a cool and distant grave.

op.24_9 Mit Myrten und Rosen, lieblich und hold,
mit duft'gen Zypressen und Flittergold,
möcht' ich zieren dies Buch 
wie 'nen Totenschrein
Und sargen meine Lieder hinein. 

O könnt' ich die Liebe sargen hinzu! 
Am Grabe der Liebe wächst Blümlein der Ruh', 
da blüht es hervor, da pflückt man es ab, - 
doch mir blüht's nur, 
wenn ich selber im Grab. 

Hier sind nun die Lieder, die einst so wild, 
wie ein Lavastrom, der dem Ätna entquillt,
Hervorgestürtzt aus dem tiefsten Gemüt, 
und rings viel blitzende Funken versprüht! 

Nun liegen sie stumm und totengleich, 
nun starren sie kalt und nebelbleich, 
doch aufs neu die alte Glut sie belebt, 
wenn der Liebe Geist einst über sie schwebt. 

Und es wird mir im Herzen viel Ahnung laut: 
der Liebe Geist einst über sie taut; 
einst kommt dies Buch in deine Hand, 
du süßes Lieb im fernen Land. 

Dann löst sich des Liedes Zauberbann, 
die blaßen Buchstaben schaun dich an, 
sie schauen dir flehend ins schöne Aug', 
und flüstern mit Wehmut und Liebeshauch.

With myrtle and roses, lovely and pretty, with fragrant cypresses and gold tinsel, 
I would decorate this book 
like a coffin 
and bury my songs inside it. 

O if only I could bury my love there as well! 
On the grave of Love grows the blossom of peace; 
it blooms and then is plucked, - 
yet it will bloom for me only 
when I am myself in the grave. 

Here now are the songs which, once so wild, like a stream of lava that flowed from Etna, burst from the depths of my heart, 
and spray glittering sparks everywhere! 

Now they lie mute and death-like, 
now they stare coldly, pale as mist, 
but the old glow will revive them afresh, 
when the spirit of love someday floats above them. 

And in my heart the thought grows loud: 
the spirit of love will someday thaw them; someday this book will arrive in your hands, you, my sweet love in a distant land. 

Then shall the songs' magic spell be broken, and the white letters shall gaze at you; 
they'll gaze beseechingly into your lovely eyes,
and whisper with sadness and a breath of love.

op.25_1 Widmung (Friedrich Rueckert)

Du meine [Seele]1, du mein Herz, 
Du meine Wonn', o du mein Schmerz, 
Du meine Welt, in der ich lebe, 
Mein Himmel du, darein ich schwebe, 
O du mein Grab, in das hinab 
Ich ewig meinen Kummer gab. 

Du bist die Ruh, du bist der Frieden, 
Du bist vom Himmel mir beschieden. 
Daß du mich liebst, macht mich mir wert, 
Dein Blick hat mich vor mir verklärt, 
Du hebst mich liebend über mich, 
Mein guter Geist, mein beßres Ich!

You my soul, you my heart, 
you my bliss, o you my pain, 
you the world in which I live; 
you my heaven, in which I float, 
o you my grave, into which 
I eternally cast my grief. 

You are rest, you are peace, 
you are bestowed upon me from heaven. 
That you love me makes me worthy of you; your gaze transfigures me before you; 
you raise me lovingly above myself, 
my good spirit, my better self!

op.39_1 Liederkreis, op.39 (Joseph von Eichendorff)

Aus der Heimat hinter den Blitzen rot 
Da kommen die Wolken her, 
Aber Vater und Mutter sind lange tot, 
Es kennt mich dort [keiner]1 mehr. 

[Wie bald, ach wie bald]2 kommt die stille Zeit, Da ruhe ich auch, und über mir 
[Rauscht]3 die schöne Waldeinsamkeit, 
Und keiner [kennt mich mehr]4 hier.

From the direction of home, behind the red flashes of lightning 
There come clouds, 
But Father and Mother are long dead; 
No one there knows me anymore. 

How soon, ah, how soon will that quiet time come, 
When I too shall rest, and over me 
the beautiful forest's loneliness shall rustle, 
And no one here shall know me anymore.

op.42_1 Frauenliebe und Leben 
(Adelbert von Chamisso)

Seit ich ihn gesehen, 
Glaub ich blind zu sein; 
Wo ich hin nur blicke, 
Seh ich ihn allein; 
Wie im wachen Traume 
Schwebt sein Bild mir vor, 
Taucht aus tiefstem Dunkel, 
Heller nur empor.

Sonst ist licht- und farblos 
Alles um mich her, 
Nach der Schwestern Spiele 
Nicht begehr ich mehr, 
Möchte lieber weinen, 
Still im Kämmerlein; 
Seit ich ihn gesehen, 
Glaub ich blind zu sein.�@

Since I saw him 
I believe myself to be blind, 
where I but cast my gaze, 
I see him alone. 
as in waking dreams 
his image floats before me, 
dipped from deepest darkness, 
brighter in ascent. 

All else dark and colorless 
everywhere around me, 
for the games of my sisters 
I no longer yearn, 
I would rather weep, 
silently in my little chamber, 
since I saw him, 
I believe myself to be blind.

op.42_2 Er, der Herrlichste von allen, 
Wie so milde, wie so gut! 
Holde Lippen, klares Auge, 
Heller Sinn und fester Mut. 

So wie dort in blauer Tiefe, 
Hell und herrlich, jener Stern, 
Also er an meinem Himmel, 
Hell und herrlich, [hehr]1 und fern. 

Wandle, wandle deine Bahnen, 
Nur betrachten deinen Schein, 
Nur in Demut ihn betrachten, 
Selig nur und traurig sein! 

Höre nicht mein stilles Beten, 
Deinem Glücke nur geweiht; 
Darfst mich niedre Magd nicht kennen, 
Hoher Stern der Herrlichkeit! 

Nur die Würdigste von allen [Darf]2 beglücken deine Wahl, 
Und ich will die Hohe segnen, 
[Segnen]3 viele tausendmal. 

Will mich freuen dann und weinen, 
Selig, selig bin ich dann; 
Sollte mir das Herz auch brechen, 
Brich, o Herz, was liegt daran?

He, the most glorious of all, 
O how mild, so good! 
lovely lips, clear eyes, 
bright mind and steadfast courage. 

Just as yonder in the blue depths, 
bright and glorious, that star, 
so he is in my heavens, 
bright and glorious, lofty and distant.

Meander, meander thy paths, 
but to observe thy gleam, 
but to observe in meekness, 
but to be blissful and sad! 

Hear not my silent prayer, 
consecrated only to thy happiness, 
thou mays't not know me, lowly maid, 
lofty star of glory! 

Only the worthiest of all may 
make happy thy choice, 
and I will bless her, the lofty one, 
many thousand times.

I will rejoice then and weep, 
blissful, blissful I'll be then; 
if my heart should also break, 
break, O heart, what of it?

op.42_3 Ich kann's nicht fassen, nicht glauben, 
Es hat ein Traum mich berückt; 
Wie hätt er doch unter allen 
Mich Arme erhöht und beglückt? 

Mir war's, er habe gesprochen:
 "Ich bin auf ewig dein," 
Mir war's - ich träume noch immer, 
Es kann ja nimmer so sein. 

O laß im Traume mich sterben, 
Gewieget an seiner Brust, 
Den [seligsten]1 Tod mich schlürfen 
In Tränen unendlicher Lust.

I can't grasp it, nor believe it, 
a dream has bewitched me, 
how should he, among all the others, 
lift up and make happy poor me? 

It seemed to me, as if he spoke, 
"I am thine eternally", 
It seemed - I dream on and on, 
It could never be so. 

O let me die in this dream, 
cradled on his breast, 
let the most blessed death drink me up 
in tears of infinite bliss.

op.42_4 Du Ring an meinem Finger, 
Mein goldenes Ringelein, 
Ich drücke dich fromm an die Lippen, 
Dich fromm an das Herze mein. 

Ich hatt ihn ausgeträumet, 
Der Kindheit friedlich schönen Traum, 
Ich fand allein mich, verloren 
Im öden, unendlichen Raum. 

Du Ring an meinem Finger 
Da hast du mich erst belehrt, 
Hast meinem Blick erschlossen 
Des Lebens unendlichen, tiefen Wert. 

Ich [will]1 ihm dienen, ihm leben, 
Ihm angehören ganz, 
Hin selber mich geben und finden 
Verklärt mich in seinem Glanz. 

Du Ring an meinem Finger, 
Mein goldenes Ringelein, 
Ich drücke dich fromm an die Lippen 
Dich fromm an das Herze mein.

Thou ring on my finger, 
my little golden ring, 
I press thee piously upon my lips
piously upon my heart. 

I had dreamt it, the tranquil, 
lovely dream of childhood, 
I found myself along and lost 
in barren, infinite space. 

Thou ring on my finger, 
thou hast taught me for the first time, 
hast opened my gaze unto 
the endless, deep value of life. 

I want to serve him, live for him, 
belong to him entire, 
Give myself and find myself 
transfigured in his radiance. 

Thou ring on my finger, 
my little golden ring, 
I press thee piously upon lips, 
piously upon my heart.

op.42_5 Helft mir, ihr Schwestern, 
Freundlich mich schmücken, 
Dient der Glücklichen heute mir, 
Windet geschäftig 
Mir um die Stirne 
Noch der blühenden Myrte Zier.

 Als ich befriedigt, 
Freudigen Herzens, 
[Sonst]1 dem Geliebten im Arme lag, 
Immer noch rief er, 
Sehnsucht im Herzen, 
Ungeduldig den heutigen Tag. 

Helft mir, ihr Schwestern, 
Helft mir verscheuchen 
Eine törichte Bangigkeit, 
Daß ich mit klarem Aug ihn empfange, 
Ihn, die Quelle der Freudigkeit. 

Bist, mein Geliebter, 
Du mir erschienen, 
Giebst du [mir, Sonne,]2 deinen Schein? 
Laß mich in Andacht, 
Laß mich in Demut, 
[Laß]1 mich verneigen dem Herren mein.

 Streuet ihm, Schwestern, 
Streuet ihm Blumen, 
[Bringet]3 ihm knospende Rosen dar, 
Aber euch, Schwestern, 
Grüß ich mit Wehmut 
Freudig scheidend aus eurer Schar.

Help me, ye sisters,
 friendly, adorn me, 
serve me, today's fortunate one, 
busily wind about my brow
 the adornment of blooming myrtle.

 Otherwise, gratified, 
of joyful heart, 
I would have lain in the arms of the beloved,
 so he called ever out, yearning in his heart,
 impatient for the present day. 

Help me, ye sisters, 
help me to banish 
a foolish anxiety, 
so that I may with clear eyes receive him,
 him, the source of joyfulness. 

Dost, my beloved, 
thou appear to me, 
givest thou, sun, thy shine to me? 
Let me with devotion, 
let me in meekness, 
let me curtsy before my lord. 

Strew him, sisters, 
strew him with flowers, 
bring him budding roses, 
but ye, sisters, 
I greet with melancholy, 
joyfully departing from your midst.

op.42_6 Süßer Freund, du blickest 
Mich verwundert an, 
Kannst es nicht begreifen, 
Wie ich weinen kann; 
Laß der feuchten Perlen 
Ungewohnte Zier 
[Freudig hell erzittern In dem Auge mir.]1 

Wie so bang mein Busen, 
Wie so wonnevoll! 
Wüßt ich nur mit Worten, 
Wie ich's sagen soll; 
Komm und birg dein Antlitz 
Hier an meiner Brust, 
Will in's Ohr dir flüstern 
Alle meine Lust.

 [ Hab' ob manchen Zeichen 
Mutter schon gefragt, 
Hat die gute Mutter 
Alles mir gesagt, 
Hat mich unterwiesen 
Wie, nach allem Schein, 
Bald für eine Wiege Muß gesorget sein.]2

 Weißt du nun die Tränen,
Die ich weinen kann? 
Sollst du nicht sie sehen, 
Du geliebter Mann? 
Bleib an meinem Herzen, 
Fühle dessen Schlag, 
Daß ich fest und fester 
Nur dich drücken mag. 

Hier an meinem Bette 
Hat die Wiege Raum, 
Wo sie still verberge 
Meinen holden Traum; 
Kommen wird der Morgen, 
Wo der Traum erwacht, 
Und daraus dein Bildnis 
Mir entgegen lacht.

Sweet friend, thou gazest upon me in wonderment, thou cannst not grasp it, why I can weep; Let the moist pearls' unaccustomed adornment tremble, joyful-bright, in my eyes. 

How anxious my bosom, how rapturous! If I only knew, with words, how I should say it; come and bury thy visage here in my breast, I want to whisper in thy ear all my happiness. 

About the signs I have already asked Mother; my good mother has told me everything.. She has assured me that by all appearances, soon a cradle will be needed. 

Knowest thou the tears, that I can weep? Shouldst thou not see them, thou beloved man? Stay by my heart, feel its beat, that I may, fast and faster, hold thee. 

Here, at my bed, the cradle shall have room, where it silently conceals my lovely dream; the morning will come where the dream awakes, and from there thy image shall smile at me.

op.42_7 An meinem Herzen, an meiner Brust, 
Du meine Wonne, du meine Lust! 
Das Glück ist die Liebe, die Lieb ist das Glück, 
Ich [hab's]1 gesagt und nehm's nicht zurück.

 Hab [überglücklich]2 mich geschätzt 
Bin überglücklich aber jetzt. 
[Nur die da säugt, nur die da liebt 
Das Kind, dem sie die Nahrung giebt; 
Nur eine Mutter weiß allein 
Was lieben heißt und glücklich sein. 

O, wie bedaur' ich doch den Mann, 
Der Mutterglück nicht fühlen kann!]3 
[Du lieber, lieber Engel, du 
Du schauest mich an und lächelst dazu!]4

At my heart, at my breast, thou my rapture, my happiness! The joy is the love, the love is the joy, I have said it, and won't take it back. 

I've thought myself rapturous, but now I'm happy beyond that. Only she that suckles, only she that loves the child, to whom she gives nourishment; Only a mother knows alone what it is to love and be happy. 

O how I pity then the man who cannot feel a mother's joy! Thou dear, dear angel thou, thou lookst at me and smiles!

op.42_8 Nun hast du mir den ersten Schmerz getan, 
Der aber traf. 
Du schläfst, du harter, unbarmherz'ger Mann, Den Todesschlaf. 

Es blicket die Verlaßne vor sich hin, 
Die Welt is leer. 
Geliebet hab ich und gelebt, ich bin 
Nicht lebend mehr. 

Ich zieh mich in mein Innres still zurück, 
Der Schleier fällt, 
Da hab ich dich und mein verlornes Glück, Du meine Welt!

Now thou hast given me, for the first time, pain, how it struck me. Thou sleepst, thou hard, merciless man, the sleep of death. 

The abandoned one gazes straight ahead, the world is void. I have loved and lived, I am no longer living. 

I withdraw silently into myself, the veil falls, there I have thee and my lost happiness, O thou my world!

op.45 (Heinrich Heine)

Wir saßen am Fischerhause, 
Und schauten nach der See; 
Die Abendnebel kamen, 
Und stiegen in die Höh'. 

Im Leuchtturm wurden die Lichter 
Allmählich angesteckt, 
Und in der weiten Ferne 
Ward noch ein Schiff entdeckt. 

Wir sprachen von Sturm und Schiffbruch, 
Vom Seemann, und wie er lebt, 
Und zwischen Himmel und Wasser, 
Und Angst und Freude schwebt. 

Wir sprachen von fernen Küsten, 
Vom Süden und vom Nord, 
Und von den seltsamen Menschen 
Und seltsamen Sitten dort. 

Am Ganges duftet's und leuchtet's, 
Und Riesenbäume blühn, 
Und schöne, stille Menschen 
Vor Lotosblumen knien. 

In Lappland sind schmutzige Leute,
 Plattköpfig, breitmäulig, klein; 
Sie kauern ums Feuer und backen 
Sich Fische, und quäken und schrein. 

Die Mädchen horchten ernsthaft, 
Und endlich sprach niemand mehr; 
Das Schiff war nicht mehr sichtbar, 
Es dunkelte gar zu sehr.

We sat at the fisherman's house, 
and gazed out at the sea; 
the evening mists arrived, 
and climbed into the heights. 

At the lighthouse the lights were 
gradually lit, 
and in the far-off distance 
was discovered yet another ship. 

We spoke of storms and shipwrecks, 
of the seaman and how he lives, 
and of hovering between sky and water,
 between fear and joy. 

We spoke of far-off coasts, 
of the South and of the North, 
and of the odd people 
and odd customs there. 

At the Ganges, it is fragrant and shimmering: 
and giant trees bloom there, 
and fair, quiet people kneel 
before lotus flowers. 

In Lapland there are dirty people, flat-headed, broad-mouthed, small; 
they crouch around the fire and bake 
fish, and squeak and scream. 

The maidens listened earnestly, 
and finally no one spoke any more; 
The ship was no longer visible, 
for it was now much too dark.

op.48_5 Dichterliebe (Heinrich Heine) 

Ich will meine Seele tauchen 
In den Kelch der Lilie hinein; 
Die Lilie soll klingend hauchen 
Ein Lied von der Liebsten mein. 

Das Lied soll schauern und beben 
Wie der Kuß von ihrem Mund, 
Den sie mir einst gegeben 
In wunderbar süßer Stund'.

I want to delve my soul 
Into the cup of the lily; 
The lily should give resoundingly 
A song belonging to my beloved. 

The song should shudder and tremble 
Like the kiss from her lips 
That she once gave me 
In a wonderfully sweet hour.
op.48_7 Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht, Ewig verlor'nes Lieb ! 
Ich grolle nicht. 
Wie du auch strahlst in Diamantenpracht, 
Es fällt kein Strahl in deines Herzens Nacht. 
Das weiß ich längst. 

Ich grolle nicht, und wenn das Herz auch bricht, Ich sah dich ja im [Traume,]1 
Und sah die Nacht in deines Herzens [Raume,]2 
Und sah die Schlang', die dir am Herzen frißt, 
Ich sah, mein Lieb, wie sehr du elend bist. 
Ich grolle nicht.

I bear no grudge, even when my heart is breaking! Love lost forever! I bear no grudge. Although you shine in diamond splendor, No beam falls into the night of your heart. I will know that for a long time. 

I bear no grudge, and when my heart is breaking! I truly saw you in my dreams And saw the night in the room of your heart, And saw the snake that bites your heart; I saw, my dear, how truly miserable you are. I bear no grudge.

op.48_12 Am leuchtenden Sommermorgen 
Geh' ich im Garten herum. 
Es flüstern und sprechen die Blumen, 
[Ich aber, ich wandle stumm.]1 

Es flüstern und sprechen die Blumen, 
Und [schaun]2 mitleidig mich an: 
Sei [unserer]3 Schwester nicht böse,
Du trauriger blasser Mann.

On a shining summer morning 
I wander around my garden. 
The flowers are whispering and speaking; I, however, wander silently. 

The flowers are whispering and speaking 
And look at me sympathetically. 
"Do not be angry with our sister, 
You sad, pale man."

op.49-1 Die Zwei Grenadiere (Heinich Heine)

Nach Frankreich zogen zwei Grenadier, 
Die waren in Rußland gefangen. 
Und als sie kamen ins deutsche Quartier, 
Sie ließen die Köpfe hangen. 

Da hörten sie beide die traurige Mär: 
Daß Frankreich verloren gegangen, 
Besiegt und geschlagen das [große]1 Heer 
Und der Kaiser, der Kaiser gefangen. 

Da weinten zusammen die Grenadier 
Wohl ob der kläglichen Kunde. 
Der eine sprach: »Wie weh wird mir, 
Wie brennt meine alte Wunde!« 

Der andre sprach: »Das Lied ist aus, 
Auch ich möcht mit dir sterben, 
Doch hab ich Weib und Kind zu Haus, 
Die ohne mich verderben.«

 »Was schert mich Weib, was schert mich Kind,
 Ich trage weit [bessres]2 Verlangen; 
Laß sie betteln gehn, wenn sie hungrig sind - 
Mein Kaiser, mein Kaiser gefangen! 

Gewähr mir, Bruder, eine Bitt: 
Wenn ich jetzt sterben werde, 
So nimm meine Leiche nach Frankreich mit, Begrab mich in Frankreichs Erde. 

Das Ehrenkreuz am roten Band 
Sollst du aufs Herz mir legen; 
Die Flinte gib mir in die Hand, 
Und gürt mir um den Degen. 

So will ich liegen und horchen still, 
Wie eine Schildwach, im Grabe, 
Bis einst ich höre Kanonengebrüll 
Und wiehernder Rosse Getrabe. 

Dann reitet mein Kaiser wohl über mein Grab, 
Viel Schwerter klirren und blitzen; 
Dann steig ich gewaffnet hervor aus dem Grab -
 Den Kaiser, den Kaiser zu schützen!«

Two grenadiers were returning to France,
 From Russian captivity they came. 
And as they crossed into German lands 
They hung their heads in shame. 

Both heard there the tale that they dreaded most, 
That France had been conquered in war; 
Defeated and shattered, that once proud host, -- And the Emperor, a free man no more. 

The grenadiers both started to weep 
At hearing so sad a review. 
The first said, "My pain is too deep; 
My old wound is burning anew!"

 The other said, "The song is done; 
Like you, I'd not stay alive; 
But at home I have wife and son, 
Who without me would not survive." 

What matters son? What matters wife? 
By nobler needs I set store; 
Let them go beg to sustain their life! 
My Emperor, a free man no more! 

Promise me, brother, one request: 
If at this time I should die, 
Take my corpse to France for its final rest; 
In France's dear earth let me lie. 

The Cross of Valor, on its red band, 
Over my heart you shall lay; 
My musket place into my hand; 
And my sword at my side display. 

So shall I lie and hark in the ground, 
A guardwatch, silently staying 
Till once more I hear the cannon's pound 
And the hoofbeats of horses neighing. 

Then my Emperor'll be passing right over my grave; 
Each clashing sword, a flashing reflector. 
And I, fully armed, will rise up from that grave, 
The Emperor's, the Emperor's protector!"

op.49-2 Die feindlichen Brueder (Heinrich Heine)

Oben auf des Berges Spitze 
Liegt das Schloß in Nacht gehüllt; 
Doch im Tale leuchten Blitze, 
Helle Schwerter klirren wild. 

Das sind Brüder, die dort fechten 
Grimmen Zweikampf, wutentbrannt. 
Sprich, warum die Brüder rechten 
Mit dem Schwerte in der Hand? 

Gräfin Lauras Augenfunken 
Zündeten den Brüderstreit. 
Beide glühen liebestrunken 
Für die adlig holde Maid. 

Welchem aber von den beiden 
Wendet sich ihr Herze zu? 
Kein Ergrübeln kann's entscheiden - 
Schwert heraus, entscheide du! 

Und sie fechten kühn verwegen, 
Hieb auf Hiebe niederkracht's. 
Hütet euch, ihr wilden Degen. 
[Grausig]1 Blendwerk schleicht des Nachts.

 Wehe! Wehe! blut'ge Brüder! 
Wehe! Wehe! blut'ges Tal! 
Beide Kämpfer stürzen nieder, 
Einer in des andern Stahl. - 

Viel Jahrhunderte verwehen, 
Viel Geschlechter deckt das Grab; 
Traurig von des Berges Höhen 
Schaut das öde Schloß herab. 

Aber nachts, im Talesgrunde, 
Wandelt's heimlich, wunderbar; 
Wenn da kommt die zwölfte Stunde, 
Kämpfet dort das Brüderpaar.

Up on the summit of the mountain the castle 
stands shrouded in night;
 but in the valley, lightning blazes and 
bright swords clash savagely.

 It is brothers fencing 
a grim duel there, enraged with anger. 
Tell me, why are brothers fighting 
with sword in hand? 

Countess Laura's sparkling eyes 
ignited the brothers' strife: 
both smoulder, intoxicated with love, 
for the noble, lovely maid. 

But to which of the two does her heart lean?
 No musing can decide it; 
so out comes the sword -
 you shall decide! 

And they fight on keenly,
 foolhardily, blow upon blow cracking down.
 Beware, you savage swordsmen. 
Grisly illusion creeps about in the night. 

Woe! Woe! Bloody brothers! 
Woe! Woe! Bloody valley! 
Both fighters fall, 
each upon the other's steel.

 Many centuries drift past, 
graves cover many generations; 
mournfully from the heights of the mountain 
the deserted castle looks down. 

But at night, in the depths of the valley, 
something is moving secretly, wondrously: 
when the twelfth hour arrives, the pair of 
brothers are fighting there.

op.64_3 Traedodie I.(Heinrich Heine)

Entflieh mit mir und sei mein Weib, 
Und ruh' an meinem Herzen aus; 
[In weiter Ferne]1 sei mein Herz 
Dein Vaterland und Vaterhaus.

 [Entfliehn wir nicht, so sterb' ich hier]2 
Und du bist einsam und allein; 
Und bleibst du auch im Vaterhaus, 
Wirst doch wie in der Fremde sein.

Flee with me and be my wife, 
and rest upon my heat; 
in distant lands let my heart be 
your fatherland and your parental home. 

If we do not flee, I'll die here 
and you will be lonely and alone; 
and you will remain in your parental house, 
but it will be like a foreign land to you.

VI. R. Strauss

   Vier letzte Lieder op. posth

1.Fruehling

In dämmrigen Grüften träumte 
ich lang von deinen Bäumen und blauen Lüften, 
von deinem Duft und Vogelsang. 

Nun liegst du erschlossen 
in Gleiß und Zier, 
von Licht übergossen 
wie ein Wunder vor mir. 

Du kennest mich wieder, 
du lockest mich zart, 
es zittert durch all meine Glieder 
deine selige Gegenwart!

In dusky vaults I have long dreamt of your trees and blue skies, of your scents and the songs of birds. 

Now you lie revealed in glistening splendour, flushed with light, like a wonder before me. 

You know me again, you beckon tenderly to me; all of my limbs quiver from your blissful presence!

2.September

Der Garten trauert, 
kühl sinkt in die Blumen der Regen. 
Der Sommer schauert 
still seinem Ende entgegen. 

Golden tropft Blatt um Blatt 
nieder vom hohen Akazienbaum. 
Sommer lächelt erstaunt und matt 
in den sterbenden Gartentraum. 

Lange noch bei den Rosen 
bleibt er stehen, sehnt sich nach Ruh. 
Langsam tut er die großen 
müdgewordnen Augen zu.

The garden is mourning, the rain sinks coolly into the flowers. Summer shudders as it meets its end. 

Leaf upon leaf drops golden down from the lofty acacia. Summer smiles, astonished and weak, in the dying garden dream. 

For a while still by the roses it remains standing, yearning for peace. Slowly it closes its large eyes grown weary.

3.Beim Schlafengehen

Nun der Tag mich müd gemacht, 
soll mein sehnliches Verlangen 
freundlich die gestirnte Nacht 
wie ein müdes Kind empfangen. 

Hände, laßt von allem Tun, 
Stirn, vergiß du alles Denken, 
alle meine Sinne nun 
wollen sich in Schlummer senken. 

Und die Seele unbewacht 
will in freien Flügen schweben, 
um im Zauberkreis der Nacht 
tief und tausendfach zu leben.

Now that the day has made me so tired, my dearest longings shall be accepted kindly by the starry night like a weary child. 

Hands, cease your activity, head, forget all of your thoughts; all my senses now will sink into slumber. 

And my soul, unobserved, will float about on untrammeled wings in the enchanted circle of the night, living a thousandfold more deeply.

4.Im Abendrot (Eichendorf)

Wir sind durch Not und Freude
Gegangen Hand in Hand:
Vom Wandern ruhen wir beide
Nun überm stillen Land.

Rings sich die Täler neigen,
Es dunkelt schon die Luft,
Zwei Lerchen nur noch steigen
Nachträumend in den Duft.

Tritt her und laß sie schwirren,
Bald ist es Schlafenszeit,
Daß wir uns nicht verirren
In dieser Einsamkeit.

O weiter, stiller Friede!
So tief im Abendrot,
Wie sind wir wandermüde -
 Is dies etwa der Tod?

We've gone through joy and crisis
 Together, hand in hand,
And now we rest from wandering
Above the silent land.

The valleys slope around us,
The air is growing dark,
And dreamily, into the haze,
There still ascends two larks.

Come here, and let them flutter,
The time for sleep is soon.
We would not want to lose our way
In this great solitude.

O vast and silent peace!
So deep in twilight ruddiness,
We are so wander-weary -
Could this perchance be death?

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