Titel : Frei bin ich in Deinen Armen
Autor: GiaSheeneDarkstealer/GinaAkari
Beta: Super, mega, dollen Dank an Monsterchen (Julia) fürs Beta-Lesen! Echt klasse von Dir!!!!!!
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E-Mail: [email protected] oder [email protected]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~Widmung: Geht an Julia K. (Monsterchen) fürs Beta-Lesen, an Julia G. für die tolle Unterstützung und ihren guten Geschmack, mein kleines Englisch-Aas, weil sie so brav erträgt, dass ich seit Wochen nur noch von Gundam Wing rede, an Birthe-chan und Rike-chan, weil's Yaoi ist und ich Euch einfach mag! (Du bekommst sicher auch Mal eine Story mit Zechs von mir zu lesen, Birthchen, also mal was Anderes. *g*!) Weiterhin geht die Widmung an Kathi, auf dass ich Dich noch bekehre und Du Gundam Wing kennenlernst! Und nicht zu vergessen: Steph und Sissy! Danke, dass Ihr mich so aufheiterst! Außerdem ist die Story allen Yaoi-Freaks gewidmet!Yaoi rocks!!!
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Fanfiction: Gundam Wing
Rating: Anfang PG, später NC-17
Warnung: [Lemon] [Children's sex]
Kommentar: Hee-chan ist hier mal winzig, Duo ist 5 Jahre älter. Kriegen sie sich, oder kriegen sie sich nicht?!
Pairing: 2x1
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Disclaimer: Die Rechte für Gundam Wing liegen nicht bei mir, sondern bei Bandai, Sunrise und... Ich weiß nicht, beim wem noch. Ich verwende diese Geschichte zu keinerlei kommerziellen Zwecken, möchte das Copyright nicht verletzten und: ICH VERDIENE DAMIT WIRKLICH KEIN GELD! (Wäre ja auch noch schöner...) Gegeben den Falles irgendwem fällt auf, daß ich irgend etwas aus seiner Geschichte verwendet habe, möge er mir bitte verziehen und mich darauf hinweisen! Ich lese so viel, daß ich manchmal nicht mehr genau weiß, ob die Gedanken, die mir kommen wirklich von mir sind, oder ob ich sie schon einmal irgendwo gelesen habe. Das ist natürlich keine Entschuldigung, jedoch ist es mir nicht möglich mehr als dies zu sagen, denn es entspricht der Wahrheit...
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~*~Frei bin ich in deinen Armen~*~

Ein Klopfen. "Duo?" Der Junge mit den kastanienbraunen Haaren hob den Kopf. Als es erneut klopfte seufzte er und legte das Musikmagazin, das er gerade las zur Seite. Er hüpfte vom Bett und öffnete die Tür. "Ja?!" Vor der Tür stand sein Trainer, seine Hand auf die Schulter eines kleinen Jungen gelegt. "Das wird dein neuer Zimmerpartner sein. Dr. J wollte es so. Wie ihr klarkommt müßt ihr selbst sehen, morgen ist Training!" Mit diesen Worten wurden Duo und der Kleine rasch wieder allein gelassen. Duo begutachtete den Jungen etwas.

Er hatte dunkelbraune, struppige Haare und wunderschöne, kobaltblaue Augen. Er trug eine viel zu große Jeansjacke über seinem grünen Muscle-Shirt und der schwarzen Spandex. Duo mußte schmunzeln als er sein trotziges Gesicht sah. Es ließ ihn irgendwie süß aussehen. "Na dann komm' rein! Ich bin Duo, Duo Maxwell, aber du kannst mich auch gerne Shinigami nennen!"

Heero musterte den Größeren, der im Zimmer auf und ab rannte und mit Händen und Füßen redete, mit einem flüchtigen, aber sehr aufmerksamen Blick. Der Junge sah nicht aus, wie man sich Shinigami vorstellen würde. Er trug ein schwarzes Priesteroutfit und einen langen Zopf.

Immer noch stand Heero wie angewurzelt in der Tür, doch dort ließ Duo ihn nicht lange. Er nahm dem Jungen, ungeachtet seiner Proteste, seinen Rucksack ab und zog ihn ins Zimmer. "Wir haben nur das eine Bett und einen Schreibtisch. Wir werden uns das alles teilen, auch das Bad!" Duo zeigte auf eine Tür.

"Du kannst dich ganz wie zu Hause fühlen, kein Problem! Ich hoffe ich rede dir nicht zu viel, denn eigentlich rede ich gern. Hey, wie heißt du überhaupt?!" Heero staunte über die Redseligkeit und die Fröhlichkeit, die dieser Duo ausstrahlte. "Heero.", antwortete er und schaute sich um, während er noch immer etwas unsicher im Zimmer herum stand.

Er wußte nicht sehr viel mit der Situation anzufangen. Dr. J hatte ihn einfach in einen Flieger gesetzt und ihm gesagt es werde schon alles seinen rechten Gang gehen, wenn er nur erst an seinem Ziel angekommen wäre, aber alles was bisher passiert war, war, dass er von einer Person zur anderen gebracht wurde, niemand sich auch nur vernünftig vorstellte oder ihm gar sagte, warum er eigentlich zu dieser Ausbildung sollte.

Er war immer noch verwirrt und das sah man ihm auch an. Seine Gedanken wurden von Duo jäh unterbrochen.

"Geht's noch irgendwie weiter?" "Hn?" Heero verstand nicht. "Du hast doch bestimmt einen Nachnamen, ne?" Heero nickte. "Yuy!", formten seine Lippen fast lautlos den Ton. Duo lächelte.

"Möchtest du was trinken?" Er öffnete den kleinen Kühlschrank, der sich in der hinteren Zimmernische befand. "Ich habe nur Coke, aber ich denke das ist kein Problem. Jedes Kind mag Coke, oder?! Magst du etwa keine?!"

Heero setzte sich mitten auf den Zimmerboden und versuchte Duo zu ignorieren. Er wollte erst einmal wissen, was mit ihm geschehen sollte. Alles andere interessierte ihn nicht, auch wenn er zugeben mußte, dass sein Hals wirklich schon fast ausgetrocknet war.

Er hatte seit seinem Abflug nichts mehr getrunken oder gegessen, und inzwischen waren gute 15 Stunden vergangen. Er war müde, hatte Jetleg.

"Du bist sicher totmüde, nicht wahr?!", erriet Duo seine Gedanken. Er reichte Heero eine Dose Coke, kniete sich zu ihm nieder und wuschelte ihm mit der Hand durchs Haar.

Heero trank die Dose aus und versuchte weiterhin Duo zu ignorieren, was bei seinem vielen Gerede so gut wie unmöglich war.

"Erzähl' doch mal was von dir! Wo kommst du her? Wie alt bist du?" Heero schüttelte verwirrt den Kopf. Das alles war ihm zu viel. "L1-Colony. Zehn.", antwortete er nur knapp und in stichpunktartigen Wortfetzen.

Seine Blicke suchten immer noch das Zimmer ab. "Mmh... Nicht sehr gesprächig, was?! Na ja, das ändert sich garantiert noch! Wir werden bestimmt gute Freunde!" Duo lächelte zuversichtlich.

"Duo?", fragte Heero schließlich leise. Der angesprochene Junge horchte auf. "Halt die Klappe, ja?!" Heero sah ihn ernst an. Duo verstummte kurz, dann lachte er auf. "Hast ja recht! Du solltest schlafen!"

Er machte einige rasche Handbewegungen und scheuchte Heero damit zum Bett. "Schlaf! Wir können uns ja später auch noch unterhalten!" Heero überlegte kurz, dann entschied er, dass es vielleicht besser wäre, wenn er wirklich erst einmal schliefe. Wenn er nicht mehr so müde war, würde es ihm bestimmt leichter fallen herauszufinden, was los war. Er zog seine Schuhe aus und legte sich aufs Bett.

Duo schaltete sich leise den Fernseher an. Hin und wieder sah er zu Heero hinüber. //Komischer Junge!// Dachte er bei sich.

Heero Yuy... Was war das für einer?

Duo wußte sehr wohl nach wem der Kleine benannt war. Es gab niemanden, der den verstorbenen Kolonistenführer nicht kannte.

Duo mußte schmunzeln, als er Heero, der zusammengerollt auf dem Bett lag, beobachtete. Er konnte sich kaum vorstellen, dass dieser Junge wirklich zu einem Soldaten ausgebildet werden sollte. Er war so winzig! Zwar war er wirklich hübsch mit seinen verwuschelten Haaren und den kobaltblauen Augen, aber er war immer noch ein Kind!

Was hatte er gesagt? Wie alt war er? Duo dachte nach, bis es ihm wieder einfiel. "Erst zehn!", murmelte er leise vor sich hin. Er verstand schon nicht, dass sie 15-jährige Jungen, wie ihn ausbildeten, aber ein kleines Kind?! Duo seufzte erneut.

Der Junge tat ihm leid. Er wußte, was noch alles auf ihn zukommen würde. Er hatte es selbst schon erlebt. Leise stand er auf und ging zum Bett. Er nahm die Decke und legte sie vorsichtig über Heero, damit er nicht wach wurde.

Ihn persönlich hätte es nicht gestört. Er hätte sich gern noch mit ihm unterhalten. Andererseits wußte Duo aber auch sehr gut, dass das was die beiden am nächsten Morgen erwartete sehr anstrengend war und Heero seinen Schlaf brauchte. Er selbst entschied sich mit einem Blick auf die Uhr, die gerade mal 8:30pm anzeigte, sich fertigzumachen.

Er ging ins Bad und wusch sich, kämmte seine langen Haare, was die meiste Zeit in Anspruch nahm. Schließlich schlüpfte er in seinen Schlafanzug und ging zu seinem, und jetzt wohl auch Heeros, Bett. Er brachte den kleinen Jungenkörper dazu ihm etwas Platz zu machen und legte sich neben ihn.



"AUFSTEHEN!", halte ein lauter Ruf in ihr Zimmer. Duo grummelte, setzte sich aber sofort auf.

Das grelle Licht, das durch die weit aufgerissene Tür fiel, blendete ihn, da sie jedoch genauso schnell wieder zufiel, war das allerdings auch kein unumgängliches Problem.

Er blinzelte ein paar Mal, bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnten. Sein Blick wanderte zu Heero, der immer noch mit geschlossenen Augen neben ihm lag. Er hatte die Stimme bewusst ignoriert, weil er sich zu müde fühlte, um sich auch nur einen Zentimeter zu rühren. Duo konnte gut nachvollziehen wie es ihm ging. Er selbst hatte eine halbe Ewigkeit gebraucht, um sich an das frühe Aufstehen zu gewöhnen und er haßte es noch immer.

Er rüttelte Heero sachte an der Schulter. "Hn?!", kam es grummelnd von ihm. "Wir müssen aufstehen!", sagte Duo leise. Heero öffnete die Augen und starrte auf die Uhr, die über dem Bett hing. Er konzentrierte sich auf die Leuchtzeiger. "3am?!", beschwerte er sich. Duo nickte.

"Das Training beginnt in einer halben Stunde, du solltest dich fertigmachen!" "Eh?!" Heero sah Duo verblüfft an. //So früh?// Er stöhnte innerlich, stand aber widerwillig zusammen mit Duo auf. "Geh du ruhig zuerst ins Bad!" Duo zeigte nochmal auf die Tür vom Vortag.

Heero nickte. Er nahm seinen kleinen Rucksack und trottete ins Nebenzimmer. Duo plünderte indessen den Kühlschrank. Als Heero wieder vor ihm stand, immer noch in seinen Sachen von vorher, oder waren es inzwischen wieder neue, die nur aussahen, wie die alten?! Egal! Duo ignorierte es und schob Heero ein Sandwich zu.

"Das hab' ich gemacht!", verkündete er stolz und schlug sich mit der Faust auf die Brust. Heero verstand nicht, wie jemand so stolz darauf sein konnte ein Sandwich zu schmieren. Dann erinnerte er sich daran, was Duo ihm am Vortag gesagt hatte. Er musste zugeben, dass er sich nicht unbedingt leicht vorstellen konnte, dass der Gott des Todes sich damit beschäftigte den lieben langen Tag Essen zuzubereiten.

"Keinen Hunger!" Heero schwang sich auf einen der Barhocker. Er mußte zugeben, dass Duo sein kleines Reich wirklich in einem netten, amerikanischen Stil eingerichtet hatte.

"Du solltest aber essen! Sonst brichst du uns nachher noch zusammen!" Duo schob den Teller etwas näher zu Heero und dieser seufzte. Er nahm das Sandwich und biss lustlos hinein. Seine Mundwinkel verzogen sich jedoch genüßlich, als er den Geschmack des ganzen auf seiner Zunge zergehen ließ. "Mmh... Was ist das?!", fragte er kauend. "Erdnussbutter!" Duo grinste und legte ihm noch ein Sandwich auf den Teller. Dann schnappte er sich seine Sachen und ging ins Bad.

Als er wiederkam hatte Heero gerade sein Frühstück beendet. Er hatte Durst. "Ist noch was von der..." Er versuchte sich an das Wort zu erinnern. "... Co.. Co..." "Coke?", unterbrach Duo ihn fragend. Heero nickte und Duo grinste. Er öffnete die Kühlschranktür und nahm zwei Dosern heraus. Eine davon reichte er Heero.

Was war das für ein Kind, dass den Begriff Coke nicht kannte? Duo schüttete verständnislos den Kopf.

"Ich werde nachher einkaufen gehen!", berichtete Heero schnell. Er hatte Duos Kopfschütteln als Zeichen dafür aufgefaßt, dass er nicht damit einverstanden war, dass Heero ihm seine Lebensmittel wegtrank und -aß.

Ein sanftes Lachen erfüllte den Raum, in dem etwas mitschwang, das Heero nicht definieren konnte. Es hörte sich an wie eine Mischung zwischen Mitleid und Traurigkeit.

"Du wirst dazu wohl kaum Zeit und Energie haben, wenn wir heute fertig sind! Du dürftest eigentlich genauso viel Geld bekommen wie ich, oder?! Dort hinten hängt eine Liste. Schreib' einfach auf, was du haben willst. Es wird dann schon geliefert!"

Heeros Blick folgte Duos ausgestrecktem Finger und er entdeckte eine kleine Pinwand. Er hatte kein Problem damit sein Geld für seine zukünftige Nahrung auszugeben. Er wußte eh nicht, was er sich sonst hätte kaufen sollen und außerdem war es fair so - für beide.

Heero sah auch keinen Grund dafür, dass Duo sich überhaupt um ihn kümmern sollte. Sie waren zwei vollkommen Fremde füreinander. Obwohl... Wenn Heero genau darüber nachdachte, mußte er sich eingestehen, dass er die aufgeschlossene, fröhliche Art des anderen mochte. Es war ihm unerklärlich, wieso. Schließlich wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Duo mahnte ihn an endlich aufzubrechen, damit sie nicht zu spät kämen.

Duo führte Heero zum Sportpatz. Das Teil war riesig, wie er zugeben mußte. Er schien fast das dreifache Ausmaß eines normalen Platzes zu haben. Für einen Moment blieb er ehrfürchtig stehen, Duos Blick auf ihm ruhen spürend, wie auch schon die ganze Zeit über während er hier war.

"Da seid ihr ja endlich! Los! Aufwärmen! 20 Runden ums Stadion!", drang plötzlich eine autoritäre Stimme an seine Ohren. Er sah sich verblüfft um, entdeckte aber niemanden. Nun, es war egal. Heero war daran gewöhnt Befehle zu befolgen - besser als irgend etwas anderes. Er sah Duo bereits loslaufen und rannte hinterher. Es dauerte nicht lange, bis er gleichgezogen hatte, auch wenn er zugeben mußte, dass Duo wirklich schnell lief.

"Warum nicht langsamer?", fragte er, während er sich bemühte mit dem Größeren mitzuhalten. "Weil Aufwärmrunden hier immer gesprintet werden, oder denkst du wir haben ewig Zeit dafür?!" Heero wäre fast wie angewurzelt stehengeblieben, als er das hörte, raffte sich aber zusammen und lief weiter.


Nachdem die zwanzig Runden überstanden waren, mußte Duo zugeben, dass er Heero zu sehr unterschätzt hatte. Er hätte damit gerechnet, dass der Junge nach den zwanzig Runden keinen Fuß mehr vor den anderen setzen hätte können, doch Heero schien es erstaunlich gut zu gehen.

Duo nickte zufrieden. Das war nichts, was negativ gewesen wäre, im Gegenteil. Duo freute sich für seinen kleinen Zimmergenossen. Das würde ihm das ganze leichter machen.

Doch viel Zeit zum Ausruhen blieb ihnen nicht. Als nächstes war Stangenklettern angesagt - wieder einmal eine Gelegenheit bei der Heero Duo zeigen konnte, wie geschickt er war.

Während Duo zunächst Probleme hatte den richtigen Griff zu finden, war Heero schon ganz oben und ließ sich wieder hinuntergleiten. Duo grinste und machte einen Wettkampf daraus und genauso hielten die beiden es bei allem, was noch kam.

Sie sprachen sich nicht ab, aber ihre Blicke sagten einander alles. Es war komisch: Sie mußten nicht reden und doch verstanden sie den anderen ganz genau.

Zu ihrem Erstaunen stellten die beiden fest, dass sie annähernd gleich gut waren, nur gewann Heero mit einem klaren Ergebnis den Aufmerksamkeitstest. Er hatte die gestellten Gegner immer schon ausgeschaltet, bevor Duo sie überhaupt bemerkte. Duo bewunderte ihn dafür und redete auf ihn ein, doch für Heero war das nichts Besonderes. Er war darauf trainiert worden sein Gespür für Gefahr immer weiter zu verbessern. "Routine!", war das einzige Wort, das er für Duos Komplimente übrig hatte.

Als der Tag gegen Abend endlich um war und sie das Training für diesen Tag absolviert hatten, mußten jedoch beide zugeben, dass sie erschöpft waren. Heero hatte sehr schnell begriffen, dass dieser Tag nur ein Bruchteil dessen war, was er in den kommenden Wochen, Monaten, vielleicht sogar Jahren zu leisten hatte und er mußte zugeben, dass es ihn erschöpfte. Er war müde und ausgelaugt, als er am Abend endlich wieder saß. Seine Füße schmerzten vom vielen Laufen, seine Hände taten weh, von der Anstrengung, die es ihm bereitet hatte über mehrere Stunden hinweg rissige, scharfkantige Felsen hinaufzuklettern. Sein Körper war übersät von Kratzern und Prellungen. Und er verstand es immer noch nicht. Er verstand nicht, warum ihm diese Last aufgebürdet wurde, warum ausgerechnet er sein Leben aufgeben mußte, um in den Krieg zu ziehen.

Seine Gedanken waren bei seiner Vergangenheit, als Duo immer noch auf ihn einredete. Ganz automatisch prägte er sich die wichtigsten Daten ein. Er wußte nun, dass Duo 15 war, also satte fünf Jahre älter, als er. Er erfuhr auch, dass Duo Amerikaner war, was den ganzen Einrichtungsstil erklärte.

Duos Mundwerk stand einfach nicht still. Er redetet und redete und redete - ganz gleich, ob Heero es hören wollte, oder nicht. Er wurde von Details aus Duos Leben überschwemmt.

Duo trug einen Zopf, seit eine Nonne ihn ihm geflochten hatte, da er sich um keinen Preis die Haare schneiden lassen wollte. Heero erfuhr, dass Duo, wie er, keine Eltern hatte und das er auf der Straße aufgewachsen war, sich sein Leben mit Diebstählen sichern mußte. Seinen Namen hatte Duo von seinem alten Freund Solo, also war Duo Maxwell auch nicht Duos wirklicher Name.

Nach einer Weile hielt Heero sich die Ohren zu. Warum erzählte ihm dieser fremde Junge das alles?! Er wollte es nicht hören! Er wollte nicht, dass er es ihm erzählte, denn es ließ ihn Gefühle für ihn entwickeln.

Er fühlte Mitleid und Bewunderung und er begann Duo zu mögen, aber das war falsch. Ganz sicher war es das! Es war ihm doch immer gesagt worden, dass Gefühle verwerflich seinen, dass sie manipulierbar machten, Gefahr bedeuteten. Heero wollte nichts fühlen. Er wollte nicht verletzlich sein, ein Versager.

Er stand vom Esstisch auf, den die kleine Küchentheke darstellte und hängte die Einkaufsliste wieder auf. Er hatte alles eingetragen. Duo hatte ihm das System erklären wollen, doch Heero ließ es nicht zu. Er wollte es selbst analysieren.

"Warum erzählst du mir nichts von dir, hm?! Ich habe doch jetzt genug von mir geredet! Ich will wissen, mit wem ich es zu tun habe!"

Duo war immer noch munter und das nach solch einem anstrengendem Tag, wie diesem. Heero verstand es nicht. Er selbst fühlte sich unsagbar müde. Er ging zu seinem Rucksack und kramte darin herum. Dann zog er einen Hefter hervor und warf ihn Duo zu, der ihn reflexartig fing. "Was ist das?!", fragte Duo verwundert. Heero ging ins Bad. Seine Miene war wie versteinert, wie eingeschlafen. An der Tür blieb er kurz stehen. "Mehr weiß ich nicht!", sagte er leise und schloß die Tür hinter sich.

Irrte Duo sich, oder hatte er gesehen, wie Heero kurz zusammenzuckte, als er das sagte? Hatte der Junge seinen Blick gesenkt?

Duo seufzte. Er schlug den Hefter auf und stellte fest, dass es eine Kopie von Heeros Personalakte war. Er fand es unpersönlich und wußte, da er eigentlich kein Recht hatte sie zu lesen, aber Heero hatte sie ihm selbst gegeben und er war neugierig.

Er laß jedes einzelne Wort ganz genau durch. Inzwischen war Heero fertig gewaschen. Er legte sich ins Bett und schlief ziemlich schnell ein. Duo las immer noch und je weiter er kam, desto mehr mußte er schlucken. Er war sich nicht sicher, ob Heero sich darüber im Klaren war, was die Abkürzungen und Fachbegriffe in seiner Akte bedeuten. Ihn jedenfalls schockierten sie!

Alles, was mit Heero geschehen war, jede noch so kleine Tat, alles war genaustens protokolliert. Duo erfuhr aus der Akte mehr, als er gewollt hatte. Ihm wurden Berichte vorgelegt, wie sie genauer nicht hätten sein können.

Heero hatte keine Eltern. Er war gleich nach der Geburt in ein Heim abgeschoben worden. Dort wuchs er auf, bis er 2 Jahre alt war. Ab dann kümmerte sich ein gewisser Dr. J um ihn. Er und sein Team machten Heero mit Hilfe von chemischen Wirkstoffen gefügig, brachten ihm alles bei, was er wußte. Er wurde dazu erzogen, zu hassen, zu töten, zu vernichten.

Duo war geschockt, als er die genauen Berichte las.

Sie hatten ihn eingesperrt - sein ganzes Leben lang hatten sie über ihn gewacht. Es gab nicht eine Minute in Heeros Leben, die nicht genau festgehalten wurde.

Die wichtigsten Dinge, die, die Heero nicht erfahren sollte, waren in einer Fachsprache geschrieben, von der Duo sich sicher war, dass Heero sie nicht kennen konnte. Er selbst hätte sie nicht gekannt, wäre er nicht durch Zufall auf sie gestoßen und hätte nicht eher Ruhe geben, bis er sie beherrschte. Wie konnte man so etwas nur tun? Duo verstand es nicht.

Sie hatten ihn behandelt, wie einen Gegenstand, versucht aus ihm eine Kampfmaschine zu machen - aus dem kleinen Jungen der so friedlich zusammengerollt im Bett lag und sich an die Decke klammerte.

Duo fühlte Stiche in seinem Herzen. Er selbst war kaum anders aufgewachsen, aber ihm war nie das Recht abgesprochen worden ein Mensch zu sein. Ganz plötzlich überkam Duo das Gefühl er müsse Heero umarmen. Er ging zu ihm und legte sich zu ihm ins Bett. Gewaschen hatte er sich schon vor Heero. Der Junge hatte es vorgezogen erst seine Einkaufsliste zu schreiben.

Mit zitternder Hand strich Duo über Heeros Arm. Er war so winzig. Duo verstand nicht, wie man einem Kind zu etwas antun konnte. In der Natur so schwach und dennoch zu stark. Wie hielt er das aus? Es war ihm ein Rätsel.

Plötzlich ein Laut. Duo horchte auf, hielt die Hand still. Heero murmelte irgend etwas vor sich hin, was er nicht verstand. Nur einzelne Wortfetzen erreichten sein Ohr. Irgend etwas mit Frieden und Lachen, Feuer und Tod. Der kleine Körper an Duos Seite zog sich weiter zusammen, schlang die dünnen Ärmchen um sich selbst, wie zum Schutz.

Duo zerriss es das Herz. Er legte seinen Arm um Heero und zog ihn dicht an sich. Sein Körper war kalt. Es schien Duo absonderlich, dass Heero nicht tiefer unter die Decke kroch. Wußte er überhaupt, dass man sich vor dem Frieren schützen konnte? Wußte er, dass es so etwas wie Wärme gab? Nun, Duo faßte den Entschluß es ihm zu zeigen. Er deckte sie beide besser zu und hielt Heero schützend im Arm. Seine Gedanken wichen immer wieder aus, konnten sich nicht auf eine bestimmte Sache konzentrieren. Und immer wieder drang das Bild von Heeros schmalen Lippen und seinem zarten Gesicht in sein Geistesgut.

Er dachte an diese kobaltblauen Augen. Wie war es nur möglich, dass sie ihn so sehr fesselten? Vielleicht weil sie so klar und gleichzeitig undurchsichtig waren? Es war wie eine Herausforderung zu erkennen, was wirklich dahinter steckte.

Als die beiden am nächsten Tag wieder durch einen befehlerischen Ruf geweckt wurden, fand Heero sich in Duos Armen wieder. Er gab vor noch zu schlafen, wollte zunächst das Gefühl analysieren, dass er auf einmal verspürte. Was war das?

Er roch Duos Haare. Sie dufteten nach Vanille und Honig. Heero atmete tief ein. Es roch gut! Warum fühlte er sich auf einmal so leicht? Er verstand es nicht. Und wieso um alles in der Welt hielt Duo ihn überhaupt fest?! Wieso lag er so ruhig, obwohl er sich am Tag zuvor fast zeitgleich mit dem Ruf aufgesetzt hatte?!

Heeros Analyseversuch brachte ihn nicht sehr viel weiter. Er war verunsichert über dieses nicht bekannte Gefühl in ihm. Ja richtig! Es war nur ein Gefühl. Darauf mußte er nicht achten, Gefühle täuschten!

Er schlug die Augen auf, widmete Duo keinen einzigen Blick, während er sich aus der Umarmung befreite und aus dem Bett sprang. Duo seufzte innerlich. Er merkte, dass Heero sich verschloss. Wie sollte es auch anders sein? Es war ihm ja so beigebracht worden.

"Guten Morgen, Kleiner!", sagte er trotzdem fröhlich und hüpfte aus dem Bett. "Hn!" Heero nickte nur, als Zeichen, dass er es gehört hatte und es erwiderte. Duo verstand. Er schob Heero ins Bad und schmierte den beiden wieder ein paar Sandwiches.

Als Heero wieder auftauchte, war er gerade fertig. Der Kleine war wirklich schnell! Umso besser! Dann konnten sie wenigstens gemeinsam frühstücken.

Duo reichte Heero den für ihn vorgesehenen Teller und stellte ihm eine Coke vor die Nase. Heero konnte nicht umhin zu grinsen. Duo erinnerte ihn an die Mütter aus den Erzählungen, die er kannte. Er hatte einmal ein Kinderbuch gelesen, in dem es ganz genauso war. Die Mutter sorgte sich um ihre Kinder und machte ihnen jeden Morgen, bevor sie zur Schule gingen ihr Frühstück. Sie stand extra auf deswegen.

Heero hatte das Buch gemocht. Es war ihm jedoch wieder weggenommen worden - wie alles, was er gern hatte. Irgendwann hatte er sich dazu entschieden, gar nichts mehr gern zu haben. So konnte ihm zumindest nichts entrissen werden, dem er nachtrauern würde.

Und nun? Nun war Duo da, denn er irgendwie mochte. Er wollte es sich selbst nicht eingestehen, aber der Größere gewann immer mehr seiner Sympathie.

Mit einem Schwung saß Heero auf dem Stuhl und begann wortlos zu kauen. Er erkannte den Geschmack nicht wieder. Dieses Mal war es also keine Erdnußbutter. Dennoch: Es schmeckte süß und zerging auf der Zunge. "Konfitüre!", erklärte Duo, als er Heeros, nach einer Antwort forschenden, Blick sah.

Heero leerte seine Coke und ließ sich vom Stuhl gleiten. Er kramte in seinen Sachen herum und zog einen Laptop hervor. Duo staunte. "Wow! Ist ja cool! So was schleppst du einfach mit dir herum? Ist das deiner?" Er starrte Heero neugierig über die Schulter. Heero nickte nur stumm und ignorierte ihn dann. Er rief mit flinken Fingern und der Hilfe einiger gekonnten Tastenkombinationen Programme auf, die Duo zwar kannte, aber nie verstanden hatte. Umso mehr war er überrascht, als sich herausstellte, dass dieses kleine Kind vor ihm damit so gut umgehen konnte.

Duos Blicke hafteten auf dem Bildschirm und Heeros Fingern. "Duo, Waschen!", murmelt Heero plötzlich. Dass der Junge so plötzlich etwas sagte, riss Duo wieder aus seinen Gedanken. Er sah zur Uhr und stellte fest, dass Heero recht hatte. Mit Widerwillen ging er ins Bad.

Als er wieder zurückkam, war Heero bereits verschwunden. Er hatte den Laptop wieder ordentlich verstaut. So gern Duo diesen Tag auch ruhig hätte angehen lassen - er mußte zum Training.

Die Aufwärmrunden wurden an diesem Tag auf dreißig angehoben, mit der Erklärung, dass man Heero am Vortag lediglich eine Chance geben wollte, um sich einzugewöhnen. Während Duo noch immer vor sich hinfluchte, sprintete Heero schon los. Erst, als er nach einer Runde wieder dort ankam, wo Duo noch immer herumstand, fing dieser an sich auch zu bewegen.

Nachdem sie eine halbe Runde weitergerannt waren und beide auf gleicher Höhe liefen, löcherte Duo Heero wieder mit Fragen. "Sag' mal, wie kommt es, dass du dich so gut mit diesen Programmen auskennst?!", war eine davon. Als Heero das hörte, blieb er kurz stehen und sah Duo fassungslos an. "Es sind Computer! Mit denen kennt man sich aus!", warf er Duo empört an den Kopf und dieser fand, dass der Kleine mit diesem empörten Blick wirklich süß aussah. Er klopfte ihm auf den Kopf. "Komm schon, weiter! Sonst dürfen wir Extrarunden drehen!"

Heero zuckte unberührt mit den Schultern, rannte aber trotzdem wieder los. Nach dem Aufwärmen wurden die beiden zum Schießstand abkommandiert. Duo grinste breit. Das war was, was auch mal Spaß machte! Er erschrak nur, als er sah, wie Heero lächelte, als er seine Waffe in der Hand hielt. Plötzlich lag soviel Entschlossenheit und Hass in seinem Blick. Seine Augen waren kalt und undurchdringlich, nicht einfach mehr emotionslos. Nein! Sie hatten irgend etwas, was Duo einen kalten Schauer über den Rücken jagte.

Duo versuchte sich zu konzentrieren. Er zielte und setzte die Schüsse sicher, aber sein Blick glitt immer wieder zu Heero hinüber. Seine Zielgenauigkeit war erschreckend. Es war, als würde der Junge von einem Computer übernommen worden sein, der ihn steuerte und ganz genaue Befehle zur Ausführung gab.

Duo konnte nicht anders. Er wollte endlich wissen, was in dem Jungen wirklich vor sich ging. Er nutzte die Gelegenheit, als Heero seine Waffe nachlud, stellte sich hinter ihn und drückte ihn dicht an sich. Erschrocken ließ Heero die Waffe sinken.

Was war nun wieder los? Was veranlaßte den Amerikaner ihn so zu behandeln? Entsetzen machte sich in Heero breit, als ihm auffiel, dass er die sanfte Berührung sogar genoß. "Duo, laß mich los!", wisperte er leise, aber seine Stimme klang entschlossen und fest. Er wußte selbst nicht, wie er es schaffte seine Unsicherheit zu überspielen. Doch Duo ließ ihn nicht los. Statt dessen drückte er den jungen Japaner dichter an sich. So gut es ging, drehte sich Heero. Er hielt Duo seine, inzwischen wieder geladene, Waffe seitlich vor den Kopf. Seine Hand zitterte etwas.

Was tat er da? Wieso bedrohte er jemanden, den er doch eigentlich mochte. Aber was... Was waren das für Gedanken?! Dr. J hatte recht! Gefühle für jemanden zu empfinden war schlecht! Es machte einen unsicher und anfällig.

Ganz plötzlich begann Heeros Kopf furchtbar weh zu tun. Er ließ die Waffe fallen und klemmte den Kopf zwischen die Arme. Duo, der noch kurze Zeit zuvor wie gelähmt war, reagierte wieder. Er legte seine Hände auf Heeros Schultern und zog ihn an sich. Doch der Schmerz verging einfach nicht. Heero fühlte sich merkwürdig in die Knie gezwungen. Ihm war schlecht. Sein kleines Herz pochte heftig gegen seine Brust. Sein Hals war trocken. Doch wieso? Dieses Mal ließ er sich ohne Protest von Duo halten. Er fühlte die sanften Berührungen Duos Hände, die beruhigend über seinen Rücken glitten und fühlte sich dadurch nur noch schlechter. Duo hätte jetzt sauer auf ihn sein sollen, oder zumindest enttäuscht. Damit wäre Heero klargekommen, aber nicht mit dem Mitleid und der Fürsorge, die über ihm ergossen wurde.

Doch wie sollte Duo dem kleinen Jungen nachtragend sein? Er hatte ihn in der kurzen Zeit viel zu lieb gewonnen, sich viel zu sehr von ihm einwickeln lassen. Und er wußte ja auch, dass es gewiß nicht Heeros eigener Wille war, der ihn so handeln ließ.

Schließlich ließ das Kopfweh wieder nach. Heero befreite sich aus Duos Armen. Er durfte es nicht zulassen, dass er sich so schwächen ließ. Obgleich er sich erniedrigt fühlte, Duo gezeigt zu haben, dass ihm etwas weh tat, versuchte er seine Haltung zu wahren. Er trat einen Schritt nach vorne, nahm sich eine neue Waffe und ballerte wieder drauf los.

Duo beobachtete das Ganze mit einem Seufzen. Er wußte, dass er noch hart zu kämpfen hatte, wenn er Heero helfen wollte, doch er wollte es unbedingt schaffen.

Im Laufe des Tages jedoch gewann Duo den Eindruck, dass er mit seiner Aktion eher das Gegenteil von dem erreicht hatte, was er wollte. Heero war verschlossener denn je. Er sprach nicht ein Wort mehr mit Duo, befolgte nur die Befehle, die ihm gegeben wurden. Das war genau das, was Duo hatte verhindern wollen.

Er wollte, dass der Junge wieder ein eigenes Leben führte. Und was, wenn er dafür alles hinwarf? Die Ausbildung? //Himmel, er ist noch klein! Er hat ein Recht darauf sein Leben zu genießen!// Dachte Duo wütend bei sich. Warum musste es diesen verdammten Krieg auch geben? Warum konnten die Menschen nicht einfach friedlich sein?! Während er darüber nachdachte, wurde seine eigene Laune immer weiter nach unten gezogen. Durch das harte Training, das noch folgte, wurde sich auch nicht sehr gebessert.


Als die zwei Jungs am Abend wieder zusammen in ihrem Zimmer saßen, stand Duo auf. Er brauchte jetzt ein Bad. Ein schönes, langes Bad, bei dem er abschalten konnte. Er verließ wortlos den Raum und ging ins Nebenzimmer. Heero dachte über Duos Verhalten nach. Er kannte ihn erst seit knapp drei Tagen, aber er hatte schnell erkannt, dass diese Laune für den sonst so aufgeweckten Amerikaner nicht üblich war. Aus einem, für ihn unersichtlichen Grund, fühlte er sich schuldig daran. Warum? Er hatte sonst nie so etwas wie Schuldgefühle besessen. Er stand auf und ging zum Kühlschrank. Als Duo wieder aus dem Badezimmer kam, drang ein wohltuender Geruch an seine Nase. Er schnupperte etwas herum und lief zur der kleinen Küchennische.

Dort wartete die Theke, die hübsch mit Tellern und kleinen Schüsseln angerichtet war, auf ihn. Vor seiner Nase stieg der Geruch eines saftigen Steaks in die Luft und Duo verzog genießerisch das Gesicht.

Er suchte nach Heero, doch der war nicht mehr da. Es wunderte ihn etwas, doch es war gut so, wie es war. Heero zeigte langsam, dass er Duo mochte. Doch all diese Gedanken verschwanden, als Duo sich ausgehungert über das Essen hermachte. Es schmeckte wirklich gut. Heero schien wirklich in fast allem perfekt zu sein. Doch wo war er nur? Der Gedanke überkam Duo recht rasch wieder, als es langsam soweit war, sich an den Abwasch zu machen.

Es war schon nett, einen Zimmergenossen zu haben - auch wenn er noch immer nicht verstand, warum nur sie beide zum Training hierher geschickt worden waren. Er verstand, dass sie ausgebildet werden sollten, er wußte auch, was ihn erwartete, aber er konnte und wollte es einfach nicht glauben, dass auch Heero zu einem Piloten ausgebildet werden sollte. Sicher! Nach dem er ihn im Training erlebt hatte, gab es für ihn keinen Zweifel mehr, dass er seine Sache gut machen würde, doch wieso dieses junge Ding? Die Frage ließ Duo einfach nicht mehr los.

Er räumte den Tisch ab und alles ins Waschbecken. Dort ließ er es einfach stehen. Wenn Heero die Unordnung störte, würde er aufräumen - das hatte Duo schon bemerkt. Und er selbst? Duo sah keine Veranlassung dafür, dass der große Shinigami abwaschen sollte.

Nachdem Duo eine Weile ferngesehen hatte, entschied er sich, Heero suchen zu gehen. Es war schon spät und er wollte langsam ins Bett. Allerdings wollte er sich nicht zu Ruhe begeben, bevor er sich nicht davon überzeugt hatte, dass es Heero gut ging.

Dou schnappte sich seinen schwarzen Mantel und zog ihn an. Es war zu dieser Zeit bereits immer sehr kalt. Der Herbst hatte längst begonnen, bis zum Winter war es nicht mehr weit.

Als er das Haus verließ, wehte ihm ein kräftiger Wind entgegen. Die Wipfel der Bäume wurden wild umhergeweht. Es knackte zwischen den alten, knorrigen Ästen. Es war stockfinster. Duo mußte seine Taschenlampe anschalten. Das würde morgen sicher wieder ein schöner Tag werden! Sicher durften sie die Äste wegschleppen, die diese Nacht noch auf den Boden krachen würden.

Der Wind peitschte Duo scharf ins Gesicht und er richtete seinen Kragen höher. Es dauerte lange, bis er Heero gefunden hatte. Er war zum Waldrand gelaufen, der ganz in der Nähe war. Dort hatte man einen wunderbaren Ausblick über das ganze Gelände, da der Forst sich auf einer kleinen Berghöhe befand.

Bis Duo Heero überhaupt bemerkte, dauerte es schon recht lange, da sein grünes Muscle-Shirt sich kaum von dem Gras abhob und die Sicht durch die Dunkelheit der Nacht eh schon schlecht genug war. Heero saß mitten im Gras, hatte sich an einem Baum gelehnt und die Augen starr in die Ferne gerichtet. Er schien nachzudenken. Duo war sich sicher, dass er es bemerkte, als er sich neben ihn setzte, auch wenn er keine Miene verzog, ihn nicht einmal beachtete.

Schon mit einem Blick, den er über Heero streifen ließ, wurde Duo eisig kalt. Sein kleiner Schützling, was Duos Meinung nach genau die passende Bezeichnung war, trug immer noch lediglich die dünnen, schwarzen Spandex und dieses luftige Shirt.

Eine Weile saßen sie einfach wortlos da. Selbst Duo bekam kein Wort heraus. Irgendetwas war so anders... Ein Gefühl, dass Duo nie zuvor so intensiv gespürt hatte,  lähmte ihn schier. Es fühlte sich flau an, in seiner Magengegend und er glaubte bei jedem Atemzug zerspringen zu müssen, doch er wußte nicht, weshalb.

Ruhig saß er da, ließ seine Blicke im schwachen Schein der Taschenlampe über Heeros glatte Haut gleiten. Er sah die kleinen aufgerichteten Häarchen, die versuchten Heeros Körper vor der Kälte zu schützen. Langsam streckte Duo die Hand aus. Heero starrte noch immer regungslos geradeaus. Erst, als Duo sanft zwei Finger seinen Arm hinaufgleiten ließ, zuckte er zusammen. Er hielt die Luft an.

Was war das? Er fühlte sich, als müßte er schreien. Nicht vor Schmerz, oder Angst. Diese zarte Bewegung war wie eine süße Qual, die ihn nach mehr davon riefen ließ. Plötzlich fühlte er sich so schwach. Warum nur? Er mußte sich Mühe geben, seine Beine, die auf einmal ganz weich wurden, unter Kontrolle zu halten. Was für ein Glück, dass er nicht stand.

Duo spürte Heeros kalte Haut unter seinen Fingern. Er selbst zuckte nicht, als Heero kurz in sich zusammengefahren war. Warum hatte er das getan? Er hatte ihn doch bemerkt gehabt? Hatte er sich erschrocken, über diese unbekannte Sanftheit?

"Laß uns gehen!", flüsterte er. Heero sah nicht auf. "Ich komme nach!", sagte er leise. Das rechte Bein hatte er noch immer angezogen, den Oberkörper leicht nach vorne geneigt, nur mit dem Rücken an den alten, knorrigen Baum gestützt. Duo stand auf. "Du solltest dir etwas anziehen. Du bist ganz kalt!" Er legte ihm seinen Mantel über die Schultern.

Heeros Blick war in die Ferne gerichtet. Duo warf ihm noch einen ruhigen Blick zu, wollte nicht gehen. Doch er wußte, dass es Zeit brauchte. Heero konnte nicht von heute auf morgen seine ganze Erziehung vergessen.

Es machte Duo nichts aus, dass der Wind ihn nun auf seinem Nachhauseweg scharf schnitt. Es war ihm zu wichtig, Heero vor der Kälte geschützt zu wissen.

Der Junge saß da. Unsicher hatte er die Arme um sich gelegt, wie zum Selbstschutz. Fest hielt er den Mantel um sich geschlungen, atmete tief ein, als er Duos Geruch, der daran haftete, erkannte. Es roch wieder nach Vanille und Honig. Doch auch etwas, dass er bisher noch nicht gerochen hatte, fiel ihm auf.

An dem Mantel haftete ein leicht herber Geruch. Parfum. Ganz eindeutiger ein Männerduft. Ein plötzliches Stechen zog durch Heeros Körper, als er daran dachte, dass es möglicher Weise nicht von Duo selbst war. Mehr noch: Ihm wurde schwindelig. Heiß und kalt lief es ihm den Rücken herunter bei dem Gedanken. Er stellte sich vor, wie Duo jemand andern berührte, als ihn und er erschrak, als er feststellte, wie sauer und zugleich ängstlich ihn diese Vorstellung machte.

Er stand auf und rannte so schnell er konnte wieder heim. Heim? Nach Hause? Heero blieb stehen. Er besaß so etwas doch gar nicht! Wie konnte er es wagen zu glauben, er würde irgendwo zu Hause sein. Zu Hause war bei dem Menschen, den man liebte! Soviel hatte Heero sich erlesen. Doch wie merkte man, dass man jemanden liebte?


Das Zimmer war dunkel. Heero sah die Wölbung unter der Bettdecke. Duo schlief schon? Leise schlich er ins Bad, wusch sich. Er vollführte nur eine kleine Katzenwäsche, um Duo nicht durch das Klappern von Schranktüren und Sonstigem zu stören. Als Heero bemerkte, dass sein Schlafanzug noch gar nicht gewaschen war, fluchte er leise. Er behielt seine kurzen Boxershorts an und tastete sich im Dunklen durch das Zimmer bis zum Bett.

Duo war nicht an die Wand aufgerückt, sondern lag, wie immer, auf der äußeren Bettseite. Vorsichtig machte Heero sich daran über ihn zu klettern. Als er sich neben ihn legte, blinzelten ihn zwei müde Augen an.

"Noch wach?", fragte Heero, erschrocken über die Sanftheit in seiner Stimme. Schnell drehte er sich um, sich dafür schämend. Duo sagte nichts. Er legte seinen Arm um Heero. Der hielt die Luft an, als er Duos warme Hand auf seinem nackten Bauch spürte. Dann hörte er, wie Duo gleichmäßig begann zu atmen. Er war eingeschlafen. Heero entschloß sich wieder zu atmen.


Das Training war hart gewesen. Sie hatten beide wenig geschlafen. Ihre Augen waren immer wieder zugefallen.

Heero suchte Ruhe. Er brauchte sie, für sein Vorhaben. Er wollte nicht, dass Duo merkte, was er tat. Er ging mit seinem Rucksack ins Bad, gab vor auch einmal baden zu wollen. Sorgsam verschloß er die Tür hinter sich.

Alles sollte stimmen! Heero drehte das Wasser an uns ließ es in die Wanne laufen. Dann setzte er sich mitten auf den Boden und kramte seinen Laptop aus dem Rucksack hervor. Er schaltete ihn ein und suchte, passierte Internetseiten, von denen er noch vor weniger Zeit nicht einmal wußte, dass es sie gab. Aber er wollte es endlich wissen! Er wollte wissen, was Liebe war.

Er fand massig Seiten. Einige von ihnen schreckten ihn zurück, enthielten nicht das, was er suchte. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen, wann immer er auf eine Seite gelangte, auf denen er Bilder von nackten Frauen zu Gesicht bekam. Das wollte er nicht! Er wollte es gar nicht erst sehen!

Schließlich fand er, was er suchte. Liebeslexikon nannte sich die Datei. Er las sie aufmerksam durch. 'Weißt du, was Liebe ist?' stand da. Aufmerksam ließ Heero seine Blicke über die Zeilen wanderen. Er studierte sie, wie einen wichtigen Sachbericht.

'Lieben bedeutet, dem anderen nahe sein zu wollen, seine Gefühle teilen. Wenn du dir wünscht er würde nie aufhören zu reden... Wenn du dich nicht an ihm sattsehen kannst... Wenn Du nur noch an ihn denken kannst... Wenn du dieses Prickeln im Bauch hast... Wenn du seine Fehler übersiehst... Wenn du glaubst, dahinfließen zu müssen, wenn er dich versehentlich berüht...'

Die Textdatei ging noch sehr viel weiter. Erst als er am Ende angekommen war, bemerkte Heero, dass er auf eine Seite für Girls gestoßen war. Aber war das nicht egal? So viel anders konnten Mädchen doch auch nicht fühlen, oder?!

Heero las sich die Stichpunkte noch weitere dreimale durch. Der Abschlußsatz klang immer wieder in seinem Kopf nach. 'Wenn du diese Dinge nur mit Ja beantworten kannst, dann bist du wirklich verliebt...'

Heero fühlte, wie seine Hände zu zittern begannen. Es war so schlimm, dass er glaubte umfallen zu müssen. Er rang nach Luft, doch ihm war nicht schlecht. Viel eher war das Gefühl in ihm noch bestärkt worden. Es fühlte sich so unglaublich gut an!

Der Laptop wurde heruntergefahren und wieder verstaut. Dann lehnte sich Heero an die Badewanne. Er fühlte sich so kraftlos. Was war das nur?! Er hatte erkannt, dass die meisten Stichpunkte, die er gelesen hatte auf seine Gefühle zutrafen. Gefühle, von denen er glaubte, dass er sie nicht einmal besaß.

Er schloß die Augen. Er dachte an Duo, an sein wunderhübsches Gesicht, die langen Haare, den angenehmen Geruch. Dann erinnerte er sich an die Umarmungen, die sanften Berührungen. Er stellte sich vor Duo würde ihn wieder berühren.

Je weiter er in seine Vorstellungen drang, desto stärker wurde dieses wundersamme Prickeln in ihm. Es war, als könnte er die erdachten Berührungen förmlich spüren.

Nach einer Weile öffnete er ruckartig und überrascht die Augen. Er spürte, wie sich etwas zwischen seinen Beinen bewegte. Unsicher sah er an sich herunter, sah die kleine Beule in seiner Hose.

Was war das? Was war mit ihm geschehen? Heero war verunsichert. Wie war das möglich? Niemand hatte ihm je gesagt, dass so etwas passieren konnte. War er krank? Leichte Panik überfiel ihn. Er wollte nachsehen, was mit ihm passiert war. Er hob seine Spandex an und versuchte einen Blick zu erhaschen, doch es gelang ihm nicht. Zu ungünstig war der Blickwinkel, zu ungünstig die Beleuchtung.

Zögerlich streckte er seine Hand aus, berührte sein Glied. Etwas trieb ihn dazu, zu stöhnen. Er wußte nicht, was es war. Wieso fühlte es sich auf einmal so fest an? Heero war wirklich beunruhigt. Was sollte er jetzt machen? Er wußte sich nicht zu helfen. Was war das nur? Was passierte mit ihm.

Von Panik erschüttert wandte er den Blick nach allen Seiten, überlegte angestrengt, wie er sich helfen konnte. Sollte er einen Arzt konsultieren? Heero schüttelte den Kopf. Nein, das mußte sicher nicht sein! Aber was, wenn es doch etwas Ernstes war?! Wie sollte er das wissen?

Er überlegte. Sollte er Duo fragen? Heero schämte sich bei dem Gedanken daran. Außerdem würde er auch ein ganzes Stück seiner schützenden Mauer verlieren, wenn er plötzlich einfach so zu Duo watschelte und ihn um Hilfe bat. Andererseits... Er sah wieder auf die Beule, berührte sein Glied erneut - zaghaft, vorsichtig. Das Ergebnis war, dass die Beule noch mehr anschwellte.

Nun doch von der Angst übertrumpft, sprang er auf. Er schloß hektisch die Tür auf und lief aufgeregt zu Duo, der gerade in der Küche herumhantierte.

"Duo...", wisperte er leise. Seine Stimme klang zaghaft. Sie zitterte. Duo drehte sich überrascht um. "Was ist denn?", fragte er. Er sah ihn Heeros gerötetes Gesicht. Seine Augen waren plötzlich so offen, spiegelten Angst wieder.

Dou erschrak. Er lief sofort zu Heero. "Was ist denn?", fragte er und umarmte ihn. Heero lugte auf die Wölbung seiner Hose hinunter. Duos Blicke folgten seinen.

Einen Moment sagten beide gar nichts. Heero empfand das als äußerst beunruhigend. Dann lachte Duo los. Es war ein lautes, herzhaftes Lachen. Heero fühlte sich verletzt, nicht ernst genommen. Er begriff plötzlich, dass er etwas völlig falsch verstanden haben mußte.

Verwirrt und mit roten Gesicht riss er sich los. Er rannte ins Bad und knallte die Tür hinter sich zu. Er fühlte warmen Tränen über sein Gesicht rennen. Es war ihm so peinlich! Er hatte Angst gehabt und Duo hatte gelacht! Wieso tat es so weh? Sein kleines Herzchen krampfte sich schmerzlich zusammen. Es stimmte also... Heero durfte niemandem vertrauen! Er wollte es so gerne und doch... Er wurde enttäuscht. Warum nur?

Dann hörte er ein Klopfen an die Tür hinter sich. Ein Zucken durchfuhr seinen kleinen Körper. Er war gerade dabei sich hastig die Tränen wegwischen zu wollen, als Duo bereits die Tür öffnete. Heero wurde einfach zur Seite geschoben und plötzlich stand Duo vor ihm. Er sah auf einmal wieder ganz ernst aus.

"Heero...", wisperte er leise. Der kleine Junge war verunsichert. Er wußte nicht, wo er hinsehen sollte, bis Duo ihn an sich zog. Er fühlte wieder die Wärme, die von Duo ausging und füllte sich hin- und hergerissen. Wie sollte so etwas böse sein? Es fühlte sich doch so gut an!

Duo streichelte Heero zärtlich. Es tat ihm furchtbar leid, dass er gelacht hatte. Das hätte er nicht tun dürfen! Ihm war sehr wohl bewußt, dass er Heero damit weh getan hatte und das wollte er doch nicht. Vorsichtig trocknete er die Tränen des Kleineren.

Heero tat nichts. Er ließ sich einfach nur halten. Es war schön! Er war traurig und jemand versuchte ihn zu trösten. Das erste Mal in seinem Leben fühlte Heero sich nicht schuldig seine Mauer einen Moment lang abzulegen.

"Komm', ich erklär's dir!", sagte Duo dann plötzlich. Er schob Heero vor sich her, zum Bett. Seine Stimme und seine Berührung war leicht. Er übte nur einen sanften Druck auf den Kleineren aus, um ihn vorwärts zu schieben. Heero ließ sich aufs Bett drücken und Duo setzte sich neben ihn.

"Weißt du..." Duo suchte nach Worten. "Ich weiß nicht recht, wie ich sagen soll..." "Hn." Das half Heero auch nicht weiter. Im Gegenteil! Duo verwirrte ihn nur noch mehr.

Duo fühlte sich angezogen von Heeros weit geöffneten Augen. Er spürte, wie sie ihn hoffnungsvoll anstarrten. //Oh weh!// Dachte Duo bei sich. Er versuchte sich zusammen zu reißen. "Na weiß du... Ab einem gewissen Alter... Nein, anders... Der Mensch wächst doch, nicht wahr?!" Heero nickte. Natürlich tat er das! Hielt Duo ihn für blöd?

"Also, ist dir aufgefallen, dass dein Körper sich verändert?", fragte Duo hoffnungsvoll somit einen günstigen Anfangspunkt zu finden. Heeros Blick ruhte nur fragend auf ihm. Was meinte Duo damit? "Na, du bekommst doch breitere Schultern..." Wieder ein Nicken. "Das, was du da vorhin beobachtet hast, ist eine Auswirkung davon!"

Duo wandt sich hin und her. Er kam sich irgendwie albern vor, aber er hatte beim besten Willen keine Ahnung, wie er das, was er sagen wollte, einem kleinen Jungen beibringen sollte.

"Duuuuo!" Heero sah den Größeren gequält an. Duo seufzte. "Also na ja, sagen wir's so: Dein Körper befindet sich im Wachstum. Und na ja, Du machst gewisse körperliche und geistige Veränderungen durch. So was nennt man Pupertät!" Aha! Nun schien Duo den Faden gefunden zu haben. Heero hörte ihm aufmerksam zu und Duo erzählte weiter: "Weißt du... Du wirst älter, fängst langsam an dich für Mädchen zu interessieren..."

Heero zog eine Augenbraue nach oben. Was sollte das? Seit wann sollte er sich für Mädchen interessieren?! Er schüttelte angeekelt den Kopf. Duo grinste. "Na ja, früher oder später geht dir das vielleicht mal so. Es muß ja nicht sofort sein." Heero verstand. Es schien also etwas zu sein, was die Menschen dazu trieb. Irgend etwas in ihnen. Ein Gefühl oder so etwas in der Art.

Duo plapperte weiter: "Wenn du dich dann für ein Mädchen interessierst, dann kann es sein, dass du dich in sie verliebst. Du bekommst Schmetterlinge im Bauch, möchtest bei Ihr sein, sie berühren..." Heero lauschte. Als er Duos Worte hörte, zuckte er innerlich. Da war es schon wieder! Schon wieder diese Gründe, die er so oft gelesen hatte. Schon wieder alles, was auf ihn zutraf! War er wirklich verliebt? Aber Duo sprach doch von Mädchen?!

"Was ist mit Mädchen? Verlieben die sich auch irgendwann in Mädchen?", fragte er unsicher. Duo lachte leise auf, als er Heeros unschuldiges Gesicht sah. Ja, es schien wirklich unschuldig zu sein! "Ja, manchmal verlieben sich Mädchen auch in Mädchen. Das sind dann Lesben.", erklärte er. Wieder traf ihn ein fragender Blick.

"Weißt du Hee-chan.... Wenn du dich danach sehnst, jemanden zu berühren, dann gehen die Gedanken manchmal viel weiter... Du möchtest vielleicht irgendwann ein Mädchen berühren, es streicheln, umarmen, küssen..." Heero verzog angewidert das Gesicht. Er konnte sich nicht vorstellen, dass er das wirklich wollte. Duo beobachtete es mit einem Grinsen.

Also doch! Heero konnte auch kindlich sein! Er konnte es doch zeigen! Duo freute sich ungemein darüber, doch er fuhr fort.

Insgeheim ärgerte es ihn, dass er von Mädchen sprach. Er wollte nicht, dass Heero mit irgend einem Mädchen zusammen war! Er wollte nicht, dass sein Hee-chan überhaupt mit irgendwem zusammen war! Er wollte ihn für sich!

Duo erschrak, als er sich bei dem Gedanken ertappe. Was dachte er sich da?! Heero war ein Kind! Er war ein ganz normaler Junge! Er hatte nicht das Recht, Heero vorzuschreiben, dass er Jungs mögen sollte, dass er IHN mögen sollte! Doch als er Heeros wartenden Blick sah, fuhr er fort mit seinen Erklärungen:

"Also, was ich sagen will... Jungen und Mädchen sind unterschiedlich. Mädchen sind oft feinfühliger. Sie sind verletzlicher. Und wir haben etwas, dass sie nicht haben..." Duo grinste verschwörerisch. "Was?", fragte Heero. Er war neugierig geworden.

Duo tippte mit seinem Finger ganz leicht zwischen Heeros Beine und der Kleine errötete. "Duo...", wisperte er tonlos.

"Also die Mädchen..." Heero unterbrach ihn. Er wollte nichts über Mädchen wissen! Er wollte wissen, was mit ihm passiert war! Es interessierten ihn die kleinen aufgeblasenen Tussis? Er mochte diese ganzen Mädchen nicht, die sich immer nur um ihr Aussehen kümmerten und immer bei allem beleidigt waren.

"Duo, keine Mädchen mehr, ja?!" Er sah den Amerikaner flehend an und dieser nickte. "Okay..." Innerlich lachte Duo auf. Ein Schmunzeln konnte er sich nicht verkneifen. Heero war so süß, wenn er sich so aufführte!

"Dann erzähl' ich dir etwas über dich...", sagte er.

Doch zuvor machte Duo es sich etwas bequemer. Er legte sich hin, den Kopf aufs Kissen gelegt und zog Heero an sich. Nun lag der Kleine mit dem Rücken gegen Duos Bauch gelehnt und hörte ihm zu, während Duo ihn festhielt.

"Die Veränderungen, die du mitmachst, die äußern sich auf verschiedene Arten, verstehst du?! So was, wie dir vorhin passiert ist, das ist normal. Da mußt du dir keine Gedanken drum machen. Du kommst jetzt langsam in ein Alter, in dem du dich nach etwas sehnst... Nach Berührungen und Zärtlichkeit... Es gibt empfindsame Stellen an deinem Körper, die es mögen, berührt zu werden. Das ist nichts Schlimmes oder Verwerfliches! Im Gegenteil! Es macht Spaß!"

Heero hatte die Augen geschlossen. Er konnte sich sehr gut vorstellen, dass Duo Recht hatte. Als er noch im Bad gesessen und sich vorgestellt hatte, dass Duo ihn berührte, war es wunderschön gewesen. Als Heero daran dachte, spürte er, wie sich zwischen seinen Beinen erneut etwas regte. Er hielt die Luft an. Auch Duo bemerkte es.

Er lächelte und ließ seine Hand über Heeros Brust gleiten. Der Kleine zog die Luft ein. Ein Prickeln durchfuhr ihn, als Duo seine Hand unter das dünne Muscle-Shirt schob und über seine Brustwarze strich. "Hn!" Heero mußte ein Stöhnen unterdrücken und Duo lächelte. Er nahm Heeros Hand und legte sie auf dessen Brust. Dann brachte er sie dazu über Heeros Körper gleiten zu lassen, die Stelle zwischen seinen Beinen zu striefen.

"Hnn~nnn!" Heero hielt inne. Was war das nur? Es fühlte sich unglaublich gut an. Plötzlich ließ Duo seine Hand los. Heero war irritiert, als er sich unter ihm weg zog und aufstand. "Ich geh' Bummeln, probier's aus, danach reden wir weiter!", flüsterte Duo ihm zu und seine Stimme klang verlockend. Heero sah ihm zu, wie er sich den Mantel anzog und sich seinen Rucksack schnappte. Dann schloss Duo leise die Tür und war weg.

Heero sah ihm einige Minuten lang nach. Sollte er wirklich? Er überlegte. Es hatte sich sehr schön angefühlt und Duo hatte gesagt, es sei nichts Schlimmes! Nein, er hatte ihn sogar dazu aufgefordert...

Vorsichtig und etwas unsicher ließ Heero seine Hand zu der Stelle gleiten, an der Duo ihn zuerst berührt hatte. Seine Hand schob sich unter das dünne Muscle-Shirt und fuhr über seine glatte Haut. Er entdeckte die kleinen Nippel auf seine Brust und berührte einen davon leicht. Er schloß seine Augen und begann sanft, ihn zwischen Daumen und Mittelfinger zu drehen.

"Mmmh..." Heero öffnete erstaunt die Augen. Das war wirklich gut! Neugier überkam ihn. Er fragte sich, ob es sich auf der anderen Seite genauso anfühlte und so probierte er es auch dort. Mit Erfolg!

Heero spürte das Verlangen, sich weiter zu berühren. Er zog sich das Shirt aus und betrachtete sich seinen Körper. Bauch und Brust waren flach. Seine Muskeln waren deutlicher zu sehen, als bei anderen Jungen aus seinem Alter. Kein Wunder - er trainierte ja auch hart genug.

Die zarten Knospen hatten sich etwas aufgerichtet. Heero berührte sie wieder, legte seine Hände auf seine Brust, ließ die Fingerspitzen sacht kreisen. Heero sah an sich hinab. Plötzlich störte ihn die Wölbung seiner Hose nicht mehr, im Gegenteil: Er war neugierig geworden.

Er ließ seine Hände an seinen Hüften hinabgleiten und streifte sich die Spandex ab. Dann ließ er seine Hand über seinen Bauch fahren, ließ sie kreisen und hinabgleiten. Er strich vorsichtig über den gespannten Stoff seiner Shorts und fühlte sein Glied immer fester werden. Aber plötzlich war es nicht mehr beängstigend. Es fühlte sich auf eine gewisse Weise richtig an.

Mit schnellen Bewegungen hatte er sich die Shorts abgestrampelt. Er ließ seine nackten Fußspitzen über das jeweils andere Bein gleiten. Dann hielt er kurz inne. Er betrachtete sich.

Während er noch bei Dr. J gewesen war, hatte er andere Jungen gesehen, die in seinem Alter noch nicht so weit entwickelt waren. Bei der Erinnerung daran erfüllte ihn ein seltsamer Stolz.

Er drehte und wandte sich etwas, genoß den Anblick, fühlte sich schön. Im Bewußtsein dessen machte es ihm gleich doppelt soviel Spaß, sich sanft zu berühren, sich zu streicheln.

Schließlich sah er, dass sein Glied sich ganz aufgerichtet hatte. Er tippte mit der Fingerkuppe auf die Spitze und stöhnte auf. So etwas Gutes hatte er bisher noch nie erlebt. Er begann mutiger zu werden und ließ seine Finger über den Schaft gleiten, lehnte sich dabei zurück.

Nach einer Weile vergaß er alles um sich herum und versank in seinen Berührungen. Seine Gedanken waren bei Duo. Er stellte sich vor, er würde ihn berühren, würde die Lust in ihm so sehr wecken, wie seine Hände es taten.

Heero war froh, dass Duo ihm den Tipp gegeben hatte, es einfach mal auszuprobieren. Schließlich umschloss er sein Glied mit der Hand. Er bewegte die Hüften leicht auf und ab, stöhnte, als es sich anfühlte, als würde er explodieren.

Er schaffte es eine Weile sich kurz vor dem Höhepunkt zu halten, doch schließlich wollte er mehr von diesem Gefühl. Er stieß kräftiger in seine Handflächen und kam schließlich mit einem unterdrückten Aufschrei.

Er fühlte seine Lust langsam wieder abnehmen, doch das entspannte, gelöste und zufriedene Gefühl in ihm blieb. Ganz ruhig lag er auf dem Bett, ließ sich selbst genug Zeit um wieder zu Atem zu kommen. Schließlich besah er sich seine Hand. Sie war feucht und sein Saft klebte an ihr.

Ein glückliches Lächeln spielte um Heeros Mundwinkel. Noch eine kurze Weile verharrte er, streichelte seinen kleinen Körper, dann stand er auf und ging ins Bad. Er duschte sich ab und zog sich eine neue Shorts an. Anschließend ging er zu Bett. Zum ersten Mal in seinem Leben fühlte er sich wirklich wohl. Entspannt kuschelte er sich in die Decke und schlief kurz darauf ein.

Auch als Duo kam öffnete er die Augen nicht. Er war inzwischen längst wieder aufgewacht, aber er wusste nicht recht, was er sagen sollte. Seiner Meinung nach war er Duo etwas schuldig, aber er wusste nicht was.

Duo setzte sich zu Heero aufs Bett. "Schläfst du?", fragte er leise. Heero schüttelte den Kopf. Er schlug die Augen auf und drehte sich zu Duo. Eine Weile sah er ihn schweigend an, dann schenkte er ihm ein Lächeln. Langsam konnte er seine Gefühle für Duo nicht mehr zurückhalten und je näher er den liebenswürdigen Amerikaner kennen lernte, desto größer wurde sein Vertrauen zu ihm. Er verlor langsam die Angst, sich zu öffnen, auch wenn sie immer noch da war.

"Danke!", wisperte er dann ganz leise, kaum hörbar. Er hatte einfach das Gefühl er müsse sich bei Duo bedanken. "Hast du es probiert?", fragte der Größere ruhig. Heero war sich nicht sicher, ob er diese Frage wirklich beantworten sollte, doch schließlich nickte er. "War es schön?" Heero nickte und Duo lächelte zufrieden. "Gut!"

Wieder eine Weile Schweigen. Duo dachte über Heero nach. Er fragte sich, wie der Kleine sich wohl angestellt hatte und lächelte bei der Vorstellung.

"Wir haben morgen erst später Training. Sehen wir noch etwas fern?", fragte er schließlich. "Hn." Heero zuckte mit den Schultern. "Willst du nicht?", fragte Duo wieder. Erneutes Schulterzucken. "Weiß nicht!" "Warum nicht?", Duo ließ keine Ruhe. "Ich weiß nicht, ob es interessant ist." Nun verstand Duo gar nichts mehr. "Wieso nicht?" Heero starrte geradeaus. "Weil ich es noch nie getan habe!" "Waaaas?!" Duo glaubte sich verhört zu haben, doch dann fielen ihm die Berichte aus Heeros Akte wieder ein.

Seufzend stand er auf. Er ging in die Küchennische und klapperte etwas herum. Nach einer Weile kam er mit Schüsseln und Dosen zurück. Heero sah ihn fragend an. "Was ist das?", wollte er wissen und erhob sich etwas, um in die Schüsseln zu spähen. "Chips und Coke und Popcorn! Ich zeig dir jetzt, wie man sich einen gemütlichen Fernsehabend macht!"

Duo stieg aufs Bett und ließ sich neben Heero nieder. Er stellte die Schüsseln und die Dosen auf dem Bett ab und angelte dann nach der Fernbedienung. Dann schichtete er ein paar Kissen hinter den beiden auf und lehnte sich an. Heero sah ihn erst abwartend an, dann machte er es ihm nach. Duo drückte ihm eine der Schüsseln in die Hand und nahm sich selbst eine. Die Coke und den restlichen Süßkram legte er zwischen die zwei.

"Fertig?", fragte Duo. Heero wußte nicht, wofür er fertig sein sollte, nickte aber.

Duo schaltete den Fernseher an und sofort erschien das Bild auf dem großen Flatscreen. Heero war beeindruckt von der Farbenpracht. Duo schaltete zu einem Actionfilm um und Heero ließ sich davon fesseln. Als er merkte, dass Duo neben ihm immer wieder in seine Schüssel langte und munter drauflos mampfte, griff auch er zu.

Er schob sich die Chips in den Mund und ließ sie auf der Zunge zergehen. Es schmeckte wirklich außerordentlich gut! Irgendwann löschte Duo das Licht, damit sie mehr Kinoatmosphäre hatten.

Heero machte Duo alles nach, kostete hier und da von den Leckereien und gewann besonderen Gefallen an den Paprikachips, die zwischen ihnen standen. Er griff in die Schüsseln, abwechselnd in die zwischen ihnen und in seine eigene. Duo machte es genauso. Er lachte und hatte seinen Spaß an dem Film. Heero grinste nur manchmal. Er war viel zu fasziniert, um wirklich jeden Witz mitzubekommen.

Schließlich passierte es: Duo griff zur selben Zeit wie Heero in die Schüssel zwischen ihnen. Ihre Hände berührten sich zufällig. Erschrocken wollte Heero seine Hand wegziehen. Ein Kribbeln war durch seinen ganzen Körper geschossen. Duo jedoch ließ es gar nicht soweit kommen, dass Heero seine Hand zurückzog. Er hielt sie fest und drückte sie leicht. Dann nahm er mit der anderen Hand einen Chip aus der Schüssel und drehte sich zu Heero. Er beugte sich etwas vor uns hielt dem kleinen Jungen den Chip vor den Mund.

Heero glaubte sein Herzchen würde zerspringen, solche Hüpfer machte es. Er war leicht rot um die Nasenspitze und er war froh, dass man es nur leicht im Schein des Fernseherlichtes sah. Noch etwas scheu reckte er sich ein kleines Stückchen nach vorne und biss eine Hälfte von dem Chip an. Duo lächelte. Er ließ die andere Hälfte in seinen Mund gleiten, während er die Hand von Heero, der ihn mit seinen großen, süßen Augen ansah, noch immer nicht losließ.

"Duo...", wisperte er leise. Der Amerikaner jedoch reagierte nicht. Irgendwie war Heero froh darüber. Es war viel schöner so! Er war glücklich, dass Duo seine Hand hielt, und dass keiner der beiden etwas sagte, schien der Situation einen ruhigen, andächtigen Schein zu geben.

Plötzlich spürte Heero, dass er mehr wollte. Er wollte nicht nur, dass Duo seine Hand hielt, er wollte, dass er ihn umarmte, wie so oft, als er noch so sehr mit sich selbst hatte ringen müssen, um es zuzulassen.

Nun war es soweit, dass er selbst bereit war, seine Mauer etwas fallenzulassen. Er bahnte sich seinen Weg durch die Schüsseln und krabbelte zu Duo. Der beobachtete ihn wortlos und hielt die Arme auf, als Heero dicht neben ihm saß. Heero schenkte ihm ein herzzerreißend liebevolles Lächeln. Dann schmiegte er sich eng an Duo, seine eigenen dünnen Ärmchen um ihn gelegt.

Duos Herz klopfte wild, als Heero sich ihm endlich von sich aus näherte. Wie sehr hatte er sich das gewünscht?! Er legte behutsam die Hand auf den kleinen, dunkelbraunen Haarschopf und streichelte Heero liebevoll. Der gab einen zufriedenen Seufzer von sich und vergrub seinen Kopf in Duos Brust.

Plötzlich spielte der Film keine Rolle mehr. Der außergewöhnliche Geschmack der Süßigkeiten war Nebensache. In diesem Moment zählten nur noch sie beide. Duo tastete nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher aus. Dann wischte er mit einer Handbewegung alles vom Bett, was nicht darauf gehörte und rollte sich, zusammen mit Heero, in eine vernünftige Schlafposition. Er hielt den Kleinen fest und deckte ihn zu. Es brauchte keiner Worte mehr, nur ein kleiner Wunsch: "Gute Nacht, Duo-chan!"
 

Am nächsten Tag war auf einmal alles so anders. Duo half nicht nur Heero mit seinen Ratschlägen das Training besser zu absolvieren, auch Heero zeigte ihm einige Tricks.

Als Duo beim Stangenklettern wieder nicht den richtigen Griff fand, nahm Heero sich die Zeit es ihm zu zeigen. Er schob Duo an die Stange heran und nahm seine Hände. Dann legte er sie in der richtigen Position auf die Stange. "Versuch' es!", forderte er den Größen auf. Duo nickte. Er zog sich ein Stückchen hoch und plötzlich ging es so leicht.

Mit wenig Anstrengung war er in kürzester Zeit die Stange hinaufgeklettert. Er ließ sich wieder nach unten gleiten, wo Heero bereits mit einem Lächeln auf ihn wartete. Als Duo wieder Boden unter den Füßen hatte, ging er zu der zweiten Stange und fing mit seinen Übungen an. Er wusste, dass Duo es ein zweites Mal allein schaffen würde und er hatte recht.

Duo kletterte, wie nie zuvor. "BOKU WA SHINIGAMI!!!", rief er fröhlich, als er wieder am oberen Ende der Stange hing. Heero sah zu ihm herauf, er war gerade auf halber Höhe. Ein leises Lachen drang aus seiner Kehle. Es war noch scheu, aber es war ein Lachen. Duo freute sich sehr darüber. Endlich! Endlich war er auf dem richtigen Weg! Er würde Heero zeigen, was es hieß zu leben!
 
Gegen Nachmittag wurden die beiden einem Test unterzogen. Sie sollten in eine alte Lagerhalle eindringen und von dort einen geheimen Sprengsatztyp stehlen, den sie zuvor deaktivieren mussten. Es war alles nur ein Fake, aber die Fallen waren sauber gestellt, jedes kleinste Detail durchgeplant. Sie wussten, dass ihnen nichts passierte, falls sie versagten, aber beide hatten zu viel Stolz, zu viel Ehrgeiz, um einen Fehler machen zu wollen.

Heero hatte zunächst Probleme über den Zaun zu kommen. Er hatte trug keine Handschuhe und seine Hände waren zu rutschig. Er fand einfach keinen Halt an den hohen Eisenstangen, die noch dazu sehr spröde und uneben waren. Immer wieder glitt er ab und zerschrammte sich dabei seine Arme und Beine. Duo wünschte sich der Junge hätte einfach mal keine Spandex angezogen. Er griff Heero um die Hüften, noch ehe dieser wusste, was mit ihm geschah und hob ihn hoch, so dass er über den Zaun gelangen konnte.

"Paß' auf die Metallspitzen auf! Die stehen bestimmt unter Strom!", warnte er ihn. Heero nickte und schwang sich dann mit katzenhafter Eleganz über den Zaun. Duo folgte ihm. Er war größer und vorteilhafter gekleidet, als Heero. Es gelang ihm ohne viel Mühe dieses Ziel zu meistern. Auf der anderen Seite wollte er losstürmen, doch Heero hielt ihn fest.

Er zeigte Duo mit Hilfe einer Spezialbrille ein paar Lichtschranken, die dieser übersehen hatte. Duo nickte ihm dankbar zu. Sie sprachen nicht ein Wort. Sie wußten sie mussten lernen, sich ohne Worte zu verständigen. Sie würden es sicher einmal brauchen.

Als Heero sah, dass Duo im falschen Winkel durch die Schranken klettern wollte, hielt er ihn auf. Er machte ihm mittels weniger Handzeichen klar, dass er so die Schranken berühren würde und zeigte ihm, wie man es richtig machte. Er nahm Duos Hände und legte sie um seine Taille, damit er fühlen konnte, wie er sich bewegen musste.

Duo gelang es, seine Bewegungen nachzuahmen und schließlich brachen sie auf. Heero beobachtete Duo unsicher, während er sich selbst seinen Weg bahnte. Als er sah, dass der Amerikaner aller richtig machte, konzentrierte er sich wieder auf sich selbst.  

Eine Weile später standen sie endlich vor ihrem Ziel. Während Duo versucht hatte sich etwas vor Verletzungen zu schützen, war Heero ganz strikt vorwärts gegangen. Ob er irgendwo hängenbleib und sich die Haut aufriß, oder ob er umknickte und ihm hartes Dornengebüsch im Weg war störte ihn nicht. Duo bewunderte ihn. Er hatte noch nie jemanden mit so viel Professionalität sein Ziel verfolgen sehen.

Doch als sie endlich vor dem Sprengkopf standen wurde seine Miene immer ratloser. Er hatte solch einen Typ wirklich noch nie gesehen und hatte keine Ahnung, wie sie ihn entschärfen sollten. Sie hatten etwas mehr Zeit als eingeplant benötigt und hatten nun nur noch 5 Minuten, um die Explosion zu verhindern.

Duo zermarterte sich den Kopf, aber ihm fiel absolut keine Lösung ein. Er beobachtete angespannt, wie Heero sich langsam um den Sprengkopf bewegte. Seine Augen schienen Millimeter für Millimeter einzeln einscannen zu wollen. Schließlich zog er ein kleines Gerät aus der Tasche. Er tippte darauf herum und Duo sah ihm gespannt zu. Heero schien seine Analyse genau zu machen. "Ich hab's!", verkündete er dann. Seine Stimme klang ruhig und gefasst.

Duo sah ihn an, dann nickte er. Er vertraute dem Jungen! "Was müssen wir tun?", fragte er. Heero zeigte auf ein Kabel. "Du schneidest es durch, wenn ich 'jetzt' sage!" Duo nickte. Heero beugte sich nach vorne und begann einen Zahlencode auf der winzigen Tastatur zu tippen.

Duo hielt sich bereit. Schweiß stand ihm auf der Stirn. Er hatte ganz vergessen, dass es eine Übung war. "Jetzt!", kam plötzlich der Befehl von Heero und Duo schnitt sofort.

Einen Moment lang hielt er die Luft an, dann sah er gebannt zu Heero. Nichts passierte. Die beiden warteten 5 Sekunden, 10 Sekunden, 30 Sekunden. Als nach 4 Minuten noch immer nichts geschah atmete Duo auf. Er lief zu Heero und hob ihn hoch. Doch Heero warf ihm einen tödlichen Blick zu. "Omae o koruso, Duo!"

Duo sah Heero erschrocken an. Meinte er das ernst? Nach allem? Er war verwirrt, doch dann hellte sich Heeros Gesicht wieder auf. "Niemals bei der Arbeit, Duo!", erklärte er dem geschockten Amerikaner. Duo nickte verständnisvoll und ließ Heero wieder herunter. Der Junge nickte und sie traten den Rückzug an.

Langsam wurde es schwerer. Sie waren erschöpft von dem langen Training. Dennoch strengten sie sich auch auf dem Rückweg an, denn im Ernstfall mußten sie es dann ja auch schaffen, zu entkommen.

Endlich wieder außer Reichweite des Einsatzortes ließen die beiden sich ins Gras fallen. Die Augen geschlossen, lagen sie für einen Moment einfach nur da. Dann sah Duo zu Heero, dessen kleine Brust sich gleichmäßig hebte und wieder senkte.

Er war so schön! Es war ungewöhnlich für einen kleinen Jungen, eine so große Ausstrahlung zu haben. Duo rollte sich etwas näher zu Heero heran, betrachtete seine Verletzungen. Es waren nur kleine Kratzer, aber sie waren tief.

Schließlich schlug Heero die Augen auf. Beide sahen sich an, lange und schweigend. Die kobaltfarbenen Augen waren fasziniert vom Indigo, Indgo war fasziniert von Kobaltblau.

Langsam streckte Heero seine Hand aus, berührte vorsichtig Duos Gesicht, zuckte etwas zurück und legte erneut die Handfläche sanft auf Duos Wange. Duo lächelte. Er sagte nichts. Das musste er auch nicht. Seine Augen und sein Lächeln sagten soviel mehr.

Beide genossen diesen Moment. Dann brach Duo die Andächtigkeit. "Wir müssen gehen!", mahnte er, doch an seiner Stimme war deutlich zu erkennen, dass er es selbst nicht wollte. Heero nickte. Er nahm seine Hand wieder zu sich und stand auf. Duo folgte ihm. Dieser kleine Körper... Duo wünschte sich nichts sehnlichster, als ihn zu schützen!


"Halt still!" Duo hielt Heeros Arm vorsichtig fest. "Das muß nicht sein!" Die Augen des Kleinen blinzelten Duo auf eine kindlich scheue Art süß an. Er setzte sich dennoch auf den Rand der Badewanne und ließ Duo seine Kratzer säubern.

"Das brennt sicher!", verkündete er. "Hn." Heero hielt still und ließ Duo einfach machen. Er sagte kein Wort, spürte das Brennen gar nicht. Ganz sanft waren die Berührungen von Duo. Er war vorsichtig, bearbeitete Heero langsam mit Pinzette und Wattestäbchen.

Es war so schön! Jemand machte sich Sorgen um sein Wohlergehen... Ja... Duo kümmerte sich rührend um ihn und Heero war dankbar, unsagbar dankbar. Nie zuvor hatte ihm jemand soviel Wärme, soviel Geborgenheit gegeben. Für den kleinen Jungen, der immer allein gewesen war, war es das schönste Geschenk, das er sich vorstellen konnte!

Er lächelte, als er sich ebenfalls einen Wattebausch nahm, ihn mit Jod betupfte und sich weiter zu Duo drehte, der neben ihm auf dem Wannenrand saß. Dann säuberte er vorsichtig die kleine Schramme, die sich über die Wange des Größeren zog.

Als Heero fertig war und seine Hand wieder wegnehmen wollte, hielt Duo sie fest. Er zupfte Heero den Wattebausch weg und drückte seine Hand an sein Gesicht. Zärtlich küsste er das Handgelenk des Jungen, schenkte ihm ein Lächeln und ließ seine Lippen den Rest seines Armes mit federartigen Küssen bedecken. Heero hielt ganz still. Er war gefangen von den warmen Blicken des anderen, fühlte sich merkwürdig angezogen von dessen Lippen.

Ihre Gesichter näherten sich langsam, Millimeter für Millimeter. Dann spürte er Duos Lippen mit einem leichten Druck auf seine pressen. Ein wohlig warmes Gefühl durchflutete seinen kleinen Körper und Duo erging es nicht anders. Er hielt den kleinen Körper und berührte diese weichen Kinderlippen. So sehr hatte er sich das gewünscht!

Heero schmiegte sich an Duo, begann den Kuss zaghaft zu erwidern. Er spürte Duos Hand sanft auf seinem Hinterkopf liegen, ihn halten. So erfüllt und so glücklich zu sein - lange Zeit hatte er nicht gewußt, was das bedeutete, doch Duo zeigte es ihm. Er zeigte es ihm mit einer Sanftmut und Verständigkeit, wie er es sich nie zu träumen gewagt hätte. Nach einer Weile ging ihnen die Luft aus. Duo löste seine Lippen von den kleinen schmalen und legte seine Stirn leicht gegen die von Heero, kraulte mit der Hand leicht seinen Nacken.

"Weißt du... manchmal verlieben sich Jungs auch in Jungs...", flüsterte er leise. Seine Stimme klang sanft, einfühlsam.

Liebe? Da war es wieder, dieses Wort, dieses Gefühl... Heero bemerkte, dass er seine Angst davor allmählich verlor. Es fühlte sich so schön an, zu lieben, geliebt zu werden! Duo liebte ihn doch oder?!

Er sah ihm in die wunderschönen, indigofarbenden Augen und die Antwort auf seine Frage in dem herzlichen Blick. Auf eine merkwürdig schöne Art geschwächt ließ Heero sich in Duos Arme gleiten, die ihn feinfühlg umschlossen.

Nie zuvor hatte Heero die Stille als so angenehm empfunden. Er hatte sich vor ihr gefürchtet, sie verachtete, doch nun war sie auf einmal so andächtig und friedvoll... Heero verstand, dass Stille nicht immer etwas Negatives war.

"Duo-chan...", wisperte er stimmlos, ergriffen von der Macht dieser neuen Gefühle in ihm. Duo lächelte, erhob sich und hob Heero in seine Arme. Er trug ihn zum Bett und legte ihn hinein. Dann legte er selbst sich neben ihn, spürte Heeros fragenden Blick, als er die sanften Berührungen von Duos Fingerspitzen auf seiner Haut fühlte. Sie glitten seinen nackten Oberkörper entlang, über seine Wirbelsäule und Heero genoss es.

Duos Hände zitterten leicht, als er den kleinen Jungenkörper neben sich liegen sah, seinen nackten Oberkörper dicht an seinen, ebenfalls entblößten, gelehnt. Ihre aneinandergedrückte Haut schien von einem seidig weichen Wirbelsturm umspielt zu werden. Es war wie ein leichtes Feuer, das seine Flammen sacht über ihre Haut gleiten ließ. Die Gefühle, die die beiden überwältigten, waren wunderschön, als sie schließlich in ihrer liebevollen Umarmung einschliefen.


Duo erwachte als erster. Seine Blicke glitten auf das kleine, zusammengerollte Etwas an seiner Brust. Heero lag ganz dicht an ihn gekuschelt, die Beine etwas angezogen und die  Hände unter den Kopf gelegt. Der Anblick des kleinen Wesens brachte Duo dazu, zu schmunzeln. Er strich Heero einer seiner wirren Haarsträhnen aus dem Gesicht, berührte dabei mit den Fingerspitzen seine glatte Haut so seicht, dass es sich anfühlte, als würde ein ruhiger Luftzug über sie fahren.

Ein leiser, zufriedener Laut kam aus Heeros kleiner Kehle und er kam langsam wieder zu sich, die weichen Fingerkuppen auf seiner Wange spürend. Er wollte die Augen noch nicht aufschlagen, war müde, doch der Wunsch danach, Duos Gesicht zu sehen besiegte ihn schließlich in seinem Kampf gegen die Müdigkeit.

Langsam öffnete er die Lider, rieb sich dann die Augen. Duo lag seitlich, seinen Kopf auf seiner Hand gestützt. "Wollen wir weiterreden?", fragte Duo dann. Heero sah ihn verschlafen an. Seine Haare sahen noch verwuschelter aus, als sonst. Es war wirklich ein Bild für die Götter und Duo lachte leise. Heero ignorierte es. Er nickte und schmiegte sich ganz dicht an Duo.

"Erzähl weiter!", forderte er ihn mit weicher Stimme auf. Duo nickte und begann zu reden, während er den Kleinen festhielt.

"Das, was du gestern mit dir gemacht hast, deinen Körper gestreichelt und so...", Duo machte bewusst eine kleine Pause, "... das nennt sich Selbstbefriedigung!" Er grinste etwas. Wieder schlich sich die Vorstellung, wie Heero sich selbst berührte in seine Gedanken. Er schloss die Augen, um diesen Gedanken einen Moment lang bewusst zu genießen. "Das kann man auch zu zweit machen und das nennt sich dann Sex oder Petting." "Wo ist der Unterschied?" Heero machte ein fragendes Gesicht und Duo erklärte es ihm.

"Weißt du, auch Mädchen können zusammen Sex haben und Jungs auch mit anderen Jungs..." Duo machte ein geheimnisvolles Gesicht und Heero sah ihn erneut fragend an. Schließlich fand er seine Sprache wieder. "Wie soll das gehen?", wollte er, nun noch neugieriger, wissen.

"Also bei Mädchen...", begann Duo, wurde jedoch von Heero durch ein heftiges Kopfschütteln  unterbrochen. "Bei Jungen..." Duo wartete Heeros eifriges Nicken ab, das dem kleinen Jungen sofort etwas peinlich war und seine Nasenspitze rot färbte, was Duo äußerst süß fand, ab. Sein Herz machte einen Hüpfer, als sich herausstellte, dass Heero an dem Thema so interessiert war. Vielleicht würde er ja doch...?!

Duo spürte den immer noch fragend schauenden Blick, der direkt auf sein Gesicht gerichtet war. Er lächelte und fuhr mit ausgestrecktem Mittelfinger sanft über Heeros Rücken, bis zu seinem kleinen Hintern hinunter. Er ließ den Finger tiefer gleiten, über den Spalt, der sich zwischen Heeros Pobacken befand. Der leichte Druck ließ den Jungen erschauern.

"Du nimmst ihn einfach in dir auf, Schatz!", flüsterte Duo. Heeros Augen weiteten sich. Er verstand genau, was Duo ihm sagen wollte und die Vorstellung verunsicherte ihn. Der Versuch, sich nichts anmerken zu lassen, ging schief, das wußte er. Doch Duo ignorierte es dieses Mal, ging nicht weiter darauf ein oder versuchte ihm die Bedenken zu nehmen. Warum nur? Heero verstand es nicht und er verstand erst recht nicht, dass sein Freund einfach so aufstand und ihn allein im Bett ließ.

Besorgt fragte Heero sich, ob er etwas falsch gemacht hatte, doch Duo schien genauso fröhlich zu sein, wie meistens. "Ich geh' duschen!", verkündete er und weg war er. Heero war allein. Er dachte über das nach, was Duo ihm gesagt hatte. Dass Duo ihn 'Schatz' genannt hatte, hatte er ganz überhört, so sehr war er durcheinander geraten. Lange machte er sich Gedanken darum, versuchte, das Gefühl in ihm zu analysieren, doch es gelang ihm nicht.

Plötzlich hörte er Geräusche aus dem Bad. Sie waren die ganze Zeit über schon dagewesen, doch nun folgte ihnen auf einmal ein leises, unterdrücktes Stöhnen. Es kam von Duo, kein Zweifel.

Verwundert stand Heero auf. Was hatte der Amerikaner? Er lief besorgt zur Badezimmertür und blieb stehen, als ein lautes Stöhnen erklang. Heero dachte nach. Er kannte diese Tonlage irgendwoher. Es war kein schmerzliches Stöhnen, wie er zuerst gedacht hatte. Neugierig bückte er sich und versuchte durchs Schlüsselloch zu schielen.

Er sah jedoch nicht viel. Duo stand mit dem Rücken zu ihm. Dennoch war eindeutig zu erkennen, dass seine Hüften kreisten, sich sein Unterkörper vor- und zurückschob. Heero hielt die Luft an. Tat Duo etwa, was er durch seinen Tipp vor kurzem getan hatte?

Das kleine Herz in seiner Brust begann allein schon bei dem Gedanken daran schneller zu schlagen und er spürte seine Shorts enger werden. Er beobachtete gespannt weiter und sah eine ganze Weile zu, bis Duo leise aufschrie.

Einen Moment verharrte er in der Bewegung. Vor sich sah er noch immer die Bilder, die er sich vorgestellt hatte. Er sah Heero auf seinem Bett liegen und nach Luft ringen. Er war nackt und lächelte seelig, während er seine Hand über seinen Körper gleiten ließ. Duo zitterte bei der Vorstellung. Der heiße Saft, der sich über seine Hand ergossen hatte, wurde sofort von dem Duschwasser fortgespült. Er hielt noch einen Moment inne, dann drehte er das warme Wasser ab, so dass ihn nur noch das kalte traf.

Heero, der inzwischen vor der Tür angefangen hatte immer schneller zu atmen, als er sich zu Duos Stöhnen die Bewegungen, die er dazu machte, vorgestellt hatte sah auf die Rundung seiner Hose. Dann spähte er wieder durchs Schlüsselloch. Er sah, dass Duo sich abtrocknete und wieder anzog. Dann bewegte er sich in Richtung Tür.

Heero hastete schnell zurück ins Bett. Er zog sich die Decke über den Kopf und stellte sich schlafend. Irgend etwas in ihm schämte sich für seine Erregung und er wollte nicht, dass Duo es bemerkte. Er hörte, wie die Türklinke hinunter gedrückt wurde und kniff die Augen fester zusammen.

Duo warf einen Blick auf die kleine Gestalt, die sich im Bett zusammengerollt hatte. Sollte Heero ruhig noch etwas schlafen! Sie hatten zwei Tage frei bekommen und er war sicher noch ganz erschöpft von dem Training! Duo griff sich seinen Mantel. Er hatte entschieden, einen kleinen Spaziergang zu machen. Das Wetter war herrlich für diese Jahreszeit und er wollte einen Platz suchen, an dem es schön war und sich ein Picknick lohnen würde. In seinen Gedanken hatte er sich schon ganz genau ausgemalt, wie Heero und er auf einer Decke saßen, tief in ihre Mäntel gekuschelt und sich gegenseitig fütterten.

Als Heero die Tür zuklappen hörte, wartete er noch eine Weile. Als er sich sicher war, dass Duo nicht mehr da war, stand er auf. Er kramte seinen Laptop hervor. Nun wollte er es ganz genau wissen! Es dauerte eine Weile, bis er gefunden hatte, was er suchte, aber mit Hilfe dessen, was Duo ihm erzählt hatte und einigen guten Suchmaschinen fand er schließlich, was er suchte.

Seine Augen waren weit aufgerissen, als er die Bilder von den nackten Männern sah, die sich gegenseitig liebten. Es wurde nichts verdeckt, im Gegenteil! Es wurde genau raufgehalten.

Heero schnappte nach Luft, als er die eindeutigen Bilder sah. Er sah, wie sie ihre Arme und Beine ineinander verschlungen hatten, die Münder dicht zusammengepreßt. Er sah, wie sie sich liebkosten und ein Bild hatte es ihm besonders angetan.

Ein blonder Junge kniete vor einem anderen, der seinen Schwanz in ihn gesteckt hatte. Die Gesichter der beiden faszinierten Heero. Sie sahen so erfüllt und glücklich aus... So kritisch Heero das Bild zuerst auch beäugt hatte, es wurde mit der Zeit immer anschaulicher, erregte ihn immer mehr.

Schließlich mußte Heero den Laptop ausschalten. Er hielt diesen Druck zwischen seinen Beinen einfach nicht mehr aus, konnte die Lust, die in ihm aufgestiegen war, nicht mehr leugnen.

Er befreite sich schnell von seiner Kleidung, die ja nur noch aus seiner Shorts bestand, und begann sich zärtlich zu streicheln. Doch irgendwie brachte es ihm nicht mehr die gleiche Erfüllung, wie beim ersten Mal.

Er war neugierig geworden, wollte wissen, wie es sich anfühlte, was die beiden Jungen auf dem Foto da getan hatten. Ein Geistesblitz durchfuhr ihn und er suchte etwas, dass in etwa passen würde...

Sein Blick fiel auf seine Waffe. Etwas unsicher nahm er sie in die Hand. Er rang mit sich selbst, doch schließlich entlud er sie. Zörgernd streichelte er sich wieder, drehte sich auf den Bauch. Dann ließ er den Lauf der Pistole über seine Haut gleiten. Es war kalt und er zuckte zusammen.

Dann spürte er das kalte Metall plötzlich an seinem Hintern. Er stöhnte. Sollte er wirklich? Er hatte etwas Angst, doch die Neugier siegte. Er drückte das Metall gegen die kleine Öffnung und stöhnte auf.

Es fühlte sich gut an. Er drückte etwas weiter, versuchte es in sich aufzunehmen. Ein Stückchen schaffte er es und er stöhnte laut auf vor Lust, spürte wie sein erregtes Glied sich gegen die Matratze unter ihm drückte.

Heero versuchte den Lauf der Waffe weiter in sich zu schieben, doch plötzlich tat es höllisch weh, als sie ruckartig weiter in ihn vorstieß.

Schmerzerfüllt verzog der kleine Junge das Gesicht und schrie auf. Sein Körper zitterte und er erschrak, als er über seine Schulter schielte und etwas Blut sah.

Enttäuschung machte sich in ihm breit. Wieso war es nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte?!

Er versuchte, den Schmerz zu ignorieren, die Waffe in einen günstigeren Winkel zu bringen, doch es tat nur noch mehr weh. Seine Finger krallten sich in das Bettzeug, während sein ganzer Körper zitterte und er leise vor sich hin winselte.

Nein, das war überhaupt nicht mehr schön! Erst recht nicht, als sich die Tür wieder öffnete und Duo ihn groß ansah.

Für einen Augenblick stand er einfach mit geöffnetem Mund im Türrahmen, brachte kein Wort heraus. Er sah den leidigen Gesichtsausdruck des kleinen Jungen und wie er sich auf dem Bett wand und es schien ihm schier das Herz zerreißen zu wollen.

"Heero...", murmelte er fassungslos. Wie kam der Junge nur auf die Idee mit der Pistole?!

Heero sah Duo ebenfalls geschockt an. Er hatte nicht erwartet, dass er ausgerechnet jetzt zurückkommen würde und er schämte sich für seine Unwissenheit.

Langsam kam Duo wieder zu sich. Er ging zu dem noch immer erstarrten Heero. "Hör' auf damit!", befahl er fast tonlos. Heero fühlte sich plötzlich unglaublich mies. Er zog den Lauf der Waffe wieder aus seinem kleinen Hinterteil, wobei es feurig brannte und er vor Schmerz in sich zusammen fuhr.

"Ach Hee-chan..." Duo strich ihm beruhigend über die Schulter. Und Heero versuchte, peinlich berührt, seinen Blicken auszuweichen. Duo lächelte ihn an. Er ahnte, was in dem Kleinen vorging, raffte die Decke etwas auf und wickelte Heero darin ein.

Endlich sah er den kleinen Körper. Sah ihn ganz, doch so hatte er es nicht sehen wollen. Mit etwas Anstrengung gelang es ihm Heero nur noch ins Gesicht, auf den Oberkörper zu sehen, während er ihn an sich drückte und ihn etwas in seinen Armen wiegte.

"So geht das doch nicht, Hee-chan! Du tust dir doch weh!" Seine Stimme klang in keinster Weise vorwurfsvoll, wie Heero erleichtert feststellte. Er ließ sich halten und wußte nicht, was er machen sollte, doch Duos Gegenwart tat so gut, war beruhigend.

"Wieso machst du denn so was?", fragte Duo nach einer Weile Schweigen mit immer noch sehr sanfter Stimme. Heero zögerte etwas. "Ich... ich wollte doch nur wissen, wie es sich anfühlt...", wisperte er schüchtern.

Duos Finger glitten durch das dunkelbraune Haar, seine Hände streichelten den zarten Körper. Mitleidige Blicke trafen Heero und der Kleine verstand die Welt nicht mehr. Er verstand nichts, was mit ihm geschehen war und wieso seine Erwartungen sich nicht erfüllt, sondern so sehr ins Gegenteil umgeschlagen, hatten.

"Laß' dir doch Zeit! Du bist doch noch so jung! Du mußt nichts überstürzen!", redete Duo weiter auf Heero ein. Der Junge nickte etwas bedrückt, spürte wie Duo auf einmal seinen Arm etwas anhob.

Die schlanken Finger des Amerikaners wanderten über seine glatte Haut hinab, bis sie zu seiner Hand gelangten. Er hielt Heeros Handgelenk in einem sanften Griff, strich zärtlich über die seine kleinen Finger. "Damit geht es doch wunderbar!", flüsterte er. Heero sah ihn unsicher an. Seine Finger? Er spürte, wie Duo seine Hand wieder losließ, sie auf seine Brust legte.

Heero spürte Duos Muskeln, spürte sie durch den Stoff seines schwarzen Pullovers hindurch. Es fühlte sich schön an und er genoß den leichten Druck, der ihn an den Älteren presste.

"Duo-chan..." Heero genoß die Umarmung, genoss den wundersamen Geruch, der von Duo ausging. Er ließ seine Hände über Duos langen Zopf gleiten, fühlte das seidige Haar. Heero wollte es ganz sehen. Zögerlich löste er Duos Haargummi und der Junge sah ihn fragend an.

Heero warf ihm einen fragenden und zugleich bittenden Blick zu. Duo verstand. Er nickte, ließ Heero kurz los und öffnete seinen Zopf. Die langen Haare fielen wirr über seine Schultern, umschiegten seinen schönen Körper, wie eine seichte Hülle. Heero war gebannt von dem Anblick. Er schmiegte sich wieder an Duo und strich vorsichtig über die glänzende, kastanienbraune Haarpracht.

"Du bist schön, Duo!", wisperte er schließlich leise, als dürfe er es nicht zu laut sagen, damit es seine Wahrheit nicht verlor. Duos Herz tat einen Hüpfer, als er das hörte. Sein Kleiner hatte ihm tatsächlich ein Kompliment gemacht. Er lächelte herzlich und gab ihm einen liebevollen Kuss auf die Stirn. "Weißt du was? Dafür bekommst du was von mir!", sagte er. Er hatte einen Geistesblitz gehabt.

Heero jedoch verstand nicht. Er wollte doch gar nichts?! Er hatte Duo doch nur gesagt, was er dachte...

Doch Duo stand schon auf und zog sich die Jacke wieder an.

"Wo willst du hin?" Heero wollte nicht, dass Duo jetzt ging, was dieser deutlich an seinem Blick erkannte. "Ich bin gleich wieder da!", versprach er, als er schnell zur Tür hinaus huschte.

Als er wiederkam, trug er eine kleine Plastiktüte bei sich. Heero saß noch immer auf dem Bett. Er hatte sich nicht gerückt und nicht gerührt. Sein Blick war mürrisch auf die Pistole gerichtet, die noch immer vor dem Bett lag und Duo mußte grinsen, als er den abfälligen Blick sah. Er ging wieder zu Heero und setzte sich zu ihm. Dann reichte er Heero die Tüte.

"Was ist das?", fragte dieser. Duo antwortete ihm lediglich mit einem Grinsen. "Etwas, das sich besser macht, als dieses Ding da!" Er machte mit seinem Kopf eine Bewegung in Richtung Waffe und Heero sah neugierig in die Tüte. Darin befand sich eine kleine Dose und ein längliches Ding, von dem Heero keine Ahnung hatte, was es sein sollte. Er wußte ehrlich gesagt auch nicht, was das für eine Dose war.

"Was mache ich damit?", fragte er und betrachtete beides nachdenklich. Duo nahm zuerst das längliche Ding aus der Tüte. "Das ist ein Vibrator. Damit machst du das gleiche, wie vorhin mit deiner Knarre, nur ist dieses Teil dafür vorgesehen und ungefährlich." Dann fischte er die kleine Dose aus der Tüte. "Und das ist Gleitcreme. Die schmierst du dir vorher in den Hintern, dann tut's nicht so weh, weil das Einführen leichter ist."

Als Duo mit seiner Erklärung fertig war, sah Heero ihn etwas verstört an. Er fand es unglaublich lieb von Duo, was er alles für ihn tat, aber irgendwie beschämte es ihn auch. "Da... Danke!", hauchte er leise. Seine Nasenspitze war wieder etwas rot geworden und Duo grinste breit. Er wollte doch nur das beste für seinen Kleinen und das Beste würde sicherlich sein, wenn er sich erstmal über einige Dinge, die seinen eigenen Körper, seinen eigenen Wünschen entsprachen, klar wurde.

Der Wunsch in Duo, Heero zu berühren, zu fühlen, wurde immer größer, doch er wollte ihm genug Zeit lassen, um sich an alles Neue zu gewöhnen.

Schließlich stand Heero auf. Als die Decke, die er um seinen Körper geschlungen hatte von ihm fiel, stellte Duo fest, dass Heero seine Sachen wieder trug. Der Junge mußte in der Zwischenzeit also doch schon aufgestanden sein.

Duo war etwas enttäuscht. Hatte er doch gehofft doch noch einen kurzen Blick auf Heeros nackten Körper erhaschen zu können...

Heero verstaute die beiden Sachen in der Zwischenzeit, in der Duo seinen Gedanken nachging, in seiner Schreibtischschublade. Duo hatte sie ihm zugeteilt, denn die beiden teilten sich ja wirklich alles. Duo mußte zugeben, dass die meisten Leute, die er kannte solche Sachen nicht unbedingt in einer Schreibtischschublade verstauten, sondern eher im Nachtischschränkchen, andererseits fiel ihm aber auch auf, dass der Schreibtisch dem Bett am nächsten war.

Er schmunzelte, als er plötzlich sah, wie Heero sich die Schuhe anzog. "Wo willst du hin?", fragte er verblüfft. "Trainieren!" Heero sah nicht auf, konnte daher Duos verwirrten Blick nicht sehen. "Aber wir haben doch heute frei..." "Ich weiß. So spät ist es noch nicht! Vielleicht bekomme ich so morgen und übermorgen frei, statt heute und morgen!" Duo dachte nach.

Das leuchtete wirklich ein. Sie hatten noch genug Zeit für ihr Training und so hatten sie zwei volle Tage, die sie in ganzen Zügen genießen konnten. Er sprang auf. "Ich komme mit!" Hastig zog er sich die Schuhe an und folgte Heero, der bereits auf dem Sprung war.

Nach einigem Hin und Her schafften sie es dann tatsächlich die Sondergenehmigung zu erhalten, jedoch nur unter der Bedingung, dass sie ihr Training dieses Mal noch besser absolvierten, was auch deutlich mehr Anstrengungen kostete.

Am Abend konnten sie sich beide kaum noch bewegen. Sie waren müde und ihre Körper waren schwer, taten weh. Die harten Stiefel an Heeros Füßen wurden immer schwerer und er schaffte es kaum noch einen Fuß vor den anderen zu setzten.

Duo schien dieses Problem nicht zu haben. Sein Schuhwerk war lockerer und leichter, als das von Heero. Der wußte nicht, was mit ihm los war. So müde und kaputt hatte er sich lange nicht mehr gefühlt. Vielleicht war das Training doch etwas sehr hart gewesen...

An diesem Tag taten die beiden nichts mehr. Sie ließen sich erschöpft ins Bett fallen und schliefen auf der Stelle aneinander gekuschelt ein.

Heero war noch müde gewesen, als er aufgestanden war, aber er wollte Duo unbedingt etwas Gutes tun und so hatte er sich daran gemacht dem Jungen Frühstück zu machen. Er war extra leise gewesen, damit er nicht aufwachte und trug nun das Tablett mit dem duftenden Kaffee, den belegten Brötchen und den Frühstückseiern zu Duo. Er stellte es zunächst auf dem Schreibtisch ab.

Duo schlief noch immer. Seine Haare hatte er über Nacht offengelassen und sie fielen wirr über sein Gesicht. Heero streichelte fasziniert über die seidigen Wangen. "Aufstehen!", wisperte er leise.

Duo reagierte nicht und Heero legte ihm die Hand auf die Schulter, rüttelte ihn sachte bis er die Augen aufschlug. Es dauerte einen Moment, bis Duo alle Sinne wieder beieinander hatte und sich den Schlaf aus den Augen rieb. Im selben Moment stellte Heero das Tablett auf das Bett und Duo nahm die Hände etwas herunter. Erst machte er ein etwas überraschtes Gesicht, dann lächelte er und schließlich begannen seine Augen zu leuchten.

"Eine fabelhafte Idee!", murmelte er, während er bereits munter drauflos kaute. Heero freute sich, dass es seinem Freund zu schmecken schien und er krabbelte über ihn hinweg auf seine Seite des Bettes. Er setzte sich im Schneidersitz vor ihn hin und beobachtete ihn amüsiert.

Der Amerikaner hatte wirklich einen gesunden Appetit! Duo schaute auf die Uhr, während er gerade den Orangensaft seine Kehle hinunter schüttete. "Lass uns etwas shoppen gehen!", schlug er dann vor. "Hn?" Heero machte ein etwas irritiertes Gesicht. Wie kam Duo jetzt darauf?

"Du willst doch nicht immer nur in diesen Spandex und deinem kleinen Shirt rumrennen, oder?!" Duo sprang auf und lief ins Bad. "Gib mir fünf Minuten!", rief er, bevor die Tür hinter ihm zuschlug und Heero polternde und klirrende Geräusche hinter der Tür hörte - ein Zeichen dafür, dass Duo etwas hektisch war.

Aus den fünf Minuten wurde eine halbe Stunde und Heero wartete gelangweilt. Er hatte das Bett gemacht und alles aufgeräumt, was ihn gestört hatte und saß nun mitten auf dem Fußboden, als Duo endlich wieder auftauchte. Er trug einen roten Rollkragenpullover und schwarze Lederhosen, die sich eng um seine langen Beine schmiegten. Heero sah ihn einen Moment bewundernd an, was Duo zum Grinsen bracht.

"Yo, Shinigami sieht immer klasse aus!", bemerkte er und lachte leicht, als Heero ihm einen skeptischen Blick zuwarf. "Denkst du nicht, du bist ein bißchen zu selbsteingenommen?", fragte er, obwohl er zugeben mußte, dass Duo ja wirklich recht hatte! Duo lachte. "Lass uns gehen!" Er schnappte sich seine Lederjacke und Heero folgte ihm.

Sie fuhren gemeinsam zu einem großen Kaufhaus und Duo zog ihn durch alle Abteilungen. Es stellte sich heraus, dass der Amerikaner ziemlich vernarrt in sämtliche Haarpflegemittel und Kleidungsstücke war. Es gab kaum ein Regal oder einen Kleiderständer, vor dem er nicht Halt machte. Heero konnte das gar nicht verstehen, musste aber zugeben, dass er es genoss, wie fröhlich der Ältere hin und her lief. Schließlich stoppte er.

"Sag mal, hast du noch gar nichts gefunden?" Heero schüttelte den Kopf. Er hatte sich bisher auch nicht einmal umgesehen. "So geht das aber nicht!" Duo tadelte ihn gespielt und nahm ihn dann an der Hand. Er zog ihn zu ein paar Läden, hielt ihm Sachen an, um zu sehen, ob sie ihm standen, ließ sie einpacken, um sie letztendlich alle bezahlen und zu ihnen nach Hause liefern zu lassen.

Die Shoppingtour der beiden endete damit, dass Heeros Kleidersammlung nun beachtlich zugenommen hatte.

Nachdem Heero ein mehrfaches "Das steht dir aber toll!", "Darin siehst du klasse aus!", "Das mußt du unbedingt kriegen!" oder einfach nur ein begeistertes "Wow!" über sich hatte ergehen lassen, besaß er nun nicht mehr nur seine Standart-Spandex und sein grünes Muscle-Shirt, sondern auch noch drei Paar Bluejeans inklusive passender Jacke, 3 Paar schwarze Jeans, 10 T-Shirts, 5 Pullis, 7 Hemden und 3 neue Muscle-Shirts. Weiterhin hatte Duo ihm noch eine Latzhose aus blauem Jenasstoff gekauft, die er auf Grund des Wetters, welches er doch etwas unterschätzt hatte, und ihrer Bequemlichkeit gleich anbehielt. Auch Duo hatte dieses Teil besonder gut gefallen, da sie seiner Meinung nach Heeros Kindlichkeit etwas zum Ausdruck brachte und es gefiel ihm.

Unter der großen Hose trug Heero einen schwarzen Rollkragenpullover und dazu passend die neuen, schwarz-weißen Turnschuhe. Die Sachen waren alle etwas zu groß, aber sie standen ihm wirklich super. Duo grinste und stülpte ihm eine Basecap verkehrt herum auf den Kopf. Dann schob er Heero zu einem Spiegel, in dem er sich betrachtete und als er nickte, wurde auch die Mütze gekauft.

Duo hatte einen wirklich interessanten Stil jemanden einzukleiden!

"Okay, ich glaub', wir können!", meinte Duo, doch plötzlich blieb sein Blick an etwas haften, das sich hinter Heeros Rücken befand. "Moment noch!" Schon war der fröhliche Amerikaner verschwunden und Heero stand allein da. Er wartete geduldig auf Duo, der kurze Zeit später, eine Tüte schwenkend, wiederkam.

"Was hast du da wieder gefunden?", fragte er neugierig. Duo grinste. "Das erfährst du später!" Er legte Heero die Hand auf die Schulter und schob ihn vor sich her.

"Hey, was würdest du davon halten ein Picknick zu machen?!", fragte er plötzlich. Heero überlegte. Das Wetter war ausgesprochen schön, warum nicht?!" Er nickte und schon wurde er von Duo eilig hinter ihm hergezogen.

Wieder in ihrem Zimmer warf Duo die geheimnisvolle Tüte in eine Ecke und kramte einen Korb hervor. Er warf schnell die Sachen hinein, die sie gekauft hatten, damit sie nicht erst noch alles vorbereiten mußten und bewaffnete sich mit zwei zusammengerollten Decken. Heero half ihm beim Tragen. Duo führte ihn über einige Wege, die ihm noch gar nicht aufgefallen waren.

Unterwegs kamen sie an einem Stückchen Feld vorbei, auf dem einige Jungen dabei waren Fußball zu spielen. Heero sah kurz sehnsüchtig zu ihnen hinüber und Duo fing seinen Blick auf.

"Willst du mitspielen?", fragte er. Heero riß seinen Blick wieder los, schüttelte energisch den Kopf und ging weiter. "Warum denn nicht? Sieht doch spaßig aus!" Duo war stehengeblieben und sah den Jungen beim Bolzen zu. Heero hielt ebenfalls inne, als er bemerkte, dass Duo nicht mehr neben ihm lief. "Kommst du?", fragte er etwas ungeduldig. Duo schüttelte den Kopf. "Nein, ich will mitspielen!" Er stellte den Korb ab und ging zu den Spielern hinüber.

Heero stand allein da, schließlich folgte er Duo zögerlich. Er hatte nicht vor mitzuspielen! Doch... eigentlich hatte er schon Lust dazu. Nur würden die Jungen es bestimmt nicht wollen.

Als er noch bei Dr. J war, hatte er kurzzeitig eine Schule besucht. Nach dem Unterricht waren seine Mitschüler meistens noch etwas Fuß- oder Basketball spielen gewesen. Er hatte ihnen oft zugesehen.

Einmal hatte er gefragt, ob er mitspielen dürfe, doch die anderen hatten ihm gesagt, dass sie mit einem, der zum Soldaten ausgebildet werden sollte und somit irgendwann einmal dazu beitrug, dass der Krieg weitergeführt wurde, nichts zu tun haben wollten.

Es war für ihn nicht einfach gewesen unter so vielen pazifistisch erzogenen Kindern aufzuwachsen. Dr. J hatte darauf gar keine Rücksicht genommen. Überhaupt hatte er nie Rücksicht auf die Gefühle des Jungen genommen und es hatte weh getan nicht dazuzugehören, wegen der Last, die ihm auferlegt worden und eh schon schwer genug war, auch noch geschnitten zu werden.

Heero war klüger als die meisten aus seiner Klasse gewesen. Ein weiterer Grund dafür, dass sie ihn nicht mochten. Sie schimpften ihn einen Streber, aber es war doch nicht seine Schuld, dass er von klein auf an so erzogen wurde, dass er immer nur zu lernen und zu trainieren hatte, kein Kind sein durfte...

Als er die Jungen bolzen sah, waren die Erinnerungen in ihm wieder hochgekommen und es schmerzte ihn. Solange er mit Duo zusammen war, fühlte er sich verstanden und befreit. Er versuchte alles, was einmal gewesen war, zu vergessen, doch das konnte er nicht. Es war ihm gelungen alles etwas von sich zu schieben, all den Schmerz und die Kraftlosigkeit, aber es war ihm lediglich gelungen es zu verdrängen. Der Kummer und das Herzleid waren nicht verschwunden, nur unterdrückt worden.

Schließlich riß Duos helle Stimme ihn aus seinen Gedanken. "Hey, ihr! Können mein Freund und ich mitspielen?!", rief er den Jungen zu, als er in ihrer Reichweite war.

Heero sah zu der kleinen Grupper herüber. Sie würden es doch eh nicht wollen! Um so überraschter war er, als die Jungen nickte. Unsicher sah er zu Duo herüber und er lächelte ihm zu. "Nun beweg' dich doch endlich! Die Jungs müssen denken du wärst eine Salzsäule!" Automatisch lief Heero zu der kleinen Gruppe hinüber.

Etwas scheu stand er vor ihnen. "Ich bin Duo, Duo Maxwell.", stellte Duo sich vor. Die Jungen nickten. "Das sind Yosh, Alan, Mirc, Pet und Bastian! Und ich bin Brain!" Der größte der Jungen zeigte der Reihenfolge nach auf alle anwesenden. Dann sah er zu Heero. "Und wie heißt du?", fragte er. "Heero!", antworte der Angesprochene leise. Brain nickte und reichte ihm die Hand. Er war einen guten Kopf größer als er. Heero schätzte ihn auf ca. 13 Jahre. Sie waren alle jünger, als Duo, jedoch alle älter, als Heero.

"Na dann laßt uns anfangen! Gehst du ins Tor, Alan?" Ein Nicken und das Spiel begann. Brain spielte Heero den Ball zu und er stürmte auf das Tor. Als er sah, dass sich vor ihm zwei Verteidigungsspieler aufstellten, suchte er nach einer Möglichkeit den Ball abzuspielen. Duo wurde gedeckt, doch dann sah er Brain. Er legte ihm eine gute Flanke vor und er versenkte den Ball im Tor. "Hey, der war gut Heero! Danke!", rief er ihm zu und Heero freute sich.

Die Jungs waren von Anfang an recht offen den beiden Fremden gegenüber. So etwas hatte er vorher noch nie gesehen. Sie spielten wirklich fast 90 Minuten durch, bis die Jungen meinten sie müssen nach Hause. Duo und Heero verabschiedeten sich von ihnen und sie bedankten sich untereinander für das gute Spiel.

Duo hatte Heero die ganze Zeit über beobachtet und sich etwas im Hintergrund gehalten. Fußball war nicht unbedingt sein Lieblingssport. Er bevorzugte Basketball. Aber es war ihm wichtig gewesen, zu spielen! Er hatte es für Heero getan, denn der Kleine hatte ihm unsagbar leid getan, als er die sehnsüchtigen Blicke gesehen hatte. Duo sah auch, in Heeros Augen, die so oft so rätselhaft verschlossen waren, dass er seinen Spaß gehabt und sich gefreut hatte. Das war viel für sie beide.

Sie liefen nebeneinander her, zurück zu ihren Sachen, die sie am Wegrand hatten stehenlassen. Dann führte Duo Heero tiefer in den Wald hinein. Er hatte seinen Arm um ihn gelegt und fühlte sich wie immer sehr glücklich seinen kleinen Schützling halten zu dürfen. Dann kamen sie an einer kleinen Lichtung an. Zu diesem Platz hatte Duo gehen wollen. Die Sonne schien genau zwischen den Bäumen hinab auf die Waldlichtung und wärmte so den Boden. "Wir sind da!", verkündete er. Heero nickte. Er half Duo die Decke auf dem Boden aufzubreiten.

Plötzlich kam ein Windstoß und wollte sie an einer Decke wieder hochfegen. Reflexartig drehten beide sich der Ecke zu und wollten sie festhalten. Dabei stießen sie leicht aneinander und im nächsten Moment lagen sie auf dem Boden.

Als Heero die Augen wieder öffnete, war Duo gerade dabei seinen Kopf von seinem Bauch zu erheben. "'Tschuldige!", murmelte er. In seinem langen Haar hatten sich einige Blätter verfangen und Heero lächelte. "Alles okay?", fragte er. Duo nickte und sie sahen sich in die Augen.

Da war es wieder, dieses anziehende Gefühl. Es war genauso, wie damals im Bad, nur noch etwas intensiver. Ihre Blicke hingen an denen des anderen und noch ehe sie sich versahen berührten sich ihre Lippen. Zunächst übten sie beide nur einen leichten, scheuen Druck auf die Lippen des anderen aus, sahen sich in die Augen, leicht gerötet um die Nasenspitze. Doch dann schlossen sie ihre Augen und der Druck auf ihren Lippen wurde etwas fester. Einen winzigen Spalt weit öffneten sie sie, ließen ihre Zungen vorsichtig aneinandergleiten. Ein warmes Gefühl durchflutete sie, als sie sich gegenseitig sanft die Hände auf die Wangen legten, in dem Kuss versanken und ihre Zungen behutsam umschmeichelten.

Als ihnen die Luft für den Kuss ausging unterbrachen sie ihn, aber sie fühlten sich näher, als jemals zuvor und sie waren entspannt.

Heero sah Duo, der noch immer halb über ihn gebeugt dalag wie verzaubert an und sein Blick wurde erwidert.

Schließlich half Duo Heero sich wieder aufzurichten. Er lächelte und hob den kleinen Jungenkörper auf seinen Schoß, wickelte die übriggebliebene Decke um sie.

"Duo, ich..." Heero zögerte etwas. Dann legte er die Hände um Duos Hals und plazierte seinen Kopf auf seiner Schulter. "Ich hab' dich lieb!", wisperte er dann.

Einen Moment lang sagte Duo gar nichts, dann drückte er den Jungen etwas fester an sich. "Ich weiß... Und ich hab' dich auch lieb!", erwiderte er dann. Seine Stimme war voller Wärme und Einfühlsamkeit und Heero war glücklich das zu hören.

Sie ließen die Hände über ihre Arme und ihren Rücken gleiten, streichelten sich zärtlich. Dann knurrte nach einer Weile Duos Magen und Heero sah ihn verblüfft an. "Hast du schon wieder Hunger?", fragte er verwundert. Duo nickte. "Was heißt schon wieder? Wir waren fast sieben Stunden unterwegs!", rechtfertigte er sich. Dann streckte er den Arm etwas aus und zog den Picknickkorb an ihre Seite.

Heero lächelte. Er klappte den Korb auf, ohne sich dabei auch nur einen Zentimeter von Duo wegzubewegen und nahm eines der belegten Brötchen heraus. Es reichte es ihm und Duo grinste. "Danke, Kleiner!"

Für Duo war die Art des kleinen Jungen, ihm seine Dankbarkeit zu zeigen, der Wunsch danach auch ihm etwas Gutes zu tun, sehr rührend. Er fand es süß, wie er sich Mühe gab und liebte ihn dafür um so mehr.

Nach einer Weile griff Heero sich die Chipstüte. Er öffnete sie und aß ein paar und als Duo sein Brötchen aufgegessen hatte, steckte er sich einen Chip ein Stückchen in den Mund, ließ den Rest etwas vorstehen und sah Duo mit großen, lieben Augen an.

Duo verstand die Anspielung und lächelte. Er biß ein Stückchen von dem Chip ab und Heero strahlte ihn an. Die beiden wiederholten das Spielchen noch einige Male, bis sie genug von den Chips hatten. Ihre Lippen berührten sich wieder zärtlich und sie schlossen die Arme umeinander, einfach nur den wundervollen Moment genießend...


Heero stand vor dem Spiegel. Er drehte und wendete sich etwas. Duo hatte wirklich einen umwerfenden Geschmack! Die Lederhose stand ihm wirklich gut! Der dünne, schwarze Stoff legte sich eng um seine Beine. Zusammen mit dem weißen, schimmernden Samthemd sah er etwas älter aus.

Heero überlegte. Irgend etwas störte ihn noch. Er knöpfte das Hemd so, dass es nicht ganz zu war, sondern der Ausschnitt bis kurz über seiner Brust geöffnet war und das Hemd auch unten auseinanderlief, da er auch dort zwei Knöpfe offen ließ. Heero ließ seine Hand unter des Hemd gleiten, strich sich über den Bauch, dann über die Brust.

Er fand sich in diesem Aufzug selbst unheimlich sexy und war von sich selbst beeindruckt. Langsam ging er aus dem Bad. Es war noch etwas ungewohnt in den schweren, schwarzen Lederstiefel mit den Metallbeschlägen zu laufen. Als er das Zimmer, das er sich mit Duo teilte wieder betrat, stand der an die Wand auf der gegenüberliegenden Seite der Badezimmertür gelehnt. Als er Heero erspähte, weiteten sich seine Augen. Er konnte kaum glauben, dass vor ihm ein zehnjähriger Junge stand. Leise pfiff er durch die Zähne und winkte Heero näher an sich heran.

Der kleine Junge machte sich einen Spaß daraus sich bewusst so zu bewegen, dass Duo die nackte Haut unter dem wegrutschendem Hemd sah. Er hatte es geübt.

"Heero, du siehst klasse aus!" Duo konnte in der Verbindung mit den Sachen, die Heero trug einfach kein 'Hee-chan' benutzen. Es wäre viel zu niedlich für den aufreizenden Anblick, wie er fand.

"Duo-chan, das Geschenk ist klasse! Danke!" Heero reckte sich etwas und legte seine Arme um Duos Hals, kam ihm ein sanftes Küßchen auf die Wange. "Wenn ich dafür solch eine Belohnung bekomme, dann muss ich dir wohl glauben, dass es dir gefällt!" Duo grinste. Er hob Heero hoch, drehte sich um, drückte ihn etwas an die Wand und presste seine Lippen fest auf die des kleinen Jungen.

"Mmnhnnn..." Heero wollte etwas sagen, doch er konnte nicht. Er ergab sich dem Kuss und umklammerte Duos Rücken. Sie hatten die Augen geschlossen und Heero spürte, wie Duo seine Hand unter sein Hemd gleiten ließ. Er streichelte über die weiche, aber gestraffte Kinderhaut und Heero umklammerte seinen Rücken fester mit seinen Beinen. Schließlich gelang es ihm auf eine bestimmte, jedoch unverletzende Weise den Kuss zu unterbrechen.

Duo verstand. Heero mochte in dem Outfit zwar älter und aufreizender Aussehen, aber er bleib immer noch der kleine Junge, der er war. "Entschuldige!", flüsterte er und es tat ihm leid, dass er so stürmisch gewesen war. Heero nickte. Er wollte ja, dass Duo ihn küsste und es tat ihm gut, aber diese Leidenschaft, die plötzlich immer stärker wurde, machte ihm irgendwie Angst. Er kannte das Gefühl nicht und er wollte es erst analysieren. Er wollte wissen, weshalb er sich immer noch mehr zu Duo hingezogen fühlte, die Leidenschaft in ihm aufflammte. Er hatte längst entschieden, dass er mit Duo zusammensein wollte. Er wollte nicht sein Freund sein, sein Partner. Er wollte, dass Duo ihn als mehr ansah, als das. Er wollte, dass Duo ihn liebte, dass er ihn lieben durfte. Er wollte sein Geliebter sein! Und doch... Es war ihm lieber, wenn Duo vorerst der Duo war, den er kannte. Wirklich aus purer Leidenschaft hinaus zu lieben, zu fühlen, zu berühren, berührt zu werden, verunsicherte ihn noch etwas.

Seine Hand glitt Duos Wange hinab und er berührte zärtlich seine Lippen. Duo hielt ihn fest - noch immer an die Wand gedrückt, aber wieder voller Sanftheit, nicht mehr herausfordernd aufreizend, sondern einfach nur liebend und verständnisvoll.

Nach einer Weile ließ Duo Heero wieder auf den Boden hinunter. Beide wussten inzwischen, was der andere wirklich für ihn empfand und sie waren glücklich. Sie hetzten nicht, bedrängten den anderen nicht und wenn einer der beiden zu verstehen gab, dass er etwas nicht wollte, so ließen sie es.

Sie absolvierten ihr Ausbildung wie immer. Kleine Zeichen reichten ihnen aus, um zu verstehen, was der andere dachte und fühlte und das war nicht nur ein Vorteil, den sie fürs Training nutzen. Sie nutzen ihn auch für ihre Beziehung!

Duo brachte Heero bei, was er so viele Jahre über nicht wußte. Er zeigte ihm, wie man mit Konsolenspielen umging, wie schön es war auch mal über Cartoons, die im Fernsehen liefen zu lachen, dass es Spaß machte, zu tanzen, zu lachen, einfach gemeinsam lustig zu sein und Heero zeigte Duo immer mehr von sich, von dem Jungen, der er wirklich war.

Bei Duo durfte er sein, was ihm immer verboten war. Es durfte ein kleines Kind sein, das einfach unbeschwert in den Tag hinein leben konnte und andererseits durfte er der Junge sein, den er liebte, der alt und weise genug war, zu verstehen, was Liebe wirklich bedeutete und er war Duo überaus dankbar. Er wusste genau, dass er ohne ihn noch lange nicht so weit, vielleicht nie so weit gekommen, wäre.

Duo war alles für ein, was er wollte. Er war seine Mutter, sein Vater, sein Bruder, sein Freund, sein Kollege und vor allem sein Geliebter. Er war alles, was er nie hatte und genauso war Heero alles für Duo. Er war für ihn wie sein Bruder, sein Sohn, sein Freund, Kollege und Geliebter und beide waren glücklich, so wie es war.

Beide begegneten sich mit einem ungemeinen Ausmaß an Vertrauen, Wärme und Feinfühligkeit und für sie war es gut so. Es ging ihnen nicht in erster Linie darum, so schnell wie möglich bis zum Äußersten zu gehen. Ihnen reichten oftmals die zärtlichen Küsse, die Berührungen, die sie streiften, wie eine sanfte Brise.

Sie absolvierten ihre Ausbildung, wie zuvor. Auch ohne Worte verstanden sie sich genau, ohne Zweifel. Ein Vorteil, den sie nicht nur für ihr Taining, sondern auch für ihre Beziehung nutzen und der ihre Beziehung so einzigartig machte.

Heero hätte sich nie träumen lassen, dass es möglich war sich einander mit so viel Feingefühl, soviel Selbstverständnis zu nähern. Sie wußten, dass sie für einander bestimmt waren und sie wußten, sie hatten alle Zeit der Welt.


Doch eines Abend war es anders. Duo spürte es, als er aus dem Bad kam. Die Wochen waren ins Land gezogen und hatten ihnen viel gebracht. Mit jedem Kuss, jeder Berührung waren sie sich näher gekommen...

Heero lag bereits im Bett. Er war müde gewesen und wollte schlafen, um am nächsten Tag, Duos Geburtstag, fit zu sein.

Duo lächelte, als er sich neben Heero legte. Der Mond schien durch das Zimmerfenster und machte einzelne Teile des zarten Jungenkörpers, der unter die Decke gekuschelt lag, sichtbar.

So sehr wie nie zuvor fühlte Duo sich zu ihm hingezogen, als er den nackten Oberkörper sah. Die Beine ausgestreckt und somit das kleine Hinterteil in Duos Richtung gerichtet, den Kopf auf die Hände gelegt, lag er da.

Duo seufzte leise. Er war so schön! Immer wieder bremste er sich, ließ dem Jungen Zeit, doch nun sehnte er sich danach ihn zu berühren.

Heero schlief, er würde es kaum merken, wenn er seine Fingerspitzen leicht über seine Brust gleiten ließ...

Er streckte seine Hand aus und berührte den straffen Bauch des Jungen, streichelte ihn, ließ seine Hand hinauf zu seiner Brust gleiten. Er spürte, wie sie sich in regelmäßigen Zügen hob und wieder senkte. Er lauschte dem gleichmäßigen Atmen.

Duo schmiegte sein Gesicht an Heeros bloßen Rücken, ließ seine Fingerspitzen vorsichtig über die kleinen Nippel des Jungen streichen, die sofort fest wurden.

Heeros Körper war kalt, sein eigener warm, als er sich dicht an ihn schmiegte.

Kreisende Bewegungen fuhren immer wieder sanft über Heeros Körper. Er spürte sie intensiv, jede einzelne von ihnen. Noch konnte er sich kontrollieren, konnte vortäuschen, dass er schlief. Er genoss Duos Liebkosungen, musste nichts tun, wenn er nicht wollte. Das Spiel, dass Duo mit ihm trieb, erregte ihn.

Immer wieder fuhren die Hände flink, aber enorm zärtlich über seinen Körper, wanderten schließlich von seiner Brust über seinen Bauch, weiter hinunter und plötzlich glitten Duos Fingerspitzen in seine Shorts, berührten vorsichtig sein Glied.

Duo spürte Heeros Erregung und stoppte kurz, hielt die Luft an. Heero atmete ein, öffnete die Augen. Duo, der sich etwas erhoben hatte, sah es und erschrak, ließ seine Hand schnell wieder zu seinem Bauch hinaufgleiten.

Heero berührte sie sanft mit seiner, hielt sie einen Augenblick. "Es ist wunderschön...", wisperte er leise, atmete tief ein. "Willst du, dass ich weitermache?", fragte Duo mit sanfter Stimme. Er war bereit ein 'Nein' zu akzeptieren, doch noch bevor Heero leicht nickte, wusste er, dass sie sich in dieser Nacht näher kommen würden, als jemals zuvor.

Heero drehte seinen Kopf etwas zu Duo. Ihre Lippen trafen sich, während Duo seine Hand langsam wieder tiefer gleiten ließ. Ein Lächeln breitete sich über Heeros Mund, als er leise stöhnte und sich langsam auf den Rücken drehte.

Mit samtweichen Berührungen streifte Duo ihm die Shorts ab. Er hatte sich über ihn gebeugt, sah wie die Augen des kleinen Jungen ihn groß anstarrten, sich in ihnen unglaublich viel Liebe widerspiegelte. Sie schlossen sich und der Gesichtsausdruck von Heero spiegelte ein unermessliches Ausmaß der Glückseeligkeit wieder, als Duo seine Lippen leicht um seinen Nippel schloss, mit er rechten Hand den freien Linken berührend.

Heero fühlte sich, wie auf eine samtweiche Wolke gehoben. Es war wunderschön so berührt zu werden. Es war viel besser, als wenn er sich selbst in diesen Zustand versetzen wollte. Er spürte Duos Hände an seinen Seiten hinabstreichen, während seine Lippen seine Brust bedeckten, über sein Schlüsselbein immer tiefer glitten, bis hin zum Bauch.

Duos Hände auf seine Hüften gelegt, brachten ihn dazu, sich unter ihm zu regen. Er wand sich leicht, fühlte sich befreit. Dann war sie wieder da: Duos Hand, die sanft über sein Glied strich, mit seinen kleinen Bällchen spielte.

Heero streckte die Hüften etwas nach oben, fühlte einen warmen Druck zwischen seinen Lenden, während er immer fester wurde.

Duos Hand glitt unter seinen Hintern, streichelte langsam und federleicht über den kleinen Schlitz. Ein leiser, zufriedener Seufzer bahnte sich über seine Lippen und Duo lächelte. Es fühlte sich so unglaublich gut an, den kleinen Körper zu berühren, ihn zu streicheln, zu kosen...

Duos Erregung stieg immer mehr. Sein Glied war hart, als er Heeros zärtlich küsste. Der Junge unter ihm stöhnte auf. Nie zuvor in seinem Leben hatte er so etwas Gutes gefühlt. Er erlebte intensiv, wie Duos Zunge mit feuchten, langsamen Zügen über sein Glied strich. Ganz langsam hinauf, ihn reizend, wieder hinab um gleich darauf wieder langsam hinaufzufahren.

Heero stöhnte wieder, dieses Mal etwas lauter. Es war, als wären Duos Hände überall. Seine Rechte massierte zärtlich seine Pobacke, während die andere sich unter seine Hüften geschoben hatte, ihn haltend. Und immer wieder die Feuchtigkeit seiner Zunge...

Schließlich legte er den, in das Kissen gedrückten, Kopf etwas höher, öffnete die Augen. "Bitte... ich... ich will dein sein!" Seine Stimme klang leise, zaghaft, aber dennoch bestimmt. "Willst du wirklich? Hast du es nochmal ausprobiert?", fragte Duo leise. Er wollte sich vergewissern, dass Heero wirklich wusste, worauf er sich einließ. "Ich hab's nicht mehr versucht. Ich wollte auf dich warten!", wisperte der kleine Junge leise.

Duo lächelte. Die Worte ließen sein Herz schneller schlagen. Es hämmerte gegen seine Brust, genauso stark, wie das kleine Herzchen in Heeros Brust pochte, als Duo sich über ihn beugte, ihn küsste.

Dann richtete er sich auf, streckte sich, um an die Schreibtischschublade zu kommen. Er zog sie auf, holte die kleine Dose heraus und schob die Schublade wieder zu. Schnell entfernte er den Deckel. Er ließ den Finger hineintauchen.

Dann beugte er sich wieder über Heero. Er küsste ihn zärtlich und der Junge hob seinen Unterleib an. Duo lächelte, er küsste Heero erneut sanft auf die Lippen, während er vorsichtig seinen Finger in die kleine Öffnung gleiten ließ.

Er spürte, wie Heero leicht zusammenzuckte, sein Atem schneller wurde, während seine Lippen noch immer in einem sinnlichen Kuß versunken auf die von Duo drückten.

Duo schmierte den Jungen gut ein. Er wollte lieber zuviel, als zu wenig von der Gleitcreme nutzen, denn er wollte seinem Geliebten auf keinen Fall mehr weh tun, als nötig. Während er den Kuß noch immer nicht unterbrach, schmierte er sich selbst etwas ein.

"Wenn es dir weh tut, oder du nicht mehr willst, sag' mir Bescheid, dann höre ich sofort auf, ja?!", sagte er mit einfühlsamer Stimme. Heero nickte, spitzte noch einmal die Lippen, wollte noch einmal mit Duo in einem zärtlichen Kuss versinken, bevor es soweit war.

Duo tat ihm den Gefallen. Sie ließen ihre Zungen miteinander spielen und als sich sich von einander lösten, war Heero entspannt. Er lag ruhig da, während Duo seine Beine teilte, nachdem er sich seine Shorts abgestrampelt hatte. Er hockte sich zwischen ihn, hob den Unterleib des Jungen etws an, um dann ganz vorsichtig in ihn einzudringen.

Heero stöhnte als er die harte Spitze gegen seine kleine Öffnung drücken spürte, stöhnte etwas lauter, als sie in ihn drang.

Duo bewegte sich so vorsichtig, wie möglich, drang immer weiter in den Jungen ein, sah seine zusammengekniffenen Augen, als er bereits zur Hälfte in ihn gedrungen war. Er berührte vorsichtig mit seinen Fingerspitzen das Glied des Kleinen, um ihn etwas abzulenken. Es klappte! Heero entspannte sich etwas. Der Druck, der die kleine Öffnung zusammenhielt ließ etwas nach, erleichterte Duo das Eindringen.

Heero stöhnte auf, als er endlich ganz in ihm versunken war.

Einen Moment lang hielt Duo inne. Dann begann er sich ganz vorsichtig und zunächst nur leicht sich in dem Jungen zu bewegen. Als er sah, dass er sich an die Ausgefülltheit gewöhnte, wurden seine Bewegungen etwas sicherer.

Wieder ein Stöhnen von Heero. Es hörte sich an, wie es sein sollte. Es war voll Lust, voll von Liebe und Glück.

Schließlich begann Duo seine kreisenden, zarten Bewegungen zu sanften Stößen werden zu lassen. Er streichelte Heeros kleines Glied, schob die Vorhaut etwas vor und zurück. Er selbst fühlte, wie er dem Orgasmus immer näher rückte, wie er durch Heeros leises Stöhnen immer mehr erregt wurde.

Seine Stöße wurden härter. Heero bewegte sich in seinem Rhythmus, wollte Duo in sich spüren, wollte, dass er in ihm explodierte.

Schließlich war es soweit. Heero hielt es nicht mehr aus, kam und ergoss sich über Duos Hand, während er vor Erregung leise wimmerte und stöhnte.

Duo war ebenso nah davor zu kommen. Er stieß kräftig zu. Heero bewegte sich noch immer mit ihm. Seine kleine Öffnung zog sich rasch zusammen, weitete sich wieder und zog sich wieder zusammen als er kam, brachte Duo damit an den Rand des Wahnsinns, als auch er kam und seinen heißen Saft in den kleinen Jungen verströmte.

Einen Moment verharrte er in ihm, rang nach Luft, genauso, wie es Heero unter ihm tat. Dann zog er sich aus ihn zurück, legte sich neben ihn. Er hob die Hand, über die Heero sich ergossen hatte, zum Mund, leckte den klebrigen Saft von seinen Fingern, hielt sie dicht vor Heeros Gesicht. Auch er leckte etwas. Dann ließ Duo die Hand sinken.

Sie küssten sich und er schlang den Arm um den kleinen Jungen, hielt ihn fest. "Es war wunderschön!", wisperte er leise, während er sich an Duo kuschelte. Duo nickte. Er sah auf die Uhr. Es war Viertel nach Zwölf. "Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk, dass ich jemals bekommen habe!", flüsterte er.

Heero lächelte und erhob sich etwas. Er bedeckte Duos Lippen mit einem liebevollen Kuss. "Happy Birthday!", flüsterte er leise. Dann sank er in Duos Arme zurück. Sie schlossen die Augen und genossen die Nähe des anderen, ließen alles in ihren Gedanken noch einmal Revue passieren. Dann schliefen sie erschöpft, aber sehr, sehr glücklich ein...      


Heero stellte die kleine Torte vor Duo auf den Tisch. Er verzichtete darauf, sich wie ein kleiner Chorjunge aufzustellen und Happy Birthday zu singen. Doch Duo freute sich auch so außerordentlich doll. Er blies die Kerzen aus und sie fütterten sich gegenseitig.

Heero saß auf Duos Schoß und lächelte, als dieser sich etwas bekleckerte. Mit seinem Finger wischte er das Sahnetröpfchen von Duos nackter Brust und schleckte es weg. "Hey, ich will auch!", protestierte Duo. Er nahm die Sprühdose und sprühte etwas Sahne auf Heeros Schlüsselbein. Der Junge guckte verwundert und Duo neigte sich etwas hinunter, begann seine Zunge über Heeros bloße Haut gleiten zu lassen und leckte den süßen Schaum ab. Er ließ ein bisschen davon auf seiner Zunge um es in einem innigen Kuss mit Heero zu teilen.

Der Kleinere griff eine frische Erdbeere vom Frühstückstisch, steckte sie zur Hälfte in den Mund und ließ Duo abbeißen. Ihre Augen leuchten voller Liebe und sie waren glücklich sich so nahe sein zu dürfen.

"Warte mal!" Heero hob seinen Hintern etwas an und griff in seine Jeanstasche. Er holte ein kleines, eingewickeltes Schächtelchen heraus. "Ich... ich hab' noch ein Geschenk für dich!", flüstere er leise. Duo sah ihn neugierig an. Er nahm das kleine Schächtelchen und wickelte das Papier ab, dann klappte er es auf. Zum Vorschein kamen zwei goldene Ringe. Beide trugen einen kleinen Diamanten, waren ansonsten nur mit einer kleinen Verzierung versehen, ansonsten fast glatt.

Duo sah Heero verblüfft an und der kleine Junge wurde rot. Duo nahm einen Ringe aus der Halterung und besah ihn sich genau. "Gottes Segen, meine Liebe - auf ewig Dein" stand darin eingraviert.

Langsam fing sich Duo wieder. "Hee-chan...", murmelte er etwas fassungslos. Was war? Freute er sich etwas nicht? Heero wurde rot. War er zu weit gegangen, mit seinem Geschenk? "Ich... ich will dich nie wieder verlieren...", wisperte er etwas scheu. Im nächsten Moment drückten ihn zwei weiche Arme dicht an sich.

Duo ließ seine Finger durch das struppige Haar des Jungen rennen und küsste ihn immer und immer wieder. "Duo-chan..." Heero suchte nach einer Antwort auf die Fragen in ihm. Doch dann ließ Duo ihn wieder los. Er nahm den kleineren Ring und streifte ihn auf Heeros linken Ringfinger.

Er akzeptierte das Geschenk! Heero wurde vor lauter Freude flau im Magen. Er nahm Duo den anderen Ring aus der Hand und tat das Gleiche mit ihm, wie Duo es bei ihm gemacht hatte.

Sie fielen sich wieder gegenseitig um den Hals und bedeckten sich mit Küssen, bis Heero sich etwas löste. "Das klebt!", sagte er leise und schaute auf sein Schlüsselbein hinab. Duo lachte. "Dann sollten wir vielleicht mal duschen gehen!" Heero nickte und der Amerikaner trug ihn ins Bad, zog ihm die Shorts wieder aus und Heero half Duo bei seinen.

Sie seiften sich gegenseitig ein, streichelten sich, lehnten sich aneinander, als das warme Wasser über ihre Körper lief.

"Wann hast du eigentlich Geburtstag?", fragte Duo, während Heero ihm die Haare wusch. Die Hände, die seine Kopfhaut massierten, hielten kurz inne. Heero überlegte. Er wußte es nicht. In seinen Akten stand, dass er zehn war, aber nicht, wann er geboren wurde. "Am 02. September.", antwortete er dann leise. Duo überlegte. "An dem Tag haben wir uns doch kennegelernt, nicht wahr?!", fragte er. Heero nickte. Er drehte das Wasser wieder an und es spülte den Schaum aus Duos Haaren. "Ich lebe erst, seit ich dich kenne!", wisperte Heero dann leise. Sein Blick war voller Wärme, voller Dankbarkeit auf Duo gerichtet. Duo drehte sich zu Heero und kniete sich zu ihm herunter. "Mir geht's genauso!" Er küsste Heero liebevoll...


Es war Nacht. Draußen rieselten Schneeflocken. Weihnachten war lange vorbei. Es war kalt und es stürmte. Das Wetter war ungemütlich, auch in den warmen Zimmern. Dazu kam der Gedanke, dass der Krieg immer heftiger wurde. Auch an kleinen Randgebieten der Kolonien waren Angriffe gestartet worden. Es herrschte ein unsagbares Ausmaß an Angst unter den Menschen, der die Gemüter trübte.

Auch Heero fürchtete sich. Er fürchtete, dass Duo gehen würde. Er war fast fertig mit seiner Ausbildung und sie brauchten alle Leute, die sie bekommen konnten.

"Laß' uns gehen! Bitte!", wisperte Heero eindringlich. Er lag dicht an Duo gepresst, hielt ihn fest in der Angst, dass jeder neue Morgen ihn ihm nehmen könnte. Duo hatte genauso viel Angst, doch er versuchte den Kleinen zu beruhigen. Er rannte seine Fingerspitzen durch sein Haar. "Wofür trainierst du? Weswegen bist du hier? Irgend etwas hält dich doch, oder?!", fragte er mit ruhiger Stimme. Heero schüttelte den Kopf. "Ich mache es nur, weil ich nichts anderes gewöhnt bin. Was soll ich den sonst tun?"

Duo lächelte. Er schloss die Augen. "Weißt du... Ich habe mich damals entschlossen zu kämpfen, als sie mich anwarben, weil ich Menschen verloren habe... Viele Menschen, die ich liebte wurden mir genommen, wurden getötet... Getötet von OZ... und... so viele Unschuldige mußten sterben... Ich will nicht, dass es ewig so weitergeht, verstehst du?!"

Heero verstand es nicht. Warum? Warum wollte Duo jemanden rächen, der nicht wieder lebendig werden würde?! Warum gerade er?! Heero wollte, dass er bei ihm blieb! Er dachte nach. Wenn Duo für die Menschen kämpfte, die er einst geliebt hatte, dann wollte er das auch tun. "Ich werde für dich kämpfen!", sagte er leise, aber entschlossen.

Duos Finger erstarrten kurz. Es gefiel ihm nicht, dass der kleine Junge, den er so sehr liebte, so redete! Er wollte nicht, dass er kämpfte, dass er den Krieg aus nächster Nähe miterlebte! "Tu' das...", wisperte er leise. Er hoffte, dass es nie passieren würde, dass Heero das alles durchmachen musste. Er hatte schon genug erlebt in seinem kurzen Leben...


Immer mehr Tage waren ins Land gezogen. Jeder von ihnen brachte mehr Meldungen über Tote und Verletzte - fast alle ausschließlich Opfer des Krieges zwischen den Kolonisten und OZ. Heero hatte erst gerade wieder eine Zeitungsmeldung gelesen, als er einkaufen war, in der stand, dass ein kleines Mädchen und eine Mutter bei einem Lagerbrand, welcher durch OZ-Soldaten verursacht wurde, ums Leben kamen.

Er schloß die Zimmertür auf, wobei er die Tüten so balancierte, dass nichts aus ihnen herausfiel. Vorsichtig trat er mit seinem Fuß gegen das schwere Holz und die Tür öffnete sich. "Tadaima!", rief er, um Duo zu sagen, dass er wieder heil zu Hause angekommen war, doch dieses Mal erschien kein strahlender Duo, der ihn freudig begrüßte, wie sonst immer.

Heero wunderte sich etwas und stellte die Tüten vor der Theke ab. Dann lief er durch den gesamten Gebäudetrackt, auf der Suche nach Duo. Er fand ihn nicht und das ungute Gefühl in seiner Magengegend wurde immer größer. Schließlich trieb es ihn zum Hangar, wo Duo gerade dabei war in einen Flieger zu steigen.

Heero erstarrte, war unfähig etwas zu sagen, doch Duo hatte ihn schon bemerkt. "Hee-chan...", wisperte er tonlos. Seine Stimme zitterte. Dann fasste sich Heero endlich wieder. So schnell er konnte lief er zu seinem Geliebten und drückte sich an ihn. Er hielt seine Hände unsanft um seinen Rücken geschlungen. "Du darfst nicht gehen!", flehte er leise. Auch seine Stimme zitterte und er war den Tränen nahe, als Duo ihm beruhigend seine Hand auf den Kopf legte. Ihm selbst fiel er schwer zu gehen. Er wollte es auch nicht, aber er hatte den ausdrücklichen Befehl bekommen XXXG-01D zu steuern, den Gundam Deathscythe.

"Hee-chan, weißt du noch, was ich dir damals erzählt habe? Du weißt, weswegen ich es tue. Ich muss es tun!" Er versuchte, dem Jungen sein Handeln zu erklären und wusste doch, dass es sinnlos war. Heero stieß sich etwas von ihm weg und sah ihn mit aufgerissenen, verzweifelten Augen an. "Aber was ist, wenn du stirbst?!", schrie er Panik erfüllt. Duo zuckte zusammen. Ihm selbst war bewusst, in welche Gefahr er sich begab, andererseits jedoch konnte ihm genauso viel passieren, wenn er als gewöhnlicher Bürger zur falschen Zeit am falschen Ort war. "Ich werde nicht sterben!", flüsterte er leise, während er Heero aufmunternd ansah und ihn wieder an sich zog.

Er hatte sich nicht von ihm verabschieden wollen. Er hatte Heero absichtlich nichts gesagt, damit es ihnen nicht noch schwerer fiel... Mit einem Seufzer kniete er sich zu ihm hinunter. Dann zeigte er ihm seine Hand, nahm die des Kleinen und sie berührten sich, die Ringe trafen leicht aufeinander.

"Hey, wir bleiben zusammen, klar?! Ich lass' dich nicht allein und du lässt mich nicht allein, okay?!" Heero nickte leicht. //Aber warum gehst du dann?!// Schrie jede einzelne Faser seines Körpers. Er selbst jedoch war unfähig, etwas zu sagen. Er drückte sich an Duo, wollte ihn auf keinen Fall loslassen. Den zärtlichen, langen Kuss, den Duo ihn gab, spürte er kaum vor Verzweiflung.

Dann schoben die Arme des Jungen, den er so sehr liebte, ihn leicht von sich. Er lächelte ihm etwas zu, dann stieg er ein, winkte ihm noch einmal, bevor die schwere Stahltür zwischen ihnen zufiel.

Hinter dem starken Metall verschwand Duos Lächeln. Eine Träne rollte über seine Wange und er wischte sie schnell weg, ging ins Cockpit.

Heero stand noch immer wie angewurzelt. Seine Kehle war trocken und er schluckte heftig, nicht fähig zu weinen. Er spürte tief im Unterbewusstsein, wie jemand eine Hand auf seine Schulter legte und ihn unsanft aus dem Hangar schob, doch sein Blick war starr auf den Flieger gerichtet, der sich zum Abflug bereit machte und schließlich den Hangar verließ. Heero sah hinauf zum Himmel, sah die Maschine, in der der einzige Mensch saß, den er liebte, der einzige Mensch, der ihn jemals verstanden hatte und der seine Liebe erwiderte.................................


Fünf entsetzlich lange Jahre später war der Krieg endlich vorbei, fünf lange Jahre, in denen Heero nie wieder ein Wort von Duo gehört hatte. Er war nie wieder der kleine Junge gewesen, den Duo verlassen hatte.

Zunächst widerwillig doch dann sein einziges Ziel daraus machend, hatte er seine Ausbildung fortgesetzt, war nur ein Jahr später zum Piloten des Wing Gundam geworden.

Inzwischen war er berechnend geworden, hatte nur noch den Sieg über OZ und das Erfüllen seiner Mission vor Augen gehabt. Er war nicht weicher geworden, nur härter.

Der Tod wich nicht mehr von seiner Seite, nein... Der Tod hatte ihn verlassen. Shinigami war ihm nicht geblieben. Nicht einmal des Gott des Todes... Auch er hatte ihn verlassen! Wie hatte er denken können, dass jemand es wirklich lange mit ihm aushielt?!

Aber Duos Liebe hatte ihm doch so gut getan, war so offen gewesen, so einfühlsam...

Den Ring trug er immer noch. Er hatte ihn an eine Kette gebunden und um seinen Hals gehängt und nieder wieder hatte er ihn abgenommen. Er war immer bei ihm gewesen, so wie er sich wünschte, Duo wäre es gewesen.

Noch immer verstand er nicht, wie Duo ihn allein lassen konnte. Er hatte ihn doch immer seinen kleinen Engel genannt...

Kurz nach Duos Abflug war er wieder von Dr. J betreut worden. Er hatte ihm gesagt, dass Duo die ganze Zeit über vorgehabt hatte, Heero zu verletzen, in dem er ihn allein ließ.

Wieder wurden seine Gedanken und Gefühle durcheinander gebracht. Auf der einen Seite stand seine Liebe zu Duo und das Wundervolle, was sie alles gemeinsam erlebt hatte und auf der anderen Seite stand ganz klar die Aussage, dass Gefühle schwächten, verletzbar machten, ausgenutzt wurden...

In all den Jahren des Kampfes war er allein gewesen. Niemand war da, wenn er verletzt wurde um ihn zu trösten - niemand war da, wenn er eine Mission erfolgreich abgeschlossen, Menschen das Leben gerettet hatte, um ihn zu loben...

Heute sollten sie ausgezeichnet werden: Alle Soldaten, die treue Dienste erwiesen hatten, allen voran die fünf Piloten der Gundam...


Heero schaute sich um. Er hasste diese feierlichen Veranstaltungen. Er hatte sie nie gemocht, wagte gar nicht nachzuzählen, wie viele Einladungen er schon zerrissen hatte. Die meisten kamen von einen Mädchen, das vor Aufdringlichkeit kaum mehr von seiner Seite gewichen war. Noch dazu war sie kein einfaches Mädchen, wie jedes andere, sondern Relena Peacecraft. Heero mochte sie nicht. All die Jahre hatten sie gekämpft, um ein Ziel zu erreichen: das Ende des Krieges, doch das hieß noch lange nicht, dass er auch nur irgendeine Sympathie für sie empfand.

Ja... Ja, sie mochten ihn. Mädchen und Jungen lagen ihm zu Füßen, dem großen, muskulösen Piloten des Wing Gundam, der er geworden war, doch nicht eine, nicht einer unter allen, hatte jemals sein Interesse geweckt.

Sein Leben galt nur noch dem Kampf. Nun stand er da, in ihrer Mitte, fühlte sich genauso fehl am Platze, wie immer, wusste, dass er ausgezeichnet werden sollte. Was bedeutete diese Auszeichnung schon?! Sicher, es war eine Ehrung, doch sie war nichts, verglichen mit dem Wunsch, bei Duo zu sein, der jahrelang in seinem Herzen schlug, ihn nicht zur Ruhe kommen ließ.

Nacheinander wurden sie aufgerufen, alle fünf Piloten der Gundam. Er zuerst. Mit sicheren Schritten trat er auf die Bühne, stand kerzengerade mit einem Blick, der durch alles hindurch zu gehen schien, das Gesicht ausdruckslos wie immer. Warum sollte er auch Gefühle zeigen? Nie hatte jemand ihn je wieder so verstanden, wie Duo und niemandem wollte er so nahe sein!

Seine Gedanken waren bei dem aufgeweckten Amerikaner, als er geehrt wurde. Ihm wurde der Ordnen angesteckt, für den er heute Abend erschienen war. Er schüttelte Hände und antwortete nur mehr mit einem 'Hn' während sie ihm gratulierten, er Hände schüttelte auf deren dazugehörige Gesichter er nicht einmal achtete.

Duo müsste inzwischen 20 sein. Er war ganze fünf Jahre älter gewesen als Heero. Fünf Jahre, die ihnen nie etwas ausgemacht hatten. Ob er immer noch so fröhlich war? Ob er überhaupt noch lebte? Jedes Mal, wenn Heero sich diese Frage gestellt hatte, hatte sein Herz sich schmerzlich zusammengezogen, so auch dieses Mal.

Er verließ die Bühne wieder. Mechanisch setzte er einen Fuß vor den anderen, den Blick kalt und durchdringend geradeaus gerichtet. Doch plötzlich erstarrte er in der Bewegung, als der nächste Pilot aufgerufen wurde. Der Pilot des neuen Models Deathscythe Hell - Duo Maxwell.

Heero drehte sich um, spürte die Blicke in seinem Rücken.

Tatsächlich! Dort stand er! Mitten auf der Bühne... Ein hochgewachsener Mann, größer noch, als er selbst es war. Der lange Zopf, der inzwischen noch gewachsen war, wippte bei jeder Bewegung auf und ab, genauso, wie es immer gewesen war. Seine indigofarbenden Augen visierten ihn an.

Heero musste sich stark zusammenreißen, um nicht zusammenzubrechen. Plötzlich waren seine Knie weich, wie Gummi und er musste sich an eine Wand lehnen.

Solange hatte er auf diesen Moment gewartet, hatte gehofft, Duo wiederzusehen. Doch Zweifel stiegen in ihm auf. Wollte Duo überhaupt noch mit ihm zusammen sein? Was, wenn nicht? Würde es je wieder sein, wie es war?!

Heero hörte den Applaus, als Duo die Bühne verließ. Er klatschte mit. Zum ersten Mal, seit Duo weg war, zeigte er eine gewisse Anteilnahme. Doch wieso? Duo wurde dafür geehrt, dass er ihn verlassen hatte, um zu kämpfen...

Als Duo endlich vor ihm stand, wurden Heeros Knie noch weicher. Seine Hände zitterten, waren feucht und er glaubte, er würde jeden Moment zusammenbrechen. Duos Augen sahen ihn fragend an, warteten auf ein Zeichen, dass Heero ihm gab, doch er konnte nicht. Er wusste, wenn Duo ihn jetzt umarmte, oder auch nur ein Wort sagte, würde er in Tränen ausbrechen, dann wären all die Anstrengungen als Mr. Perfect Soldier zu gelten umsonst gewesen und er wäre wieder verletzbar gemacht.

Er sagte kein Wort, doch er ging langsam zum Seitenausgang. Duo verstand. Auch ohne, dass Heero etwas sagte, folgte er ihm.

"Wo wohnst du jetzt?", fragte er schließlich. Seine Stimme klang unsicher, genauso, wie Heeros Antwort. "Hier, L1-Colony." Mehr Worte fielen nicht.

Duo folgte Heero bis zu seiner Wohnung. Er erschrak etwas, als er die spärliche Einrichtung sah. Nur eine Matratze auf dem Boden, die Wände nicht gestrichen, ein Herd im gleichen Zimmer. Dann eine Verbindungstür zum Bad, wie Duo herausfand, als er sie öffnete. Auch hier nicht mehr als ein Waschbecken, Spiegel, Dusche und eine Toilette. Der Putz bröckelte überall von den Wänden. Das ganze Zimmer war dunkel. Lediglich im Bad gab es Deckenlicht, in dem kleinen Zimmer, in dem sie sich nun niederließen nur eine kleine Schreibtischlampe auf einer Kiste, in der sich die Nahrungsmittel befanden.

"Gemütlich hast du's hier!", bemerkte Duo ironisch. "Mehr braucht ein Soldat nicht. Ich habe alles, was ich brauche." Heero setzte sich auf die Matratze, winkelte die Beine etwas an und stützte die Arme auf sie. Sein Blick visierte Duo an, der die Lampe von der Kiste nahm und sich hinsetzte.

Eine Weile Schweigen. Duo wand sich unter Heeros Blick. Die Ausdruckslosigkeit in seinen Augen war schier unerträglich für ihn.

"Wo ist das Kind in dir geblieben?", fragte er schließlich. Seine Stimme klang mitleidig, beklommen. "Wo hast du es zurückgelassen?", war Heeros karge Antwort.

Seine Stimme klang anklagend, verletzt. "Heero, ich habe dir erklärt warum..." Weiter kam Duo in seinem verzweifelten Versuch, das Gespräch auf ein erträgliches Niveau zu bringen, nicht.

"Warum hast du dich nie gemeldet?!" Heero stand auf. Er stellte sich neben das Fenster, verdunkelte so den Raum nur noch mehr. Seine Hand stützte er auf das Fensterbrett, während er in die Ferne starrte.

Heero hätte damit leben können, wäre Duo nicht bei ihm gewesen und hätte doch ab und zu von sich hören lassen. Doch so glaubte er, Duo hätte ihn völlig vergessen, hätte seine Liebe zu ihm verloren.

Er spürte wie es heiß wurde an der Stelle auf seiner Brust, auf der der Ring lag. Duo sprang auf. Er sah es durch die Spiegelung auf der Fensterscheibe, doch er hätte es auch bemerkt, wäre es nicht da gewesen. Er kannte ihn zu gut, um es nicht zu bemerken.

"SIE HABEN MIR GESAGT, DU SEIST TOT!", schrie Duo. Heero erstarrte. Er drehte sich zögerlich um, sah die Tränen über Duos Gesicht rennen. Fassungslos starrte er ihn an.

"Weißt du, was das für ein Gefühl war, als mein Brief zurückkam? Nur eine kleine Aufschrift: Absender verstorben - Nachricht nicht zustellbar! Ich hab' geglaubt ich müsse sterben!"

Heero sah die Tränen immer noch in Strömen über Duos Wangen rennen, wußte, dass er nicht log. Er kannte seinen Geliebten. Er hatte gestohlen, war geflohen, hatte Unsinn gemacht - doch nie hatte er gelogen!

Duo schluchzte und redete weiter. "Kannst du dir vorstellen, was das für ein Gefühl war, dich wiederzusehen?! Kannst du dir vorstellen, wie ich gelitten habe zu wissen, dass der einzige Junge, den ich jemals so sehr liebte, wie dich, tot sein sollte?! Hast du überhaupt eine Ahnung wie sehr es geschmerzt hat, dich vorhin wiederzusehen und zu begreifen, dass alles eine Lüge war?! Eine Lüge, die uns fünf ganze Jahre gekostet hat?! Weißt du das, Yuy?!"

Heero zuckte. Duos Stimme klang genauso verletzt, wie seine am Anfang ihres Gespräches.

"Duo, ich... ich..." Heero fand keine Worte für das, was er aussagen wollte, für die Beschreibung dessen, was in ihm vorging. Es war abgrundtiefer Schmerz, gemischt mit unendlicher Freude des Wiedersehens.

Langsam ging er zu Duo. Er legte seine Arme um ihn, drückte seinen Kopf an seine Schulter. Duo ließ seinen Tränen freien Lauf, spürte wie Heero zitterte und seine nassen Tränen auf seinen Rücken fielen, sein T-Shirt benässten.

Heero wollte es wissen... Er wollte wissen, ob Duo ihn noch immer so sehr liebte, wie früher, ob er immer noch mit ihm zusammensein wollte, doch er traute sich nicht zu fragen. Die Ungewissheit in ihm brannte, drückte ihm die Luft fast ab.

"Duo..." Er streichelte dem großen Jungen das aufgelöste Haar aus dem Gesicht. Es war noch immer genauso weich und gepflegt, wie immer, duftete nach Honig und Vanille... Heero atmete tief ein, atmete den Duft, den er so sehr liebte.

Schließlich gelang es ihm, über seinen Schatten zu springen. "Werde ich dich je wieder in mir spüren dürfen?", fragte er leise. Seine Stimme klang unsicher, scheu - wie die des kleinen Jungen, der er einmal gewesen war.

Duo hob sein Gesicht. Er sah in Heeros Augen, versank in dem Kobaltblau. Plötzlich sah er ihn wieder, den Jungen, den er so sehr liebte. Der undurchdringliche Blick hatte sich gewandelt, war wieder voller Wärme und Offenheit. Der Soldat vor ihm war verschwunden, sein geliebter, kleiner Junge stand wieder vor ihm...

Duo nickte. Sein Herz raste so schnell, daß er glaubte allein von dem Tempo seines Herzschlages überwältigt zu werden. Er drückte Heero an sich, streichelte über seinen Nacken.

Die Ketten, die sie um den Hals trugen rutschten aus ihren Hemden, die Ringe berührten sich mit einem kleinen Klirren. Sie sahen auf sie hinunter. Plötzlich war kein Zweifel mehr daran, dass der andere ihn immer bei sich getragen hatte.

"Jetzt und für immer, hier und in Ewigkeit, bin ich dein, werde deiner Liebe immer gedenken, so wie ich dich in meiner Liebe fangen werde und wir sind eins, für immer und ewig!", wisperte er leise.

Ein Brennen... Ihre Lippen berührten sich... Ihre Herzen fingen Feuer, brannten füreinander mit Liebe und Feingefühl, Friede und Geborgenheit, ließen sie eins sein - für immer...........

~Owari~           

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