das Alphabet der Klaren Schrift

Wie schon erwähnt, stellt die Klare Schrift eine Weiterentwicklung der klassischen mongolischen Schrift mit dem Ziel dar, die Homographen des Vorbilds durch eindeutige Zeichen zu ersetzen. Insofern hat Zaja bandid Namkhayžamc alle sieben Vokale feinsäuberlich unterschieden. Zudem hat Zaja bandid Namchayžamc zwei Möglichkeiten eingeführt, lange Vokale auszudrücken. Die erste besteht schlicht darin, den Vokal doppelt zu schreiben, wie wir es aus unserer lateinischen und auch aus der heutigen mongolisch-kyrillischen Schrift kennen. Die zweite Variante besteht darin, rechts unterhalb des Vokals einen kleinen Strich anzufügen – in etwa vergleichbar mit dem waagerechten Strich über einem Vokal im lateinischen Alphabet. Hier spiegelt sich in der Schreibweise der Klaren Schrift eine linguistische Veränderung der mongolischen Sprache. In den letzten Jahrhunderten haben sich offenbar aus dem aãa, ege usw. der klassischen Schrift 'echte' lange Vokale wie eben aa oder uu gebildet, die nun in der neuen Schrift ausgedrückt werden. Insofern ist auch die Klare Schrift von beträchtlichem linguistischen Interesse.

Auch bei den Konsonanten hat Zaja bandid Namchayžamc wichtige Veränderungen vorgenommen, wobei es ihm wiederum darum ging, die Homographen zu beseitigen. Außerdem bemühte er sich, die verschiedenen Schreibweisen in der klassischen mongolischen Schrift am Anfang, in der Mitte oder am Ende eines Wortes weitestgehend zu vereinheitlichen, so daß tatsächlich die Konsonanten der Klaren Schrift weitestgehend zumindest am Anfang und in der Mitte eines Wortes gleich geschrieben werden.

                             

 

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