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Baden-W�rttemberg hat ja schon mit der Kopftuchfrage das Kind mit dem Bade ausgesch�ttet ...

 

 

Bezug:

http://www.abendblatt.de/daten/2004/11/15/364381.html

15. November 2004�� Imame sollen in Deutsch predigen

... Baden-W�rttembergs Kultusministerin Annette Schavan (CDU) ... "Wir d�rfen nicht weiter zulassen, da� in Moscheen in Sprachen gepredigt wird, die au�erhalb der islamischen Gemeinde nicht verstanden werden" ...

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15.11.04Ich habe dazu heute nachfolgenden Leserbrief an das Hamburger Abendblatt geschickt:

 

Baden-W�rttemberg hat ja schon mit der Kopftuchfrage das Kind mit dem Bade ausgesch�ttet ... aber alles scheint noch steigerungsf�hig. Klarstellung: es ist das Recht jedes demokratisch legitimierten Gemeinwesens Normen und Standards zu setzen und auch durchzusetzen. Subkulturen und Parallelgesellschaften stellen dieses Recht � und damit die Verfassung des Gemeinwesens � grundlegend infrage und sind auf Dauer nicht tolerierbar.

 

ABER: Normensetzung ohne die Bereitschaft in der kooperativen Konfliktbearbeitung auch zumindest anteilig Lasten zu �bernehmen, f�hrt zur Polarisierung und Spaltung. Eine solche Gesellschaft wird sich zudem mittelfristig dem Vorwurf aussetzen, Ausgrenzung als politisches Programm zu betreiben.

 

Gerade von CDU-Mitgliedern w�re in dieser Frage aufgrund schmerzhafter Erfahrungen in der eigenen Parteigeschichte ein h�heres Ma� an Sensibilit�t zu erwarten. Der Bismarcksche �Kulturkampf�, der die katholische Zentrumspartei als �transmontan� � also vatikanh�rig diffamierte, die katholische Bev�lkerung im Reichsgebiet religi�s und politisch drangsalierte, �Normenfallen� konstruierte, Menschen in die Illegalit�t trieb und das deutsche Volk spaltete, hat wesentlich dazu beigetragen, dass eine demokratische und b�rgergesellschaftliche Entwicklung in Deutschland nachhaltig verz�gert wurde. V�llig abgesehen davon, dass er auch im Umgang mit anderen Minderheiten �stilbildend� wirkte.

 

Was ist nun unter Lastenteilung in der kooperativen Konfliktbearbeitung � hier konkret an einem Hamburger Beispiel - zu verstehen?

 

Bereits im Dezember 2001 informierte die Arbeitsstelle Interkulturelle Bildung (Fachbereich Erziehungswissenschaften) an der Universit�t Hamburg die �ffentlichkeit �ber ihr Konzept zur Einrichtung einer �Akademie der Weltreligionen� mit einer Professur f�r islamische Theologie sowie Lehrst�hlen f�r j�dische Theologie und Buddhismus. Alle konzeptionellen Grundlagen sind geschaffen. Bei einer Diskussionsveranstaltung am 22. Februar 2004 (unmittelbar vor den B�rgerschaftswahlen) bestand bei den Vertreten der politischen Parteien auch Konsens �ber die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung ... und das war es dann wieder einmal ...

 

Wer also Gottesdienst in deutscher Sprache und Schulunterricht unter deutscher Schulaufsicht als Standard setzt � und ich begr��e das - sollte schnellstens die daf�r notwendigen Voraussetzungen schaffen � oder � er f�rdert den �Kampf der Kulturen� und Bin Laden / Konsorten werden ihm freudig Beifall zollen.

 

J�rg Barandat

22587 Hamburg

Mitglied der Liberalen T�rkisch-Deutschen Vereinigung e.V.

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