Grainne
und
Diarmud

 
 
Grainne bedeutet übersetzt entweder "Samen", "Korn" oder "Hässlichkeit". Sie war die Tochter Cormac mac Airts, dem Hochkönig von Irland. Sie war Fionn McCumhal versprochen, dem Anführer der Fianna, der kriegerischen Schutztruppe des Hochkönigs. Fionn war schon alt und Grainne war in Diarmuid verliebt, dem Pflegesohn des Liebesgottes Aonghus und Neffe von Fionn. Diarmuds Vater, Donn, hatte aus Versehen den Sohn des Verwalters getötet, worauf dieser seinen Sohn in einen wilden Eber verwandelte, dem befohlen wurde Diarmud in nächster Zukunft zu töten und sich so an ihm zu rächen. Als Fionn Grainne den Hof machte, verzauberte Grainne Diarmud und sie entflohen aus Tara. Doch sie fanden keine Ruhe, da Fionn sie aus Rache mit einem Bann belegt hatten, der ihnen untersagte zwei Nächte unter demselben Dach zu schlafen oder zwei Mahlzeiten an derselben Stelle einzunehmen. Von den Dolmendächern, wie man sie in weiten Teilen Irlands findet (zwei aufstehende Platten mit einer dritten als Dach) erzählt man sich immer noch, dass Diarmud sie für Grainne auf ihrer Flucht erbaut hätte, um seine Geliebte vor dem Wetter zu schützen. Sie sind insgesamt sechzehn Jahre auf dr Flucht vor den Schergen der Fianna.
Fionn entschloss sich dann endlich einer Heirat der beiden Liebenden zuzustimmen und Diarmud und Grainne kehren an seinen Hof zurück. Fionn schickte Diarmud daraufhin auf die Jagd nach dem wilden Eber, von Fionn wusste, dass er Diarmud töten würde.
Diarmud kehrte von dieser Jagd verletzt zurück und bat Fionn um einen Heiltrank, den dieser vor lauter Eifersucht verschüttete und Diarmud starb.
Grainne schwörte eigentlich Rache an Fionn,  doch dieser warb so überzeugend um sie, dass sie ihn doch noch heiratete.

"Grainne war die Tochter Cormacs, und ihr Vater war ein Enkel von Conn, des Hochkönigs von Eriu, der in hundert Schlachten gekämpft hatte. Sie wuchs in der grossen königlichen Hügelfestung Temuir auf und war ein lebhaftes und eigenwilliges Kind. Ihr Vater suchte verzweifelt nach einem geeigneten Mann für sie; doch sie lehnte alle Freier ab - und diese machten den König dafür verantwortlich.
Als Oisin, der Sohn Fions von den Fianna, und Diorraing, der Druide, nach Temuir kamen, um im Namen Fions um sie anzuhalten, sagte König Cormac, sie müssten Grainne selbst fragen: denn sie gehorchte ihm nicht, und er wollte nicht noch einmal der Schuldige sein.
Er führte die beiden Boten in Grainnes sonnige Laube und erklärte ihr, worum sie baten. Aus irgendeinem Grund war sie an diesem Tag eine pflichtbewusste Tochter und sagte, wenn Fion der Sohn Cumhals, ihrem Vater als Schwiegersohn genehm sei, dann sei er auch ihr als Gemahl genehm."

aus Caldecott M. Frauen in keltischen Mythen, 1996 p.231
 
 

Göttinnen
Index
Hosted by www.Geocities.ws

1