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MEKKA

In Mekka wurde gemäß der göttlichen Offenbarung der erste Tempel Gottes (die Kaaba) für die Menschen gebaut. Hier wurde auch der Prophet Mohammed (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) geboren und empfing in der Grotte Hira die ersten Verse der Offenbarung, die das Gesicht der Welt verändern sollte. So ist Mekka der Punkt, an dem die gesamte islamische Gemeinschaft zusammenkommt. Die Pilgerfahrt ist eine Vorschrift, aber auch der Wunsch eines jeden Muslim. Alle treffen sich dort als Gleichrangige, in dem weißen, einfachen Pilgergewand. Die Wichtigkeit dieser Stadt wird auch dadurch deutlich, dass in der ca. 550000 großen Einwohnerstadt, Millionen von Pilgerern aus fünf Kontinenten hinreisen. Männer und Frauen jeden Alters und verschiedenen Aussehens sind hier damit beschäftigt, die Riten durchzuführen, wobei sie ihr Land und sogar ihre Muttersprache vergessen, denn die Gebete und Anrufungen werden in der Sprache des Korans rezitiert. Mekka 1iegt auf 21’30’ nördlicher Breite und 40’20’ östlicher Länge. Es liegt 73 Kilometer südwestlich von Gidda und ist von zwei Hügelketten umgeben, die im Osten, Westen und Süden allmählich zusammenlaufen. Ihr Zentrum ist das Haram as–Sarif (verbotenes Heiligtum), das die Kaaba umgrenzt.

Mekka hat verschiedene Namen. Außer seiner heutigen Bezeichnung, wird es im Qur´an oft als "Umm al–Qura" (Mutter der Städte) "al–Balad al–amin" (die sichere, friedliche Stadt), al–Bait al–atiq" (das alte Haus),, a–Bait al – haram" (der verbotenen Tempel) bezeichnet. Es ist auch unter dem Namen "Umm ar–Rahma" (Mutter der Barmherzigkeit), "ar–Ra’ s" (der Kopf, der Anfang), "al–Haram" (das verbotene, das Heilige) bekannt. Seine Geschichte geht bis an den Anfang der Menschheit zurück und umfaßt auch Adam, den Ersten aller Propheten. Nach der Überlieferung war Adam der Erbauer der Kaaba oder des "alten Tempels". Es wird berichtet, dass der ursprüngliche Tempel zerstört worden war (vielleicht durch die Sintflut) und später von Abraham und seinen Sohn Ismael wieder aufgebaut wurde. Die Kaaba ist ein würfelförmiges Bauwerk mit einer Höhe von 15 Metern und einer Grundfläche von 12 x 13 Metern. Es wird von einem großen Tuch bedeckt (Kiswa), dessen schwarzer Untergrund mit Qur´anversen in goldener Schrift geschmückt ist. Dieses Tuch wird jedes Jahr anlässlich der großen Pilgerfahrt erneuert.

Ein wichtiger Bestandteil der Kaaba ist auch der schwarze Stein. Dieser ist von ovaler Form und 18 cm Durchmesser, er liegt 1,5 Meter über dem Boden in einem Netz von Silberdraht, um seine Form zu bewahren. Er befindet sich in dem Winkel der Kaaba. der zwischen der al–Multazam–Seite und der jemenitischen Ecke (so genannt. weil sie in Richtung Jemen sieht) liegt. Der Ursprung dieses Steines ist ungeklärt. Nach einigen Überlieferungen wird gesagt, daß der Erzengel Gabriel ihn Adam im Paradies übergeben hat. Einige Schritte von der Kaaba entfernt ist der Maquam Ibrahim. Dieses Heiligtum ist der Platz oder Gebetsplatz Abrahams. An diesem Ort stand der Prophet Abraham und betete, und hier befand sich der Stein, den sein Sohn Ismail dorthin gebracht hatte, als sie die Kaaba aufgebaut hatten. Dieser Stein trägt immer noch den Fußabdruck Abrahams; Abraham stand darauf, während er die Mauer der Kaaba in die Höhe baute. Der Stein ist heute von einer Glasglocke von 80 cm Durchmesser und einem Meter Höhe umgeben; das ganze wird von einem Schutzgitter aus Metall geschützt. Darunter wurde ein 75 cm hoher Mamorsockel gesetzt. Nach Umrundungen der Kaaba wird an dieser Stelle ein Gebet von 2 Rakat verrichtet.

Ein anderer wichtiger Ort ist Arafat. Arafat ist der Name des Tales, das 21 km östlich von Mekka liegt. Der kegelförmige Granithügel in der Nord-Ostecke dieses Tales ist als Gabal Arafat oder noch gebräuchlicher als Gabal ar-Rahma oder Hügel der Barmherzigkeit bekannt.

Das Tal von Arafat ist etwa 10 km lang und 6 km breit. Es liegt außerhalb des Haram oder heiligen Gebiets von Mekka. Der Ursprung des Namens Arafat ist unbekannt. Nach einer Überlieferung ist er von "ta’Arafa" abgeleitet (sie erkannten sich gegenseitig), denn es wird erklärt, daß Adam und Eva nach ihrer Vertreibung aus dem Paradies getrennt worden waren und lange Zeit auf der Erde sich suchten; und hier war es gewesen, daß sie sich wieder getroffen und erkannt haben. Der Tag in Arafat wird als eigentlicher Mittelpunkt der Hadsch betrachtet. Muhammed (F.s.m.i.) hat über ihn gesagt: "Kein Tag wird von Gott mehr geschätzt, als der von Arafat." An diesem Tag kommt der gesegnete und hochgeschätzte Gott in den Tal des Himmels (dieses Wort „herabkommen" hat hier keine anthropomorphe Bedeutung. Auch wenn Gott selbst immateriell ist, und durch das von Ihm geschaffene materielle Universum geht, hat Er keine körperliche Gestalt, die auf die Erde herabkommt; dann wäre er im Zentrum dieses Universums. Die islamisch Formel: "Gott ist der Größte" macht eine solche Idee zu nichte, welcher der Erde am nächsten ist, um den Menschen auf Erden zu zeigen und zu sagen: "Schaut meine Diener an! Sie sind in schlichtem Zustand zu Mir gekommen, Staub bedeckt und von der Sonne verbrannt. Sie sind aus den entferntesten Gebieten gekommen, um Mich um Meine Gnade zu bitten!"

Der Prophet fügte hinzu: " An keinem Tag sind so viele Menschen, die von der Hölle befreit sind, zu sehen, wie am Tag von Arafat." Nach dem Wuquf (Stehen) im Arafat brechen die Pilger nach Muzdalifa auf, einem Tal, das etwa auf halben Weg zwischen Arafat und Mina liegt. Theoretisch sollten sie die Nacht vom 9. auf den 10. Du’1-Higga (morgens) dort verbringen und vor Sonnenaufgang vor dem Mas’ar al Haram oder Heiligem Gebetsplatz stehen. Heute wurde der Aufenthalt in Muzdalifa jedoch wegen der großen Zahl der Pilger während des Hadsch zu einem kurzen Anhalten verkürzt, währenddessen die Pilger das Maghrib- (Sonnenuntergang- ) und das Isa ( Nacht-) Gebet verrichten und die 49 oder 70 Steinchen sammeln, mit denen sie die Säulen in Al-mina während der folgenden Tage steinigen werden. Eine weitere wichtige Etappe für die Pilgerer ist Mina. Sie ist eine Ortschaft in einem Tal gleichen Namens östlich von Mekka, mitten in den Bergen. Die Pilgerer gehen im Verlauf des Hadsch zweimal durch Mina, zumindest in der Theorie; das erste Mal vom 8. bis zum 9. Du’1-Higga (morgens) bevor sie nach Arafat gehen, das 2. Mal vom 10. bis zum 12. oder 13. Du’1–Higga auf ihrem Weg zurück nach Mekka. Der erste dieser beiden Aufenthalte, der Yavm at-Tarvia wird immer mehr fakultativ. Viele Pilgerer begeben sich direkt nach Arafat, das gilt nicht für den zweiten, die Ayyam at-Tasrip, den letzten Abschnitt des Hadsch. Während dieser Tage verlassen sie den Weihezustand des Ihrams, nachdem sie einige oben beschriebene Riten durchgeführt haben.

Mina selbst hat nur wenige Einwohner, außer in den Tagen des Tasrik, wenn mehr als 2 Millionen Pilger hier zusammenkommen und in einer riesigen Zeltstadt wohnen. Die Hauptstraße verläuft in west- östlicher Richtung und heißt Sari al-Gamarat oder Straße der Teufelssäule.

Die erste dieser Säulen liegt am westlichen Ende dieser Straße und heißt Gamarat al-Aqaba oder Gamarat el-Kubra. Etwas weiter östlich liegt die zweite Säule, Gamrat al-Wusta oder Mittlere Säule genannt. Wenn man noch weiter nach Osten geht, erreicht man schließlich die dritte Säule, Gamrat as-Sugra genannt. Hier erschien Satan drei mal, um Abraham von seiner Sendung abzubringen. Abraham zeigte ihm seine Verachtung, in dem er jedesmal 7 Steinchen nach ihm warf. Diese Geste wird von allen Pilgerern wiederholt, die während der drei Tage jeweils die Säulen mit Steinen bewerfen. Diese Zeremonie soll die Muslime an die allgegenwärtige Verführung Satans errinnern und sie zum Widerstand gegen diese dunkle Macht aufrufen. Während dieser Tage in Mina müssen die Pilgerer sich kurz nach Mekka begeben, um den obligatorischen Rundgang um die Kaaba, den man Tawaf al-Ifada nennt, auszuführen. Der Pilger kann diesen Aufenthalt in Mekka dazu nutzen, die Stätten zu besuchen, die in der Geschichte des Islam eine Schlüsselrolle gespielt haben.

Es gibt Schauplätze in Mekka, die bei der Durchführung der Riten der Pilgerfahrt keine Rolle spielen, aber trotzdem immer wieder gerne besucht werden. Dies sind zum Beispiel Höhlen Sevr und Hira. Diese Orte bekamen ihre Wichtigkeit durch den Propheten Muhammed (F.s.m.i.). Die Höhle Sevr beschützte unseren Propheten vor den Feinden und die Höhle Hira war der Ort an dem Muhammed (F.s.m.i.) durch Gabriel die erste Offenbarung erhielt. Diese Höhle Hira liegt mitten in der Bergkette in Nordosten der Stadt und ist ein kegelförmiger Hügel von 634m Höhe, der "Gabal an-Nur" (Berg des Lichts) genannt wird. In der Flanke dieses Berges ist eine Höhle, die man "Gar Hira" nennt. Lange bevor der Prophet (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) die Offenbarung empfing, hatte er die Angewohnheit ganze Tage und Nächte dort zu verbringen, um nachzudenken. Hier geschah es, daß der Erzengel Gabriel Mohammed (Gott segne ihn und gebe ihn Heil) folgende Verse verlas: "Ließ!" "Ich kann nicht lesen!", antwortete ihm Mohammed (Gott segne ihn und gebe ihm Heil). Der Erzengel bestand darauf und sagte:" Trag vor im Namen deines Herren, der dich erschaffen hat; den Menschen aus einem Blutklumpen erschaffen hat! Trag vor! Dein Herr ist edelmütig wie niemand auf der Welt. Er hat den Gebrauch des Schreibrohrs gelehrt und den Menschen gelehrt, was er zuvor nicht wußte."

(Koran, Sure 96, Vers 1-5 )

Dort standen die ersten Verse der ersten Sure (Sammlung von Kapiteln) der Offenbarung. Dann verschwand der Erzengel. Mohammed (Gott segne ihn und gebe ihm Heil) fühlte sich überwältigt und erschrak. So floh er zu seiner Gattin Hatice und bat sie: "Bedecke mich!" Der Erzengel befahl ihm: "O Du, der Du mit einem Mantel bedeckt bist! Steh auf und erkläre! Verherrliche Deinen Herrn!"

Es gibt eine Tradition des Propheten, die jeder Pilgerer nach seinem Rundgang um die Kaaba ausführt: "Das Trinken des Wassers der Quelle Zemzem, die nur einige Schritte vom Platz für den Tawaf entfernt ist. Dieses Wasser ist für alle Gläubigen gesegnet und besitzt wundersame Kräfte. Die Pilgerer nehmen etwas davon mit nach Hause, denn kein Mitbringsel wird höher geschätzt als dieses. Manche bewahren die kostbare Flüssigkeit ihr Leben lang auf und wünschen, daß ihre Leiche bei der Waschung damit gereinigt wird, und wiederum andere kaufen in Mekka ein Stück weißes Tuch, das sie dann nach einem populären Brauch in das Wasser der Zemzem-Quelle tauchen und bis zu ihrem Tod aufbewahren. Dann wird es als Leichentuch verwendet, in dem sie begraben werden. Die Geschichte der Quelle Zemzem ist eng mit der Laufzeremonie zwischen as-Safa und al-Marwa verbunden. Im Jahre 2500 v. Chr. entsprang sie im Wüstental von Mekka und ergoß sich zu Ismails Füßen. Hagar, die Frau Abrahams war sehr besorgt, als sie ihr Kind verdursten sah. Sie lief zwischen den beiden Hügeln in der Hoffnung, von der Spitze eines von ihnen eine Karawane zu erblicken, die Ismail vor dem Tod retten könnte. Sieben Mal lief sie 335 m hin und her. Beim achten Aufstieg auf den Berg al-Marwa erlebt sie ein Wunder. Sie sieht eine Quelle, die so ergiebig an den Füßen des Kindes zu sprudeln beginnt, daß sie es ganz naß spritzt. Diese Quelle ist die berühmte Zemzemquelle, an dem die Pilgerer ihren Durst stillen.

Nicht zu vergessen ist die Wichtigkeit des Hauses al-Arqam, auch "Haus des Islam" genannt. Es liegt direkt am Hügel as-Safa gegenüber der Kaaba, Es wurde zum Zentrum für die Verkündigung des neuen Glaubens und es war der Sitz des Propheten Muhammed (F.s.m.i.), der sich fast dauernd dort aufhielt.

Hier liegt eine kurze Beschreibung über die heilige Stadt Mekka vor und wir hoffen damit, einen groben Überblick verschaffen zu haben.

 

Quellenangaben: Hamza Kaidi unter Mitarbeit von Nadjim Oud-Dine Bammate und El Hachemi Tidjani, Mekka und Medina in Farbe, Reisen Heute

 

Eslem Tokyay

Shuheda V. C.

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