Ohne Flügel Teil 2   von HeeroYuy

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Ohne Flügel Teil 2

 

Also erstmal bedanke ich mich für das Feedback ^^ , hätte ich nicht gedacht, ist

schließlich meine erste Fic about Weiß Kreuz. Also ich hoffe der 2. Teil gefällt

^_^ Greetings

(P.s. Die Szene mit den Blutegeln ist von mir geklaut und umgeschrieben worden

*zugeb* ^^#)

 

WK Fan Fiction

Warnings: lime, angst, yaoi sowieso ^^

Pairing: Aya/Ken

 

 

Yoji arbeitete allein mit Omi im Blumenladen. Aya war hinten, in seinem Zimmer -

und stellte hoffentlich nichts an. Seit ein paar Tagen hatte er sich völlig

zurückgezogen. Seufzend sortierte Yoji ein paar Blumen aus, die schon zu welken

anfingen. Omi kehrte den Boden, fegte die abgefallenen Blätter zusammen. Im

Hintergrund lief leise das Radio. "Wann wirst du ihm das mit Ken sagen?", fragte

Omi fast beiläufig, aber sein Gesicht war verzerrt, als hätte er Schmerzen.

"Käme nach Aya's Tod nicht so passend." Yoji erinnerte sich an den Abend vor 2

Wochen, als sie den Anruf vom Krankenhaus erhielten. Erst dachten sie, es würde

um Ken gehen, aber die Betroffene war die Schwester ihres Anführers, die in der

Nacht gestorben war. Seitdem hatte Aya sich nicht mehr im Laden blicken lassen

und ging Omi und Yoji soweit es ging aus dem Weg. "Was wäre nicht so passend?"

Aya lehnte im Türrahmen und fixierte Yoji mit seinem Blick. Omi ließ er völlig

außer Acht. Der Playboy seufzte innerlich. Die Situation schien nicht mehr zu

retten, also schwieg er einfach. Aya wiederholte seine Frage und diesmal klang

es wie ein Befehl. "Ken geht es nicht so gut", murmelte Yoji und tat so, als

wäre er fieberhaft damit beschäftigt das Geld in der Kasse zu zählen. "Definiere

nicht so gut." "Schlecht eben." Aya wandte sich ab und verließ den Laden wieder.

Omi biß sich auf die Unterlippe und machte sich wieder an die Arbeit.

Aya nahm einen Stuhl und zog ihn an Kens Bett. Die vielen Geräte und Schläuche,

das ewige leise Piepsen - all das erinnerte ihn an seine kleine Schwester.

Trotzdem war er ins Krankenhaus gekommen, Ken zu besuchen. "Die Jungen vermissen

ihren Fußballtrainer. Also komm schnell wieder auf die Beine, sonst suchen sie

sich noch jemand anderes." Es klang, als wäre dies seine einzige Sorge.

Plötzlich griff Aya nach dem leblosen Körper auf dem Bett und zog Ken an sich.

Heiße Tränen tropften Ken ins Gesicht. >Werdschnell gesund, hörst du?< Einige

Minuten verstrichen bevor er Ken wieder ins Bett legte und zudeckte. "Tut mir

leid." Aya strich sich das lange rote Haar zurück und kehrte Ken den Rücken zu.

"Ich werde wiederkommen." Es klang wie eine Drohung. Mit diesen Worten verließ

er das Krankenzimmer. Aya lief den weißen Gang entlang, den er schon so oft

gegangen war. Es roch bitter nach Medizin, kleine Wagen mit OP- Besteck wurden

an ihm vorbeigeschoben, leere Bahren. Überall Schmerz und Angst, geheucheltes

Mitleid und Mitgefühl. Es war kühl und ungemütlich, die Lampen an der Decke

verströmten grelles Licht. Er war froh, als das Krankenhaus hinter ihm lag, je

weiter weg desto besser.

Omi drehte sich um, als die Ladentür aufging und das leise Klingeln ertönte, das

einen Kunden ankündigte. Doch es war Aya, der den Blumenladen betrat. "Hallo

Aya." Ein kurzes Nicken als Antwort. Mit schnellen Schritten durchquerte Aya den

Raum, achtete auch nicht auf Yoji, der Anstalten machte ihn zurückzuhalten.

Endlich in seinem Zimmer angelangt und den Schlüssel umgedreht, warf er sich

aufs Bett.

 

In der Leere

>Also den Himmel habe ich mir anders vorgestellt<, dachte Ken, als er einen

dunklen Gang entlangschritt. Es war nicht so wie in den meisten Büchern

beschrieben, der lange dunkle Gang mit dem Licht am Ende. Hier war überhaupt

nichts. Er war sich nicht einmal sicher, ob es eigentlich ein Gang war.

Vielleicht kam er auch gar nicht von der Stelle, obwohl er lief.  Nach einiger

Zeit blieb er einfach stehen. Sich umzusehen brachte ihm nichts, denn er konnte

die Hand vor Augen nicht erkennen. Wo war er nur? Das letzte, woran er sich

erinnern konnte, war ihr Auftrag. Er hatte sich in die Kugel geworfen. Doch dann

verblassten seine Erinnerungen.

 

Was die Ärzte wohl gerade mit Ken machten? Vielleicht bewegten sie seine Gelenke

ein wenig, damit sie nicht versteiften, so wie sie es bei seiner Schwester

gemacht hatten. Außerdem wirkte Ken fremd. Aya hatte das Lächeln auf seinen

Lippen vermisst, dass Ken sonst gern zur Schau trug. Aber Aya hatte zum ersten

mal bemerkt, wie gut Ken roch. Trotz dem bitteren Geruch der über dem gesamten

Krankenhaus zu liegen schien, hatte er einen leicht süßlichen Duft in der Nase

gehabt. Der Rotschopf krümmte sich auf dem Bett wie unter Schmerzen zusammen und

zog die Beine an. Verdammt, Ken lag wegen ihm dort! Er hatte ihm das Leben

gerettet. Dabei war es doch seine Aufgabe als Anführer von Weiß auf die anderen

aufzupassen. >Ich hätte besser aufpassen sollen, ihn wegstoßen müssen...Ich

hätte es verhindern müssen!<

 

In der Leere, etwas später

Irrwitziger Weise wünschte Ken sich einen Fußball herbei. Er hatte sich irgendwo

hingesetzt und war des Nachdenkens müde. Er hatte sich sogar schon eine Frage

überlegt, falls er Gott gegenüber treten musste. Eigentlich war Ken Atheist,

aber im Moment konnte ihn nichts mehr überraschen. Hier konnte alles passieren.

Er wurde hier festgehalten, aus welchem Grund auch immer. Die Möglichkeit des

Todes hatte er bereits ausgeschlossen, als er Ayas Anwesenheit gespürt hatte.

Der Rotschopf war bei ihm gewesen, wenn auch nur sehr kurz, und er würde

wiederkommen. Also brauchte er keine Angst haben. Ken schloß die Augen. Er

wollte ein wenig schlafen, bis Aya wiederkam.

 

>Beatmetes Fleisch.< Aya schob den gehässigen Gedanken schnell beiseite und

setzte sich an Kens Bett. Er stellte den Blumenstrauß in die Vase. "Omi hat die

Blumen für dich zusammengesteckt. Sie werden dir gefallen." Er erwartete keine

Reaktion, beobachtete Ken jedoch genau. Seit seinem letzten Besuch waren ein

paar Tage vergangen, doch an Ken hatte sich nichts verändert. Seufzend strich er

ihm vorsichtig ein paar verirrte Strähnen aus der Stirn. Aya wusste nicht, dass

Ken ihn genau hörte. Er hatte keine Ahnung, dass Ken verzweifelt eine

Möglichkeit suchte, um sich bemerkbar zu machen. Er sehnte sich nach Fussball

spielen. Nach Omis Lachen und Yojis arroganten Blick, wenn er seine Sonnebrille

hochschob. Und er sehnte sich nach Aya. Dieser war bereits aufgestanden und zog

sich die Jacke an. "Bis bald, Kleiner." Er wandte sich ab. Kens innerlicher

Kampf war schnell entschieden. Sein Lebensmut trug ihn sozusagen über die

Schwelle. Er öffnete die Augen, doch das Licht stach so in seine Pupillen, dass

er sie sofort wieder schloß. Mit der Zunge befeuchtete er die Lippen, sie

schienen trocken  und rauh. Außerdem hatte er einen komischen Geschmack im Mund,

der ihn ekelte. All dies nahm er nach und nach wahr, dann blinzelte er wieder.

Seine Augen gewöhnten sich schnell wieder an das Licht und er sah sich um.

"Aya", flüsterte er heiser. Ein Husten begleitete die Worte. Aya drehte sich auf

dem Absatz um, seine Haare schwenkten mit. Ken lächelte verträumt. "Ken...!" Er

war aufgewacht. Hatte sogar seinen Namen gesagt...oder war es doch nur der Wind

gewesen, der leicht die Vorhänge vor dem Fenster tanzen ließ? Aya blickte

ungläubig. Keine Einbildung, Realität. Er trat an das Bett und beugte sich über

seinen Freund. "Mach das nie wieder. So etwas dummes. Hörst du?" Ken liefen die

Tränen übers Gesicht, aber er lachte nur. "Ich bin mit allem einverstanden. Ich

will nur nach Hause." Aya nahm ihn zögernd in den Arm und Kens lautlose

Schluchzer schüttelten auch ihn.

 

to be continued...

 

 

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