| Eines Nachts wird der Maler von Jens dabei erwischt als er gleich zwei Gesetze mi�achtet, n�mlich einerseits ausversehen (?) das Verdunkelungsgesetz und das Malverbot. Der Maler ist dabei sein Bild >Der Mann im roten Mantel< zu malen. Als der Maler Jens sieht, zerrei�t er sein eigenes Bild vor seinen Augen. Auf dem Werk kann man eine kobaltartigen Kerl entdecken, der auf H�nden steht, ohne, dass sein roter Mantel sich aufst�lpt. Neben ihm steht ein Mann, der die Z�ge von Klaas tr�gt und dem man ansieht, dass er sich sehr f�rchtet und fliehen will. Ich denke aber, nicht der Mann im roten Mantel (Selbstportrait von Nansen) l�st in Klaas einen �Ausdruck der Furcht� aus, sondern die Verfolger seines verlorenen Bruders, unter denen auch sein Vater ist... Seinen �ltesten Sohn Klaas hat Jens Ole Jepsen �brigens auch in seiner �Pflichttreue� an die vorgesetzte Beh�rde nach Husum gemeldet, da er zuvor durch die Verst�mmelung seiner Hand, dem Kriegsdienst zu entgehen versuchte. Er wurde daraufhin erneut in ein Straflager gebracht und kehrte nie mehr in sein Elternhaus zur�ck. Ich denke man kann die �Deutschstunde� auch zum Teil mit dem Roman �Die Blechtrommel� von G�nter Grass vergleichen: Siggi Jepsen ist wie Oskar Matzerath der Erz�hler des Romans. W�hrend Grass seinen �Helden� Oskar von vornherein als weit von der Realit�t entfernt ansiedelt, stellt Siegfried Lenz Siggi als eigentlich ganz normalen, realistischen Buben dar, der vielleicht sogar eine Art Identifikationsfigur f�r den Leser darstellen soll. Ein anderer Aspekt ist Lenz� Erz�hlweise. Man merkt sehr stark, dass er eine gro�e Liebe zum Detail hat; ob er nun Personen charakterisiert oder Landschaften beschreibt (er verwendet dabei auch h�ufig Metaphern), jedes kleinste Detail wird dem Leser offenbart. Besonders zwei Landschaftstypen wendet sich Siegfried Lenz sehr stark zu. N�mlich der Flu�landschaft der Elbe, die Siggi aus seinem Zellfenster heraus gut beobachten kann, und der Wattlandschaft der Gegend um Rugb�ll, mit ihren Wiesen, Deichen und K�sten, die er aus seinen Erinnerungen heraus beschreibt. Lenz scheint einen ziemlich engen Bezug zur Natur zu haben. Ich finde, seine Detailreichen Landschaftsbeschreibungen machen einen Gro�teil der Atmosph�re und der Wirkung des Romans aus. �Die Elbe! Wie stumpf ihr Wasser im Herbst vorbeiflie�t, dr�ben �ber dem Ufer beginnt sich der Dunst zu senken, macht das Land unsichtbar. Die Baumkronen heben sich wie aus einem �berfluteten Wald, das Pochen der Dieselmotoren wird zu einem weichen Pulsschlag,...� Doch manchmal kam mir das �bersteigerte Erinnerungsverm�gen von Siggi schon etwas �bertrieben vor. Ich finde die Landschaftsbeschreibungen zwar zum Teil sehr am�sant und wirklich liebevoll, doch ich kann mir nicht ganz vorstellen, dass Siggi sich wirklich noch an solche Details erinnern kann; doch vielleicht war es einfach aus der Sicht des Autors notwendig, um dem Leser wirklich jedes Gef�hl und jede Stimmung von Siggi �bermitteln zu k�nnen und um damit erst richtig in das ganze Geschehen eintreten zu k�nnen!!? Mir ist auch aufgefallen, dass die Farben von Lenz oft Dinge und Personen vertreten. Siegfried Lenz� Sprache ist sehr Symbolhaftig und auch oft sehr ironisch, was dem Erz�hlten einen besonderen Charakter verleiht. Dieser satirische und ironische Humor, welchen man sehr oft beobachten kann, zeigt auch, dass der einundzwanzigj�hrige Siggi seine ersch�tternde Kindheit als zehnj�hriger jetzt nicht mehr so nahe geht. Vielleicht hat er von diesen Dingen schon Abstand gewonnen und steht teilweise vielleicht sogar dar�ber, oder er versucht damit seine noch immer gekr�nkte Seele zu �berspielen. Meinung: Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen. Besonders die zwei extrem entgegengesetzten Auffassungen der Pflichterf�llung von Jens O.J. und Max L.N. und deren Darstellung von Siegfried Lenz haben mich sehr beeindruckt und auch h�ufig �berrascht. Niemals hat sich Jens an die Freundschaft, welche die Beiden einmal verbund, erinnert, oder bessergesagt, sich nicht erinnern wollen. Wie kann ein Mensch in einer bestimmten Vorstellung so festgefahren sein und noch dazu ohne den geringsten Zweifel daran zu haben? Doch leider gibt es das auch heute noch zum Teil. Und das, obwohl wir doch heutzutage so frei, gedanklich und seelisch, sein k�nnten. An solchen Beispielen kann man sich wirklich gut vorstellen, wie Hitler an die Macht gekommen ist. Mich hat der Maler sehr beeindruckt; wie er sich praktisch alleine gegen die ganze Welt, oder zumindest gegen die Welt, die ihn umgab, stellte und zu dem stand, was er tat und sich immer wieder erfolgreich dieser Beschr�nktheit entgegensetzte. Solche Einzelk�mpfer, die sich der Masse entgegensetzen sind f�r die Welt unbedingt notwendig, denn sie zeigen, dass es auch anders geht. Auch Lenz� Landschaftsbeschreibungen haben mich fasziniert, obwohl es Passagen gibt, die f�r mein Empfinden fast zu genau beschrieben sind Siegfried Lenz: �F�r mich ist das Schreiben eine Art Selbstbefragung, und in diesem Sinne versuche ich, auf gewisse Herausforderungen mit meinen M�glichkeiten zu antworten. Mitunter �ndern sich meine Ansichten �ber das Schreiben, meine Erwartungen gegen�ber dem Schriftsteller jedoch bleiben sich gleich. Ich erwarte von ihm ein gewisses Mitleid, Gerechtigkeit und einen n�tigen Protest.� |