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Zur Lage

Das schwerste in diesen Tagen ist: Jemanden zu finden, der sich selbst erträgt. Jemanden, der einverstanden ist mit sich. Fast alle wollen sie anders sein, wollen sich ändern. Fast alle wollen sie sich lossein. Deswegen rennen sie allem hinterher, was ihnen Verkleidung und Vergessen verspricht. Doch genügt es ihnen nicht, ein anderer, eine andere zu werden, sie wollen zunichte werden. Sie wollen ihre Menschlichkeit loswerden. Sie wollen ihren Verstand loswerden und Millionen drängen sich, ihnen zuzusehen oder sie nachzuahnen. Wie soll man solche Leute ansprechen? Wie soll man sie zur Vernunft bringen? Sie haben ihre Willenskraft verloren. Sie haben ihren Verstand aufgegeben. Wie sollen sie sich da beurteilen können? Sie behaupten, den Höhepunkt der Zivilisation erreicht zu haben, und verhalten sich schlimmer als diejenigen, die sie für unzivilisiert halten. Und diese Besinnungslosigkeit wird sich noch steigern. Die Welt wird sich daher notwendig in zwei Lager spalten. Zu dem einen werden diejenigen gehören, die um sich und um die Wirklichkeit besorgt sind. Die Fragen nach dem Grund ihres Hierseins und nach dessen Bedeutung. Zu dem anderen Lager gehören diejenigen, die nie solche Fragen stellen. Die schon alles wissen. Die glauben, das Leben sei nur zur Erfüllung ihrer Gelüste da. Zum Essen. Trinken und zum " sich Ausleben" wie sie sagen. Solche Leute sind nur der Erscheinung nach Menschen, aber nicht in Wirklichkeit. In dem Maße, wie sich das steigert, teilt sich die Menschheit in zwei Lager. Die einen sagen, es muß da noch etwas anderes geben als uns und unsere Bedürfnisse, jemanden, etwas gewaltiges ,und wir müssen das verstehen die Anderen, das ist bei weitem die Mehrzahl, hat jedoch an nichts anderem Interesse als an sich selbst. Das Leben für Millionen und Milliarden Menschen in unserer Zeit besteht nur in einer unablässigen Hetze: hinter ihren sogenannten Bedürfnissen her und gegen alles, was ihnen " nicht paßt". Und da sie schon merken, wie verrückt das ist, setzen sie die Verrücktheit als Maske auf, um dahinter versteckt ihren selbstischen Gelüsten besser nachlaufen zu können. Die Jungen rennen und zeigen sich vor, die Alten gaffen. Aus den Sprüchen des Propheten (s.a.w) wissen wir, welche Zeichen das Ende der Zeiten ankündigen, und wir wissen, daß solche Zeiten große Prüfungen enthalten.

Was ist von Leuten zu erwarten, die ihre Willenskraft unter ihr ICH stellen, wie sollen sie auch nur das geringste Verständnis für das geistige Leben und für geistige Kräfte haben? Das ist so unvorstellbar schwer. Sie wollen sich nur betrinken. Sie wollen sich ihrer Sinne und ihres Verstandes berauben. Sie wollen keine Menschen sein, und sie sind auf dem besten Wege dahin. Sie betrinken sich mit Worten, mit dem Klang ihrer Orgeln, mit Alkohol und Sexualität. Sie feiern Kostümfeste. Mit manchem, wie dem Karneval, den sie in Namen ihrer Religion feiern, ziehen sie ihre Religion noch tiefer herab. Sie verlieren die Geduld. Für all das aber, was ihnen wirklich nützt, haben sie kein Auge. Diese Zeit ist eine Zeit der Höhepunkte.

Nach dem Höhepunkt geht es nicht noch höher.

 

Quelle: Scheich Nazim ‘Adl Al-Haqqani min Cibris, Islam - die Freiheit der Dienenden, zu beziehen bei www.abendstern.de

 

 

weitergegeben von

Schwester Hatice Szymiczek-Kabbouri

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