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Engel - Die Botschafter Allahs

 

Jemand schmunzelt: „Engel gibt es doch gar nicht!"

Nur weil man sie nicht sieht, heißt es noch lange nicht, dass sie nicht existieren. Kannst du etwa deinen Verstand sehen?

Stell dir bitte aber nicht vor, die Engel seien menschenähnliche Gestalten mit Flügeln auf dem Rücken! Zwar ist der Engel Jibril (Gabriel) als Überbringer der qur´anischen Offenbarungen dem Propheten Mohammed (s.a.w.) in Gestalt eines Mannes erschienen. Aus den Worten unseres Propheten ist bekannt, dass dies nicht die eigentliche Gestalt der Engel ist.

Aus den Überlieferungen sind Engel aus Nur (Licht) erschaffen. Das arabische Wort für Engel lautet „Malak", was ungefähr  „Botschafter", „Gesandter", „Bote", „Aufsichtsperson" und „Mächtiger" bedeutet. Sie sind Wesen, die zwischen der makrokosmischen und der materiellen Welt Beziehungen herstellen und die Anweisungen Allahs überbringen. Engel besitzen verfeinerte, zarte Körper aus Licht, dadurch können sie sich äußerst schnell bewegen und können in alle Bereiche des Seins eindringen. Sie dringen auch in die Herzen der Propheten und der frommen Menschen und hauchen ihnen Inspirationen ein (die Kraft stammt von Allah). Engel werden zu Allahs Geschöpfen gesandt um deren Leben zu lenken, beispielsweise Zugvögel finden durch Allahs Inspiration immer wieder nach Hause zurück. Oder Honigbienen benötigen nur kurze Zeit um Ihre Honigwaben fertigzustellen (diese sind Wunder handwerklicher Kunstfertigkeit). Sogar träge materielle leblose Körper üben eine vitale Funktion beim Preisen Allahs aus, obwohl sie äußerlich leblos und ohne Bewusstsein sind.

Engel wurden mit froher Botschaft dem Propheten Ibrahim (a.s.) (Abraham) geschickt, um ihm die Geburt seiner Söhne Ismail und Is´hak (Friede sei auf beide) zu verkünden. Engel leisteten Maryam (a.s.) (Maria) Beistand in ihrer Not bei der Geburt Isa (a.s.) (Jesus). Auf dem Berg Hira erschien der Erzengel Jibril zum ersten mal dem Propheten Muhammed (s.a.w) und übermittelte ihm die ersten Qur´anverse (vgl. 97:4).

Die Engel sind die unbesiegbaren Verbündeten der Propheten und Gesandten sowie aller Gläubigen in ihrem Kampf gegen das Unheil und in ihren Nöten (vgl. 3:125). Engel sind  die Ehrengarde für den Empfang der guten und gehorsamen Diener Allahs am Tag des Jüngsten Gerichts (vgl. 21:103).

Engel begehen niemals Sünden und zeigen auch keinen Ungehorsam. Da sie kein Böses gebietendes Selbst (Nafs) besitzen und somit keiner Prüfung unterzogen werden, können sie nicht zu höheren Rängen befördert oder zu niedrigeren herabgesetzt  werden. Engel sind geschlechtslose Wesen. Sie verspüren kein Hungergefühl, keinen Durst und keine Müdigkeit.

Obwohl sie für ihre Anbetung keinerlei Lohn empfangen, verdienen sie sich besondere Freude durch das Befolgen der Anordnung Allahs und empfinden Vergnügen darin, Ihm nahe zu sein. Lobpreisungen, Anbetung, Rezitation Allahs Namen sowie das Verherrlichen, stellen ihre Aufgabe dar; und außerdem werden Sie durch Licht und lieblichen Wohlgerüchen ernährt. Engel betreten keine Häuser, in denen es Statuen gibt sowie Hunde gefüttert werden, und halten sich von engem Kontakt mit denen die rituell unrein sind, sowie von Frauen, die ihre Periode haben, fern. Des weiteren nehmen Sie Abstand von denen, die einen schlechten Geruch haben - sei es wegen Zwiebel, Knoblauch oder wegen Rauchens. Außerdem besuchen die Engel niemanden, der mit seinen Eltern und Angehörigen die Beziehungen abbricht.

Neben denen, die damit beauftragt sind, Spezies der Schöpfung auf Erden zu überwachen und Allah deren Anbetung vorzulegen, gibt es vier Erzengel sowie die Engel die Allahs Thron tragen - wobei wir nur ein sehr begrenztes Wissen über den Thron selbst und über das Tragen besitzen. Es gibt auch Gruppen von Engeln mit den Namen Mala´-i A´la (der höchste Rat ), Nadij-i A`la (die höchste Versammlung), und Rafiq-i A`la (die höchste Gesellschaft). Es gibt Engel, die dem Paradies und der Hölle zugewiesen sind. Die Engel, die die Taten der Menschen aufzeichnen, werden Kiramun Katibun (die edlen Schreiber) genannt. In einem Hadith wird erwähnt, dass es für jeden Gläubigen 360 Engel gibt, die für sein Leben verantwortlich sind. Sie beschützen ihn - insbesondere während seiner Kindheit und seines hohen Alters - und beten für ihn und bitten Allah um seine Vergebung. Weiterhin gibt es Engel, die den Gläubigen im Krieg zur Hilfe eilen, sowie die Versammlung des Preisens und Verherrlichens Allahs und den Zusammenkünften beiwohnen, die abgehalten werden.

Wie schon vorher erwähnt, erschuf und bestimmte Allah vier edle Engel: Israfil (a.s.), zum Meister des Hornblasens. Mika´il (a.s.) (Michael), zum Meister des Regens und der Versorgung; Jibril (a.s.) (Gabriel), zum Meister der Offenbarung und der Botschaft; und Azra`il (a.s.) (Azrael), zum Todesengel.

Abschließend möchte ich noch die Aufmerksamkeit auf das Gebet richten. Beim rezitieren der Sure Ettehiyyatu wird nach der Lobpreisung zwischen Allah und Mohammed (s.a.w). das Glaubensbekenntnis aufgesagt. Da der Engel Jibril (a.s.) so gerührt von diesem Dialog zwischen ihnen war, sprach er die Worte: Eschhedu en la-ilahe illellah, ve eschhedu enne Muhammeden `abduhu ve resuluhu; was ungefähr bedeutet: „ich glaube und bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, und dass Muhammed (s.a.w.) sein Diener und Gesandter ist".
Nicht zu vergessen ist der Gebetsabschluss, bei dem wir unseren Kopf jeweils einmal zur rechten Seite und einmal zur linken Seite wenden. Dabei begrüßen wir mit den Worten: Es-selamu Aleykum ve rahmetullah auf der rechten Seite den Engel, der die guten Taten aufschreibt und auf der linken Seite den Engel, der die Sünden vermerkt. Mit diesen Worten möchte ich mich auch von euch verabschieden und ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Welt der Engel vermitteln. Also wenn es das nächste mal regnet oder der Wind etwas heftiger weht..., dann erinnert euch an diesen Text und an die Engel, die damit verbunden sind. Durch dieses damit verbundene Bewusstsein nehmt ihr den Tag noch  intensiver und mit noch mehr Liebe zu Allah wahr,  inschaallah (so  Allah will).

 

Es-selamu aleykum

 

Quellen:

 

„Die Grundlagen des islamischen Glauben" von M. Fethullah Gülen

„Das Totenbuch des Islam" von Imam Abd ar-Rahim ibn Ahmad al-Qadi

„Was ist Islam" von Hamburg Merkez Ravza Camii
„Islam lernen, Islam Leben" A. Schmiede

„Qur´an", ungefähre deutschsprachige Übersetzung von Muhammad Ibn Rassoul

 

Shahida V.C.

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