
Der letzte Prophet - sein Leben vor der Offenbarung
Nach dem Tod der Eltern des sechsjährigen Muhammed (sav) nahm sein Großvater Abdulmuttalib den Jungen bei sich auf. Der zukünftige Prophet lebte zwei Jahre bei seinem Großvater, bis dieser verstarb.
Kurz vor seinem Tod rief der alte Mann seine Söhne zu seinem Krankenbett. Er wollte seinen vollwaisen Enkel an einen seiner Söhne zur Obhut geben, da er selber den nahenden Tod spürte.
Sein Sohn Abu Talib nahm den kleinen Jungen in seine Familie auf. Er behandelten den Waisen wie seine eigenen Kinder ließ ihn seine Einsamkeit vergessen. Eine Zeit lang hat der bereits zwölfjährige Muhammed (sav) die Schafe seines Onkels Abu Talib gehütet.
Die Geschäftsreise nach Damaskus
Sein Onkel nahm ihn auch auf Geschäftsreisen mit, denn er war Händler. Er ging mit seiner Karawane auf Reisen. Diesmal war sein Ziel Damaskus, um Handel zu treiben. Da sein Bruder und dessen Frau früh verstorben waren, hatte er die Vormundschaft über seinen Neffen Muhammed (sav). Es ereignete sich folgende Geschichte:
Der Onkel nimmt ihn mit auf die Reise. Nach ein monatiger Reise machen sie Halt an einem Dorf namens Busra. Dort lädt der Abt eines Klosters die ganze Karawane zum Essen ein. Der Abt heißt Bachira. Die Reisenden sind verwundert, denn sie haben einige Male hier Halt gemacht, aber der Abt ist vorher nie so freundlich zu ihnen gewesen.
Vor dem Essen fragt Bachira, ob alle Mitglieder der Karawane der Einladung gefolgt seien, denn der alte Mann sieht, daß eine Wolke der Karawane bis vor das Dorf folgte
1 und dort blieb, obschon die Reisenden ins Dorf gekommen sind. Der Anführer, Abu Talib, sagt ihm, daß alle außer einem Jungen, der auf die Herde und Waren aufpasse, anwesend seien. Dieser Junge ist kein geringerer als der letzte Prophet Muhammed (sav). Der Abt besteht darauf, auch den Jungen zu rufen. Während des Essens beobachtet er fortwährend den kleinen Muhammed (sav). Als die Zeit kommt, wieder aufzubrechen, fragt der alte Abt den Jungen: " Wirst Du im Namen des Lat2 und Uzza2 auf meine Fragen antworten?" Da begegnet das Kind: " Frag mich nicht im Namen dieser Götzen. Es gibt nichts, das ich mehr hasse, als sie!"Daraufhin ändert der Geistliche seine Frage: " Dann antworte mir in Gottes Namen!". Anschließend fragt er den kleinen Muhammed (sav) viele Sachen aus seinem Leben. Dann wendet er sich dem Onkel zu und fragt ihn: " Wer ist dieses Kind?" "Mein Sohn", antwortet dieser. Aber Bachira glaubt ihm nicht. Daraufhin sagt ihm Abu Talib, daß der Junge sein Neffe sei. Mit dieser Antwort ist er zufrieden. Dann schaut sich der Geistliche den Siegel des Prophetentums an. Es ist ein Taubenei großes Zeichen zwischen den Schulterblättern des Propheten.
Bachira wendet sich dem Onkel zu und rät ihm nicht nach Damaskus zu reisen. Er sagt, daß der Junge der letzte Prophet sei, und daß die Juden in Damaskus den Jungen als den Propheten identifizieren und ihm was antun könnten. Daraufhin verkauft Abu Talib seine Waren in Busra und tritt die Heimreise an.
Der "Fidjar-Krieg"
Unter den arabischen Volksstämmen gab es Fehden. Wenigen Kleinigkeiten brachen Streitereien aus.
Einer der Kriege, die mit so einer Fehde begannen, war der "Fidjar-Krieg"
3.An diesem Krieg nahm auch der junge Muhammed (sav) teil, da sein Volksstamm, die Quraischie, im Recht waren. Der Krieg dauerte vier Jahre. Die Quraischie siegten. Mit einem Vertrag wurde Frieden geschlossen.
Der Einstieg in den Handel
Abu Talib vermittelte seinem Neffen eine Arbeit. Khadidja, eine der angesehenen Geschäftsfrauen der Quraischie, stellte den jungen Muhammed (sav) bei sich ein. Muhammed (sav) führte eine Karawane an. Das Ziel war Syrien. Dort sollten die Waren verkauft werden. Der Weg führte wieder an dem Dorf Busra vorbei. Bachira war nicht mehr dort. An seiner Stelle war ein anderer Abt, der Nestura hieß.
Bei dieser Reise übertraf der Gewinn alle Erwartungen. Als die Karawane von der dreimonatigen Geschäftsreise zurückkam, erwartete sie bereits Khadidja (ra). Sie begrüßte Muhammed (sav), der an der Spitze der Karawane ging.
Sie gewann Vertrauen zu diesem jungen Mann.
Die Heirat des Muhammed (sav) mit Khadidja (ra)
Muhammed (sav) war zu der Zeit fünfundzwanzig Jahre alt und Khadidja (ra) knapp vierzig. Die Trauung fand gemäß den Bräuchen im Hause der Braut statt. Der Zeuge der Braut war Waraqa Ibn Ewfel, ein gebildeter Mensch, der sich in den heiligen Schriften (Evangelien, Thora) auskannte. Der Zeuge des Bräutigams war Abu Talib, der geliebte Onkel des Propheten. Anschließend fand die Hochzeit statt.
Fortan führten Muhammed (sav) und Khadidja (ra) ein glückliches Eheleben.
Die Kinder
Das Eheglück steigerte sich mit den gemeinsamen Kindern, die Khadidscha (ra) dem glücklichen Ehemann gebar.
Die drei Jungen hießen: Qasim, Abdullah und Ibrahim
4Die vier Mädchen hießen: Zeyneb, Rukkiya, Ummu Gulthum und Fatima
Qasim ist das älteste Kind. Deshalb nannte man den Propheten auch Abu´l Qasim
5.Muhammed (sav) liebte ihn sehr. Aber Qasim verstarb im Kindesalter, genauso wie sein Bruder Abdullah.
Der Prophet zog seine Töchter groß und verheiratete sie. Außer Fatima (ra), der jüngsten Tochter, starben die anderen Kinder zu Lebzeiten des Propheten.
Die Restauration der Kaaba
Muhammed (sav) war unter den Quraischie geachtet und wegen seiner Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit geschätzt. Daher nannten sie ihn "Muhammed al-Amien"
6.Die Kaaba hatten Abraham und sein Sohn Ismael gebaut. Das Gebäude hatte keine Decke. Die Kaaba füllte sich ständig mit Regenwasser. Zuvor hatte es mehrere Versuche gegeben, das Gotteshaus mit einem provisorischen Dach zu versehen. Kusay, ein Vorfahre das Propheten zimmerte ein hölzernes Dach. Nachdem dieses mit der Zeit zusammenbrach, war die Kaaba den Regenfluten ausgesetzt. Teilweise zerstörte der Regen, die Mauern der Kaaba. Daher bedurfte es einer Reparatur.
Zu der Zeit war ein Byzantiner an der Küste von Djidda gestrandet. Die Quraischie kauften dem Oströmer das Holz seines Schiffes ab und gebrauchten es bei den Reparaturarbeiten der Kaaba.
Als nach der Reparatur der Hadjar al-Aswad wieder an seinen Platz gehängt werden sollte, konnten sich die Clans nicht einigen, wer diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen sollte. Keiner wollte sich diese Ehre entgehen lassen, denn diesen schwarzen Stein, der als ein Stein aus dem Paradies gilt, hatten damals Abraham (as) und Ismael (as) an diesen Platz gestellt.
Daraufhin schlug der Älteste unter ihnen Abu Umeyye vor, daß sie den ersten, der durch das Safa-Tor erscheint, als Schiedsrichter nehmen sollten. Da tauchte unter dem Torbogen Muhammed (sav) auf. Die Clanführer akzeptierten ihn als Schiedsrichter, denn sie vertrauten dem "Muhammed al-Amien". Er fand folgende Lösung für das Problem:
Er breitete ein Tuch aus, dessen vier Ecken die Clanführer hielten. Der Prophet legte den Stein auf das Tuch, die Clanführer trugen mit diesem Tuch den Stein zu seinem Platz und Muhammed (sav) stellte den Hadjar al-Aswad an seinen Platz. Das war eine geniale Idee.
Klausur auf dem Berg Khira
Muhammed (sav) entfernte sich mehr und mehr von seinem heidnischen Volk, das den wahren Glauben Abrahams verfälschte und Götzen anbetete. Er zog sich zurück auf den Berg Khira. In einer Höhle meditierte er und betete seinen Gott an. Nur seine Frau Khadidscha (ra) kam ab und zu, um etwas zu essen zu bringen.
Und eines Tages erschien ihm Erzengel Gabriel ...
Quellen:
1
Das ist das Zeichen des „Messias", den Jesus ankündigte. Im Barnabas-Evangelium wird dieses Merkmal des letzten Propheten beschrieben.2
vorislamisch-heidnische Götzen, die von den Arabern als Götter angebetet wurden.3
"Fidjar-Krieg" heißt so ähnlich wie "der verbotene Krieg" oder "der unrechte Krieg", weil der Krieg in den Monaten Muharram, Redjeb, Dhil-Qade und Dhil-Hijjafortgesetzt wurde, obwohl es in diesen "Friedensmonaten" gemäß der Bräuche nicht gekämpft werden durfte.4
Ibrahim war kein gemeinsames Kind des Propheten und Khadidschas, sondern kam nach dem Tod Khadidjas zur Welt. Ibrahims Mutter war Mariya.5
"Ebu´l Qasim" bedeutet "Qasims Vater"6
"Muhammed al-Amien" bedeutet "der vertrauenswürdige Muhammed"Hüseyin Yücel