Wie das
Streifenhörnchen zu seinen Streifen gekommen ist
Vor
langer Zeit krabbelte ein Bär im Frühling aus seiner Höhle. Der Winter war
sehr hart gewesen, und der Bär hatte viel Gewicht verloren und war nun sehr
hungrig. Aber es gab noch keine Beeren, und weil der Boden noch gefroren war,
konnte er auch nicht nach Wurzeln graben. Der Bär dachte: "Ich werde
verhungern. Was soll ich nur tun?" Nachdem er angestrengt nachgedacht
hatte, fiel ihm das Streifenhörnchen ein.
"Vielleicht
kann mir das Hörnchen etwas zu essen geben," hoffte der Bär und ging zum
Bau des Streifenhörnchens. Dort angekommen fragte er: "Lieber Freund,
kannst du mir nicht etwas zu essen geben?"
| Das
Streifenhörnchen erwiderte: "Natürlich, ich will dir etwas von
meinen Vorräten abgeben." Und damit führte es den Bär zu seiner
Vorratskammer und gab ihm einige Nüsse, die es im letzten Herbst
gesammelt hatte. Der Bär freute sich sehr, denn er mochte Nüsse sogar
noch lieber als Beeren oder Honig. Also aß sich der Bär von den Nüssen,
bis er satt und zufrieden war. Das Streifenhörnchen freute sich, daß es
seinem Freund hatte helfen können. |
Bär von Montroll |
"Vielen Dank, mein Freund," sagte der Bär. Er war so dankbar, daß er das kleine Hörnchen umarmte und ihm mit seinem Tatzen den Rücken streichelte. Aber die Krallen an seinen Tatzen hinterließen blutige Striemen, und das Blut trocknete im Fell des Hörnchens. Seitdem hat das Streifenhörnchen seine fünf schwarzen Streifen im Pelz.