Wieder ein Buch über die Slowakei

Susanne Vykoupil:

Slowakei

(München: C.H.Beck 1999, 174 S., ISBN 3-406-39876-6)

In der leider recht mageren Auswahl guter deutscher Publikationen über die Slowakei, dem “uns so nahen, zentraleuropäischen Land” - so vom Verlag richtig charakterisiert - nimmt das vorliegende Buch einen besonderen Rang ein. Wieder einmal bewahrheitet sich die Tatsache, dass die sorgfältig und umfassend recherchierten Bücher über dieses, bei uns zu Unrecht stiefmütterlich behandelte Land nicht dort erscheinen und ausserdem von “Ausländern” (von wirklichen oder durch Flucht und Vertreibung zu solchen gewordenen) geschrieben werden.

Susanne Vykoupil, Jahrgang 1961, stammt aus Tschechien. Für Bücher, wie das vorliegende der jungen Autorin, müsste die Slowakei dankbar sein und das Mäkeln über eine vermeint-lich zu “deutsche” oder zu “magyarische” Darstellung einstellen. Trotz grosser Anerkennung für die sachkundige Kompetenz von Susanne Vykoupil müssen wir einige Anmerkungen machen. U.a. die Passage über die Holzkirchen ist missverständ-lich, da die in den “ukrainischen Dörfern” gebauten Holzkirchen von den Griechisch-Katholischen stammen und nichts mit den “Protestantischen”, die “dem Edikt von 1681” (Landtag von Ödenburg) unterlagen, gemein haben. Die “ausländische Unterstützung” (etwa 20 % der Kosten) für die Renovierung der Holzkirche in Kesmark kam fast ausschliesslich von vertriebenen Zipser Deutschen und ehemaligen Schülern des deutschen Gymnasiums. Verglichen mit dem Kapitel “Die slowakische Literatur” ist das über “Andere Kulturbereiche” sehr knapp ausgefallen, zahlreiche deutsche Namen fehlen.

Ernst HOCHBERGER

(gekürzt)

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