Funktion
Mit diesem einfachen Meßgerät kann man sehr schnell digitalen
Schaltungen auf den Zahn fühlen. Der logische Pegel eines Pins wird
durch eine LED signalisiert. Eine weitere LED signalisiert offene Eingänge
bzw. Tristate Ausgänge, wie sie bei Bussen vorkommen. Warum sind offene
Eingänge so problematisch? Vor allem bei CMOS Schaltungen dürfen
Eingänge
NIE offen gelassen werden, da auf grund des extrem hohen Eingangswiderstandes
der Signalpegel am Eingang "in der Luft hängt" und beliebige Werte
annehmen kann. Dadurch kommt es zu ungewollten Pegelwechseln. Außerdem
können so Störsignale sehr gut einkoppeln. Man erhält sozusagen
einen digitalen Zufallsgenerator oder Störpegelmesser. Bei TTL Schaltungen
kann man Eingänge offen lassen, da hier auf grund der inneren Schaltungsstruktur
sich ein HIGH-Pegel einstellt. Dennoch sind solche offenen Eingänge
sehr empfindlich gegen äußere Störquellen und sollten auch
hier immer auf einen festen Pegel gelegt werden.
Die wichtigste Eigenschaft ist jedoch die Sichtbarmachung
sehr kurzer Impulse. Wer kann schon einen 30ns Impuls mit bloßem
Auge sehen. Selbst mit einem analogen Oszilloskop können einzelne
kurze Impulse nicht dargestellt werden. Der hier beschriebene Logiktester
detektiert Pulse die größer als ca. 30ns sind (nach letzten
Messungen) und verlängert diese auf ca 0.1s. Damit werden sie sichtbar.
Schaltung
Die Schaltung besteht aus drei 74HC02, das sind je 4 NOR Gatter in einem Chip. Der vordere Teil der Schaltung ist zur Erkennung eines offenen Eingangs, der hintere realisiert die Impulsverlängerung. Den Schaltplan gibts hier.
Aufbau
Die drei Chips finden auf einem Streifen Lochrasterplatine Platz und sind mit Klingeldraht verkabelt. Teilweise wurden SMD Widerstände eingesetzt, normale funktionieren natürlich auch.
Man erkennt die beiden LEDs mit Vorwiderständen. Als Tastspitze dient eine große Nadel.
Ein kleines Kabelverhau.
Als Gehäuse dient ein Zigarrenröhrchen. Doch auch Nichtraucher (wie ich) können diese Schaltung nachbauen ;-)
Betrieb
Die Spannungsversorgung erfolgt direkt aus der zu untersuchenden Schaltung.
Einfach an Masse und Versorgungsspannung anklemmen und los gehts. Die Betriebsspannung
muß zwischen 2-6V liegen, es können sowohl 5V
als auch 3.3V Systeme getestet werden.
Jetzt sollte die rote LED leuchten, schließlich hängt unsere
Tastspitze noch in der Luft. Wenn wir jetzt auf ein Pin mit festem Pegel
gehen verlischt die rote LED und die grüne zeigt den Pegel an. Langsamen
Pegeländerungen (<5Hz) folgt die grüne LED noch normal. Wenn
die Pegelwechsel aber schneller werden, würden sie ab ca 60-70Hz
soweit verflimmern, daß man nur ein gleichmäßiges Leuchten
der LED wahrnimmt und annehmen würde der Pegel des Pins sei konstant.
Außerdem wäre die Helligkeit der LED vom Tastverhältnis
des Signals abhängig.
Hier kommt nun die Verzögerungslogik ins Spiel. Sie verwandelt
schnelle Pulse in langsame (ca. 100ms). Blinkt nun die grüne LED, findet
auf der Leitung ein schneller Pegelwechsel statt (Takt, Datenleitung usw.)
Auch sehr schnelle Einzelimpulse (>30ns) werden angezeigt.
| Rote LED | Grüne LED | Bedeutung |
| EIN | AUS | Offener Eingang bzw. Tristate Ausgang (Bus) |
| AUS | BELIEBIG | Grüne LED zeigt Signalpegel |
| AUS | Schnelle Pegelwechsel auf der Leitung |