Mongolische Märchen
In der Mongolei spielte und spielt die mündliche Überlieferung von Liedern und Geschichten eine enorm große Rolle. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts blieb die Fähigkeit, lesen und schreiben zu können, vor allem den Lamas, den buddhistischen Mönchen, und den Schreibern der Fürsten vorbehalten. Schriftlich fixierte Literatur gab es längst nicht so viel wie etwa in Deutschland. Dafür ist der Schatz mündlich überlieferter Volksliteratur umso reicher. Dazu gehören neben Liedern und Heldenepen eben auch die Märchen, die in unzähligen Varianten überliefert sind.
Ein mongolisches Sprichwort besagt: Es gibt so viele Variationen einer Geschichte, wie es Münder gibt, die sie erzählen. Das heißt, jeder Erzähler dichtet noch etwas dazu und vergißt dafür vielleicht ein Detail, das eigentlich zu dem Märchen gehörte. Oder es wird nur ein Ausschnitt eines eigentlich viel komplexeren Märchens erzählt. Mit der entgültigen Verbreitung des Lamaismus, der tibetischen Abart des Buddhismus, in der Mongolei im 16. Jahrhundert wurden außerdem viele Märchen so abgeändert, daß sie dem neuen Weltbild entsprachen.
Bei aller Variation gibt es aber natürlich auch Gemeinsamkeiten, typische Eigenschaften mongolischer Märchen wie etwa einen feinsinnigen Humor. Sie sind auch im Allgemeinen nicht so vordergründig moralisch wie manche deutschen Märchen. Es gibt also kein "Und die Moral von der Geschicht" - zum Glück, wie ich finde.
Ansonsten würde ich empfehlen, daß du einfach ein paar der Märchen liest und dir selbst eine Meinung bildest. Und falls du diese Meinung dann dringend los werden mußt, kannst du das gerne tun. Schreib mir einfach unter: [email protected]