ANNELIESE PESCHLOW
German Archaeological Institute - Berlin (Germany)

Die Praehistorischen Felsbilder des Latmos (Besparmak)

In den vergangenen drei Jahren wurden im Besparmak, dem antiken Latmosgebirge, die ersten pr�historischen Felsbilder des westlichen Kleinasien entdeckt. Ihre Zahl bel�uft sich bisher auf elf Beispiele. Sie verteilen sich auf die der Hauptgebirgskette im Westen vorgelagerten Hochebene mit Schwerpunkt auf dem Gebiet zwischen S�g�t�z� und dem Karadere.

Die Bilder befinden sich an den W�nden von kleinen H�hlen und �berh�ngen, meist in der N�he von Quellen oder B�chen. Der Erhaltungszustand der ausschliesslich in roter Farbe ausgef�hrten Malereien ist unterschiedlich. Bei etwa der H�lfte ist eine Aussage �ber den Inhalt der Darstellung m�glich, bei den �bringen sind nur noch sp�rliche Reste der Malerei, z.T. nur noch Farbspuren zu erkennen.

Bei fast allen Darstellungen kommen Menschen vor, die in einem Beispiel, dem Bild der G�ktepe-H�hle, eindeutig in einem Handlungszusammenhang stehen. Thema ist hier h�chstwahrlicheinlich ein Fruchtbarkeits-bzw. Fr�hlingsfest, bei dem getanzt wurde und bei dem man sich paarte. Ein anderes Felsbild aus dem Karadere hat vermutlich ein kultischen Charakter und ist vielleich als Beschw�rung oder Erscheinung der latmischen Bergg�tter (Widderg�tter?) zu verstehen.

In der Art der Menschendarstellung und in der Malweise lassen sich stilistisch zwei Hauptgruppen unterscheiden: Die eine, die nur durch das Bild der G�ktepe-H�hle vertreten ist, zeichnet sich durch die naturalistische Wiedergabe der menschlichen Gestalt, vor allem der weiblichen aus, bei der Busen und Ges�ss besonders betont sind. Zum Malen benutzte man dabei vermutlich den Finger oder Daumen. Bei der zweiten Gruppe hingegen sind die menschlichen Figuren linear und schematisch wiedergegeben, meist in Vorderansicht mit angewinkelt erhobenen Armen und gespreizten Beinen, wobei der Kopf fl�gelartig endet oder einen T-f�rmigen Aufsatz tr�gt. Beim Auftrag der Farbe auf die Felswand verwendete man in diesem Fall einen Pinsel. Die n�chsten Vergleiche zu dieser Gruppe finden sich in der unteritalischen und in der schematischen Felsmalerei der iberischen Halbinsel.

Eine genaue Datierung der neugefundeden Felsmalereien des Latmos ist vorl�ufig nicht m�glich. Als Zeitspanne kommen die Jahrtausende zwischen dem Epipal�olitikum und dem Chalcolithikum infrage. Das �lteste Bild der bisher bekannten Reihe d�rfte das der G�ktepe-H�hle sein, w�hrend die schematischen Darstellungen der zweiten Hauptgruppe zeitlich wohl eher sp�ter anzusehen sein werden.

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© International Symposium and author.   Last updated on Monday, March 30, 1998.
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