Titel: Lady Whisky
Autor: GinasAkari/GiaSheeneDarkstealer
E-Mail: [email protected] oder [email protected]
Widmung: Julie-chan, Videlo, Birthe, Rike
Fanfiction: Gundam Wing
Rating: PG-13
Warnung: [songfic]
Kommentar: Duo hat ein... Alkoholproblem...
Pairing: 1x2
Disclaimer: "Lady Whisky" gehört Udo Lindenberg, Gundam Wing gehört Bandai,
            Sunrise und co... Ich ernte mit dieser Story kein Geld (aber
            hoffenlich ein bißchen Feedback.... *zwinker*)

"Sonntagnachmittag-draußen Regen... Langeweile, und es wurde immer schlimmer, während die anderen saßen und Kuchen fraßen, nebenan im Flimmerkastenzimmer... Er war 16 Jahre alt... Und zum Abendbrot präsentierte Köpke, zwischen Käse und Kakao, Katastrophen, Krieg und Krisen und die ganze blöde Welt in der Tagesschau..."

Duo zappte durch die Kanäle, doch alles, was er sah waren Berichte über die letzte Schlacht. Wieder hatten die Gundams gesiegt... Wie sollte es auch anders sein?! Sie gewannen einzelne Kämpfe, aber keiner war in der Lage den Krieg zu stoppen...

Und es kotzte ihn an! Es machte ihn fertig... Er wollte einfach nur ein friedliches Leben! Am Anfang hatte er noch geglaubt er könnte mit seinem Deathscythe Gundam etwas ausrichten, aber nun?! Seine Hoffnung schwand immer mehr... Schon ein schrecklich langes Jahr des Krieges war vorbei. Er hatte keine Lust mehr... Und auch keine Kraft...

Natürlich... Es gab da etwas, daß ihn all die Monate lang daran gehindert hatte, alles hinzuschmeißen: Kobaltblaue Augen, deren Blicke ihn schier aufzusaugen schienen. Doch nie würde er das Glück haben in ihnen Wärme zu sehen...

Duo wollte doch nur, daß Heero ihn beachtete, ihn liebte... So sehr wünschte er sich das... War es denn zuviel verlangt?!

"Und er hatte genug von alledem... Und er ging in die Kneipe und ballerte sich zu... Und die Wirtin sagte: Na, du süßer Bengel du?"

Dort saß er nun, in seinem engen Lederoutfit... An der Theke versunken und ein Mädchen nach dem anderen um sich... Was machten sie schon? Sich anbiedern... Sie wollten seine Freundin sein und jede von ihnen versuchte ihn mit ihrem Charme herumzukriegen. Doch er? Er wollte nur ihn...

"Und er war der blaue Engel und er goß sich einen rein... Diese Welt kann doch trotzdem so unbeschreiblich schön sein!"

Ja, er flirtete, was das Zeug hielt...

"Und mit der hochprozentigen Braut, wurde er bekannt, die er wahnsinnig berauschend und am nächsten Morgen zum Kotzen fand..."

... und er trank, um zu vergessen... All den Schmerz, die Trauer... Seine Vergangenheit und die unerreichbare Zukunft... Den Wunsch seinen Geliebten halten zu dürfen...

Und dann stand sie vor ihm: Groß, schlank, blond, blauäugig und grell geschminkt. Seine Hände zitterten und das leere Glas entwich seinen Lippen...

Ihre Hand griff nach seiner und sie zog ihn mit sich nach Haus'... Duo ließ es geschehen. Was sollte schon passieren? Vielleicht würde sie ihm helfen können? Irgendwann mußte doch einmal jemand auftauchen, der ihn Mr. Perfect Soldier vergessen lassen machen konnte...

Gleich, als Duo sich benommen in ihrer Wohnung wiederfand, drückte sie ihn aufs Bett. Er ließ es geschehen und folgte mit den Blicken ihrem eleganten Körper, der sich zu der kleinen Zimmerbar schlängelte. Sie schien zu wissen, was er wollte... Als sie wiederkam, reichte sie ihm ein Glas Whisky... Er sah ins Glas, schwang es leicht in seiner Hand...

"Lady Whisky, sie hat so schöne braune Augen-brauchst nur auszusaugen..."

Nein, kein Mensch konnte ihn vergessen machen lassen... Aber der Whisky? Solange er seine Sinne trübte, würde es gehen... Duo trank das Glas auf Ex aus. Dann stieg sie auf ihn, zog sich langsam aus. Duo war zu keiner Bewegung mehr fähig. So sehr sie sich auch an ihm rieb, die blonde Schönheit übte keinerlei Reiz auf ihn aus...

Am nächsten Morgen ging es ihm schlecht. Sein Kopf dröhnte und alle schwamm vor seinen Augen. Er erinnerte sich nur noch leicht an den letzen Abend. Die Erinnerung kehrte immer mehr zurück, als er neben sich die hübsche Frau liegen sah, mit der er noch am Abend zuvor geglaubt hatte, nur ganz vielleicht, unter Umständen, glücklich werden zu können.

'Maxwell, du Looser... Du hast nichtmal einen hochgekriegt...' Dachte er erschüttert. Weiter kam er nicht. Sein Magen krampfte sich zusammen und er suchte das Bad...

"All die Jahre hindurch, wenn er traurig war, war sie immer für ihn da... Wenn die Welt so höllisch und der Himmel verschlossen und der liebe Gott mal wieder auf fernen Reisen war, aber auch, wenn es ihm gutging... Sie war immer dabei... Und gab ihm ihre feuchten, nassen Küsse..."

Duo konnte sich kaum mehr an die letzten Jahre erinnern und er wollte es auch nicht. Alles lief schief! Heero schien ihn nur noch zu ignorieren und wenn er sprach, dann war er noch kälter, als sonst... Duo fühlte sich, als müsse er daran zerbrechen. Trowa, Quatre und Wufei machten sich Sorgen, denn seine aufgesetzte Fröhlichkeit konnte Duo schon lange nicht mehr spielen... Immer wieder gerieten sie aneinander, weil seine Freunde ihm klarmachen wollten, daß Duo abhänig war...

"Und die Sonne ging auf, und sein Kopf ging unter... Und langsam ertrank er in der Alkohol-Pfütze..."

Er lag auf seinem Zimmerfußboden.

Es war dasgleiche Zimmer, das er einst mit Heero geteilt hatte, bis dieser ihn angeschrieen hatte, daß er mit einem Säufer nichts mehr zu tun haben wollte und türknallend gegangen war. Duo war fast gestorben, vor Kummer. Er hatte gehofft, daß Heero zurückkommen würde, doch er war zu Wufei ins Zimmer gezogen...

Nun war er am Boden. Er war gerade aus der Kneipe gekommen, mal wieder stockbesoffen... Und es hatte ihm einfach den Boden unter den Füßen weggezogen...

"Und dann ganz tief in der Grütze merkte er: Die bringt mich ja um! Sie hat mich belogen und betrogen!"

Doch was machte das schon? Nun war eh alles zu spät. Heero hatte das letzte Bißchen Achtung vor ihm verloren und auch die anderen hielten ihn für einen armen, abhänigen Schlucker. Und schmerzhaft mußte er zugeben, daß er das auch war...

Von weit entfernt hörte er, wie seine Zimmertür geöffnet wurde. Duo war zu gelähmt, zu faul, um seine Augen zu öffnen. Er fühlte, wie sich starke Arme um seinen Körper schlangen. Egal, wer es war... Duo war alles egal!

Er spürte, wie es weich unter seinem Rücken wurde. Er lag auf dem Bett. Eine Weile verging. Duo war sich nicht sicher, wielange es dauerte-sein Zeitgefühl war verlorengegangen.

Dann neigte sich die Matratze an seiner Seite etwas nach unten. Etwas Kaltes, Nasses wurde auf seine Stirn gelegt.

"Warst du wieder saufen, Baka?!"

Duo riß die Augen auf. Das war definitiv die rauhe Stimme Heeros, die ihn da anfuhr. Ihm wurde noch schlechter, als er feststellte, daß er recht hatte. Heero saß neben ihm auf seinem Bett und tupfte ihm die Stirn mit einem kalten Lappen ab.

Mit einem flauem Gefühl im Magen ließ Duo sich wieder auf dem Kissen nieder. Heero sagte kein Wort, wusch nur sein Gesicht und seinen Oberkörper.

Duo glaubte zu träumen. Wie oft hatte er sich vorgestellt, Heero würde ihn berühren? Und nun?! Nun streiften seine Hände sanft seinen nackten Oberkörper und wuschen ihn. Nur fühlte er sich dabei einfach dreckig...

"Warum trinkst du soviel, Maxwell?", fragte Heero plötzlich. Duo fühlte sich nicht fähig eine Antwort zu geben. Er konnte Heero doch nicht einfach mit seinen Problemen belasten! Und vorallem konnte er ihm ja wohl schlecht sagen, daß er ihn liebte.

Heero legte Duos Hemd zusammen und deckte ihn zu. "Weißt du, wir machen uns alle Sorgen um dich...", sagte er dann ganz leise. Duos Augen weiteten sich. Hatte er sich verhört?! Hatte Heero wirklich gesagt alle machten sich Sorgen? Auch Heero selbst? Duos Kopf arbeitete auf Hochtouren. Er sah zu Heero.

Was er erblickte, schien ihn wachzurütteln. Heero saß mit gesenkten Schultern neben ihm. Sein Blick war traurig und er spielte nervös mit seinen Hemdenzipfeln.

Sollte das wirklich der Heero sein, den er kannte?! Das war doch unmöglich! Das konnte doch nicht wirklich Heero Yuy sein! Der Junge, der kälter war, als Eis...

"Duo ich..." Heero biß sich auf die Lippe. Eine Stimme zitterte etwas. Duo versuchte die leisen Worte zu verstehen, horchte genau hin. "Ich mach' mir Sorgen..."

Heeros Blick traf Duos, der die Luft anhielt. Im nächsten Moment lag Heero neben ihm und umklammerte ihn fest.

Duo erschrak. "Heero...", wisperte er tonlos. Heeros Hände zitterten. Nein, genaugenommen zitterte Heero am ganzen Körper.

"Ich liebe dich, Maxwell! Ich will dich nicht verlieren, hörst du?!"

Duo erstarrte. Mit aufgerissenen Augen sah er Heero an. Meinte er das wirklich ernst? Das konnte doch nur ein Traum sein! Hatte er wirklich übersehen, daß Heero seine Gefühle erwiderte?

"Ich will nicht, daß du so zerbrichst...", wisperte Heero leise und streichelte Duo durchs Haar. Er löste den langen Zopf und strich mit den Fingern die langen Haare glatt. "Du... du bist so wunderschön..." Heero nahm Duos Kopf vorsichtig zwischen seine Hände und gab ihm dann einen besitzergreifenden Kuß.

Duo konnte es kaum glauben: Heeros feste Lippen auf seinen eigenen... Das Kribbeln in seinem Bauch stieg immer weiter. Unsicher legte er die Arme um den Hals des japanischen Piloten.

Dieser entfernte sich wieder etwas von ihm, um ihm in die Augen zu sehen. "Ich hab' mich nicht getraut es dir zu sagen, aber..." Heero stockte kurz. "Ich kann nicht mitansehen, wie du immer mehr kaputtgehst..." Duo verstand. "Maxwell, ich will dir helfen..." Heero drückte ihn ganz dicht an sich und Duo konnte nicht mehr als nicken. Er war vollkommen überwältigt.

"Nein, ich bin nicht mehr dein blauer Engel! Ich will mich von dir befreien! Daß du mich beinah' gekillt hast, das werde ich dir nie verzeih'n!"

Verdammt! Duo wollte nicht mehr trinken! Aber es fiel so schwer... Obwohl Heero die ganze Zeit bei ihm war und ihm versuchte zu helfen. Schon Tage, Wochen, Monate... Duo hätte sich nie vorstellen können, daß der Wing-Pilot so einfühlsam und liebevoll sein konnte! Es war alles noch immer wie ein Traum, der wahrgeworden war...

"Ich guck' morgens in den Spiegel. Meine Augen stumpf und rot... Lady Whisky, du falsche Schlange... Du sprichst vom Leben und machst mich langsam tot..."

Heero stellte sich hinter Duo und legte die Arme um ihn. Duo sah ihr Bild im Spiegel und schmunzelte, als er Heeros Lächeln sah. Er drehte sich zu ihm um und Heero hielt ihn fest, streichelte ihm sanft über den Rücken und gab ihm einen zärtlichen Kuß auf die Stirn.

"Wir schaffen das, Duo-chan...", wisperte er aufmunternd. Duo nickte. Er vertraute Heero und er wußte, daß er den Alkohol nicht mehr brauchte, weil er so, wie es jetzt war, glücklich war...

~Owari~

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