Titel: Das Zölibat des Sexualtherapeuten

Autoren: Julia und GinaAkari/GiaSheeneDarkstealer

E-Mail: Julia: [email protected] Gina/Gia: [email protected]

Widmung: Julia: Meinem Engel Gia: Der katholischen Kirche und meiner Kleinen...

Fanfiction: Gundam Wing

Rating: PG-16

Warnung: [yaoi] [lemon] [AU] [silly]

Kommentar: Julia: Manchmal frag ich mich wie mein Hirn so was fabriziert^^ Gia: Ich glaub’ das liegt daran, dass wir beide zu viel an GW denken. *g*

Pairing: 1+2+1 5x2, 13+5, 3+4

Disclaimer: Gundam Wing gehört Sunrise, Bandai und co, nicht uns. Wir machen mir dieser Fic kein Geld und wollen nicht gegens Copyright verstoßen.

 

 

Heero saß an seinem großen, übersichtlichen Mahagonischreibtisch und kramte aus der Schublade mit er täglich eingehenden Post, einige Briefe hervor. Gewöhnlicher Weise empfing er seine Patienten persönlich, doch manche trauten sich auch nicht, ihm in die tiefkobaltblauen Augen, die zur Zeit hinter einer schwarzen Nickelbrille versteckt waren, zu sehen und blieben lieber anonym.

 

Ein Klingeln war zu hören und Heero drückte einen Knopf auf der Gegensprechanlage. "Ja?" Ein Räuspern, dann meldete sich sein Sekretär Zechs zu Wort. "Ein neuer Patient ist da, Sir." „Dann schicken sie ihn herauf.“ Da er wusste, dass sein Haus groß und der Weg bis in seine Praxis lang war, beantwortete Heero einen weiteren Brief, bevor schließlich ein Klopfen an seine Tür zu hören war. „Herein!“ Raschelnd legte Heero die Papiere wieder bei Seite und heftete, die beantworteten Briefe in einem großen Ordner ab, während die Tür sich öffnete.

 

Ein junger, ganz in schwarz gekleideter Mann betrat unsicher den Raum. "Guten Tag!" Heero stand auf und deutete mit ausgestrecktem Arm auf einem Stuhl vor seinem Schreibtisch. Der Mann holte tief Luft und setzte sich dann. "Guten...Tag.."

 

"Ich nehme nicht an, dass Sie umsonst hier sind. Was haben Sie für ein Problem?" Heero setzte sich wieder und faltete die Hände auf seinem Schoß, wippte leicht mit dem Bein. Unsicher sah der Patient auf. "Ich... ich bin Priester..." Das waren die Leute, die Heero am liebsten waren. Er biss sich kurz auf die Lippe und schob seine Brille zurecht, um den

Mann vor ihm genauer zu betrachten.

 

"Ich..." Der Mann holte tief Luft und warf seinen langen Zopf, der über seiner Brust hing, nach hinten. "Ich weiß selbst nicht genau, wieso ich hier bin... Ich..." Er sah kurz zu Boden. "Eigentlich bin ich gerne Priester und vermisse auch nichts, aber

manchmal..." "Ist Ihnen einfach danach sich Ihrem eigenen Verlangen hinzugeben?!", schloss Heero den Satz.

 

Der Mann nickte. "Ich weiß, dass das falsch ist aber....Was soll ich denn tun....?" Er hob den Kopf und sah seinen Gegenüber hilflos an.

 

"Nun..." Heero blieb ganz ruhig, saß mit einer stoischen Gelassenheit vor ihm. "Sie sollten ganz einfach Ihren Wünschen nachgeben. Auch ein Priester ist ein Mensch und als jener nicht perfekt. Ich bin mir sicher, dass Gott auch keinen Perfektionismus von Ihnen erwartet." Seufzend nickte der Mann. "Das ist noch nicht alles... Ich..."

 

"Ja?" Heero wusste, dass es in seinem Beruf wichtig war, den Patienten etwas Zeit zu geben und sie nicht zu verunsichern, also schob er ihm erst einmal einen Kaffee zu, den Zechs geliefert hatte. Dankbar nahm der Priester einen Schluck. "Ich bin....schwul...Allein das ist schon eine Sünde!"

 

Ach so war das. Ehrlich gesagt hatte Heero nicht viel anderes erwartet. Die meisten Priester, die zu ihm kamen, bevorzugten Männer. "Nun, es mag laut Ihrer Religion eine Sünde sein und es ist möglicherweise auch ein Tabuthema für die Gesellschaft, aber Sie sollten sich deswegen nicht verunsichert fühlen." "Sie sagen das so leicht! Bei Ihnen macht auch keiner ein Drama draus, wenn sie schwul wären."

 

Für einen Moment zuckte Heero zusammen. Woher wollte dieser Mann wissen, ob er schwul war, oder nicht?! Er setzte sich wieder aufrecht hin. "Nun, ich denke Sie sollten sich erst einmal etwas entspannen. Denken Sie denn aus eigener Sicht, allein für sich, dass Ihre Vorlieben schlecht sind?" Der Mann holte Luft und schüttelte dann den Kopf. "Ich weiß nicht... Ich finde es nicht schlimm... aber..."

 

"Sehen Sie! Das ist doch das Wichtigste! Sie dürfen sich selbst nicht für das, wonach Sie sich sehnen, verurteilen." „Wahrscheinlich haben Sie recht....“"Nun Ich habe meinen Beruf erlernt, ich denke schon, dass sie mir vertrauen können.", versuchte Heero seine Autorität klarzumachen. Er strich sich eine seiner Haarsträhnen aus dem Gesicht und seine Brille sank etwa tiefer auf die Nase.

 

Der Mann nickte und sah auf. Er musterte seinen Gegenüber das erste Mal. Die Beine übereinandergeschlagen, mit seinem Notizheft auf dem Schoß und in recht lockerer Haltung, saß Heero da. Sein eleganter Aufzug in dem chicen Seidenanzug wurde von der Brille abgerundet, die er trug, ließ ihn autoritär und dennoch sexy wirken, zumal seine Haare ihm wirr ins Gesicht flatterten.

 

Der Priester spürte wie sich ein warmes Gefühl in seinem Unterleib ausbreitete und er sah rasch weg. Das fehlte ihm noch!

 

"Nun..." Heero überkam der Drang Duo seinen Zopf, der widerspenstig hin und her rutschte, aus dem Gesicht zu streichen. "Sie sollten versuchen Ihre Neigungen auszuleben."

 

Der Mann seufzte und stand dann auf. "Ich muss jetzt gehen. Danke für das Gespräch Mr. Yuy." "Nun gut. Mein Sekretär wird sie zur Tür geleiten." Heero klingelte nach Zechs. "Wenn Sie irgendwelche Probleme haben, scheuen Sie sich nicht mich aufzusuchen. Ich wünsche Ihnen viel Glück!" Heero setzte sich wieder und arbeitete an seinem Papierkram weiter.

 

"Hai..." Duo ließ sich nach unten führen und machte sich dann auf den Weg nach Hause. Er wohnte gleich neben der kleinen Kirche in der er arbeitete und so machte er noch eine Runde durch das Haus Gottes.

 

Gegen Nachmittag beschloss Heero sich eine Pause zu genehmigen. Seine Augen waren schon ganz angestrengt von dem vielen Handschriftenentziffern. Er spazierte etwas durch die Straßen, elegant seinen Mantel über den Arm gelegt. Die kleine Kirche zog ihn irgendwie an. Es war so ein schönes Bauwerk. Außerdem war er schon lange nicht mehr zur Messe gewesen.

 

Duo seufzte und setzte sich in den kleinen Beichtstuhl. Er hätte lieber weiter mit dem neuen Messdiener Quatre getratscht.

 

Nachdem Heero die Kirche betreten und sich das Bauwerk genauer betrachtet hatte, betete er kurz. Er zögerte und ließ sich dann auf dem Beichtstuhl nieder.

 

"Hallo mein Kind." Duo lächelte durch das Gitter. Heero sah nur die zarten Lippen. "Guten Tag, Vater..." "Was bedrückt dich mein, Sohn?" "Nun..." Heero fing stockend an zu reden, wollte sein Gewissen etwas erleichtern. "Ich war schon eine Ewigkeit nicht mehr zur Messer, Vater..."

 

"Hat das besondere Gründe, mein Sohn?" Duo seufzte lautlos. Er hasste solche Gespräche manchmal wirklich. "Nun, ich bin durch meine Arbeit sehr eingeschränkt. Wisst Ihr... Ich bin dazu da, anderen zu helfen, ähnlich wie Ihr und dennoch glaube ich, dass ich Ihnen nicht wirklich helfen kann."

 

"Ich verstehe. Nun, was die Messen angeht kann ich dich beruhigen. Es ist wichtiger, dass du deine Arbeit erledigst." Duo machte eine kurze Pause. "Was stört dich an deinem Beruf?" "Es stört mich eigentlich nichts wirklich... ich meine..." Heero seufzte etwas. "Ich bin dazu da, Ratschläge zu geben, aber ich selbst bin immer allein, wenn ich jemanden an meiner Seite bräuchte. Ich weiß, dass es egoistisch ist, so zu denken..."

 

"Das ist es nicht mein Sohn. Jeder Mensch sehnt sich nach einem Partner der ihn durch sein Leben begleitet." "Ich weiß auch nicht..." Nervös spielte Heero mit seinem Kragen. "Eigentlich ist das, was ich tue eine Lüge. Ich soll den Menschen helfen und gebe ihnen irgendwelche Ratschläge, die ich mir aus den Fingern oder irgendwelchen Lehrbüchern sauge..."

 

Duo dachte eine Weile nach. "Das ist schlecht. Du betrügst nicht nur die Menschen, sondern auch dich selbst, mein Sohn." "Es tut mir leid, Vater." Leise schluchzte Heero etwas. Das wollte er doch gar nicht! Er wollte doch nur helfen...

 

"Bitte beruhig dich!" Duo wusste überhaupt nicht was er tun sollte. "Der Grundgedanke deiner Arbeit ist gut. Es ist schön anderen zu helfen. Du solltest die Probleme der Leute nur ernster nehmen." "Das versuche ich ja. Aber es ist nicht einfach. Manchmal kommen sie mit Fragen, auf die ich selbst keine Antwort weiß. Vater... Ich habe nicht das Wissen und die Geistlichkeit an meiner Seite, wir ihr Sie habt!" Schnell wischte sich Heero über die Augen.

 

"Dann versuche mit den Leuten, die zu dir kommen, gemeinsam Antworten auf die Fragen zu finden!" "Das werde ich tun. Danke, Vater." "Ich hoffe ich konnte dir helfen..." "Das hoffe ich auch. Ich werde Euren Ratschlag beherzigen." Heero seufzte und kramte seinen Geldbeutel hervor. "Ich wünsche dir viel Glück, mein Sohn." "Habt Dank!" Heero zählte seine Geldscheine nach. "Was bin ich Euch schuldig?" "Bist du irre?" Duo räusperte sich. "Verzeihung... Du schuldest mir nichts Junge."

 

Erschrocken fuhr Heero zusammen. Das von einem Priester im Beichtstuhl?! Das hatte er nicht erwartet. Er reichte Duo etwas Geld durch die Luke. "Dann nehmt dies für die Armenkasse." Er stand auf und zog sich seinen Mantel an. "Danke mein Sohn." Duo wartete ein wenig, bis Heero weg war und verließ dann den Beichtstuhl, warf das Geld in die Kasse.

 

Auf seinem Nachhauseweg dachte Heero über das, was der Priester ihm gesagt hatte, nach. Irgendwie kam ihm seine Stimme bekannt vor... Duo verabschiedete die letzten Besucher und schloss dann die Kirche ab. Er hatte sich am nächsten Morgen wieder einen Termin bei Dr. Yuy geben lassen und er brauchte seinen Schlaf.

 

Dieser war schon zeitig wach. Als er studierte hatte er sich abgewöhnt lange zu schlafen, um noch intensiver seine Zeit auf das Studieren zu konzentrieren. Er erwartete Duo bereits.

 

Der kam auch kurz darauf. Dieses mal in legeren Sachen. Einer schwarzen Jeans und einem Top. "Oh. Heute so locker, Vater?!" Heero lächelte ihn an und deutete ihm, sich zu setzten. "Hai... Mir war danach..." Duo setzte sich und streckte die Beine aus. "Das ist gut. Sie sollten sich Ihre Freiheit gönnen." Duo lächelte sanft. "Danke sehr." "Mir müssen Sie nicht danken!" Heero schmunzelte etwas und legte die Brille ab.

 

Irgendwie kam Duo diese schönen Augen bekannt vor. "Worüber möchten Sie heute mit mir sprechen?" Heero ließ etwas mehr Wärme als im letzten Gespräch in seiner Stimme mitklingen, versuchte sich an den Worten des Priesters zu orientieren, seinen Patienten etwas aufrichtiger zu erscheinen und ihnen näher zukommen. Duo strich sich durch die Haare. "Es gibt da einen Jungen den ich sehr sympathisch finde... Er ist Messdiener...." "Und? Empfindet Ihr etwas für ihn, oder ist Euer Interesse an dem Burschen rein sexuell?"

 

Bei den Worten errötete Duo augenblicklich. "Ähem... rein sexuell." "Glaubt Ihr nicht, dass es dann vielleicht besser wäre, Ihr würdet Euch ein anderes Objekt Eurer Begierde wählen?! Ihr

könnte den Jungen sehr verunsichern...", lenkte Heero etwas ein.

 

"Ich weiß. Er ist nur sehr... süß... Er hat mir auch erzählt, dass er verliebt ist." "Und Ihr seid Euch wirklich sicher, dass Ihr nichts für ihn empfindet?" "Vollkommen sicher." "Dann rate ich Euch, dass Ihr lieber versucht jemand anderen zu finden, der seine Lust mit Euch ausleben mag."

 

Duo nickte, mit noch immer rotem Gesicht. "Aber...wie soll ich jemanden finden?" Heero kramte etwas in seinen Schubladen, wobei sein, diesesmal offener, Kragen etwas verrutschte. Er angelte einige Karten und Prospekte heraus. "Dies sind die Adressen von einigen Schwulenbars, Treffpunkten usw. Vielleicht solltet Ihr es da einmal versuchen!" Er reichte Duo die Sachen.

 

Duo starrte gebannt auf die flache Brust und nahm dann die Karten. "Danke... denk’ ich..." "Wenn Ihr mögt, könnt Ihr mich auch begleiten." "Huh?" Duo sah ihn ein wenig verunsichert an. "Ich halte mich dort auch manchmal auf. Wenn es Euch zu unsicher ist, allein zu gehen, könnte ich Euch begleiten!", erklärte Heero.

 

"Sie sind schwul? Ich meine... ich möchte mich nicht aufdrängen..." "Ja, bin ich." Heero lächelte Duo an. "Ich habe kein Problem damit und das sollten Sie auch nicht..." "Nein. Entschuldigen Sie, wenn es den Eindruck gemacht hat." "Schon okay." Heero legte seinen Kragen zurecht. "Und? Nehmen Sie das Angebot an?" "Wenn es Sie nicht stört..." "Tut es nicht." "Danke, dass ist sehr nett von Ihnen." "Es ist lediglich ein Versuch Ihnen zu helfen und außerdem keine besondere Last." Heero schmunzelte. "Bin ja eh fast täglich dort." Duo nickte.

 

"Wäre es Ihnen heute Abend recht?" "Sagen wir um 10?" "Gut... Treffen wir uns dort?" "Ich werde Sie um 5 vor 10 am Eingang des 'Blue' erwarten." Heero stand auf und entließ Duo. Dann kümmerte er sich wieder um seine Arbeit. Mit einem Lächeln auf den Lippen ging Duo nach Hause. Er beeilte sich, da er noch in der Kirche arbeiten musste.

 

Am Abend wartete Heero am verabredeten Treffpunkt. Er trug eine enge, ausgewaschene Jeans und ein schwarzes Tank-Top, dazu seine Brille und wirre Haare. Die Jeansjacke trug er lässig über die Schulter geworfen.

 

Duo kam kurz darauf. Er war noch schnell einkaufen gewesen, da er kein Ausgehoutfit besessen hatte. Nun trug er eine enge Lederhose und ein dunkelblaues, durchsichtiges Hemd. "Nicht gerade übel für einen Priester!" Heero staunte, als er Duo so sah. "Uhm... Danke..." "Lassen Sie uns reingehen." Heero marschierte locker an den Türstehern vorbei.

 

Duo folgte ihm unsicher. Drinnen sah er sich um. Überall standen ein paar Männer und redeten miteinander, hielten sich umschlungen, oder tanzten miteinander. Heero hatte erst einmal die Bar ausgesucht. Von dort hatte man einfach den besten Ausblick.

 

Duo dagegen zog es auf die Tanzfläche, dort fühlte er sich nicht ganz so unwohl. Es dauerte auch nicht lange, bis sich einige Männer darum rissen, mit ihm tanzen zu dürfen. Währenddessen genoss Heero seinen Drink und unterhielt sich mit seinen Bekannten.

 

Ein junger Chinese war besonders angetan von Duo und lud ihn zu einem Drink ein. Nach einer Weile suchte Heero mit seinen Augen die Tanzfläche ab und beobachtete, wie sein Patient mit diesem tanzte. Es ärgerte ihn irgendwie. "Wie heißt du eigentlich?" Duo hob den Kopf und blickte in tiefe onyxfarbene Augen.

 

"Nenn' mich einfach Wufei!" Der junge Chinese legte seine Hände auf Duos Hintern und drückte ihn dichter an sich. "Und wie heißt du?", säuselte er in sein Ohr. Duo spürte wie ihm warm wurde. Er lehnte seinen Kopf an Wufeis Brust und holte tief Luft. Der Chinese roch

angenehm nach Minze. "Duo..."

 

"Gut, Duo..." Wufei rieb seine Hüften an Duos, während sie tanzten. Duo keuchte leise. Sowas hatte er noch nie erlebt. Etwas schüchtern hob er den Kopf wieder. Mit einem verlangenden Druck presste Wufei seine Lippen auf Duos. Überrascht riss Duo die Augen auf, schloss sie dann aber gleich wieder. Zögernd erwiderte er den Druck.

 

Mit eleganten Bewegungen, ließ Wufei seine Hand unter Duos Shirt gleiten und biss ihm zärtlich in die Lippe. Leise keuchend öffnete Duo seinen Mund ein Stück um nach Luft zu schnappen. Wufei ließ sich nicht irritierten und begann sanft Duos Nippel zu umspielen.

 

Duo entkam ein zischendes Geräusch. "Mhm..." Er konnte nicht anders, er lehnte sich näher an seinen Tanzpartner und suchte wieder dessen Lippen. Gekonnt öffnete Wufei Duos Hose und ließ seine Hand hinein gleiten. Erschrocken fuhr Duo ein wenig zurück. "Keine Angst, Duo!" Wufei küsste ihn und streichelte ihn weiter. Duo sah ihn unsicher an. "Entspann' dich!" Wufei ließ seine Hand zu Duos Hintern gleiten, rutschte mit ihr unter Duos Shorts.

 

"Uh...." Duo schloss die Augen und gab sich der Berührung hin. Eigentlich ging es ihm viel zu schnell, aber er musste sein aufgestautes Verlangen irgendwie los werden. Mit einer fließenden Bewegung ließ Wufei seinen Finger in Duo gleiten.

 

Heero beobachtete die Szene von der Bar aus und auf einmal wurde ihm warm in der Hand. Er sah hinunter und bemerkte, dass er sein Glas einfach so zerdrückt hatte.

 

Duo gab einen kleinen erstickten Schrei von sich. "Gefällt es dir?", fragte Wufei mit einem anzüglichem Lächeln. "Das....." Duo holte Luft und drängte sich gegen die Finger in ihm. Wufei zog Duo kurzerhand mit sich auf die Toilette. Ein wenig unsicher ließ Duo sich ziehen. Auf der Toilette drückte Wufei ihn etwas an die Wand, küsste ihn eindringlich. "Langsam..." Duo sah ihn bittend an. Wufei nickte. Er berührte sanft Duos Nippel.

 

Keuchend schloss Duo die Augen. Er verdrängte alle Gedanken, die ihn daran erinnerten, dass er eine Sünde beging und dazu noch mit einem Jungen den er erst seit einer Stunde kannte. Wufei zog Duos Hosen etwas herunter. Er kniete sich vor ihm nieder und küsste sanft sein erregtes Glied.

 

"Gütiger Herr!" Duo dachte, dass seine Knie jeden Moment nachgeben mussten. Wufei hielt seine Hüften etwas fest und begann dann ihm einen zu blasen. Duo stöhnte laut und unkontrolliert. Das war das erste Mal, dass er so etwas erleben durfte. Nach einer Weile drehte Wufei ihn um, zog sich schnell die Hosen herunter. "Bitte sei... vorsichtig...." Duo drehte den Kopf ein wenig. An ein Kondom dachte er im Moment nicht einmal. "Hai." Wufei ließ Duo seine Erregung spüren, begann dann vorsichtig in ihn zu dringen. Duo biss sich bei dem ungewohnten Gefühl auf die Lippen.

 

Kurz darauf versank Wufei völlig in ihm und begann ihn, mit härteren Stößen, zu nehmen. Duo stöhnte laut und war froh, dass er an einer Wand lehnte. Das war unglaublich gut, was Wufei da mit ihm machte. Immer härter stieß Wufei in Duo, bis er sich schließlich stöhnend in ihm ergoss.

 

Duo konnte den Saft spüren, der sich durch seinen Körper zog. Er schrie laut und spritze dann gegen die Wand vor ihm.

 

"Das war..." Wufei keuchte noch etwas, während er sich wieder anzog. "...gut!" "Hai..." Duo zog sich zittrig wieder an. "Ich bin jeden Freitag hier!" Damit verließ Wufei die Toilette und verschwand spurlos.

 

Duo sah ihm verdattert nach und lächelte dann breit. Er fühlte sich wunderbar. Rasch kühlte er sein erhitztes Gesicht und ging dann wieder nach draußen. Sah so aus, als hätte er nächsten Freitag etwas vor. Draußen saß Heero noch immer an der Bar. Seine Hand war von dem Barkeeper versorgt worden.

 

Jetzt hatte er die Beine um einen braunhaarigen Typen mit Sturmfrisur geschlungen. Duo nickte ihm grinsend zu und verschwand dann nach Hause. Etwas später, nach einem guten Fick, verließ auch Heero die Bar. Er hasste Duo! Er war mit ihm hierher gekommen, also hätte er auch mit ihm wieder gehen sollen!

 

Gutgelaunt wachte Duo am nächsten Morgen auf und ging in die Kirche. Dort tauchte nach einiger Zeit Heero auf. Er hatte ein schlechtes Gewissen. Duo saß bereits in seinem Beichtstuhl und las einen Comic. Nach einer Weile ließ Heero sich auf der anderen Seite nieder. "Guten Morgen, Vater."

 

Schnell legte Duo sein Heft weg. Er musterte seinen Besucher durch die feinen Gitterlinien. "Was führt die erneut zu mir mein Sohn?" "Pater, peccavie." Duo räusperte sich. "Erzähl mir davon, Junge."

 

"Ich bin mit jemandem ausgegangen..." "Das ist doch gut..." "Nein. Ich habe nur daran gedacht, diesen Jemand ins Bett zu kriegen." Heero räusperte sich etwas. "Oh... Und hat es geklappt?" "Nein." "Und du bist deswegen bedrückt?" "Ja... Nein!" Heero raufte sich die Haare.

 

"Irgendwie..." "Beruhig’ dich. Was genau macht dir zu schaffen?" "Ich mag' diesen Jemand, aber... Er mich nicht und... Anfangs dachte ich, es wäre rein sexuell..." Duo überlegte. "Du hast dich also verliebt?" "Ich bin mir nicht sicher, aber... ja... irgendwie..."

 

"Weiß die Person, dass du so für sie empfindest?" "Nein... Ich... Sie hat einfach einen anderen..." Heero seufzte und lehnte sich zurück. "Oh... Also hat die Person keinerlei Interesse angedeutet?" "Nicht im geringsten!", antwortete Heero in bitterem Tonfall.

 

"Das tut mir leid mein Sohn. Vielleicht solltest du dich nach jemand anderen umsehen?" "Nun..." Heero holte tief Luft. "Ich werde diese Person noch öfter wiedersehen... zwangsläufig... Ich befürchte einfach, dass ich dann nicht an mich halten kann..." Heero stützte sich mit den Händen auf seinen Knien ab. Allein der Gedanke an Duo...

 

Duo holte tief Luft. "Du solltest dieser Person vielleicht erstmal aus dem Weg gehen, bis sich deine Gefühle beruhigt haben." "Das liegt nicht an mir." "Ich verstehe...." Duo überlegte krampfhaft, was er noch sagen könnte. "Vielleicht solltest du es der Person sagen." "Das kann ich nicht." Heero schluckte. "Tut mir leid, Euch belästigt zu haben, Vater." Er schob schnell etwas Geld durch den Schlitz und ging wieder.

 

Duo seufzte. Er gab das Geld wieder in die Armenkasse und erledigte seine restlichen Pflichten für den Tag. Die ganze Woche über ging er nicht wieder zu dem Therapeuten. Seiner Meinung nach brauchte er das jetzt nicht mehr. Er schrieb ihm lediglich einen Dankesbrief. Grummelnd nahm Heero diesen an. Er las ihn aufmerksam durch, zerriss ihn sauer und klebte ihn wieder zusammen, um ihn nochmals zu lesen.

 

Am nächsten Freitag betrat Duo gutgelaunt, das Blue und setzte sich zur Theke. Dieses Mal trug er eine löchrige Jeans und ein passendes Netztop. Wufei war bereits da und flirtete gerade erregt mit einem anderen, großen, blauäugigem Typen.

 

Duo schmollte und trank seinen Drink aus. Wie hatte er auch denken können, dass er für den gutaussehenden Chinesen mehr war als ein One-Night-Stand?

 

Nachdem Wufeis Flirt die Bar verlassen hatte, erstaunlicher Weise ohne Wufei, kam dieser zu Duo. Er sah ihn grinsend an und zuckte aufreizend mit den Augenbrauen. "Kommst du mit auf die Toilette?" Duo sah ihn eine Weile abschätzig an. "Was ist mit deinem Flirt passiert, Fei?" "Musste zur Arbeit."

 

"Aha..." Duo bestellte sich einen neuen Drink und sah sich um. Er wusste, wenn er mit Wufei auf die Toilette verschwinden würde, dann würde er sich sicher in ihn verlieben... wenn er das nicht schon getan hatte. "Entscheide dich endlich! Ich muss' auch bald weg." Wufei lehnte an der Bar und sah Duo abwartend an.

 

"Ich kann nicht... Wenn ich’s tu’ verknall’ ich mich in dich..." Er sah Wufei fest an. "Und das willst du sicher nicht..." "Du verknallst dich, bloß weil dich einer fickt?!", fragte Wufei ungläubig. "Du warst mein Erster, okay?!" Duo trank aus. Der Alkohol tat ihm irgendwie gut. "So?!" Wufei zog eine Augenbraue nach oben. "Ach deshalb..." Er nippte an seinem Glas.

 

"Ja...deshalb..." Duo spielte traurig mit dem Schirmchen in seinem fast leeren Glas. "Tut mir leid..." "Duo... ich hab' schon einen Freund." "Hab’ ich mir schon gedacht..." Tränen bildeten sich in Duos Augen. Er war so ein Idiot. "Hej..." Wufei umarmte ihn. "Tut mir leid!"

 

Duo sah ihn schniefend an. "Schon ok... Ich bin eben dumm..." "Du findest sicher jemanden, der besser zu dir passt, Schatz!" Wufei küsste ihm vorsichtig die Tränen weg. Der nickte niedergeschlagen. "Du darfst dich nicht gleich so an jeden Fick hängen!" Wufei knuddelte Duo und sah auf seine Uhr. "Ich muss los..." "Ja... Danke, dass du nicht einfach abgehauen bist." "Wir können ja Freunde bleiben!" Wufei drückte ihm noch einen Kuss auf die Wange und dann war er weg.

 

Duo seufzte und bestellte sich noch was zu trinken. "Haben wir ein Problem?" Heero stand hinter ihm, nahm ihm den Drink weg und nippte daran. Duo drehte sich um und schnappte nach seinem Drink. "Ja, haben wir!" "Ich würde mich anbieten, auch außerhalb der Sprechstunde zu zuhören." Heero setzte sich ruhig neben Duo, beobachtete ihn aus den Augenwinkeln.

 

"Wieso sollten Sie das tun? Da bezahl’ ich Sie schließlich nicht!" Duo nahm wieder einen großen Schluck. Er wusste nicht mal was er trank, was auch egal war. Das Zeug schien sowieso nicht zu wirken.

 

"Erstens mag ich es nicht, wenn Leute ihre Probleme mit Alkohol zu ertränken versuchen..." Heero nahm Duo das Glas weg und reichte ihm statt dessen eine Fanta. "... und zweitens habe ich das Gefühl, dass ich an der Misere nicht ganz unschuldig bin." '...und drittens mag ich dich!', hängte Heero in Gedanken an.

 

Duo schnaubte. "Wollen Sie wissen, was los ist? Der Kerl in den ich mich verknallt hatte, hat mir gerade nett erklärt, dass ich nur ein guter Fick für ihn war." Er wischte sich schnell über die Augen. "Der war mein Erster und ich hab’ alles kaputt gemacht!" Heero konnte nicht umhin sich zu freuen, jedoch ließ er es sich nicht anmerken und legte die Hand um Duo. "War es der Typ von neulich?" Duo schüttelte die Hand ab. "Ich mach’ den gleichen Fehler nicht zweimal!" Er trank seine Fanta aus. "Ja...Wufei..." Er seufzte sehnsüchtig bei der Nennung des Namens.

 

Heero nahm Duo nicht krumm, dass er ihn abgeschüttelt hatte. Er war immerhin verletzt. Aber das Duo Wufei wirklich zu lieben schien, setzte ihm zu. "Sie sollten versuchen ihn einfach zu vergessen. Der Typ baggert eh jeden an. Lassen Sie sich aber wegen dieses Rückschlags nicht gleich wieder fallen, geben Sie nicht auf!" "Ha. Das hört sich an als hätten Sies aus einem Buch....Trotzdem Danke.." Er stand auf. "Aber jemanden wie Wufei vergisst man nicht so schnell." "Duo...", seufzte Heero kaum hörbar und außerhalb Duos Reichweite seinen Namen. Das hatte verdammt weh getan. Er leerte Duos Whisky und dachte nach.

 

Der war bereits auf dem Weg nach Hause. Es regnete und das Wasser vermischte sich mit den heißen Tränen auf seinen Wangen. Am nächsten Morgen suchte Heero gleich die Kirche auf. Er war verwundert, wie oft er schon dort war. Üblicherweise hielt er sich dort höchstens alle Jubeljahre mal auf. Duo stand am Altar und machte ein Kreuz.

 

"Vater?" Heero hatte gewartet, bis Duo fertig war, stand weit genug weg, um ihn nicht zu erkennen. "Ich komme gleich, Sohn. Du kannst im Beichtstuhl auf mich warten." "Hai." Heero ging vor und setzte sich. Duo kam nach kurzer Zeit nach. "Entschuldige, dass du warten musstest, Junge." "Kein Problem, Vater."

 

"Wie geht es dir mein Sohn? Du kommst sehr oft hierher." "Ich... ich bin traurig, Vater." "Ist etwas passiert?" "Nun... ich erzählte Euch von diesem Jemand. Er ist ziemlich traurig zur Zeit und ich kann ihm nicht helfen." Duo lächelte sanft. Der junge Mann war wirklich sehr nett und sorgte sich scheinbar um seine Mitmenschen.

 

"Bist du der Grund für diese Traurigkeit?" "Nicht direkt." Heero seufzte. "Ich glaube nur, dass ich diesen Jemand durch einen Ratschlag dazu gebracht habe, unglücklich zu sein." "Das ist...schlecht...Hat dieser jemand dich denn beschuldigt?" "Nein. Aber..." Heero schluchzte leise. "Sch... Es ist gut, mein Sohn." "Er tut mir so leid... Ich würde ihm gern helfen, aber ich weiß nicht, wie."

 

"Rede mit ihm... oder ihr... Versuch’ die Person aufzuheitern. Unternehmt etwas gemeinsam." "Ich weiß nicht einmal, wie ich ihn dazu bringen soll." "Versuch’ es einfach." "Ja, Vater. Ich danke Euch!" Heero fühlte sich immer noch bedrückt. Wie sollte er Duo erreichen? Er war doch nur ein Patient. "Du darfst nicht aufgeben."

 

"Ja, Vater." Heero schob ihm wieder Geld zu. "Danke für alles!" "Bitte behalt’ dein Geld!" "Nehmt es, Vater. So ist wenigstens den Armen geholfen. Ich habe mehr, als genug davon." "Danke, mein Sohn."

 

"Auf Wiedersehen, Vater!" Heero ging wieder, suchte krampfhaft einen Weg, wie er mit Duo wieder ins Gespräch kommen sollte. Der nahm ihm das allerdings ab, weil er eine Stunde später in dessen Praxis erschien. Er stand seufzend vor Zechs. "Ich weiß ich hab’ keinen Termin..." Zechs nickte und sagte Heero bescheid. Der empfing Duo herzlich gerne.

 

Mit gesenkten Kopf trat Duo in Heeros Büro und setzte sich. "Oh... hy!" Heero trug keine Arbeitskleidung, da er nicht vorgehabt hatte, jemanden zu empfangen. "Wie kann ich helfen?"

 

Duo musterte ihn und sah dann wieder zu Boden. "Ich wollte mich bei Ihnen entschuldigen. Ich war gestern nicht sehr nett zu Ihnen." Heero lächelte. "Schon okay. Sie waren auch nicht in der besten Lage. Ich hab' auch Schuld!" "Tut mir trotzdem Leid..."

 

"Ich sagte doch: Schon okay!" Heero trug einige Papiere zum Aktenschrank und verstaute sie in der unteren Schublade, wobei man einen netten Anblick auf seinen Hintern gewinnen konnte.

 

Duo entkam ein kleines Seufzen und sah schnell wieder zu Boden: Was war nur los mit ihm? Mussten sich seine Hormone, die er all die Jahre unterdrückt hatte, ausgerechnet jetzt wieder melden? "Geht es Ihnen nicht gut?" Heero reichte Duo besorgt ein Wasserglas.

 

"Nein... Ja... hab’ schlecht geschlafen..." "Soll ich Sie nach Hause fahren?" "Nein, schon okay." "Wie Sie meinen. Kommen Sie!" Heero ging zur Tür und hielt sie auf. "Wo... Wohin? Oh, Sie schließen schon. Entschuldigen Sie, ich wollte Sie nicht belästigen." Heero lächelte und führte Duo nicht die Treppe hinunter, sondern in ein Gästezimmer. Er machte sich Sorgen um Duo. "Ruhen Sie sich etwas aus."

 

"Ich kann doch nicht hier bleiben...Ich muss noch arbeiten..." "Ich denke Ihre Besucher werden es verstehen, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Kirche sein können." Heero lächelte und drückte Duo sanft aufs Bett. "Erholen Sie sich erst einmal."

 

Duo lächelte dankbar und knöpfte sein Hemd auf. Ein wenig Schlaf würde ihm sicher gut tun. "Ich werde Ihnen später ein Mädchen kommen lassen, dass Sie zum Essen holt." "Danke... Wie kann ich Sie dafür entschädigen?" Duo streifte sein Hemd ab. "Indem sie wieder lächeln!" Heero zwinkerte und schloss dann die Tür.

 

Duo sah ihn erstaunt nach und zuckte dann mit den Schultern. Ob Heero zu jedem seiner Patienten so nett war? Seufzend zog er sich bis auf die Shorts aus und legte sich hin. Heero hatte das Zimmer nur so schnell verlassen, weil er Duo nicht länger mit nacktem Oberkörper hätte sehen können. Er seufzte und einige Stunden später schickte er Duo ein Mädchen nach oben, das ihn in den Speisesaal geleitet. Selbst, wenn man keinen Hunger hatte: Der Weg war so lang, dass man bereits wieder welchen bekommen konnte.

 

Gut gelaunt ließ Duo sich von dem Mädchen zum Esszimmer bringen. Der Schlaf hatte ihm wirklich gut getan. Dort wurde Duo schon von Heero erwartete. Er saß am Kopfende einer langen Tafel und trug ein einfaches, weißes Hemd mit Rüschenkragen und dazu schwarze Lederhosen.

 

"Setzen Sie sich doch!" Er verwies auf einen Stuhl. "Danke....für alles.." Er setzte sich und lächelte Heero an. "Gern geschehen!" Heero freute sich, dass es Duo besser zu gehen schien. "Lassen Sie es sich schmecken!" Er hatte extra ein 5-Gänge-Menü bereiten lassen, was er sonst nie tat. "Wahnsinn." Duo starrte auf das ganze Essen und langte ordentlich zu. In der Kirche bekam er nur sehr wenig zu essen. Ein breites Lächeln zog sich über Heeros Gesicht.

 

"Das schmeckt wirklich gut." "Freut mich! Ich hoffe sehr, ich habe Ihren Geschmack getroffen, Du... Vater Maxwell." Duo verschluckte sich und sah lächelnd auf. "Nennen Sie mich bitte Duo.." "Gern!" Heero freute sich wahnsinnig über dieses Angebot. "Heero." Duo nickte und reichte Heero seine Hand. "Freut mich, Heero." "Mich ebenfalls, Duo!"

 

Duo lächelte und aß weiter. Heero bemerkte, dass er so fasziniert von Duo war, dass er seinen Teller noch nicht einmal angerührt hatte und holte dies nun endlich nach. Duo war fast schon satt, aber er aß auch noch den letztem Gang.

 

"Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Nacht in meinem Haus verbringen würden." Heero tupfte sich etwas den Mund ab und legte die Serviette dann zur Seite. Sofort wurde ihm sein Teller weggenommen und in die Küche gebracht. "Äh... Wozu? Mir geht es gut... Und ich hab’s nicht weit nach Hause von hier." "Ich dachte nur, du würdest dich noch ausruhen wollen." Heero ließ auch Duos leere Teller abtragen.

 

"Das kann ich doch auch daheim. Ich möchte dir nicht noch weiter zur Last fallen. Du hast sicher noch andere Patienten zu betreuen." "Meine Praxis ist bis kommenden Montag geschlossen." "Oh... Und wieso bin ich dann hier?" Duo lächelte schief. Heero lächelte und trank einen Schluck Wein. "Notfall." "Danke, das ist sehr nett von dir." "Kein Problem!" Heero schlug die Beine übereinander.

 

"Dann bleibe ich gerne noch einen Tag." Es gefiel Duo hier irgendwie. "Gut. Ich werde dir ein paar Sachen bringen lassen." "Danke." Duo strahlte ihn an. "Dann..." Heero stand auf und bückte sich nach einem heruntergefallenen Taschentuch. "Werde ich dich jetzt etwas in Ruhe lassen." Er nickte Duo zu und verließ den Saal. "Schade." Duo hätte sich noch gerne weiter mit Heero unterhalten. So blieb ihm nichts anders Übrig als wieder auf sein Zimmer zu gehen.

 

Ein Mädchen brachte Duo einige von Heero Sachen und ließ schöne Grüße von ihm ausrichten. Heero hätte die Sachen eigens für ihn herausgesucht und hoffte, dass sie passen.

 

Duo schlüpfte in die weite Jean und den Pulli, er schwamm regelrecht in den Sachen, aber das störte ihn nicht. Er beschloss sich etwas im Garten des Hauses zu erholen.

 

Genau dort hielt sich auch Heero auf. Er hatte beschlossen einige Runden in dem beheizten Pool zu schwimmen, um seine Gedanken etwas bei Seite zu schieben. Nun tauchte er gerade und schwamm seine Bahnen. Duo ließ sich neben dem Pool auf einer Hollywoodschaukel nieder und entspannte sich.

 

Als Heero wieder auftauchte, zog er sich am Geländer hoch, so dass er genau vor Duo in die Luft schoss und seinen Rücken durchstreckte. Er hatte ihn noch gar nicht bemerkt. Der bezopfte Junge zog scharf die Luft ein, als er auf Heeros gutgebauten Oberkörper blickte. Sich die nassen Haare aus den Augen wischend sah er Duo. "Oh... hy!"

 

"Ich hoffe ich stör’ dich hier nicht in deiner Privatsphäre?!" "Nein, nein." Heero lächelte und schwang sich auf den Poolrand. "Magst du auch ein paar Runden schwimmen?" "Ich kann nicht schwimmen, aber danke für das Angebot." Heero wunderte sich. "Soll ich es dir beibringen?" "Würden Sie...Ich meine würdest du?" "Gern."

 

Heero zog Duo zu der anderen Ecke des Pools. "Hier ist das Wasser flacher." "Ich kann ja nicht mit den Sachen..." Er deutete auf den viel zu weiten Pulli und die Jeans." "Zieh' sie eben aus!"

 

Duo wurde rot. Er holte tief Luft und zog sich dann bis auf die Short aus. "Gut." Heero ließ sich in den Pool gleiten. Er hätte sich gewünscht, dass das Wasser eiskalt war. Duo sah wahnsinnig schön aus. Er hob ihn in den Pool. Da Duo ein wenig Angst vor dem Wasser hatte klammerte er sich leicht an Heero. "Hej..." Heero lachte herzlich. "Du kannst hier sogar noch stehen!" "Ent... Entschuldige bitte."

 

Unsicher stellte Duo sich hin. Heero hielt Duo fest. Der bezopfte, junge Mann, sah so niedlich aus, so verloren, er konnte einfach nicht widerstehen. "Was muss ich machen?" Heero half Duo in eine liegende Position, hielt ihn fest und erklärte ihm, was er zu tun hatte. Duo versuchte es und machte eine Schwimmbewegung.

 

"Genau so! Das ist gut!", versuchte Heero ihm Mut zu machen. "Kannst du deine Hand auf meinem Bauch legen? Dann kann ich’s alleine probieren..." Ohne lange zu zögern kam Heero Duos Wunsch nach und hielt ihn am Bauch fest. "Danke." Duo machte wieder einige Bewegungen. Nach einer Weile ließ Heero ihn einfach unbemerkt los und schlich sich zum Beckenrand.

 

"Und jetzt komm' her!" Duo nickte und schwamm langsam auf ihn zu. "Gut so! Und weiter!", feuerte Heero ihn an. Duo schwamm bis in Heeros Arme und strahlte. "Gut gemacht!" Heero half Duo hoch, bemerkte mit Herzrasen, wie dicht er bei ihm stand. Duo umarmte ihn leicht. "Danke. Das war supernett von dir, Heero." "Den meisten Teil hast du gemacht!" Heero erwischte sich dabei, dass er Duo einfach nicht loslassen konnte.

 

Der lachte leise. "Ohne dich hätt’ ich mich nie getraut." Er stemmte sich am Beckenrand hoch und legte sich in die Wiese. "Wie du meinst!" Heero stützte sich, neben ihn, auf den Beckenrand.

 

Duo schloss die Augen und ließ sich vom Wind trocknen. Kurzerhand schwang Heero sich zu Duo herauf und legte sich neben ihn au den Rücken. Duo drehte sich zur Seite und stützte sich auf einem Arm ab. Seufzend betrachtete er Heero. Der hielt die Augen geschlossen und versuchte ruhig zu atmen. Duo fand, dass Heero wunderschön aussah. Dieser sah zu Duo und beobachtete ihn aus seinen kobaltblauen Augen.

 

Errötend räusperte Duo sich und sah woanders hin." Heero kämpfte mit sich selbst. Er dachte an die Worte des Pfarrers. Irgendwann musste er es Duo sagen! Kurz entschlossen rollte er dichter zu ihm und legte seinen Arm um Duos Taille.

 

"Was??" Duo sah ihn entgeistert an. "Hast du was dagegen?", fragte Heero ruhig, war aber innerlich total flatterig. "Wieso tust du das?" "Ich mag dich." "Ähem... ja..." "Tut mir leid, wenn es dir unangenehm ist!" In Heero krampfte sich alles zusammen. Er zog seinen Arm wieder weg und ging ins Haus. "Warte..." Duo sprang auf und lief ihm nach. Heero drehte sich um. Duo sah ihn verwirrt an. "Deswegen musst du doch nicht gleich wegrennen. Ich war nur überrascht... Ich meine ich mag dich auch... aber Wufei..." "Ich mag' dich anders, als Wufei es tut." Heero lächelte und warf sich das Handtuch über die Schultern. "Gute Nacht!" Er ging auf sein Zimmer.

 

Duo lag die ganze Nacht wach und überlegte was Heero mit dem Satz gemeint haben konnte. Am nächsten Morgen wurde Duo von einem Mädchen in den Speisesaal geführt. Heero war schon lange vor ihm aufgestanden. Zu sehr hatte der Schmerz ihn in seiner Einsamkeit berührt, so hatte er sich an seine Arbeit begeben.

 

Duo sah nicht gut aus, als er sich setzte. Er hatte kaum geschlafen und dicke Augenringe zeugten davon. Ihm wurde das Frühstück serviert und der Butler riet ihm, sich wieder hinzulegen.

 

Duo verneinte und packte seine Sachen zusammen. Heero hatte nicht einmal mit ihm gefrühstückt, da konnte er auch gehen. "Du verlässt mich?", fragte Heero, der gerade aus dem Arbeitszimmer kam und Duo sah. Der zuckte mit den Schultern. "Ich will dir nicht noch mehr zur Last fallen." "Tust du doch gar nicht. Ich freue mich, du bringst Leben ins Haus." "Ich muss zur Arbeit, Heero." Duo legte Heeros Sachen zusammengefaltet auf das Bett. "Okay. Dann mach's gut..." Heero verließ das Zimmer. Ihm würde ein langer Abschied nur noch schwerer fallen.

 

Duo fühlte sich seltsam, als er nach Hause ging. Er ging sofort zum Beichtstuhl um nicht belagert zu werden. Nach einigen Stunden tauchte auch Heero auf. Irgendwie brachte es ihm etwas seine Seele beim Pfarrer zu erleichtern. "Ich bin's wieder, Vater." Er lächelte gequält.

 

"Du hörst dich nicht sehr glücklich an, Junge..." "Das bin ich auch nicht. Ich habe wieder alles vermasselt..." "Wieso denn?" "Ich hatte die Gelegenheit dem Menschen, der mir so viel bedeutet näher zu kommen, aber ich habe alles übereilt und jetzt hasst er mich." "Ich denke nicht, dass er dich hasst. Was ist denn passiert?" "Ich habe ihn gegen seinen Willen berührt." Heero schniefte leise.

 

Das erinnerte Duo ein wenig an seinen Besuch bei Heero. "Wie hat er reagiert?" "Ich..." Heero überlegte, ließ die Szene noch einmal durch seinen Kopf gehen. "Ich glaube im Nachhinein hatte er nichts dagegen, aber ich bin trotzdem nicht das, was er will." "Wahrscheinlich war er nur überrascht..." "Hmm... Vielleicht... Aber ich glaube eher, dass ich ihm überhaupt nichts bedeute." "Hat er das gesagt?" „Nein...aber...“

 

Duo kratzte sich am Kopf und seufzte. "Das heißt aber auch nicht, dass er total abgeneigt ist, mein Sohn." "Ich weiß einfach nicht, was ich noch machen soll..." Heero seufzte.

 

"Lad ihn doch einfach mal ein und....rede mit ihm...." "Ich hatte ihn ja schon bei mir, aber.... Ich stelle mich einfach zu dumm an." "Du darfst nicht gleich in die Offensive gehen. Gib dem Jungen Zeit." "Ihr wisst, wovon ihr redet, nicht war Vater?!", fragte Heero leise. Duo zuckte auf seiner Seite des Gitters leicht zusammen. Natürlich wusste er das. Bei Heero ging es ihm ja genauso. "Ja.."

 

"Ich halte das aber nicht mehr aus." Heero ballte seine Hände zu Fäusten. "Ich weiß, daß es egoistisch und dumm von mir ist..." Irgendwie verspürte Duo das Bedürfnis diesen Jungen zu trösten. "Geduld ist eine Tugend mein Sohn. Wenn du Opfer bringst und dich geduldest wird es sich am Ende lohnen." "Ich bin sehr ungeduldig, Vater." "Das ist schlecht, mein Sohn. Versuche dich zu mäßigen, sonst wirst du dem Jungen nur weh tun." "Ich will ihn doch genau davor bewahren." Heero war schon ganz verzweifelt.

 

"Dann..." Duo fühlte sich ratlos. "Gib dem ganzen einfach Zeit, dann wird es sicher gut ausgehen. Versuch mehr Geduld aufzubringen auch wenn es dir schwer fällt." "Mir bleib ja nichts anderes übrig." Heero schob etwas Geld durch den Schlitz und ging schweren Herzens davon.

 

Seufzend und traurig steckte Duo das Geld in die Armenkasse. Er fühlte sich schlecht, weil er Heero nicht wirklich helfen konnte. Gegen Abend saß Heero allein in seinem riesigen Speisezimmer. Er vermisste Duos fröhliche Art, wurde mit jeder Minute seiner Abwesenheit verbitterter.

 

Der dagegen saß alleine in seiner kleinen Wohnung und fühlte sich einsam. Er vermisste etwas, wusste allerdings nicht was ihm fehlte. Heero hielt es einfach nicht aus. Er lief wirr durch die Straßen, stand wieder vor der Kirche, ging dieses Mal jedoch nicht hinein, betrachtete sie nur.

 

Seufzend schloss Duo die Kirchentür hinter sich. Er hatte noch einmal hin müssen, da der Pfarrer der die Abendmesse halten sollte krank war. Er sperrte die dicke Eichentür ab und zog seinen Mantel fester um sich. "Hey!" Erschrocken fuhr Duo herum. "Ich bin's nur." Heero lächelte etwas.

 

"Oh hy." Duo lief auf ihn zu und schüttelte Heeros Hand. "So spät noch unterwegs? Schon gegessen?" "Hatte grad erst Feierabend." "Dann lass uns gemeinsam etwas essen.", schlug Heero vor. Duo machte einen kleinen Rückwertsschritt und schien ernsthaft darüber nach zu denken.

 

"Wir müssen nicht." Heero seufzte kaum hörbar und fühlte sich unglaublich leer. "Also dann... Man sieht sich!" Er ging langsam wieder. "Warte." Duo biss sich auf die Lippe. Abwartend blieb Heero stehen und drehte sich etwas zu Duo. "Hm...ich...ich wollte heute Nudeln machen....Wenn du magst..."

 

"Gern." Heeros Herz tat einen kleinen Satz. Duo nickte und nahm Heeros Hand. Er zog ihn hinter die Kirche zu seiner Wohnung. Etwas unsicher sah Heero sich um. Es war alles recht klein. Außerdem fragte er sich, wieso Duo gerade hier wohnte.

 

Duo war froh, dass er am Vorabend noch aufgeräumt hatte. Er führte Heero in die schmale Küche und deutete ihm sich zu setzen. "Was zu trinken, während ich koche?" "Nein danke. Ich warte so."

 

"Ähem...fühl’ dich wie zu Hause..." Duo seufzte und kramte in den kleinen Kästen nach den Zutaten. Es fiel Heero schwer der Aufforderung nachzukommen. Er musste Duo die ganze Zeit über ansehen.

 

Der warf die Nudeln in das Wasser und bereitete dann die Tomaten-Basilikumsauce zu. Gespannt, als wenn es nichts Interessanteres als Kochen gäbe, sah Heero zu. "Tischdecken?" "Hm?" Duo fuhr herum und rührte weiter in dem Saucentopf. "Soll ich den Tisch decken?" "Oh... Ja bitte! Die Sachen sind in dem Schrank hinter mir." Heero machte sich an die Arbeit. Gewöhnlich musste er dies nicht selbst tun, aber er deckte den Tisch ganz in Ruhe.

 

Duo lächelte und marinierte noch schnell den Salat bevor er die Teller mit dampfenden Nudeln füllte. Schnell half Heero ihm dabei und stellte das Essen auf den Tisch.

 

"Danke Heero." Duo setzte sich und schenkte sich ein Glas Wasser ein. "Ich hab' zu danken." Heero wendete sich den Nudeln zu. "Guten Appetit." "Mahlzeit." Duo schaufelte hungrig in sich hinein. Er hatte heute so viel zu tun gehabt, dass er nicht zum Essen gekommen war.

 

Währenddessen aß Heero ganz ruhig und sittsam. Er hatte ja schon sein Abendbrot gehabt, hatte nur mit Duo essen wollen, um ihm nahe zu sein. Nach dem Essen räumte Duo den Tisch ab und wusch schnell ab. Heero half ihm auch dabei und war traurig, als sie fertig waren. Jetzt musste er wohl gehen...

 

Duo beobachtete ihn die ganze Zeit aus den Augenwinkeln heraus. Er hätte nie gedacht, dass jemand wie Heero freiwillig den Abwasch übernehmen würde. "Ist etwas?", fragte Heero, der Duos Blicke bemerkte. "Nein... Ich hab’ mich nur gewundert, dass du abgewaschen hast." "Ach so?!" Heero lachte und hängte das Handtuch weg.

 

"Hai.." Duo räumte sein Geschirr wieder ein und wischte den Tisch ab. "Ich kann arbeiten." Seufzend ließ Heero sich auf dem Stuhl nieder. "Huh?" Duo brachte ihm eine Tasse Tee. "Klar, dachte nur...bei den ganzen Angestellten.." "Danke." Nachdem Heero einen Schluck genommen hatte, sah er auf die Uhr. "Ich bin auch allein lebensfähig."

 

"Natürlich... Entschuldige..." Duo bemerkte Heeros Blick auf die Uhr. "Musst du schon gehen?" Er ertappte sich dabei wie er enttäuscht klang. "Ich habe Zeit. Aber du musst bald schlafen." "Wieso denn?" "Im Gegensatz zu mir hast du keinen Urlaub, oder?"

 

"Nein, aber ich muss morgen nicht arbeiten." Duo lächelte. "Ich wollte noch ins Blue oder so...." "Ach so?!" Heero sah etwas verwirrt aus. Dann zuckte er mit den Schultern. "Viel Spaß!" "Oh.." Duo ließ die Schultern hängen und trank seinen Tee aus.

 

Wenn Heero nicht auf seine Einladung einging konnte er auch nichts machen. Schweigend trank Heero seine Tasse aus. Er hatte nicht einmal bemerkt, dass Duo eine indirekte Einladung ausgesprochen hatte. Scheinbar war er auf der Suche nach jemand ganz anderem... "Ich sollte gehen..." "Ja natürlich...."

 

Duo holte tief Luft. "Danke noch mal für das Essen." Heero schnappte sich seine Jacke und zog sie langsam an. "Schon okay..." Duo sah auf den Boden und räumte die Tassen in die Spüle. "Ich..." Heero wollte gar nicht gehen. "Vielleicht sehen wir uns ja später noch..."

 

"Wenn du meinst..." Duo hatte überhaupt keine Lust mehr auszugehen. "Du wirkst bedrückt. Hast du Probleme?" "Nein...." Heero setzte sich seinen Hut auf, um seine feuchten Augen zu verbergen. Wieso hielt Duo ihn nicht?! "Mach's gut..."

 

"Bis dann..." Duo seufzte und öffnete die Tür für Heero. "Rufst du mich mal an?" Heero drückte Duo eine kleine Karte mit seiner Privatnummer in die Hand. "Wieso?? Ich meine... klar wenn ich wieder ’nen therapeutischen Rat brauche.."

 

"Dafür ist meine Büronummer gut." Verbittert biss Heero sich auf die Lippe, zog den Hut tiefer ins Gesicht. Verwirrt sah Duo auf das Kärtchen in seiner Hand. "Oh... Das ist deine Privatnummer..." "Hai." Heero war bereits auf der Treppe. "Man sieht sich." Er entschwand langsam und mit eleganten Schritten.

 

Wütend auf sich selbst pfefferte Duo die Tür zu. Auf dem Nachhauseweg kickte Heero missmutig eine Büchse vor sich her. Das hatte doch alles keinen Sinn. Er machte sich auf den Weg ins Blue und saß die ganze Nacht dort, in der Hoffnung Duo noch mal zu sehen. Duo duschte und zog sich dann chic an bevor er zum Blue ging. Als Duo auftauchte, saß Heero in einer Ecke. Er war eingenickt und schlief etwas.

 

Seufzend bestellte sich Duo eine Pinacolada und setzte sich dann neben Heero. "Hej..." Verschlafen blinzelte Heero, war sofort hellwach, als er Duo sah. "Hej!" Er lächelte etwas. "Doch hier?" "Jap. Hatte Langeweile."

 

"Oh... Deswegen hast du meine Einladung auch ausgeschlagen, ne?" "Welche Einladung?" Verwirrt sah Heero ihn an. Traurig ließ Duo die Schultern hängen. "Na um ins Blue zu gehen..." "Du hast gesagt, daß du hergehst. Du hast mich nicht eingeladen."

 

Duo sah ihn enttäuscht an und stand dann auf. "Schon klar..." "Duo. Ich wäre gern mit dir hergegangen, wenn du es gesagt hättest." Heero sah zu Boden. "Hab ich doch!" Duo schnaubte und stampfte zur Theke wo er Wufei entdeckt hatte.

 

"Hej, wie gehts?" "Hy!" Wufei strahlte Duo an. "Alles okay. Danke. Und bei dir?" "Ganz gut..." "Nur ganz gut?" Duo zuckte mit den Schultern. "Auch was zu trinken?" Wufei lächelte. "Hab' schon." Er sah zu Heero, der sich in seiner Ecke zusammenkauerte und an seinem Drink nippte.

 

"Lässt du deinen Freund ganz allein?" "Heero ist nicht mein Freund." Traurig sah Duo zu Boden. "Ich wette er würde es gern sein!" Wufei grinste wissend. "Klar und ich bin hetero." "So?!" Wufei grinste. "Er sieht aber ziemlich geknickt aus, seit du hergekommen bist."

 

"Wahrscheinlich hat er Angst, dass er ’nen Kunden verliert..." „Du bist dumm Duo.“ Wufei seufzte und ließ Duo dann stehen. Der blieb weiterhin an Theke sitzen. In Heeros Ecke bewegte sich nicht viel. Er rührte abwesend in seinem Glas herum und ließ den Kopf hängen. Seufzend ging Duo zu ihm. "Alles ok?" "Nein."

 

"Willst du tanzen?" Duo wusste selbst nicht woher er auf einmal den Mut aufbrachte Heero zu fragen, aber musste den anderen doch irgendwie aufheitern können. Verblüfft sah Heero ihn an. Wie kam Duo jetzt darauf ausgerechnet ihn zu fragen? Eigentlich tanzte er nicht gerne, aber für Duo machte er gerne eine Ausnahme. Er stand auf und zog ihn auf die Tanzfläche.

 

Schüchtern legte Duo seine Arme um Heeros Taille, zog ihn ein wenig näher zu sich und begann sich im Takt der Musik zu bewegen. Bei der engen Berührung stockte Heero etwas der Atem. Er legte seine Arme ebenfalls um Duo und führte ihn etwas. Zögernd lächelte der bezopfte Junge seinen Tanzpartner an.

 

"Du tanzt sehr gut, Duo." Heero legte seinen Kopf auf Duos Schulter. Er wollte erst kleine Annäherungsversuche machen, wie der Priester es ihm geraten hatte. "Danke." Duo strahlte. Duos Lächeln verzauberte Heero schier. Wie im Trance und mit pochendem Herzen, küßte er sanft Duos Nacken.

 

Der zuckte ein wenig zurück und sah Heero fragend an. "'Tschuldige." Leise seufzte Heero und hob seinen Kopf wieder von Duos Schulter. Nickend tanzte Duo weiter bis sein Magen zu knurren begann.

 

Verwundert sah Heero auf. "Du hast doch erst vor ein paar Stunden gegessen?!" "Gomen nasai..." "Schon okay. Wenn du magst lad' ich dich auf 'nen Burger ein." "Ja?" Duos Augen wurden groß und strahlten freudig. "Draußen um die Ecke ist ein Laden. Du musst nur mitkommen!" Heero bot Duo seine Hand an. "Danke, das is echt nett." Duo nahm Heeros Hand und ging mit ihm mit.

 

Als sie vor dem kleinen Stehimbiss standen, bestellte Heero ihnen etwas zu trinken und für Duo zwei Burger. "Lass’ es dir schmecken." "Danke!!" "Nichts zu danken." Heero nippte langsam seinen Kaffee. Es war spät und er war eigentlich längst müde.

 

"Du siehst müde aus..." "Bin ich auch." Heero streckte sich etwas und trank noch einen zweiten Kaffee. Schon der erste war gegen seine Gewohnheit, da er das Koffein eigentlich nicht mochte. - "Wieso gehst du dann nicht nach Hause?" "Weil ich noch bei dir bleiben will."

 

Duo spürte wie er rot wurde und aß schnell weiter. In Gedanken seufzte Heero etwas. Er kam sich total hilflos vor. Bei diesem Jungen würde er nie landen können... Duo aß auf und hakte sich dann bei Heero unter. "Na dann bring’ ich dich mal heim." "Gute Idee!" Heero lächelte sanft und lief neben Duo her. Wenigstens konnte er ihm so nahe sein.

 

"Sag mal... Kann ich heute bei dir übernachten?" Als Heero diese Frage hörte, stockte ihm der Atem, aber dennoch nickte er überglücklich. "Super... hatte ’nen Wasserrohrbruch und kann die nächsten Tage nicht nach Hause." "Vorhin war doch alles noch...." 'Ach vergiss' es! Hauptsache er ist da!' Heero lächelte. "Bleib' so lange du magst!" 

 

"Ich weiß... Als du weg warst und ich geduscht habe ist es passiert.." Duo lächelte ein wenig. "So, so..." Fröhlicher als zuvor lief Heero neben Duo her, schloss schließlich die Tür zu seinem großen Haus auf. "Das Gästezimmer ist momentan vermietet. Du müsstest bei mir bleiben....", sagte er ruhig. "H... hai.." Duo schluckte und holte Luft. "Ich kann in meinem Arbeitszimmer übernachten, wenn ich dich störe.", schlug Heero vor. "Nein!" "Okay."

 

Nachdem sie die zwei Treppen hinaufgelaufen waren, zog Heero Duo in sein Zimmer. "Bad ist gleich nebenan!" Er deutete auf eine Verbindungstür an der Wand. "Arigato." Duo lächelte. "Kann ich was von dir haben zum Schlafen?" Heero zog einen Schlafanzug aus der Kommodenschublade. "Müsste passen." Er reichte ihn Duo. 

 

"Danke, Heero." Duo stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte einen Kuss auf Heeros Wange bevor er im Bad verschwand. Er ließ einen fassungslosen Heero zurück, der sich verliebt lächelnd über die Wange strich, die Duo geküsst hatte.

 

Kurz darauf kam Duo frisch geduscht und umgezogen zurück. "Steht dir!" Schmunzelnd deutete Heero auf den Schlafanzug. Dann verschwand auch er im Bad, um kurz darauf wieder

zu Duo zurückzukehren. Der lag bereits im Bett und gähnte. "Ich hoffe ich liege nicht auf deiner Seite?" "Nein. Passt so." Heero legte sich auf die freie Seite seines großen Bettes. Wie sehr er sich doch in dem Moment wünschte, daß er nur ein normal kleines Standartbett hätte...

 

"Gute Nacht... Und... Das ist total lieb von dir..." "Mach' ich gern. Schlaf' schön!" Heero drehte Duo den Rücken zu, damit dieser nicht mitbekam, daß er in dieser Nacht wohl kein Auge zu tun würde. 

 

Duo schlief bald darauf ein. Er warf sich unruhig hin und her und schien schlecht zu träumen. "Duo?" Vorsichtig drehte Heero sich zu dem bezopften Jungen und streichelte seine Wange. Schreiend schreckte der hoch und setzte sich auf.

 

"Sch..." Heero zog ihn in seine Arme und hielt ihn schützend fest. "Du hast nur geträumt!" Duo drückte sich fest an ihn, wimmerte leise. "Es ist gut, Kleiner..." Behutsam streichelte Heero ihn. "Du musst keine Angst haben."

 

"H... Hai..." Duo hob den Kopf und lächelte Heero zaghaft an. "So ist's gut." Heero lächelte zurück und legte sich hin, hielte dabei Duo weiterhin in den Arme. "Ich bin ja da..."

 

Duo hob den Kopf leicht und küsste Heero sanft, dann legte er sich wieder nieder und schloss die Augen. "Schlaf gut! Ich bleibe noch wach, bis du ruhig träumst!" Heero kraulte zärtlich Duos Kopf. Das war unglaublich schön! Duo lag einfach so in seinen Armen und er durfte ihn halten, bekam sogar ein Küsschen...

 

"Halt mich..." Duo sah ihn flehend an. "Tu' ich ja..." Heero drehte sich so, daß Duo nun richtig in seinen Armen lag. "Hab' keine Angst, Schatz!" "Sch... Sch...atz???" "Sssh..." Heero ignorierte Duos Frage einfach und streichelte ihn beruhigend.

 

Duo hob seine Hand und legte sich auf Heeros Wange, streichelte ihn sanft. "Danke..."

 

"Magst du mir von deinem Traum erzählen?" "Iie....Es war nur...." Duo kuschelte sich an ihn und schloss die Augen. "Ein Traum...", beendete Heero den Satz. "Ruh' dich aus!" "Kannst du...." Duo schluckte ein wenig. "Ein..." "Hm?"

 

"Nichts..." Duo errötete und drehte sich zur Seite. "Ich würde wirklich viel für dich tun, Duo-chan..." Heero streichelte ihn sanft. Lächelnd drehte sich Duo wieder zu ihm um. "Wie hast du mich grade genannt?" "Duo-chan..." "Arigato." "Duo-chan? Sag' mal..." Heero streichelte ihn stetig weiter. "Hast du oft Angst, wenn du allein bist?" Duo nickte. "Ich hab auch Angst im Dunkeln... Ich hasse es allein zu sein..."

 

Einen Moment überlegte Heero. Er wusste nicht recht, ob er Duo wirklich sagen sollte, was er fühlte. "Ich kann auf dich aufpassen...", murmelte er leise. Doch der hörte ihn gar nicht mehr, war er bereits in Heeros Armen eingeschlummert.

 

Seufzend schloss Heero die Augen und versuchte in sich hinein zu hören. Was sollte er denn nur tun?! Er wollte Duo so gerne als seinen festen Freund und dann sollte er ihn nicht bedrängen?! Er quälte sich die ganze Nacht mit diesen Gedanken.

 

Als Duo am nächsten Morgen aufwachte, fühlte er sich glücklich und geborgen. Am liebsten wollte er ab jetzt immer so aufwachen. "Du hast ruhiger geschlafen..." Heero hielt ihn immer noch ganz sanft fest, wollte ihn nicht loslassen. "Lag an deiner Nähe." Duo strahlte ihn süß an. Vorsichtig stupste Heero Duos Nase mit seinem Finger an. "So?"

 

"Hai... So... geborgen." Duo gähnte und kuschelte sich enger an Heero, schloss wieder die Augen. "Du bist auch ganz warm..." Heero lächelte zärtlich. "Wann gibts Frühstück?" "Wann immer ich es anordne. Hast du Hunger?" "Immer.." Duo lachte leise.

 

Heero angelte nach dem Telefon und bestellte sich das Essen aufs Zimmer. "Danke Hee-kun." Duo setzte sich auf und streckte sich ausgiebig.

 

Das Frühstück wurde geliefert. Es handelte sich um zwei Tabletts. Als das Dienstmädchen sah, daß Heero mit einem Jungen im Bett lag, ließ sie, sie vor Schreck fast fallen, doch sie beherrschte sich. "Guten Morgen, Sir." Sie lüftete das Zimmer, gab das Essen aus und ging wieder.

 

Hochrot saß Duo im Bett und fühlte sich unwohl. "Guten Appetit!" Heero stellte die Tabletts aufs Bett. "Da... nke..." "Das war nur Hilde. Du wirst dich an sie gewöhnen müssen. Sie ist hier mein Mädchen für alles." Anzüglich hob Heero die Mundwinkel, um Duo zu verunsichern. Der blickte Heero traurig an und schob dann sein Tablett weg. Der Appetit war ihm vergangen.

 

"Ich meinte, was den Haushalt betrifft." Heero nahm sich eine Traube und hielt sie Duo hin. "Kann ich mal telefonieren?" "Sicher." Heero reichte Duo das Telefon. Der wählte rasch Wufeis Nummer.

 

"Hier Kushrenada... bei Wufei Chang..." "Hi. Duo spricht. Ist Wu da?" "Der ist gerade etwas beschäftigt." Im Hintergrund hörte man Wufei laut aufstöhnen. "Kann ich was ausrichten?" Duo kicherte und wurde rot. "Ähem sagen Sie ihm nur, dass ich die nächsten Tage nicht daheim bin und dass er mich bei Heero erreichen kann wenn er quatschen will.." "Wird gemacht. Auf wiederhören." Treize legte auf.

 

Heero knabberte appetitlos an seinem Brötchen. Duo wusste, wie er ihn verletzten konnte....wirklich! Seufzend legte Duo auf. Er wollte sich nur bei Heero für den Spruch mit Hilde rächen.

 

"Duo..." Heero legte das Brötchen weg. Der stand auf und zog sich aus. "Duo, bitte sieh' mich an." Heero versuchte so gut es ging, sich nicht irritieren zu lassen. Nackt wie er war drehte Duo sich um. "Hast du ne Badeshort für mich?" "Duo..."

 

Heero wurde etwa rot. Eine Unterhaltung schien jetzt keinen Sinn zu machen, so deutete er stumm auf die Kommode. "Danke." Duo schlüpfte in eine Short. "Hilfst du mir beim schwimmen?"

 

"Hai." Langsam erhob sich Heero und zog sich ebenfalls eine Badeshorts an. Er kletterte aufs Fensterbrett. Der Pool war direkt unter ihm, also sprang er hinein. Duo ging lieber zu Fuß. Er war sich nicht sicher ob er schon so gut schwimmen konnte.

 

Heero wartete bereits auf Duo. "Und hopp!", forderte er ihn auf zu ihm zu springen. Duo nahm seinen Mut zusammen und sprang ins Wasser. Nachdem Duo untergluckerte, griff Heero ihn und zog ihn wieder hoch.

 

Der klammerte sich fest an Heero. Er konnte hier nicht stehen. "Lass los!" "Nein!" "Doch! Du kannst schwimmen! Du brauchst mich nicht." "Natürlich brauch’ ich dich! Lass’ mich nicht los..." Duo drückte sich an ihn. Heero seufzte. "Es sind gerade mal zehn Meter von hier bis ins flache Becken!"

 

"Du bist fies!!" "Bin ich." Heero ließ Duo einfach los. "Ich hasse dich!" Duo gluckerte unter. Duo begann zu weinen, klammerte sich an den Rand des Beckens. Er hatte furchtbare Angst vor dem Wasser.

 

"Warum heulst du?!" Heero ging zu ihm und zog ihn in die Mitte des Wassers. "Du bist neulich schon sehr gut geschwommen. Ich fang' dich auf, wenn du untergehst, aber versuch' es!" Er ließ ihn wieder los.

 

Duo gluckte wieder unter. Kämpfte sich mit aller Kraft bis zum Beckenrand und zog sich hoch. Heero schwamm ihm nach und hielt ihn fest. "Wenn du Angst hast, geht's nicht." Er zog Duo wieder mit sich und hielt sie in der Poolmitte. "Beweg' dich!"

 

"Ich hasse dich! Lass’ mich endlich in Ruhe!" "Du willst schwimmen lernen?! Gut! Ich bringe es dir bei!" Heero hielt Duo fest. "Beweg' dich! Ich lass' nicht los!" "Ich will nicht mehr mit dir schwimmen lernen! Du... du..." Duo weinte wieder und strampelte sich los. Hier hatte er Grund und so lief er zur Leiter und kletterte nach draußen.

 

Seufzend sah Heero ihm nach. "Duo-chan..." Er schwamm zu ihm. "Glaubst du denn echt ich würde dir nicht helfen, wenn du mich brauchst?!" "Ja! Ich... Du bist ein Idiot! Du lässt mich absichtlich untertauchen." Duo war wütend und total traurig.

 

"So bringt man kleinen Kindern halt das Schwimmen bei..." Heero sah ihn lieb an. "Ich will dir nur helfen."   "Ich bin kein Kind du Idiot." Duo stampfte auf und ging auf Heros Zimmer zurück, schlüpfte schnell in seine Sachen.

 

Betreten sah Heero ihm nach. Den Idioten nahm er Duo wirklich nicht übel. Er war ja auch einer! Wieso hatte er nicht wenigstens etwas mehr Mitgefühl gezeigt?! Enttäuscht von sich selbst ließ er sich untergluckern.

 

Duo kam fertig angezogen wieder zurück. "Ich geh’ heim..." "Und der Rohrbruch?!" Heero wollte nicht, daß Duo ging... "Es gab doch gar keinen!!" Duo sah zu Boden. "Ich wollte nur in deiner Nähe sein..." Duo umarmte sich selbst und ging dann.

 

Verblüfft sah Heero Duo nach. Jetzt kam er sich erst recht wie das Letzte vor! "Duo..." Er rannte ihm nach. "Warte mal!" Doch der war bereits dabei in den Bus zu steigen.

 

"Verdammt!" Wütend auf sich selbst kickte Heero einen Stein zur Seite. Er trottete mit hängendem Kopf zurück und ging sich anziehen.

 

Duo ging sofort in die Kirche, Arbeit würde ihn ablenken. Auch Heero suchte die Kirche auf. Sein Anliegen war es den Pfarrer mal wieder zu belästigen. Irgendwie taten ihm diese Gespräche gut.

 

Duo fühlte sich total ausgebrannt, als er sich in den Beichtstuhl setzte.

 

"Guten Morgen, Vater..." Heero lächelte müde. "Morgen..." "Ihr wisst ja, wieso ich hier bin..." Heero seufzte. "Ich bin ein Vollidiot!" "Solche Leute kenn’ ich..."

 

Verwundert stellte Heero fest, daß der Priester sich heute ganz und gar nicht so fröhlich und nett anhörte, wie sonst. "Tut mir leid, daß ich euch schon wieder belästige..." Er stand auf und wandte sich zum Gehen.

 

"Nein, bleib’! Verzeih’, mein Sohn. Auch ich hatte einen schlechten Tag." "Das tut mir leid für Euch." Heero setzte sich wieder.

 

"Ich mag jemanden, aber er....Lässt mich einfach untergehen.." Duo holte Luft. "Entschuldige. Es geht um dich, nicht um meine Probleme..." Durcheinander schüttelte Heero den Kopf. "Ich verstehe euch. Ich hätte die Chance meines Lebens gehabt und ich Idiot vermassele sie!"

 

"Was ist geschehen?" "Ich war mit meinem Jemand zusammen... Gott möge ihn schützen... Ich Volltrottel hab' ihn einfach ins kalte Wasser plumpsen lassen..."   

 

"Kommt mir bekannt vor..." "So?!" Heero horchte interessiert auf.

 

"Ja... Ich war bei einem Freund... Er wollte mir schwimmen beibringen, aber dann... Heero weiß genau, dass ich Angst vorm Wasser habe, aber er hat mich einfach fallen lassen..." Auf der anderen Seite des Beichtstuhls erstarrte Heero förmlich. Er... Duo... Das konnte doch nicht wahr sein!

 

Duo seufzte. "Ich sollte dich nicht damit nerven. Ich vergesse ihn einfach und aus." "Hmm..." Heero fasste einen Entschluss. "Ich bin sicher, daß Euer Freund Euch damit nicht weh tun wollte..."

 

Duo lachte leise. "Wir scheinen die Rollen getauscht zu haben, nicht wahr?" "Ihr habt mir doch auch schon so oft geholfen, Vater." Heero lächelte etwas. "Danke, mein Sohn."

 

"Wisst ihr, was ich glaube?!" Heero zitterte etwas. "Ich glaube Ihr bedeutet Eurem Freund sehr viel. Er wollte Euch sicher nur helfen..." "Indem er mich fast absaufen lässt!?" "Ich bin überzeugt davon, daß Euer Freund Euch liebt. Er ist nur ein dummer Narr, der nicht weiß, wie er das zeigen

soll..."

 

Duo lachte lautlos. "Ich denke nicht, dass er....." "Ich bin fest davon überzeugt, Vater. Euer Freund liebt Euch wirklich! Glaubt mir!" "Wenn du meinst, mein Sohn." "Heero lächelte etwas. "Ich weiß es." "Wieso bist du so sicher?" "Nun... Sagen wir, ich kenne ihn sehr gut." Mit zitternder Hand schob Heero seinen Ausweis durch den kleinen Schlitz.

 

Duo hob eine Augenbraue nach oben und besah sich den Ausweis. Er blieb einige Minuten schweigend sitzen bevor er aufsah. "Ich bin ein Esel. Vergib' mir, Duo!"

 

Duo sah ihn fest an. Dann stand er auf und stürmte aus der Kirche. Heero lief ihm einfach nach. Er bekam Duo am Handgelenk zu fassen, als er schon ganz außer Puste war. "Duo..."

 

Duo fuhr herum und verpasste Heero eine Ohrfeige. Dann sank er weinend zusammen.

 

Heero hielt seine Wange. Er hätte Duo nie einen solchen Schlag zugetraut. "Bitte... Ich wusste das doch auch nicht!" Heero sah ihn traurig an. "Die ganze Zeit hast du mich angelogen!" "Duo..." Heero kniete sich zu ihm. "Wieso denn? Was hab' ich denn gemacht?"

 

"Wieso....." Duo klammerte sich an ihn. "...hast du mir in der Kirche nie gesagt, dass du es bist?" "Ich dachte so was muss man im Beichtstuhl nicht tun! Außerdem..." Heero sah ihn hilflos an. "Ich wusste doch auch nicht, daß du es bist!" "Nicht?"

 

"Nein. Sonst hätte ich dir das doch alles gar nicht erzählt." Heero setzte sich neben ihn. "Entschuldige..." Duo dachte ein wenig nach. "Liebst du mich?" "Sagte ich das noch nicht deutlich genug?!" "Sag es mir! In Worten!"

 

Heero nahm Duos Hände. "Ich... Ich habe alles, was man sich wünschen kann: Ein großes Haus, ein Auto, einen guten Job, Geld... Und ich bin trotzdem nicht glücklich. Duo-chan... Ich kann auf all das verzichten, aber ich kann ohne dich nicht leben!"

 

Duo sah ihn süß an. "Sag’ mir die Worte. Heero... Sag’ mir, dass du mich liebst...." "Ich..." Heero nahm all seinen Mut zusammen. "Ich liebe dich, Duo-chan! Mehr, als mein Leben!" Duo schmiss sich in seine Arme. "Duo!" Überrascht fing Heero ihn und hielt ihn fest, streichelte ihn zärtlich. "Hee-chan..."

 

"Bleibst du bei mir, Duo?" "Ich...." Heero seufzte traurig. "Du musst nicht... Ich kann auf dich warten... Mein ganzes Leben lang, werde ich auf dich warten, wenn du willst..." "Nimm mich mit nach Hause!"

 

Ein Strahlen huschte über Heero Gesicht. Er hielt Duo ganz fest und zog ihn auf die Beine, gab ihm einen langen, liebevollen Kuß. "Unser Haus, unser Wagen, unser Geld und... unser Glück!", flüsterte er leise.

 

~Owari~

 

Hosted by www.Geocities.ws

1