Die üble Tat in der Wohltat

 

Intellektuelle in der Türkei so wie in Europa zögern meistens ihre Meinung zu zwei Themen zu äußern. Da diese Themen, der intellektuellen Dimension nicht recht geheuer erscheinen, bevorzugen sie generell das Schweigen, anstatt die Themen zu kritisieren und zu analysieren.

Die Gesichter verziehen sich in Angst, wenn in der türkischen Gesellschaft der Kemalismus thematisiert wird. Die bedrückend um sich schauenden Blicke versuchen, dem Thema zu entflüchten. Sie werden es viel besser verstehen und an den misstrauischen Blicken ihres Gesprächspartners sehen, wie unwohl sich dieser fühlt , wenn das Thema ´Grundgesetze des Kemalismus´ objektiv diskutiert wird. Das heißt, es wird entweder nur so über den Kemalismus, den Grundlagen und der Revolution, den Freiheitskampf, „der nur einem Helden beigemessen wurde", diskutiert, wie es uns die offizielle Ideologie vorschreibt oder man „schweigt".

Natürlich werden währenddessen manche im Namen des Kemalismus, mit dem Vorwand der „kemalistischen Grundgesetze", die Rechte, Freiheit und Unabhängigkeit des Volkes einschränken. Auf diese Weise traut sich das eingeschüchterte Volk nicht mehr seine Rechte, Ansprüche und Unabhängigkeit zu verteidigen, aus Angst dem kemalistischen Grundgesetzen zu widersprechen.

Mustafa Kemal Atatürk, Gründer der Türkischen Republik (1881 - 1938)

Jedoch wird in Europa desgleichen das Thema „Judentum" beinahe tabuisiert. Sollte einer sich ein unbedachtes Wort entschlüpfen lassen und behaupten, derjenige, dem ein Fehler unterlaufen ist, sei ein Jude, der wird aus schicksalhaften Gründen seitens der Medien, dessen größte Macht in den Händen der Juden liegt, als Antisemit abgestempelt. Gezwungenermaßen bestätigen auch die Politiker und Bürokraten von Zeit zu Zeit das „Urteil ohne Verfahren" , welches von den Medien realisiert und durchgeführt wird.

Aus dieser Angst heraus halten sich die Menschen in Deutschland möglichst fern von den Medien, vor allen diejenigen , die in wichtigen Institutionen tätig sind. Sie werden nicht zum „üblen Mittel" der Medien, wie unsere Mitmenschen in der Türkei, die Attraktion lieben.

Trotz der sensiblen und empfindlichen Situation in Europa und in der Türkei müssen wir die Wahrheit sagen und das Recht verteidigen.

In Europa, besonders in der deutschen Geschichte, werden die Juden, die „der Folter" ausgesetzt waren, in der ganzen Welt als „Das unterdrückte Volk" akzeptiert. Dieses kollektive Mitleid ist aber nicht immer auf die geschichtliche Tragödie zurückzuführen.

Die europäischen Intellektuellen suchen den Ausweg im Schweigen, wenn es um jüdische oder israelische Angelegenheiten geht. Aber hiermit möchte Ich verdeutlichen, dass die Personen, die denken, dass diese Lage im Sinne des jüdischen Volkes ist, sich täuschen. Wir wiederholen dazu immer wieder die koranische Aussage der „Individualität der Schuld". Hier gilt vor allem das Medaillon beidseitig zu betrachten.

Es ist wahrhaftig ungerecht wegen der Schuld eines Menschen, seine Umgebung, seine Verwandten, seine Gemeinde und sein Volk zu verurteilen. Es ist auch eine Ungerechtigkeit gegenüber dem „falsch" handelnden Menschen zurückhaltend zu sein oder gar ihn „frei" zu sprechen. Jemand, der von der Gesellschaft als ´schuldig´ bekannt wird, zu entlasten oder frei zu sprechen, wird eine heimliche Feindschaft der Gesellschaft gegenüber dieser erzeugen.

Eine Häufung vorhergehender Taten wird auf Dauer die Grenze des Prinzips `Individualität der Schuld´ überschreiten und somit die soziale Umgebung und das zugehörige Volk dieses Individuums in Schwierigkeiten bringen.

Um in der Türkei nicht als Anti-Kemalist abgestempelt zu werden so wie in Europa und Amerika nicht als Anti-Semit zu gelten, zieht man es vor zu Schweigen und dadurch wird dem Ungerechten Beihilfe geleistet. Das aber zerrüttet und trübt den Frieden unserer kleinen Welt.

Daß die Türkei in den letzten 20 Jahren unter dem Vorwand des Kemalismus so Allerlei zuließ, hat den Kemalismus in der Türkei beendet. Ihre Wiederbelebung ist nur für diejenigen möglich die an Reinkarnation glauben. Die Türkei, die unter dem Vorbehalt des 100. Geburtstages Mustafa Kemals Millionen Dollar in „Statuen und Skulpturen" investiert, springt, um ihre Beamten zu entlohnen, dem Bürger an den Hals. Die heutige Misere der Türkei ist die Folge von Intrigen mancher profitorientierter Gruppierungen unter dem Vorhang des Kemalismus.

In der Zeit, als das Gleichgewicht der Welt auf zwei Pole verlegt wurde, schien als Folge des an London und Paris orientierten BAAS-Rassismus, nur die Angelegenheit der Araber zu sein. Doch hatte die gesamte islamische Welt wegen der Aksa-Moschee, Jerusalem zu seiner Kernangelegenheit gemacht. Aber FKÖ passte eher zum arabischen Rassismus. Nach dem Verrat Habbas und Ebu-Nidals an Arafat hat dieser sich gezwungenermaßen von Moskaus abgewandt und sich den islamischen Ländern zugewandt. Da momentan sowohl Jerusalem als auch Palästina Kasus von 1500 000 Muslime geworden ist, beobachten Sie mit großer Besorgnis die blutdürstige Unterstützung der USA, das Blutvergießen Israels an unschuldigen Menschen in diesem Land. Die Beihilfe der amerikanischen Politiker und der Medien an die „Sharonen" bringt dem unterdrückten Volk nichts Gutes.

Wir sehen nämlich, wie der „Eis-Riese" schmilzt, der aus der tragischen Vergangenheit des unterdrückten Volkes zu errichten versucht wurde. Müssen freie und demokratische Menschen nicht gegen jede Art von Ungerechtigkeit Klage erheben? Egal woher und von wem sie kommt. Würden wir nicht ansonsten die doch so heiligen Werte wie Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden diskreditieren?

Die ausbleibende Resonanz der täglich ausgestrahlten Beiträge zu den Todeslagern der Nazis, zu mal unterstützt durch jüdische Regisseure, gibt mir zu bedenken, weshalb wir als Muslime in Europa, die Haltung der europäischen sowie amerikanischen Medien in Bezug auf Jerusalem missachten. Muslime in der Türkei fahnden nach Kenan Evren (der Putschist von 1980 und späterer Präsident der Türkei) und seinem Lehrling, der jüdischen Flugjets die Erlaubnis erteilt hatte, über Konya - der Stadt Mevlanas - Übungsflüge auszuführen. Das Leid, Muslime und Juden auf der ganzen Welt in solche Verhängnisse zu stürzen, ist unnötig.

Wenn dem amerikanischen Außenminister sein Volk lieb ist, sollte er zuerst versuchen, dieses arme Volk vor der Feindseligkeit von einundeinhalb Milliarden Muslime zu bewahren. Den Verlust, dem Feuer mit Benzin entgegenzugehen, die palastinänsischen Moslems beschuldigend, teilt die ganze Welt.

Da es wohl abkömmlich ist, zu denken, das eine Mutter und ein Vater, welche den verbluteten Leichnam ihres Kindes auf dem Schoß tragen, sich vor den Raketen, dem Geschoss des `Sharons` hemmen werden, gilt es für jeden Palästinenser sowie Juden inner und außerhalb des Landes, das Feuer des Bösen zu löschen, die Fackel des Friedens zu zünden.

Krieg bedeutet Zerstörung. Einfacher als Frieden schließen. Ich hoffe nur das `auserwählte Volk ´ wird sich für den heiklen und mühsamen Weg des Frieden entscheiden.

Auf dem Hof der Aqsa-Moschee verblutet ein Palästinenser. Im Hintergrund schießen jüdische Soldaten... ...auf Zivilisten

 

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