Titel: Viel zu kalt

Autor: Julia

E-Mail: [email protected]

Widmung: Für Gia, mein Engel

Fanfic: Gundam Wing

Rating: PG-14

Warnung: yaoi, angst, sap,

Kommentar: Diese Songfic ist auf Wunsch meiner Freundin entstanden, also tue ich ihr den Gefallen. Außerdem ist es irgendwie die Fortsetzung zu Live in you

Pairing: 1xR *ahhhhhh* (nur angedeutet...phuu....) 1x2!!

Disclaimer: Keine Geldmache mit dieser Story! Rechte für Gundam Wing liegen bei Bandai,

                   Sunrise und co...

 

*Seh´ ich dich nochmal - bevor du gehst
ich frag mich warum
habe ich vielleicht zu laut geweint
zuviel dich gefragt
vorbei
ein Jahr voll Kerzenschein
vorbei - doch warum*

 

Es tut immer noch weh. Ein Jahr vergeht nach dem anderen, aber der Schmerz in meiner Brust hört einfach nicht auf. Zwei Jahre ist es jetzt genau her seit du gegangen bist. Ich erinnere mich noch an den Tag als wär es erst gestern gewesen.

 

Alles war so wunderbar gewesen. Ich war traurig gewesen, weil Quatre krank war und du hast mich getröstet. Ich war so glücklich das du an meiner Seite warst. Die nächsten Wochen waren mir wie im Traum erschienen. Und dann....Diese Nacht. Wir haben uns geliebt. Gefickt klingt zu vulgär, miteinander geschlafen beschreibt es nicht annähernd. Als ich aufgewacht bin warst du weg. Ich dachte erst du wärst einkaufen oder so, aber als du nach Stunden nicht zurück gekommen bist hab ich mir Sorgen gemacht. Und dann.....Dein Brief. Lag er die ganze Zeit neben mir im Bett und ich habe ihn nicht bemerkt....

 

Ich drücke das Papier an mich. Deine Worte sind schon verblasst, doch verlieren sie nicht an Bedeutung, das tun sie nie. Du sagst du liebst mich. Persönlich hast du mir das nie gesagt, aber ich glaube dir. Ich muss es einfach glauben. Klammere mich jetzt auch noch an diese Zeilen.

 

Es tut mir leid Duo.

Ich liebe dich.

 

Wenn ich es nicht tun würde, würde ich wahrscheinlich sterben. 3 Worte von dir, die mich am Leben erhalten. 3 Worte die mich gleichzeitig so glücklich und doch unendlich traurig machen. Was habe ich von deiner Liebe wenn du jetzt bei ihr bist?

*komm zurück - ist alles dunkel hier
viel zu kalt - und ich erfriere schon
ich kann nicht mehr schlafen ohne dich*

Ich wohne in einem kalten, grauen Zimmer. Alleine. Es ist besser für mich alleine zu sein. Ich gehe nur raus wenn es nötig ist. Menschen machen mir Angst. Ich ertrage die Welt nicht ohne dich. Alles da draußen erinnert mich irgendwie an deine Art. Ich sammle jeden Schnipsel von dir. Alles was in den Zeitungen oder sonst wo steht wird von mir gesammelt und aufgehoben. Ich habe schon einen Haufen Ordner in meinem kalten Raum angesammelt. Sie stehen auf dem Boden neben der Matratze, ein Bett kann ich mir nicht leisten. Du hast den Krieg beendet Heero, jetzt sind wir arbeitslos. Ich muss leicht schmunzeln. Ja, ich hätte mit den anderen für Lady Anne arbeiten können, aber ich verkrafte das nicht. Die Heizung neben mir rumort leicht, der Vermieter hat sie wohl angestellt. Mir ist es egal. Ich spüre schon lange keine Wärme mehr. Nur Kälte, die mich langsam innerlich zerfrisst. Kälte die, Nachts wenn ich wachliege, kommt und mir bewusst macht, dass du nicht da bist um mich in den Arm zu nehmen. Kälte die mir zeigt, dass ich alleine bin. Ungeliebt. Nein warte, du sagst du liebst mich. Tust du es noch Heero? Oder bist du dem Peacecraft Charme verfallen? Ich möchte so gerne daran glauben das du unglücklich mit ihr bist. Bin ich nicht egoistisch?! Eigentlich möchte ich das du glücklich bist. Du verdienst es wie kein anderer, aber mein Herz lässt diesen Gedanken einfach nicht zu. Ich klammere mich wie ein Ertrinkender an den Gedanken das du mich liebst und nicht sie. Es tropft durch die Decke, das Waschbecken leckt. Ich nehme es kaum war. Langsam ziehe ich mich aus, obwohl es hier mehr als kalt ist. Schlüpfe unter die graue, schmutzige Decke. Morgen tut es noch mehr weh. Jeder Tag der vergeht, verstärkt meinen Schmerz ohne dich Leben zu müssen.


*Tränen nur
zerstör´n mein Spiegelbild
vielleicht war ich Schuld
weiss es nicht
vermiss dein Lachen schon
was bleibt ist nicht viel
Einsamkeit
lebt wie ein Stein in mir
der wehrlos mich macht*

Ich erkenne mich selbst nicht mehr. Was ist nur aus mir geworden? Ein Schatten meiner Selbst. Ich glaube wenn ich versuchen würde zu Lächeln, würde mein Gesicht in tausend kleine Splitter zerspringen. Ich habe nicht mehr gelächelt seit du weg bist Heero. Ich bringe es einfach nicht fertig. Wenn ich nur ein besserer Soldat gewesen wäre. Es hätte auch andere Wege gegeben um den Krieg zu beenden. Aber du musstest es ja wieder Mal im Alleingang erledigen. Manchmal hasse ich dich dafür. Ich strecke die Hand aus und berühre mein Spiegelbild. Das Glas ist in der Mitte zerbrochen so das ich mich zwei Mal sehen kann. Wenn ich lange genug darauf starre, verändert sich das eine Spiegelbild und wird zu dem Duo der ich früher einmal war. Komm zurück und bring mich mit Heero.


*komm zurück - ist alles dunkel hier
viel zu kalt - und ich erfriere schon
ich kann nicht mehr schlafen ohne dich*

 

Macht es noch Sinn? Weiterleben meine ich. Draußen wird gerade ein junge Frau verprügelt. Etwas in mir will hinuntereilen und ihr helfen, aber etwas hält mich hier. Was für einen Sinn machen die Dinge den schon noch? Im Grunde ist mir alles egal. Ich kann spüren wie mich die Einsamkeit zerfrisst und doch suche ich nicht die Gegenwart anderer Menschen. Seit Monaten kann ich nicht schlafen. Egal wie viele Schlaftabletten ich nehme, die Wirkung setzt nicht ein. Anfangs hatte ich Angst, dass ich sterben könnte wenn ich zu viele nehmen würde, aber das macht mir mittlerweile auch nichts mehr aus.

*Vorbei ein Jahr voll Kerzenschein

vorbei - doch warum*

 

Ich zünde an unserem Jahrestag immer eine Kerze an. Sitze dann im Dunklen und starre in die verführerische Flamme. Es wäre so einfach sie umzuwerfen und die Augen für immer zu schließen. Aber ich tue es nicht. Will es nicht mehr. Ich habe eine Einladung bekommen. Eine offizielle Einladung.

 

Sehr geehrter Mr. Maxwell.

 

Wir möchten Sie herzlichst zu unserem dies jährlichem Frühlingsball einladen.

 

Alles weitere entnehmen Sie bitte der Beilage

 

Relena & Heero Peacecraft-Yuy

 

Deinen Namen so zu lesen ist seltsam. Du hast noch etwas handschriftlich darunter geschrieben.

 

Bitte komm Duo!

 

Ich lächle. Das erste Mal seit langer Zeit. Gibt es doch noch Hoffnung für uns Heero? Du willst das ich komme! Du hast Bitte geschrieben! Mein Herz zerspringt fast vor Glück. Ich raffe mich auf. Die nächsten Tage muss ich wohl mit einkaufen verbringen und zum Frisör muss ich auch. Ich hab mich viel zu lange gehen lassen.

 

*komm zurück - ist alles dunkel hier
viel zu kalt - und ich erfriere schon
ich kann nicht mehr schlafen ohne dich*

 

Ich schlucke hart als sich die Tür vor mir öffnet. Ich kann dich sehen. Oh mein Gott! Ich spüre wie meine Knie fast nachgeben. Rasch husche ich zu einem Stuhl, lausche deiner und Relenas Eröffnungsansprache. Ich bin ein bisschen spät dran. Ich musste den Anzug erst von der Schneiderei holen. Er ist kobaltblau. Dein Blick schweift durch die Menge. Bleibt an mir hängen. Ich will den Kopf wegdrehen, doch ich kann nicht. Zwinge mich selbst dir tief in die Augen zu sehen. Ein für Andere, kaum merkliches Lächeln huscht über dein Gesicht. Ich versuche es zu erwidern, aber in meiner Aufregung kommt es wohl eher einer Grimasse gleich. Der offizielle Teil ist vorbei und ich stehe auf. Alle klatschen. Ich tue es auch, obwohl ich gar nicht zugehört habe. Ich sehe wie du Relena zunickst und dann auf mich zu kommst. Du gehst kerzengerade auf mich zu. Bilde ich mir das ein oder sind deine Schritte nicht so fest wie sie es sein sollten? Bist du auch unsicher? Ich bleibe kerzengerade stehen, warte bis du mich erreichst. Du kommst kurz vor mir zum Stehen. Siehst mich an. Ich kann mich nicht bewegen, nichts sagen. Selbst zum Atmen muss ich mich zwingen. Du siehst mich fragend an. Ich weiß nicht was du von mir erwartest, aber ich bin bereit alles zu geben. Du gehst an mir vorbei und nickst mir zu. Ich verstehe. Langsam folge ich dir hinaus in den großräumigen Garten. Lasse mich neben dir auf der steinernen Bank nieder. Hier ist es ruhig und dunkel. Aber es ist eine angenehme Dunkelheit. Eine, die Geborgenheit schenkt. So trügerisch sie auch sein mag. Du siehst mich an und dann zu Boden. „Duo...“ Ich japse laut auf. Wie lange habe ich dieses Wort aus deinem Mund nicht mehr gehört. Mit dieser wunderbaren Betonung. Du grinst ein wenig und nimmst meine Hand. Ich schließe die Augen und konzentriere mich völlig auf das Gefühl deiner Wärme. „Duo...“ Es jagt einen kalten Schauer über meinen Rücken. Ich kann fühlen wie du mich an dich ziehst und mich fest hältst. Ich träume, nicht wahr? „Duo....Sag doch was...“ Du erwartest das ich etwas sage? Ich kann in deiner Gegenwart nicht einmal klar denken, wie soll ich da bitte sprechen? Eine Träne rollt mir über die Wange, eine Träne der Erleichterung. Zärtlich küsst du sie weg. „Duo...bitte...“ Ich sehe dich an und lächle. Strahle dich an. „Heero...“ Du scheinst erleichtert zu seufzen. Ziehst mich auf deinen Schoß, wiegst mich in deinen Armen hin und her. „Duo....Mein Duo...“ Ich bin glücklich. Du hast mich deinen Duo genannt. Wenn die Welt jetzt aufhören würde sich zu drehen, würde es mir nichts ausmachen. „Sag das noch mal...“ Ich kann sehen wie du schmunzelst. „Duo...Mein Duo...Mein Engel...Mein Shinigami...Mein Koibito....“ Ich schnurre leise in die dunkle Nacht. Hinter uns ein Räuspern. Gleichzeitig fahren wir herum. Relena. Natürlich. Wie konnte ich nur denken, dass... „Entschuldigt, ich wollte euch nicht stören. Heero wird drinnen gebraucht und ich dachte ich zeige dir in der Zwischenzeit den Zimmer Duo.“ Das muss ich erst mal verarbeiten. Relena nett. Nett zu mir!? Heero steht mit mir auf und küsst mich kurz auf die Lippen. Ich bin fast versucht dich stürmisch zu küssen, aber ich lasse es, bin zu verwirrt. Relena bringt mich auf ein wunderschönes Zimmer. Schweigend sehen wir uns an. „Es tut mir leid...“ Ich sehe sie verständnislos an. „Ich liebe ihn nicht mehr.“ Langsam erschleicht sich mir der Hauch einer Ahnung. „Ich musste ihn heiraten Duo. Ich weiß, dass dir das sehr weh getan hat, aber zwischen Heero und mir war nie irgendetwas.“ Ich bin mir bewusst, dass sich ein absolut dämliches Grinsen in mein Gesicht schleicht, aber ich kann es nicht unterdrücken. Relena verneigt sich und geht wieder. Ich ziehe mich aus und lege mich auf das breite Himmelbett. Nicht zu vergleichen mit der kahlen Matratze in meinem Zimmer. Ich bin schon im Halbschlaf, als ich spüre wie sich jemand ans Bett setzt. Ich drehe mich um und sehe auf. Du sitzt da und lächelst mich an. „Koi...“ Dein Lächeln erreicht bei dem Wort deine Augen. Was ein Wort von mir bewirken kann. Du stehst auf und knöpfst deinen Anzug auf. Gott wie lange habe ich darauf gewartet. Nach kurzer Zeit stehst du nackt vor mir. Lächelst, diese unglaubliche seltene Lächeln. Dann schlüpfst du zu mir unter die Decke. Umarmst mich fest. Am liebsten würde ich über dich herfallen, aber deine Blicke halten mich zurück. „Wir haben alle Zeit der Welt Duo.“ Ich nicke und kuschle mich an dich. „Heero...Ich liebe dich....“ Duo küsst mich sanft und ziehst mich so eng wie möglich an deinen heißen Körper. „Ich liebe dich auch Duo. Mehr als alles andere auf der Welt.“ Glücklich schlafe ich ein. Man darf die Hoffnung eben nie aufgeben.

 

~Owari~

2002-02-09

11:34

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