Titel: Wenn du gehst
Autor: Julia
E-Mail: [email protected]
Widmung: Meiner Liebsten
Fanfic: Gundam Wing
Rating: PG-16
Warnung: yaoi, angst, lemon
Kommentar: Ist mir während der Zugfahrt von Berlin
nach Wien eingefallen. Was soll man während zehn Stunden auch anderes machen
außer schreiben und schlafen???
Pairing: Die Üblichen, also: 1x2, 3x4, 5x6x13
Disclaimer: Keine Geldmache mit dieser Story! Rechte
für Gundam Wing liegen bei Bandai,
Sunrise und co...
~Duo~
„WAS?“ Ich
schreie das Wort heraus, unfähig sonst etwas zu sagen. Du stehst ruhig vor mir
und nickst einfach nur, wie du es immer tust wenn du nicht wirklich etwas zu
sagen hast. Ich spüre wie sich Tränen in meinen Augen bilden, als das Erkennen
deiner Worte einsetzt. Du sagst du musst gehen. Wohin hast du mir nicht gesagt,
aber es ist auch nicht von Belang. Du willst weg von mir! Der Gedanke brennt
sich tief in meine Seele. Ich zwinge mich, nicht zu zittern. Es ist wegen
letzter Nacht, nicht wahr? Das erste Mal das wir uns näher gekommen sind, als
nur streicheln. Ich habe mich dir hingegeben und es war wunderschön. Zumindest
für mich. Hat es dir nicht gefallen Heero? Gehst du deswegen? Oder war ich zu
gut? Gehst du weil du nur eine schnelle Nummer mit mir wolltest? Weil du jetzt
hast was du wolltest und mich nun nicht mehr brauchst? Ich schlucke den Kloß in
meinem Hals hinunter. Ich kann später darüber nachdenken. Mit einem Schritt
schließe ich den Abstand zwischen uns und drücke dich kurz an mich. „Okay.“ Es
ist nicht wirklich okay, wenn du gehst aber was soll ich sagen? Das ich ohne
dich nicht Leben kann? Du weißt wie sehr ich dich liebe. Ich schnappe mir meine
Jacke und wische mir noch schnell einmal über die Augen. Bitte sei weg, wenn
ich zurück komme. Ich kann dich nicht noch einmal sehen.
~Heero~
Ich hasse mich.
Die Tür hinter dir fällt krachend ins Schloss. Ich strecke die Hand aus und
berühre die Stelle an der du gerade noch gestanden hast. Leere. Ich muss
einfach gehen Duo. Sie hat gesagt, sie würde dich töten wenn ich bei dir
bleiben würde. Ich weiß sie hat nicht wirklich die Mittel dazu und ich würde
dich beschützen, aber die Angst ist da. Also beschütze ich dein Leben, indem
ich es zerstöre. Du hast gesagt okay. Ich dachte ich müsste sterben als du dich
kurz an mich gedrückt hast. Fast hätte ich nach gegeben und dich in meine Arme
geschlossen. Ich bin froh das du jetzt weg bist, so ist es leichter für uns
beide. Ich geh in unser Zimmer. Ohne mich umzusehen stopfe ich meine Sachen in
eine Tasche. Deine Seite des Zimmers ist voller Zeug. Ich weiß es auch ohne
hinzusehen. Anfangs hast du dein vollgeräumtes Bett immer als Ausrede benutzt
um bei mir schlafen zu können. Ich fand das so niedlich. Ich lache kurz und
ironisch. Heero Yuy findet etwas niedlich. Die Welt steht Kopf. Aber niemand
kennt mich wie ich wirklich bin. Niemand kennt mein Innerstes. Außer dir! „Du
gehst weg?“ Ich drehe mich um. Wufei steht im Türrahmen. „Ja, ich muss.“ Wow
ein ganzer Satz. Kann stolz auf mich sein. Wufei nickt. „Ich nehme an du hast
deine Gründe.“ Ich höre einen fragenden, nahezu bedrohlichen Unterton heraus.
„Ja. Pass gut auf ihn auf.“ Ein Murren. Ich weiß, dass die Anderen gut auf dich
Achten werden, deswegen mache ich mir keine Sorgen. Ich schlüpfe in eine Jean
und einen Pulli, lege meine üblichen Sachen zusammen und auf das Bett. Ich
lasse sie dir hier, vielleicht willst du ja eine Erinnerung an mich besitzen.
~Duo~
Ich renne. Ohne
ein Ziel. Immer weiter. Ich bin blind vor Tränen, meine Sicht ist verschwommen.
In meiner Brust brennt es so sehr, dass ich denke ich würde gleich tot
umfallen, aber ich tue es nicht! Warum nur? Warum? Liebst du mich wirklich
nicht mehr? Hast du mich denn je geliebt, oder wahr alles nur Fassade, ein
grausames Spiel in einer grausamen Welt? Ich erreiche den Strand, lasse mich
kraftlos in den Sand sinken. Hier ist es wo wir uns das erste Mal getroffen
haben. Als du Relena töten wolltest. Ich habe dich angeschossen. Ich schlucke.
Ich will sterben. Bitte. Jemand soll kommen und mich töten! Ich schrecke hoch
als ich eine warme Hand auf meiner Schulter fühle. Wufei. Kommentarlos setzt er
sich neben mich und umarmt mich. Er streicht mir sanft über den Kopf. „Schh ist
gut. Lass es raus.“ Und das tue ich. Ich kralle mich in sein Hemd und schreie,
weine, tobe. Solange bis ich keine Kraft mehr habe. Wufei drückt mich an sich
versucht mir zu helfen. Noch nie war ich ihm so dankbar. „Gehst wieder?“
Aufmunternd lächelt er mich an. Er weiß das es mir nicht gut geht, aber ich
nicke trotzdem. Er steht auf und hilft mir auf die Beine. Ich friere. „Gehen
wir zurück.“ Ich nicke nur.
~Heero~
Es ist unbequem
hier. Ich sitze eng zusammengepresst in einem Gleiter. Ich wollte erst mit Wing
reisen, aber so ist es unauffälliger. Niemand stellt mir Fragen. Noch eine
halbe Stunde bis L2. Ich kann nicht glauben, dass ich wirklich hier her fliege.
Eigentlich wollte ich nach L1, zurück nach >Hause<, aber ich will sehen
wo du aufgewachsen bist Duo. Ich weiß, dass es überaus nostalgisch von mir ist,
aber ich kann dich nicht loslassen. Zumindest nicht innerlich. Der Gleiter
landet und ich rapple mich auf. Mühsam zwänge ich mich an den Menschen vorbei
Richtung Ausgang. Ich kann nicht glauben, dass ich hier bin.
~Duo~
Seit Wochen war
ich nicht mehr in unserem...meinem Zimmer. Seit du weg bist, schlafe ich auf
der Couch. Die Anderen machen sich furchtbare Sorgen um mich, ich kann es
spüren. Quatre wuselt um mich herum, versucht es mir bequem zu machen. Kocht
mir Essen und bringt mir Tee. Trowa ist still, aber er lächelt mir immer wieder
aufmunternd zu. Wufei, nun er versucht mich zu trösten. Und die anderen
beiden...Allein das sie hier sind zeigt mir, dass die Welt nicht mehr in
Ordnung ist. Zechs ist okay, aber Treize. Ausgerechnet unser größter Feind
Treize Khushrenada! Wo die Liebe hinfällt. Ich wünschte du wärst hier Heero und
würdest die Scheisse aus ihm rausprügeln. Ich traue ihm nicht. Habe Angst vor
ihm. Doch selbst er und Zechs scheinen sich um mich zu Sorgen. Kein Wunder.
Seit du weg bist habe ich kaum gesprochen, geschweige den gelacht. Nicht ist mehr
übrig von dem immerfröhlichen Duo Maxwell den du so gemocht hast.
~Heero~
Die Bauarbeiten
laufen gut. Im Grunde fehlt nur noch das Dach und ein kleiner Teil am
Waisenhaus. Was man mit Einfluss alles erreichen kann. Ich schüttle den Kopf.
„Mr. Yuy. Ein Paket für Sie!“ Ich drehe mich um und nicke dem Jungen zu. Jede
Woche kommt ein Paket von Wufei für mich an. Er hält mich darüber am Laufenden
wie es dir geht. Manchmal schickt er mir auch Dinge von dir Duo. CD’s,
Kleidung, Dein Parfüm. Letzte Woche war es ein halbgegessenes Brötchen. Ich
habe einen kleinen Schrank in meiner Wohnung, wo ich all diese Dinge
hineinlege. Eine Art Altar. Nein ich bin nicht besessen, ich liebe dich nur so
sehr Duo! Ich sehe auf die Uhr. Es ist schon spät. Ich sage den Arbeitern, dass
sie Schluss für heute machen können und rufe mir ein Taxi zu meiner Wohnung.
~Duo~
„Möchtest du
Fernsehen?“ Ich nicke. Quatre sieht mich gequält an. „Ja bitte, dass wäre
nett.“ Er lächelt erleichtert. Ist es schon so schlimm geworden, dass sich die
Anderen über einen Satz von mir freuen? Wufei, Zechs und Treize sitzen mir
Gegenüber. Sie haben herum gealbert, aber als ich den Raum betreten habe, sind
sie verstummt. Wirke ich den so bedrückend auf die Anderen? Trowa zieht Quatre
in seine Arme, der den Fernseher einschaltet. Ich seufze und lehne mich zurück.
Werbung. Naja besser, als so ein Liebesfilm. Ich möchte nicht noch mehr an dich
denken müssen Heero. Du fehlst mir so. Deine Nähe. Deine Wärme. Dein nach außen
hin emotionsloses, kaltes Verhalten. Deine kobaltblauen Augen, in denen man so
schön versinken kann. Wie in einem dunklem tosenden Meer. Deine dunkelbraunen
Haare. Immer verwuschelt. Ich schniefe leicht. Wieso bist du so unwiderstehlich
Heero? Die Werbung hört auf. Nachrichten. Auch okay. Ich sehe nur mit einem
Auge hin. Quatre reicht mir eine dampfende Tasse Tee. Ich lächle ihn an und er
blickt mich fest an. Ich seufze. „Danke.“ Er lächelt, als wollte er wie zu
einem Hund <Brav> sagen. Ich sehe zum Fernseher und lasse die Tasse
fallen. Der Inhalt ergießt sich heiß über meine Hände aber ich spüre den
Schmerz nicht. Ich höre auch nicht das aufgeregte Japsen der Anderen, ich sehe
nur dich. Du stehst vor einer halbfertigen Kirche. Aber nicht irgendeine, nein.
Die Maxwell Church! Wie kannst du nur!? Ich höre nicht wirklich was du sagst.
Irgendwas von, Wiederaufbau eines historischen Gebäudes. Die Kamera schweift
herum. Sogar das Waisenhaus steht fast wieder. Um mich herum wird es schwarz.
~Heero~
Ich stelle den
Fernseher ab und nehme einen großen Schluck Wasser. Das Paket steht immer noch
ungeöffnet vor mir. Ich ziehe den Moment immer solange wie möglich heraus. Ich
seufze und blicke auf ein Foto von dir, dass auf dem Tisch steht. In der ganzen
Wohnung sind Bilder von dir verteilt. Ganz ohne dich geht es nicht. Ich öffne
das Paket und ein kehliger Schrei entkommt mir. Oh mein Gott!!! Wieso?
Eingehüllt in ein durchsichtiges Stück Plastik liegt dein Zopf, daneben ein
Brief von Wufei.
Es wird wieder
schlimmer. Er hat seine Haare abgeschnitten. Sie reichen ihm nur noch bis zur
Mitte des Rückens. Ich habe sie aus dem Mist gefischt um sie dir zu schicken.
Komm zurück. Ich weiß nicht was ich noch machen soll. Auch die anderen sind
ratlos! Er isst nicht! Er lacht nicht! Er spricht nicht einmal mehr! Früher hat
mich sein Geplapper immer gestört, jetzt freue ich mich über jedes Wort. Tu
etwas Heero!
Wufei.
Ich spüre wie
Tränen auf das Papier tropfen, schnell lege ich es zurück in die Schachtel. Ich
nehme deinen Zopf aus der Packung und betrachte ihn liebevoll. Wufei hat ihn
geflochten gelassen und an beiden Enden zugebunden, damit keine Strähne
verloren geht. Zärtlich schmiege ich meine Wange gegen das weiche Haar. Oh Duo.
Bitte mach keinen Unsinn!
~Duo~
Das erste was ich
registriere ist, dass ich in einem Bett liege. Ich bemerke es sofort. Die
letzten Wochen habe ich auf der harten Couch verbracht, deswegen spüre ich den
Unterschied sofort. Ich spüre etwas kaltes, feuchtes auf meiner Stirn und
schlage die Augen auf. Fünf besorgte Gesichter sind über mich gebeugt. Bei dem
Anblick muss ich leicht schmunzeln. Wufei sitzt an nahesten bei mir und
befeuchtet meine Stirn mit einen feuchten Lappen. „Wie fühlst du dich?“ Ich
ignoriere die Frage gewissenhaft. „Ihr habt das doch auch gesehen oder?“ Fünf
Nicken. Ich schlucke. Du lässt meine Kirche wieder aufbauen! Oh Heero. Ich
setze mich aus und streiche durch meine halblangen Haare. Sie reichen mir offen
nur noch bis zum Bauchnabel, statt bis zu den Kniekehlen. Meine Hände sind
verbunden. Ich erinnere mich an den heißen Tee und seufzte reumütig.
Irgendetwas grün-schwarzes liegt bei meinen Füßen auf dem Bett. Ich sehe Wufei
fragend an. Er sieht aus als würde er schlucken. „Er hat es dagelassen.“ Erst
jetzt bemerke ich, dass ich in meinem ehemaligen Zimmer liege, aber nicht auf
meiner Seite des Raumes. Drüben liegt ein Haufen Zeugs herum, ich dagegen liege
auf Heeros Bett. Heeros Bett!! Deswegen der vertraute Geruch. Ich strecke die
Hand aus und fische nach den Sachen. Dein Tanktop und deine Spandex. Ich spüre
wie mir wieder schwindlig wird, aber ich unterdrücke das flaue Gefühl. Ich
stehe auf und strecke mich. „Es reicht!“ Die Anderen sehen mich fragend an.
Ohne ihnen zu antworten ziehe ich mich aus und gehe ins Bad. Eine heiße Dusche
und ich fühle mich schon wieder viel besser. Nur in Unterwäsche komme ich
zurück ins Zimmer und schlüpfe in deine Sachen. „Ich gehe.“ Wufei springt auf,
will etwas sagen, aber Quatre hält ihn zurück. Ich nehme mir eine Jacke und
verlasse die Wohnung.
~Heero~
Die Arbeiten
laufen gut. Die Kirche ist fertig, das einzige was noch fehlt ist eine
Eingangstür. Ich kann mich nicht zwischen Eiche und Buche entscheiden. Eiche
passt besser zu einer Kirche aber Buche...Es erinnert mich so an deine Haare.
Deine wunderschönen Haare. Dein Zopf liegt auf meinen Nachttisch. Ich schmiege
meinen Kopf hinein wenn ich schlafe. Gott was ist nur aus dem harten Soldaten
geworden der ich einmal war? Wie hast du diese Veränderung in mir bewirkt Duo?
Beim Waisenhaus fehlt noch die gesamte Inneneinrichtung. Ich muss noch mit dem
Bürgermeister über eine Wiedereröffnung reden. Jetzt hat es einen neuen Namen.
Maxwell’s House. Auf den Tisch neben mir wird das allwöchentliche Paket
abgestellt. Ich drehe mich nicht zu dem Jungen um. „Danke.“ Seltsamerweise
kommt keine Antwort. Ich nehme das Paket in die Hand. Es fühlt sich
ungewöhnlich leicht an. Ich kann die Arbeiter noch nicht nach Hause schicken,
also öffne ich das Paket hier. Nur ein Zettel. Das ist seltsam.
Dreh dich um
Heero...
Das erste, dass
mir durch den Kopf geht ist, das es nicht Wufeis Handschrift ist. Langsam lasse
ich das Paket sinke, drehe mich um. Sehe direkt in leuchtendes Indigo. Ein
erschrockener Laut entkommt mir. „Hy Yuy!“ Mein Herz bleibt jeden Moment
stehen. „Maxwell.“ Ich bin über mich selbst erstaunt, dass ich das Wort ohne
Stottern heraus bringe. Du nickst mir zu. Dein Gesicht ungewohnt ernst. „Wir
müssen reden Yuy.“ Ich nicke nur.
~Duo~
Der erste Schritt
ist geschafft. Du hättest dein Gesicht sehen sollen, als du dich umgedreht
gast. Zum Todlachen! Jetzt sitze ich auf deiner Couch. Die Wohnung ist wirklich
nett. Klein aber sehr gemütlich. Du stellst ein Glas Coke vor mir ab und setzt
dich dann neben mich. Lange schweigen wir uns an, dann streckst du die Hand aus
und fasst an meinen Zopf. „So kurz....“ Ich nicke. Du räusperst dich. „Wieso
bist du hier Duo?“ „Wieso bist du gegangen?“, antworte ich mit einer
Gegenfrage. „Und erzähl mir nicht, dass du mich nicht mehr liebst Yuy!“
Erstaunen liegt in deinem Blick und du rückst näher zu mir. Bild eich mir das
ein oder bist du nervös. „Duo...Ich...wollte.....“ „Ja, Koi?“ Bei dem Kosewort
verziehen sich deine Mundwinkel nach oben. Dann erzählst du mir die Geschichte,
angefangen mit Relenas Drohung und endend mit unserer Begegnung an der Kirche.
Langsam dämmert es mir und ich beginne zu lachen. „Duo?“ „Baka!“ Ich fasse es
nicht. Du willst mich beschützen. Das ist so süß von die Heero, aber unwichtig.
Ich stehe auf und lasse mich auf deinen Schoß fallen.
~Heero~
Automatisch
schlinge ich meine Arme um dich, halte dich fest. Dein Blick sagt mir, dass du
das so nicht willst. Langsam nicke ich. Mein Duo. Ich werd dich nicht gehen
lassen. Ich werde Relena von dir Fern halten, aber ich werde bei dir sein.
Sanft küsse ich dich. Ich liebe dich Duo.
~Owari~