Indien - Flughafen Bombay
English Version

   Flughafen Bombay

Der internationale Flughafen von Bombay, oder Mumbai, wie es jetzt heißt, ist meistens die erste Station in Indien. In Zukunft würde ich diesen Platz lieber umgehen, indem ich über Chennai (Madras) oder über den Flughafen von Goa fliege.

Ein bißchen geschockt vom Klima und den Dingen, die plötzlich um einen herum passieren, steht man in der Regel am Flughafenausgang und tappt meistens auch schon in die erste Falle von vielen Fallen.

Kofferträger: Nette Menschen strömen auf Dich zu und bieten Dir ihre Dienste an, wie zum Beispiel Koffertragen. Du hast keine Ahnung, wo sich eigentlich der Shuttelbus zum nationalen Flughafen befindet und nimmst das Angebot bereitwillig an. Er bringt Dich dann zu dem Bus, der vielleicht 200 Meter rechts von Dir parkt oder noch kommt, je nachdem, wie schnell Du aus dem Flughafen herausgekommen bist, und verlangt dann ein paar Dollar, in der Regel zwischen 5 und 10. Damit gehört er zu den Spitzenverdienern in Indien. 10 Dollar sind etwa 400 Rupies und gearbeitet hat er 5 Minuten. Bauarbeiter verdienen vielleicht 60 Rupies am ganzen Tag und machen sich dabei so richtig kaputt. Das wissen die Kofferträger natuerlich auch und geben sich mit 10 Rupies mehr als zufrieden, auch wenn sie noch ein bißchen rumnörgeln. Die Kofferträger gibt es sowohl am Ausgang des internationalen, wie auch innerhalb des nationalen Flughafens. Es gibt sie mit ganz offiziellem Ausweis und ohne.

Hotels: In einem Hotel noch mal kurz überzunicken ist nicht schlecht, für Leute, die es sich leisten wollen. Bombay hat gerade in der Flughafenumgebung nette Preise. Normalerweise kann man sich auch im nationalen Flughafen aufhalten und wenn man nicht zu pingelig ist, kann man dort auf den Hartschalensitzen auch etwas schlafen. Es gibt auch die Möglichkeit, dort einen kleinen Snack zu essen, Kaffee zu trinken, Bücher zu kaufen und international zu telefonieren. Damit trotzdem mehr Menschen in die Hotels gehen, gibt es allerlei gute und schlechte Ausreden. Zum Beispiel, die Straße ist gesperrt und erst morgen früh wieder geöffnet. Oder etwa, der nationale Flughafen ist geschlossen, oder es gibt keine Sitzmöglichkeiten dort. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Getränke: Wasser trinken ist eine tolle Sache, gerade, wenn der Schweiß so wie in manchen Nächten in Bombay einfach am Körper herunterläuft. Gute Versorgung ist gewährleistet. Es gibt im nationalen Flughafen immer ein paar Inder, die mit Getränkewagen herumfahren. Aber aufgepaßt. Wasserflaschen werden gerne mit Leitungswasser aufgefüllt und das ist bekanntlich nicht so besonders gut. Sobald Dir die Flasche nicht gefällt, die Du bekommst, gibst Du sie einfach wieder zurück und läßt Dir eine neue geben. Ganz plumpe Wasserflaschennachfüller kann man daran erkennen, daß der Deckel nicht mehr mit dem Ring darunter verbunden ist. Ist der Ring gar nicht vorhanden, befindet sich über jedem Flaschenkopf eine Plastikverpackung. Fehlt sie, ist was faul. Schlauere Trickser füllen ihre Flaschen angeblich über ein kleines Loch im Flaschenboden auf. Das ist mir aber noch nicht passiert. Jedenfalls ist Leitungswasser für Einsteiger eine nette Gelegenheit, um gleich mal krank zu werden.

von Marc Höper ([email protected]), 10.2.2000

 

Hosted by www.Geocities.ws

1